{"id":15466,"date":"2022-12-26T00:46:55","date_gmt":"2022-12-25T23:46:55","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=15466"},"modified":"2022-12-27T12:48:18","modified_gmt":"2022-12-27T11:48:18","slug":"roemer-831b-39-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/roemer-831b-39-2\/","title":{"rendered":"R\u00f6mer 8,31b-39"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Altjahresabend | 25.12,22 | R\u00f6mer 8,31b-39 | Friedrich Seven |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Text<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">R\u00f6mer 8, 31b-39<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>31) \u00a0Ist Gott f\u00fcr uns, wer kann wider uns sein?<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>32) Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn f\u00fcr uns<\/em><em>\u00a0alle dahingegeben-\u00a0<\/em><em>wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>33 \u00a0Wer will die Auserw\u00e4hlten Gottes beschuldigen?\u00a0<\/em><em>Gott ist hier, der gerecht macht. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>34) Wer will verdammen?\u00a0<\/em><em>Christus Jesus ist hier, der gestorben ist,\u00a0<\/em><em>ja mehr noch, der auch auferweckt ist,\u00a0<\/em><em>der zur Rechten Gottes ist und f\u00fcr uns eintritt.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>35) Wer will uns scheiden von der Liebe Christi?\u00a0<\/em><em>Tr\u00fcbsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger\u00a0<\/em><em>oder Bl\u00f6\u00dfe oder Gefahr oder Schwert?<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>36) Wie geschrieben steht:<\/em><em>\u00a0\u201eUm deinetwillen werden wir get\u00f6tet den ganzen Tag;\u00a0<\/em><em>wir sind geachtet wie Schlachtschafe.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>37) Aber in dem allen \u00fcberwinden wir weit\u00a0<\/em><em>durch den, der uns geliebt hat.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>38) Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben,\u00a0<\/em><em>weder Engel noch M\u00e4chte noch Gewalten,\u00a0<\/em><em>weder Gegenw\u00e4rtiges noch Zuk\u00fcnftiges,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>39) weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur\u00a0<\/em><em>uns scheiden kann von der Liebe Gottes,\u00a0<\/em><em>die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Predigt<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wem kann denn der Abschied von diesem Jahr schwerfallen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zu nah ist uns der Krieg ger\u00fcckt, als dass wir uns jetzt ganz auf das pers\u00f6nliche Geschick konzentrieren k\u00f6nnten, selbst wenn 2022 f\u00fcr uns und unsere Lieben privat ein vielleicht ganz gutes Jahr war.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die K\u00e4mpfe in der Ukraine werden so erbittert gef\u00fchrt, dass nicht einmal mehr f\u00fcr die Weihnachtstage und die Zeit zwischen den Jahren eine Waffenruhe vereinbart werden konnte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">W\u00e4hrend wir hier Gottes Wort h\u00f6ren, singen und beten, schlagen gar nicht so weit von uns entfernt wohl wieder die Geschosse ein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir m\u00fcssen davon ausgehen, dass das neue Jahr wie das alte weiter geht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Welche Hoffnungen k\u00f6nnen wir da an 2023 kn\u00fcpfen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und doch haben wir uns hier an diesem Altjahrsabend zum Gottesdienst versammelt, um noch einmal vor dem Jahreswechsel die N\u00e4he Gottes zu suchen und auf sein Wort zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dabei suchen wir nicht nach einem h\u00f6heren Wesen, an das wir uns einfach anlehnen k\u00f6nnten, sondern wir h\u00f6ren von dem Gott, der uns in Jesus Christus begegnet ist und immer wieder in unserem Gottesglauben begegnen kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Fragen, die uns der Apostel stellt, stellen eher uns in Frage, als dass sie nach Gott fragen. Der Apostel Paulus antwortet \u00a0mit der Gewissheit, dass nichts und niemand uns trennen kann von der Liebe Gottes.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr diese Liebe steht nicht nur ein Versprechen, sondern ein Name: Jesus Christus. Es ist der Name des Menschen und Sohn Gottes Jesus von Nazareth. Mit ihm hat Gott unser Leben und unsere Geschichte auf ewig mit seiner Geschichte verbunden. Eine f\u00fcr Gott schmerzliche Geschichte, so schmerzlich wie es nur sein kann, wenn wir einen geliebten Menschen, ein Kind verlieren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Tr\u00fcbsal-<\/em> was so altert\u00fcmelnd klingt, wird doch ganz gegenw\u00e4rtig, wenn wir in der christlichen Hoffnung auf den Frieden in diesem gerade vergehenden Jahr damit konfrontiert werden, dass die Welt den himmlischen Frieden nicht geben kann. Unser Engagement f\u00fcr den Frieden, unsere Friedenbewegung kann sich nicht einfach moralisch \u00fcber die hinwegsetzen, die sich verteidigen m\u00f6chten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die begrifflichen Konfliktlinien verlaufen zwischen einem brutalen heimt\u00fcckischen \u00a0Eroberungskrieg\u00a0 und der Selbstverteidigung eines Landes.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auf einmal m\u00fcssen wir doch lernen, zu unterscheiden zwischen Abwehr- und Angriffswaffen. Dabei d\u00fcrfen wir aber nicht unser Ziel, den Frieden, aus den Augen zu verlieren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es sieht alles nach einem lange w\u00e4hrenden Gebietskrieg aus, wie wir ihn aus der Geschichte kennen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Christus hat diese alte Geschichte schon \u00fcberwunden; diese Geschichte, in der wir bestehen m\u00fcssen und die wir ohne ihn nie \u00fcberwinden werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Suche nach der N\u00e4he Gottes f\u00fchrt uns gerade nicht weg in eine fromme Weltflucht, sondern ruft\u00a0 uns mit dem Sohn Gottes mitten hinein in die Welt, in die er zu uns gekommen ist und aus der er uns dem Heil und dem Frieden entgegen f\u00fchren will. Wir k\u00f6nnen mit ihm ziehen \u2013 von Jahr zu Jahr.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir k\u00f6nnen uns im Glauben dem Widerspruch stellen, mit dem sich die Welt gegen ihn aufrichten und seinen Sieg r\u00fcckg\u00e4ngig machen will.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch in diesem Jahr sind Schwestern und Br\u00fcder um ihres Glaubens an Christus willen verfolgt worden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aus der privilegierten Position einer Mehrheitskirche haben wir\u00a0 auf diese Verfolgten immer erst hingewiesen werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jetzt, wo die Statistiker auch uns einen schnellen Abstieg zu einer Minderheit deutlich unter 50 Prozent in der Bev\u00f6lkerung prognostizieren, werden wir die Komfortzone wohl verlassen m\u00fcssen. Vielleicht lernen wir aber auch unser Land neu zu sch\u00e4tzen, wenn wir am eigenen Leib erfahren, dass unsere Verfassung die Glaubensfreiheit sch\u00fctzt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Freiheit des Glaubens, der sich nicht nur zu Weihnachten an das Schwache und Verborgene h\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Er liegt dort elend nackt und blo\u00df in einem Krippelein \u2013<\/em>\u00a0die geistliche Armut, die existentielle Nacktheit des Menschen, ist sicher nicht einfach durch soziales Engagement zu bem\u00e4nteln, aber wo im Namen Jesu der Mantel nicht geteilt wird, bleibt die Verk\u00fcndigung leer.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn wir weiterhin hungern und d\u00fcrsten nach der Gerechtigkeit, bleiben wir dabei, dass wir als geliebte Kinder Gottes\u00a0 auch und gerade soziale Wesen und diakonische Gemeinden sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zuletzt nennt der Apostel Paulus das Schwert als das Widerfahrnis, das den Christen in der Nachfolge treffen kann und ihn in Rom wohl auch getroffen hat.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sicher sind wir in unserem Leben vom Martyrium weit entfernt, und es k\u00e4me einer L\u00e4sterung gleich, wenn wir uns mit dem, was wir als Christen in einer nicht immer freundlichen Umwelt auszustehen haben, in die Reihe der M\u00e4rtyrer stellen w\u00fcrden. Doch gen\u00fcgt ein Blick in die schreckliche Vergangenheit\u00a0 unseres Landes, um zu sehen, wie schnell uns die gewaltsame Ausgrenzung ereilen kann. Wie bedr\u00fcckend ist es auch zu wissen, mit welchen machtl\u00fcsternen Erwartungen offenbar einige unserer Mitb\u00fcrger\/innen einem neuen alten Reich entgegenfiebern.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Reich, auf das wir zugehen, hat bereits angefangen: <em>Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und f\u00fcr uns eintritt. <\/em>Mit seiner Auferweckung ist das Reich unseres Herrn schon angebrochen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So k\u00f6nnen wir getrost \u00a0den Weg in das neue Jahr gehen. Gott wird wieder mit uns gehen, auch ihm ist die Schwelle bekannt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bei aller Sorge und in Angst um den Frieden in der \u00a0Welt d\u00fcrfen wir getrost auch an uns denken.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dankbar d\u00fcrfen wir uns auch erinnern an das, was Dir und mir gelungen ist und was uns Hoffnung auf ein Gelingen im neuen Jahr gibt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sicher steht f\u00fcr jeden auch einiges Beschwerliche, ja gar Gef\u00e4hrliches \u00a0an, aber keiner braucht die Hoffnung zu verlieren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Darum lasst uns singen: <em>Hilf, Herr Jesu, lass gelingen, hilf das neue Jahr geht an.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen!<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pastor i.R.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dr. Friedrich Seven<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Co Almut Willms<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kirchberg 17<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">37431 Bad Lauterberg<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\">e-mail: friedrichseven@t-online.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Altjahresabend | 25.12,22 | R\u00f6mer 8,31b-39 | Friedrich Seven | Text R\u00f6mer 8, 31b-39 31) \u00a0Ist Gott f\u00fcr uns, wer kann wider uns sein? 32) Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn f\u00fcr uns\u00a0alle dahingegeben-\u00a0wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? 33 \u00a0Wer will die Auserw\u00e4hlten Gottes beschuldigen?\u00a0Gott ist [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":15455,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41,1,549,157,853,114,165,447,349,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-15466","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-roemer","category-aktuelle","category-altjahresabend","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-friedrich-seven","category-kapitel-08-chapter-08-roemer","category-kasus","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15466","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15466"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15466\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15480,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15466\/revisions\/15480"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15455"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15466"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15466"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15466"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=15466"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=15466"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=15466"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=15466"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}