{"id":11607,"date":"2006-12-07T19:48:48","date_gmt":"2006-12-07T18:48:48","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11607"},"modified":"2025-04-09T09:16:37","modified_gmt":"2025-04-09T07:16:37","slug":"hesekiel-37-24-28-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/hesekiel-37-24-28-3\/","title":{"rendered":"Hesekiel 37, 24 \u2013 28"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">Heiliger Abend | 24. Dezember 2006 | Hesekiel 37,24\u201328 | Dankwart Arndt |<\/span><\/b><\/h3>\n<p>Vorbemerkung: Ich konzentriere mich auf folgende Verse:<br \/>\n\u201eSo spricht der Herr: Mein Knecht soll ihr K\u00f6nig sein und der einzige Hirte f\u00fcr sie alle. Und sie sollen wandeln in meinen Rechten und meine Gebote halten und danach tun. Und ich will mit ihnen einen Bund des Friedens schlie\u00dfen; der soll ein ewiger Bund mit ihnen sein. Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein; und sie sollen mein Volk sein.\u201c<\/p>\n<p>\u201eLieber Gott, wenn es Dich wirklich gibt, komm zu uns auf die Erde. Dann kannst Du Dir diesen ganzen Schlamassel mal selbst ansehen. Amen.\u201c<br \/>\nJohanna, 15, \u00d6sterreich, aus: \u201eDer andere Advent\u201c zum 07.12.2006<\/p>\n<p>Es w\u00e4re nicht angemessen, wollten wir in dieser Christnacht 06 die Augen vor dem verschlie\u00dfen, was in den letzten Wochen und Tagen auf uns eingest\u00fcrmt ist in aufw\u00fchlenden Bildern und Nachrichten \u2013 aus der Ferne und aus der N\u00e4he. St\u00fcnde dadurch diese Nacht \u201eunter einem anderen Stern\u201c als andere Christgeburtsn\u00e4chte in anderen Jahren? Absichtlich benutze ich diesen zweideutigen Ausdruck \u201eunter einem anderen Stern\u201c. Denn: unter welchen Stern wir uns letztendlich in dieser Nacht zu stellen gewillt sind, wird sich entscheiden daran, ob wir die Botschaft dieser Nacht h\u00f6ren und beherzigen und \u2013 ob aus der geh\u00f6rten Botschaft etwas w\u00e4chst f\u00fcrs Leben.<\/p>\n<p>Der Predigttext f\u00fcr diesen Abend ist insofern hilfreich und auch heilsam, als er keinesfalls die Neigung unterst\u00fctzt, nach einem fr\u00f6steln-machenden Weg durch die Nacht im warmen Schein der vielen Kerzen in unserem Gotteshaus in Tr\u00e4umereien zu verfallen. Nacht-Finsternis-K\u00fchle drau\u00dfen, und nun: Licht, W\u00e4rme, Geborgenheit hinter den starken Mauern: das muss nicht ver-f\u00fchren, das k\u00f6nnte aber hin-f\u00fchren auf ein \u201eganzes\u201c, auf ein \u201eerwachsenes\u201c Weihnachten.<\/p>\n<p>Aus mancherlei Finsternis sind wir gekommen in den warmen Schein der Kerzen: auch unter uns, auch in unseren St\u00e4dten und D\u00f6rfern: Arbeitslose. Bei den Wachen unter uns: wachsende Besorgnis um \u201eFriede auf Erden\u201c, um Frieden unter den V\u00f6lkern, Besorgnis um Frieden zwischen Mensch und Natur, um friedlichen Ausgleich zwischen Interessen-Gegens\u00e4tzen. Aus mancherlei Finsternis sind wir gekommen in den warmen Schein der Kerzen: haben mitgebracht verletzte Gewissen, verwundete, entt\u00e4uschte Herzen, und auch Trauer: auf Friedh\u00f6fen frische Gr\u00e4ber; nicht nur sie, sie aber auch Hinweis auf Kummer, auf Wunden, auf Tr\u00e4nen. Und: nicht wenige unter uns bef\u00fcrchten \u2013 und verzagen dabei schier &#8211; , ob nicht unsere Welt von Gott und jedem guten Geist verlassen ist.<\/p>\n<p>Ich denke sch\u00f6n: aus mancherlei Finsternis und mit allerlei schweren Gedanken beladen sind wir allesamt aus der Nacht in den Schein der Kerzen gekommen.<\/p>\n<p>Lassen Sie uns also versuchen, uns dem zu stellen und standzuhalten, was ist, und nicht die Augen zu verschlie\u00dfen und f\u00fcr eine Stunde vertr\u00e4umtes Vergessen zu suchen. Lassen Sie uns versuchen, im Gegenteil Augen, Sinne und Herzen besonders weit zu \u00f6ffnen einer \u201eerwachsenen\u201c Weihnacht!<\/p>\n<p>Dazu helfen uns die Worte der Schrift aus dem Buch Hesekiel, weil sie uns in dieser Nacht der Erf\u00fcllung wiederum Erwartung zumuten, weil sie uns, die wir vor der Krippe stille stehen und Gottes Schritt auf uns zu feiern, Schritte nun auch uns zumuten; die Worte der Schrift helfen uns zu \u201eerwachsener\u201c Weihnacht, weil sie uns die Botschaft der reinen, vorbehaltlos schenkenden und unbedingt annehmenden Liebe Gottes zusagen und \u2013 ebenso \u2013 Sein Gebot, Sein Recht und also Gehorsam zumuten.<\/p>\n<p>Freilich \u2013 in der \u201egeh\u00f6rigen\u201c Reihenfolge, in der \u201egeh\u00f6rten\u201c Reihenfolge: \u201eMein Knecht, spricht der Herr, soll ihr K\u00f6nig sein und der einzige Hirte f\u00fcr alle: ich will einen Bund des Friedens schlie\u00dfen; ich will unter ihnen Wohnung nehmen und will ihr Gott sein.\u201c<\/p>\n<p>Gott nimmt Wohnung unter uns Menschen, &#8211; unter denen, die immer wieder ein zerschundenes, zerschlagenes Herz und einen zerm\u00fcrbten Sinn haben und kaum noch Gutes zu erhoffen wagen. Er nimmt Wohnung bei denen, die am Verzweifeln sind oder schon der Verzweiflung anheim gefallen sind. Er nimmt Wohnung auch bei denen, die ihn zynisch herausfordern oder ihn \u2013 anklagend entweder oder resignierend \u2013 ablehnen. Gott nimmt Wohnung bei den Menschen \u2013 bei denen, die ihn erwarten, die von ihm alles erwarten und sich mit nichts anderem abspeisen lassen. Bei ihnen allen hat Gott Wohnung genommen, unabh\u00e4ngig von ihrem Verhalten, unabh\u00e4ngig von ihrem Recht \u2013 oder Unrecht-Tun. Eine ungeheuerliche Botschaft!<\/p>\n<p>Gott hat in einem Menschen bei uns Menschen Wohnung genommen. Nicht in einer Festung. Verletzlich, angreifbar hat er sich gemacht. Er hat sich gl\u00fchendem Hass, kalter Ablehnung und mieser Mittelm\u00e4\u00dfigkeit ausgeliefert. Er hat Verfolgung erlitten und Nachfolge erlebt. Gott hat Wohnung genommen unter den Menschen.<\/p>\n<p>Damit hat er dem Wesen seiner Liebe entsprochen, sie ausgelegt und ausgelebt. Seine G\u00fcte hat hell gemacht, was dunkel war; sie hat Verschuldete entlastet; sie hat Verzagte aufgerichtet, hat Erstarrung gel\u00f6st, hat Versagen gel\u00f6scht. Gottes Liebe \u2013 \u201eeingewohnt\u201c im wahren Menschen: Jesus. Sie hat Anf\u00e4nge geschenkt denen, die \u201eam Ende\u201c waren, &#8211; hat Heil denen gew\u00e4hrt, die verwundet und \u201ewie tot\u201c waren.<\/p>\n<p>Gott hat Wohnung genommen bei uns Menschen und uns \u201eden Himmel aufgeschlossen\u201c; er hat uns hineinblicken lass \u201ein sein Herz\u201c, diesen \u201eBackofen voller Liebe\u201c (Luther). So tief hat er sich herabgebeugt, so weit sich ge\u00f6ffnet, dass dies alles geschehen ist durch das Kind in der Krippe; Ohnm\u00e4chtig, wehrlos, k\u00fcndbar von jedermann, ohne sch\u00fctzendes, strafbewehrendes Gesetz ist der als Mensch unter Menschen wohnende Gott in seinem Leben geworden. Bis heute geschieht das: Gott nimmt Wohnung unter den Menschen. Und der \u201eStern von Bethlehem\u201c will nun die Schritte lenken, die seine \u201eEinwohnung\u201c uns zumutet.<\/p>\n<p>Das ist die Entscheidung, vor der wir stehen: ob wir uns ducken im fahlen Licht \u201eung\u00fcnstiger Sterne\u201c, die in der Welt und von der Welt her auch \u00fcber diesen Festtagen sichtbar werden, oder ob wir uns dem \u201eStern von Bethlehem\u201c anvertrauen; das aber meint dann: ob wir uns Schritte des Gehorsams zumuten lassen, ob wir uns von dem Fest der reinen, vorbehaltlosen Liebe das Gebot zumuten lassen.<\/p>\n<p>\u201eMein Knecht soll der einzige Hirte f\u00fcr alle sein!\u201c<\/p>\n<p>Der gute Hirte geht voran, voran im Gehorsam, in der Geduld, in der Hingabe; voran in die Hoffnung und ins Leben. Rufend, gebietend, wegweisend geht der Hirte voran; und in alledem ganz gewiss auch: segnend, beh\u00fctend, bewahrend. Bei ihm bleiben, die ihm nachfolgen; und er bleibt Hirte denen, die ihm nachfolgen, die sich sein \u201eGebot\u201c, seine \u201eRechte\u201c zumuten lassen.<\/p>\n<p>Sein Gebot aber ist dies: Welt und Leben, die vielen guten M\u00f6glichkeiten, die reichen Gaben und Kr\u00e4fte als seine gute Sch\u00f6pfung ansehen, annehmen und pflegen. Sein Gebot: im Alltag die kleinen und gro\u00dfen Schritte des Gehorsams gehen auf den N\u00e4chsten zu, damit der zu seinem Recht komme, damit Dunkelheit erhellt wird, K\u00e4lte verrieben, geduldige Zuwendung ge\u00fcbt, Mahnung gewagt werden, &#8211; damit Schuld abgetragen, Verkrampfungen gel\u00f6st, Verzicht ohne Murren angenommen werden&#8230;<\/p>\n<p>Das alles ist freilich in \u201egeh\u00f6riger\u201c Reihenfolge, also auf dem Grund der Verhei\u00dfung dieser Botschaft: \u201eDer Herr hat Wohnung genommen unter den Menschen.\u201c<\/p>\n<p>Seine Herrschaft, seine Herrlichkeit will er ausbreiten in den Schritten unseres freien und fr\u00f6hlichen Gehorsams, in dem wagenden Zutrauen derer, die h\u00f6ren und nicht vergessen, die reich werden und abgeben, die getr\u00f6stet sind und Trost zu geben verm\u00f6gen, die befreit sind in der N\u00e4he Gottes und Freiheit gew\u00e4hren, di in den Lichterglanz des Herrn getreten sind und ihn widerspiegeln. Die so leben, sind wirklich \u2013 wirksam und unwiderruflich \u2013 in den Bund des Friedens hineingenommen, den der Herr gestiftet hat \u2013 in jener Nacht, da er \u201ezur Welt kam\u201c und Wohnung nahm in einer H\u00f6hle der jud\u00e4ischen Berge.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p><strong>Dr. Dankwart Arndt<br \/>\nPastor i. R.<br \/>\nAuf dem Breckels 1<br \/>\n24329 Grebin<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heiliger Abend | 24. Dezember 2006 | Hesekiel 37,24\u201328 | Dankwart Arndt | Vorbemerkung: Ich konzentriere mich auf folgende Verse: \u201eSo spricht der Herr: Mein Knecht soll ihr K\u00f6nig sein und der einzige Hirte f\u00fcr sie alle. Und sie sollen wandeln in meinen Rechten und meine Gebote halten und danach tun. 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