{"id":15281,"date":"2022-12-14T08:00:34","date_gmt":"2022-12-14T07:00:34","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=15281"},"modified":"2022-12-15T09:20:43","modified_gmt":"2022-12-15T08:20:43","slug":"philipper-42-7-johannes-119-28","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/philipper-42-7-johannes-119-28\/","title":{"rendered":"Philipper 4,2-7"},"content":{"rendered":"<h3>4. Advent | 18.12.2022 | Phil. 4,2-7; Joh. 1,19-28 |\u00a0Anna Jensen |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir sind auf dem Wege zu Heiligabend und Weihnachten. Noch sind wir nicht dort, aber wir sind fast fertig mit den Vorbereitungen., die Kuchen sind gebacken, Geschenke sind eingekauft, hier in der Kirche kommen nur noch die Weihnachtsfeiern der Schulen. Wir sind so nahe dran, dass wir fast Weihnachten schon merken. Ein kleines St\u00fcck Weg noch, dann k\u00f6nnen wir die herrliche Erz\u00e4hlung h\u00f6ren, wie Jesus auf Erden geboren wurde in der Weihnacht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber bis wir Weihnachten erreichen, m\u00fcssen wir einen kleinen Umweg zur\u00fccklegen. Heute, am vierten Advent, stehen wir mit den gro\u00dfen Scharen am Ufer des Jordan. Johannes der T\u00e4ufer predigt f\u00fcr uns. Er ruft: \u201eEbnet den Weg des Herrn!\u201c Viele in der Schar h\u00f6rten auf Johannes und lie\u00dfen sich taufen zur Vergebung der S\u00fcnden. Sie gingen erleichtert fort, nun wo sie ihr schlechtes Gewissen nicht mehr plagte. Johannes predigte, dass die Menschen auch eine Verantwortung hatten f\u00fcr die S\u00fcnde, dass es nie zu sp\u00e4t war, umzukehren und neu zu beginnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Merkw\u00fcrdig, das war Johannes. Er lebte wie ein wilder Mann, gekleidet in Kamelwolle, er a\u00df und trank, was er in der Natur fand, schlief in einer Felsenh\u00f6hle. Die Juden in Jerusalem schickten einige Priester und Leviten hinaus zu Johannes. Sie mischten sich unter die Leute und h\u00f6rten die Predigt des Johannes. Pl\u00f6tzlich ergriff einer von ihnen das Wort: \u201eWer bist du?\u201c Johannes antwortete: \u201eIch bin nicht Christus\u201c. \u201eWer bist du dann?\u201c wurde aus der Menge gefragt. \u201eBist du Elias, bist du der Prophet \u2013 wer bist du? Sage, wer du bist, dass wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben! Warum taufst du, wenn du weder der Gesalbte bist noch Prophet?\u201c Johannes antwortete mit seiner donnernden Stimme: \u201eIch taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennt. Der wird nach mir kommen, und ich bin nicht wert, dass ich seine Schuhriemen l\u00f6se\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So nahe sind wir bei Christus hier am vierten Advent! Er ist hier! Er ist hier in der Schar irgendwo, wir k\u00f6nnen fast die Hand ausstrecken und ihn anr\u00fchren. Aber noch hat er sich nicht zu erkennen gegeben, seine Stunde ist noch nicht gekommen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Jahre 1516 malte Leonardo da Vinci ein Bild von Johannes dem T\u00e4ufer. Auf dem Bild gleicht Johannes der T\u00e4ufer mit seinen feinen fast femininen Z\u00fcgen nicht einem wilden Mann. Seine Haare sind fein frisiert, und f\u00fcr einen wilden Mann ist er eine anmutige Gestalt, auch wenn er in Kamelwolle gekleidet ist. Mit dem Zeigefinger seiner rechten Hand zeigt er \u2013 nicht auf uns Zuschauer oder die Pharis\u00e4er, f\u00fcr die er nicht viel \u00fcbrighat \u2013 nein er zeigt nach oben. Zum Himmel oder seinen Wanderstab, den man schwach im Hintergrund ahnt. Das obere Ende des Wanderstabes hat die Form eines Kreuzes, und das ist kein Zufall. Die Aufgabe des Johannes ist es zu zeigen, auf ihn zu zeigen, der nach ihm kommen wird, auf den Erl\u00f6ser. Johannes predigte mit gro\u00dfer Autorit\u00e4t, denn er predigte nicht \u00fcber sich selbst. Nicht Johannes sollte das Volk erl\u00f6sen, nein, Johannes war der, der den Weg bereitete.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein Weg ist im engen Sinne eine Verkehrsader, eine Lichtung, die zwei Punkte verbindet. Wenn man an Punkt A ist und gerne zu Punkt B will, kann man den Weg benutzen. Im weiten Sinne ist ein Weg eine Art und Weise, sich zu verhalten, oder eine Hilfe. \u201eWo ein Wille ist, ist ein Weg\u201c, sagen wir, oder: \u201eWir sind auf dem rechten Weg\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir sind auf dem Weg nach Weihnachten. Ein Weg hei\u00dft auf Lateinisch via, Manchmal m\u00fcssen wir einen kleinen Umweg machen, um das Ziel zu erreichen, wir erreichen es <em>\u00fcber (via) <\/em>einen<em> Umweg<\/em>. Heute h\u00f6ren wir vom Erl\u00f6ser <em>via<\/em>, d.h. \u00fcber Johannes. Heute h\u00f6ren wir vom Erl\u00f6ser auf dem Weg <em>\u00fcber<\/em> Johannes. Johannes zeigt den Weg. \u201eEr ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennt\u201c, sagte er. Und wir m\u00fcssen uns umdrehen und unter den Leuten umschauen, k\u00f6nnen wir Christus sehen, ihn, der uns so nahe ist?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">An mehreren Adventssonntagen sind wir nun unterwegs gewesen nach Weihnachten. Am Sonnabend werden wir feiern und uns dar\u00fcber freuen, dass Gott uns nahe ist. Zu Weihnachten werden wir uns der Freude hingeben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Paulus schreibt in seinem Brief an die Philipper: \u201eFreuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich euch: Freuet euch!\u201c Es kann schwerfallen, sich zu freuen, wenn man Finsternis in sich tr\u00e4gt. Nicht alle Weihnachtsfeiern werden so, wie wir uns das w\u00fcnschen k\u00f6nnten. Vielleicht ist es geographisch unm\u00f6glich, die Familie zu versammeln, vielleicht ist die Familie wegen einer Scheidung oder einem Todesfall getrennt. Aber Paulus f\u00e4hrt hartn\u00e4ckig fort: \u201eFreuet euch! Eure G\u00fcte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe. Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet vor Gott kundwerden\u201c. Gott wird unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren.\u00a0 Gott wird uns Frieden geben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Glaube ist Vertrauen. Weihnachten ist eine Freude, die so tief ist, dass sie selbst die tiefste Trauer erfasst. Paul Gerhardt 1653 das Lied geschrieben: Fr\u00f6hlich soll mein Herze springen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er drei seiner f\u00fcnf Kinder verloren. Er war Pfarrer in Mittenwalde s\u00fcdlich von Berlin in der Zeit nach dem drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg. Vor dem Krieg und der Pest gab es in der Gemeinde 240 Familien, als Paul Gerhardt kam, waren es nur noch 42. Da war nicht viel, wor\u00fcber man sich freuen konnte, dennoch schreibt Paul Gerhardt ein Lied, das so voller Freude ist. Der Gesang der Engel soll erklingen, denn der Himmel verk\u00fcndet, dass Christus geboren ist. Selbst die Trauernden haben etwas, wor\u00fcber sie sich freuen k\u00f6nnen, die in gro\u00dfem Leide schweben, sollen h\u00f6ren, denn hier ist die T\u00fcr zur wahren Freude. Es ist zwar arm und kalt im Stall, aber das Herz ist warm. Der Stern erhellt den Weg, der vor uns liegt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In der Weihnachtszeit sollen wir uns freuen. Gewiss, es gibt Dinge im Leben, die uns misslingen oder nicht das werden, was wir w\u00fcnschten. Aber die wahre Freude, der Erl\u00f6ser, er ist gerade mitten unter uns. Die Aufgabe des Johannes ist es, den Weg zu zeigen, so dass wir mit klarem Auge Weihnachten sehen k\u00f6nnen, die wahre Weihnachtsfreude, den Heiland, der eben mitten unter uns ist und sich bald zu erkennen gibt. Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pastorin Anna Jensen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">5230 Odense M<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">E-mail: <a href=\"mailto:ansj@km.dk\">ansj(at)km.dk<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>4. Advent | 18.12.2022 | Phil. 4,2-7; Joh. 1,19-28 |\u00a0Anna Jensen | Wir sind auf dem Wege zu Heiligabend und Weihnachten. 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