{"id":14219,"date":"2022-10-18T19:03:36","date_gmt":"2022-10-18T17:03:36","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=14219"},"modified":"2022-10-18T18:49:26","modified_gmt":"2022-10-18T16:49:26","slug":"markus-21-12-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/markus-21-12-5\/","title":{"rendered":"Markus 2,1-12"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Vorher-Nachher-Bilder | 19. So. n. Trinitatis | 23.10.2022 | Mk 2,1\u201312 | Niels Kindl und Dr. Malte Cramer |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kanzelgru\u00df:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes, die sei mit Euch allen \u2013 Amen.<\/p>\n<ol>\n<li><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie sind ein st\u00e4ndiger Begleiter in unserem Alltag. Sie warten an vielen Ecken auf uns und es scheint, als k\u00f6nnten wir uns ihnen nicht entziehen. Sie versprechen viel, machen Hoffnung auf etwas Besseres, etwas Tolleres, etwas Sch\u00f6neres.\u00a0 Sie dr\u00fccken eine innere Sehnsucht von uns nach Idealen aus und symbolisieren die weit verbreitete Haltung unserer Gesellschaft, nach Perfektion zu streben. Sie bringen uns zum Staunen, zeigen uns, dass das Unm\u00f6gliche augenscheinlich doch m\u00f6glich ist. Doch meistens \u2013 sind sie nichts weiter als eine Illusion.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Rede ist von \u201cVorher-Nachher-Bildern\u201c! Vorher-Nachher-Bilder kennen sie sicherlich alle:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unz\u00e4hlige Zeitschriften, Internet-Blogs oder Influencer auf Instagram und Facebook werben f\u00fcr die neueste Di\u00e4t und lassen den Eindruck entstehen, man k\u00f6nne ohne weiteres schnell und einfach abnehmen. Ob 3-D-Di\u00e4t, Fatburner-Di\u00e4t, Atkins-Di\u00e4t oder Kohlsuppen-Di\u00e4t \u2013 jede dieser Schlankheitskuren wird durch ein Vorher-Nachher-Bild flankiert und verspricht uns, dass wir unsere Pfunde in Windeseile verlieren. Was nat\u00fcrlich in den meisten F\u00e4llen scheitert.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nicht nur Di\u00e4ten, sondern auch Make-up und die neuesten Schminkprodukte verhei\u00dfen viel: Eine nat\u00fcrliche, frischere Ausstrahlung, ein zart leuchtender Teint, Schlupf-Lider einfach wegzaubern, noch akzentuiertere Gesichtsz\u00fcge, eine bessere Straffheit der Lippen, ein luxuri\u00f6ser Look der N\u00e4gel. Kurzum: Es existiert der Wunsch nach einer Ver\u00e4nderung, nach einem neuen Aussehen. Schritt f\u00fcr Schritt zum idealen Look.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Insbesondere junge Frauen sind die Zielgruppe von diesen und \u00e4hnlichen Werbekampagnen. Doch auch M\u00e4nnermagazine und deren Youtube-Kan\u00e4le versprechen eine Menge dank Vorher-Nachher-Bildern: Ein noch durchtrainierterer Body, ein noch schlankerer K\u00f6rper und noch gr\u00f6\u00dfere Muskeln. Der Sixpack-Guide f\u00fcr M\u00e4nner mit verhei\u00dfungsvollen Bildern soll schon nach wenigen Tagen und Trainingseinheiten zu sichtbarem Erfolg f\u00fchren. Haarkapseln versprechen M\u00e4nnern mehr und f\u00fclligere Haare. Der Haarausfall wird gestoppt und das Haar sprie\u00dft \u2013 dichter als je zuvor. Wer es nicht glaubt? Vorher-Nachher-Bilder l\u00fcgen nie!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und nicht nur in Zeitungen und Zeitschriften oder auf Facebook und bei Instagram, sondern auch in Fernsehshows werden wir tagt\u00e4glich mit Vorher-Nachher-Bildern konfrontiert: In der Show <em>Einsatz in vier W\u00e4nden<\/em> sorgen Vorher-Nachher-Bilder von M\u00f6beln und Wohnungen oft f\u00fcr gro\u00dfes Staunen. Bei <em>Die Schn\u00e4ppchenh\u00e4user <\/em>werden sogar ganze Geb\u00e4ude einer Vorher-Nachher-Kur unterzogen. Und auch der Garten bleibt bei <em>Ab ins Beet<\/em> oder bei <em>Die Beet-Br\u00fcder <\/em>nicht von einem Vorher-Nachher-Vergleich verschont.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vorher-Nachher-Bilder wohin man schaut. Dass dieses Mittel speziell von der Werbeindustrie eingesetzt wird, ist sicherlich nicht unbegr\u00fcndet. Offenbar ist es ein gro\u00dfer und sehns\u00fcchtiger Wunsch von sehr vielen Menschen, sich zu verbessern, sch\u00f6ner zu werden, noch toller auszusehen \u2013 raus aus dem alten Leben hinein in das neue Gl\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein tiefes Verlangen nach Ver\u00e4nderung. Geht es uns pers\u00f6nlich nicht auch so, wie in einem Vorher-Nachher-Bild? Haben wir in unserem Leben nicht auch h\u00e4ufig den Wunsch, uns zu wandeln, uns zu ver\u00e4ndern, unser Leben zu renovieren? Das alte loslassen? Endlich neu durchstarten \u2013 und das nicht nur rein optisch?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Vorher-Nachher-Bilder, denen wir in unserem Alltag im TV oder in den sozialen Medien begegnen, sind allerdings oft nur eine \u00e4u\u00dfere Fassade, nichts weiter als Maskierungen und oft leere Versprechungen. Denn \u2013 und das ist das Entscheidende \u2013 sie setzen in der Regel nicht im Kern der Sache an, beginnen mit der Ver\u00e4nderung nicht im Inneren des Menschen \u2013 im Herzen \u2013, sondern \u00fcbermalen meist nur das \u00c4u\u00dfere.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie sch\u00f6n w\u00e4re denn eine Ver\u00e4nderung, die im Herzen beginnt. Eine Ver\u00e4nderung, die uns von Grund auf neu macht. Die uns von Zweifeln und Schuld befreit und aufgerichtet durch unser Leben gehen l\u00e4sst. Die uns mit voller Freude erf\u00fcllt und uns dadurch eine tolle Ausstrahlung verleiht. Sch\u00f6nheit, die von innen kommt \u2013 ohne teure Produkte, ohne Risiken und Nebenwirkungen, ohne gro\u00dfe Entt\u00e4uschungen, wenn es dann doch wieder nicht klappt.\u00a0 Ein Vorher-Nachher-Bild, liebe Schwestern und Br\u00fcder, nach dem sich sicherlich viele von uns sehnen. Das Evangelium f\u00fcr den heutigen Sonntag, das wir in der Lesung geh\u00f6rt haben, und das zugleich der Predigttext f\u00fcr den heutigen Sonntag ist, liefert uns ein solches Vorher-Nachher-Bild.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir sind in einem schlichten Haus in Kapernaum am See Genezareth. Zahlreiche Menschen haben sich versammelt. Diese Versammlung ist ein recht bunter Haufen und besteht mindestens aus drei Personengruppen: Da sind zuerst die vielen, die das Haus auf nat\u00fcrliche Weise f\u00fcllen. Menschen, die einfach da sind, Frauen und M\u00e4nner aus der Nachbarschaft, Fischer, Handwerker, ein paar Alte, ein paar Junge, vermutlich auch einige Kinder. Sie h\u00f6ren zu, sind neugierig, was Jesus zu sagen hat.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Allerdings sorgt diese erste Gruppe von Menschen f\u00fcr ein Problem: Sie sind so eng beieinander und f\u00fcllen das Haus, dass sie keinen von au\u00dfen mehr reinlassen. Sie merken gar nicht, dass drau\u00dfen vor der T\u00fcr noch eine zweite Gruppe von Menschen ist, die irgendwie versuchen etwas von dem mitzubekommen, was in dem Haus geschieht. Unter ihnen ist ein kleiner Trupp aus vier Personen, der ums Haus heruml\u00e4uft und gemeinsam eine f\u00fcnfte Person auf einer Bahre mit sich tr\u00e4gt. Verzweifelt begehren sie Einlass in das Haus. Die vielen, dicht gedr\u00e4ngten Menschen im Haus kriegen nicht mit, dass da welche sind, die vom Rand des Geschehens in dessen Mitte m\u00f6chten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Kleingruppe aus vier Leuten gibt jedoch nicht auf. Sie stehen treu zu ihrem gel\u00e4hmten Freund, den sie auf einer Bahre mit sich tragen. Sie sind auf Jesus aufmerksam geworden. Denn dieser Jesus \u2013 eigentlich ein Handwerker \u2013 ist offenbar nicht nur ein begabter Laienprediger, sondern er ist auch Arzt, hat irgendwie heilende H\u00e4nde. Warum sollte er nicht auch ihrem Freund helfen? Schlie\u00dflich haben sie eine Idee: Sie schleppen ihren Freund \u00fcber die Au\u00dfentreppe aufs Flachdach. Wenn\u2019s unten nicht klappt, dann eben oben. Sie graben sich mit ihren H\u00e4nden durch die Lehmdecke des Hauses und lassen den Bewegungslosen an Seilen herab, bis er genau zu den F\u00fc\u00dfen Jesu liegt. Jesus zeigt sich davon beeindruckt. \u201cGlauben\u201d nennt er diesen Einsatz f\u00fcr den Freund; Glauben nennt er es, dass sie nichts wichtiger finden, als ihn zu Jesus zu bringen. \u201cGlauben hei\u00dft hier: den N\u00e4chsten nicht aufgeben, sich etwas f\u00fcr ihn einfallen lassen, Widerst\u00e4nde \u00fcberspringen, Jesus erreichen wollen und ihm alles zutrauen.\u201d<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und dann ist da noch eine dritte Gruppe von Leuten: ein paar gut ausgebildete Theologen. Auch sie nehmen es ernst mit dem Glauben. Auch sie wollen daher wissen, was dieser scheinbar so begabte Laienprediger zu sagen hat. Es ist auch eigentlich alles sch\u00f6n und gut, was er so von sich gibt. Dann aber sagt Jesus diesen einen Satz zu dem gel\u00e4hmten: \u201e<em>Mein Sohn, deine S\u00fcnden sind dir vergeben<\/em>\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da kommt bei ihnen das theologische Uhrwerk in Gang. Ihre theologischen Alarmglocken schrillen sozusagen. Wenn er das sagt, dann behauptet er, nicht weniger als in g\u00f6ttlicher Mission zu wirken. Da nimmt er in Anspruch, was eigentlich nur Gott tun darf: <em>S\u00fcnden vergeben<\/em>. Dann aber ist er entweder verr\u00fcckt oder er ist ein schlimmer L\u00e4sterer ihres Glaubens. Dann ist das, was er sagt, Blasphemie, Gottesl\u00e4sterung, nach ihrem Gesetz ein todesw\u00fcrdiges Verbrechen. Das alles schie\u00dft ihnen durch den Kopf \u2013 und Jesus erkennt das. Ebenso wie die vier Freunde zuvor das Dach aufgedeckt haben, deckt Jesus nun die Gedanken der Schriftgelehrten auf und fordert sie heraus: <em>\u201cWas ist leichter, zu dem Gel\u00e4hmten zu sagen: Dir sind deine S\u00fcnden vergeben, oder zu sagen: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin?\u201d<\/em> Eine Antwort der Schriftgelehrten bleibt aus. Also f\u00e4hrt Jesus fort und spricht: <em>\u201cDamit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, S\u00fcnden zu vergeben auf Erden, sprach er zu dem Gel\u00e4hmten: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim! Und er stand auf und nahm sogleich sein Bett und ging hinaus vor aller Augen, sodass sie sich alle entsetzten und Gott priesen und sprachen: Wir haben solches noch nie gesehen.\u201d<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was f\u00fcr ein Vorher-Nachher-Bild!<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Schwestern und Br\u00fcder,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">auch wir wirken im \u00fcbertragenen Sinne oft wie gel\u00e4hmt \u2013 blockiert \u2013 gehemmt. Und wir versuchen dabei immer wieder uns selbst zu retten, uns selbst auf die Beine zu helfen. Der Wunsch nach einem Neuanfang, nach einem Neubeginn, einem Start in ein neues, frisches Leben ist da. Und das wei\u00df auch die Werbeindustrie: ein neues Styling, eine neue Di\u00e4t, neues Make-Up, die neusten Trainingsmethoden, sch\u00f6ner wohnen, ein neuer Look, das Leben umkrempeln \u2013 doch hiermit versuchen wir nur, unser bisheriges Leben zu kaschieren. Im Inneren l\u00e4hmen uns noch die gleichen Probleme und Sorgen wie zuvor. Da hilft das neue Aussehen auch nicht weiter, da rettet uns auch nicht die neuste Di\u00e4t, da hilft kein Make-Up und kein Umstyling.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unsere Vorher-Nachher-Bilder in der Werbung nutzen unsere Sehnsucht und unsere Unsicherheiten gnadenlos aus. Sie missbrauchen sie f\u00fcr kommerzielle Zwecke und suggerieren uns ein besseres Leben. Was bleibt? H\u00e4ufig bleiben wir weiterhin gel\u00e4hmt: Gel\u00e4hmt durch unsere Last im Alltag, durch Probleme, durch Stress, gel\u00e4hmt durch Erwartungen, die die Familie, Freunde, Bekannte, die Gesellschaft, die vor allem wir selbst an uns stellen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie kommen wir also \u2013 wie der Gel\u00e4hmte im Markusevangelium \u2013 auf die Beine, was gibt uns den n\u00f6tigen Schwung f\u00fcr unser Leben, f\u00fcr einen neuen Lebensabschnitt? Was schenkt neue Perspektiven? Was bewirkt in uns eine Ver\u00e4nderung, die nicht nur auf \u00c4u\u00dferlichkeiten abzielt, sondern auf das Innerste?<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Schwestern und Br\u00fcder,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">die Antwort darauf finden wir in den Worten Jesu an den Gel\u00e4hmten: \u201c<em>Mein Sohn, deine S\u00fcnden sind dir vergeben.<\/em>\u201d Es ist der Zuspruch der Vergebung. Es ist der Zuspruch Gottes: \u201eDu bist mein geliebtes Kind\u201c. Es ist der Freispruch: Du bist nicht mehr in der Ferne und Fremde, Du bist zu Hause. So kommen wir auf die Beine.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus l\u00e4sst uns nicht allein mit unseren Problemen. Jesus erkennt uns in unserer Verzweiflung. Jesus sieht uns mit unserer Last, die uns l\u00e4hmt und handlungsunf\u00e4hig macht. Eine Last, die es uns unm\u00f6glich macht, uns selbst zu befreien und wieder loszulaufen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vergebung hei\u00dft: Diese Last nimmt Jesus uns ab. Das ist jetzt aus und vorbei, Vergangenheit f\u00fcr ewig. Du bist nicht, was Du leistest. Du bist auch nicht, worin Du versagst. Du bist zuerst und zuletzt mein Kind \u2013 vor und nach allem, was Du leistest, und trotz allem, worin Du versagst. Du kannst nachts schlafen gehen und sagen: Morgen ist ein neuer Tag \u2013 mit Gott.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Selbstverst\u00e4ndlich vollzieht Jesus in dieser Geschichte aus dem Markusevangelium ein au\u00dferordentliches Wunder, indem er den Gel\u00e4hmten heilt und dieser wieder gehen kann. Doch es gilt diesbez\u00fcglich zu beachten: \u201cWunder befreien von dem, was das Leben einengt, und stellen die Grundlagen des Lebens wieder her.\u201d Deshalb geht Jesus in dieser Geschichte aus dem Markusevangelium nicht als erstes auf die \u00c4u\u00dferlichkeiten, auf die k\u00f6rperlichen Einschr\u00e4nkungen des Mannes ein. Sie sind f\u00fcr Jesus nicht das Entscheidende. \u201cDas Entscheidende (in Jesu Sicht) ist gar nicht die Heilung, sondern die Vergebung der Su\u0308nden, das Wunder der Heilung ist nur die Besta\u0308tigung, dass Jesus auch das Gro\u0308\u00dfere vermochte.\u201d Jesus wendet sich also als erstes dem Inneren des Gel\u00e4hmten zu. Jesus wirkt von innen nach au\u00dfen, nicht von au\u00dfen nach innen. Jesu Zuspruch der Vergebung setzt im Herzen eines Menschen an und bewirkt von dort aus eine Ver\u00e4nderung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese Ver\u00e4nderung ist es, die \u2013 sowohl in der Geschichte des Markusevangeliums als auch auch uns \u2013 im wahrsten Sinne des Wortes auf die Beine hilft. Besser als jedes Make-Up, besser als jede Di\u00e4t, besser als jede Wunderpille. Ein Neuanfang, der von innen kommt und \u2013 von unserem Herzen aus \u2013 nach au\u00dfen wirkt. Voller Freude, voller Herzlichkeit, voller Lebenslust!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein sch\u00f6neres Vorher-Nachher-Bild kann es einfach nicht geben! Ich lade sie ein, dieses Vorher-Nachher-Bild selbst zu entdecken und zu erleben. Selbst zu erfahren, wie Gottes Zuspruch der Vergebung das Leben ver\u00e4ndert und neue Handlungsm\u00f6glichkeiten schenkt.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Schwestern und Br\u00fcder,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vorher-Nachher-Bilder \u2013 viele von uns haben diesen Wunsch, diese Sehnsucht, dieses Verlangen nach einem Neuanfang. Eine Ver\u00e4nderung. Ein neues Leben. Ein Leben, in dem wir endlich befreit und nicht eingeengt leben k\u00f6nnen, in dem wir wieder als Kinder Gottes aufgerichtet werden. Jesus l\u00e4dt uns zu diesem neuen Leben ein. Eine Ver\u00e4nderung, die nicht ohne Folgen bleibt, weil sie eben kein blo\u00dfes \u00dcberstreichen oder Vertuschen ist, sondern konkret in unserem Zentrum, im tiefsten Inneren beginnt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Denn Ver\u00e4nderungen, die nur von au\u00dfen gesteuert werden, funktionieren normalerweise nicht oder nur f\u00fcr eine begrenzte Zeit. So sind Vorher-Nachher-Bilder in der Werbung auch immer nur eine Momentaufnahme. Eine Momentaufnahme, die schnell verpufft.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was Jesus uns aber bietet, ist ein Vorher-Nachher-Bild, das bis in die Ewigkeit reicht. Der Zuspruch der Vergebung. Ein neues Leben mit Gott. Kein blo\u00dfes Make-Up, keine Maskerade, keine nur optische Ver\u00e4nderung. Sondern eine Ver\u00e4nderung, die von innen nach au\u00dfen geschieht. Eine Erneuerung, die im Herzen wirkt\u00a0 und nach au\u00dfen sichtbar wird.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein besseres Vorher-Nachher-Bild kann es nicht geben!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kanzelsegen:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und der Friede Gottes, der h\u00f6her ist als alle Vernunft, der bewahre Eure Herzen und Sinne in Christus Jesus \u2013 Amen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dr. Malte Cramer, geb. 1992, ist Vikar in der Evangelischen Kirchengemeinde Recklinghausen-Ost und Lehrbeauftragter f\u00fcr Neues Testament an der Evangelisch-Theologischen Fakult\u00e4t der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><a href=\"mailto:malte.cramer5@rub.de\">malte.cramer5@rub.de<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Niels Kindl, geb. 1984, ist seit 2012 Pr\u00e4dikant in der Kirchengemeinde Wanne-Eickel und hat eine gro\u00dfe Leidenschaft f\u00fcr \u00d6kumene. Als Pr\u00e4dikant liebt er es, Bibel nicht zu erkl\u00e4ren, sondern aufzuf\u00fchren und seine Leser und Zuh\u00f6rer in die unabgeschlossene Geschichte Gottes mit seinem Volk hineinzuf\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><a href=\"mailto:niels.kindl@googlemail.com\">niels.kindl@googlemail.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorher-Nachher-Bilder | 19. So. n. Trinitatis | 23.10.2022 | Mk 2,1\u201312 | Niels Kindl und Dr. Malte Cramer | Kanzelgru\u00df: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes, die sei mit Euch allen \u2013 Amen. Liebe Gemeinde, Sie sind ein st\u00e4ndiger Begleiter in unserem Alltag. 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