{"id":17852,"date":"2023-03-21T14:49:33","date_gmt":"2023-03-21T13:49:33","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=17852"},"modified":"2023-03-23T17:03:14","modified_gmt":"2023-03-23T16:03:14","slug":"hebraeer-51-67-910","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/hebraeer-51-67-910\/","title":{"rendered":"Hebr\u00e4er 5,(1-6)7-9(10)"},"content":{"rendered":"<h3>Christus lernt |\u00a0Judika | 26.03.2023 | Hebr 5, (1-6)7-9(10) | Bernd Giehl |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Seelsorgerliche Predigt<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nein, keine Sorge. Diesmal frage ich nicht, wieviel Sie vom Text mitbekommen haben. Oder ob er an Ihnen vor\u00fcbergerauscht ist. Ich frage auch nicht, ob sie ihn spannend finden oder zum St\u00f6hnen. Ob er Sie \u00fcberzeugt oder Sie schreiend weglaufen m\u00f6chten. Ich tue einfach mal so, als ob mich das alles nicht interessierte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Text behandelt die Geschichte vom Garten Gethsemane. Wenn ich es richtig verstehe, l\u00e4sst er das Leben Jesu auf diese eine Szene zusammenschnurren. Er sagt: \u201e<em>Und Jesus hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tr\u00e4nen vor den gebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte und er ist erh\u00f6rt worden \u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie erinnern sich? Judas ist vom Abendmahlstisch aufgestanden, er hat die T\u00fcr hinter sich geschlossen; nun ist er auf dem Weg. \u201eEiner unter euch wird mich verraten.\u201c Warum sagt Jesus nicht: \u201eJudas, warum du?\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hernach brechen sie auf, zum Garten Gethsemane und Jesus bittet die J\u00fcnger f\u00fcr ihn zu beten, dann geht er selbst weiter. Das Ringen mit Gott beginnt. \u201eVater, wenn\u2019s m\u00f6glich ist, dann lass diesen Kelch an mir vor\u00fcbergehen. Doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst\u2026\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ales er nach den J\u00fcngern sieht, schlafen sie. Dann kommen Judas und die Soldaten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der erste Teil unseres Satzes stimmt also. Bitten und Flehen, lautes Schreien und Tr\u00e4nen; vielleicht etwas dramatisch ausgedr\u00fcckt, aber die Beschreibung scheint richtig. Doch wie steht es mit dem zweiten Teil? Er hat sein Flehen \u201e<em>vor den gebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte und er ist erh\u00f6rt worden \u2026\u201c<\/em> \u00a0Ich erinnere es anders. Die Passionsgeschichte erz\u00e4hlt von Verh\u00f6ren, von Peitschenhieben, dem Kreuztragen, am Ende von der Kreuzigung. Und schlie\u00dflich von einem der furchtbarsten S\u00e4tze der Bibel: \u201eMein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott konnte ihn aus dem Tod erretten? Sicher, das konnte er. Aber hat er ihn auch erh\u00f6rt?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">*<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">An der Stelle frage ich mich, warum der Autor des Hebr\u00e4erbriefs das behauptet. Ein Irrtum ist ausgeschlossen. Daf\u00fcr ist der Mann \u2013 eine Frau k\u00f6nnen wir hier wohl ausschlie\u00dfen \u2013 viel zu reflektiert. Oder spricht hier einer der wei\u00df, wie es ablief und es trotzdem anders erz\u00e4hlt? \u00a0Das w\u00e4re eine M\u00f6glichkeit; schlie\u00dflich ist auch vom Gehorsam die Rede. Gott befiehlt, der Sohn gehorcht. Fragen sind nicht erlaubt. Um den Text noch einmal zu zitieren: \u201e<em>So hat er, obwohl er der Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt.\u201c<\/em> (Hebr\u00e4er 5,8) Das ist schon heftig. Mit Gehorsam kann man es weit bringen. Man steigt auf und steigt auf bis \u2026 ja bis wohin eigentlich? \u2013<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber jetzt behaupte ich einfach einmal, dass das nicht der Gedankengang unseres Autors ist. Sondern dass seine Gedanken tats\u00e4chlich heilsam sind. Dass sie uns heilen k\u00f6nnen, auch wenn wir davon noch nichts sehen. Momentan liegt das noch hinter dem Horizont. Bis dahin ist es noch ein St\u00fcck<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber jetzt m\u00f6chte ich meine Christusfigur erst einmal verlassen. Keine Sorge: Er wird bleiben und auf uns warten. Und es sogar verstehen, dass wir jetzt erst einmal aufbrechen m\u00fcssen. \u00a0Er wei\u00df selbst, dass es die Umwege sind, die zum Ziel f\u00fchren. Manchmal sogar die Irrwege. Schlie\u00dflich ist hier ja vom \u201eLernen\u201c die Rede. Das geht nicht ohne Irrt\u00fcmer.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Machen wir uns auf den Weg. Wir werden zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">*<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber jetzt fragen Sie sich: Haben Sie richtig geh\u00f6rt? Wir sollen uns <em>auf den Weg machen?<\/em> Aber wir sind doch gerade erst gekommen. Wir m\u00f6chten noch bleiben. Die Kirchenb\u00e4nke sind gerade so gem\u00fctlich. Sogar Kissen gibt es heute. Und geheizt ist ausnahmsweise auch einmal. Worauf ich erwidere: Man kann wunderbar nachdenken im Gehen. Ich wei\u00df: f\u00fcr die Predigt ist das keine gute Form. \u00a0Also stellen wir uns einfach nur vor, wir gingen jetzt ins Freie. Gehen sie mit? Lieber nicht? \u00a0Falls nein, bleiben sie ruhig. Sie haben ja ihr Kissen. Die anderen bitte ich: Am besten schlie\u00dfen sie jetzt die Augen. Wir gehen langsam los. Wir verlassen die Kirche. Wir kehren zur\u00fcck in unsere H\u00e4user. In unser Leben. Zu Ihrem. Zu meinem. \u2013<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wird\u2019s ungem\u00fctlich? Da wollen sie nicht hin? Ja wahrscheinlich. Aber keine Sorge: Gleich wird es noch etwas unbehaglicher. Ich schlage vor, wir beginnen mit einer Entt\u00e4uschung. Sie kann neulich passiert sein. Oder vor langer Zeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Haben Sie sie? Sie ist noch fern? Dann nehmen Sie bitte das Teleobjektiv. Oder gehen Sie n\u00e4her heran.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ach was! Sie haben es sich anders \u00fcberlegt und wollen hierbleiben. Hier, wo es warm ist und die Holzb\u00e4nke so gem\u00fctlich.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Versteh ich ja. Ich h\u00e4tte nicht gleich mit der T\u00fcr ins Haus fallen sollen. Wir h\u00e4tten besser eine kleine Runde gemacht. Durch unseren Vorort mit dem d\u00f6rflichen Charakter. Oder durch den Park, wo jetzt die ersten V\u00f6gel singen. Aber gleich bei der Entt\u00e4uschung beginnen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eSchnee von gestern\u201c, sagen Sie achselzuckend.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Worauf ich antworte: \u201eJesus hat aus dem, was er litt, gelernt.\u201c So steht es im Predigttext. Auf den wollten wir doch h\u00f6ren. Was das war, werden wir bald sehen. Ich verspreche es.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Also gut. Sie sind wieder bei mir? Sie gehen noch ein St\u00fcck mit? Wenn auch mit weniger Vertrauen? Macht nichts. Das halte ich aus. \u2013<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Entt\u00e4uschung war heftig. Andere haben Ihnen Unrecht getan. Kollegen, Freunde, Mitarbeiter. Sie haben intrigiert. Es tat grausam weh. Es hat Sie beruflich oder privat zur\u00fcckgeworfen. Es hat nicht nur das Verh\u00e4ltnis zu den Kollegen besch\u00e4digt, sondern schlimmer: das Verh\u00e4ltnis zu Ihrer Frau oder Ihren Kindern. Irgendwann hat es sich wieder eingerenkt. Aber klar war: Die anderen haben ihnen Unrecht getan. Sie sind vorsichtiger geworden. Sie haben Ihr Kettenhemd angezogen. Und ihr Schwert bereitgelegt. Niemand sollte sie mehr so verletzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und dann die Frage aller Fragen? Haben Sie daraus gelernt?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">*<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Machen wir an dieser Stelle eine Pause. Wir sind im Park. Da stehen B\u00e4nke. Setzen sie sich; schnappen Sie einen Moment nach Luft. Oder suchen Sie sich jemanden, mit dem Sie reden k\u00f6nnen. Das war harter Tobak. Und das H\u00e4rteste war wahrscheinlich meine Frage: \u201eHaben Sie daraus gelernt?\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Wer will und glaubt, dass seine H\u00f6rerinnen und H\u00f6rer es aushalten, dass die Predigt f\u00fcr zehn Minuten unterbrochen wird, sollte es so halten. Die anderen bitte ich, dies als Teil der Phantasiereise zu kennzeichnen. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">*<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kann man aus Entt\u00e4uschungen lernen? Wom\u00f6glich stockt einem erst mal der Atem. \u201eNat\u00fcrlich nicht\u201c ist die spontane Antwort, die einem einf\u00e4llt. \u201eWie soll das gehen?\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gemach. Wir haben Zeit. \u2013<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da f\u00e4llt mir ein \u2026 Leicht war es nicht. Tut weh, noch einmal genauer hinzusehen. Ich war nicht nur Opfer. Vielleicht war ich zuerst Opfer. Aber dann wurde ich zum T\u00e4ter. Ich habe meine Wut an meinen Kindern abgelassen. Ich habe meine Frau rund gemacht. Ich bin viel zu schnell gefahren, weil ich so w\u00fctend war. Und dann hat es geblitzt. Bei Rot \u00fcber die Kreuzung. Hat mich einen Monat F\u00fchrerscheinentzug gekostet. Hinterher war ich noch w\u00fctender.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sehen Sie es? Wir stehen an der Kreuzung. Wir m\u00fcssen entscheiden, welchen Weg wir einschlagen. Der eine ist: Sie akzeptieren es. Sie denken dar\u00fcber nach und ver\u00e4ndern Ihr Leben. Der Andere: Jetzt werden Sie so richtig w\u00fctend. Sie werden es allen zeigen: den Kollegen, die sie fertig gemacht haben, der Polizei. Dem Amt, das Ihnen den Lappen weggenommen hat. Dem Staat. Das Internet ist voller M\u00f6glichkeiten. Twitter zum Beispiel, da kann man so richtig vom Leder ziehen. Zur Not gibt es noch die AFD. \u201eWir sind w\u00fctend.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus sagt (sinngem\u00e4\u00df): Jemand tut dir etwas an. Du schl\u00e4gst doppelt zur\u00fcck. Dann kommt es zum Krieg.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Geben wir\u2019s zu: So entstehen Kampfhandlungen. Egal ob zwischen Staaten, verfeindeten Volksgruppen oder Auseinandersetzungen zwischen Mann und Frau, Kindern und Eltern. Es muss keine Toten geben. Verletzungen, die jahrelang anhalten, reichen auch.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">*<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"text-decoration: line-through;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und jetzt? Was erwarten Sie? Eine Moralpredigt? \u201eWenn dich einer auf die rechte Backe schl\u00e4gt, halte auch noch die linke hin.\u201c Ist ja auch einfach. Haben wir immer so gehalten. \u201eDein WORT ist unseres Fu\u00dfes Leuchte und ein Licht auf unserem Wege.\u201c (Psalm 119,105) Warum nur bleibt es dann oft so dunkel in uns?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nein, heute nicht. An dieser Kreuzung w\u00e4hle ich den anderen Weg.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Obwohl: Jetzt w\u00e4re ein guter Zeitpunkt, die Flucht ergreifen. Bleiben wir doch einfach dabei: Die anderen sind schuld. Die Verh\u00e4ltnisse haben mich zu dem gemacht, was ich bin. Wenn diese Idioten<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">meine Schw\u00e4chen ansprechen, wollen sie doch blo\u00df von sich ablenken.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Na gut. Nicht alle sind \u201eIdioten\u201c. War wohl doch zu hart. Versuch lieber, den Feinden zu entkommen. Flieh ruhig. Flieh in deine Hektik, die du so wunderbar beherrschst. In die Disco, um den Frust heraus zu tanzen und dich endlich zu <em>sp\u00fcren<\/em>. Sp\u00fcre, wie es dich vereint mit den anderen K\u00f6rpern. Wie es dich davontr\u00e4gt. \u2013<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber diesmal bleibe ich. Schaue meinen Schmerz an. Wie er zur\u00fcckschaut: Zum F\u00fcrchten. Diesmal halte ich seinen Blick aus. Seine Pupillen ver\u00e4ndern sich. Werden durchsichtig. Ich sehe Zusammenh\u00e4nge. So gewiss es die Anderen waren, die mich zum Opfer gemacht haben; ich habe die Rolle angenommen. Ich habe ihnen zu verstehen gegeben. Ihr habt mich zum Opfer gemacht; also bleibe ich jetzt das Opfer.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vielleicht h\u00e4tte sich etwas ge\u00e4ndert, wenn ich diese Rolle nicht angenommen oder mich irgendwann von ihr verabschiedet h\u00e4tte. Wom\u00f6glich h\u00e4tten die Anderen ihr Verhalten ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich wei\u00df: Versch\u00fcttete Milch kann man nicht aufsammeln. Aber die Grube in die man gefallen ist, kann man umgehen. Sie vielleicht sogar zusch\u00fctten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich glaube, das ist es, was die Bibel \u201eheil werden\u201c nennt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">*<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jetzt sind wir weit genug gegangen. Lassen sie uns zur\u00fcckkehren. Zu Christus, dem Anf\u00e4nger und Vollender des Glaubens, wie der Hebr\u00e4erbrief ihn nennt. Ahnen wir, was das bedeuten k\u00f6nnte? Aber in unserem Abschnitt liest es sich noch einmal etwas anders. Da steht: \u201eSo hat er, obwohl er der Sohn war, doch an dem, was er litt, \u2026 gelernt.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mir ist es erst sp\u00e4t aufgefallen. Jesus, der vollendete Christus, hat gelernt. Wie das? Muss Gottes Sohn lernen? In den Evangelien gibt es einige wenige Beispiele, im Johannesevangelium bleibt er von Anfang bis Ende derselbe. Das WORT. Der SOHN. Der, der vom Himmel kam.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bleibt der Hebr\u00e4erbrief. Der nimmt eine Sonderstellung ein. In dem ist Christus zwar von Anfang an der Mittler, der Sohn Gottes, der Hohepriester, aber er muss lernen. Und zwar \u201eGehorsam\u201c. Ein schreckliches Wort. Eigentlich unm\u00f6glich geworden durch das, was vor 80 Jahren in Europa geschah. Ersetzen wir es durch \u201eAm Willen Gottes orientieren.\u201c Das bedeutet: Er hat auf die Durchsetzung der eigenen W\u00fcnsche verzichtet. Eigentlich denken wir: Er war doch Gottes Sohn. Und damit von Anfang an vollkommen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Hebr\u00e4erbrief scheint da anders zu denken. Er beschreibt Christus als den Lernenden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">*<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">An dieser Stelle muss ich gestehen, dass auch ich noch lernen muss. Ich habe noch den Anfang des Hebr\u00e4erbriefs im Ohr, der den Sohn als den beschreibt, \u201eder der Abglanz von Gottes Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens (ist)\u201c (Hebr\u00e4er 1,1) Muss Gott lernen? Hier geraten wir in die Untiefen der Dogmatik, der Trinit\u00e4tslehre und der Lehre von den beiden Naturen Christi; deshalb nur der Hinweis: hier ist zwar von Gottes Sohn die Rede, aber die Betonung liegt auf dem <em>\u201eSohn\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da ist er in keiner besseren Lage als wir. Wahrscheinlich f\u00e4llt es ihm leichter, sich ganz dem Willen Gottes zu unterwerfen. Er geht ja sogar in den Tod, weil Gott es so will.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und dann? Dann ist er \u201eerh\u00f6rt\u201c worden. Er ist auferstanden. Real oder in uns. Das ist (mir) nicht wichtig. Wichtiger ist, dass seine Auferstehung uns die M\u00f6glichkeit gibt, selbst von den Toten wiederzukehren. Das Leben neu zu beginnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">*<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Langsam fange ich an zu ahnen, was das hei\u00dft, wenn Jesus Christus der Mittler zwischen Gott und den Menschen genannt wird. Als Kind glaubte ich es zu wissen. Sp\u00e4ter kam mir dieses Wissen abhanden. Jetzt, im Alter, mache ich mich wieder auf den Weg. Es gibt noch so viel, was ich lernen muss.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Bernd Giehl<\/p>\n<p><a title=\"mailto:giehl-bernd@t-online.de\" href=\"mailto:giehl-bernd@t-online.de\" data-ogsc=\"\">giehl-bernd@t-online.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christus lernt |\u00a0Judika | 26.03.2023 | Hebr 5, (1-6)7-9(10) | Bernd Giehl | Seelsorgerliche Predigt Liebe Gemeinde! Nein, keine Sorge. Diesmal frage ich nicht, wieviel Sie vom Text mitbekommen haben. Oder ob er an Ihnen vor\u00fcbergerauscht ist. Ich frage auch nicht, ob sie ihn spannend finden oder zum St\u00f6hnen. 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