{"id":15847,"date":"2023-01-09T10:20:53","date_gmt":"2023-01-09T09:20:53","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=15847"},"modified":"2023-01-09T16:25:42","modified_gmt":"2023-01-09T15:25:42","slug":"johannes-21-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-21-11\/","title":{"rendered":"Johannes 2,1-11"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Mitten unter uns flie\u00dft der ganze Reichtum deiner Liebe \u2026 | 2. So. n. Epiphanias | 15.01.23 | Joh 2,1-11 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Anne-Marie Nybo Mehlsen |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wer wollte nicht gerne zu einer Hochzeit kommen im Januar? Wenn der ganze Glanz von Weihnachten, Licht und festlicher Strahlenglanz weggepackt sind und die Geschenke umgetauscht sind oder beiseitegelegt, kann der Winter so d\u00fcster und undurchdringlich werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0 \u201eWei\u00dfer Januar\u201c, das ist ein neuer Begriff und bedeutet ein Fasten nach Weihnachten mit Enthaltsamkeit von Bildschirm-Licht und Alkohol nach dem langen \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Verbrauch an Weihnachten. F\u00fcr einige \u2026<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0 Andere haben sich n\u00fcchtern gehalten, ma\u00dfgehalten, haben aufgespart, um geben zu k\u00f6nnen, Geschenke zu kaufen, festliche Tische zu decken, k\u00fchle und sprudelnde Getr\u00e4nke in sch\u00f6nen Gl\u00e4sern zu servieren. Blieb da etwas \u00fcbrig? Etwas von dem Wein vom Fest, ein wenig von dem Strahlenglanz? Oder ist die Freude nun endg\u00fcltig aufgebraucht?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus gibt Zeichen und erz\u00e4hlt, er zeigt mit seinen Taten weit \u00fcber die Reste an Freude und die Magie des Zaubers hinaus, es ist als finde man einen Rest von Weihnachtsschmuck mitten im Januar. Das ist ein Wunder des Kellners und ganz nat\u00fcrlich, so wie das Brechen des Brotes, immer wieder wird es ausgeteilt, bis alle satt sind. Ja. Wasser kann zu Wein werden \u2013 auf diese Weise produziert man Wein aus der S\u00fc\u00dfe der Sonne und der Hefe der Trauben. Es dauert nur l\u00e4nger, aber Zeit hat keine Grenzen im sch\u00f6pferischen Alltag Gottes.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0 Aber Jesus begn\u00fcgt sich nicht damit, ein paar extra Kannen auf den Festtisch zu setzen, er l\u00e4sst die riesengro\u00dfen Reinigungskr\u00fcge aus Stein f\u00fcllen \u2013 wohl mehrere hundert Liter vom besten Wein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist als sei da eine Kraft, die nicht zu z\u00fcgeln ist oder im Zaum gehalten werden kann, wenn sie erst losgelassen ist. Sie ist in ihm, dem jungen Mann, der gerade eine Schar von J\u00fcngern um sich gesammelt hat, und der nicht meint, bereit zu sein, Gro\u00dfes zu vollbringen. Nicht bereit zu dem, was die Welt erwartet, nicht bereit zu offenbaren, dass Gott in ihm ist, dass in ihm der Reichtum der Liebe flie\u00dft \u2026<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und deshalb eben ein Hochzeitsfest \u2013 und ein Wunder im F\u00fcllhorn &#8211; wirklich im \u00dcberma\u00df, weit mehr als Zauberkunst und noch ein Glas Champagner.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein Zeichen, das die Herrlichkeit Gottes offenbart \u2013 wollen wir es sehen? Oder wollen wir nur einen Zauberer sehen, der seine K\u00fcnste besser f\u00fcr etwas verbwendet, was mehr n\u00f6tig ist, der unsere Rufe nach Barmherzigkeit, Frieden und neue Gemeinschaft in diesem dunklen Januar erh\u00f6rt?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So fing es an, schreibt Johannes, der in jedem seiner Kapitel eine Wahrheit dar\u00fcber offenbart, wer Jesus ist. Wir sehen in jedem Kapitel, das wir lesen, mehr \u2013 sehen mehr von Gott, sehen mehr von der Liebe, die flie\u00dft wie ein Strom, wo Jesus geht und steht. Und wir sehen mehr \u00fcber uns selbst \u2013 letzteres nicht immer so strahlend und sch\u00f6n.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie sollten wir es ertragen k\u00f6nnen, die Herrlichkeit Gottes zu sehen? Was bedeutet es, wenn sich Gott wahrlich mitten in unserem Alltag ereignet und ihn f\u00fcllt \u2013 uns mit Herrlichkeit \u00fcbersch\u00fcttet, so dass selbst ein finsterer Januartag in unheimlichen und \u00a0gar nicht festlichen Krisenzeiten eine Hochzeitsfest ist, wo der starke Wein der Liebe unbegrenzt flie\u00dft?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">K\u00f6nnen wir das ertragen? Nicht einmal Moses, den man doch Freund Gottes nannte, konnte es ertragen, die Herrlichkeit von Angesicht zu Angesicht zu sehen \u2013 wie sollten wir es ertragen, mit ihr zu leben?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">M\u00fcssen wir nicht wenigstens erst gereinigt werden \u2013 gr\u00fcndlich? Ein seelisches und leibliches Bad nehmen im gro\u00dfen Reinigungsbecken? So dachten die Juden, das war der Sinn der rituellen Waschungen des Leibes und von Dingen, sich in Sinn und Denken rein machen angesichts des lebendigen Gottes, den Leib heilig halten, der Gottes Gesch\u00f6pf ist, und Mahlzeiten abhalten in \u00dcbereinstimmung mit allen rituellen Vorschriften \u2013 und sie auf diese Weise wie einen Gottesdienst zu feiern \u2013 als Dienst f\u00fcr Gott. So war der alte Bund.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es sind die Reinigungskr\u00fcge, die Kr\u00fcge des alten Bundes, die Jesus mit Wein f\u00fcllt!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0 Nach j\u00fcdischem Gesetz macht er die Kr\u00fcge unrein mit dem Wein, das ist ein Skandal, so als h\u00e4tte er sie mit Blut gef\u00fcllt. Aber symbolisch erf\u00fcllt Jesus gerade den alten Bund bis an den Rand und im \u00dcberma\u00df mit dem neuen Bund zwischen Gott und Menschen. Der neue Bund ist er selbst, sein eigenes Fleisch und Blut, sein Leben, Gott f\u00fcr uns und mit uns. Ein Zeichen, das die Herrlichkeit Gottes f\u00fcr uns offenbart, wie wir sind \u2013 und der Strahlenglanz f\u00e4llt auf uns und verwandelt uns, und die Lebenskraft, die Liebe von ihm erf\u00fcllt uns \u00fcber alle Ma\u00dfe im Leben des Alltags. Erhellt das Leben von innen. Die Herrlichkeit wird im Glauben offenbar, im gl\u00e4ubigen Herzen, St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck, und das Zeichen bei der Hochzeit in Kana ist eine erste \u00dcbung darin, im Verborgenen zu sehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus gibt Zeichen und erz\u00e4hlt, er verweist nicht nur auf das Reich Gottes mitten unter uns, er erf\u00fcllt uns mit ihm, berauscht uns mit dem Heiligen Geist \u2013 Sanctus Spiritus \u2013 ja!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0 Wenn wir es wagen, ihn bei Wort und Tat zu nehmen, dann sind wir jetzt mehr, k\u00f6nnen mehr dank seiner Kraft. Der Alltag verwandelt sich, wenn wir auf ihn h\u00f6ren, dem Ruf des Festes folgen und unsere Augen \u00f6ffnen f\u00fcr die Herrlichkeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir k\u00f6nnen gleich beginnen mit dem Tisch des Herrn \u2013 nicht nur wir sichtbare lebende Glieder dieser Gemeinde, sondern alle Lebende und Tote sind hier vereint im Reich Gottes. Die Br\u00fccken der Vers\u00f6hnung sind \u00fcber die Abgr\u00fcnde von Feindschaft und Fremdheit errichtet, eben hier ganz allt\u00e4glich vor dem Altar. Es hat aber einen Grund, dass das Silber gl\u00e4nzt und dein eigenes Bild reflektiert vor ihm, der am Kreuz h\u00e4ngt. Der kr\u00e4ftige Wein der Liebe flie\u00dft unter euch, von ihm zu dir, und du gehst von hier als ein anderer Mensch, als ein neuer Mensch. Das Herz hat Sinne und Augen, die sehen, sie bewegen sich frei \u00fcber dem Abgrund zwischen dem Reich Gottes und dieser Welt des Januars.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0 Der starke Wein der Liebe, das lebendige Wasser \u2013 der Beginn der Herrlichkeit, die wir in der Ewigkeit schauen werden von Angesicht zu Angesicht. In deinem und meinem Alltag beginnt sie schon mit einem anderen Blick auf die anderen, mit dem starken, anteilnehmenden und immer Leben schenkenden, bereitwilligen und f\u00fcrsorglichen Blick. Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Pastorin Anne-Marie Nybo Mehlsen<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>DK-4100 Ringsted<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Email: amnm(a)km.dk<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitten unter uns flie\u00dft der ganze Reichtum deiner Liebe \u2026 | 2. So. n. Epiphanias | 15.01.23 | Joh 2,1-11 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Anne-Marie Nybo Mehlsen | Wer wollte nicht gerne zu einer Hochzeit kommen im Januar? 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