{"id":15398,"date":"2022-12-20T14:14:18","date_gmt":"2022-12-20T13:14:18","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=15398"},"modified":"2022-12-20T14:14:18","modified_gmt":"2022-12-20T13:14:18","slug":"kolosser-23-6-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/kolosser-23-6-10\/","title":{"rendered":"Kolosser 2,3.6-10"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Mit wem wir stehen und gehen | Christfest I | 25.12.2022 |\u00a0Kol. 2,3.6-10 | Suse G\u00fcnther |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>In Jesus Christus liegen verborgen alle Sch\u00e4tze der Weisheit und der Erkenntnis\u2026Wie Ihr nun den Herrn Jesus Christus angenommen habt, so lebt auch in ihm und seid in ihm verwurzelt und gegr\u00fcndet und fest im Glauben wie Ihr gelehrt worden seid und seid reichlich dankbar. Seht zu, dass Euch niemand einfange durch Philosophie und leeren Trug, gegr\u00fcndet auf die M\u00e4chte der Welt und nicht auf Christus. Denn in ihm wohnt die ganze F\u00fclle der Gottheit leibhaftig. Und an dieser F\u00fclle habt Ihr teil in ihm, der das Haupt aller M\u00e4chte und Gewalten ist.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott, gib uns ein Herz f\u00fcr Dein Wort und nun ein Wort f\u00fcr unser Herz. AMEN<\/p>\n<h4 style=\"font-weight: 400;\">Predigt<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die allerersten Verse des ersten Psalms beginnen wie folgt:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>noch tritt auf dem Weg der S\u00fcnder,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>noch sitzt wo die Sp\u00f6tter sitzen,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>sondern hat seine Lust am Gesetz des Herrn<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>und sinnt \u00fcber sein Gesetz Tag und Nacht.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserb\u00e4chen,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>der seine Frucht bringt zu seiner Zeit<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>und seine Bl\u00e4tter verwelken nicht.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Und was er tut, das ger\u00e4t ihm wohl.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">150 Psalmen gibt es, Gebete, die jedem j\u00fcdischen Gl\u00e4ubigen von Kindheit an in Fleisch und Blut \u00fcbergegangen sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gepflanzt und gegr\u00fcndet wie ein Baum an Wasserb\u00e4chen, ein Bild, das auch uns anspricht, umso mehr die Menschen, die in wasserarmen Gegenden des vorderen Orients leben. B\u00e4ume, verwurzelt und gegr\u00fcndet, man sieht sie selten in Israel, sie fallen auf, sind etwas Besonderes. Verwurzelt und fest verankert sein, man m\u00f6chte es auch selbst. Zur Zeit Jesu, als Israel Spielball verschiedener Nationen war. Und zu unserer Zeit heute, wo aus allen Richtungen bedrohliche Nachrichten auf uns einprasseln und wir oft nicht wissen, was wir von alle dem glauben k\u00f6nnen. Woran wir uns halten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Selbst fest stehen k\u00f6nnen in den St\u00fcrmen der eigenen Zeit, das m\u00f6chten wir, das wollten die Menschen in der Zeit nach Jesu Tod, als der Kolosserbrief geschrieben wurde. Der Apostel ermuntert die ersten Christen dazu, an Jesus festzuhalten, sich nicht verunsichern zu lassen durch Philosophien und G\u00f6tter der griechischen und r\u00f6mischen Weltm\u00e4chte. Kolossae liegt in Griechenland, diese Gemeinde d\u00fcrfte also bestens vertraut gewesen sein mit der griechischen G\u00f6tterwelt. Der Apostel ermuntert dazu, an Jesus festzuhalten, am einen Sohn Gottes, in dem alle Weisheit und Erkenntnis ist und der folglich alle die verschiedenen Gottheiten, Zust\u00e4ndigkeiten und Streitigkeiten auf dem griechischen Olymp \u00fcberfl\u00fcssig macht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">All das ist 2000 Jahre her, heute kommen wir selbst uns manchmal vor wie ein Spielball der Weltm\u00e4chte. Ich staune immer wieder, wie sehr die alten biblischen Worte mich in meiner aktuellen Zeit ansprechen. Wie zeitlos sie sind. Wie sehr die Botschaften \u00fcber Jahrhunderte hinweg Kraft auch in unsere Unsicherheit tragen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Weihnachten f\u00fchrt uns zur\u00fcck zu unseren eigenen Wurzeln, zu unseren Anf\u00e4ngen als Christen, zu dem, was uns h\u00e4lt und tr\u00e4gt. Es f\u00fchrt uns zur\u00fcck zu Jesus, auf dessen Spuren wir bis heute unterwegs sind. Weihnachten l\u00e4sst uns innehalten und der Frage nachgehen: Wo komme ich her? Und: Wo m\u00f6chte ich hin?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Weihnachten f\u00fchrt uns sogar noch weiter zur\u00fcck. Unsere Wurzeln reichen weiter als ins Jahr Null. Denn auch Jesus hat Wurzeln. Andere sind vor ihm gegangen. Maria und Josef haben sich auf den Weg gemacht nach Bethlehem, so haben wir es gestern Abend geh\u00f6rt, weil sie dort in die Volksz\u00e4hlung aufgenommen werden sollten. Bethlehem deshalb, weil Josefs Familie von dort stammte. Oder, um es in altem Lutherdeutsch zu sagen: \u201eDarum, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war.\u201c So weit lassen uns biblische Erz\u00e4hler mit Jesus zur\u00fcckgehen: Bis zu K\u00f6nig David.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Damit soll nat\u00fcrlich einerseits gesagt werden: Jesus ist der K\u00f6nig, auf den wir warten. Aber auch diese Botschaft ist f\u00fcr uns wichtig: Wir sind nicht wahllos in die Welt geworfen. Wir haben eine Geschichte mit den Menschen und mit Gott. Wir haben Wurzeln.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese Wurzeln gehen weit zur\u00fcck hinter die Geburt Jesu, so die biblische Botschaft.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie alle kennen das Lied \u201ees ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart\u201c. Das Lied geht zur\u00fcck auf das Prophetenwort aus Jesaja 11, das wir als Schriftlesung geh\u00f6rt haben:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eEin Reis wird hervorgehen aus dem Stamm Isais (das ist der Vater Davids) und ein Zweig aus seiner Wurzel wird Frucht bringen. Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn\u2026.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Indem Christen diese alte Weissagung auf Jesus bezogen haben, sagen sie zweierlei: Zum einen: Jesus ist Mensch, er hat eine menschliche Geschichte und Wurzeln auf dieser Erde. Zum anderen: Auf Jesus ruht Gottes Geist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Apostel, der der Gemeinde in Kolossae den Brief mit unserem heutigen Predigttext geschrieben hat, befindet sich in einer langen Reihe von Menschen auf Jesu Spuren. Er kommt von Jesus her. In Jesus ist er verwurzelt. Er ist sicher, dass in Jesus seine eigene Geschichte lebendig ist. Dass in Jesus geradezu Sch\u00e4tze der Weisheit zu finden sind. Mit Jesus geht er zur\u00fcck zu seinen eigenen Anf\u00e4ngen. Und mit Jesus blickt er nach vorne, wenn er seiner Gemeinde r\u00e4t: Lebt in Jesus, seid in ihm verwurzelt, mit ihm k\u00f6nnt Ihr in Eure Zukunft hineinwachsen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mich sprechen diese Worte an in einer Zeit, in der menschliches Handeln mit seinen selbstgemachten Gottheiten so oft an seine Grenzen st\u00f6\u00dft und ich mich frage, was ich denn von einer Zukunft erwarten kann. Was ich anderen denn f\u00fcr eine Zukunft zusprechen kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Durch die Worte des Apostels f\u00fchle ich mich ermutigt in meiner Zeit. Wissen, wo ich herkomme, wo ich meine Wurzeln habe, wer mich h\u00e4lt und tr\u00e4gt: Jesus und alle die Menschen, die vor ihm und nach ihm gekommen sind. Menschen, die als Juden die alte Messiasweissagung aus Jesaja 11 gekannt haben. Menschen, die mit den vielen G\u00f6ttern der anderen Religionen vertraut waren. Menschen, die v\u00f6llig unvorbereitet auf Jesus getroffen sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich stehe in einer Reihe derer, die immer wieder neu geglaubt haben und aus diesem Glauben Kraft bezogen haben, es mit ihrem Leben aufzunehmen und der Zukunft zu trauen. Wir kommen von Jesus her, wir gehen mit Jesus weiter. Wohin genau wir gehen, ist dabei vielleicht gar nicht so wichtig, wichtig ist eben, mit wem wir gehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eSeid dankbar\u201c, das r\u00e4t der Apostel, und das m\u00f6chte ich auch uns heute hier ans Herz legen. Denn die Dankbarkeit lenkt den Blick weg von \u00c4ngsten und Sorgen, hin zu alle dem, was uns doch an Gutem zugedacht ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dieser neue \u2013 und doch so alte Blick \u2013 ist es, den wir an Weihnachten ganz neu ein\u00fcben k\u00f6nnen. Uns ganz bewusst auf die Seite der Menschen stellen, die guten Willens sind. Tief verwurzelt in dem Menschen, der guten Willens war f\u00fcr alle: Jesus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir wissen von ihm, dass er die Psalmen gebetet hat, so wie jeder gute Jude es getan hat und wie wir es bis heute tun. Sicher hat er auch diese Worte gesprochen:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>noch tritt auf dem Weg der S\u00fcnder,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>noch sitzt, wo die Sp\u00f6tter sitzen,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>sondern hat seine Lust am Gesetz des Herrn.<\/em><br \/>\n<em>Der ist wie ein Baum gepflanzt an Wasserb\u00e4chen,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>der seine Frucht bringt zu seiner Zeit,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>und seine Bl\u00e4tter verwelken nicht.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Und was er macht, ger\u00e4t ihm wohl.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Fr\u00f6hliche Weihnachten.<\/em> AMEN<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Suse G\u00fcnther<\/strong><\/p>\n<p><strong>E-mail: <a href=\"mailto:suse-guenther@posteo.de\">suse-guenther@posteo.de<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit wem wir stehen und gehen | Christfest I | 25.12.2022 |\u00a0Kol. 2,3.6-10 | Suse G\u00fcnther | Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen. 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