{"id":12903,"date":"2022-08-07T09:54:10","date_gmt":"2022-08-07T07:54:10","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=12903"},"modified":"2022-08-10T09:57:53","modified_gmt":"2022-08-10T07:57:53","slug":"lukas-181-8-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-181-8-3\/","title":{"rendered":"Lukas 18,1-8"},"content":{"rendered":"<h3>9. Sonntag nach Trinitatis | 14.08.2022 | Lk 18,1-8 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Lasse R\u00f8dsgaard Lauesen |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bei einem Taufgespr\u00e4ch sagte ein Taufkandidat, ein junger Mann: Was soll ich tun? Diese Frage war Anlass zu einer ganzen Predigt, denn was sollen wir tun, um Christen zu werden? Zur Taufe ist eigentlich nicht viel zu tun, deshalb war meine Antwort auch: Halte deinen Kopf \u00fcber das Taufbecken. Ein praktischer Rat. Theologisch ist da wohl f\u00fcr uns auch nicht viel zu tun, denn die Taufe schenkt umsonst die Gnade Gottes mit der Vergebung der S\u00fcnde und das ewige Leben. Nachdem wir die Taufe einge\u00fcbt hatten, sagte der junge Mann dann doch: War es nur das? Und ja, eigentlich ist es nur das, wenn es um die Gnade Gottes geht, aber da ist dennoch mehr als das. Denn was sollen wir nach der Taufe tun, so dass es f\u00fcr den Menschensohn leicht wird, den Glauben zu finden. Denn das Evangelium schlie\u00dft ja mit der Frage, ob der Menschensohn Glauben finden kann auf der Erde. Lasst uns eine To-do-Liste machen \u00fcber das, was zu tun ist, so dass wir den Glauben nach der Taufe festhalten und Jesus uns kennen kann, wenn er nach uns sucht. Die Liste k\u00f6nnte der junge Mann mitnehmen, so dass er von seiner Taufe nach Hause gehen k\u00f6nnte und w\u00fcsste, was zu tun ist. Das k\u00f6nnte dann auch eine Liste sein f\u00fcr uns alte Christen. Auf meiner Liste steht: Taufe, Ethik, Kirchgang und Gebet. Habt Ihr noch andere Ideen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Taufe hat der junge Mann \u00fcberstanden, auch ein Gespr\u00e4ch mit dem Pastor \u00fcber das Glaubensbekenntnis. Er hat auch Hausaufgaben mitbekommen, er sollte im Gesangbuch den Kleinen Katechismus Luthers lesen. Am Tauf-Tag bekam er eine neue Bibel von der Gemeinde versehen mit Worten dar\u00fcber, dass er eine neue Bibel bekomme, wenn diese verschlissen sei.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der n\u00e4chste Punkt ist die christliche Ethik, wie sie in den Worten Jesu formuliert ist, dass du deinen N\u00e4chsten lieben sollst wie dich selbst. Die Bedeutung dieses Satzes in der Welt ist offenbar, sowohl im Leben des einzelnen Menschen als auch in dem der Gesellschaft als solcher. Wenn Punkt eins die Taufe ist, so lassen wir die Ethik Punkt zwei sein, denn das leuchtet unmittelbar ein. Hier wird das Christentum praktisch anwendbar und unmittelbar praktizierbar, n\u00e4mlich dass man denen hilft, die in Not sind. Die Ethik ist nicht eine M\u00f6glichkeit, sondern eine Forderung, du sollst deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst. Es soll geliebt werden, auch die, die wir nicht m\u00f6gen, sollen wir lieben. Das ist das Kennzeichen der Christen, weil sie der Liebe gleicht, die wir unseren eigenen Leuten entgegenbringen. Die J\u00fcnger sammelten f\u00fcr Witwen und Vaterlose, und Paulus reiste durch das ganze r\u00f6mische Reich und sammelte f\u00fcr die Gemeinde in Jerusalem. Deshalb ist N\u00e4chstenliebe ein gutes Zeichen daf\u00fcr, dass wir das beherzigen, was Jesus uns gelehrt hat.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Punkt drei sollte dann der Gottesdienst sein, denn hier sind wir leiblich nahe am Wort Gottes. Der Glaube kommt ja von dem, was wir h\u00f6ren, wir m\u00fcssen also in die Kirche gehen, wenn wir uns Christen nennen wollen. Das hat dann den positiven Effekt, dass der Menschensohn nicht \u00fcberall suchen muss, um den Glauben zu finden, er kann nur in der Kirche anfangen. Setzt sich der junge hin und wieder auf die Kirchenbank, kann er auch diesen Punkt abhaken. Wenn der junge Mann nun schon hier in der Kirche ist, kann er auch genauso gut die zehn Schritte zum Altar machen und am Abendmahl teilnehmen, denn Vergebung braucht man im Leben mehr als einmal. Die Vergebung wird immer dann wiederholt, wenn wir Leib und Blut Jesu empfangen und daran teilhaben. Denn Christus ist f\u00fcr dich gestorben, nicht umsonst oder f\u00fcr sich selbst oder f\u00fcr seine Freunde, sondern er starb f\u00fcr dich. Und das bedeutet, dass du teilhast an dem, was er ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die ersten drei Punkte sind in der Tat machbar: Lass dich taufen, tu Gutes, wenn nicht anders so dadurch, dass du einen Verein unterst\u00fctzt, der das tut, geh in die Kirche und zum Abendmahl. Das sind die Punkte in unserer To-do-Liste, und ich denke, der Menschensohn kann sie auch verwenden, wenn er bei seiner Wiederkunft nach dem Glauben sucht. Nun k\u00f6nnte es sein, dass der junge Mann wiederkommt und sagt, dass er all das getan hat. Aber ist da nicht mehr zu tun? Etwas Verborgenes, was ihn noch mehr dahin bringt, ein vollkommener Christ zu sein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der verborgene Teil ist das Gebet, der Atem des Glaubens. Da, wo sich der einzelne an Gott wendet mit W\u00fcnschen, Sehns\u00fcchten und Tr\u00e4umen. Wir sollen in der Tat, sagt das heutige Evangelium, allezeit beten ohne Unterlass. Und mit dem Gebet sollen wir Gott so sehr bedr\u00e4ngen, dass er uns h\u00f6rt. Das Gebet ist keine Hausaufgabe, die man zensieren kann, sondern eine Beziehung zu Gott. Ein Gebet ist ein Gespr\u00e4ch mit Gott, in der Form von Dank, Klage oder einem Wunsch. Im Gebet erinnert man sich selbst daran, dass man an einen Ort geh\u00f6rt und dass man jemanden hat, vor dem man klagen kann und \u00fcber den man klagen kann, ein Gespr\u00e4ch, das das Leben auf Erden zum Himmel erhebt \u2013 und dann wieder zur\u00fcckbringt. Beten kann eine Befreiung sein, weil man Dinge losl\u00e4sst, indem man sie formuliert und Gott anheimstellt \u2013 wie Jesus in Gethsemane, wenn er zu Gott sagt: Dein Wille geschehe, nicht meiner. Jesus lehrt uns, zu einem pers\u00f6nlichen Gott zu beten in unserer Kammer, mit dem Vaterunser gibt er uns das Gebet, das unsere eigenen Gebete besch\u00fctzt gegen Fehler und M\u00e4ngel. Wir sollen best\u00e4ndig sein im Gebet und nicht m\u00fcde werden, sagt Jesus heute. Wenn wir das trotzdem werden oder der Schmerz uns die Worte stiehlt, dann haben wir das Vaterunser in der Hinterhand.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Taufe, Ethik, Gottesdienst und Gebet, das war meine Liste. Es ist offenbar, ob das praktiziert wird, und wenn es so ist, dann glaube ich, dass der Menschensohn, wenn er kommt, Glauben auf Erden finden wird. Denn wir sind dann stets dem treu, was Jesus uns gelehrt hat, und versuchen eben dies in der Welt zu tun, in der wir leben. Die Menschen werden noch immer getauft. Die Menschen sind noch immer der Botschaft von der N\u00e4chstenliebe treu, und sie versuchen, damit in einer modernen Welt zu leben. Die Leute sind noch immer ihrer Kirche treu, kommen um auf Gott zu h\u00f6ren. Menschen beten noch immer und bringen ihre Sache vor Gott, denn sie glauben noch immer an ihn und dass er die Macht hat, etwas f\u00fcr ihre W\u00fcnsche zu tun. Und auch wenn wir in Punkt zwei, der Ethik, versagen, in Punkt drei, den Gottesdienst und sogar Punkt vier, das Gebet, k\u00f6nnen wir immer zur\u00fcckkommen auf Pinkt eins, die Gnade Gottes, die uns in der Taufe zuteilwurde, ehe wir uns an die To-do-Liste machten. Das geschieht. Das tut der junge Mann, und das tun wir anderen, und deshalb wird es Glauben geben, wenn Jesus wiederkommt. Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sognepr\u00e6st Lasse R\u00f8dsgaard Lauesen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">DK-5230 Odense M<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">E-Mail: lrl(at)km.dk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>9. Sonntag nach Trinitatis | 14.08.2022 | Lk 18,1-8 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Lasse R\u00f8dsgaard Lauesen | Bei einem Taufgespr\u00e4ch sagte ein Taufkandidat, ein junger Mann: Was soll ich tun? Diese Frage war Anlass zu einer ganzen Predigt, denn was sollen wir tun, um Christen zu werden? 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