{"id":15612,"date":"2022-12-26T15:07:48","date_gmt":"2022-12-26T14:07:48","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=15612"},"modified":"2022-12-30T15:48:04","modified_gmt":"2022-12-30T14:48:04","slug":"roemer-0831-39","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/roemer-0831-39\/","title":{"rendered":"R\u00f6mer 08,31-39"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Ein fester Boden in schwierigen Zeiten | Altjahrsabend | 31. Dezember 2022 | R\u00f6m 08,31-39 | Kira Busch-Wagner |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Predigtabschnitt, der uns heute zum Trost, zur Erinnerung, zur Zuversicht zu bedenken aufgetragen ist, entstammt dem Eingangsteil des Paulusbriefs an die Gemeinde in Rom. Es ist das letzte Paulusschreiben, das wir kennen. Der letzte, gro\u00dfe, abschlie\u00dfende Brief des Paulus, ein theologisches Testament.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie stark Paulus zu der Zeit der Abfassung seines Briefes, vermutlich in Korinth, 25 bis 30 Jahre nach der Kreuzigung Jesu, und fast ebensoviel Zeit nach seiner Berufung ,war, \u2013 \u00a0in wieweit Paulus gerade da pers\u00f6nlich mit schweren Bedr\u00e4ngnissen gerechnet hat, wei\u00df ich nicht. Aber erlebt hatte er schon so vieles: Gerichtsverhandlungen, bei denen nicht abzusehen war, wie es ausginge, Gef\u00e4ngnis, k\u00f6rperliche Strafen, Schiffsungl\u00fcck, chronische Krankheit. Aber auch Streit, Verleumdung, Geh\u00e4ssigkeit. Er war, wenn auch manches mal schwer l\u00e4diert, davon gekommen. Er hatte auch viel erreicht, viel bewirkt. Und musste zugleich immer mit \u00fcberraschendem Ungl\u00fcck rechnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er ist mit all dem umgegangen auf dem Boden eines unendlich gro\u00dfen Grundvertrauens in Gott.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Paulus hat Jesus nicht pers\u00f6nlich zu Lebzeiten kennengelernt. Aber, \u2013 kein Sachverhalt ist \u00f6fter \u00fcberliefert im Neuen Testament als der \u2013 Paulus sagt: Christus ist mir begegnet. Der Auferstandene ist mir begegnet. Er hat mich gerufen. Er hat mich berufen. Das ver\u00e4ndert das Leben. Das best\u00e4rkt mein Vertrauen. Das best\u00e4tigt meine Erfahrungen mit Gott, selbst wenn viele Erfahrungen mit Menschen, ja sogar mit \u00fcbermenschlichen und \u00fcberirdischen M\u00e4chten, dagegen stehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Paulus schreibt im Brief nach Rom:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Ist Gott f\u00fcr uns, wer kann wider uns sein? 32\u00a0Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn f\u00fcr uns alle dahingegeben \u2013 wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? 33\u00a0Wer will die Auserw\u00e4hlten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. 34\u00a0Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und f\u00fcr uns eintritt. 35\u00a0Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Tr\u00fcbsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Bl\u00f6\u00dfe oder Gefahr oder Schwert? 36\u00a0Wie geschrieben steht: \u00bbUm deinetwillen werden wir get\u00f6tet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe.\u00ab 37\u00a0Aber in dem allen \u00fcberwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. 38\u00a0Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch M\u00e4chte noch Gewalten, weder Gegenw\u00e4rtiges noch Zuk\u00fcnftiges, 39\u00a0weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Paulus schreibt nicht, dass er niemals schuldig geworden sei. Er spricht nicht davon, dass er in vollendeter Haltung durchs Leben gehe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er behauptet nicht, dass Todesgefahr, Tr\u00fcbsal, Angst, Verfolgung, Hunger, Bl\u00f6\u00dfe, sei es Blo\u00dfstellung, sei es Nacktheit, ihn kalt lassen, an ihm abprallen oder gar nur in der eigenen Einstellung existieren. All das geh\u00f6rt zu Realit\u00e4t des Lebens. Das kennt er. Bei sich. Bei anderen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das unterscheidet ihn von vielen Argumentationen, die mir immer wieder begegnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nicht so schlimm, sagt da jemand. Gibt sich. Zeit heilt Wunden. Oder: selber dran schuld. Kann ich nichts daf\u00fcr. Ist weit weg.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Oder in Sachen Moral: das wird nicht bestraft, also ist es erlaubt. Ich bin nicht bestraft, also habe ich eine wei\u00dfe Weste.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nein, ganz anders.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Schuld \u2013 Paulus steht dazu. Gefahr, Bedr\u00e4ngnis, Sterben: f\u00fcr Paulus alles ganz unmittelbare Erfahrung. Das nimmt er ernst. Er redet das Leid nicht klein. Er beharrt aber:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott h\u00e4lt Verbindung durch Schuld, Gefahr, Bedr\u00e4ngnis, Sterben, ja durch den Tod hindurch. Wenn S\u00fcnde das Wort f\u00fcr den Abstand zu Gott ist, dann macht Gott die S\u00fcnde zunichte, weil der den Abstand \u00fcberbr\u00fcckt. Durch seinen Messias, durch seinen Christus, den Menschen Jesus. Der, der den Paulus berufen hat. Zu dem wir geh\u00f6ren &#8211; sichtbar, h\u00f6rbar, fassbar &#8211; \u00a0seit unserer Taufe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr Paulus ist das der feste Boden, auf dem er steht, wenn alles \u00fcber ihn hereinbricht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auf diesen Boden weist er uns hin. Wir sind frei, dahin zu treten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Am ersten Januar 2022 haben wir auf die Jahreslosung geschaut, haben Sie hier in der Kirche noch h\u00e4ngen. Jesus Christus spricht: wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen (Joh 6, 37). Da sind wir auf das neue Jahr zugegangen. Sind hineingegangen . Heute schauen wir sozusagen von innen zur\u00fcck. Jahreslosung und Bibelwort des letzten Tages begegnen einander. Wie die beiden Schlie\u00dfen einer Kette.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Christus hat uns nicht abgewiesen. Am Ende l\u00e4dt Paulus uns ein, zu bezeugen: Und nichts kann von ihm, wie auch immer unsere Erfahrungen sind, uns scheiden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">M\u00f6gen auch Ihre Erfahrungen mit dem Jahr 2022 sich dahinein fassen lassen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In Christus Jesus bewahre der Friede Gottes, h\u00f6her als alle Vernunft, unsere Herzen und Sinne, unseren Verstand und alles Empfinden, unser Gelingen und Scheitern. Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<h4 style=\"font-weight: 400;\">Liedvorschl\u00e4ge<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">EG 64, 1,2,6 Der du die Zeit in H\u00e4nden hast (Achtung, verschiedene Melodien!)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">EG 65 Von guten M\u00e4chten (\u201eohne Zittern\u201c? Oder: \u201eoft mit Zittern\u201c\/ \u201eunter Zittern\u201c?)<br \/>\nEG 39, 1+5 Kommt und lasst uns Christus ehren<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">EG 56, 1.4.5<strong>\u00a0 <\/strong>Weil Gott in tiefster Nacht erschienen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">EG 351, 1.12,13 Ist Gott f\u00fcr mich, so trete gleich alles wider mich<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">EG 34, 1+4 Freuet euch der Christen alle (verbindet in der 4. Strophe Weihnachten und Jahreswechsel)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Halleluja nach EG 34<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aus: Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder<strong>:\u00a0 <\/strong>NL 167 Keinen Tag soll es geben<\/p>\n<hr \/>\n<h4 style=\"font-weight: 400;\">Gedanke f\u00fcr die F\u00fcrbitte<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Taufen, Trauungen, Bestattungen, Konfirmanden, Konfirmierte, Ein- und Austritte der Gemeinde im zur\u00fcckliegenden Jahr nennen, evtl. in ihrer Anzahl, und aufnehmen in die F\u00fcrbitte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein fester Boden in schwierigen Zeiten | Altjahrsabend | 31. Dezember 2022 | R\u00f6m 08,31-39 | Kira Busch-Wagner | Der Predigtabschnitt, der uns heute zum Trost, zur Erinnerung, zur Zuversicht zu bedenken aufgetragen ist, entstammt dem Eingangsteil des Paulusbriefs an die Gemeinde in Rom. Es ist das letzte Paulusschreiben, das wir kennen. 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