{"id":11540,"date":"2021-02-07T19:49:11","date_gmt":"2021-02-07T19:49:11","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11540"},"modified":"2023-01-17T20:59:17","modified_gmt":"2023-01-17T19:59:17","slug":"denn-dein-ist-das-reich-und-die-kraft-und-die-herrlichkeit-in-ewigkeit-theologisch-hymnologische-informationen-zu-liedern-der-predigtreihe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/denn-dein-ist-das-reich-und-die-kraft-und-die-herrlichkeit-in-ewigkeit-theologisch-hymnologische-informationen-zu-liedern-der-predigtreihe\/","title":{"rendered":"Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit (Theologisch-hymnologische Informationen zu Liedern der Predigtreihe)"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p align=\"left\"><strong><a href=\"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/archiv-8\/vaterunser-reihe-06.htm\">Zur \u00dcbersicht der Reihe<\/a><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\"><b><span style=\"color: #000099;\">Predigtreihe zum Vater Unser, Oktober 2006<br \/>\nDenn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen<br \/>\nTheologisch-hymnologische Informationen zu Liedern der Predigtreihe<br \/>\nAlexander V\u00f6lker<\/span><\/b><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"center\"><strong> Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Doxologie kennt Luthers Vaterunserlied keine eigene Strophe Vielleicht kann man die in jeder Strophe begegnenden \u201eHeilsg\u00fcter\u201c als eine Art Vorschattung, einen voraus laufenden Reflex des abschlie\u00dfenden und das Glauben wie das Beten begr\u00fcndenden Lobpreises Gottes ansehen. Da w\u00e4ren zu nennen <em>leben heiliglich, <\/em>2,3; <em>Himmelreich,<\/em>1,1; 4,2; <em>Reich <\/em>3,1; <em>Frieden<\/em>, 5,5; <em>Lieb und Einigkeit<\/em>, 6,6; <em>im Glauben fest und wohlger\u00fcst<\/em>, 7,5; <em>seligs End<\/em>, 8,5. Alles, was Menschen mit dem Vaterunser erbitten, ruht auf diesem letzten lobpreisenden Satz. \u201eDie Sitte, ein Gebet doxologisch zu beenden [&#8230;], erg\u00e4nzt die Bitten des Vaterunsers um den Aspekt des Lobes, schafft eine Rahmung, verbindet eschatologische und gegenw\u00e4rtige (\u201adein ist\u2019) Ausrichtung.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas Vaterunser ist das zentrale Gebet aller christlichen Kirchen und pr\u00e4gt die Fr\u00f6mmigkeitspraxis. Es bleibt ein nicht aussch\u00f6pfbarer Grundtext des Glaubens und verweist stets auf die \u00f6kumenische Dimension des Betens\u201c (RGG 42005, Bd.8, Sp. 895f.),<\/p>\n<p>Ein \u00c4quivalent f\u00fcr den dreiteiligen Gebetsschluss k\u00f6nnten auch die beiden lobpreisenden Strophen des Glaubensliedes <em>Es ist das Heil uns kommen her <\/em>(EG 342, Strophen 8 und 9) darstellen. W\u00fcrde Strophe 1 mit dem un\u00fcberh\u00f6rbaren Hinweis auf die Glaubensmitte Jesus Christus (<em>er ist der Mittler worden<\/em>, 1,7) zun\u00e4chst gesungen, w\u00fcrden die Strophen mit ihrem trinitarischen Lob (8,1ff.) und den \u201eKurzbitten\u201c (ab 8,7) einen runden, gesungenen Abschluss etwa eines Gottesdienstes bilden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>Wir strecken uns nach dir <\/em>(EG Ausg. Bayern\/Th\u00fcringen 642; Hessen 625; Rheinland\/Westfalen\/Lippe 664) entstand als ein Loblied, basierend auf mehreren \u201aReihungen\u2019: <em>strecken nach <\/em>1,1; <em>trauen zu <\/em>1,3; <em>\u00f6ffnen vor <\/em>2,1; <em>freuen an <\/em>2,3; <em>halten bei<\/em> 3,1; <em>sehnen nach <\/em>3,3 \u2013 diese Bewegungen haben s\u00e4mtlich Gott\/ Jesus (deren Namen nicht genannt sind!) zum Ziel (zw\u00f6lfmal <em>dir, <\/em>sechsmal <em>du, <\/em>dreimal <em>deine<\/em>). Konsequent stehen stellvertretend <em>Lebendigkeit\/ Barmherzigkeit<\/em>, <em>Wahrhaftigkeit\/ Gerechtigkeit <\/em>sowie <em>Best\u00e4ndigkeit\/ Vollkommenheit <\/em>f\u00fcr den hier gepriesenen Gott, von dem im Lied dreimal gesungen wird <em>Sch\u00f6n sind deine Namen <\/em>(1,6; 2,6; 3,6), dem kontrastiert seine Identit\u00e4t <em>Du bist, wie du bist <\/em>(jeweils Z. 5). Ein verdoppeltes, ganz konventionelles <em>Halleluja, Amen<\/em>, leicht mitzusingen, bildet das Ende der kurzen Strophe<\/p>\n<p align=\"center\"><strong><em> \u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p align=\"center\"><strong> Amen <\/strong><\/p>\n<p>Was das ganze \u201eGebet des Herrn\u201c aussagt, ist auch an seiner Schlussstrophe ablesbar: \u201eDer Beter h\u00e4ngt nicht an sich selbst, sondern wei\u00df und bekennt sich als Gesch\u00f6pf Gottes, angewiesen auch auf den Erhalt des Glaubens\u201c (9,2). <em>Zweifel <\/em>sind zugelassen: <em>auf dass wir ja nicht zweifeln dran <\/em>(9,3),(fast wortgleich in Luthers Tauflied EG 202,4). Zweifel werden weder verschwiegen noch weginterpretiert \u2013 aus eigener Glaubens- und Zweifelserfahrung baut der Reformator als \u201eSicherung\u201c ein <em>auf dein Wort, in dem Namen dein <\/em>(9,5; vgl. oben Strophe 2,2). Nur der, der selbst Gottes \u201eAmen\u201c auf des Menschen Erl\u00f6sung aus Unglauben und Zweifel ist (2. Kor 1,20, Offb. 3,14), kann Gewissheit schaffen kraft seines Geistes, seiner Liebe.<\/p>\n<p><em>Dir, dir, o H\u00f6chster, will ich singen<\/em>: Zum \u201eAmen\u201c empfiehlt es sich, aus EG 328 die Strophen 1, 4 und 7 anzustimmen. Von Anfang an schl\u00e4gt dieses Lied mit seiner bewegten, fl\u00fcssigen, tonal geordnet, regulierten Melodie (Quartsprung-Anf\u00e4nge) einen trinitarischen Akkord an: <em>singen <\/em>(1,1) der <em>Lieder <\/em>(1,3) f\u00fcr den <em>H\u00f6chsten <\/em>(1,3; 3,1; vgl. das viermalige <em>dir <\/em>in Strophe1!) ist nur <em>recht getan<\/em> (3,2) <em>im Namen Jesu Christ <\/em>(1,5) wie durch des <em>Geistes Kraft <\/em>(1,4). Strophe 4 entfaltet das Werk des Geistes, das auch das Vaterunser-Beten einschlie\u00dft (4,6). So endet das Lied nicht ohne <em>Amen <\/em>(7,3f.), das hier die Form eines doppelten <em>Wohl mir <\/em>(7,1.5), aber auch eines <em>Lob dir <\/em>(7,5) annimmt.<\/p>\n<p><em>In uns kreist das Leben \u2013 <\/em>die Verse Kurt Martis hat Friedemann Gottschick mit einer Weise vertont, die gro\u00dfr\u00e4umig unendlich viel Gelassenheit ausstrahlt. Mit seinem <em>Stirb und Werde <\/em>(1,3; 5,1, aus \u201eSelige Sehnsucht\u201c des West-\u00f6stlichen Diwans Goethes 1819) hat dieser Gesang ohne Frage pantheistische Ankl\u00e4nge: <em>Felder\/ W\u00e4lder <\/em>(2,1f.), <em>V\u00f6gel\/ Fische <\/em>(3,1f.), <em>Gottes Kreaturen <\/em>(4,1) wie auch <em>Mutter Erde <\/em>(5,2) erweisen unsere Sch\u00f6pfungsabh\u00e4ngigkeit (<em>Ohn sie kann\u2019s kein Leben f\u00fcr uns geben<\/em>, 2,3f., 3,3f., 4,3f.). Nur das Gesangbuch der Ev.-ref. Kirchen der Schweiz nahm das Lied ihres eidgen\u00f6ssischen Texters auf (dort Nr. 534) \u2013 sollte Europas Christenheit den wirklich gro\u00dfen Atem neuzeitlichen Sch\u00f6pfungsglaubens nicht ver- sp\u00fcren und mittragen k\u00f6nnen, ohne schon damit ihr eigenes Bekenntnis aufgeben zu m\u00fcssen?<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Alexander V\u00f6lker<br \/>\n<a href=\"mailto:asvoelker@teleos-web.de\">asvoelker@teleos-web.de<\/a> <\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur \u00dcbersicht der Reihe Predigtreihe zum Vater Unser, Oktober 2006 Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen Theologisch-hymnologische Informationen zu Liedern der Predigtreihe Alexander V\u00f6lker Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit F\u00fcr die Doxologie kennt Luthers Vaterunserlied keine eigene Strophe Vielleicht [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3869,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,727,120,114,109,126,913],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-11540","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelle","category-archiv","category-bes_gelegenheiten","category-deut","category-predigten","category-predigtreihen","category-unser-vater"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11540","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11540"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11540\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16060,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11540\/revisions\/16060"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3869"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11540"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11540"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11540"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=11540"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=11540"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=11540"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=11540"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}