{"id":11833,"date":"2022-07-05T12:35:37","date_gmt":"2022-07-05T10:35:37","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11833"},"modified":"2022-07-05T11:51:32","modified_gmt":"2022-07-05T09:51:32","slug":"johannes-8-2-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-8-2-11\/","title":{"rendered":"Johannes 8, 2-11"},"content":{"rendered":"<p>Ansichten einer Ehebrecherin | 4. So. n. Trinitatis | 10.07.2022 | Joh 8, 2-11 | D\u00f6rte Gebhard |<\/p>\n<p><em>Gnade sei mit Euch und Friede von Gott, unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen.<\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde<\/p>\n<p>H\u00f6rt aus dem 8. Kapitel im Johannesevangelium von Jesus und der Ehebrecherin:<\/p>\n<p><em><sup>2 <\/sup><\/em><em>Fr\u00fchmorgens aber kam Jesus wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm, und er setzte sich und lehrte sie.\u00a0<sup>3 <\/sup>Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharis\u00e4er eine Frau, beim Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte<\/em><\/p>\n<p><em><sup>4 <\/sup><\/em><em>und sprachen zu ihm: Meister, diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen worden.\u00a0<sup>5<\/sup>Mose hat uns im Gesetz geboten, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du?\u00a0<sup>6 <\/sup>Das sagten sie aber, um ihn zu versuchen, auf dass sie etwas h\u00e4tten, ihn zu verklagen. Aber Jesus b\u00fcckte sich nieder und\u00a0schrieb mit dem Finger auf die Erde.\u00a0<sup>7 <\/sup>Als sie ihn nun beharrlich so fragten, richtete er sich auf und sprach zu ihnen:\u00a0Wer unter euch ohne S\u00fcnde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.\u00a0<sup>8 <\/sup>Und er b\u00fcckte sich wieder und schrieb auf die Erde.\u00a0<sup>9 <\/sup>Als sie das h\u00f6rten, gingen sie hinaus, einer nach dem andern, die \u00c4ltesten zuerst; und Jesus blieb allein mit der Frau, die in der Mitte stand.<\/em><\/p>\n<p><em><sup>10 <\/sup><\/em><em>Da richtete Jesus sich auf und sprach zu ihr: Wo sind sie, Frau? Hat dich niemand verdammt?\u00a0<sup>11 <\/sup>Sie aber sprach: Niemand, Herr. Jesus aber sprach: So verdamme ich dich auch nicht; geh hin und\u00a0s\u00fcndige hinfort nicht mehr.<\/em><\/p>\n<p>Sie haben mich erwischt. Ich bin selbst schuld. Ich weiss ganz genau, was man darf und was nicht. Ihr k\u00f6nnt Euch Euer entr\u00fcstetes \u201eWie kann man nur?\u201c total verkneifen. Ihr werdet gleich h\u00f6ren, warum.<\/p>\n<p>Es war so oft gutgegangen. Niemand hatte etwas gemerkt. Ich war nur ein einziges Mal zu lange bei ihm geblieben. Eben bis zum fr\u00fchen Morgen. Wie dumm das war, war mir \u2013 hinterher \u2013 sofort klar.<\/p>\n<p>Sonst bin ich immer mitten in der Nacht gegangen. Immer. Diesmal nicht. Diesmal wurde es schon hell. Da sahen sie mich. Warum trieben sie sich auch gerade bei uns herum? Ob ihnen doch jemand etwas gesteckt hat?<\/p>\n<p>Aber Zeit, um mir dar\u00fcber Gedanken zu machen, wer es denn gewesen sein k\u00f6nnte von diesen neugierigen Nachbarinnen, hatte ich nicht. Jetzt war es auch egal.<\/p>\n<p>Denn sie hatten mich in diesem Moment schon gepackt und zerrten mich mit. Ich kannte die Strafen so ungef\u00e4hr. Irgendwo in den alten Schriften soll es genau geschrieben stehen. Ich war innerlich dabei, mir selbst irgendwie Mut einzureden, da hatten sie mich l\u00e4ngst hinauf zum Tempel geschleift. Schon von weitem war zu sehen: Es gab ein Riesenauflauf von Leuten da oben. In dieser fr\u00fchen Morgenstunde, die f\u00fcr mich eben zu sp\u00e4t gewesen war. Was konnte da um diese Zeit los sein?<\/p>\n<p>Hatte ich was verpasst? Ganz offensichtlich! Sonst war um diese Zeit im Tempel noch kein Mensch ausser ein paar verschlafenen Priestern, die die Tore \u00f6ffneten. Genau an jenem Tag war es schon voll bis in die hinterste Ecke. Aber erstaunlich ruhig. Ein Mann in seinen besten Jahren sass in der Mitte, predigte und lehrte. Er sah nicht aus wie einer vom Tempelpersonal. \u00c4rmlich gekleidet war er. Ungewohnt freundlich sprach er, aber sehr bestimmt. Sein Tonfall wird mir immer im Ohr bleiben, der ist unvergesslich. Worum es gerade ging, habe ich aber nicht mitbekommen.<\/p>\n<p>Das war nicht m\u00f6glich, denn er schwieg, sobald sie mich in die Mitte der Massen bugsiert hatten. Ich h\u00f6rte, wie sie ihn ganz ehrf\u00fcrchtig mit \u201eMeister\u201c anredeten.<\/p>\n<p>Meister? Meister?! Meister! Da kam es mir wieder in den Sinn! Das musste dieser Jesus sein, von dem sie alle erz\u00e4hlt hatten. Ich hatte es nur so am Rande mitbekommen. Musste der sein, von dem sie sich die kuriosesten Geschichten berichteten. Wasser soll er angeblich an einer Hochzeit in Wein verwandelt haben. Wozu sollte das gut gewesen sein? Bald darauf soll er eine Riesenmenge von Menschen mit Brot und Fisch versorgt haben. Keiner wusste zu sagen, woher diese Mengen gekommen sein sollten. J\u00fcnger habe er um sich gesammelt, die pl\u00f6tzlich ihre Arbeit aufgegeben hatten und nun mit ihm herumzogen, obdachlos lebten wie er. Wunder habe er getan, einen Menschen geheilt von seiner L\u00e4hmung, am Teich Bethesda, beim Schaftor und einen, der schon im Sterben lag. Mit Frauen soll er sich auch abgegeben haben. Ich fand das alles viel zu unglaublich. Also, wenn nur die H\u00e4lfte wahr gewesen w\u00e4re von allem, was die Leute so erz\u00e4hlten, dann w\u00e4re es viel!<\/p>\n<p>Aber ich hatte auch andere Sorgen. Ich hatte jedenfalls keine Zeit, einem neuen Wanderprediger an den Lippen zu h\u00e4ngen. Aber da wurde ich mitten aus meinen Gedanken gerissen. Ich traute meinen Ohren kaum:<\/p>\n<p><em>Meister, diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen worden.\u00a0Mose hat uns im Gesetz geboten, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du?<\/em><\/p>\n<p>Da blieb mir der Verstand stehen. Sie schlugen ihm ernsthaft vor, mich zu steinigen! Keine Stockhiebe, keine 39 Peitschenhiebe, sondern die Todesstrafe wollten sie verh\u00e4ngen. Das war schon lange nicht mehr vorgekommen. Nicht, solange ich mich erinnern konnte.<\/p>\n<p>Ich wurde gar nichts gefragt. Nicht einmal meinen Namen wollten sie wissen. F\u00fcr sie war alles klar: Ich war eine Ehebrecherin. Weiter nichts.<\/p>\n<p>Sie hielten sich auch sonst nicht mit Details auf, z.B. mit der Tatsache, dass zu einem Ehebruch eigentlich immer zwei geh\u00f6ren &#8230; Sie wollten kurzen Prozess machen. Jedenfalls hatten sie nicht einmal zwei angebliche Zeugen bezahlt, damit die gegen mich aussagten.<\/p>\n<p>Sagt mal, gibt es bei Euch immer noch Korruption? Oder hatte das Schmieren und Bestechen irgendwann ein Ende?<\/p>\n<p>Sie fragten ihn direkt. <em>Was sagst du?<\/em><\/p>\n<p>Und dieser \u201eMeister\u201c? Er schwieg erst lange. Er sagte nichts, <em>b\u00fcckte sich nieder und\u00a0schrieb mit dem Finger auf die Erde.<\/em><\/p>\n<p>Wie ein Kind, das gerade kein St\u00f6ckchen gefunden hat.<\/p>\n<p>Was er da geschrieben hat? Das m\u00f6chtet Ihr gerne wissen? Das kann ich mir vorstellen. Ich will Euch was sagen: In jenem Moment h\u00e4tte ich das auch sehr gerne gewusst, aber Lesen und Schreiben hatte ich nicht gelernt. Wie auch? Ich bin ja nur eine Frau. Wer h\u00e4tte es mir auch beibringen sollen? Meine Eltern jedenfalls nicht. Sie konnten es selbst nicht.<\/p>\n<p>Sagt mal, k\u00f6nnen denn bei Euch alle lesen und schreiben? Und sogar verstehen, was geschrieben steht?<\/p>\n<p>Aber die M\u00e4nner, die mich festhielten, gaben nat\u00fcrlich keine Ruhe und fragten beharrlich weiter. Ich war so etwas wie ihre \u00abfette Beute\u00bb an jenem Morgen. Vielleicht konnten sie auch nicht richtig lesen, was er da schrieb, wer weiss. Oder sie nur taten so und wussten es ganz genau, wollten es aber nicht so deutlich erkennen. Sie hatten Jesus eine Falle gestellt, jetzt wollten sie ihn auch hineinlaufen sehen. Er konnte es nur falsch machen: Entweder w\u00fcrde er das r\u00f6mische oder das j\u00fcdische Recht nicht ernstnehmen. Beides w\u00e4re ein Verbrechen gewesen. Dazwischen gab es nichts Drittes.<\/p>\n<p>Da richtete er sich pl\u00f6tzlich kerzengrade auf und sagte einen Satz, den niemand erwartet hatte. Wer das hinterher behauptete, war ein L\u00fcgner.<\/p>\n<p><em>Wer unter euch ohne S\u00fcnde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Kennt Ihr solche Worte? Die man nur ein einziges Mal h\u00f6rt und die einem f\u00fcr immer bleiben? Die man bis ans Ende seiner Tage weiss, auch wenn man sie sich eben, wie gesagt, nicht mal aufschreiben kann?<\/p>\n<p><em>Wer unter euch ohne S\u00fcnde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Und er b\u00fcckte sich wieder, <\/em>aber nicht um einen Stein aufzuheben<em> und schrieb auf die Erde.\u00a0<\/em>Wie ein Kind, das immer noch kein St\u00f6ckchen gefunden hat. Er schaute niemanden an. Er war wieder v\u00f6llig besch\u00e4ftigt, als ob nichts gewesen w\u00e4re. Als ob er gar nichts gesagt h\u00e4tte. Als ob er nicht von dieser Welt w\u00e4re.<\/p>\n<p>Ich hielt die Luft an und starrte zu Boden. Ich wagte nicht, den Kopf zu heben. Was jetzt geschehen w\u00fcrde, konnte ich mir leider vorstellen. Ich konnte nicht hinsehen. Wie solche M\u00e4nner gucken, die solche Steine sammeln, nicht zu grosse und nicht zu kleine, nicht zu schwere und nicht zu harmlose, das k\u00f6nnt ihr euch selbst ausmalen.<\/p>\n<p>Ich sagte nichts, ich fragte nichts, ich bettelte nicht um Gnade. W\u00e4re ohnehin zwecklos gewesen. Dieser Meister schwieg nun auch und schrieb weiter in den Sand vor meinen F\u00fcssen, wo er vorher aufgeh\u00f6rt hatte. Fragt jetzt nicht schon wieder, was er da schrieb &#8230;<\/p>\n<p>Es war kein Laut zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Es war totenstill.<\/p>\n<p><em>Wer unter euch ohne S\u00fcnde ist &#8230; <\/em>Nat\u00fcrlich gab und gibt es keinen Menschen, der noch nie ges\u00fcndigt hat. Das hat niemand bezweifelt. Aber ob es jemand auch im entscheidenden Moment zugeben kann?<\/p>\n<p>Seine eigenen Fehler kennen, ist das eine, aber sie auch vor anderen zugeben k\u00f6nnen, das ist noch etwas ganz anderes.<\/p>\n<p>Im Verdr\u00e4ngen waren alle gut.<\/p>\n<p>Fehler bei anderen sind immer viel besser zu sehen als bei sich selbst. Bei mir selbst hatte ich auch tausend Begr\u00fcndungen und Ausfl\u00fcchte und Ausreden. Die erspare ich Euch!<\/p>\n<p>Hatte dieser Jesus eigentlich noch nie etwas von diesen religi\u00f6sen Fanatikern geh\u00f6rt, die glaubten, die Wahrheit f\u00fcr sich gepachtet zu haben? Die zwar Fragen stellten, aber gar keine Fragen hatten, sondern bloss fragten, um andere reinzulegen? Die auf alles eine Antwort hatten und sich f\u00fcr gottgleich hielten, nur weil sie die alten Schriften lesen und sie dann ihrem Sinne auslegen konnten? Die ihr eigenes, moralisches Urteil f\u00fcr das einzig Wahre hielten? Menschen, die sich selbst f\u00fcr unfehlbar hielten? Die alles andere rundheraus als Irrlehre bezeichneten? Diese Rechthaber und Besserwisser von Beruf? Die auf andere herabschauten, die keine so einfachen Antworten parat hatten? Auf solche, die zwischen Schwarz und Weiss noch viele bunte Farben sahen? Die die Nasen r\u00fcmpften \u00fcber jene, die mehr bedachten als nur schlicht \u2018entweder-oder\u2019? \u00dcber die, die ein Ohr f\u00fcr Zwischent\u00f6ne hatten?<\/p>\n<p>Sagt mal, gibt es sie bei Euch noch oder sind sie ausgestorben?<\/p>\n<p>Offenbar hatte Jesus von diesen mehr als \u00dcberzeugten, von diesen \u00dcbereifrigen geh\u00f6rt. Aber er wusste noch besser, was einen ersten Stein von allen anderen unterscheidet.<\/p>\n<p>Beim ersten Stein schaut noch jeder, wer ihn wirft. Alle gucken, alle glotzen, alle tuscheln, wer es war.<\/p>\n<p>Nachher, wenn es viele sind, wird es egal. Da kann dann jeder behaupten, dass er nur mitgemacht hat, dass er nur dabei war, weil alle anderen auch geworfen haben, weil ihm einer einen Stein in die Hand gedr\u00fcckt hat &#8230;<\/p>\n<p>Im Nachmachen, im Nachlaufen sind seit Adam und Eva alle ziemlich grossartig.<\/p>\n<p>Da kann man doch nicht mehr schuld sein, wenn man nur tat, was alle machten. Dann findet man bestimmt einen, auf den man es schieben kann. Nur der erste muss beginnen.<\/p>\n<p>Aber wer hat angefangen?<\/p>\n<p>Sagt mal, ist das bei Euch immer noch die entscheidende Frage? M\u00fcsst Ihr immer noch, bei jedem Krieg, bei jedem Konflikt, bei jedem Streit im Kinderzimmer herausfinden, wer angefangen hat? Weil nur so zu lernen w\u00e4re, wie Frieden, wie Vergebung beginnt?<\/p>\n<p>Ich habe nicht gesehen und nicht geh\u00f6rt, wer es war, der sich zuerst <em>nicht<\/em> nach einem Stein geb\u00fcckt hatte, der zuerst nichts gemacht hat, sondern still und leise weggegangen war. Einer nach dem anderen ist weggeschlichen. Die \u00c4ltesten seien zuerst aufgebrochen, hat man mir sp\u00e4ter gesagt. Sie mussten wohl am wenigsten nachdenken. Zum Gl\u00fcck sind die anderen im Nachmachen, im Nachlaufen ziemlich gut gewesen.<\/p>\n<p>Es ging gef\u00fchlt unendlich lange, bis alle gegangen waren. Ich sp\u00fcrte, wie sich nach und nach der ganze Platz leerte. Als ich endlich glaubte, allein zu sein und noch lange nicht glauben konnte, dass ich das \u00fcberlebt hatte, sprach mich Jesus an:<\/p>\n<p><em>Wo sind sie, Frau?<\/em><\/p>\n<p>Dieser Schreck, als er mich aus dem Nichts heraus ansprach! Ich hatte die Augen fest geschlossen.<\/p>\n<p>Der Mann stellte Fragen! Wo sie hingegangen sind? Das konnte ich nicht sagen. Es war keiner mehr da, den man h\u00e4tte fragen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>Hat dich niemand verdammt?<\/em><\/p>\n<p>Jetzt war er wohl auch noch stolz auf sich, weil er es genau so hatte kommen sehen. Ich hatte es gar nicht kommen sehen.<\/p>\n<p>Keiner hatte angefangen. Keiner hatte den ersten Stein aufgehoben, keiner wollte der erste gewesen sein. War es zuletzt Jesus selbst, der nicht angefangen hatte? Er hatte die Steinigung nicht verboten, aber auch keinen Stein und keinen Stock anger\u00fchrt, sondern weiter mit dem Finger in den Sand geschrieben.<\/p>\n<p>Einer hatte angefangen, nicht zu t\u00f6ten.<\/p>\n<p>Alle anderen hatten das nur nachgemacht.<\/p>\n<p>Jesus spricht zum Schluss: <em>So verdamme ich dich auch nicht &#8230; <\/em><\/p>\n<p>Sagt mal, wie haben sich die Strafen entwickelt? Gibt es noch solche Verdammungsurteile? Gibt es die Todesstrafe noch? Oder hat mal einer angefangen, sie abzuschaffen und alle, alle haben es nachgemacht? Weil doch die meisten Menschen im Nachmachen ziemlich gut sind?!<\/p>\n<p>Das letzte Wort Jesu zu mir war: <em>Geh hin und\u00a0s\u00fcndige hinfort nicht mehr.<\/em><\/p>\n<p>Das h\u00e4tte er wirklich nicht mehr sagen m\u00fcssen, so weit war ich unterdessen auch schon. Das w\u00e4re nicht mehr n\u00f6tig gewesen. Aber er sagte es mir, wie eine sehr gute Seelsorgerin, unter vier Augen. Mit dieser Ermahnung hatte er gewartet, bis alle anderen weg waren.<\/p>\n<p>Sagt mal, macht Ihr das auch so? Alles, was es Gutes zu sagen und zu loben gibt, laut vor allen Leuten ausbreiten? Die S\u00fcnden und die Fehler dagegen aber nur unter vier Ohren besprechen?<\/p>\n<p>Sie hatten also wirklich Recht gehabt, als sie erz\u00e4hlten, dass sich dieser Jesus sogar mit Frauen abgibt. Sogar mit so einer wie mir. Dass dieser Jesus S\u00fcnden vergibt, sogar so einer wie mir. Ich habe mich dann so sehr gesch\u00e4mt, fast h\u00e4tte ich mich selbst verdammt.<\/p>\n<p>Aber dann kam mir wieder in den Sinn, dass Jesus zu mir gesagt hatte: <em>So verdamme ich dich auch nicht. <\/em><\/p>\n<p>Verdammt auch Ihr niemanden, weder andere noch euch selbst.<\/p>\n<p>Fangt damit gar nicht erst an.<\/p>\n<p>B\u00fcckt euch nicht nach dem ersten Stein.<\/p>\n<p>Oder lasst euren zweiten Stein gleich wieder fallen.<\/p>\n<p>Nehmt jemandem neben Euch den dritten Stein weg, wenn ihr k\u00f6nnt &#8230;<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<p><em>Und der Friede Gottes, der h\u00f6her ist als unsere Vernunft, der st\u00e4rke und bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen. <\/em><\/p>\n<p><em>&#8212;<\/em><\/p>\n<p>D\u00f6rte Gebhard, Pfarrerin<\/p>\n<p>Mail: <a href=\"mailto:doerte.gebhard@web.de\">doerte.gebhard@web.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ansichten einer Ehebrecherin | 4. So. n. 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