{"id":11770,"date":"2007-02-07T19:48:47","date_gmt":"2007-02-07T18:48:47","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11770"},"modified":"2025-04-08T15:21:49","modified_gmt":"2025-04-08T13:21:49","slug":"befiehl-du-deine-wege-eg-361-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/befiehl-du-deine-wege-eg-361-3\/","title":{"rendered":"&#8222;Befiehl du deine Wege&#8220; (EG 361)"},"content":{"rendered":"<div id=\"content\">\n<div id=\"predigt\">\n<h3 id=\"kopf\" class=\"blau\"><strong>Predigreihe zu Paul Gerhardt \/ 2007 | <\/strong><strong>&#8222;Befiehl du deine Wege&#8220; (EG 361) <\/strong><strong>|Wolfgang V\u00f6gele |<\/strong><\/h3>\n<p id=\"kopf\" class=\"blau\"><strong>Eine Liedpredigt<\/strong><\/p>\n<div id=\"predigttext\">\n<p>Vorbemerkung: In der folgenden Predigt gehe ich vor allem auf die ersten vier Strophen des Paul-Gerhardt-Liedes &#8222;Befiehl du deine Wege&#8220; ein. Es ist sinnvoll, diese ersten vier Strophen als Lied vor der Predigt zu singen. Genauso ist es aber m\u00f6glich, die vier Strophen vor der Predigt zu verlesen. Die \u00fcbrigen Strophen kann man nach der Predigt singen lassen: Sie entwickeln weiter, was in den ersten vier Strophen entfaltet wurde. Der Prediger kann die Zuh\u00f6rer auch auffordern, die Gesangb\u00fccher w\u00e4hrend der Predigt aufgeschlagen zu lassen.<\/p>\n<p>Befiehl du deine Wege und was dein Herze kr\u00e4nkt<br \/>\nder allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt.<br \/>\nDer Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn,<br \/>\nder wird auch Wege finden, da dein Fu\u00df gehen kann.<br \/>\nDem Herren mu\u00dft du trauen, wenn dir&#8217;s soll wohlergehn;<br \/>\nauf sein Werk mu\u00dft du schauen, wenn dein Werk soll bestehn.<br \/>\nMit Sorgen und mit Gr\u00e4men und mit selbsteigner Pein<br \/>\nl\u00e4\u00dft Gott sich gar nichts nehmen, es mu\u00df erbeten sein.<br \/>\nDein ewge Treu und Gnade, o Vater, wei\u00df und sieht,<br \/>\nwas gut sei oder schade dem sterblichen Gebl\u00fct;<br \/>\nund was du dann erlesen, das treibst du, starker Held,<br \/>\nund bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rat gef\u00e4llt.<br \/>\nWeg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir&#8217;s nicht;<br \/>\ndein Tun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht;<br \/>\ndein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn,<br \/>\nwenn du, was deinen Kindern ersprie\u00dflich ist, willst tun.<\/p>\n<p>I. Mit dem Herzen lernen<br \/>\nLiebe Gemeinde,<br \/>\nmit quietschender wei\u00dfer Kreide schrieb ich in Gro\u00dfbuchstaben an die Tafel: P-A-U-L G-E-R-H-A-R-D-T. Und in Klammern dazu die Jahreszahlen 1607-1676. Die aufgeweckten Sch\u00fcler meiner vierten Klasse schwiegen. Sie hatten den Namen noch nie geh\u00f6rt.<br \/>\nIch fragte: K\u00f6nnt ihr euch denken, warum wir \u00fcber Paul Gerhardt sprechen wollen? Und es dauerte eine Weile und zwei Umwege, bis die Sch\u00fcler ratend darauf kamen: Genau vor 400 Jahren ist er geboren worden.<br \/>\nDer Pfarrer Paul Gerhardt lebte im 17. Jahrhundert, in einer Zeit von Elend, Krieg und konfessionellen Streitigkeiten, erkl\u00e4rte ich den Kindern. Der Pfarrer Paul Gerhardt schrieb Gedichte, Chor\u00e4le und Kirchenlieder &#8211; so sch\u00f6n und so ber\u00fchrend, da\u00df wir sie heute noch singen, weil Menschen sich, ihr Leben und Leiden darin wieder finden. Viele dieser zu Herzen gehenden Lieder stehen in unserem Gesangbuch.<br \/>\nDie aufgeweckten Sch\u00fcler waren noch gar nicht beeindruckt. Ein Mensch, der vor 400 Jahren gelebt hat? Das war eher langeweileverd\u00e4chtig. Also warteten sie geduldig auf das, was noch kommen sollte. Und ich sagte: Wir wollen eines von den Liedern Paul Gerhardts kennen- und auswendig lernen.<br \/>\nUnd ich schrieb mit quietschender Kreide die erste Strophe von &#8222;Befiehl du deine Wege&#8220; in Sch\u00fclersch\u00f6nschrift an die Tafel:<br \/>\nBefiehl du deine Wege und was dein Herze kr\u00e4nkt<\/p>\n<p>der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt.<br \/>\nDer Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn,<br \/>\nder wird auch Wege finden, da dein Fu\u00df gehen kann.<br \/>\nWir lasen zusammen, was an der Tafel stand, gemeinsam und einzeln, deutlich und gr\u00fcndlich. Das Interesse der Kinder war langsam geweckt: Wer erteilt einen Befehl? Wer bahnt die Wege? Wer beherrscht die Winde?<br \/>\nIch sang den Kindern zuerst einmal die Melodie vor. Ich sang die Melodie ein zweites Mal. Die Kinder h\u00f6rten aufmerksam zu. Wir probierten es gemeinsam, Zeile f\u00fcr Zeile. Es klappte noch nicht besonders gut. Wir probierten es ein zweites Mal. Und es ging schon etwas besser.<br \/>\nIch fragte: Wie kommt euch die Melodie vor? Wie w\u00fcrdet ihr sie beschreiben? Die Sch\u00fcler sagten: Die Melodie ist dunkel, ein bi\u00dfchen traurig. Sie ist auf jeden Fall sehr alt.<br \/>\nIch fragte: Wenn ihr w\u00e4hlen k\u00f6nntet, welches Instrument w\u00fcrde die Melodie am besten wiedergeben? Wahrscheinlich ein Cello, sagten die Sch\u00fcler. Das hat so eine tiefe, eindringliche Klangfarbe.<br \/>\nLiebe Gemeinde, wir wollen uns die Melodie von &#8222;Befiehl du deine Wege&#8220; einmal auf dem Cello anh\u00f6ren, damit uns lebendig in den Ohren klingt, was die Sch\u00fcler richtig beschrieben haben.<br \/>\n[Cello spielt einmal die Melodie &#8222;Befiehl du deine Wege&#8220;] (1)<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, wer ein Lied mit dem Herzen lernen will, der mu\u00df es immer wieder h\u00f6ren, immer wieder singen, immer wieder nachsprechen. Ich gab den Kindern die Aufgabe, die erste Strophe des Liedes von der Tafel abzuschreiben. Das Abschreiben ist der erste Schritt zum Auswendiglernen. Aber soll man auswendig lernen, was man nicht versteht? Also gab ich den Kindern einige Erkl\u00e4rungen.<br \/>\nIch sagte zur Klasse: Am h\u00e4ufigsten singen die Menschen dieses Lied bei Trauergottesdiensten, wenn ein Mensch gestorben ist. Findet ihr, da\u00df das pa\u00dft?<br \/>\nEin Sch\u00fcler sagte: Ja, das pa\u00dft, denn es ist so eine dunkle Melodie. Ein anderer Sch\u00fcler meinte: Es ist gar nicht von Trauern die Rede. Eine dritte Sch\u00fclerin meldete sich: Das Lied sagt so viel \u00fcber Wege. Vielleicht ist gemeint, da\u00df ein Weg zu Ende geht.<br \/>\nIch sagte: La\u00dft uns gemeinsam die erste Strophe genauer anschauen. Das Lied f\u00e4ngt an: Befiehl du deine Wege&#8230; Wer ist da angesprochen? Die Sch\u00fcler z\u00f6gerten. Schlie\u00dflich meldete sich ein M\u00e4dchen und riet, mit aller Vorsicht in der Stimme: Da ist Gott angesprochen. Oder? Nein, das ist nicht ganz richtig. Wer k\u00f6nnte angesprochen sein? Ein zweites M\u00e4dchen: Der, der redet, angesprochen. Ganz richtig, konnte ich nur best\u00e4tigen. Die, die das Lied singen, sind angesprochen. Und die, die das Lied singen, sollen ein Gespr\u00e4ch f\u00fchren. Mit wem?<br \/>\nEin Sch\u00fcler: Na ja, mit Gott sollen sie ein Gespr\u00e4ch f\u00fchren. Ganz richtig, sagte ich, mit Gott sollen sie ein Gespr\u00e4ch f\u00fchren.<br \/>\nII. Hubschrauber zwischen Wolken, Luft und Winden<br \/>\nDer Liederdichter Paul Gerhardt nimmt die S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger seines Liedes bei der Hand und f\u00fchrt sie behutsam auf einen neuen Weg. Vorsichtig f\u00fchrt er sie hinein in ein Gespr\u00e4ch mit Gott. Am besten wird das an der zweiten Strophe sichtbar:<br \/>\n&#8222;Dem Herren mu\u00dft du trauen, wenn dir&#8217;s soll wohlergehn;<br \/>\nauf sein Werk mu\u00dft du schauen, wenn dein Werk soll bestehn.<\/p>\n<p>Mit Sorgen und mit Gr\u00e4men und mit selbsteigner Pein<br \/>\nl\u00e4\u00dft Gott sich gar nichts nehmen, es mu\u00df erbeten sein.&#8220;<br \/>\nHier wird die Kehrtwendung, auf die Gerhardt die S\u00e4nger seines Liedes einstimmen willen. Er will sie auf einen neuen Weg f\u00fchren, dem die S\u00e4nger vertrauen sollen. Ich will das in einem Bild beschreiben.<br \/>\nStellen Sie sich vor, Sie sehen irgendwo im Schwarzwald einen einsamen Wanderer, der merkw\u00fcrdigerweise im R\u00fcckw\u00e4rtsgang den Bergweg hochl\u00e4uft. Und er geht nicht nur r\u00fcckw\u00e4rts, er h\u00e4lt auch den Blick best\u00e4ndig auf sich selbst gerichtet. Er orientiert sich nicht. Er k\u00fcmmert sich nicht um die Richtung. Er nimmt nicht wahr, was um ihn herum geschieht. Er beachtet nicht die drohenden Gefahren, den steilen Abhang zu seiner LInken. Er k\u00f6nnte stolpern und mit einem anderen Wanderer zusammensto\u00dfen. Und es ist zweifelhaft, ob dieser Wanderer jemals das Gipfelziel finden wird. Eher wird er irgendwann verzweifelt stehen bleiben, weil er nicht richtig vorankommt.<br \/>\nDieser r\u00fcckw\u00e4rtslaufende Wanderer ist f\u00fcr Paul Gerhardt der Mensch, der sich Sorgen macht, der sich gr\u00e4mt, der sich peinigt. Im Unterricht sprach ich mit den Sch\u00fclern lange \u00fcber das Gr\u00e4men. Gr\u00e4men, das sind \u00fcbertriebene selbstbezogene Sorgen. Gr\u00e4men, das ist auch Selbstmitleid. Gr\u00e4men, das ist der verengte Blick auf sich selbst, die Traurigkeit, die entsteht, wenn jemand in sich selbst und in seiner Trauer gefangen ist. Der r\u00fcckw\u00e4rtslaufende Wanderer nimmt die selbsteigene Pein wichtiger als alles, was um ihn herum geschieht. Und diesem komischen Wanderer sagt Paul Gerhardt: Dreh dich einfach einmal um. Gehe vorw\u00e4rts, nicht r\u00fcckw\u00e4rts. Und: Blicke nicht nur auf dich selbst. Blicke dich um. Blicke auf dein Ziel, dorthin, wo du ankommen willst.<br \/>\nProbiere das einmal aus: Wenn du von dir selbst wegblickst und dich umschaust, dann siehst du viel mehr von der Landschaft. Wenn du nach vorne blickst, dann kannst du dich viel besser orientieren. Denn du siehst dein Ziel. Und wenn du nicht mehr r\u00fcckw\u00e4rts gehst, sondern vorw\u00e4rts, dann kommst du besser und schneller voran. Du siehst die Landschaft und den Himmel und die Berge und den vor dir liegenden Weg. Und noch viel mehr: Du gehst dann nicht mehr auf deinen eigenen, sondern auf Gottes Wegen. Du gehst auf den Wegen desjenigen, der die wunderbare Landschaft und den weiten Himmel und die Berge und die steilen und die flachen Wege geschaffen hat.<br \/>\nDer Blick richtet sich neu aus: auf Landschaft und Himmel statt auf den Wanderer selbst. Der Gang ver\u00e4ndert sich: vom gef\u00e4hrlichen R\u00fcckw\u00e4rtsgang zum zielsicheren Vorw\u00e4rtsgang mit festem Schritt. Und schlie\u00dflich ver\u00e4ndert sich auch das Denken: von der selbstbezogenen Gr\u00fcbelei zum Beten, zum Gespr\u00e4ch mit Gott. Befiehl du deine Wege der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt.<br \/>\nUm nochmals auf den Schulunterricht zu kommen: Ich gab den Kindern die Aufgabe, die erste Strophe des Bildes zu malen: einen Weg zu malen, dazu eine Landschaft, dazu Wanderer, die auf dem Weg gehen, dazu Wolken, Luft und Winde. Als die Kinder die Bilder fertig gemalt hatten, schauten wir uns die verschiedenen Wegstrecken an: Breite Wege waren darunter, dann flache, steile und enge Wege. Manchmal m\u00fchte sich ein Wanderer allein an einer anstrengenden Steigung, ein anderes Mal ging eine Gruppe von Wanderern gemeinsam auf einer ebenen und breiten Stra\u00dfe.<br \/>\nAuf einem der Wege-Bilder war zwischen Wolken und Winden ein schwarzer Hubschrauber zu sehen. Das passiert regelm\u00e4\u00dfig, wenn ich die Kinder malen lasse. Ich bin froh, wenn es nur Hubschrauber sind, und keine Monster oder Raumschiffe oder irgendwelches intergalaktische Schie\u00dfger\u00e4t. Mit dem Hubschrauber schwebt die moderne Zeit ins idyllische und beschauliche Bild vom Wanderer, der seines Weges geht. Und das ist auch richtig so. Menschen waren immer Wanderer, als Nomaden, die nach Weidegr\u00fcnden suchten, als das wandernde Gottesvolk Israel, das sich durch die W\u00fcste ins gelobte Land qu\u00e4lte, als Pilger, die sich auf den Weg zu den gro\u00dfen Wallfahrtskirchen machten, als Fl\u00fcchtlinge, die Hungersn\u00f6ten und wirtschaftlichem Elend zu entkommen suchten. Das Gehen auf einem Weg ist ein Bild f\u00fcr das Leben selbst.<\/p>\n<p>Im \u00fcbrigen: Auch Paul Gerhardt wollte mit seinen Versen kein gesch\u00f6ntes und harmonies\u00fcchtiges Bild malen. Gerhardt lebte in einer Zeit der Kriege, der Hungersn\u00f6te, der unzul\u00e4nglichen medizinischen Versorgung, der r\u00fccksichtslosen Pl\u00fcndereien. Und der schwarze Hubschrauber zeigt eine Gegenwart, in der Menschen zwar eine Vielzahl technischer Hilfsmittel zur Verf\u00fcgung haben, in der sie aber gleichwohl dem Leid, der Krankheit und der Trauer nicht entkommen k\u00f6nnen. Alle Technik kann nichts daran \u00e4ndern, da\u00df Menschen denselben Lebensweg von der Geburt bis zum Tod zur\u00fccklegen wie vor 400 oder 4000 Jahren.<br \/>\nIII. Gott der Wegbereiter<br \/>\nIm ersten Schritt seines Liedes l\u00e4dt Paul Gerhardt die S\u00e4nger und Leser seines Liedes ein, ihren Lebensweg nicht mehr im R\u00fcckw\u00e4rtsgang zu gehen. Sie werden ermuntert, nicht mehr auf sich selbst und in sich selbst zu schauen. Stattdessen orientieren sie sich im Vorw\u00e4rtsgang. Und sie sehen viel besser: den Weg, auf dem sie gehen, die Landschaft, in der sie sich befinden, und die anderen Wanderer, die vielleicht mit ihnen zusammen gehen. Und im Gehen und Schauen merken die S\u00e4nger und Leser: Ich sehe nicht nur die Landschaft. Ich sehe nicht nur den Weg. Ich sehen nicht nur die Wolken. Ich sehe nicht nur den Weg. Sondern in dem allen zeigt sich der barmherzige Gott, der die Welt gut geschaffen hat: Berge und Wege, Hubschrauber und Wolken, schlie\u00dflich die Menschen. Und das ist kein Gott, den das Schicksal der Menschen unbeteiligt l\u00e4\u00dft. Nein, Gott begleitet alle Menschen auf ihren Wegen, so schwer diese auch sein m\u00f6gen. Und Gott will keine Gr\u00fcbeleien, kein &#8222;Gr\u00e4men&#8220;, wie es in der zweiten Strophe hei\u00dft, er will, da\u00df der Mensch Gott anspricht. Er will das Gebet. Schon darin besteht seine Barmherzigkeit, da\u00df er dieses Gespr\u00e4ch mit den Menschen sucht: Der Weg will erbeten sein.<br \/>\nUnd dieses Gebet wird erh\u00f6rt. Denn Gott kann schwierige, steile, hindernisreiche Wege freimachen, einebnen, aufsch\u00fctten, erleichtern. Ich lese die vierte Strophe des Liedes:<br \/>\n&#8222;Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir&#8217;s nicht;<br \/>\ndein Tun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht;<br \/>\ndein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn,<br \/>\nwenn du, was deinen Kindern ersprie\u00dflich ist, willst tun.&#8220;<br \/>\nZwei Erfahrungen liegen Gerhardts Lied nach meiner \u00dcberzeugung zugrunde. Die erste Erfahrung ist die Erfahrung der M\u00fchsal des Lebens, die immer wieder in Verzweiflung f\u00fchrt. Die zweite Erfahrung ist die Hoffnung auf einen Gott, der den Menschen zwar kein irdisches Leid erspart, sie aber im Letzten erl\u00f6st. Das ist die Geschichte des Jesus von Nazareth, zwischen Galil\u00e4a und der W\u00fcste, zwischen Jericho und Jerusalem. Leiden &#8211; und doch Erl\u00f6stwerden.<\/p>\n<p>Und dieser Erfahrung gehen Menschen bis heute auf ihrem Lebensweg nach. Und es gelingt Gerhardt, genau diese Gottes- und Wandererfahrungen in kr\u00e4ftigen und tr\u00f6sten Worten Sprache zu geben. Und es ist die unendliche St\u00e4rke dieser Verse, da\u00df sie in aller N\u00fcchternheit des Elend, die Gr\u00fcbelei und die Traurigkeiten von Menschen beschreiben. Und mit denselben starken Worten kann Gerhardt auch dem Trost und der Barmherzigkeit Gottes Raum geben, der dieses Elend von Menschen \u00fcberwindet.<br \/>\nHaben das meine zehnj\u00e4hrigen Sch\u00fcler schon verstanden? Ich bin mir nicht sicher. Vielleicht haben sie nur die Worte des Liedes auswendig gelernt. Aber sicher bin ich mir: Irgendwann werden sie anfangen, ihre eigenen Erfahrungen mit dem Sinn der Verse zu machen. Denn dieses Lied ist stark und kr\u00e4ftig genug, einen Menschen einen ganzen Lebensweg lang tr\u00f6sten zu begleiten. Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>PD Dr. Wolfgang V\u00f6gele<\/strong><br \/>\n<strong>Christuskirche &#8211; Nordpfarrei<\/strong><br \/>\n<strong>Riefstahlstr.2<\/strong><br \/>\n<strong>76133 Karlsruhe<\/strong><br \/>\n<strong>E-Mail: <a href=\"mailto:wolfgang.voegele@aktivanet.de\">wolfgang.voegele@aktivanet.de<\/a><\/strong><\/p>\n<div id=\"fuss\" style=\"width: 500px;\">\n<hr \/>\n<p><b>Bermerkung:<\/b><br \/>\n(1) Wer keinen Cellisten zur Verf\u00fcgung hat, kann die Melodie auch mit einem tiefen Orgelregister spielen lassen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigreihe zu Paul Gerhardt \/ 2007 | &#8222;Befiehl du deine Wege&#8220; (EG 361) |Wolfgang V\u00f6gele | Eine Liedpredigt Vorbemerkung: In der folgenden Predigt gehe ich vor allem auf die ersten vier Strophen des Paul-Gerhardt-Liedes &#8222;Befiehl du deine Wege&#8220; ein. Es ist sinnvoll, diese ersten vier Strophen als Lied vor der Predigt zu singen. 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