{"id":15173,"date":"2022-11-22T19:38:09","date_gmt":"2022-11-22T18:38:09","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=15173"},"modified":"2022-11-22T23:52:16","modified_gmt":"2022-11-22T22:52:16","slug":"offenbarung-314-22-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/offenbarung-314-22-5\/","title":{"rendered":"Offenbarung 3,14-22"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Es klopft | 1. Advent | 27.11.22 | Offenbarung 3,14-22 | Verena Salvisberg |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>singen <\/em>\u00ab\u00d6pper, d\u00e4 p\u00f6pperlet a d T\u00fcr\u00bb<a href=\"applewebdata:\/\/B867B312-59E2-4583-8C61-7872DA128FD5#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Liebe Gemeinde, mit welcher Begeisterung ert\u00f6nte das Lied aus vielen M\u00fcndern in der Kinderkirche! <em>singen<\/em> \u00ab\u00d6pper, d\u00e4 p\u00f6pperlet a d T\u00fcr. O du L\u00f6\u00f6li, werum hesch nid ufta?\u00bb<a href=\"applewebdata:\/\/B867B312-59E2-4583-8C61-7872DA128FD5#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>. Er durfte nie fehlen in der Kinderkirche, dieser Hit, ebenso wenig das Klopfen, das jeweils ein Kind zwischen dem Singen \u00fcbernehmen durfte. Mal klopfte es rhythmisch, mal forsch, mal laut, mal zaghaft, mal kurz, mal eindringlich. \u00ab\u00d6pper, d\u00e4 p\u00f6pperlet a d T\u00fcr\u00bb.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mit dem heutigen Sonntag f\u00e4ngt die Adventszeit an. Die Zeit der gem\u00fctlichen Stunden in der warmen Stube. Die Zeit der eifrigen Vorbereitungen auf Weihnachten. Die Zeit der Gesch\u00e4ftsessen, der Vereinsfeiern. Ist es auch eine Zeit der Besinnung und Einkehr? Die liturgische Farbe violett in der evangelischen oder katholischen Kirche erinnert daran. Es ist die Farbe der Busse. Aber es reicht nat\u00fcrlich nicht, die Stola in der richtigen Farbe anzuziehen und schon ist sie da, die Besinnung, die Einkehr oder die Selbstreflexion. Es braucht einen Anlass, einen Anstoss, meistens von aussen, um Besinnung anzuregen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00d6pper, d\u00e4 p\u00f6pperlet a d T\u00fcr\u2026 Was heute morgen bei uns \u00abanklopft\u00bb ist das Sendschreiben an die christliche Gemeinde in Laodicea, eines von sieben aus der Offenbarung des Johannes. Ganz unterschiedlich sind sie gestaltet, diese Zeilen, pers\u00f6nlich zugeschnitten auf die Adressaten. Briefe an Christinnen und Christen in einer unsicheren Zeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch wenn das Schreiben an die Gemeinde in Laodicea gerichtet ist, k\u00f6nnen die Zeilen auch uns zu einem Anstoss werden, in uns zu gehen. Was der Absender dieser Gemeinde vorh\u00e4lt, kann auch uns zum Nachdenken bringen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich kenne dich, schreibt er, du bist lau. Nicht heiss, nicht kalt, wie es n\u00fctzlich w\u00e4re, sondern lau.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich denke dabei an Wasser. Erfrischendes, k\u00fchles Wasser, das den Durst l\u00f6scht. Oder heisses Wasser, aufgebr\u00fcht zum Tee, das von innen w\u00e4rmt. Wie unangenehm ist dagegen ein Schluck lauwarmes Wasser. Da verstehe ich auch ganz unmittelbar das mit dem Ausspucken: <em>Nun aber, da du lau bist, weder warm noch kalt, will ich dich ausspeien aus meinem Munde.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Halbherzig, wohltemperiert, ohne Leidenschaft, ohne Deutlichkeit, mit solchen Ausdr\u00fccken k\u00f6nnte man lau \u00fcbersetzen im Blick auf unser Christsein. Ein recht harter Vorwurf. Aber, seien wir ehrlich: Ist da nicht etwas dran. Sind wir nicht oft allzu harmlos? Wenig engagiert? Gleichg\u00fcltig?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist ja auch schwierig, den Weg zu finden angesichts all der apokalyptischen Botschaften von Krieg, Klimakatastrophe, Pandemie, Energieknappheit, Inflation usw. Wie reagieren, wenn nicht mit Resignation und R\u00fcckzug? Wo sind Hoffnung und Zuversicht? Wo bleibt der Trost?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es \u00abklopft\u00bb noch weiter, eindringlicher: <em>Du sagst: Ich bin reich, ich bin wohlhabend und habe nichts n\u00f6tig, und merkst nicht, dass gerade du elend bist, erb\u00e4rmlich, arm, blind und nackt.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ja, das sind wir doch: reich. Ja, das haben wir doch: alles.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Absender des Schreibens packt die Menschen aus Laodicea bei ihrem Stolz. Die Stadt ist ber\u00fchmt f\u00fcr ihre Gew\u00e4nder aus spezieller schwarzer Wolle und f\u00fcr die Augenheilkunst. Ihr macht euch etwas vor, wenn ihr darauf setzt, so die Kritik des Briefes. Merkt ihr nicht, was euch fehlt, gerade dann, wenn ihr denkt, ihr h\u00e4ttet alles. In Wirklichkeit seid ihr elend, erb\u00e4rmlich, arm, blind und nackt. Das ist allerdings schon ziemlich frech, wenn man den Augenkrankheitsspezialisten sagt, sie seien blind. Oder den Stoffexperten, sie seien nackt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ist es \u00fcberhaupt m\u00f6glich, so etwas zu h\u00f6ren?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Reagiert man auf diese Kritik nicht automatisch mit Abwehr oder Verstockung?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vielleicht ist die Busszeit des Advents die Gelegenheit, genauer hinzuschauen. Sicher ist es eine Einladung: Worauf bauen wir eigentlich? Worauf setzen wir? Warum entgleitet uns alles, wenn wir es nicht mehr selbst im Griff haben. Was k\u00f6nnen wir und was nicht?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine Einladung, zu fragen: Was bin ich? Wo bin ich elend, erb\u00e4rmlich, blind und nackt? Wo bin ich der Hilfe Gottes bed\u00fcrftig?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das passt gut zur Adventszeit. Die Selbsterkenntnis. Die Ehrlichkeit. Die Wahrnehmung der leeren H\u00e4nde, die empfangen k\u00f6nnen, eben gerade, weil sie leer sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00ab\u00d6pper, d\u00e4 p\u00f6pperlet a T\u00fcr\u00bb\u2026 und wie oft ist es so wie im Lied: \u00abO du L\u00f6li, werum hesch nid ufta?\u00bb. Dummk\u00f6pfe wie wir sind, \u00fcberh\u00f6ren wir das Klopfen, Wir \u00fcberh\u00f6ren es und die T\u00fcr bleibt verschlossen. Dabei liegt darin die wunderbare Verheissung: <em>Wer immer auf meine Stimme h\u00f6rt und die T\u00fcr \u00f6ffnet, bei dem werde ich einkehren und das Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde, lasst uns in der kommenden Zeit aufmerksam sein auf das Klopfen, das mal rhythmisch, mal forsch, mal laut, mal zaghaft, mal kurz, mal eindringlich erklingt. Lasst uns fragen: Durch welche T\u00fcr mag Jesus Christus zu uns und in unsere Gemeinschaft kommen? Und wie sollen wir ihn empfangen? Und lasst uns getrost und furchtlos selbstkritisch sein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Auftakt zu all dem gibt der heutige 1. Advent.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und das Ziel ist ein Weihnachtsessen, das wirklich n\u00e4hrt, das uns zur Gemeinschaft verbindet, die wir brauchen, um in diesen unsicheren Zeiten zu bestehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Wer Ohren hat, der h\u00f6re, was der Geist den Gemeinden sagt.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pfrn. Verena Salvisberg<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Merligen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><a href=\"mailto:verenasalvisberg@bluewin.ch\">verenasalvisberg@bluewin.ch<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Verena Salvisberg Lantsch, geb. 1965, Regionalpfarrerin seit 1. August 2022, vorher Gemeindepfarrerin in Laufenburg und Frick und Roggwil<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B867B312-59E2-4583-8C61-7872DA128FD5#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Schweizerdeutsch: Jemand klopft an die T\u00fcr, gesungen auf die Melodie des Gospels \u00abSomebody\u2019s knocking at your door\u00bb. Das Lied k\u00f6nnte als Eingangslied gesungen werden.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B867B312-59E2-4583-8C61-7872DA128FD5#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Jemand klopft an die T\u00fcr, o du Dummkopf, warum hast du nicht ge\u00f6ffnet?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es klopft | 1. Advent | 27.11.22 | Offenbarung 3,14-22 | Verena Salvisberg | singen \u00ab\u00d6pper, d\u00e4 p\u00f6pperlet a d T\u00fcr\u00bb[1]. Liebe Gemeinde, mit welcher Begeisterung ert\u00f6nte das Lied aus vielen M\u00fcndern in der Kinderkirche! singen \u00ab\u00d6pper, d\u00e4 p\u00f6pperlet a d T\u00fcr. O du L\u00f6\u00f6li, werum hesch nid ufta?\u00bb[2]. 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