{"id":13580,"date":"2022-09-25T16:55:14","date_gmt":"2022-09-25T14:55:14","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=13580"},"modified":"2022-09-26T20:57:32","modified_gmt":"2022-09-26T18:57:32","slug":"matthaeus-181-6-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-181-6-10\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 18,1-6.10"},"content":{"rendered":"<h3>Michaelistag | 29.09.2022 | Mt 18, 1-6.10 | Winfried Klotz |<\/h3>\n<p>Die Kleinen\u2013 und die Gro\u00dfen- und ihre Engel!<\/p>\n<p>1 Zu derselben Stunde traten die J\u00fcnger zu Jesus und fragten: Wer ist doch der Gr\u00f6\u00dfte im Himmelreich?<\/p>\n<p>2 Jesus rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie<\/p>\n<p>3 und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.<\/p>\n<p>4 Wer nun sich selbst erniedrigt und wird wie dies Kind, der ist der Gr\u00f6\u00dfte im Himmelreich.<\/p>\n<p>5 Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf.<\/p>\n<p>6 Wer aber einen dieser Kleinen, die an mich glauben, zum Abfall verf\u00fchrt, f\u00fcr den w\u00e4re es besser, dass ein M\u00fchlstein an seinen Hals geh\u00e4ngt und er ers\u00e4uft w\u00fcrde im Meer, wo es am tiefsten ist.<\/p>\n<p>10 Seht zu, dass ihr nicht einen von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWer ist doch der Gr\u00f6\u00dfte im Himmelreich?\u201c Oder anders: Wer hat vor Gott und in der Gemeinde Jesu das gr\u00f6\u00dfte Renommee? Wer hat was zu sagen, wer kann und darf bestimmen, wem geb\u00fchrt Anerkennung und Ehre?<\/p>\n<p>Es ist doch interessant, dass solche Frage in der J\u00fcngerschaft Jesu aufkommen; das sind doch sehr irdisch, menschliche Anwandlungen! Das zeigt doch, wie sehr auch Menschen, die zu Jesus geh\u00f6ren, um sich selbst kreisen, sich wichtig nehmen. Was haben die eigentlich bei Jesus gelernt? Wissen die nicht, dass Gott durch Jesus rettet und zu einem neuen Leben befreit?<\/p>\n<p>In einem Doppelschritt versucht Jesus, Wert und W\u00fcrde des Menschen f\u00fcr seine Nachfolger zu erkl\u00e4ren: Zuerst ruft er ein Kind und stellt es in die Mitte; warum ein Kind? Es steht f\u00fcr alle, die klein sind, ob nun als Kind oder im Ansehen anderer. Es ist noch unm\u00fcndig, braucht Schutz, Begleitung und Wegweisung, damit es nicht ausgebeutet wird und unter die R\u00e4der kommt. Das Kind bildet den Gegensatz zu den Anwandlungen der Nachfolger Jesu, die von sich denken, dass sie geistlich- vor Gott- schon gro\u00df, erwachsen, m\u00fcndig sind. \u201aJesus, wir kennen uns aus mit dem Himmelreich, wir verstehen die Wege Gottes in dieser Welt und wir sind bereit und f\u00e4hig, sie voranzubringen. Wir \u00fcberlegen nur, wer die F\u00fchrungsposition einnehmen sollte als Beste\/Bester!\u2018<\/p>\n<p>Dazu sagt Jesus:<\/p>\n<p>\u201eWahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. Wer nun sich selbst erniedrigt und wird wie dies Kind, der ist der Gr\u00f6\u00dfte im Himmelreich.\u201c<\/p>\n<p>Das mit der Umkehr und Selbsterniedrigung klingt hart, aber was soll Jesus Leuten sagen, die derma\u00dfen eingebildet sind! Die noch nichts wissen und verstanden haben davon, dass Jesus folgen bedeutet, IHM auf dem Kreuzweg zu folgen! Dass es Verzicht auf Selbstverwirklichung bedeutet im Wissen, nur so in der N\u00e4he Jesu sein und IHM dienen zu k\u00f6nnen, aber auch auf diesem Weg zu erfahren, dass Gott die ehrt, die Jesus dienen. (Johannes 12, 26) Es kommt doch nicht auf Ansehen und Ehre bei Menschen an, sondern auf das Ansehen bei Gott!<\/p>\n<p>Umkehr meint hier: Nimm eine neue Blick- und Herzensrichtung ein, streich deine eigenwilligen Pl\u00e4ne durch, suche den Willen Gottes auf dem Weg mit Jesus. Das Himmelreich, Gottes Friedenswelt, ist nicht mit den Mitteln dieser Welt und der Kraft deiner Einsicht und der Gr\u00f6\u00dfe deines Intellekts, ja noch nicht einmal mit deiner Selbstaufopferung zu gewinnen. Der Weg dahin braucht das Aufschauen auf Jesus, den Gekreuzigten (Hebr. 12, 1-2), die Bereitschaft Gottes Wege zu gehen (R\u00f6mer 12, 1-2). Wer auf sich und seine F\u00e4higkeiten schaut, wer st\u00e4ndig seinen Erfolg oder Misserfolg bewertet, wer ankommen will und sich deshalb anpasst, tr\u00e4gt nichts bei zum Himmelreich. Bestenfalls d\u00fcmpelt er dahin wie ein Segelschiff, dem der Wind fehlt.<\/p>\n<p>Wenn wir Jesu Worte einfach schlucken, haben wir ihn vermutlich nicht verstanden. Wer kann schon sich und seine W\u00fcnsche aufgeben, nur um Jesus zu folgen und der Gestaltwerdung des Reiches Gottes in dieser Welt zu dienen?! Da muss doch der Geist Jesu in unseren Herzen kr\u00e4ftig wehen! Genau diese Zusage haben wir aber von Jesus (Apg. 1, 8; Johannes 14, 16-17). Darum lasst uns im Aufschauen auf Jesus bitten!<\/p>\n<p>Wie wichtig die Kleinen und Unbedeutenden Jesu nicht nur als Vorbild sind, sagen die beiden folgenden Verse: \u201eUnd wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf.<\/p>\n<p>Wer aber einen dieser Kleinen, die an mich glauben, zum Abfall verf\u00fchrt, f\u00fcr den w\u00e4re es besser, dass ein M\u00fchlstein an seinen Hals geh\u00e4ngt und er ers\u00e4uft w\u00fcrde im Meer, wo es am tiefsten ist.\u201c<\/p>\n<p>Jesus meint eine konkrete Aufnahme von Kindern und F\u00fcrsorge f\u00fcr sie. Das bedeutet umgekehrt: Er meint, dass es um Gottes willen notwendig ist, auf eigenen Lebensgewinn zu verzichten, um Kindern Leben zu erm\u00f6glichen! \u00dcbrigens gilt das in heutigen Zeiten, wo Paare auf Kinder verzichten, um mehr vom Leben zu haben, oder Eltern sich nicht weiter um ihre Kinder k\u00fcmmern, weil sie ihr eigenes Fortkommen im Blick haben. Jesus sagt: Nehmt euch eurer Kinder an, nehmt sie wirklich in euer Herz und Leben auf, nicht, wie es heute auch \u00fcblich ist, kleine Prinzen und Prinzessinnen aus ihnen zu machen, sondern um euren Kindern einen Weg ins Leben zu erm\u00f6glichen!<\/p>\n<p>Das andere Wort Jesu mit dem \u201eM\u00fchlstein\u201c, ein ungew\u00f6hnlich drastisches, hartes Wort, ist eine Warnung an all die, die in Kirche und Theologie das Sagen haben, aber auch an die, die ihre Freiheit in Glaubens- und Lebensfragen anderen zum Ma\u00dfstab machen. (vgl. 1. Korinther 8 \/ R\u00f6mer 14) Wer auf r\u00fcckst\u00e4ndige Gemeindegliedert eindrischt, die das und jenes nicht kapieren und akzeptieren k\u00f6nnen und wollen, muss sich fragen lassen, ob er\/ sie noch in der Liebe lebt, die Gott in Jesus Christus geschenkt hat. Wer mit aufgekl\u00e4rter Theologie anderen den Boden des Glaubens l\u00f6chrig macht, wei\u00df noch nicht, was Erkenntnis meint. Paulus formuliert es so: \u201eWenn jemand meint, er habe etwas erkannt, der hat noch nicht erkannt, wie man erkennen soll. Wenn aber jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt.\u201c (1. Kor. 8, 2-3) Auch unser \u201eDurchblick\u201c braucht das Ma\u00df der Liebe zu Gott und damit zum N\u00e4chsten.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich: wir haben gesehen, unser Predigtwort ist kein \u201eEngelstext\u201c, der uns in die Geheimnisse des verborgenen Lebens der Engel einf\u00fchrt. Vielmehr geht es um das Miteinander in der Gemeinde Jesu, dieses Konglomerat aus so \u201eschrecklich\u201c verschiedenen Menschen! Werfen wir jetzt noch einen Blick auf den 10. Vers unseres Abschnitts, der dazu bewogen hat, ihn f\u00fcr Michaelis vorzusehen. Worin ist die Bedeutung und W\u00fcrde der Menschen in der Gemeinde Jesu, ob klein oder gro\u00df, begr\u00fcndet? Doch darin, dass sie vor Gott sind!<\/p>\n<p>\u201eSeht zu, dass ihr nicht einen von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.\u201c<\/p>\n<p>Was Jesus hier sagt, gilt f\u00fcr alle, Kleine und auch die Gro\u00dfen sind im Himmel durch ihren \u201eTauf-Engel\u201c repr\u00e4sentiert, das macht sie gleich vor Gott und verbietet, jemand gering zu achten. (* s. unten) Der Gedanke ist uns fremd, war aber damals, wie wir aus au\u00dferbiblischen Schriften wissen, gel\u00e4ufig.<\/p>\n<p>Das muss uns aber nicht weiter besch\u00e4ftigen, wichtig kann uns am Tag des Erzengels Michael und aller Engel werden, dass es einen Zusammenhang zwischen himmlischer und irdischer Welt gibt. Gott, der Sch\u00f6pfer, \u00fcberl\u00e4sst seine Sch\u00f6pfung nicht sich selbst, in der Sendung Jesu zur Sammlung des Gottesvolkes und zur Rettung derer, die sich zum Glauben rufen lassen, wird das sichtbar. Jesus baut die Br\u00fccke zwischen Himmel und Erde (vgl. Joh. 3, 13 \/ Joh. 1, 51!). In all dem leuchtet immer wieder etwas von der unsichtbaren, himmlischen Wirklichkeit auf. HERR Zebaoth, wird Gott im Alten Testament oft genannt, d. h. Gott der Heerscharen, gemeint sind die Engel. Sie sind ausf\u00fchrende Organe, genie\u00dfen keine besondere Verehrung, sind auch nicht immer als Engel erkennbar, sondern schlichtweg Boten. Der Hebr\u00e4erbrief wehrt eine Verehrung der Engel ab, wenn er sagt: \u201eZu welchem Engel aber hat er jemals gesagt (Psalm 110,1): \u00bbSetze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner F\u00fc\u00dfe mache\u00ab? Sind sie nicht allesamt dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die das Heil ererben sollen?\u201c (Hebr. 1, 13-14)<\/p>\n<p>Michaelis- Tag des Erzengel Michael und aller Engel &#8211; halten wir f\u00fcr uns fest, dass Gott auch heute noch uns seine Engel sendet, wenn wir in vielleicht auswegloser Lage, aber in seinem Dienst unterwegs sind. Engel sind dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die das Heil ererben sollen! Amen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Empfehlenswert und hilfreich ist das Internetportal \u201eDas Kirchenjahr\u201c: <a href=\"https:\/\/www.daskirchenjahr.de\/tag.php?name=erzengelmichael&amp;zeit=AndereFeste2\">https:\/\/www.daskirchenjahr.de\/tag.php?name=erzengelmichael&amp;zeit=AndereFeste2<\/a><\/p>\n<p>(*) vgl. Klaus Bergers Anmerkung Nr. 38 in seiner \u00dcbersetzung der Schrift \u201eHirt des Hermas\u201c 25, 2-4: \u201eHier hei\u00dft es jeweils: \u201edem ich \u00fcbergeben wurde\u201c. Im Hintergrund steht die Auffassung, dass bei der Taufe f\u00fcr jeden T\u00e4ufling ein Engel bestellt wird. Noch im norddeutschen protestantischen Barock sind die Taufengel architektonisch lebendig.\u201c In Berger\/Nord, Das Neue Testament und fr\u00fchchristliche Schriften, Frankfurt\/M und Leipzig 1999<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Winfried Klotz, Pfr. Jg. 1952, verh. 3 erw. Kinder, theol. gepr\u00e4gt von Otto Michel und Hans Joachim Iwand; seit 30 Jahren Hobbyschafhalter, Mitglied im Sch\u00e4ferverein Odenwald.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Michaelistag | 29.09.2022 | Mt 18, 1-6.10 | Winfried Klotz | Die Kleinen\u2013 und die Gro\u00dfen- und ihre Engel! 1 Zu derselben Stunde traten die J\u00fcnger zu Jesus und fragten: Wer ist doch der Gr\u00f6\u00dfte im Himmelreich? 2 Jesus rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie 3 und sprach: Wahrlich, ich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":13647,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[36,1,157,853,114,519,349,533,3,109,282],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-13580","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-matthaeus","category-aktuelle","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-kapitel-18-chapter-18-matthaeus","category-kasus","category-michaelistag","category-nt","category-predigten","category-winfried-klotz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13580","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13580"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13580\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13631,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13580\/revisions\/13631"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13647"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13580"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13580"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13580"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=13580"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=13580"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=13580"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=13580"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}