{"id":11693,"date":"2007-01-07T19:48:49","date_gmt":"2007-01-07T18:48:49","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11693"},"modified":"2025-04-22T10:43:56","modified_gmt":"2025-04-22T08:43:56","slug":"johannes-4-5-14-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-4-5-14-3\/","title":{"rendered":"Johannes 4, 5-14"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><span style=\"color: #000099;\">3. Sonntag nach Epiphanias | 21. Januar 2007 | Johannes 4, 5-14 | Joachim Hempel |<\/span><\/h3>\n<p>\u2018Vorsicht am Jakobs-Brunnen!\u2019 &#8211; Diesmal kam der Hinweis vom armenisch- christlichen Reisef\u00fchrer; hier treffen religi\u00f6se Eiferer verschiedendster Lager aufeinander; pilgernde Besucher st\u00f6ren da nur die Unruhe&#8230;<\/p>\n<p>Wir sind hinuntergestiegen zum Brunnen von Jakob, unserem Vater im Glauben; wir haben vom Wasser des Brunnens getrunken, &#8211; k\u00f6stlich; und dies Wort Jesu hat sich alsbald bewahrheitet, sp\u00e4ter am Tag hatten wir wieder Durst. Dazwischen hatte der Bus noch ein paar Steine abbekommen und wir hatten unser Pilgerziel ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Zeit genug gab\u2019s jedenfalls, um die Brunnengeschichte zu bedenken, die eine Samaritanerin und der Mann aus Nazareth gemeinsam gestalteten und die von Durst und Durstl\u00f6schen berichtet. Klar, wer zum privilegierten Teil der Menschheit z\u00e4hlt, und H\u00e4hne bet\u00e4tigt, die Wasser zum Sprudeln bringen, &#8211; trinkbares, nach Weiche-und H\u00e4rtegraden beschreibbares -, an dem geht der erste Teil der Brunnengeschichte wohl eher ohne Seufzen und St\u00f6hnen vor\u00fcber: Doch wo t\u00e4gliches Brot t\u00e4gliche Sorge um trinkbares, reines Wasser bedeutet, das aus tiefem Brunnen zu sch\u00f6pfen ist, da hat jeder schon gleich die Ohren weit ge\u00f6ffnet, um der Geschichte zwischen Jesus und der Frau aus Samarien zu lauschen.<\/p>\n<p>Wasser wird der Konfliktstoff der Zukunft sein auf dieser Welt, vor allem auch im Heiligen Land. Daf\u00fcr werden wohl noch viele Menschen ihr Leben lassen, &#8211; weil\u2019s nicht genug gibt oder weil um das Wenige gek\u00e4mpft werden wird. Da sind die Prognosen der UNO in aller Zur\u00fcckhaltung doch deutlich genug. Zur Zeit bitten die Israelis auch nicht mehr um Wasser, da sie er- heblich mehr verbrauchen als die Pal\u00e4stinenser, nehmen sie einfach auch aus besetztem Land, das wohl nicht wirklich den Besatzern geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Brunnengeschichten werden in manchen Gemeinden zu <strong>den<\/strong> biblischen Geschichten werden, wo der Aufmerksamkeitsgrad von Natur aus steigen wird. Wer unter den Christen im Sudan, in \u00c4thiopien, in Jordanien oder in Burkina Faso dann auch noch h\u00f6rt, da\u00df nicht nur vom Trinkwasser als Leibesnahrung geredet wird, sondern da\u00df gar von Wasser die Rede ist, das in Ewigkeit keinen Durst mehr folgen l\u00e4\u00dft, &#8211; der oder die wird aus dem H\u00e4uschen sein. <strong>Die<\/strong> existentielle Betroffenheit kann nicht gr\u00f6\u00dfer sein.<\/p>\n<p>Und jetzt kommt\u2019s auf Jesus ganz und gar an: Was sagt er wirklich, wie macht er der Samaritanerin und den D\u00fcrstenden der Welt seine Botschaft klar und deutlich? Jetzt steht alles auf dem Spiel, &#8211; ist er glaubw\u00fcrdig, verspricht er nicht zu viel, &#8211; wenn\u2019s hier zum Leben schon knapp wird, was soll dann in Ewigkeit helfen?<\/p>\n<p>Die Begegnung mit Jesus ist noch nicht zuende; die Geschichte sprengt den Rahmen unserer biblischen Lesung; &#8211; da nehme man sich ruhig die Bibel noch einmal selbst zur Hand bis Vers 42 bleibt es spannend.<\/p>\n<p>Doch noch einmal zu Jesus: Er sagt zu, von solchem Wasser zu geben, das im Empfangenden \u2018eine Quelle des Wasser wird, das in das ewige Leben quillt\u2019.<\/p>\n<p>Hier wird der Lebens-Durst angesprochen, der nicht mit Vorl\u00e4ufigem sondern nur mit Endg\u00fcltigem gel\u00f6scht werden kann. Wer die Ewigkeit des Lebens als Perspektive entdeckt, mu\u00df aus den paar Jahrzehnten des zeitlich-irdischen Lebens nicht alles herauspressen, weil er meint, sonst etwas zu vers\u00e4umen. Der Glaube an das ewige Leben befreit das zeitlich begrenzte irdische Leben von diesem atemlosen Herumsausen und oberfl\u00e4chlichen Zeitverbrauchen. Dieser Glaube hilt, mit Liebe und Erbarmen, mit Gerechtigkeit und Wahrheit dem auf der Spur zu bleiben, was zum Leben hilft. Daraus erw\u00e4chst dann auch die Sorge um das t\u00e4glich zum Leben Notwendige &#8211; Wasser und Brot und mancherlei mehr &#8211; &#8211; \u00fcbrigens nat\u00fcrlich nicht nur f\u00fcr sich selbst sondern f\u00fcr die nah und fern D\u00fcrstenden und Hungernden allemal. Hier hat dann auch \u2018Brot f\u00fcr die Welt\u2019 seinen Platz!<\/p>\n<p>Jesus, \u2018Der Heiland der Welt\u2019, ruft zum glaubenden Vertrauen zu Gott auf, der an seinen Menschen \u2018seine Lust und sein Wohlgefallen hat; der auch dich kennt und dich lieb hat\u2019 (Wei\u00dft du wieviel Sternlein stehen&#8230; Strophe 3, Text von Wilhelm Hey EG 511).<\/p>\n<p>Das ist frohe Nachricht, die sauge ich auf; den Becher der Liebe Gottes trinke ich gerne, daran labt sich die Seele und mir wachsen neue Kr\u00e4fte zu. Meine Seele mu\u00df nicht vertrocknen, weil Gottes Liebe und Treue jeden Morgen neu zur Verf\u00fcgung steht. Gott schuf das Wunder \u2018Leben\u2019 nicht aus dem Nichts, um es dem ewigen Tod zu \u00fcberlassen. \u2018Ich lebe und ihr sollt auch leben\u2019 &#8211; ein Lebensversprechen des Manns am Brunnen.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Domprediger Joachim Hempel, Braunschweig<br \/>\n<a href=\"mailto:Dompfarramt@BraunschweigerDom.de\">Dompfarramt@BraunschweigerDom.de <\/a> <\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>3. Sonntag nach Epiphanias | 21. Januar 2007 | Johannes 4, 5-14 | Joachim Hempel | \u2018Vorsicht am Jakobs-Brunnen!\u2019 &#8211; Diesmal kam der Hinweis vom armenisch- christlichen Reisef\u00fchrer; hier treffen religi\u00f6se Eiferer verschiedendster Lager aufeinander; pilgernde Besucher st\u00f6ren da nur die Unruhe&#8230; Wir sind hinuntergestiegen zum Brunnen von Jakob, unserem Vater im Glauben; wir haben [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":15156,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[39,665,1,727,157,853,114,1393,237,349,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-11693","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-johannes","category-3-so-n-epiphanias","category-aktuelle","category-archiv","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-joachim-hempel","category-kapitel-04-chapter-04","category-kasus","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11693","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11693"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11693\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23096,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11693\/revisions\/23096"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15156"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11693"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11693"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11693"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=11693"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=11693"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=11693"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=11693"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}