{"id":14148,"date":"2022-10-12T00:06:29","date_gmt":"2022-10-11T22:06:29","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=14148"},"modified":"2022-10-12T00:19:59","modified_gmt":"2022-10-11T22:19:59","slug":"epheser-515-20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/epheser-515-20\/","title":{"rendered":"Epheser 5,15-20"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Qui cantat orat | 18. So. n. Trinitatis |\u00a016.10.2022\u00a0|\u00a0Epheser 5,15-20 | Udo Schmitt\u00a0|<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Epheser 5,15-20<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>15 Achtet nun sorgf\u00e4ltig darauf, wie ihr euer Leben f\u00fchrt: nicht als Toren, sondern als Weise!<br \/>\n16 Kauft die Zeit aus, denn die Tage sind b\u00f6se.<br \/>\n17 Seid also nicht unverst\u00e4ndig, sondern begreift, was der Wille des Herrn ist.<br \/>\n18 Und berauscht euch nicht mit Wein &#8211; das bringt nur Unheil -, sondern lasst euch erf\u00fcllen vom Geist:<br \/>\n19 Lasst in eurer Mitte Psalmen ert\u00f6nen, Hymnen und geistliche Lieder, singt und musiziert dem Herrn aus vollem Herzen,<br \/>\n20 und dankt unserem Gott und Vater allezeit f\u00fcr alle Dinge im Namen unseres Herrn Jesus Christus. <\/em><\/p>\n<ol>\n<li style=\"font-weight: 400;\">Singen sch\u00fctzt den K\u00f6rper und streichelt die Seele<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Oktober ist halb rum, ein paar sch\u00f6ne Tage noch, dann kommt der Herbst, dann kommt der Nebel und bald die dunkle Jahreszeit. Die Depressionen stehen schon in den Startl\u00f6chern und warten nur loszulegen, \u2013 uns lahmzulegen. Da tut es gut, heute miteinander zu singen. Ja, wirklich \u2013 kein Witz! Singen tut gut \u2013 an Leib und Seele. Es ist ein Fitnessprogramm f\u00fcr den ganzen Menschen. L\u00e4ngst ist es nachgewiesen, wissenschaftlich und medizinisch erwiesen, dass Singen, besonders das Singen in Gemeinschaft, die Abwehrkr\u00e4fte st\u00e4rkt. So sagte k\u00fcrzlich ein Professor von der Charit\u00e9 in Berlin: Wer singt lebt ges\u00fcnder. Er sch\u00fctzt sich vor Erk\u00e4ltungen und st\u00e4rkt sein Immunsystem. Schwedische Wissenschaftler haben au\u00dferdem nachgewiesen, dass Chors\u00e4nger eine signifikant h\u00f6here Lebenserwartung haben als Menschen, die nicht singen. Singen tut also dem K\u00f6rper gut. Und nicht nur das. Die moderne Forschung hat auch noch die gem\u00fctsaufhellende Wirkung des Singens in mehreren Untersuchungen nachgewiesen. Schon nach drei\u00dfig Minuten Singen produziert unser Gehirn erh\u00f6hte Anteile von Beta-Endorphinen, Serotonin und Noradrenalin. Hingegen werden Stresshormone wie zum Beispiel Cortisol praktischerweise gleich mitabgebaut. Wer schon mal im Chor gesungen hat, kennt das Ph\u00e4nomen: Man geht gestresst und m\u00fcde hin, und kommt erfrischt und leicht beschwingt zur\u00fcck. Als w\u00e4re man gebadet und geduscht. Singen sch\u00fctzt also nicht nur den K\u00f6rper, es streichelt auch die Seele. Singen ist Wellness von innen.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li style=\"font-weight: 400;\">Singen muss nicht perfekt sein<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ist es da nicht schade, dass es so viele Menschen gibt, die sich scheuen zu singen? Vielleicht haben sie in ihrer Kindheit besch\u00e4mende Erfahrungen gemacht, wurden ausgelacht, oder man hat ihnen blo\u00df eingeredet, sie k\u00f6nnten gar nicht singen. Oder sie sagen es von sich selbst mit feierlicher Miene und Grabesstimme: \u201eHerr Doktor: Ich kann nicht singen.\u201c Komisch, denke ich dann immer, ob die gleichen Leute mit der gleichen selbst\u2013gewissen Miene zugeben w\u00fcrden, dass sie nicht Rad fahren oder nicht schwimmen k\u00f6nnen? Warum haben wir gerade da so viel Angst uns zu blamieren?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dabei ist gar nicht schwer. Es ist \u2013 hier wie dort \u2013 eigentlich nur eine Sache der \u00dcbung. Wer H\u00e4nde hat, kann klatschen, wer Beine hat, kann laufen, wer Stimmb\u00e4nder hat \u2013 \u2026 muss nicht stummbleiben und dumm danebensitzen; er kann sie benutzen, um Gutes zu tun. Kann sie benutzen, um Gott zu loben. Denn darum geht es letztlich: nicht, dass ich immer den richtigen Ton treffe, dass ich perfekt bin, vollkommen \u2013 dass ich wom\u00f6glich ins Fernsehen komme, damit man sich sp\u00e4ter mich als Klingelton herunterladen kann. Nein \u2013 darum geht es nicht, sondern ganz einfach und ganz schlicht, sich mit der eigenen Stimme auszudr\u00fccken, mit der eigenen Stimme einzustimmen, \u2013 mit den anderen Stimmen mitzuschwingen, mit den Schwingungen, den \u201egood vibrations\u201c, den Raum und mich selbst zu durchdringen, und mich selber einzustimmen, \u2013 einzustimmen auf das Danken und Loben.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li style=\"font-weight: 400;\">Singen hei\u00dft Gott loben<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Denn darum geht es. Eigentlich. Singen tut mehr als nur gut. Wer singt der lobt Gott. Oder wie Luther sagte: \u201equi cantat orat\u201c. \u2013 Wer singt, der betet. Sogar doppelt. Und er gibt etwas wieder. Er gibt Gott etwas von dem, was Gott geb\u00fchrt und gibt wieder etwas zur\u00fcck, von dem was er von ihm empfangen hat. Wie das Einatmen \u2013 so das Ausatmen. Eine einzige flie\u00dfende Bewegung. So auch das Empfangen und das Wiedergeben des Guten \u2013 es ist eins \u2013 im Singen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was die Medizin und die Forschung bewiesen haben, (wer singt, der lebt einfach besser), das steht so auch schon hier im Brief an die Epheser. Lasst euch nicht volllaufen, sondern lasst euch begeistern. Lebt als Kinder des Lichts, geisterf\u00fcllt, positiv. Und nicht zugedr\u00f6hnt, mit L\u00e4rm und Drogen, zugem\u00fcllt, bis obenhin voll mit Stress und Sorgen, verdruckste Seelen, unfrei und ohne Ventil, bis irgendwann dann alles zuviel\u2026<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nein, befreit euch, entlastet euch, indem ihr singt, \u2013 seid so frei! \u2013, ich bitte euch \u2013 und macht euch bereit \u2013 zum Guten und zur Dankbarkeit. Seid bereit Gott zu loben, \u00fcbt euch darin ein, \u2013 tut es einfach! \u2013 immer wieder, und ihr werdet sehen, es \u00e4ndert euch, ihr werdet besser, nicht nur im Singen, ihr lebt auch ges\u00fcnder, lebt l\u00e4nger und euer Leben gef\u00e4llt euch einfach besser.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li style=\"font-weight: 400;\">Singen und die Welt ver\u00e4ndern<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Welt \u2013 allein \u2013 sie bleibt die alte. Sie \u00e4ndert sich so schnell nicht. Noch herrschen Ungerechtigkeit und Krieg, Angst und Neid und Streit. Aber, wer singt, bewegt sie doch, und sei es nur, dass er selber die Welt mit anderen Augen sieht. Diese Welt, so schrecklich sie auch ist, \u2013 und bleibt \u2013 kann mich nicht mehr so ersch\u00fcttern, dass ich irgendwann daran verzweifele und ohne Hoffnung bin. Und das ist ja schon etwas. Also nur Mut:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Wohlauf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut!<br \/>\nDein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut.<\/em><strong> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong>EG 324,13<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Die Sonne, die uns sinkt, bringt dr\u00fcben den Menschen \u00fcberm Meer das Licht:<br \/>\nund immer wird ein Mund sich \u00fcben, der Dank f\u00fcr deine Taten spricht.<\/em> EG 266,4<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und selbst wenn es einmal schlimm aussieht, so schlimm wie etwa kurz nach dem schrecklichsten Krieg, den Deutschland bis dahin gesehen hatte, n\u00e4mlich dem 30j\u00e4hrigen Krieg, so k\u00f6nnen auch wir einstimmen und mitsingen: <em>\u201eTobe, Welt, und springe; ich steh hier und singe in gar sichrer Ruh.\u201c\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/em>EG 396,3<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Also ermuntert einander mit Psalmen und Lobges\u00e4ngen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen und sagt <u>dadurch<\/u> Dank Gott, dem Vater, allezeit f\u00fcr alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Liedvorschl\u00e4ge<\/strong>:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Du meine Seele, singe (EG 302)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ich singe dir mit Herz und Mund (EG 324)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Jesu, meine Freude (EG 396)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ich sing dir mein Lied (HuE 1)<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Udo Schmitt, geb. 1968, Pfarrer der Evangelischen Kirche im Rheinland, von 2005-2017 am Niederrhein, seit 2017 im Bergischen Land.<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Dorfstr. 19 \u2013 42489 W\u00fclfrath (D\u00fcssel)<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>udo.schmitt@ekir.de<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Qui cantat orat | 18. 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