{"id":16131,"date":"2023-01-24T23:53:16","date_gmt":"2023-01-24T22:53:16","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=16131"},"modified":"2023-01-30T08:31:03","modified_gmt":"2023-01-30T07:31:03","slug":"matthaeus-171-9-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-171-9-3\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 17,1\u20139"},"content":{"rendered":"<h3>Letzter So. n. Epiphanias |\u00a029.01.2023 | Mt 17,1\u20139 | Hansj\u00f6rg Biener |<\/h3>\n<p>Vielleicht kennen Sie das Bild aus dem Fernsehen &#8211; oder aus eigener Erfahrung: Bergsteiger auf einem Gipfel. \u00dcber ihnen [weitet sich] der [blaue] Himmel, unter ihnen [liegt] die Weite der T\u00e4ler und ringsumher [blicken sie auf] die anderen Gipfel. &#8211; Ein langer Aufstieg liegt hinter ihnen, und nun genie\u00dfen sie das Panorama. E[s ist e]in Moment der Gr\u00f6\u00dfe und zugleich gro\u00dfer Demut. So gro\u00df ist die Welt, so klein der Mensch, und doch kann er aufsteigen und Berge bezwingen. Die Altvorderen f\u00fcrchteten die Berge. F\u00fcr sie waren Berge Sitz der G\u00f6tter: Zaphon, Olymp, Sinai, Himalaya. Der moderne Mensch ersteigt sie, &#8222;weil sie da sind&#8220;, wie ein Bergsteiger einmal sagte. Immer h\u00f6her geht es hinaus, immer weiter werden die Reisen, um zu erleben, was in unsere Sprache als\u00a0 &#8222;Gipfelerlebnis&#8220; eingegangen ist. Das Ineinander von Staunen \u00fcber die Gr\u00f6\u00dfe der Natur und \u00fcber die eigene Kleinheit &#8211; und \u00fcber die eigene \u00dcberwinderkraft, wenn man auf einem Gipfel steht. Bleiben kann man freilich nie. Der Abstieg ist so stundenlang und gef\u00e4hrlich wie der Aufstieg, doch nicht mehr mit der Verhei\u00dfung des Gipfelsturms. Was bleibt, ist die Erinnerung.<\/p>\n<p>Nicht jeder von uns ist Bergsteiger und Gipfelst\u00fcrmer, aber vielleicht kennen Sie \u00e4hnliche Erfahrungen aus anderen Bereichen Ihres Lebens. Die perfekte Welle f\u00fcr den Surfer, den [ewigen] Moment des Sieges f\u00fcr den Sportler, den ersten Kuss der Liebe, das &#8222;Sie haben die Stelle&#8220; f\u00fcr den Arbeitnehmer nach dem Auswahlverfahren, die Unterschrift unter den Vertrag f\u00fcr den Unternehmer. Man hat sich angestrengt, und zugleich steckt im Triumph auch etwas, das unerzwingbar zuf\u00e4llt und dem\u00fctig macht. Nehmen wir solche Erinnerungen mit in den Predigttext des heutigen Sonntags. Vielleicht kann das s\u00e4kulare Gipfelerlebnis uns helfen, das Gipfeltreffen zu verstehen, von dem der heutige Predigttext handelt:<\/p>\n<p>Matth\u00e4us 17,1-9 Die Verkl\u00e4rung Jesu<br \/>\n<em>Jesus nahm &#8222;Petrus und Jakobus und Johannes, dessen Bruder, und f\u00fchrte sie allein auf einen hohen Berg.<\/em><br \/>\n<em>Und er wurde verkl\u00e4rt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden wei\u00df wie das Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia; die redeten mit ihm.<\/em><br \/>\n<em>Petrus aber fing an und sprach zu Jesus: Herr, hier ist gut sein! Willst du, so will ich hier drei H\u00fctten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine.<\/em><br \/>\n<em>Als er noch so redete, siehe, da \u00fcberschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr h\u00f6ren!<\/em><br \/>\n<em>Als das die J\u00fcnger h\u00f6rten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, r\u00fchrte sie an und sprach: Steht auf und f\u00fcrchtet euch nicht!<\/em><br \/>\n<em>Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein.<\/em><br \/>\n<em>Und als sie vom Berge hinabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt von dieser Erscheinung niemandem sagen, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.&#8220;<\/em> (Matth\u00e4us 17,1-9)<\/p>\n<p>Das war im wahrsten Sinne des Wortes ein Gipfeltreffen, und ein religi\u00f6ses Gipfelerlebnis f\u00fcr die J\u00fcnger dazu. Es ist berechtigt, aber m\u00fc\u00dfig, nach historischen Details zu fragen. Wir wissen nicht, wo der Berg lag, und kulturell bedingt liegen dem modernen Mitteleurop\u00e4er &#8222;Verkl\u00e4rungen&#8220;, Visionen und Auditionen eher fern. In anderen Kulturen sind diese [f\u00fcr Mitteleurop\u00e4er merkw\u00fcrdigen] Elemente der Geschichte kein Problem, weil man ihrer religi\u00f6sen &#8222;Bedeutung&#8220; mehr Bedeutung zumisst als ihrer [intellektuellen] &#8222;Erkl\u00e4rung&#8220;. Aber wir sind nicht verloren. Wir k\u00f6nnen manches aus unserem Wissen &#8222;erkl\u00e4ren&#8220; und haben vielleicht auch Erfahrungen, die uns helfen k\u00f6nnen, zu verstehen, was an dieser Geschichte von einem Gipfeltreffen &#8222;bedeutsam&#8220; ist.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen &#8222;wissen&#8220;, was Berge in der Bibel bedeuten. Wir k\u00f6nnen wissen, welche Bedeutung Moses in der Bibel hat, und [dort] nachlesen, wer Elija war. Wer die Bibel etwas kennt, wird sich erinnern, dass Moses am Berg Sinai die Zehn Gebote bekam und dass es im Matth\u00e4us-Evangelium eine Bergpredigt gibt, in der Jesus die Gebote Israels ausgelegt hat wie ein neuer Moses. Elementare Gewalten ersch\u00fctterten den Sinai, als Moses hinaufstieg, um das Grundgesetz Israels in Empfang zu nehmen. Die Bibel geht sogar so weit, dass Moses &#8222;den Herrn in seiner Gestalt&#8220; sehen durfte [Numeri 12,8]. Doch im selben Kapitel hei\u00dft es auch: &#8222;Mose war ein sehr dem\u00fctiger Mensch, mehr als alle Menschen auf Erden.&#8220; [Numeri 12,3] Elementare Gewalten ersch\u00fctterten den Gottesberg, an den Elija gef\u00fchrt wurde, um seine Gotteserfahrung zu machen. Der gr\u00f6\u00dfte Gottesstreiter Israels, so die Bibel, musste lernen, dass Gott nicht in der elementaren Wucht zu finden ist, sondern im sanften S\u00e4useln. [1. K\u00f6nige 19] Das verstand er freilich erst nach dem Wind, der Berge zerriss und Felsen zerbrach, dem Erdbeben und dem Feuer. Und am Ende dieser Gotteserfahrung stand nach dem Zeugnis der Bibel unter anderem der Auftrag zur Berufung eines Nachfolgers.<\/p>\n<p>Und wenn wir das nun zusammenhaben &#8211; den Berg als Ort der Offenbarung, Moses und Elija als die gr\u00f6\u00dften Gottesm\u00e4nner, die Israels \u00dcberlieferung kannte -, dann kommen wir der Bedeutung n\u00e4her, die diese \u00dcberlieferung von einem Gipfeltreffen Jesu hat: Auch Jesus geh\u00f6rt auf den Berg, wo sich Himmel und Erde ber\u00fchren, und er ist im Gespr\u00e4ch mit den gr\u00f6\u00dften Gottesm\u00e4nnern Israels von gleich zu gleich. Doch es kommt mehr hinzu: &#8222;eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: \u201aDies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr h\u00f6ren!'&#8220; Das ist die Botschaft des Gipfeltreffens an die J\u00fcnger, und weil auch sie das glaubten, erz\u00e4hlten die Evangelisten davon als einem Gipfelerlebnis ihrer V\u00e4ter im Glauben: Merkt auf, hier ist mehr als\u00a0 Moses und mehr als Elija. Ihr habt nun Jesus, von dem ihr alles erfahrt, was von Gott und der Welt zu wissen n\u00f6tig ist.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, wie es mir ergangen w\u00e4re, wenn ich damals als J\u00fcnger dabei gewesen w\u00e4re. Es ist mehr als ein Gedankenexperiment, sich in die Situation hineinzuversetzen. Wenn wir so mit biblischen Geschichten umgehen, lernen wir da etwas \u00fcber uns, und wir merken zugleich, wie der Umgang mit der Bibel ver\u00e4ndert. Wie w\u00e4re das also gewesen, wenn &#8222;ich&#8220; als J\u00fcnger mit Jesus unterwegs gewesen w\u00e4re und nun auf dem Berg der Verkl\u00e4rung st\u00fcnde? Wie w\u00e4re das gewesen, wenn ich wie Petrus, Jakobus oder Johannes gehofft und geahnt h\u00e4tte, dass dieser Wanderprediger ein wahrer Gottesmann war, vielleicht sogar der verhei\u00dfene Messias. Und wie w\u00e4re das gewesen, wenn ich nun ihn und Moses und Elija beieinander s\u00e4he und aus dem [bisherigen] Ahnen w\u00fcrde [unmittelbare] Gewissheit. Und zugleich bin ich als Zeuge des Geschehens Teil von etwas Besonderem geworden! Vielleicht w\u00e4re ich \u00fcberw\u00e4ltigt wie Johannes und Jakobus. Vielleicht wollte ich den gro\u00dfen Moment festhalten, wie Petrus, der H\u00fctten bauen will, oder das Geschehen wenigstens photographieren. Vielleicht m\u00fcsste ich vor lauter Aufregung etwas tun, wie viele Menschen, die gro\u00dfen Ereignissen beiwohnen und die ganze Zeit ins Handy reden. Sp\u00e4testens aber bei der Gottesstimme w\u00fcrde mir bewusst, wer &#8222;die&#8220; sind und wer &#8222;ich&#8220; nicht bin. Moses, Elija und Jesus geh\u00f6ren sichtlich zusammen, doch ich bin nicht ihres gleichen. Geehrt sind Petrus, Jakobus und Johannes, wenn sie so etwas erleben d\u00fcrfen. Und auch ich w\u00e4re herausgehoben aus der Masse, doch Furcht und Zittern m\u00fcssten auch mich ergreifen &#8211; wie Petrus, Jakobus und Johannes. Sie fallen in den Staub, doch durch Gottes Gnade werden sie nicht zu Staub. &#8222;Jesus aber trat zu ihnen, r\u00fchrte sie an und sprach: \u201aSteht auf und f\u00fcrchtet euch nicht!&#8216; Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein.&#8220; Mir m\u00fcsste auch jemand wieder auf die Beine helfen. Und wenn ich aus der Geschichte wieder herausgehe, stellt sich mir die Frage: &#8222;W\u00e4rst du bereit f\u00fcr solch ein Erlebnis&#8220; &#8211; und bereit f\u00fcr seine Folgen?<\/p>\n<p>Als Beobachter schaue ich wieder auf die Geschichte und mache mir meine Gedanken. Ein Gipfeltreffen f\u00fcr Jesus, ein religi\u00f6ses Gipfelerlebnis f\u00fcr die J\u00fcnger. Petrus, Jakobus und Johannes haben mehr gesehen als die anderen J\u00fcnger und als die normalen Menschen sowieso. Das Mitgehen mit Jesus hat sich f\u00fcr jeden einzelnen gelohnt, und doch ist ihnen mehr zugefallen, als sie erwarten konnten. Aus dem Glauben wurde f\u00fcr einen kurzen Moment Schauen, und zugleich warf das sie nieder. Und ich, der ich mich aus der Geschichte wieder entferne, kann es [ein bisschen] nachempfinden. Auch wenn es m\u00fc\u00dfig ist, nach der Historie zu fragen: Wenn es so war, dann g\u00f6nne ich es den drei J\u00fcngern, so wie auch heute es anderen g\u00f6nnen muss, denen etwas Besonderes in ihrem Leben und Glauben widerf\u00e4hrt. [Es bleibt mir ja auch nichts anderes, wenn ich nicht Alltagserfolge bekritteln und besondere Glaubenserfahrungen bezweifeln will.] Doch es ist wie bei den weltlichen Gipfelerlebnissen unserer Tage. Bleiben kann keiner auf seinem Berg. Und auch die J\u00fcnger m\u00fcssen wieder herunter. Sie k\u00f6nnen nur die Erinnerung mitnehmen, und die Botschaft, die sie, so das Matth\u00e4us-Evangelium, f\u00fcr sich verstanden haben: &#8222;Ihn sollt ihr h\u00f6ren.&#8220; Petrus, Jakobus, Johannes und viele andere J\u00fcnger haben das getan &#8211; und J\u00fcngerinnen auch. Wenn wir hier und heute in einer Kirche zum Gottesdienst zusammen sind, dann sind wir Teil der Wirkungsgeschichte von Menschen, denen ihr Glaube immer wieder eine Anstrengung [wert] war und die doch von der einen oder anderen Glaubenserfahrung zehrten.<\/p>\n<p>Ich sagte schon, dass [uns als] Mitteleurop\u00e4ern &#8222;Verkl\u00e4rungen&#8220;, Visionen und Auditionen eher fern sind. Manche Christen beziehen sich aber auch bei uns auf besondere Glaubenserfahrungen, die nicht immer Gipfel-, wohl aber Schl\u00fcsselerlebnisse waren: &#8222;Als wir im Graben lagen, und links und rechts fielen die Bomben. Das war meine Auferstehung.&#8220; [Soll ich als Pfarrer da die Sprache richtig stellen?] Andere erz\u00e4hlen von einer Bekehrung nach langem Ringen, die f\u00fcr sie ebenso \u00dcberw\u00e4ltigung wie Befreiung durch Gott war. Andere erinnern sich an eine Erh\u00f6rung, wo man beim K\u00e4mpfen mit den Herausforderungen des Lebens bis aufs Beten zur\u00fcckgeworfen war, und dann fielen Steine vom Himmel und vom Herzen und bildeten einen Weg zu neuem Leben. Oder umgekehrt: Da war das Hindernis, auf das jemand auflief, von dem er oder sie heute im Glauben sagen kann, &#8222;Das musste so sein&#8220;. Das deutet den Unterschied an zwischen s\u00e4kularen Gipfelerlebnissen und spirituellen Schl\u00fcsselerlebnissen. Den s\u00e4kularen Kick kann man suchen und nach dem ersten Berg den n\u00e4chsten besteigen, bis man zuletzt die 8000er im Himalaya bucht, auf die Europ\u00e4er und Amerikaner steigen, w\u00e4hrend sie den Menschen vor Ort noch immer Sitz der G\u00f6tter sind. Wo aber Menschen [ihrem] Gott begegnen, da ist nicht jede Erfahrung, die wir machen, gesucht. Wir haben diese Ambivalenz schon in der Bibel bei Moses, den Gott beim Schafh\u00fcten zum Hirten Israels bestellt, oder den Propheten, die durch ihre Berufung ebenso herausgehoben werden wie beschwert. Und sie alle sagen: &#8222;Wer bin ich, dass&#8220;. Auf der einen Seite die Erhebung, &#8222;ich kleiner Mensch im Fokus Gottes&#8220;, auf der anderen Seite die Erfahrung der Verg\u00e4nglichkeit, und es ist gut, wenn Gott nicht mehr so genau hinschaut. [Das Leben nach einer individuell gewissen Gotteserfahrung erscheint mir wie eine Gratwanderung. Mir scheint, dass es keine Gottesbegegnung ohne Dem\u00fctigung gibt, und da muss man darauf achten, dass sie nicht als psychische Verletzung weiterwirkt. Und ebenso gibt es keine Gottesbegegnung, die nicht jeden einzeln mit einem Auftrag f\u00fcr sein Leben entl\u00e4sst, und hier muss man dem Gr\u00f6\u00dfenwahn entgegen wirken.] Wo Menschen sich vor [ihren] Gott gestellt finden, ist es wichtig, dass sie Klarheit \u00fcber ihre Schl\u00fcsselerfahrungen gewinnen und die Schl\u00fcsse, die sie ziehen. Das Gespr\u00e4ch mit einem in geistlichen Dingen erfahrenen Gegen\u00fcber wird hier ebenso n\u00fctzlich sein, wie die Erinnerung an biblische Texte.<\/p>\n<p>Lassen Sie mich darum abschlie\u00dfend noch ans Ende der Geschichte schauen. Das Gipfeltreffen Jesu mit Moses und Elija ist zu Ende, und das Gipfelerlebnis der J\u00fcnger auch. Es geht zur\u00fcck ins normale Leben, und wie normal, denn den J\u00fcngern wird verboten, von ihrer besonderen Erfahrung zu erz\u00e4hlen. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich beim Abstieg erheblichen Frage- und Redebedarf gehabt h\u00e4tte. Gewiss h\u00e4tte ich meine Fragen an Jesus gestellt, und mit Sicherheit h\u00e4tte ich das Verbot nicht verstanden. Muss man nicht jetzt, wo man Gewissheit hat, Jesus als Messias bekannt machen, jetzt wo man wei\u00df, dass er mit Moses und Elija mehr als gleichrangig ist? Im Nachhinein kann ich mir meinen Reim darauf machen: Mit der Lichtgestalt der Verkl\u00e4rung hatten die J\u00fcnger noch nicht alles gesehen, was von Jesus zu sehen und zu wissen n\u00f6tig war. Es fehlten Kreuz und Auferstehung, jener Karfreitag, an dem ihnen alle Hoffnungen starben, der Tag der Grabesstille, die auch bei uns \u00fcber so vielen Erlebnissen liegt, und der Tag der Auferstehung, die Verst\u00f6rung und Hoffnung bedeutete. An Jesu Lebensweg halten sich die Christen fest, wenn sie hoffen, dass ein Leben, das mit Gott gelebt wird, durch alle H\u00f6hen und Tiefen hindurch zu einem Leben mit Ewigkeitswert wird.<\/p>\n<p>Wo die Sch\u00e4delst\u00e4tten unserer Tage liegen, dass wissen wir, an vielen Orten dieser Welt und manchmal auch im eigenen Leben, wenn Lebenshoffnungen sterben. Manchmal erleben wir kleine Auferstehungen, oft genug bleibt die Hoffnung auf die letzte Auferstehung ins Leben bei Gott und das Festhalten an Hoffnungsgeschichten der Bibel. Wo der Berg der Verkl\u00e4rung lag, &#8211; wenn man diese historische Frage \u00fcberhaupt stellen darf -, wissen wir nicht. Wenn man es im zweiten, dritten oder vierten Jahrhundert noch gewusst h\u00e4tte, h\u00e4tte man dort bestimmt ein Kloster gebaut. Aber wenn die M\u00f6nche klug gewesen w\u00e4ren, dann lebten sie nicht wegen der Historie da. Man kann Uhren nicht zur\u00fcckdrehen, weder in der Weltgeschichte noch im eigenen Leben. Wenn die M\u00f6nche klug gewesen w\u00e4ren, dann ehrten sie die religi\u00f6se Bedeutung der Geschichte. &#8222;Ihr habt Jesus, den sollt ihr h\u00f6ren.&#8220; Es ginge ihnen aber vor allem um die Erfahrung mit sich und anderen, um Menschen, sei es an H\u00f6he-, sei es an Tiefpunkten des Lebens, von Gott her beraten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Dr. Hansj\u00f6rg Biener<\/strong> (*1961) ist Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und als Religionslehrer an N\u00fcrnberger Gymnasien t\u00e4tig. Au\u00dferdem ist er au\u00dferplanm\u00e4\u00dfiger Professor f\u00fcr Religionsp\u00e4dagogik und Didaktik des evangelischen Religionsunterrichts an der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg. (Hansjoerg.Biener (at) fau.de)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzter So. n. 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