{"id":16971,"date":"2023-02-15T16:45:41","date_gmt":"2023-02-15T15:45:41","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=16971"},"modified":"2023-02-15T16:45:41","modified_gmt":"2023-02-15T15:45:41","slug":"matthaeus-313-17-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-313-17-4\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 3,13-17"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Estomihi | 19.02.2023 |\u00a0Mt 3,13-17 (d\u00e4nische Perikopenordnung) |\u00a0Poul Joachim Stender |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In D\u00e4nemark wird zurzeit diskutiert, ob man die Taufliturgie \u00e4ndern soll. Viele Pastoren sind der Meinung, dass sie veraltet und f\u00fcr die heutigen Menschen unverst\u00e4ndlich ist. Ja was dann? Niemand von uns versteht die Taufe. Wie sollten wir verstehen, wie sch\u00f6n es ist, dass wir in der Taufe das Reich Gottes erlangen. Die Taufe ist ein Mysterium, das man sprachlich nicht erfassen kann. Es ist ein Missverst\u00e4ndnis zu glauben, dass man einen sprachlichen Zugang zum Mysterium erlangen kann. Wenn es um ein Mysterium geht, dann geht es nicht darum, dass man es \u201eso direkt sagt, dass es alle verstehen k\u00f6nnen\u201c. Wenn man den Wortlaut der Taufliturgie zu sehr ver\u00e4ndert, ver\u00e4ndert man schlie\u00dflich auch die Theologie. Heutzutage gibt es Pastoren, die etwas dagegen haben, dass wir darum bitten, dass das Kind durch die Taufe ein Kind Gottes wird. Sie meinen, dass alle Kinder der Welt Kinder Gottes sind. Und das ist ein sch\u00f6ner Gedanke. Aber was, wenn das nicht stimmt und wir nur durch die Taufe Kinder Gottes werden? Ich habe das Gl\u00fcck erlebt, dass mein Enkelkind getauft wurde. Und ich bin stolz, dass mein Sohn und meine Schwiegertochter f\u00fcr ihr Kind eine geistliche Entscheidung getroffen haben. Die meisten Eltern werden sicher daf\u00fcr sorgen, dass ihr Kind gesund ern\u00e4hrt wird, in gute Institutionen und Schulen kommt. Eltern treffen f\u00fcr ihre Kinder viele Entscheidungen. Warum wollen sie dann nicht die geistliche Entscheidung treffen, ihr Kind taufen zu lassen? Wir Eltern bestimmen, welchen Glauben unser Kind haben soll, die Kinder sollen angeblich selbst bestimmen. Welch ein Unsinn. Wir Eltern bestimmen, welchen Glauben unser Kind haben soll. Und ist das Kind im erwachsenen Alter mit unserer Entscheidung nicht einverstanden, steht es ihm frei zu tun, was es will. Es gibt viele gute Gr\u00fcnde, sein Kind taufen zu lassen. Erstens taufen wir, weil Jesus getauft wurde. Wenn er nicht getauft worden w\u00e4re, h\u00e4tten wir keine Taufe. Zweitens taufen wir, weil Jesus es befohlen hat: \u201eDarum gehet hin und lehret alle V\u00f6lker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes\u201c. Und drittens taufen wir, weil wir unsere Kinder so sehr lieben, dass wir ihre Welt so gro\u00df wie m\u00f6glich machen. Sie sollen sich nicht nur \u00fcber die Welt und alle ihre sch\u00f6nen Gaben freuen. Sie sollen auch die Gaben des Himmels bekommen, ein geistliches Leben, die Geborgenheit, sich geliebt zu wissen von einem Gott der Liebe. T\u00e4towierungen sind sehr modern geworden. Jede Stadt hat eine Stelle, wo man sich t\u00e4towieren lassen kann. Aber die sch\u00f6nste T\u00e4towierung kann man hier in der Kirche bekommen. Bei der Taufe zeichne ich ein Kreuz vor dem Gesicht und der Brust des Kindes, so dass alle Getauften begeistert denken k\u00f6nnen: \u201eDir Gott har geschrieben das Kreuz seines Lieben vor Stirne und Brust, schon eh du\u2019s gewusst, drum soll dir kein Teufel mehr schaden.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/8A5FB2D0-2E3A-42A6-B0D3-859C61B7D35A#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Indem uns und unsere Kinder taufen lassen, entscheiden wir uns f\u00fcr die Liebe und beginnen unseren Widerstandskampf gegen all das B\u00f6se in uns selbst und in der Welt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In der n\u00e4chsten Woche stehe ich an der Stelle, wo Jesus am Jordan von seinem Vetter Johannes dem T\u00e4ufer getauft wurde. Sie hei\u00dft Qasr el-Yahud. Pilger sind hunderte von Jahren zur Taufstelle Jesu gewallfahrtet, um sich im Fluss taufen oder segnen zu lassen. 1967 brach jedoch der Sechstagekrieg aus zwischen Israel auf der einen Site des Jordan und Syrien, \u00c4gypten und Irak auf der anderen Seite. Das ganze Gebiet wurde vermint mit \u00fcber 6-7.000 Minen. F\u00fcnfzig Jahre lang die Taufstelle verlassen da wie ein zweites Dornr\u00f6schenschloss. Erst in den letzten Jahren sind die Minen langsam ger\u00e4umt, und bald werden die verlassenen Kirchen am Fluss wieder \u00f6ffnen, und Ende dieses Jahres k\u00f6nnen alle sicher zum heiligen Ort kommen. Mir kommt der Gedanke, dass der Weg zur Taufe heute im Begriff ist vermint zu werden. Wenn wir meinen, dass die Kinder selbst entscheiden sollen, ob sie getauft werden sollen oder nicht, wird die Taufe vollkommen gleichg\u00fcltig. Eine Masern-Epidemie breitet sich aus, weil die Eltern bedenkenlos ihre Kinder nicht impfen lassen. Was geschieht, wenn die Eltern bedenkenlos ihre Kinder nicht taufen lassen? Kann das zu einer Epidemie von Gottlosigkeit, Geistlosigkeit, Haltungslosigkeit f\u00fchren in Bezug darauf, dass das Fundament unserer Kultur das Christentum ist? Die Taufe ist vermint durch gef\u00e4hrliche Behauptungen, die Taufe sei nicht besonders wichtig. Aber das ist sie. Die Taufe ist ein Mysterium, ein Aus- und Eingang in die Ewigkeit, dessen Bedeutung unfassbar gro\u00df ist. Wenn du im Zweifel bist, ob man sein Kind taufen lassen soll, so taufe es aus reiner Liebe zu Christus und dem Kind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Einer unserer fr\u00fcheren Politiker behauptet, Taufe und Beschneidung seien dasselbe. Das ist es absolut nicht. Die blutige Beschneidung bei Juden und Moslems k\u00f6nnen die Jung en nicht r\u00fcckg\u00e4ngig machen. Sie k\u00f6nnen die Vorhaut als Erwachsene nicht wiederbekommen. Die Taufe aber kann man r\u00fcckg\u00e4ngig machen. Als Getaufter ist man frei, auch nach der Taufe etwas anderes zu wollen.\u00a0 Und eben die Milde der christlichen Taufe, das lauwarme Wasser \u00fcber dem Kopf des Kindes, die beiden Zeichen des Kreuzes in der Luft, die Gebete der Liebe, die sch\u00f6nen Lesungen von der Gnade Gottes, die M\u00f6glichkeit, sich gegen seine Taufe zu entscheiden, zeigen, dass das Christentum eine Religion ist, wo Liebe, R\u00fccksichtnahme, Freiheit, Behutsamkeit gegen\u00fcber den Gesch\u00f6pfen \u00e4u\u00dferst wichtig sind. Zugleich aber zeigt die Taufe auch, dass die Christen sich in einem Widerstandskampf gegen das B\u00f6se befinden, der in der kommenden Fastenzeit intensiviert wird. Denn die Taufe beginnt in D\u00e4nemark noch immer damit, dass der T\u00e4ufling ja sagt zur Entsagung des Teufels und seinen Werken und all seinem Wesen. Und in diesem Widerstandskampf sind wir gut besch\u00fctzt mit einem geistlichen Panzer. Das sollten wie nie vergessen: \u201eDir Gott har geschrieben das Kreuz seines Lieben vor Stirne und Brust, schon eh du\u2019s gewusst, drum soll dir kein Teufel mehr schaden.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott befohlen. Amen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pastor Poul Joachim Stender<br \/>\nDK 4060 Kirke S\u00e5by<br \/>\npjs(at)km.dk<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/8A5FB2D0-2E3A-42A6-B0D3-859C61B7D35A#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Aus Grundtvigs Lied \u201dSchlaf Kindlein und liege\u201c, V. 2, D\u00e4nisches Gesangbuch Nr. 674, hier deutsch nach Deutsch-D\u00e4nisches Kirchengesangbuch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Estomihi | 19.02.2023 |\u00a0Mt 3,13-17 (d\u00e4nische Perikopenordnung) |\u00a0Poul Joachim Stender | In D\u00e4nemark wird zurzeit diskutiert, ob man die Taufliturgie \u00e4ndern soll. 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