{"id":11598,"date":"2021-02-07T19:48:50","date_gmt":"2021-02-07T19:48:50","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11598"},"modified":"2023-03-10T12:07:41","modified_gmt":"2023-03-10T11:07:41","slug":"hesekiel-37-24-28","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/hesekiel-37-24-28\/","title":{"rendered":"Hesekiel 37, 24-28"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">Heiliger Abend, 24. Dezember 2006<br \/>\nPredigt zu Hesekiel 37, 24-28, verfa\u00dft von Reinhard Schmidt-Rost<\/span><\/b><\/h3>\n<hr \/>\n<p>Der Predigttext, der f\u00fcr die Christnacht in diesem Jahr vorgeschlagen ist, steht im Buch des Propheten Hesekiel:<\/p>\n<p><em>\u201eUnd mein Knecht David soll ihr K\u00f6nig und ihrer aller einiger Hirte sein. Und sie sollen wandeln in meinen Rechten, und meine Gebote halten, und darnach tun.<\/em><br \/>\n<em>Und sie sollen wieder in dem Lande wohnen, das ich meinem Knecht Jakob gegeben habe, darin eure V\u00e4ter gewohnt haben. Sie und ihre Kinder und Kindeskinder sollen darin wohnen ewiglich, und mein Knecht David soll ewiglich ihr F\u00fcrst sein. <\/em><br \/>\n<em>Und ich will mit ihnen einen Bund des Friedens machen, das soll ein ewiger Bund sein mit ihnen; und will sie erhalten und mehren, und mein Heiligtum soll unter ihnen sein ewiglich Und ich will unter ihnen wohnen, und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein., da\u00df auch die Heiden sollen erfahren, da\u00df ich der Herr bin, der Israel heilig macht, wenn mein Heiligtum ewiglich unter ihnen sein wird.\u201c<\/em> Hesekiel 37, 24 \u2013 28<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nFahrt Ihr an Weihnachten nach Hause?<br \/>\nF\u00e4hrst Du zu Deinen Eltern oder kommst Du mit zu uns nach Hause?<br \/>\nSollen wir Mutter holen oder besuchen wir sie erst am ersten Feiertag?<\/p>\n<p>Solche Entscheidungen sind in dieser Stunde l\u00e4ngst gefallen,<br \/>\nda und dort seit Wochen diskutiert,<br \/>\nmanchmal einfach entschieden, wie man es immer gemacht hat,<br \/>\nmanchmal unter ganz neuen Voraussetzungen notwendig,<br \/>\nda gingen Kinder aus dem Haus und die Eltern sind mobiler als fr\u00fcher,<br \/>\ndort kamen Enkelkinder hinzu, und die Kinder m\u00fcssen jetzt bleiben, wo sie als Familie Wurzeln geschlagen haben,<br \/>\nda f\u00fchrte die Pensionierung zu einem Ortswechsel, hin zu den Kindern und Enkeln,<br \/>\ndort war der Weg ins Pflegeheim unabwendbar,<br \/>\nund manche Trennung hat vormals gute Gemeinschaften aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Das Weihnachtsfest ist in unserer Kultur ein Fest des dankbaren R\u00fcckblicks oder auch der bitteren Bilanz, mehr noch als die b\u00fcrgerliche Jahreswende, aber in einem ganz bestimmten Sinn: Das Weihnachtsfest, so wie es sich uns eingepr\u00e4gt hat, stellt durch sein Hauptthema: \u201eFrieden auf Erden allen Menschen guten Willens\u201c vor die <strong><em>Frage nach der Qualit\u00e4t von Bindungen<\/em><\/strong>.<br \/>\nWie lebt eine Familie am Ende dieses Jahres zusammen?<br \/>\nSind Freunde noch Freunde?<br \/>\nWem habt Ihr geschrieben?<br \/>\nWen habt Ihr inzwischen abgeschrieben?<br \/>\nAuf wen k\u00f6nnen wir uns noch verlassen?<br \/>\nWohin fahrt oder geht Ihr, um heimzukehren?<br \/>\nWo seid Ihr wirklich zuhause, wo f\u00fchlt Ihr Euch zuhause?<br \/>\nUnd nach welchen Gesichtspunkten fallen diese Entscheidungen letztlich?<\/p>\n<p>Am liebsten danach, wo man sich zuhause f\u00fchlt, wo einem nicht ein fremder Geist aufgedr\u00e4ngt wird, wo man sich gut f\u00fchlt, wo es friedlich zugeht, man nicht von sich selbst entfremdet wird, und vor allem, wo man nicht in unfriedliche Verh\u00e4ltnisse hineingezwungen wird, in den Streit der Schw\u00e4ger, in den Zank der Kinder, in den Unfrieden der Alten.<br \/>\nDa\u00df man nicht auf einmal, nur weil man an einem Festtag zusammenkommt, ganz unangenehm au\u00dfer sich ger\u00e4t, weil ein Mensch dabei ist, der mir oder Dir ganz fremd ist, und vor allem \u2013 gerade wenn ich ihn gut kenne -, mich mir selbst entfremdet, \u00fcber den ich mich aufrege, der mich herausfordert, vielleicht, weil er mich nicht mag oder ich seine Ansichten absolut nicht teilen kann.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<br \/>\nBitter h\u00e4tte die Bilanz des Propheten wohl sein m\u00fcssen, Hesekiel, von dem es hei\u00dft, er sei Priester am Tempel in Jerusalem gewesen, und habe den Untergang der Stadt miterlebt, oder mindestens die erste Eroberung 597, denn wo geh\u00f6rt er nun noch hin, da die Institutionen zerfallen sind, denen er angeh\u00f6rte, &#8211; der Tempel, die Stadt \u2013 und vermutlich auch seine Familie, denn die Honoratioren waren als erste in die Verbannung, ins Exil nach Babylon gebracht worden? Ein Volk ohne Elite l\u00e4\u00dft sich leichter beherrschen.<\/p>\n<p>Aber Hesekiel tr\u00e4umt keinen Alptraum, ganz im Gegenteil, seine ganze Textsammlung enth\u00e4lt eine F\u00fclle von Zukunftsvisionen, darunter gewi\u00df auch manches gruselige St\u00fcck, aber insgesamt ist viel Zuversicht und wenig Schrecken. F\u00fcr Weihnachten ist nat\u00fcrlich eine seiner Visionen vom ewigen Frieden ausgew\u00e4hlt worden, die von der Wiedervereinigung des alten Israel in den Grenzen des Davidsreichs in einer Gewissheit spricht, die seit damals bis heute in Israel lebendig ist und die sogar aus Israel in die junge Christenheit weiter gewirkt hat; im Exil und gegen das Exil malt er in pr\u00e4chtigen Farben, wie ihm neue Hoffnung auf seinen Gott gewachsen ist, ein K\u00f6nig wie David und ewiger Friede \u2013 und auf dem Weg dorthin, die Heimkehr aus der Fremde, Sammlung aus den V\u00f6lkern, R\u00fcckkehr in das Land, das verhei\u00dfene, das gelobte Land, das sieht er vor sich \u2013 und die V\u00f6lker ringsum werden staunen.<\/p>\n<p>Wenn man die Intensit\u00e4t bedenkt, mit der das Volk Israel noch heute an Pal\u00e4stina h\u00e4ngt, heute erst recht, dann bewundert man die geistige Kraft jener Propheten, des Hesekiel, des zweiten Jesaja und vermutlich noch einiger anderer aus dem Kreis, die sich um das zweite Gesetz, das Deuteronomium gesammelt hatten, Vision\u00e4re, Propheten, ehemalige Priester, die im Exil den Gedanken des Volkes Israel und seines Heimatlandes \u00fcberhaupt erst schufen, wie aus dem Nichts, eine geniale Idee mit Folgen; sie gaben dem Volk damit seine Identit\u00e4t, die jetzt noch, nach 2500 Jahren besteht, wenn auch umk\u00e4mpft, aber kaum mehr bestritten. Die Heimkehr aus der Fremde ist f\u00fcr Israel ein Fixpunkt allen Denkens und Daseins geblieben bis auf den heutigen Tag.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<br \/>\nAus dem Zusammenbruch w\u00e4chst in den Gedanken des Hesekiel eine Vision von ewigem Frieden, als h\u00f6rten wir die Engel bei Lukas schon singen. Darauf mu\u00df man erst einmal kommen! Kann man als Mensch \u00fcberhaupt darauf kommen? Solch eine \u00fcberragende Kraft, dem Unheil zu widerstehen, den Zusammenbruch umzudenken, woher kommt sie? Sind solche Botschaften gegen den Augenschein nicht absurd, albern, realit\u00e4tsfern? Was w\u00fcrden die Statistiker und Meinungsforscher heute sagen, die aus jedem schlichten Datum gleich ein schlimmes Fatum herausdestillieren, vor allem wenn es um Religion und Kirche geht?<\/p>\n<p>Die Geschichte Israels und die Geschichte der Christenheit sprechen eine andere Sprache: Jenes Exil hat eine unglaubliche, Kultur schaffende Kraft entwickelt, ja sogar eine zweite Religion aus sich herausgesetzt, denn was anderes ist der Stall von Bethlehem, das Kreuz auf Golgatha anderes, wenn nicht eine erweiterte Neuauflage, vielleicht noch nicht globalisiert, aber auf breitester Basis jenes Grundgedankens \u2013 einer Hoffnung auf Erneuerung durch Gottes G\u00fcte aus dem Nichts des Zusammenbruchs, Auferstehung noch aus dem Untergang des Religionsstifters durch eine brutal vollstreckte Todesstrafe?<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<br \/>\nAus der weltgeschichtlichen Bedeutungslosigkeit erw\u00e4chst die beharrliche Hoffnung auf ein ewiges Friedensreich, ist das so ungew\u00f6hnlich? DAS wird die Menschen weniger \u00fcberraschen, die in Mitteleuropa die Nachkriegszeit erlebt und mitgestaltet haben, aber die Augen- und Tatzeugen jenes Aufbruchs, des Wirtschaftswunders werden weniger. Dabei ist es durchaus nahe liegend: Wenn die Phantasie nicht mit den G\u00fctern und Geschenken eines jeden Festtages zugedeckt wird, nicht beruhigt, nicht eingelullt wird, dann wachsen Visionen, dann bl\u00fcht die Hoffnung auf, wie eine Hyazinthe, die ihren Hut hochhebt, und duftet und Bl\u00fcten treibt und duftet \u2026 einen ganzen Fr\u00fchling lang. Und wir sind noch im Fr\u00fchling des Christentums, noch ziemlich am Anfang.<\/p>\n<p>Damals, 550 Jahre vor Christus, waren es nur die begabten Mitglieder eines kleinen Volkes fern seiner Hauptstadt, die es nicht mehr gab, die solche unfassbare Hoffnung formulierten; fast 600 Jahre sp\u00e4ter, an der Zeitenwende werden sie alle besch\u00e4mt, die Volksz\u00e4hler des Kaiser Augustus und alle seine Steuereintreiber, die da dachten, was soll daraus schon noch werden, ein paar Handwerker, ein paar Hirten, eine Weltmacht sieht doch anders aus; sie braucht doch Ro\u00df und Reiter, Lanzen und Spie\u00dfe! Und es werden besch\u00e4mt, die heute \u00fcber die Stabilit\u00e4t der Kirche gr\u00fcbeln mit ihren Zahlspielen und Steuerberechnungen. Sie werden besch\u00e4mt, denn in den Zahlen ist das Geheimnis des Erfolges <strong><em>nicht<\/em><\/strong> verborgen, das Geheimnis, mit dem Israel als Volk bis heute seine Identit\u00e4t wahrt, wenn auch unter Schmerzen, und die Gemeinschaften der Christenheit global sich immer weiter ausdehnen! Worin liegt denn ihre St\u00e4rke, was hat ihnen zu solch weiter Verbreitung verholfen?<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<br \/>\nEs lag wohl an der Intensit\u00e4t, mit der sich die Israeliten und sp\u00e4ter die ersten Christen an ihren Gott gebunden f\u00fchlten, an der Qualit\u00e4t dieser Bindung mu\u00df es gelegen haben, da\u00df die Israeliten und sp\u00e4ter auch die Christen f\u00fcr sie bedrohliche, schlimme Verh\u00e4ltnisse \u00fcberstanden haben: Verfolgung, Folterung, Mord, Schon im 2. Jh. n. Christus gab es das gefl\u00fcgelte Wort im R\u00f6mischen Reich: \u201eSeht, wie sie einander lieben!\u201c Die Bindung der Christen aneinander war gepr\u00e4gt von der Vorstellung, die sie sich von ihrem Gott machten. Ihre Gemeinschaft war nicht stark durch die Bindung ihrer Mitglieder aneinander, sie war st\u00e4rker, st\u00e4rker als die Summe ihrer Mitglieder, weil sie auf einen Gott vertrauten, den sie sich als Friedef\u00fcrsten dachten, als eine Person oder eine Kraft, die allen Menschen liebevoll nahe ist.<\/p>\n<p><strong><em>Sie f\u00fchlten sich bei ihrem Gott zuhause.<\/em><\/strong> Aus jeder Fremde konnten und k\u00f6nnen sie \u00fcberall zu ihrem Gott nach Hause kommen.<\/p>\n<p>Es h\u00e4tte unter ernsten Juden oder Christen gewi\u00df nie jemand gesagt: Wir sind eben besonders gut, sondern in aller Bescheidenheit bemerkt, da\u00df es Gottes guter Geist ist, der so zum Guten wirkt, der kr\u00e4ftigt und stabilisiert, ein Gott, der ermutigt und ermuntert, keiner wie einer vom Olymp, der wie ein Mensch handelt, missg\u00fcnstig und rachs\u00fcchtig, Lobbiest seiner Lieblinge, nur ein bisschen st\u00e4rker. Das Eigenartige ist eben gerade der Gedanke, da\u00df aus der Verneinung aller Gewalt, dass gerade aus der Schw\u00e4che, des Exils wie der Krippe eine eigenartige Kraft auf die Menschen ausge\u00fcbt wird, die sich dieser Kraft aussetzen.<\/p>\n<p>Das Hirtenbild spielt eben deshalb eine so gro\u00dfe Rolle in Judentum und Christentum, weil der Hirte seine Herde so weidet, da\u00df sich alle zuhause f\u00fchlen, und das hei\u00dft dann eben auch, dass alle ihre Besonderheiten zur Geltung bringen k\u00f6nnen, jeder in aller Ruhe dort weiden kann, wo er m\u00f6chte, da\u00df die Schw\u00e4che zur St\u00e4rke aufbl\u00fchen kann, die Schw\u00e4che nicht einfach nur geschont wird, sondern gest\u00e4rkt und ermutigt \u2026 daf\u00fcr braucht man nat\u00fcrlich Frieden, aber eben auch eine Atmosph\u00e4re des Zutrauens, der Ermutigung, dass es nicht gleich zuende ist, wenn einer etwas falsch macht \u2026 oder wenn einer mal nicht ganz dicht bei der Herde ist oder auch bei sich selbst nicht ganz \u201edicht\u201c ist, das er oder sie nicht gleich vor die T\u00fcr oder ausgeschlossen wird, weil er oder sie sich nicht erwartungsgem\u00e4\u00df verhalten hat.<\/p>\n<p>Die Kraft des Hirten liegt darin, da\u00df er zusammenh\u00e4lt, ohne zu zwingen, da\u00df er jedes einzelne Tier seiner Herde kennt, ohne das Ganze der Herde aus dem Auge zu verlieren. Den einzelnen st\u00e4rken und ber\u00fccksichtigen, pflegen und f\u00f6rdern und das Ganze im Blick behalten; das ist eine hohe Kunst in Politik und in Erziehung, in Parteien und Schulen \u2026 das einzelne und das Allgemeine verbinden \u2026<\/p>\n<p>\u2026 dazu mu\u00df man auch als menschlicher Hirte und als Hirte von Menschen, als Lehrerin, Mutter, Vater, Erzieher, selbstbewusst, seiner selbst bewusst sein, seine eigenen St\u00e4rken und Schw\u00e4chen kennen \u2026 h\u00e4nge ich zu sehr am einzelnen und vergesse \u00fcber seiner F\u00f6rderung die ganze Herde? Oder bin ich zu sehr mit den gro\u00dfen Zielen besch\u00e4ftigt und verliere dabei das Wohl einzelner aus dem Auge? Geht es mir zu sehr um meine eigene Macht, mu\u00df ich mich durchsetzen \u2013 oder geht es mir auch gut, wenn ich den Erfolg anderer miterlebe?<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<br \/>\nEs ist eine eigenartige, eine richtig elastische, eine plastische Gottesvorstellung, die Hesekiel mit anderen im Exil gefunden und weitergegeben hat \u2026 Gott \u00f6ffnet uns sein Haus, immer und \u00fcberall, wo wir hinkommen, wo wir leben m\u00fcssen und zu \u00fcberleben versuchen. Und dies geschieht durch sein Wort. Gottes Wort bietet sich allen Menschen guten Willens wie ein Haus an; es l\u00e4\u00dft sich \u00fcberall errichten, man kann hineinschl\u00fcpfen und sich in Ruhe niederlassen \u2013 oder ist es ihnen mit der Weihnachtsgeschichte heute anders gegangen? War das nicht wie ein freundlich wohlbekanntes Haus f\u00fcr unsere Gedanken \u2013 und damit auch f\u00fcr unser Herz? Oder denken Sie auch an freundliche Worte des vergangenen Jahres, in die Sie wie in eine Schutzh\u00fctte schl\u00fcpfen konnten.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<br \/>\nEin leicht transportables Gut, Gottes Wort, wenn man es leicht nimmt \u2013 und sich nicht daran \u00fcberhebt, weil man meint, man m\u00fcsse die Geltung des g\u00f6ttlichen Wortes mit Menschenmacht garantieren. Das ist t\u00f6richt, die heiligen Worte haben keine Zauberkr\u00e4fte, aber sie entfalten eine Wirkung, die bleibt, denken Sie an die Psalmen, an die Bergpredigt, an die treffenden Gleichnisse Jesu \u2026<br \/>\nViele unbehauste Menschen haben in diesen Worten schon gelebt und l\u00e4nger \u00fcberlebt als sie dachten \u2026<\/p>\n<p>\u2026 und den Menschen muslimischen Glaubens kann der Koran m\u00f6glicherweise eine vergleichbare, wenn auch dem Inhalt nach nicht die gleiche Wirkung entfalten, wenn er in Freiheit gelesen werden darf. Ich vermute das, wei\u00df es aber nicht.<\/p>\n<p>Dies aber wei\u00df ich wohl, da\u00df ich Ihnen f\u00fcr dieses Weihnachtsfest w\u00fcnsche, da\u00df Sie in einem Wort der Bibel wie in einem Haus einkehren k\u00f6nnen \u2013 und dann alle Fragen nach den menschlichen Beziehungen ihr relatives Gewicht erhalten \u2013 und nicht Gewalt \u00fcber Sie gewinnen.<\/p>\n<p>Weil die Bibel nun aber ein dickes Buch ist, habe ich Ihnen eine kleine Auswahl von Worten auf den Liederzettel geschrieben, Worte, in die ich mich im vergangenen Jahr manchmal zur\u00fcckgezogen habe, meine pers\u00f6nliche Jahresauswahl 2006.<\/p>\n<p>Herr, Deine G\u00fcte reicht, so weit der Himmel ist \u2013 und Deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen. (Psalm 36, 6 )<br \/>\nSeht die V\u00f6gel unter dem Himmel, sie s\u00e4en nicht, sie ernten nicht \u2013 und ihr himmlischer Vater ern\u00e4hrt sie doch. Seid Ihr nicht viel mehr als sie? (Matth. 6, 25)<br \/>\nLa\u00df Dir an meiner Gnade gen\u00fcgen, denn meine Kraft ist in den Schwachen m\u00e4chtig. (2. Kor. 12, 9).<\/p>\n<p>So viel mag gen\u00fcgen f\u00fcr den Augenblick.<\/p>\n<p>(*)<\/p>\n<p>Gott schenke Ihnen zu diesem Weihnachtsfest solche Worte, <em>d i e S i e f i n d e n<\/em> \u2026 so oder so, da\u00df Sie darin zuhause sein k\u00f6nnen. Amen.<\/p>\n<p>((*)Zusatz: Da die Gemeinde in der Bonner Schlosskirche am Heiligen Abend f\u00fcr mich eine Art Personalgemeinde ist, die einmal im Jahr zusammenkommt, suche ich im allgemeinen als kleine Zugabe noch nach ein paar Versen, die zu pers\u00f6nlich sind, als dass man sie in einer anderen Gemeinde vortragen k\u00f6nnte. Ich f\u00fcge sie hier an, da sie f\u00fcr meine Predigt mehr als ein Zusatz sind:<\/p>\n<p>Goldene Worte<\/p>\n<p>Ich habe sie euch lieber nicht gebunden,<br \/>\ndie guten Worte, weder rot noch gold,<br \/>\nsie haben sich mir leicht und frei \u201aerfunden\u2019,<br \/>\nsie kamen einfach, eh\u2019 ich sie gewollt<\/p>\n<p>und strahlten mir mit ihrem stillen Glanze<br \/>\nins noch so gar nicht festlich-frohe Herz \u2013<br \/>\nals lockten sie zu unbeschwertem Tanze<br \/>\nhervor aus eines langen Jahres Schmerz.<\/p>\n<p>Und sie, sie schafften es, mich wach zur\u00fctteln,<br \/>\nso altvertraut, und pl\u00f6tzlich doch ganz neu,<br \/>\nda\u00df ich sie einfach wieder h\u00f6ren musste \u2013<\/p>\n<p>um dann nur still und lang den Kopf zu sch\u00fctteln,<br \/>\nwarum mir Gott in seinem Wort noch treu \u2013<br \/>\nund da\u00df von meiner Not er l\u00e4ngstens wusste. )<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Prof. Dr. Reinhard Schmidt-Rost<br \/>\nUniversit\u00e4t Bonn<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"mailto:R.Schmidt-Rost@web.de\">R.Schmidt-Rost@web.de<\/a><br \/>\n<a href=\"mailto:r.schmidt-rost@uni-bonn.de\">r.schmidt-rost@uni-bonn.de<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heiliger Abend, 24. 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