{"id":16030,"date":"2023-01-17T12:13:32","date_gmt":"2023-01-17T11:13:32","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=16030"},"modified":"2023-01-17T17:15:46","modified_gmt":"2023-01-17T16:15:46","slug":"matthaeus-81-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-81-13\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 8,1-13"},"content":{"rendered":"<h3>3. Sonntag nach Epiphanias | 22.01.2023 | Mt 8,1-13 (d\u00e4nische Perikopenordnung) |\u00a0Poul Joachim Stender |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In unserem Mittsommerlied \u201dWir lieben unser Land\u201c singen wir: \u201eJede Stadt hat ihre Hexe und jede Gemeinde ihre Trolle, die wollen wir uns mit dem Freudenfeuer vom Leibe halten\u201c. Gottseidank sind die Vorstellungen von Hexen und Trollen verschwunden. Und doch haben wir in unseren 2.169 Gemeinden d\u00e4monische Kr\u00e4fte. Die Hexen und Trolle der Gegenwart sind Verzweiflung, Einsamkeit, Trauer, Missbrauch, geistige Armut. Ich glaube, dass niemand so wie wir Pastoren sieht, wie hart das Leben f\u00fcr einige Menschen ist und wieviel Freudenfeuer in unserem Lande fehlt. Neulich haben wir in unserer Gemeinde Kirke Saaby einen Herzstarter bekommen. Und in Kisserup, meiner zweiten Gemeinde, haben wir auch einen Herzstarter bekommen. Und wenn man unter Herzstarter im Internetz nachschaut, kann man sehen, dass es fast genauso viele Herzstarter gibt wie Gemeinden. Es ist phantastisch, dass es \u00fcberall in D\u00e4nemark m\u00f6glich ist, Menschenleben zu retten. Aber schon im 12. Jahrhundert gab es \u00fcberall im Lande viele Herzstarter. Das sind alle die Kirchen aus dem Mittelalter, die genauso schnell wie die Herzstarter \u00fcberall im Lande errichtet wurden. Man kann heute im Internetz sehen, wo der n\u00e4chste mittelalterliche Herzstarter liegt. Das war n\u00e4mlich der Sinn mit der Errichtung der vielen Kirchen, dass sie nicht nur davon zeugen sollten, dass das Herz Gottes f\u00fcr uns schl\u00e4gt. Wenn man in die Kirche ging, sollte das kalte Herz wieder zum Leben erweckt werden durch die Verk\u00fcndigung, so dass es f\u00fcr Gott und den Mitmenschen zu schlagen begann. Oder wie der Prophet Hesekiel im Alten Testament sagt: \u201eIch will das steinerne Herz wegnehmen aus ihrem Leibe und ihnen ein fleischernes Herz geben\u201c (Hesekiel 11,19).\u00a0 Es besteht kein Zweifel, das Christentum ist der Grund f\u00fcr die enorme F\u00fcrsorge, die wir in D\u00e4nemark f\u00fcr das leibliche Wohl unserer Mitmenschen aufbringen.\u00a0 Im Gleichnis vom barmherzigen Samariter lernten wir von Jesus, dass wir uns des Notleidenden annehmen sollen. Und aus diesem Grunde haben wir ein gutes Gesundheitswesen und Herzstarter und allesm\u00f6gliche sonst. Wenn Aussatz, also Lepra, von der wir im heutigen Text h\u00f6ren, heute viel seltener ist, so ist das eben der Forderung des Christentums zu verdanken, dass wir uns des Notleidenden annehmen sollen. Aber dennoch hat jeder Ort noch immer seine Trolle in Form von Verzweiflung, Einsamkeit, Trauer, Missbrauch, geistlicher Armut. Und man kann sich dar\u00fcber wundern, dass man sich heutzutage so einseitig allein darauf konzentriert, dass es den Menschen und damit auch der Gesellschaft physisch gut geht. Es gen\u00fcgt aber nicht mit Wohnungen ohne Schimmelpilz und schnellem Zugang zu \u00e4rztlicher Behandlung und Herzstartern. Es gen\u00fcgt nicht mit gesundem Essen und guten Versicherungen und M\u00f6glichkeit f\u00fcr Ausbildung und guter Pension. Wir brauchen auch Sinn, Verst\u00e4ndnis und einen Ort, an den wir uns mit unserer Ohnmacht wenden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Evangelium vom Auss\u00e4tzigen und dem Offizier und seinem Knecht sehen wir zwei Beispiele daf\u00fcr, wohin sich Leute in ihrer Ohnmacht wenden. Ein Auss\u00e4tziger wendet sich an Jesus um Hilfe in seinem enormen Leiden, und dasselbe tut der Offizier, dessen Knecht im Sterben liegt. Jesus ist f\u00fcr sie ein Herzstarter, eine akute Hilfe, ein Notruf. Sie glauben voll und ganz daran, dass er Leben schaffen kann. Und das tut er auch. Deshalb ist es wichtig, dass wir, wenn wir die modernen Hexen und Trolle aus unseren St\u00e4dten und Gemeinden verbannen wollen, auch einen geistlichen Ort haben, an dem wir unsere Herzen wieder starten k\u00f6nnen, so dass wir das Leben in uns sp\u00fcren. Und ein solcher Ort ist die Kirche. Es n\u00fctzt nichts, dass man in unserer Gesellschaft glaubt, dass wir Menschen nur Wohlstand und Sicherheit brauchen. Wir m\u00fcssen auch h\u00f6ren und sp\u00fcren, dass das Herz Gottes f\u00fcr uns schl\u00e4gt und dass unsere eigenen Steinherzen in gangkommen m\u00fcssen, so dass sie Fleischherzen werden, die f\u00fcr Jesus Christus, unsere Mitmenschen und das Leben schlagen. Wenn ein Herzstillstand eintritt, ist es meist nicht so wie im Film, wo das Herz pl\u00f6tzlich stillsteht und aufh\u00f6rt zu schlagen. Das Herz wird in den meisten F\u00e4llen noch eine Zeitlang flimmern, nachdem der Herzstillstand eingetreten ist. Was der Herzstarter tut, ist dies, dass er einen elektrischen Sto\u00df gibt, der das Flimmern kurzzeitig beendet. Der Sto\u00df des Herzstarters ist lebenswichtig, weil er dem Herzen die notwendige Ruhe gibt, so dass es wieder effektiv schlagen kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn wir mit all unserer flimmernden Unruhe im Herzen, mit all der Ohnmacht, die wir in unserem Dasein erfahren k\u00f6nnen, in die Kirche kommen, wird das Wort Gottes uns die Ruhe geben, die wir brauchen. Das Abendmahl beginnt mit den Worten: Erhebt eure Herzen zum Herrn. Ja, Lasst uns das tun. Unsere unruhigen, flimmernden, \u00e4ngstlichen Herzen zum Herrn erheben. Gib uns, Gott, Ruhe, Segen, Friede, Seligkeit. Worte haben mehr Macht als wie meinen. Das zeigt das Evangelium dieses Sonntags. Jesus heilt den Knecht des Offiziers nicht, indem er ihn ber\u00fchrt. Er sagt nur: \u201eGeh hin; dir geschehe, wie du glaubst\u201c. Das Wort schafft, was es sagt. Der Knecht des Offiziers wird gesund. Wenn es in den Bibeltexten, den Liedern, dem Segen und beim Abendmahl hei\u00dft, dass Gott mit uns ist, dann <em>ist<\/em> er bei uns. Wenn er uns die Vergebung unserer S\u00fcnden zusagt, <em>sind<\/em> wir gereinigt, rein und bereit, neu zu beginnen. Wenn er uns sagt: Sorget nicht, legt eure Lasten auf mich, dann bekommt unser flimmerndes Herz Ruhe. Worte haben Macht. Deshalb m\u00fcssen wir vorsichtig mit ihnen umgehen. Wir sind Herzstarter f\u00fcr einander. Mit Worten k\u00f6nnen wir zerst\u00f6ren, verletzen, t\u00f6ten. Aber mit warmen, lieben, wohlmeinenden, nachdenklichen Worten k\u00f6nnen wir einender Leben schenken. Wir sind 5,6 Millionen D\u00e4nen. 5,6 Millionen potenzielle Herzstarter verteilt \u00fcber das ganze Land. Gott befohlen. Amen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pastor Poul Joachim Stender<br \/>\nDK 4060 Kirke S\u00e5by<br \/>\npjs(at)km.dk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>3. 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