{"id":1782,"date":"2020-02-20T19:36:34","date_gmt":"2020-02-20T18:36:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/static\/wp\/?p=1782"},"modified":"2023-03-12T13:29:42","modified_gmt":"2023-03-12T12:29:42","slug":"gottes-programm-grenzen-ueberwinden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/gottes-programm-grenzen-ueberwinden\/","title":{"rendered":"Gottes Programm&#8230;"},"content":{"rendered":"<h3>Gottes Programm: Grenzen \u00fcberwinden | Predigt zu Apostelgeschichte 9 i.A.; 2. Kor. 11,16-30, verfasst von Uland Spahlinger | Reimpredigt zum Faschingssonntag |<\/h3>\n<p>Biblische Bez\u00fcge: Apg. 9 i.A.; 2. Kor. 11, 16-30<\/p>\n<p>Na, geht\u2019s euch gut, ihr lieben Leut?<\/p>\n<p>Dann Gott zum Gru\u00df, es ist soweit.<\/p>\n<p>Denn was nun kommt, ihr wisst das schon &#8211;<\/p>\n<p>ab dreimal ist&#8217;s ja Tradition:<\/p>\n<p>Gereimtes presst&#8216; ich aus der Feder,<\/p>\n<p>denn Spr\u00fcche klopfen kann fast jeder.<\/p>\n<p>In Versma\u00df, streng nach Takt und Uhr<\/p>\n<p>wird auch der Sch\u00fcttelreim Kultur<\/p>\n<p>(denn reimst du nicht,<\/p>\n<p>dann fress ich dich&#8230;..).<\/p>\n<p>Drum lehnt euch ganz entspannt zur\u00fcck,<\/p>\n<p>ich dichte euch jetzt mal ein St\u00fcck.<\/p>\n<p>Auf geht\u2019s: Wir machen eine Reise,<\/p>\n<p>das bildet ja auf seine Weise.<\/p>\n<p>Heut schaffen wir&#8217;s sogar einmal<\/p>\n<p>und reisen CO2-neutral &#8211;<\/p>\n<p>die Greta h\u00e4tte ihre Freude,<\/p>\n<p>das d\u00fcrft ihr glauben, liebe Leute &#8211;<\/p>\n<p>mit gro\u00dfem Sprung und wie der Wind:<\/p>\n<p>dorthin, wo die Hellenen sind,<\/p>\n<p>und nicht nur in Europas S\u00fcdosten,<\/p>\n<p>Souflaki und Retsina zu kosten,<\/p>\n<p>nein: wir erh\u00f6hen noch das Gl\u00fcck:<\/p>\n<p>wir reisen in der Zeit zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Ins Jahr fuffzich denn geschwind:<\/p>\n<p>an den Isthmos \u2013 nach Korinth.<\/p>\n<p>Zwei H\u00e4fen, einer liegt im S\u00fcdien,<\/p>\n<p>Richtung \u00c4gypterland und Lybien,<\/p>\n<p>vom andern fahrn Schiffe in Richtung Norden,<\/p>\n<p>hin zu den R\u00f6mern und den wilden Horden;<\/p>\n<p>gehandelt wird mit \u00d6l und Wein<\/p>\n<p>mit Weizen, Holz, behau&#8217;nem Stein,<\/p>\n<p>und kunterbunt war das Gewimmel,<\/p>\n<p>aus aller Herren L\u00e4nder Leut&#8216;,<\/p>\n<p>so k\u00f6nnt&#8217;s auch sein bei Gott im Himmel,<\/p>\n<p>weil der sich an der Vielfalt freut.<\/p>\n<p>Wir bleiben aber in Korinth,<\/p>\n<p>wo Griechen, R\u00f6mer, Perser sind<\/p>\n<p>und Mauren, Berber und Germanen<\/p>\n<p>Illyrer, Galater, Afghanen,<\/p>\n<p>vielleicht sogar \u2013 nur ein Gedanke:<\/p>\n<p>dein Vorfahr \u2013 so ein alter Franke.<\/p>\n<p>Kurz und gut: die Stadt mit zwei Porten<\/p>\n<p>war Multikulti in ihren Pforten.<\/p>\n<p>Ein 1 A super Handelsplatz,<\/p>\n<p>das darfst du glauben, lieber Schatz.<\/p>\n<p>Doch wo die Pfeffers\u00e4cke handeln,<\/p>\n<p>ist nicht f\u00fcr jedermann lustwandeln.<\/p>\n<p>Wo H\u00e4ndler feilschen, lauern, neppen,<\/p>\n<p>da m\u00fcssen andre Lasten schleppen.<\/p>\n<p>Es herrschte schreckliches Gew\u00fchl<\/p>\n<p>wie sommertags in Dinkelsb\u00fchl.<\/p>\n<p>Bei uns sind&#8217;s meistens die Touristen &#8211;<\/p>\n<p>dort mussten Tagel\u00f6hner schwitzen.<\/p>\n<p>Und selbstverst\u00e4ndlich waren da<\/p>\n<p>die Philosophenschulen, klar &#8211;<\/p>\n<p>genau, das hatte Tradition<\/p>\n<p>seit Thales, Platon, Xenophon,<\/p>\n<p>Sokrates, der nur Fragen stellte,<\/p>\n<p>Diogenes, der Sch\u00fcler qu\u00e4lte<\/p>\n<p>mit bitter schwierigen Gedanken &#8211;<\/p>\n<p>da tat selbst Alexander wanken.<\/p>\n<p>Kurz: scharfes Denken, Redekunst<\/p>\n<p>stand bei den Griechen hoch in Gunst.<\/p>\n<p>Das war Korinth in jenen Tagen,<\/p>\n<p>da mussten viele Leut&#8216; sich plagen,<\/p>\n<p>und andre, ohne lang zu fragen,<\/p>\n<p>vergn\u00fcgten sich in Fressgelagen.<\/p>\n<p>Und eines Tages, irgendwann<\/p>\n<p>kam in Korinth Herr Paulus an.<\/p>\n<p>(Die folgenden Verse k\u00f6nnen auch als Lesung herausgetrennt werden)<\/p>\n<p>Herr Paulus, na, ihr wisst doch schon,<\/p>\n<p>der hatte eine Vi-si-on,<\/p>\n<p>der eingefleischte Christenhasser &#8211;<\/p>\n<p>das war er n\u00e4mlich, ein ganz krasser:<\/p>\n<p>den haut es vor Damaskus&#8216; Toren<\/p>\n<p>vom Pferd, er kriegt es auf die Ohren:<\/p>\n<p>\u201eSaul, Saul, warum verfolgst du mich?<\/p>\n<p>Das muss nicht sein, ich bitte dich!<\/p>\n<p>Das kannst du besser, horch \u2013 und zwar<\/p>\n<p>brauche ich dich als Missionar.<\/p>\n<p>Kein leichter Job, so viel ist sicher,<\/p>\n<p>da erntest du nicht nur Gekicher,<\/p>\n<p>das tr\u00e4gt dir wohl auch Pr\u00fcgel ein,<\/p>\n<p>doch Gottes Gnade \u2013 das muss sein \u2013<\/p>\n<p>soll hin zu den Leuten \u00fcberall<\/p>\n<p>zu Sklave, B\u00fcrger, Herrscher, Vasall,<\/p>\n<p>denn Jeder ist an mir \u2013 Christus \u2013 Glied,<\/p>\n<p>da mache ich keinen Unterschied.<\/p>\n<p>Und du, der fr\u00fchere Ver\u00e4chter,<\/p>\n<p>du wirst mein Zeuge, ein gerechter \u2013<\/p>\n<p>wenn du nur feste glaubst daran,<\/p>\n<p>dass ich die Menschen \u00e4ndern kann.<\/p>\n<p>Alsdann, du alter Saulus,<\/p>\n<p>sei ab sofort mein Paulus!\u201c<\/p>\n<p>So begann in ungef\u00e4hre<\/p>\n<p>Paulus seine Karriere.<\/p>\n<p>(Ende der Lesung, vgl. Apostelgeschichte 9)<\/p>\n<p>Wo \u00fcberall er aufgeschlagen<\/p>\n<p>in seinen vielen Reisetagen<\/p>\n<p>das k\u00f6nnt daheim ihr selber lesen.<\/p>\n<p>Im Sessel oder auch am Tresen<\/p>\n<p>in Dinkelsb\u00fchl und Fallingbostel.<\/p>\n<p>In der lukanischen Apostel-<\/p>\n<p>geschichte stehen die Stationen.<\/p>\n<p>Ja, die Lekt\u00fcre mag sich lohnen.<\/p>\n<p>Dazu auch noch \u2013 ganz ohne Grenz&#8216;<\/p>\n<p>haben wir die Korrespondenz,<\/p>\n<p>mit der der Paulus, wirklich sehr durchtrieben,<\/p>\n<p>mit den Gemeinden in Kontakt geblieben.<\/p>\n<p>Und zwar mit denen, das ist wohl klar,<\/p>\n<p>bei denen er schon gewesen war.<\/p>\n<p>Und so \u2013 das merken wir geschwind &#8211;<\/p>\n<p>so war es halt auch in Korinth.<\/p>\n<p>Denn wie ich sagte: irgendwann<\/p>\n<p>kam in Korinth Herr Paulus an.<\/p>\n<p>Sogleich nahm er die Predigt auf,<\/p>\n<p>das hatte er ja ganz gut drauf,<\/p>\n<p>und sammelte Frau, Mann und Kind<\/p>\n<p>die so in seiner N\u00e4he sind:<\/p>\n<p>am Markt und im Gymnasium<\/p>\n<p>f\u00fcr Gottes Evangelium,<\/p>\n<p>die gute Botschaft von der Gnad&#8216;,<\/p>\n<p>zu der ein jeder Zugang hat,<\/p>\n<p>wenn er sich dies nur sagen l\u00e4sst:<\/p>\n<p>halt dich an Gottes Gnade fest.<\/p>\n<p>Denn Glaube, Liebe, Hoffnung, die drei,<\/p>\n<p>die machen dich f\u00fcr den anderen frei.<\/p>\n<p>Das Ding mit der Gnade und Freiheit, ihr Leut,<\/p>\n<p>gefiel durchaus vielen, gerad so wie heut.<\/p>\n<p>Und so wuchs eine kleine Gemeinde,<\/p>\n<p>das war ein ziemlich wilder Haufen:<\/p>\n<p>Phantasten, Sucher, Frauenfeinde,<\/p>\n<p>Gesetzestreue sah man laufen,<\/p>\n<p>Gebildete, G&#8217;scheite und schlichte K\u00f6pfe,<\/p>\n<p>Nicht-Arbeiten-M\u00fcsser und arme Tr\u00f6pfe.<\/p>\n<p>Die ersten blieben gern unter sich<\/p>\n<p>und taten \u00fcber Ideen streiten,<\/p>\n<p>die zweiten schufteten f\u00fcrchterlich<\/p>\n<p>und mussten dennoch Hunger leiden.<\/p>\n<p>Dann tauchten auch noch Redner auf,<\/p>\n<p>die pochten sehr gewandt darauf,<\/p>\n<p>dass sie doch, sie nur ganz allein<\/p>\n<p>Verk\u00fcndiger der Wahrheit sei&#8217;n,<\/p>\n<p>weil sie die sch\u00f6nsten S\u00e4tze malten &#8211;<\/p>\n<p>\u201edie Frauen soll&#8217;n die Klappe halten\u201c.<\/p>\n<p>Manche ha&#8217;m das Gesetz bedacht,<\/p>\n<p>andere waren vom Geist entfacht.<\/p>\n<p>So ging es hin, so ging es her<\/p>\n<p>und hoch und tief \u2013 das war nicht schwer.<\/p>\n<p>Man stritt mit Flei\u00df und viel Gebr\u00fcll<\/p>\n<p>wie sonntagabends bei Anne Will&#8230;..<\/p>\n<p>Doch bald war nicht mehr wirklich klar,<\/p>\n<p>was denn der Kern der Botschaft war.<\/p>\n<p>Und die Rhetoriker, eiseskalt,<\/p>\n<p>machten auch vor Herrn Paulus nicht Halt:<\/p>\n<p>Wie kann denn so ein armer Wicht,<\/p>\n<p>der nicht mal richtig Griechisch spricht,<\/p>\n<p>der Herrlichkeit Verk\u00fcnder sein?<\/p>\n<p>Das geht doch gar nicht, niemals \u2013 nein!<\/p>\n<p>Sie wollten ihren Gr\u00fcnder stoppen<\/p>\n<p>und kurzerhand zur Stadt rausmobben.<\/p>\n<p>Der Paulus, damit gar nicht froh,<\/p>\n<p>schreibt unter andrem etwa so:<\/p>\n<p>\u201eEines nehme ich euch krumm,<\/p>\n<p>dass ihr meint, ich w\u00e4re dumm.<\/p>\n<p>Dabei will ich doch eigentlich<\/p>\n<p>nur Gottes Frieden f\u00fcr euch und mich.<\/p>\n<p>Ehrlich mal: ich find&#8217;s zum Kotzen,<\/p>\n<p>aber bitte: dea ma protz&#8217;n,<\/p>\n<p>richtig bl\u00f6d, mit voller Wucht<\/p>\n<p>pflegen wir die Eigensucht.<\/p>\n<p>Helden seid ihr f\u00fcr den Glauben?<\/p>\n<p>ich auch \u2013 kann mir keiner rauben.<\/p>\n<p>Abrams Kinderlein sind wir,<\/p>\n<p>sagt ihr \u2013 grad so geht es mir.<\/p>\n<p>Christi Diener, auch im Leid?<\/p>\n<p>Ich wie ihr \u2013 und nur kein Neid!<\/p>\n<p>Und ich sag bei meiner Ehr&#8216;<\/p>\n<p>ich bin es sogar viel mehr!<\/p>\n<p>Dass ihr gequ\u00e4lt wurdet von den Leuten,<\/p>\n<p>das \u00fcbertreffe ich locker \u2013 bei weitem!<\/p>\n<p>Schiffbruch und Pr\u00fcgel und R\u00e4ubergeschrei,<\/p>\n<p>Hunger und Folter, war alles dabei.<\/p>\n<p>Jeden Tag wurd&#8216; ich etwas m\u00fcder.<\/p>\n<p>Doch das schlimmste sind falsche Br\u00fcder.<\/p>\n<p>Denn wenn du viel zu k\u00e4mpfen hast,<\/p>\n<p>sind falsche Br\u00fcder eine Last.<\/p>\n<p>Ich sag&#8217;s euch: hast du solche Freunde,<\/p>\n<p>dann brauchst du wirklich keine Feinde.<\/p>\n<p>Aber im Ernst: und ich hoff ihr glaubt et,<\/p>\n<p>ick hebb im Leben niemals behauptet,<\/p>\n<p>ein starker Held des Glaubens zu sein.<\/p>\n<p>Nee: ich bin schw\u00e4chlich und ziemlich klein.<\/p>\n<p>Macht das alles mich zum Helden,<\/p>\n<p>habe ich jetzt mehr zu melden?<\/p>\n<p>Das, was mich letztlich am Laufen h\u00e4lt,<\/p>\n<p>seid ihr, die Gemeinden hier in der Welt.<\/p>\n<p>Korinth, Philippi, Ephesus, Rom:<\/p>\n<p>Ich bin der mit dem Missionsdiplom.<\/p>\n<p>Aber kommt, lasst gut sein, ach,<\/p>\n<p>ihr seid stark und ich bin schwach.<\/p>\n<p>Is&#8216; in Ordnung. Denn wirklich z\u00e4hlt,<\/p>\n<p>dass Christus stark ist in der Welt.\u201c<\/p>\n<p>Schreibt Paulus, ganz ironisch fein<\/p>\n<p>den Korinthern ins Stammbuch rein.<\/p>\n<p>(vgl. 2. Kor 11, 16-30)<\/p>\n<p>Und die Moral, ihr merkt&#8217;s bestimmt:<\/p>\n<p>gro\u00df ist, wer sich nicht wichtig nimmt.<\/p>\n<p>Die Spr\u00fccheklopfer, ganz besessen<\/p>\n<p>vom Eigenlob \u2013 sie sind vergessen.<\/p>\n<p>Geblieben ist \u2013 und das ist wahr,<\/p>\n<p>Herr Paulus \u2013 V\u00f6lkermissionar.<\/p>\n<p>Doch nun genug von Alt-Korinth,<\/p>\n<p>wo sie so sehr am Streiten sind.<\/p>\n<p>(Hier folgt Dinkelsb\u00fchler Lokalpolitik)<\/p>\n<p>Wir reisen flugs mit Heimatgef\u00fchl<\/p>\n<p>ins h\u00fcbsche, beschauliche Dinkelsb\u00fchl<\/p>\n<p>und nehmen als Gedankensprit<\/p>\n<p>die folgende Erkenntnis mit:<\/p>\n<p>Gegen Neid und Eigensucht<\/p>\n<p>hilft auch keine Kirchenzucht.<\/p>\n<p>Wo Eitelkeit bestimmt das Leben,<\/p>\n<p>kannst auf Gemeinschaft du nichts geben.<\/p>\n<p>Beherrscht Konkurrenzdenken die Stadt,<\/p>\n<p>dann macht das die N\u00e4chstenliebe platt.<\/p>\n<p>L\u00e4sst du die falschen Leute machen,<\/p>\n<p>hast du am End&#8216; nicht viel zu lachen.<\/p>\n<p>Wo wird es denn immer nur ausgeheckt,<\/p>\n<p>das n\u00e4chste Stadtentwicklungsprojekt?<\/p>\n<p>Wir haben langsam, auf die Dauer<\/p>\n<p>nach Westen hin ne zweite Mauer<\/p>\n<p>mit schwarzen Fortifikationen,<\/p>\n<p>damit wir drinnen sicher wohnen,<\/p>\n<p>weil mancher ohne Zweifel meint,<\/p>\n<p>in Segringen, da sitzt der Feind.<\/p>\n<p>Das Ganze auch noch aufgepeppt<\/p>\n<p>mit einem Parkhaus-Raumkonzept.<\/p>\n<p>Dort sollen, statt in unsren Stra\u00dfen<\/p>\n<p>Touristen ihre Autos lassen.<\/p>\n<p>Was mich daran nur irritiert:<\/p>\n<p>das Parkhaus ist so pr\u00e4pariert,<\/p>\n<p>dass kaum ein Reisender kapiert:<\/p>\n<p>hier hast du Platz, hier wird parkiert.<\/p>\n<p>So leuchtet schon seit mancher Stunde<\/p>\n<p>ein leeres Parkhaus in die Runde.<\/p>\n<p>Politisch ist das ganz sch\u00f6n k\u00fchn:<\/p>\n<p>denn dieses Parkhaus leuchtet gr\u00fcn.<\/p>\n<p>Wenns voll wird, leuchtet \u2013 ich betone &#8211;<\/p>\n<p>in Dinkelsb\u00fchl &#8217;ne Rotlichtzone.<\/p>\n<p>Vielleicht gibt\u2019s unsrem St\u00e4dchen Glanz;<\/p>\n<p>auf jeden Fall: mehr Toleranz<\/p>\n<p>und mehr Gespr\u00e4ch vor den Projekten<\/p>\n<p>erspart das Heilen von defekten<\/p>\n<p>Beziehungen zwischen den Leuten.<\/p>\n<p>Reden ist besser stets als h\u00e4uten.<\/p>\n<p>(Ende der Lokalpolitik)<\/p>\n<p>Wir sind zu klein f\u00fcr harte Fronten,<\/p>\n<p>lernt nicht von Trump und Erdogan,<\/p>\n<p>die stell&#8217;n ihr Ego oben an<\/p>\n<p>und m\u00e4sten dabei ihre Konten &#8211;<\/p>\n<p>so wird vermutet immerhin,<\/p>\n<p>wie auch bei Johnson und Putin.<\/p>\n<p>Wenn dann noch Amateure spielen,<\/p>\n<p>auf hohe \u00c4mter nur hinschielen,<\/p>\n<p>nur schau&#8217;n, was ihrem Namen frommt,<\/p>\n<p>egal, dass dabei die Demokratie<\/p>\n<p>in unserem Land total verkommt.<\/p>\n<p>Den Inhalt sticht das Verfahren -iiiii!<\/p>\n<p>Herr Kemmerich<\/p>\n<p>nun kenn&#8216; wer dich!<\/p>\n<p>Das kann doch wirklich gar nicht sein.<\/p>\n<p>Th\u00fcringen ist doch viel zu klein.<\/p>\n<p>Der Rechtsstaat ist der Rechten Ziel.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr spiel&#8217;n die ihr b\u00f6ses Spiel.<\/p>\n<p>Wehrsportgruppen bev\u00f6lkern die H\u00fcgel;<\/p>\n<p>und im Landtag taktiert jetzt der Fl\u00fcgel.<\/p>\n<p>Dahinter d\u00e4mmert, auch das kenn&#8217;n wir schon,<\/p>\n<p>die absolute Totalposition.<\/p>\n<p>Die tun mit viel Gebr\u00fcll aufbauen,<\/p>\n<p>die eh dem Kompromiss nicht trauen.<\/p>\n<p>Denn dann m\u00fcssten sie sich ja wandeln.<\/p>\n<p>Zum Kompromiss musst du verhandeln.<\/p>\n<p>Wer seine Meinung total versteht,<\/p>\n<p>einzig g\u00fcltig, egal wie verdreht:<\/p>\n<p>Was der tut, hei\u00dft zu Recht &#8211; ohne Spott<\/p>\n<p>S\u00fcnde vor Gott.<\/p>\n<p>Ich muss da gar nicht sehr viel sagen,<\/p>\n<p>um diesen schlichten Schluss zu wagen,<\/p>\n<p>steht auch in einem Paulusbrief (s. z.B. R\u00f6m. 7,19-21):<\/p>\n<p>S\u00fcnde ist immer destruktiv.<\/p>\n<p>Auch umgekehrt stimmt&#8217;s \u2013 wie ich finde,<\/p>\n<p>denn: \u201edestruktiv\u201c ist immer \u201eS\u00fcnde\u201c.<\/p>\n<p>Faschisten machen nur kaputt.<\/p>\n<p>Die hau&#8217;n die andern in den Dutt.<\/p>\n<p>Das l\u00e4uft so ab wie im Wilden Westen:<\/p>\n<p>erst schie\u00dfen, dann fragen \u2013 das ist am besten.<\/p>\n<p>Wer Z\u00e4une baut, das will ich schon sagen,<\/p>\n<p>muss nicht gleich braune Socken tragen.<\/p>\n<p>Doch Ausgrenzung, wo sie geschieht,<\/p>\n<p>ist nun einmal faschistoid.<\/p>\n<p>Mit so ner Haltung kriegst du im Nu<\/p>\n<p>nach allen Seiten die Grenzen zu.<\/p>\n<p>Am pfiffigsten war&#8216; da die D\u00e4nen,<\/p>\n<p>die sich krankheitsgef\u00e4hrdet w\u00e4hnen.<\/p>\n<p>Wildschweine k\u00e4men nach J\u00fctland zuhauf,<\/p>\n<p>von Polen und Deutschland ginge ihr Lauf.<\/p>\n<p>Um da nen Riegel reinzuhaun,<\/p>\n<p>baut D\u00e4nemark nen Schweinezaun.<\/p>\n<p>Doch mancher Betrachter fragt sich ganz zu Recht:<\/p>\n<p>wem gilt denn das Gitter vor J\u00fctland in echt?<\/p>\n<p>Was ist der Sinn dieses Verhaus?<br \/>\nGrenzt Schwein er oder Menschen aus?<\/p>\n<p>Nun gut, da gibt\u2019s auch mal ein Tor.<\/p>\n<p>Doch was geht in den K\u00f6pfen vor,<\/p>\n<p>die solche Z\u00e4une ausgeheckt<\/p>\n<p>und in den Boden dann gesteckt?<\/p>\n<p>Ob J\u00fctland, Ungarn, Mexiko,<\/p>\n<p>nein: so ein Zaun, der macht nicht froh.<\/p>\n<p>Wer kann denn nur so voll eiseskalt<\/p>\n<p>dem Fl\u00fcchtling sagen: \u201eschlaf du nur im Wald\u201c,<\/p>\n<p>oder \u2013 noch schlimmer, nicht zu fassen,<\/p>\n<p>Ertrinkende ertrinken lassen?<\/p>\n<p>Dabei &#8211; das wei\u00df doch gro\u00df und klein:<\/p>\n<p>Herkunft kann nur ein Zufall sein.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft ganz d\u00fcrr mit andren Worten<\/p>\n<p>Kind Gottes bist du allerorten,<\/p>\n<p>ob du in Afrika geboren,<\/p>\n<p>auf Gr\u00f6nland oder den Komoren,<\/p>\n<p>ob Tofu oder Fleischwurst du isst,<\/p>\n<p>in Sauna oder bei Fitness du schwitzt,<\/p>\n<p>ob Sex in the City, ob Tatort du magst,<\/p>\n<p>ob \u00fcber zu hohe Mieten du klagst,<\/p>\n<p>f\u00e4hrst Fahrrad du oder Deutsche Bahn<\/p>\n<p>h\u00e4ttst gern 130 auf Autobahn&#8217;n &#8211;<\/p>\n<p>Wir sind verschieden,<\/p>\n<p>denken verschieden,<\/p>\n<p>leben verschieden,<\/p>\n<p>glauben verschieden.<\/p>\n<p>So ist nun einmal<\/p>\n<p>das Leben hienieden.<\/p>\n<p>Das Leben und die Welt sind bunt &#8211;<\/p>\n<p>na und?<\/p>\n<p>Grenzen: die sind was f\u00fcr den Zoll.<\/p>\n<p>Der liebe Gott will&#8217;s offen, jawoll.<\/p>\n<p>Gott hat grenzenlos gedacht.<\/p>\n<p>Darum hat er&#8217;s so gemacht.<\/p>\n<p>Das macht seine Sch\u00f6pfung gro\u00df:<\/p>\n<p>grenzenlos.<\/p>\n<p>Das hat Herr Paulus auch kapiert,<\/p>\n<p>drum hat er Grenzen \u00fcbersprungen<\/p>\n<p>hat auch so manchen Brief diktiert<\/p>\n<p>und hat von Gott und Mensch gesungen,<\/p>\n<p>von Gottes Liebe beispielsweise.<\/p>\n<p>Die ist nicht laut, ist eher leise:<\/p>\n<p>ein Plan f\u00fcr alle Nationen,<\/p>\n<p>egal grad, wo die Leute wohnen.<\/p>\n<p>Der Christus, so sagt er, macht uns frei,<\/p>\n<p>f\u00fcr Glaube, Hoffnung, Liebe, die drei.<\/p>\n<p>Das sang Herr Paulus in Korinth,<\/p>\n<p>das singt er heut, wo wir jetzt sind.<\/p>\n<p>Drum lasst doch heut und alle Zeiten<\/p>\n<p>von Gottes Freundlichkeit euch leiten.<\/p>\n<p>Denn Freundlichkeit ist ein Genuss.<\/p>\n<p>Amen. Schluss.<\/p>\n<p>____________<\/p>\n<p>Ein paar Hinweise:<\/p>\n<p>Betonung spielt bei dieser Reimerei eine gro\u00dfe Rolle.<\/p>\n<p>Den Abschnitt: \u201eHerr Paulus, na, ihr wisst doch schon, \/ der hatte eine Vi-si-on,\u201c<\/p>\n<p>bis<\/p>\n<p>\u201eSo begann in ungef\u00e4hre \/ Paulus seine Karriere\u201c<\/p>\n<p>kann man aus der Predigt l\u00f6sen und als biblische \u201eLesung\u201c voranstellen, wenn man auch diese gereimt haben m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Die \u201eDinkelsb\u00fchler Lokalpolitik\u201c kann man ohne gr\u00f6\u00dferen Schaden auslassen.<\/p>\n<p>Zur Musik: Unser sehr guter Posaunenchor freut sich auf schr\u00e4ge Harmonien und lateinamerikanische Rhythmen \u2013 auch hier ist viel Raum zum Experiment.<\/p>\n<div id=\"fuss\">Dekan Uland Spahlinger<br \/>\nDinkelsb\u00fchl, Deutschland<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:uland.spahlinger@elkb.de\">uland.spahlinger@elkb.de<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gottes Programm: Grenzen \u00fcberwinden | Predigt zu Apostelgeschichte 9 i.A.; 2. Kor. 11,16-30, verfasst von Uland Spahlinger | Reimpredigt zum Faschingssonntag | Biblische Bez\u00fcge: Apg. 9 i.A.; 2. Kor. 11, 16-30 Na, geht\u2019s euch gut, ihr lieben Leut? Dann Gott zum Gru\u00df, es ist soweit. 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