{"id":11554,"date":"2021-02-07T19:49:01","date_gmt":"2021-02-07T19:49:01","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11554"},"modified":"2023-02-06T13:29:54","modified_gmt":"2023-02-06T12:29:54","slug":"psalm-96","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/psalm-96\/","title":{"rendered":"Psalm 96"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">Predigtreihe in der Evangelischen Schlosskirche der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universit\u00e4t zu Bonn zum Thema &#8222;Weltmeisterschaft&#8220;, 2006<br \/>\nPredigt \u00fcber Psalm 96 am Sonntag Kantate, Schlosskirche Bonn, 14. Mai 2006<br \/>\nverfasst von Martin Honecker <\/span><\/b><\/h3>\n<p>Die Sonntage nach Ostern tragen so sch\u00f6ne Namen: Kantate &#8211; Singet, &#8222;singet dem Herrn ein neues Lied! Singet dem Herrn alle Welt!&#8220;. Der vergangene Sonntag trug den Namen Jubilate &#8211; Jauchzet, jubiliert, &#8222;jauchzt Gott, alle Lande!&#8220;. Der Sonntag Jubilate scheint noch besser zum Thema der Predigt zu passen &#8222;weltweiter Jubel.&#8220; Diese Sonntagsnamen sind Aufforderungen, Imperative, Einladungen. Und einer solchen Aufforderung entspricht man am ehesten, wenn man selbst singt und einstimmt. Was soll man stattdessen viel erkl\u00e4ren und interpretieren? Und dennoch ist es auch angebracht, dar\u00fcber nachzudenken, wor\u00fcber man jubeln und was man besingen soll. Als Hinf\u00fchrung dazu h\u00f6ren wir den 96. Psalm. Psalmen sollte man nicht Wort f\u00fcr Wort auslegen, sondern im ganzen mitsingen und mitsprechen. Unser Psalm besingt Gott den Sch\u00f6pfer und Richter aller Welt. Israel soll den &#8222;Heiden&#8220;, und das meint: der ganzen Welt bekunden: &#8222;Der Herr ist K\u00f6nig. Er hat den Erdkreis gegr\u00fcndet, dass er nicht wankt. Er richtet die V\u00f6lker recht.&#8220; Wir h\u00f6ren dies im Jahr der Fu\u00dfballweltmeisterschaft und im Zeitalter der Globalisierung. Nun soll in dieser Predigtreihe nicht die allenthalben diskutierte Globalisierung angesprochen werden, die die Weltkirchenkonferenz in Porto Alegre besch\u00e4ftigt hat und Aussch\u00fcsse der rheinischen Kirche bewegt. Wir wissen ja alle, dass die Wirtschaft weltweit verflochten ist, dass unsere Arbeitpl\u00e4tze in andere Weltteile verlagert werden k\u00f6nnen. Finanzstr\u00f6me und Welthandel sind global. Die Medien und das Internet schaffen ein globales Dorf, in dem Fernsehen und Internet zeitgleich alles vermitteln k\u00f6nnen. Wir sind weltweit vernetzt. Gerade ein Ereignis wie die Fu\u00dfballweltmeisterschaft zeigt dies. Milliarden Zuschauer werden die Spiele im fernsehen verfolgen. Und dieses Gro\u00dfereignis Weltmeisterschaft findet auch noch in Deutschland, hierzulande statt. Viele Erwartungen kn\u00fcpfen sich an dieses Ereignis: Hoffnungen auf wirtschaftlichen Nutzen, Arbeitspl\u00e4tze, vielleicht sogar der sehns\u00fcchtig erwartete Aufschwung. Erwartet wird in jedem Fall Begeisterung. Der eine oder andere tr\u00e4umt auch bereits von einer Schlagzeile in der Bild-Zeitung wie im letzten Jahr. Damals hie\u00df es &#8222;Wir sind Papst!&#8220; und soll es lauten: &#8222;wir sind Weltmeister.&#8220;. Ob eine solche Schlagzeile jedem in Deutschland gut tun w\u00fcrde, das steht auf einem anderen Blatt. Als ich vergangene Woche die Predigt \u00fcber diesen Psalm mit der Weltmeisterschaft verkn\u00fcpfte, hat dies bei einigen H\u00f6rern Befremden ausgel\u00f6st. Nun, heute muss ich wohl nicht begr\u00fcnden, warum ich diese Verbindung herzustellen versuche.<\/p>\n<p>Lassen sie uns probeweise den Jubelruf des Psalmisten &#8222;Gott ist K\u00f6nig&#8220; \u00fcbersetzen mit &#8222;Gott ist Weltmeister&#8220;. Denn K\u00f6nige gibt es in Deutschland nicht mehr. K\u00f6nig Fu\u00dfball hingegen lebt und hat zahllose Anh\u00e4nger. Man kann Fu\u00dfball, Sport und Religion durchaus miteinander vergleichen. Stellen wir uns einmal den Ursprung unseres Hymnus vor! Eine Menge ist versammelt im Vorhof des Tempels in Jerusalem. Alle singen gemeinsam: &#8222;singt dem Herrn und lobet seinen Namen, verk\u00fcndet von Tag zu Tag sein Heil.&#8220; Den V\u00f6lkern sollen seine wunder erz\u00e4hlt werden. Es muss schon ein besonderer Tag sein, an dem so ein Loblied gesungen wird. Die Menge w\u00e4re wohl sonst nicht im Tempel zusammengestr\u00f6mt. Vielleicht wird das Neujahrsfest gefeiert. In Kulturen des alten Orients wurde die Thronbesteigung Gottes oder auch die Thronbesteigung eines Gottk\u00f6nigs gefeiert. Entsprechend begehen die Israeliten die Thronbesteigung ihres Gottes, des Herrn, Jahwes. Seine Macht und Herrlichkeit ist zu preisen. Die anderen V\u00f6lker werden aufgefordert, die Macht und Ehre des Gottes Israels anzuerkennen, sich ihm zu unterwerfen. Und Israel selbst bekennt: heilig, heilig ist der Herr! Gott ist jetzt unter uns gegenw\u00e4rtig. Lasst uns anbeten! So war es damals. Der Psalm ist kein Schreibtischtext, sondern in gesungener Hymnus.<\/p>\n<p>Und nun gehen wir einmal ins Fu\u00dfballstadion. Die Zuschauer str\u00f6men dorthin, bei der Weltmeisterschaft, wenn sie \u00fcberhaupt eine Karte ergattert haben. Zwei Mannschaften treten gegeneinander an. Die Fans sammeln sich im Fanblock; sie wollen ja ihre Mannschaft anfeuern und unterst\u00fctzen. Damit man sie erkennt tragen sie Trikots, Schals, M\u00fctze, Fanartikel. Sie bringen sich kollektiv in Stimmung. Dem dienen die Ges\u00e4nge. Die Ges\u00e4nge preisen die eigene Mannschaft, sollen sie zu Energieleistungen anspornen, und daneben gibt es Spott- und Hohnges\u00e4nge auf die gegnerische Mannschaft. Auch Sprechch\u00f6re werden laut. Wer unvorbereitet in ein Fu\u00dfballspiel in einem vollen Stadion Hineingekommener erlebt, der nimmt mit Staunen wahr: Da gibt es eine Liturgie, mit einem Einzug, mit Aufstehen, mit Ch\u00f6ren. Nicht nur Gottesdienste, auch Fu\u00dfballspiele werden zelebriert. Sie haben ihr Ritual. Und nach einem Sieg wird lautstark gefeiert, eine Niederlage wird betrauert, sogar Tr\u00e4nen flie\u00dfen. Emotionen kochen hoch. Und gelegentlich ger\u00e4t ein Spiel auch aus den Fugen, Statt frohen Ges\u00e4ngen gibt es Schl\u00e4gereien; die Polizei muss f\u00fcr Ordnung sorgen, wenn die Masse au\u00dfer Rand und Band ger\u00e4t. Die Polizei bereitet sich bekanntlich derzeit entsprechend vor, um Krawallen vorzubeugen. Politiker hatten gar die Idee, die Bundeswehr einzusetzen. Ja, ein wichtiges Fu\u00dfballspiel ist nicht nur ein enormes Gesch\u00e4ft, sondern auch eine gro\u00dfe und ernste Angelegenheit. Die Welt blickt n\u00e4mlich auf Deutschland, wenn K\u00f6nig Fu\u00dfball regiert. Betrachtet man einmal den Ablauf eines Fu\u00dfballspieles, dann kann man auf den Gedanken kommen, Fu\u00dfball sei mehr als ein Spiel, er sei auch Religion. Sozialwissenschaftler haben Fu\u00dfball durchaus schon als Religion betrachtet. Ein Fu\u00dfballspiel kann etwas sein, an das Menschen ihr Herz h\u00e4ngen. Von sieg oder Niederlage h\u00e4ngt dann nicht nur Wohl und wehe eines Landes ab, sondern f\u00fcr manche sogar das eigene Seelenheil. Der franz\u00f6sische Soziologe Emile Durkheim erkl\u00e4rte die Religion aus ihrem sozialen Charakter. Menschen wird gemeinsam etwas heilig. Diese gemeinsame Anerkennung eines Heiligen schafft Religion. Durkheim berief sich daf\u00fcr auf primitive V\u00f6lker und deren Totemkult. Religion entsteht durch gemeinschaftliches Erleben. Der Einzelne verliert sich im Kollektiv in einer kollektiven Ekstase, die Durkheim mit einem nie akzeptierten Fachausdruck bannte. Kollektive Efferveszenz. Massenbegeisterung. So etwas kann beim Neujahrsfest im Tempel eintreten. Nach dieser Theorie verdankt sich Religion einer Massenbegeisterung, einem gemeinsam erlebten Au\u00dfer sich Geraten. Man geht dann begeistert, erf\u00fcllt, erbaut von diesem Erleben nachhause. Die Erkl\u00e4rung ist nicht ohne weiteres zu widerlegen. Es waren ja die Diktatoren des 20. Jahrhunderts- ich nenne Mussolini, Hitler, aber auch Stalin, die Massenveranstaltungen organisiert und inszeniert haben, beispielsweise Reichsparteitage, Maifeiern, Feiern aus Anlass der Oktoberrevolution. Dabei bedienten sie sich des Vorbilds religi\u00f6ser Feiern. Auch beim Sport gibt es Vergleichbares. F\u00fcr die Olympiaden wurde die religi\u00f6se Verkleidung seit langem gesehen. Aber auch bei einer Fu\u00dfballweltmeisterschaft ist manche \u00e4hnlich. Nun muss ich freilich hinzuf\u00fcgen, dass ich die Herleitung von Religion aus kollektiver Ekstase nicht teile. Die Begegnung mit Gott ist vielmehr meines Erachtens immer Sache von Einzelnen, von Individuen. Der Glaube f\u00e4ngt beim Einzelnen, beim individuellen Subjekt an. Und deshalb ist nach meiner Sicht die \u00dcbertragung religi\u00f6ser Rituale auf s\u00e4kulare Ereignisse in der Neuzeit Pseudoreligion.<\/p>\n<p>Wir sind also doch nicht aus dem Gottesdienst, aus der Schlosskirche, ins Fu\u00dfballstadion ausgezogen. Es gibt zwar zweifellos Gemeinsames zwischen einem in Israel im Tempel gefeierten Neujahrsgottesdienst mit seinem weltweiten Jubel und den Fu\u00dfballspielen bei der Weltmeisterschaft. Denn bei manchem h\u00e4ngen Freude und Leid davon ab, wie so ein Spiel ausgeht. Hoffnungen werden darauf gesetzt, Herzen h\u00e4ngen daran. Und so ist es verst\u00e4ndlich, dass immer wieder gemahnt wird: Es ist doch nur ein Spiel, sch\u00f6nste Nebensache der Welt. Sollte es beim Lobpreis unseres Psalmes etwa \u00e4hnlich sein? Ist er auch nur ein Spiel? Blicken wir doch jetzt noch einmal den Text an. Der Psalm wertet die G\u00f6tter der anderen V\u00f6lker ab: Sie sind nichts, G\u00f6tzen. Von Teilnehmern am Gottesdienst wird ferner Ehrfurcht und Respekt erwartet, damit auf Gelingen zu hoffen ist. Erfolg wird erbetet. Das ist durchaus vergleichbar mit manchen Sportveranstaltungen.<\/p>\n<p>Ich nehme freilich nichts von der formalen Aufforderung &#8222;singet&#8220; zur\u00fcck, wenn ich nun doch auf den Inhalt des Psalmes eingehe, auf das, was besungen werden soll. Besungen wird vom Hymnus die Macht Gottes als Weltsch\u00f6pfer und Weltrichter. Aus dem Tempelgottesdienst im abgelegenen Bergst\u00e4dtchen Jerusalem erstreckt sich diese Botschaft auf die ganze Welt, auf den Kosmos. In diesem weltweiten Anspruch ist das Lob Gottes durchaus heute K\u00f6nig Fu\u00dfball vergleichbar. Der Psalm entfaltet das Bekenntnis zur Macht Gottes sodann in drei Strophen: Die erst Strophe ruft Israel und alle V\u00f6lker auf zum universalen, zum globalen, zum weltweiten Gesang: Erz\u00e4hlet allen V\u00f6lkern von seine Wundem. Der Her hat den Himmel gemacht. Hoheit und Pracht sind vor ihm (96, Sb, 6a). Gerade im Gottesdienst zeigt sich dies: &#8222;Macht und Herrlichkeit in seinem Heiligtum&#8220;. Begeisterung darf im Gottesdienst also sein. Die zweite Strophe ruft weltweit zur Huldigung auf: &#8222;Bringet her dem Herrn Ehre und Macht&#8220;. Mit Geschenken, Opfergaben soll man zum Gottesdienst in den Vorh\u00f6fen des Tempels kommen. &#8222;Betet an den Herrn im heiligen Schmuck; es f\u00fcrchte ihn alle Welt.&#8220; Erst die dritte und letzte Strophe spricht vom Unterschied zu anderen Heilsversprechen und Religionen (V. 10 &#8211; 13). Gerade den Heiden, denen, die Gott nicht kennen und nicht an ihn glauben soll verk\u00fcndigt werden: &#8222;Der Herr ist K\u00f6nig. Er hat den Erdkreis gegr\u00fcndet, dass er nicht wanke. Er richtet die V\u00f6lker recht.&#8220; Unbestreitbar k\u00f6nnen alle Menschen von sich aus staunen \u00fcber die Wunder der Sch\u00f6pfung, so wie hier aufgefordert wird: der Himmel soll sich freuen, er darf strahlen, die Erde soll fr\u00f6hlich sein und das Meer brausen. Gerade jetzt im Fr\u00fchling, wenn alles gr\u00fcnt und bl\u00fcht, verstehen wir den Psalmisten gut, wenn er davon singt, dass das Feld fr\u00f6hlich sein und alle B\u00e4ume jauchzen sollen.<\/p>\n<p>Was aber soll Natur und Welt besingen, wor\u00fcber sollen sie jubeln? Gott kommt die Welt zu richten. &#8222;er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die V\u00f6lker mit seiner Wahrheit.&#8220; Gott ist der Weltsch\u00f6pfer und Weltrichter. Man kann ihn daher auch Weltmeister nennen. Aber, was ist dies f\u00fcr ein Weltmeister. Er ist eben nicht blo\u00df Weltmeister 2006, auf Zeit, nach dem es andere Weltmeister geben wird. Er ist vielmehr der, der da war, der da ist, der da kommt und der da bleibt. Anders gesagt: Gott ist der Ewige. Es geht nicht um ein einmaliges Ereignis, einen einmaligen Sieg und Erfolg, nach dem es wieder normal weitergehen wird. Gott erklingt zwar das Lied im Gottesdienst. Aber damit ist es nicht zu Ende. Es strahlt aus Denn Gott geht mit uns in die n\u00e4chste Woche und begleitet uns auf allen kommenden Tagen. Daher geht s nicht um einen vor\u00fcbergehenden Erfolg, und es ist auch nicht als Gegenst\u00fcck eben um eine durchaus genauso m\u00f6gliche Entt\u00e4uschung und einen wohl unvermeidlichen Katzenjammer. Warum aber ist dies so? Gott richtet den Erdkreis, die ganz Welt mit Gerechtigkeit und leitet die V\u00f6lker mit seiner Wahrheit. Richten besagt regieren, bestimmen und urteilen.<\/p>\n<p>Damit ist im Globalisierungsprozess eine Orientierungspunkt gegeben: Gerechtigkeit und Wahrheit. Es sind eben Gewinn und Profit nicht der letzte, ausschlaggebende Ma\u00dfstab, auf den es allein ankommt. Den Menschen gerecht werden und ihr Geschick in aller Wahrhaftigkeit wahrnehmen und um ein menschenw\u00fcrdiges Leben sich bem\u00fchen, das erwartet Gott von uns Menschen. Sein Kriterium ist Gerechtigkeit und Wahrheit, Vertrauen und Treue. Nach diesem Ma\u00dfstab richtet er die Welt. Es gen\u00fcgt also nicht, dass die Dinge in der Welt schon dann in Ordnung sind, wenn es uns Menschen gef\u00e4llt. Der Psalmist richtet das Augenmerk hingegen auf das Rechte und Gute. &#8222;Recht muss doch Recht bleiben, und ihm werden alle frommen Herzen zufallen.&#8220;(Ps. 94, V. 15) Die Parole, Hauptsache, man hat Erfolg, wie der Erfolg zustande gekommen ist, interessiert hinterher doch niemand mehr, ist nicht Gottes Wort.<\/p>\n<p>Gott wacht aber nicht nur als Richter \u00fcber Recht und G\u00fcte, \u00fcber Gerechtigkeit und Wahrheit, sondern er schenkt uns zuerst seine Treue und Wahrheit, sein Vertrauen. Gottes Richten ist ein Segen. Und das ist der eigentliche Grund f\u00fcr Jubel und Lobgesang der Psalmen. Die Psalmen sind zuerst das Gebet- und Liederbuch Israels. Ich habe bislang \u00fcberhaupt nichts dazu gesagt, wieso wir als Christen \u00fcberhaupt die Psalmen Israels mitbeten und mit ihnen singen. Die Psalmen sind n\u00e4mlich Gebete der Juden. Das wollen wir nicht vergessen. Wir beten als Christen die Psalmen im Namen Jesu Christi. Er erlaubt uns, sie mitzusprechen. Denn er bezeugt dem Glaubenden Gottes Vertrauen und Treue. Und dann sehen wir, dass Gott nicht einfach oben in der Pracht des Himmels, sondern eben in seiner Person unten, im Leiden und Elend der Welt ist. Der Weltmeister Gott verbirgt sich unter dem Kreuz. Daher finden sich neben solchen Hymnen, die Hoheit und Pracht des Sch\u00f6pfers und Weltenherr preisen, auch Klagepsalmen: &#8222;Aus der Tiefe rufe ich zu dir. Herr h\u00f6re meine Stimme.&#8220; Und ebenso Vertrauenslieder. Lob und Klage, Dank und der Schrei um Hilfe und Erl\u00f6sung geh\u00f6ren untrennbar zusammen und erg\u00e4nzen sich. Beides hat sein Recht. Denn Gott, der die Welt richtet, ist nicht der Weltmeister der Erfolgreichen. Der weltweite Jubel des Psalters blendet das Leiden nicht aus. Aber der Jubel darf dennoch je und dann auch laut werden und mit Himmel und Erde Gottes Herrlichkeit r\u00fchmen: &#8222;Singet dem Herrn und lobt seinen Namen, verk\u00fcndet von Tag zu Tag sein Heil.&#8220; Dazu ermuntert uns der Sonntag Kantate, das bekennen die Lieder dieses Gottesdienstes.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Martin Honecker<br \/>\n<a href=\"mailto:honecker@gmx.de\">honecker@gmx.de<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtreihe in der Evangelischen Schlosskirche der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universit\u00e4t zu Bonn zum Thema &#8222;Weltmeisterschaft&#8220;, 2006 Predigt \u00fcber Psalm 96 am Sonntag Kantate, Schlosskirche Bonn, 14. Mai 2006 verfasst von Martin Honecker Die Sonntage nach Ostern tragen so sch\u00f6ne Namen: Kantate &#8211; Singet, &#8222;singet dem Herrn ein neues Lied! Singet dem Herrn alle Welt!&#8220;. 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