{"id":14151,"date":"2022-10-11T00:06:33","date_gmt":"2022-10-10T22:06:33","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=14151"},"modified":"2022-10-14T14:55:49","modified_gmt":"2022-10-14T12:55:49","slug":"epheser-515-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/epheser-515-21\/","title":{"rendered":"Epheser 5,15-21"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Weise und geisterf\u00fcllt leben | 18. So. n. Trinitatis | 16.10.2022 | Epheser 5,15-21 | Barbara Pfister |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Epheser 5,15-20<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>15 Achtet nun sorgf\u00e4ltig darauf, wie ihr euer Leben f\u00fchrt: nicht als Toren, sondern als Weise!<br \/>\n16 Kauft die Zeit aus, denn die Tage sind b\u00f6se.<br \/>\n17 Seid also nicht unverst\u00e4ndig, sondern begreift, was der Wille des Herrn ist.<br \/>\n18 Und berauscht euch nicht mit Wein &#8211; das bringt nur Unheil -, sondern lasst euch erf\u00fcllen vom Geist:<br \/>\n19 Lasst in eurer Mitte Psalmen ert\u00f6nen, Hymnen und geistliche Lieder, singt und musiziert dem Herrn aus vollem Herzen,<br \/>\n20 und dankt unserem Gott und Vater allezeit f\u00fcr alle Dinge im Namen unseres Herrn Jesus Christus. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Weisheit \u2013 erkennen, was wann dran ist und danach handeln<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Ein Priester hielt seine erste Predigt in einer abgelegenen Landgemeinde, aber niemand erschien ausser einem Kuhhirten. Der Priester war im Zweifel, ob er den Gottesdienst durchf\u00fchren sollte oder nicht. Der Kuhhirte entgegnete: \u00abIch kann Ihnen nicht sagen, wie hier vorgegangen werden muss, denn ich bin nur ein Kuhhirte. Aber wenn ich daherk\u00e4me, um meine K\u00fche zu f\u00fcttern, und nur eine w\u00fcrde sich zeigen, so w\u00e4re ich von allen guten Geistern verlassen, wenn ich diese Kuh nicht f\u00fcttern w\u00fcrde.\u00bb Der Priester dankte dem Hirten und hielt die vorbereitete Predigt von der L\u00e4nge einer ganzen Stunde. Nachdem er geendet hatte, fragte er seinen Zuh\u00f6rer, ob er nun zufrieden sei. Die Antwort lautete: \u00abIch verstehe nicht viel von Predigten, ich bin ja nur ein Kuhhirte. Aber wenn ich gekommen w\u00e4re, um meine K\u00fche zu f\u00fcttern, und nur eine einzige tauchte auf, dann h\u00e4tte ich meinen Verstand verloren, wenn ich ihr das gesamte Futter vorlegen w\u00fcrde.\u00bb<a href=\"applewebdata:\/\/7E05010F-6E6C-4D3E-9DDC-4AFB5C98D8BF#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><strong>[1]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Achtet nun sorgf\u00e4ltig darauf, wie ihr euer Leben f\u00fchrt: nicht als Toren, sondern als Weise! (V.15)<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Weise zu sein ist nicht dasselbe wie gelehrt und klug zu sein. Ein Priester, wie in der soeben erz\u00e4hlten Kurzgeschichte, eine Akademikerin oder gar ein orientalischer K\u00f6nig zu sein, gibt keine Garantie, automatisch auch weise zu sein. So bittet der bekannte, israelitische K\u00f6nig Salomo Gott um Weisheit, damit sein Leben gelinge und er seine Aufgabe bestm\u00f6glichst meistern m\u00f6ge:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Gib mir ein Herz, das auf dich h\u00f6rt, \u2026 damit ich zwischen Recht und Unrecht und zwischen Gut und B\u00f6se unterscheiden kann. Denn wie k\u00f6nnte ich sonst ein so riesiges Volk gerecht regieren? (1K\u00f6n 3,9)<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Doch ohne K\u00f6nige zu sein, ben\u00f6tigen wir alle, t\u00e4glich die Weisheit zu erkennen, was wann angebracht, gut und richtig ist und wie wir dem entsprechend handeln k\u00f6nnen. Wir brauchen die Gabe unsere Welt, die Situationen, Zusammenh\u00e4nge und Probleme, in denen wir stecken \u2013 alles mit Gottes Augen zu sehen.<a href=\"applewebdata:\/\/7E05010F-6E6C-4D3E-9DDC-4AFB5C98D8BF#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><br \/>\nDarum fordert uns der heutige Predigttext auf: Achtet sorgf\u00e4ltig, ja w\u00f6rtlich \u00abakribisch\u00bb darauf, wie ihr lebt!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Weisheit \u2013 die Kunst der Lebensf\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dass andere sich einmischen und uns sagen, wie wir leben sollen, das m\u00f6gen die meisten m\u00fcndigen, individualistischen Menschen nicht so gerne. Und doch ert\u00f6nt da der Vorwurf des Kirchenkritikers Nietzsche: \u00abErl\u00f6ster m\u00fcssten mir die Christen aussehen, dass ich an ihren Erl\u00f6ser glauben lernen w\u00fcrde\u00bb. Und ebenso berichteten in einem aktuellen Podcast mehrere Menschen, die aus dem aktiven kirchlichen Leben ausgestiegen sind: \u00abWenn die Christen glaubw\u00fcrdiger leben w\u00fcrden, wenn sie nicht immer nur von Liebe reden, sondern auch Menschen mit anderer Denkweise und Lebensentw\u00fcrfen lieben w\u00fcrden, dann w\u00e4re ich vielleicht noch dabei.\u00bb In der (berechtigten) Kritik h\u00f6re ich dieselbe Aufforderung wie hier in unserem Text:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Achtet nun sorgf\u00e4ltig darauf, wie ihr euer Leben f\u00fchrt! (V.15)<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Briefschreiber, ich gehe davon aus, dass es der Apostel Paulus war, schreibt diese Aufforderung im zweitletzten Kapitel seines Briefes. In der ersten H\u00e4lfte f\u00fchrt er den Lesenden vor Augen, was Gott f\u00fcr sie getan hat: Er hat sie gesegnet, gibt ihnen an seiner Lebensf\u00fclle Anteil und erw\u00e4hlt sie zu einem erf\u00fcllten Leben in seiner Gegenwart. Diesen Plan verwirklicht Gott, der Vater, durch seinen Sohn Jesus Christus. Durch sein Kommen, Leben, Sterben und Auferstehen bietet er uns ein neues Leben an. (Vgl. Eph 1-3)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Manfred Siebald fasst in einer Liedpassage die zwei Briefteile treffend zusammen:<br \/>\n\u00abJesus, zu dir darf ich so kommen, wie ich bin\u00bb \u2013 was dem ersten Teil des Epheserbriefes entspricht. Und \u00abJesus, bei dir muss ich nicht bleiben, wie ich bin.\u00bb Darum geht es im zweiten Teil, wo unser heutiger Text steht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Christ werden heisst: ich darf zu Jesus kommen, wie ich bin. Ich muss nicht erst zu Gott passen oder ihm beweisen, dass ich besser werden kann. Er schenkt mir das neue Leben, d.h. schafft Frieden, indem er ehemalige Feinde mit sich und untereinander vers\u00f6hnt und uns zu Freunden Gottes macht. Er nimmt mich als Fremde gastlich in sein Haus auf und adoptiert mich als sein Kind. Er versetzt mich aus der Dunkelheit in sein wunderbares Licht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Als Christ leben heisst demzufolge: Ich muss nicht so bleiben wie ich bin. Gott bewirkt und ver\u00e4ndert etwas in mir, mit dem Ziel, dass ich in diesem neuen Leben als Freundin Gottes, als K\u00f6nigskind und im Licht leben lerne. Denn wie unweise w\u00e4re es, wenn ich all das, was ich geschenkt bekommen habe jetzt nicht auch nutzen w\u00fcrde? Darum beginnt Paulus unser Kapitel 5 mit folgendem Vers:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Folgt nun dem Beispiel Gottes als geliebte Kinder, und f\u00fchrt euer Leben in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt und sich f\u00fcr uns hingegeben hat. (Eph 5,1+2a) <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie wir weise leben k\u00f6nnen, gepr\u00e4gt von der Liebe Gottes, erl\u00e4utert unser Predigttext.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Weisheit \u2013 die Gabe ins \u00abschwarze zu treffen\u00bb<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Kauft die Zeit aus, denn die Tage sind b\u00f6se. (V.16)<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das t\u00f6nt nach Ausverkauf und Hamsterk\u00e4ufen, wie wir es zu Beginn der Pandemie mit dem WC-Papier und zurzeit mit dem Brennholz erleben. Un\u00fcberlegt und panikartig schnappen Menschen einander alles vor der Nase weg. Sollen wir so auch mit der Zeit umgehen? Heisst das, den Tag mit m\u00f6glichst vielen sinnbringenden Aktivit\u00e4ten vollzustopfen? Pausenlos rudern und rennen? Denn Pause, Ruhe und Musse ist doch verschwendete Zeit und somit unweise! Lieber Paulus, so treibst du die Epheser samt uns doch direkt in ein \u00abburn out\u00bb!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jedenfalls l\u00f6ste dieser Vers bei mir lange Zeit das Gef\u00fchl aus, ich d\u00fcrfe nichts verpassen und sollte noch mehr in meinen Tag hineindr\u00fccken. Bis ich eines Tages stutzige wurde, als ich in einer anderen \u00dcbersetzung las:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Macht den bestm\u00f6glichsten Gebrauch von eurer Zeit, gerade weil wir in einer schlimmen Zeit leben. (V. 16 NG\u00dc)<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich mag zwar keine Computerspiele. Doch eines der Ersten, die ich kennenlernte, kommt mir bei diesem Vers immer wieder in den Sinn. Da flatterten animierte Moorh\u00fchner \u00fcber den Bildschirm, w\u00e4hrend die Spielenden 10 Schuss zur Verf\u00fcgung haben. Das Unweiseste, was man machen kann, ist, unkontrolliert draufloszuschiessen und alle Munition zu verpuffen. Viel weiser ist es wachsam Ausschau zu halten und dann gezielt abzudr\u00fccken, wenn ein Moorhuhn vorbeifliegt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Epheserbrief wie im Moorhuhn Spiel geht es nicht um eine Zeitspanne, die wir ausnutzen sollen, indem wir pausenlos, 7\/24 \u00abballern\u00bb, egal ob als Workaholics im Job, freiwillig Engagierte in Kirche, Gesellschaft und Familie oder als solche, die Angst haben etwas im Leben zu verpassen. Hier ist die Rede vom richtigen Zeitpunkt, den es zu packen gilt, um das zu tun, was Gott uns vor die F\u00fcsse legt, denn:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Gott hat uns dazu geschaffen, das zu tun, was gut und richtig ist. All das, was wir tun sollen, hat er bereits vorbereitet, an uns ist es nur das Vorbereitete auszuf\u00fchren. (Eph 2,10 NG\u00dc)<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber um zu merken, was von Gott f\u00fcr uns vorbereitet und darum das Bestm\u00f6glichste ist, das wir tun k\u00f6nnen, dazu brauchen wir diese Weisheit, die uns nur Gott geben kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Weisheit \u2013 die Gabe g\u00f6ttlich zu handeln<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Seid also nicht unverst\u00e4ndig, sondern begreift, was der Wille des Herrn ist. (V.17)<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Weise ist es, nach dem zu fragen, was Gott von uns m\u00f6chte und wenn er es uns zeigt, es auch zu tun. Die einen hoffen jetzt vielleicht darauf, dass ich ihnen eine \u00abListe zum abh\u00e4keln\u00bb mit nach Hause gebe, was \u00abder Wille Gottes\u00bb ist \u2013 und andere sind froh, dass ich dies nicht tue.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wichtig scheint mir, dass uns Gott in der Bibel in Bezug auf gewisse Dinge eindeutig seinen Willen und seine Absichten f\u00fcr uns Menschen offenbart hat. Im Psalm 1 haben wir den engen Zusammenhang gesehen, dass der Mensch ein Gerechter ist, d.h. Gottes Willen tut, indem er \u00fcber Gottes Weisungen und Gebote nachdenkt und sich diese zu Herzen nimmt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gottes Gebote \u2013 der Rahmen, der unser Zusammenleben mit ihm und untereinander erm\u00f6glicht \u2013 sind die Werte, die Gott wichtig sind. Es ist durchwegs lohnend, zu Hause einmal die Bibel aufzuschlagen und zu suchen, was alles Gottes explizit klar formulierter Wille ist. Ein paar Beispiele kann ich euch gerne bereits zur Anregung geben:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Gott will nur eines: Haltet euch an das Recht, begegnet andern mit G\u00fcte, und lebt in Ehrfurcht vor eurem Gott! (Micha 6,8)<br \/>\nDas Gesetz entspricht Gottes Wille; jedes einzelne Gebot ist heilig, gerecht und gut. (R\u00f6m 7,12)<br \/>\nGottes Wille wird dadurch erf\u00fcllt, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat \u2013 Jesus Christus.\u00bb (Johannes 6,29)<br \/>\nGott will, dass alle Menschen gerettet werden und die Wahrheit erkennen. (1Tim 2,4)<br \/>\nGott will, dass ihr ein geheiligtes Leben f\u00fchrt. (1Thess 4,3)<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ihr merkt schon, die Grundrichtung ist klar: Gott will unser Heil! Eine heile, wiederhergestellte, gelingende Beziehung zu uns Menschen und von uns Menschen untereinander.<br \/>\nDoch wie wir \u00abheilvoll\u00bb leben und Gottes Willen im Alltag umsetzen k\u00f6nnen, ist damit nicht gesagt. Dazu brauchen wir Gottes Weisheit, damit wir herausfinden, wie wir konkret handeln k\u00f6nnen, um Gerechtigkeit zu leben, Gott zu ehren, unseren Mitmenschen mit G\u00fcte zu begegnen, Jesus zu vertrauen oder mit unserem t\u00e4glichen Leben Gott zu gefallen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gottes Willen erkennen, k\u00f6nnen wir mithilfe der Bibel und Salomos Bitte an Gott: <em>Gib mir ein Herz, das auf dich h\u00f6rt, \u2026 damit ich zwischen Recht und Unrecht und zwischen Gut und B\u00f6se unterscheiden kann. Nur so kann ich gem\u00e4ss deinem Vorbild ein Leben in Liebe leben? (Vgl. 1K\u00f6n 3,9 und Eph 5,1)<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Weisheit \u2013 eine Gabe des Geistes<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lieblosigkeit, Unrecht und Unheil gibt es genug auf der Welt. Da m\u00fcssen wir gar nicht lange danach suchen. Radio, Tagesschau oder Newsseiten bringen die Erkenntnis, dass wir in einer schlimmen Zeit leben, t\u00e4glich ins Haus. Da ist es verst\u00e4ndlich, wenn viele Menschen die Realit\u00e4t versuchen mit Musik zuzudr\u00f6hnen, sich mit Arbeit oder Spielen davon abzulenken, mit Alkohol die Probleme zu ers\u00e4ufen versuchen oder mit anderen Substanzen das erdr\u00fcckende dunkel etwas aufzuhellen. Doch Suchtverhalten bringt meist nur eine kurzfristige Linderung, l\u00e4ngerfristig gesehen aber noch heillosere Verstrickungen. Darum:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Berauscht euch nicht mit Wein &#8211; das bringt nur Unheil\u2026 (V.18)<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Paulus hat nichts gegen ein Gl\u00e4schen Wein zum Genuss. Doch ist sich Besaufen keine Option Weisheit zu erlangen oder Gottes Willen zu erkennen, sondern absolut unweise. Darum setzt Paulus dem Berauschen mit Wein eine weise Alternative gegen\u00fcber:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>\u2026, sondern lasst euch erf\u00fcllen vom Geist:<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Null Promille aber Geist in F\u00fclle.<br \/>\nBereits fr\u00fcher in der Bibel wurden geisterf\u00fcllte Menschen als betrunken gesehen. Denken wir nur an das harte Urteil des Priesters Eli, der die tieftraurige Hanna, welche vom heiligen Geist geleitet Gott ihr Leid klagte und von ihm ihre Hilfe erwartete, als betrunken betitelte. Oder auch an die Menschenmassen in Jerusalem, welche \u00fcber die Nachfolger Jesu, die am ersten Pfingstfest die Erf\u00fcllung mit dem Heiligen Geist erlebt hatten spotteten: <em>Die sind doch voll von s\u00fcssem Wein! (Apg 2,13)<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie Hanna und die ersten Nachfolger Jesu an Pfingsten uns zeigen, kann man die Erf\u00fcllung mit dem Heiligen Geist nicht machen. Wir k\u00f6nnen uns nur \u00f6ffnen f\u00fcr Gottes Wirken in uns. Wenn er uns f\u00fcllt und in uns wirkt, m\u00fcssen wir nicht erstaunt sein, wenn andere Menschen v.a. solche, die nicht offen sind f\u00fcr sein Wirken, uns als besoffen, verr\u00fcckt und unweise betiteln.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Denn immer wieder erinnert Paulus in seinen Briefen daran, dass Gottes Weisheit und menschliche Weisheit nicht dasselbe sind und dass das Wirken von seinem Geist nicht immer mit dem, was menschlich logisch ist, \u00fcbereinstimmt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So gibt uns Paulus auch hier zum Schluss von unserem Predigttext noch ein Hinweis darauf, wie wir uns \u00f6ffnen k\u00f6nnen, um mit Gottes Geist erf\u00fcllt zu werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Lasst euch erf\u00fcllen vom Geist:<br \/>\nIndem in eurer Mitte Psalmen, Hymnen und geistliche Lieder ert\u00f6nen;<br \/>\nIndem ihr dem Herrn aus vollem Herzen singt und musiziert.<br \/>\nUnd indem ihr Gott unserem Vater allezeit f\u00fcr alle Dinge dankt, im Namen unseres Herrn Jesus Christus. (V.18b-20)<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sich auf Gottes Wort ausrichten, aktiv zuh\u00f6ren, uns gegenseitig ermutigen, indem wir uns Psalmen zusprechen, f\u00fcreinander beten, mit Liedern Gott loben und f\u00fcr ihn musizieren \u2013 so schaffen wir Raum f\u00fcr den Heiligen Geist in uns pers\u00f6nlich, mitten im Alltag aber auch gemeinsam in unseren Zusammenk\u00fcnften in der Kirche. Im Gotteslob mit Psalmen und Liedern hat es immer auch Platz f\u00fcr unsere Klage. Denn es ehrt Gott, wenn wir mit allem, was wir sind und haben zu ihm kommen, in jeder Lebenslage, wie es zum Schluss auch heisst:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Dankt Gott, dem Vater, immer und f\u00fcr alles. (V.20)<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ist das weise? Jedenfalls t\u00f6nt es ziemlich t\u00f6richt, Gott auch f\u00fcr das Negative zu danken. Paulus selbst dankt nicht F\u00dcR die N\u00f6te und Schwierigkeiten wie Gef\u00e4ngnis, Schiffbruch oder Krankheit, die das Leben ihm zumutet. Doch er findet IN all diesen N\u00f6ten Grund zum Danken. Denn er erkennt, dass Gott selbst im Gef\u00e4ngnis, in Krankheit und Schw\u00e4che am Wirken ist und ihm auch dies alles zu seinem Besten mitwirken lassen kann. (Vgl. R\u00f6 8,28ff)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Weise und von Gottes Geist erf\u00fcllt lebt, wer mit seinem Blick nicht an den Umst\u00e4nden und den eigenen M\u00f6glichkeiten verhaftet bleibt, sondern sich darauf richtet, was Gott kann und der Heilige Geist in, um und durch uns wirkt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\">VDM Barbara Pfister<br \/>\nBubikon<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:barbara_pfister@gmx.ch\">barbara_pfister@gmx.ch<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Barbara Pfister, geb. 1977, Pfarrerin in der ev. ref. Kirche Wetzikon (Z\u00fcrich).<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Liturgische Hinweise<br \/>\n<\/strong>Als Lesung oder gemeinsames Gebet im Wechsel: Psalm 1<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/7E05010F-6E6C-4D3E-9DDC-4AFB5C98D8BF#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Hoffs\u00fcmmer Willi; Kurzgeschichten 1; Matthias-Gr\u00fcnewald-Verlag, Mainz, <sup>19<\/sup>2000; S. 85, Nr. 144<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/7E05010F-6E6C-4D3E-9DDC-4AFB5C98D8BF#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Gem\u00e4ss einer Aussage von Papst Franziskus in der Generalaudienz vom 09.04.2014<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weise und geisterf\u00fcllt leben | 18. So. n. Trinitatis | 16.10.2022 | Epheser 5,15-21 | Barbara Pfister | Epheser 5,15-20 15 Achtet nun sorgf\u00e4ltig darauf, wie ihr euer Leben f\u00fchrt: nicht als Toren, sondern als Weise! 16 Kauft die Zeit aus, denn die Tage sind b\u00f6se. 17 Seid also nicht unverst\u00e4ndig, sondern begreift, was der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":14149,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[45,539,1,812,157,853,114,689,349,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-14151","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-epheser","category-18-so-n-trinitatis","category-aktuelle","category-barbara-pfister","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-kapitel-05-chapter-05-epheser","category-kasus","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14151","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14151"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14151\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14189,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14151\/revisions\/14189"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14149"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14151"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14151"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14151"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=14151"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=14151"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=14151"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=14151"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}