{"id":15274,"date":"2022-12-07T08:31:58","date_gmt":"2022-12-07T07:31:58","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=15274"},"modified":"2022-12-07T08:31:58","modified_gmt":"2022-12-07T07:31:58","slug":"deuterojesaja-401-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/deuterojesaja-401-11\/","title":{"rendered":"(Deutero)jesaja 40,1\u201311"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Gibt es wahren Trost? | 3. Advent | 11.12.2022 | (Deutero)jesaja 40,1\u201311 | Thomas Bautz |<\/h3>\n<p><em>1\u00a0Tr\u00f6stet, tr\u00f6stet mein Volk!, spricht euer Gott. 2\u00a0Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist; denn sie hat die volle Strafe empfangen von der Hand des HERRN f\u00fcr alle ihre S\u00fcnden. 3\u00a0Es ruft eine Stimme: In der W\u00fcste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott! 4\u00a0Alle T\u00e4ler sollen erh\u00f6ht werden, und alle Berge und H\u00fcgel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was h\u00fcgelig ist, soll eben werden; 5\u00a0denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn des HERRN Mund hat\u2019s geredet. 6\u00a0Es spricht eine Stimme: Predige!, und ich sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine G\u00fcte ist wie eine Blume auf dem Felde. 7\u00a0Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des HERRN Odem bl\u00e4st darein. Ja, Gras ist das Volk! 8\u00a0Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich. 9\u00a0Zion, du Freudenbotin, steig auf einen hohen Berg; Jerusalem, du Freudenbotin, erhebe deine Stimme mit Macht; erhebe sie und f\u00fcrchte dich nicht! Sage den St\u00e4dten Judas: Siehe, da ist euer Gott; 10\u00a0siehe, da ist Gott der HERR! Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen. Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her. 11\u00a0Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte. Er wird die L\u00e4mmer in seinen Arm sammeln und im Bausch seines Gewandes tragen und die Mutterschafe f\u00fchren.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir vernehmen gewichtige Worte eines Propheten zu der Zeit, als ein gro\u00dfer Teil der Bev\u00f6lkerung Jud\u00e4as (viele aus der Oberschicht) nach Babylonien ins Exil gef\u00fchrt worden ist. Seine Identit\u00e4t ist unbekannt, umstritten die Berufsbezeichnung als Prophet, weil sich einige der typisch prophetischen Redeformen bei ihm nicht finden.<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Man mag sich fragen, warum er \u201enie in der bei allen anderen Propheten \u00fcblichen Berichtsform sein Wort auf die ihm zuteil gewordene Offenbarung JHWHs bezieht.\u201c Nach Martin Buber m\u00f6chte dieser namenlose Prophet mit den anderen auf Augenh\u00f6he bleiben, als einer der ihren, der das Neue im Alten erschlie\u00dft und es fortsetzt; der das Fr\u00fchere, Vergangene mit dem K\u00fcnftigen \u201everkn\u00fcpft\u201c: \u201edie Befreiung Israels als <em>Beginn<\/em> des messianischen Handelns JHWHs\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Zeit seines Auftretens geh\u00f6rt in das letzte Jahrzehnt des neubabylonischen Reichs und f\u00e4llt mit dem Siegeszug des Perserk\u00f6nigs zusammen: Kyros wird bei Dtjes zweimal namentlich erw\u00e4hnt und spielt dar\u00fcber hinaus in der Botschaft des Propheten eine bedeutende Rolle. Die Einnahme Babylons durch Kyros (539 v.d.Z.), Befreiung und Heimkehr des exilierten Israel hat er vorhergesagt, aber nicht mehr erlebt. Seine Wirksamkeit wird daher allgemein zwischen 550 und 540 v.d.Z. angesetzt. Als Ort seiner Verk\u00fcndigung gilt gew\u00f6hnlich Babylonien; daf\u00fcr spricht, dass er sich mit fast allen Texten an die Exilierten wendet.<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aus historischen Quellen wissen wir, die Babylonier verhielten sich \u00fcberhaupt nicht wie bef\u00fcrchtet als Gewaltherrscher. Das babylonische Exil ist auf der Basis anti-babylonischer und pro-babylonischer Tendenzberichte nicht ganz zu rekonstruieren. Man darf aber positiv konstatieren, dass Deportierte \u00a0Siedlungen und Land erhielten, das sie eigenst\u00e4ndig bewirtschaften durften. Daf\u00fcr waren Dienste und Zahlungen an den Staat zu leisten. Jud\u00e4ische Handwerker setzte man bei Bauprojekten ein. Insgesamt haben die Babylonier sowohl gelungene Siedlungs- wie auch Integrationspolitik betrieben. Die K\u00f6nigsfamilie wurde zwar bevorzugt behandelt, aber dem Volk ging es unter der Fremdherrschaft nicht so schlecht, wie oftmals behauptet wird.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das babylonische Exil<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> wird durchaus nicht nur als Verbannung erlebt,<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> sondern auch als etwas von JHWH Geplantes, zum Wohl des Volkes Erfahrenes \u2013 ein Geschehen im Rahmen eines vers\u00f6hnlichen, politisch-wirtschaftlichen modus vivendi mit den Babyloniern, eine erfolgreiche Politik f\u00fcr mehrere Generationen. Unter diesem Aspekt mag die Rede vom Zwangsexil zweitrangig sein. De facto haben sich im Laufe der Zeit viele Jud\u00e4er in Babel und dem weiteren Umfeld angesiedelt und es sich dort im wahrsten Sinne des Wortes h\u00e4uslich eingerichtet. Sie pflanzten Obst, Gem\u00fcse, Getreide an; sie sorgten f\u00fcr die eigene Fortpflanzung. Mischehen waren nicht ausgeschlossen. Das erzwungene Exil hat sich zu einem freiwilligen Exil entwickelt. Die politischen Umst\u00e4nde des Exils hatten allerdings f\u00fcr das Mutterland und Jerusalem verheerende Folgen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die w\u00e4hrend der Exilszeit entstehenden Geschichtserz\u00e4hlungen und theologischen Entw\u00fcrfe stellen die Eroberung Jerusalems, die Deportationen und die Zerst\u00f6rung der heiligen Stadt im Wesentlichen als Strafgerichte dar. Dabei geht mit dem Verlust der Heimat und des Zentralheiligtums (des Tempels) auch der nahezu v\u00f6llige Verlust der Gemeinschaft mit JHWH einher (Ez 11,15).<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Der Prophet Jeremia hat lange bevor diese Strafgerichte ergehen, entsprechende Warnungen ausgesprochen und wurde\u00a0 deswegen prompt in Jerusalem angefeindet.<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> F\u00fcr die Zeit des Exils begegnet er der Selbstt\u00e4uschung vieler Exulanten, indem er verk\u00fcndet, man solle nicht mit einer baldigen R\u00fcckkehr rechnen. Wer sich aber mit den Babyloniern arrangierte, konnte in der Fremde ein gutes Leben f\u00fchren, zumal durch Boten auch Kontakte mit der Heimat bestanden.<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ausgleichend wird den Exulanten wie den in der Heimat Verbliebenen wieder die Zusammenf\u00fchrung verhei\u00dfen, vorausgesetzt, sie w\u00fcrden k\u00fcnftig den Planungen und Weisungen JHWHs gem\u00e4\u00df leben. Und dennoch: Obwohl die soziale Integration in die babylonische Gesellschaft gut funktionierte, litten viele Exilierte unter den Problemen der Infragestellung ihrer religi\u00f6sen \u00dcberzeugungen. Mit dem Verlust des Landes, der Zerst\u00f6rung des Tempels standen die g\u00f6ttlichen Verhei\u00dfungen auf dem Pr\u00fcfstand. DtJes bezeugt (40,27), dass die Exilierten nicht mehr auf die g\u00f6ttlichen Verhei\u00dfungen vertrauten, sondern dar\u00fcber klagten, JHWH habe das Lebensrecht seines Volkes \u00fcbergangen bzw. habe es verlassen (DtJes 50,1) und Jerusalem vergessen (DtJes 49,14). R\u00fcckkehrerwartung drohte den Exilierten bei weitgehender Assimilierung zusehends an Bedeutung zu verlieren.<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Einige im Exil verfasste Texte strahlen eine Religiosit\u00e4t, Philosophie und erstaunliche Weltoffenheit aus, wollte man n\u00e4mlich bedenken, dass ausgerechnet die Zeit in der Fremde bei aller erforderlichen und freiwilligen Assimilation gleichsam den j\u00fcdischen Monotheismus<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> gebiert (DtJes 45,5\u20137):<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eIch bin JHWH und sonst keiner. Au\u00dfer mir gibt es keinen Gott. Ich g\u00fcrte dich, auch wenn du mich nicht erkannt hast, damit sie erkennen, vom Aufgang der Sonne und von ihrem Untergang her, dass es keinen gibt au\u00dfer mir. Ich bin JHWH und keiner sonst. Der das Licht bildet und die Finsternis schafft, ich, JHWH, bin es, der all dies vollbringt.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">JHWH wird explizit als <em>einziger<\/em> Gott proklamiert. Dieser Monotheismus hat sich allm\u00e4hlich ge\u00f6ffnet, so dass JHWH nicht nur als der Gott Israels angesehen wird, sondern auch als K\u00f6nig \u00fcber die V\u00f6lker. Hier darf man keinen \u201eMissionsimperialismus\u201c wittern, wie er f\u00fcr europ\u00e4ische V\u00f6lker in Verbindung mit ihrer Kolonialpolitik (Kolonialismus)<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> typisch war. Im Exil gab es daher nicht nur Tendenzen zur Abgrenzung, sondern \u201ezugleich auch eine tiefgreifende \u00d6ffnung\u201c zur \u201eV\u00f6lkerwelt\u201c, \u201eUniversalisierung des Gottesgedankens\u201c, als sei \u201ediese theologische Entwicklung Spiegel der ver\u00e4nderten Lebenswelt\u201c: \u201eDas Leben im Exil war nicht abgeschottet, sondern weltoffen und lernbereit.\u201c Das Bekenntnis zum Einen Gott hat sich \u201eim Dialog mit zeitgen\u00f6ssischen Theologien\u201c herausgebildet.<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn man bedenkt, dass die Zeit des Exils unter den Assyrern und unter den Babyloniern zusammen ca. siebzig Jahre betrug, ist es erstaunlich, dass das leidgeplagte Volk so lange Zeit den Belastungen standhalten konnte, zumal die assyrische Herrschaft offensichtlich am schwersten zu ertragen war.<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Wir sprechen vereinfachend vom \u201eVolk\u201c; wir reden und denken aus der historischen Distanz. Dabei stecken dahinter Leidgeschichten von betroffenen Familien, V\u00e4tern, M\u00fcttern, Kindern. Schicksale, die immer mit Verlust der Besitzt\u00fcmer, H\u00e4user, Haushalte, der Arbeitsstellen, der wirtschaftlichen Basis und in Summa die Vernichtung der Existenz und dem Verlust der eigenen W\u00fcrde einhergehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unwillk\u00fcrlich stehen mir die Bilder aus den Nachrichten, im Internet t\u00e4glich, vom Vernichtungskrieg gegen die Zivilbev\u00f6lkerung in der Ukraine vor Augen, von denen auch Unz\u00e4hlige verschleppt wurden und werden. Die Zerst\u00f6rung der Infrastrukturen durch die russische Aggression soll nun bewirken, dass die Bev\u00f6lkerung mangels Strom, Wasser, Heizung m\u00fcrbe wird und den Winter nicht \u00fcberlebt. Zumindest soll der bislang fast \u00fcbermenschliche \u00dcberlebens- und Widerstandswille geschw\u00e4cht werden \u2013 bis zur Aufgabe. Aber das wird Putin \u2013 es widerstrebt mir, diesen infantilen Diktator und Misanthropen (Menschenhasser, &#8211; ver\u00e4chter) \u00fcberhaupt zu benennen \u2013 nicht gelingen, denn das Volk in der Ukraine ist nicht nur selbstbewusst, sondern hat einen charismatischen, verantwortungsvollen F\u00fchrer. Wolodymyir Selenskyj ist auch ein Mann des Trostes, ein Mensch, dem ich zutraue, tr\u00f6sten zu k\u00f6nnen. Und damit sind wir (endlich) beim Thema!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Trost war in Antike und Mittelalter schon ein hohes Gut; griechische und r\u00f6mische \u201eConsolatio\u201c war ein Konzept f\u00fcr therapeutische Behandlungen. Antike Trostliteratur war eine eigene Gattung; es gab daf\u00fcr philosophische Grundlagen; ber\u00fchmt ist die <em>Consolatio philosophiae<\/em> des Boethius.<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Tr\u00f6sten \u2013 eine seltene Tugend. Heute mag uns jedoch die hebr\u00e4ische Bibel inspirieren. Die Stammformen des hebr\u00e4ischen Verbs f\u00fcr <em>tr\u00f6sten<\/em> weisen viele Bedeutungen auf, z.T. f\u00fcr uns ungew\u00f6hnlich:<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> \u201etr\u00f6sten\u201c, \u201egetr\u00f6stet werden\u201c; \u201ebereuen\u201c, \u201esich etwas gereuen lassen\u201c; \u201esich tr\u00f6sten lassen\u201c; \u00a0\u201eMitleid haben\u201c, \u201eLeid tragen um jemanden\u201c, \u201esich erbarmen\u201c; aber auch \u201esich r\u00e4chen\u201c, weil sich mit Aus\u00fcbung der Rache eine gewisse Befriedigung verbindet. Bei \u00a0Nominalbildungen dagegen kommt allein die Bedeutung \u201eTrost\u201c zum Tragen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sehr interessant und weiterf\u00fchrend ist die Bedeutung einer entsprechenden Wurzel im Arabischen:<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> \u201eheftig atmen\u201c, \u201etief seufzen\u201c und auch \u201etr\u00f6sten\u201c. Dabei hat man eine Situation vor Augen, wobei der Leidtragende dem Ersticken nahe ist: \u201eIch bekomme keine Luft mehr!\u201c Verzweifelt ringt jemand nach Luft; es verschl\u00e4gt dem Menschen dann schier den Atem! Hier muss der psychisch bedingten Atemnot durch tiefes Luftholen begegnet werden, um die erforderliche Erleichterung zu bewirken. Nach diesem Verst\u00e4ndnis geschieht (!) das Tr\u00f6sten, um einem Menschen \u201edas Aufatmen und so die R\u00fcckkehr ins Leben zu erm\u00f6glichen\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Parallel wird auch der Ausdruck gebraucht: \u201ejemandem zu Herzen reden\u201c, der \u201eja auch das Ziel hat,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">emotionalen Druck von einem Menschen zu nehmen. So kann verhindert werden, dass ein Mensch erstarrt und die Enge des Herzens ihn (von innen) erdr\u00fcckt\u201c:<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> \u201eDie Angst meines Herzens ist gro\u00df; f\u00fchre mich aus meinen N\u00f6ten!\u201c Menschen werden in die Enge gedr\u00e4ngt, werden gesellschaftlich isoliert: schon in der Schule, w\u00e4hrend der Ausbildung, im Studium, am Arbeitsplatz; in der Familie, auch in der Kirche! Unsere Sozialdemokratie (be)m\u00fcht sich, dass hierarchische Strukturen, die sich nicht leugnen lassen, nicht mehr Ungerechtigkeiten oder gar Unterdr\u00fcckung hervorbringen als der Einzelne oder manche Gruppen es verkraften. Allemal schn\u00fcren bestimmte wirtschaftliche Zw\u00e4nge wie z.B. massenhafte Entlassungen den Betroffenen die Luft ab. \u2013 Wer tr\u00f6stet sie?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eTrost\u201c ist kein rein verbaler Akt, obschon wir \u201etr\u00f6sten\u201c als performatives Verb ansehen, das (\u00e4hnlich wie \u201esegnen\u201c, \u201etaufen\u201c, \u201eversprechen\u201c) als solches mit einer Handlung verkn\u00fcpft ist; vielmehr \u201emuss sich der Trost in einer weltver\u00e4ndernden Tat realisieren\u201c: \u201eEine ebene Stra\u00dfe durch die W\u00fcste ist zu bauen, auf der JHWH selbst seine Herrlichkeit \u2026 offenbaren will\u201c (DtJes 40,3\u20135).<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> JHWH kehrt heim<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> nach Jerusalem als Sieger und f\u00fchrt sein Volk mit zu seiner Verherrlichung vor allen L\u00e4ndern, gem\u00e4\u00df der Verk\u00fcndigung des Propheten \u201eDas Wort unseres Gottes hat auf ewig Bestand\u201c (DtJes 40,8b).<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So weit, so gut! Aber wenden wir uns wieder den \u201eNiederungen\u201c menschlichen, vor allem: leidvollen Lebens zu. Man braucht Trost, wenn jemand aus der Familie oder aus dem Freundeskreis verstorben ist. Neben den Trauerriten ist die <em>Gemeinschaft<\/em> der Verbliebenen, meist in Form einer Trauerfeier, nicht zu ersetzen. Gespr\u00e4che, das gemeinsame Mahl, auch Ber\u00fchrungen wie Umarmungen und das Schulterklopfen, vornehmlich unter M\u00e4nnern \u2013 all diese Gesten, so unscheinbar sie sein m\u00f6gen, tragen zum Tr\u00f6sten bei. Inwiefern dabei der Trost Empfangende sich tats\u00e4chlich getr\u00f6stet findet, kann\u00a0 wohl nur der Betroffene selbst empfinden. Es ist jedenfalls keine leichte Aufgabe f\u00fcr jeden, der von Herzen gern Trost spenden m\u00f6chte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Noch schwieriger ist es angesichts todbringender Krankheit; oft hilft es nur, zun\u00e4chst schweigend am Kranken- oder bereits am Sterbebett bei dem Betroffenen auszuharren und \u2013 wenn man sich kennt \u2013 die Hand zu halten. Sterbenden sollte man immer wieder vorsichtig Fl\u00fcssigkeit einfl\u00f6\u00dfen, damit ihr Mundraum nicht austrocknet. Zwiesprache mit dem medizinischen Personal ist auch wichtig, um keine ungeschickten, vermeidbaren Fehler zu begehen. Man muss selbst seelisch schon recht stabil sein, um \u2013 gewollt oder ungewollt (zwangl\u00e4ufig) \u2013 dem nahenden Tod gleichsam ins Auge zu sehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Leichter f\u00e4llt es, wenn mit einem schwerst Erkrankten wenigstens noch Gespr\u00e4che m\u00f6glich sind. Hierbei sollte man kein Register erlernter seelsorglicher Methoden aus dem \u00c4rmel hervorzaubern. Sehr wichtig ist es, wenn man einander fremd ist, eine Atmosph\u00e4re des Vertrauens zu schaffen, dem Betroffenen Geh\u00f6r schenken. Wenn er oder sie schweigt, wird es schwierig, die passenden Worte zu finden. Wenn es niemand anderen gibt, der oder die den Kranken besucht, wird die Situation nicht leichter. Wir k\u00f6nnen N\u00e4he anbieten und langsam herstellen, ohne uns aber aufzudr\u00e4ngen. Nicht unproblematisch ist auch die ungleiche Position des Kranken (oder Sterbenden) im Vergleich zu dem meist gesunden Besucher am Krankenbett: das Liegen auf der einen, das Sitzen oder Stehen auf der anderen Seite. Das allein schafft bereits Distanz, die es zu \u00fcberbr\u00fccken gilt, wenn sie obendrein von einem inneren, seelischen oder geistigen Abstand begleitet oder gar beg\u00fcnstigt wird.<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Gefahr bei der Hospizarbeit: sie darf nicht zu professionell werden, weil manchmal die Distanz statt der N\u00e4he gr\u00f6\u00dfer wird und meist sogar gewollt ist \u2013 vermutlich zum Schutz des Trostspenders. Keineswegs aus Angst, Kranken oder Sterbenden zu nahe zu treten (sich wom\u00f6glich aufzudr\u00e4ngen), sondern eher aus Furcht, bedrohlich wirkender, vielleicht unheilbarer Krankheit, der Trostlosigkeit der unvermeidlichen Situation an der Grenze des Lebens, wenn auch nur punktuell standhalten zu m\u00fcssen. Fazit: Empathie, Mitgef\u00fchl, Tr\u00f6sten lassen sich nicht methodisch erlernen \u2026<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Schauen wir einmal, was wir aus der hebr\u00e4ischen Bibel \u00fcber Trost lernen k\u00f6nnen. Soweit ich sehe, gibt es hilfreiche Belege in den Psalmen, im Buch Ijob, bei DtJes, bei den Klageliedern des Jeremia.<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> Es wird vom gelingenden, aber auch von scheiterndem Trost, besonders aber vom starken Kontrast zwischen dem verzweifelten Schrei nach Erbarmen und Trost seitens Israel angesichts der zerst\u00f6rten Stadt Jerusalem und dem sich erbarmenden, Trost spendenden Gott Israels erz\u00e4hlt. Die Klagelieder des Jeremia spiegeln die Situation nach der Zerst\u00f6rung Jerusalems und des Zentralheiligtums, des Tempels (587 v.d.Z.), eine wahrhaft trostlose Zeit f\u00fcr das Volk!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Demgegen\u00fcber lebt Israel mit dem Propheten Deuterojesaja in einer Zeit der sich erf\u00fcllenden Verhei\u00dfungen: R\u00fcckf\u00fchrung der Exulanten, Wiederaufbau, Stabilisierung, auch Neubesinnung auf ihre Traditionen und Festigung der eigenen Religiosit\u00e4t. JHWH und keine anderen G\u00f6tter oder gar G\u00f6tzen soll wieder im Mittelpunkt ihres Glaubens stehen. Das schlie\u00dft nicht aus, dass eine redliche, notwendige Offenheit gegen\u00fcber Kulturen erhalten blieb, die sie im Exil kennenlernten, h\u00e4tten sie sonst nichts dazugelernt. Sie wurden nun durch Neubeginn und Wiederherstellung getr\u00f6stet: JHWH hat Zion getr\u00f6stet, getr\u00f6stet all ihre Tr\u00fcmmerst\u00e4tten; wie Eden hat er ihre W\u00fcste wiedergestellt und ihre Steppe wie den Garten JHWHs! Dort findet sich Frohlocken, Freude, Dank und lauter Lobgesang (DtJes 51,3; s. auch Jes 57,18). Der Trost ist an keine Bedingung gekn\u00fcpft und zeitlich unbegrenzt.<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In den Psalmen findet sich h\u00e4ufig die Klage des Einzelnen, auch die Suche nach Trost, als Gebet an JHWH adressiert, manchmal voller Zuversicht (wie Ps 23,4b), dass das Gebet Geh\u00f6r findet bei JHWH. Mitunter sucht der Beter Trost in schwierigen sozialen Verh\u00e4ltnissen (wie 71,21; bes. 86,17). Wenn man im Elend zu versacken droht, ruft man JHWH um Trost und Hilfe an und findet sie beim Studium der Tora: \u201eDas ist mein Trost in meinem Elend, das dein Wort mich am Leben erh\u00e4lt\u201c (Ps 119,50). \u201eMeine Augen schmachten nach deinem Wort, sie fragen: Wann wirst du mich tr\u00f6sten?\u201c (Ps 119,82; cf. 119,76).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Buch Ijob beleuchtet die Problematik, wie Hiob mit uns\u00e4glichem Leid: Verlust seiner Familie, seines gesamten Besitzes und dem Befall mit einer f\u00fcrchterlichen Krankheit mit unertr\u00e4glichen Schmerzen nicht mehr unversehrt und ohne gesellschaftliche Anerkennung dahinvegetieren muss.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Freunde Hiobs weinen und klagen anfangs mit ihm, zerrei\u00dfen ihre Kleider, versuchen ihn zu tr\u00f6sten. Aber sp\u00e4ter suchen sie nach dem Grund seines Leidens, stellen steile, spekulative Theorien auf und zweifeln seine Unschuld an. Sie meinen, es h\u00fclfe Hiob, wenn er zumindest in Erw\u00e4gung z\u00f6ge, dass es auch ihm an Gerechtigkeit und tadelloser Fr\u00f6mmigkeit mangele. JHWH w\u00fcrde Hiob nur einer Pr\u00fcfung unterziehen. Hiob l\u00e4sst sich nicht beirren, pocht auf seine Unschuld und bezeichnet sie als \u201eleidige Tr\u00f6ster\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> (Hi 16,2b). Es ist das einseitige Gottesbild, das die Freunde verleitet zu denken,\u00a0 JHWH w\u00fcrde Hiob pr\u00fcfen, ob er gottesf\u00fcrchtig sei und danach lebe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hiob schl\u00e4gt vor, die Rollen zu tauschen: \u201eAuch ich k\u00f6nnte reden wie ihr, wenn ihr an meiner Stelle w\u00e4rt. Ich k\u00f6nnte mit Worten gegen euch gl\u00e4nzen (\u2026). Ich wollte euch st\u00e4rken mit meinem Mund und euch tr\u00f6sten mit meinen Lippen\u201c (Hi 16,4\u20135). Hiob br\u00e4uchte theologisch sicher nicht hinter dem Berg halten, m\u00fcsste hinter der Gelehrsamkeit der Freunde nicht zur\u00fcckstehen \u2013 das muss er auch betonen; aber er setzt einen entschieden anderen Akzent: St\u00e4rken und Tr\u00f6sten, ohne Rechthaberei! Hingegen: \u201eWie tr\u00f6stet ihr mich mit Nichtigem! Und von euren Antworten bleibt nur Betrug\u201c (Hi 21,34).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Echter Trost hat mit Treue zu tun; er ist \u201ebest\u00e4ndig, unwandelbar, unverg\u00e4nglich\u201c, wirkt \u00fcberzeugend, \u201ezumal er nicht leicht \u00fcber die Lippen kommt, keine billige Rede ist\u201c. Echten Trost erkennt man daran, \u201eda\u00df sich der Tr\u00f6stende mit dem zu Tr\u00f6stenden identifiziert.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a> Die Identifikation hat freilich Grenzen; in der Sterbebegleitung wird mit Nachdruck gesagt: Sie d\u00fcrfen (sollen) nicht\u00a0 mitsterben! Wie schon angesprochen: Weder zu viel N\u00e4he, noch zu viel Distanz. Aber: Leicht gesagt, schwer verwirklicht! Die besten Chancen einer Seelsorge und Sterbebegleitung auf Augenh\u00f6he erwachsen aus Erfahrungen, die uns selbst das Leben gelehrt hat: bitteres Leid, Ungl\u00fcck, Verlust, Versagen, Entscheidungen, die man sp\u00e4ter bereut hat; Verletzungen, die man anderen zuf\u00fcgte; starke Schuldgef\u00fchle. Man muss sich auch selbst verzeihen k\u00f6nnen, und das kann verdammt schwer fallen. Und wer tr\u00f6stet uns dann??<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In der Welt leiden erschreckend viele Menschen unter Armut, Hunger, Unterern\u00e4hrung und Gewalt, w\u00e4hrend im Vergleich der geringere Anteil der Weltbev\u00f6lkerung im Wohlstand und im Frieden ein bequemes Leben f\u00fchrt. Ich habe dabei immer wieder ein schlechtes Gewissen; schlie\u00dflich leben die reichen L\u00e4nder auf Kosten der \u00e4rmeren (auf Grund komplexer Relationen in der Weltwirtschaft). \u2013 Wenn demokratische, wirtschaftlich stabile Staaten es wollten, g\u00e4be es einige Millionen weniger Arme, Hungernde, Verhungernde. Aber sie m\u00fcssten konsequent sein, Milit\u00e4rdiktaturen die Stirn bieten und den geliebten Wohlstand einschr\u00e4nken, dem Anderen geben, was man im \u00dcberfluss hat.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Emmanuel L\u00e9vinas, Philosoph der Ethik des Anderen, schreibt: \u201eF\u00fcr das reine Leiden, das an sich sinnlos und ohne Ausweg (\u2026) verdammt ist, nimmt ein Jenseits im Zwischenmenschlichen Gestalt an.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a> L\u00e9vinas spricht (mit Nietzsche) vom Skandal des sinnlosen Leidens von Unschuldigen und von dem tief im Menschen verankerten Bed\u00fcrfnis, dies Leiden auch noch zu rechtfertigen.<a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a> M\u00f6gliche L\u00f6sung: Mitmenschlichkeit wirkt wie ein Jenseits im Diesseits und verschafft einzig wahrhaften Trost.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pfarrer Thomas Bautz<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bonn<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">E-Mail: <a href=\"mailto:bautzprivat@gmx.de\">bautzprivat@gmx.de<\/a>; <a href=\"mailto:th-bautz@t-online.de\">th-bautz@t-online.de<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pfarrer \u201eim Unruhestand\u201c<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Rolf Rendtorff: Das Alte Testament. Eine Einf\u00fchrung (1983): (III) (3.1.2) Jesaja 40\u201355 (Deuterojesaja), 204\u2013205; j\u00fcdische Exegese meint teilweise, es sei der bekannte Prophet Jesaja Ben Amoz, h\u00e4lt also an der Einheitlichkeit des Buches Jesaja fest; Roland Gradwohl: Bibelauslegungen aus j\u00fcdischen Quellen 3 (1988), 193\u2013207: 194\u2013195.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Martin Buber: Der Glaube der Propheten (2., verb. u. um Register erg. Aufl. 1984): Der Gott der Leidenden (195\u2013281): Das Mysterium, 246\u2013281: 248.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.bibelwissenschaft.de\/stichwort\/16341\/\">http:\/\/www.bibelwissenschaft.de\/stichwort\/16341\/<\/a> Hans-J\u00fcrgen Hermisson: Deuterojesaja, wibilex (2017): (3.) Der Prophet, S. 12\u201313: 12.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Siegfried Herrmann: Geschichte Israels in alttestamentlicher Zeit (2., \u00fcberarb. u. erw. Aufl. 1980): (III.) (1.) Die Epoche des babylonischen Exils, 353\u2013363. Israel hatte bereits als Nordreich vor und durch Eroberung Samarias durch die m\u00e4chtigen Assyrer gelitten, die gro\u00dfe Teile der Oberschicht, Wehrf\u00e4hige, Handwerker deportierten, w\u00e4hrend die Landbev\u00f6lkerung am Ort blieb. Die Deportationspraxis der Assyrer bewirkte, dass die staatliche Existenz Israels aufgehoben wurde; die Exilierten waren auf mehrere L\u00e4nder und Regionen verteilt, verstreut und nicht mehr als homogene Gruppe erkennbar; cf. op. cit. (1980): (8.) Die assyrische Expansion bis zum Fall von Samaria, 301\u2013313: 301f; (9.) Juda bis zum Regierungsantritt des Josia, 314\u2013322; (10.) Die Restauration des Josia und das Ende der Assyrer, 321\u2013334; cf.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Cf. Leben im Exil. Predigt zu Jeremia 29:1.4\u20137.10\u201314, verfasst von Thomas Bautz (21. So. n. Trin. 21.10.2018); <a href=\"http:\/\/www.bibelwissenschaft.de\/stichwort\/18001\/\">http:\/\/www.bibelwissenschaft.de\/stichwort\/18001\/<\/a> \u00a0Thomas Wagner: Exil\/ Exilszeit, wibilex (2007): (3.2.2.) Die Situation exilierter Jud\u00e4er in Babylonien: (a) Die Lebensverh\u00e4ltnisse, S. 17.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Ezechiel verk\u00fcndet aber sogleich die R\u00fcckf\u00fchrung des Volkes aus allen L\u00e4ndern, in die es verstreut war und erinnert daran, dass JHWH auch in jenen V\u00f6lkern sie nicht verlassen habe (Ez 11,16\u201317).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Cf. S. Herrmann: Geschichte Israels in alttestamentlicher Zeit (1980), 343\u2013344.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Cf. R. Gradwohl: Bibelauslegungen aus j\u00fcdischen Quellen 2 (1987): Jeremias Brief an die Exilierten (Jer 29,1.4\u20137.10\u201314), 276\u2013292: 277.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Cf. T. Wagner: Exil\/ Exilszeit (2007), S. 18f.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Cf. T. Wagner: Exil\/ Exilszeit (2007), S. 32.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> J\u00fcrgen Osterhammel\/ Jan C. Jansen: Kolonialismus. Geschichte, Formen, Folgen (1995; 8., aktualis. Aufl. 2017).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Barbara Schmitz: Geschichte Israels (2., aktualis. Aufl. 2015): (2.5.) Das Leben in Juda, Babylonien und \u00c4gypten (597\/ 587\u2013520 v.d.Z.), S. 35\u201345: 40\u201341, cf. 43\u201344.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Cf. Wagner: Exil\/ Exilszeit (2007): (2.) Das assyrische Exil, S. 2\u201312.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> S. Rudolf Kassel: <em>Untersuchungen<\/em><em> zur griechischen und r\u00f6mischen Konsolationsliteratur (1958); Peter von Moos: Consolatio<\/em>. Studien zur mittellateinischen Trostliteratur \u00fcber den Tod und zum Problem der christlichen Trauer. Vier B\u00e4nde, M\u00fcnstersche Mittelalter-Schriften 3 (1971\/ 1972); Trost der Philosophie. Boethius. Lateinisch und deutsch, hg. v. Ernst Gegenschatz (2., \u00fcberarb. Aufl. 1969). Boethius (ca. 480\u2013ca. 524) bedient sich aller damals bekannten philosophischen Genera; Philosophie war nach langer Haft sein gro\u00dfer Trost; cf. Lexikon antiker Autoren, hg. v. Oliver Sch\u00fctz (1997): Boethius, 143\u2013145.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Wilhelm Gesenius\u2018 hebr\u00e4isches und aram\u00e4isches Handw\u00f6rterbuch \u00fcber das Alte Testament (12. Aufl. 1895), pdf, S. 491f; op. cit., hg.v. Rudolf Meyer\/ Herbert Donner, Bd. 2 (<sup>18<\/sup>1995); zit.n. W. Gesenius: op. cit. (<sup>16<\/sup>1915), 497\u2013498.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Gesenius: op.cit., S. 491; cf. <a href=\"http:\/\/www.bibelwissenschaft.de\/stichwort\/36214\/\">http:\/\/www.bibelwissenschaft.de\/stichwort\/36214\/<\/a> Peter Riede: Trost \/ Tr\u00f6ster \/ tr\u00f6sten, wibilex (2014), S. 1.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Riede: Trost \/ Tr\u00f6ster \/ tr\u00f6sten (2014), S. 1.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> P. Riede (2014), S. 1; es folgt Ps 25,17.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> H.-J. Hermisson: Deuterojesaja (2017): (3.) Der Prophet, S. 12.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> S. Christina Ehring: Die R\u00fcckkehr JHWHs: Traditions- und religionsgeschichtliche Untersuchungen zu Jesaja 40,1 &#8211; 11, Jesaja 52,7 &#8211; 10 und verwandten Texten, WMANT 116 (2007).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Der doppelte Ruf bei DtJes 40,1 zeugt von einer starken Akzentuierung: Das Volk soll umfassend getr\u00f6stet werden; es hat im Exil auch stark gelitten; R. Gradwohl: Bibelauslegungen aus j\u00fcdischen Quellen 3 (1988), 197.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Der Internist Dr. Paul Becker von der Internationalen Gesellschaft f\u00fcr Sterbebegleitung und Lebensbeistand (IGSL-Hospiz e.V.), gegr. 1986, <a href=\"https:\/\/www.igsl.de\/\">https:\/\/www.igsl.de\/<\/a> publiziert im Team hilfreiche Erfahrungen; sie haben immer wieder auch praktische Hilfen in der Ausbildung angeboten. Dr. Becker erz\u00e4hlte auch von seinen Erfahrungen.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Konkordanz zum hebr\u00e4ischen Alten Testament (BH R. Kittel, Masoretischer Text, unter Mitwirkung v. L. Rost), ausgearb. u. geschr. v. Gerhard Lisowsky (1958), s.v. \u05e0\u05d7\u05dd, S. 918\u2013919; Riede: Trost \/ Tr\u00f6ster \/ tr\u00f6sten (2014), S. 2\u20135.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Cf. R. Gradwohl: Bibelauslegungen aus j\u00fcdischen Quellen 3 (1988), 197\u2013198.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> S. Andreas Scherer: L\u00e4stiger Trost. Ein Gang durch die Eliphas-Reden im Hiobbuch, BThSt 98 (2008).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> R. Gradwohl: Bibelauslegungen aus j\u00fcdischen Quellen 3 (1988), 207 (\u201eWegweisung f\u00fcr unsere Zeit\u201c).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> <em>Sinnloses Leiden<\/em>, zit. n. \u00a0Nietzsche and Levinas. \u201eAfter the Death of a Certain God\u201c, hg. v. Jill Stauffer\/ Bettina Bergo (2009): (9) Beyond Suffering I Have No Alibi (David Boothroyd), 150\u2013164: 150: <em>Useless Suffering<\/em>; cf. The Provocation of Levinas. Rethinking the Other, hg. v. Robert Bernasconi (1988).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/BE954DDE-AA3D-4DD0-B78B-10BE64ED2B4B#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Cf. The Cambridge Companion to Levinas, hg. v. Simon Critchley\/ Robert Bernasconi (2002): Evil and the temptation of theodicy (Richard J. Bernstein), 252\u2013267: 257\u2013258.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gibt es wahren Trost? | 3. 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