{"id":17965,"date":"2023-04-03T12:18:23","date_gmt":"2023-04-03T10:18:23","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=17965"},"modified":"2023-04-03T12:18:23","modified_gmt":"2023-04-03T10:18:23","slug":"jesaja-269-11-14-19","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jesaja-269-11-14-19\/","title":{"rendered":"Jesaja 26,(9\u201311).14.19"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Unbestechlichkeit des Todes und Auferstehungshoffnung | Osternacht | 09.04.2023 | Jesaja 26,(9\u201311).14.19 | Thomas Bautz |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Meine Seele sehnt sich nach dir in der Nacht, \/ auch mein Geist ist voll Sehnsucht nach dir. Denn dein Gericht ist ein Licht f\u00fcr die Welt, \/ die Bewohner der Erde lernen deine Gerechtigkeit kennen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Aber der Frevler lernt nie, was gerecht ist, \/ auch wenn du ihm Gnade erweist. Selbst im Land der Gerechtigkeit tut er noch Unrecht, \/ doch er wird den erhabenen Glanz des Herrn nicht erblicken.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>JHWH, deine Hand ist erhoben, \/ doch deine Gegner sehen es nicht; aber sie werden es sehen \/ und sie werden besch\u00e4mt sein von deiner leidenschaftlichen Liebe zu deinem Volk; \/ ja, Feuer wird sie verzehren. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Die Toten werden nicht leben, \/ die Verstorbenen stehen nie wieder auf; denn du hast sie bestraft und vernichtet, \/ jede Erinnerung an sie hast du getilgt.<a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><strong>[1]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>JHWH, die Toten deines Volkes [die Toten JHWHs] werden wieder lebendig, ihre Leichen [die Leichen der verstorbenen Gerechten aus der Gemeinschaft des Beters] werden auferstehen! Wacht auf und singt vor Freude, alle, die ihr unter der Erde ruht! Du, Gott, bist wie erfrischender Tau am Morgen. Durch deine belebende Kraft gibt die Erde die Leiber der Verstorbenen zur\u00fcck.<a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><strong>[2]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine frohmachende, ermutigende Botschaft im christlich-kirchlichen Kontext \u2013 eine Osterbotschaft sozusagen!? Doch gilt es, sich auf den geh\u00f6rten Text aus der Jesaja-Apokalypse einzulassen, wenn anders Texte aus der hebr\u00e4ischen Bibel eigene Traditionen haben. Es ist prophetischen und erst recht apokalyptischen \u00dcberlieferungen zu Eigen, scharfe Kontraste vor Augen zu malen, Bilder drastischer Gegens\u00e4tze (Dualismen). Reale Bedrohungen durch Fremdv\u00f6lker, Leiderfahrungen durch die Feinde Israels bis zur Zerst\u00f6rung des Zentralheiligtums, des Tempels in Jerusalem \u2013 all dies wird theologisch verarbeitet und dem Glauben an JHWH, an den lebendigen Gott Israels, gegen\u00fcbergestellt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man stellt sich diesen Gott als einen gerechten vor, der sein Volk vor den Feinden nicht nur in Schutz nimmt, sondern auch Rache nimmt an den Herrschern, die Israel unterdr\u00fccken. Es kommt auch zu kriegerischen Auseinandersetzungen; K\u00f6nige Israels f\u00e4llen mitunter politisch falsche Entscheidungen oder werden sogar ihrem Glauben an JHWH untreu; das Volk selbst und die Priester verehren G\u00f6tzen. Man l\u00e4dt sozusagen den Zorn JHWHs auf sich; aber Israels Gott erweist sich immer wieder neu als ein barmherziger, geduldiger, liebender Gott, so dass Israel als Kollektiv weiterhin Gnade erf\u00e4hrt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Auf und Ab von Glauben, Gottvertrauen, Unglauben und Untreue spiegelt sich nat\u00fcrlich auch im Leben des Einzelnen, ebenso die individuellen Lebens- und Leidenserfahrungen: Erfolg, Kindersegen, Freundschaft, Reichtum, aber auch Krankheit, Bedr\u00fcckung, Bedrohung, Gewalt, Anfeindungen. Die Betroffenen fliehen im Gebet zu JHWH, bitten um Heilung, Schutz, Bewahrung, polarisieren aber in Situationen \u00e4u\u00dferer Bedr\u00e4ngnis. Um die Vorstellung von einem gerechten, liebenden Gott aufrecht zu erhalten, sind es negative Umst\u00e4nde, Feinde und vor allem Frevler, Gottlose, die sich nicht nur gegen den Gl\u00e4ubigen, sondern gegen JHWH selbst stellen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man vertritt auch den Gedanken, dass Gott selbst Ungl\u00fcck, Krankheit und Krieg walten l\u00e4sst, und es entwickelt sich die Vorstellung eines dualistischen Weltbildes: Aufteilung der Menschen in Gerechte und Ungerechte, Gl\u00e4ubige und Gottlose. Da nun aber Gottvertrauen oder Treue im Glauben auch den Gerechten oder Frommen nicht vor Leid, Ungerechtigkeit, Unterdr\u00fcckung, Krieg bewahrt und die Verbrechen oder Untaten der Frevler im Leben des Gerechten h\u00e4ufig nicht vergolten oder ger\u00e4cht werden, muss man sich damit begn\u00fcgen, dass ihnen wenigstens mit dem Tod eine unbestechliche, endg\u00fcltige Grenze gesetzt ist:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Die Toten werden nicht leben, \/ die Verstorbenen stehen nie wieder auf; denn du hast sie bestraft und vernichtet, \/ jede Erinnerung an sie hast du getilgt.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Anders hingegen die Menschen, die JHWH im Leben treu waren; von seinen Toten hei\u00dft es:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Deine Toten werden leben, \/ die Leichen stehen wieder auf; \/ wer in der Erde liegt, wird erwachen und jubeln. \/ die Erde gibt die Toten heraus.<a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><strong>[3]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese polarisierende, dualistische Aufteilung und Vorstellungswelt<a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> von Himmel und H\u00f6lle, um es in althergebrachten Bildworten zu sagen, ist absolut menschlich; wer w\u00fcnschte seine Feinde nicht in die \u201eH\u00f6lle\u201c, wenn sie einem bis zum \u00c4u\u00dfersten zusetzen?! Dieses Denken nimmt manchmal bedrohliche Z\u00fcge an; nach dem m\u00f6glichen Einsatz von Nuklearwaffen gefragt, soll Putin sinngem\u00e4\u00df gesagt haben: \u201eNun, die (Feinde) gehen in die H\u00f6lle, und wir kommen in den Himmel \u2026\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Glaube an eine Auferweckung der Toten, Gedanken an Auferstehung sind in der hebr\u00e4ischen Bibel selten; sie werden sogar hinterfragt,<a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> aber es gibt sie, und bis heute treiben sie uns um.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die meisten von uns haben irgendwann \u2013 vielleicht erst vor kurzer Zeit \u2013 einen geliebten Menschen aus der Familie oder aus dem Freundeskreis verloren, oder der Tod einer uns bekannten Person geht uns nahe, weil wir sie gesch\u00e4tzt und verehrt haben. Die Intensit\u00e4t der Beziehung zum Verstorbenen mag unterschiedlich sein; unsere Trauer h\u00e4ngt auch von der eigenen Mentalit\u00e4t ab. Das Verh\u00e4ltnis mag sich zu Lebzeiten einfach gestaltet haben, weil es die \u00e4u\u00dferen Bedingungen erlaubten. Oder es wurde durch gr\u00f6\u00dfere Entfernungen und berufliche Verpflichtungen erschwert. Kontakte sind aber oftmals relativ unabh\u00e4ngig von Zeit und Ort, weil die Beziehung von Herzensgrund besteht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie auch immer Menschen am Grabe trauern, vielleicht wird manchmal auch \u00fcber das eigene Ende nachgedacht, oder es beschleicht uns der \u2013 fast verwegen anmutende \u2013 Gedanke, ob es ein Leben nach dem Tode gibt. Ich finde es legitim, dar\u00fcber nachzudenken: \u201eWar das alles?!\u201c \u201eOder kommt da noch etwas?\u201c Die Fragen sind sehr unbestimmt formuliert, weil wir auch nichts Bestimmtes erwarten (k\u00f6nnen), weil uns nichts Bestimmtes erwartet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zwar mag sich eine diffuse Hoffnung regen, aber sie nimmt keine konkrete Gestalt an. Der Tod bleibt un\u00fcberwindlich, versperrt uns den Weg dar\u00fcber hinaus oder in ein Danach. Es mag bewundernswert erscheinen, wenn gl\u00e4ubige Menschen problemlos an ein Weiterleben oder an Auferstehung glauben. Das darf aber nicht allen Trauernden abverlangt werden, zumal eine solche Erwartungshaltung einer Grenz\u00fcberschreitung (!) den Hinterbliebenen, den noch Lebenden gegen\u00fcber gleichkommt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Als Pfarrer habe ich oft, mich auf biblische, spirituelle Texte st\u00fctzend, versucht zu vermitteln, dass es meiner Meinung nach Gr\u00fcnde g\u00e4be, noch eine andere Dimension anzunehmen, die uns verschlossen bleibt, solange wir an das Raum-Zeit-Kontinuum (einfacher: an Raum und Zeit) gebunden sind. In der Natur, ja, im Kosmos verschwindet nichts, es wird nur \u201everwandelt\u201c, umgewandelt, transformiert in eine f\u00fcr uns unbekannte, nicht ersichtliche \u201eGestalt\u201c, Form, Substanz o.\u00e4. In gewisser Weise kann es sogar ein \u201eWiedersehen\u201c geben. Sp\u00e4ter habe ich mich ob meiner Worte erschrocken und hoffte, dass ich niemanden damit vor den Kopf gesto\u00dfen oder irritiert habe. Denn ich habe tr\u00f6sten wollen, ohne selbst frei von Zweifeln<a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> zu sein. Aber f\u00fcr mich war es dennoch stimmig, ich blieb authentisch.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es mag sein, dass wir als naturwissenschaftlich aufgekl\u00e4rte Menschen Schwierigkeiten haben, \u00fcber ein Leben nach dem Tod nachzudenken und somit auch Gedanken an Auferstehung problematisch finden. Verschiedene V\u00f6lker, Kulturen, Religionen, moderne Schriftsteller und die Filmwelt haben sich nat\u00fcrlich mit Jenseitsvorstellungen befasst. Ich m\u00f6chte mit Ihnen schauen, was die hebr\u00e4ische Bibel und ihr kulturelles Umfeld zu dem Thema zu sagen hat.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zun\u00e4chst gibt es die Vorstellung vom Totenreich (Scheol) als \u201eAufenthaltsort\u201c der Toten. Daran kn\u00fcpft eine Verehrung der Ahnen und der Familien, \u00fcber den Tod hinaus (Ahnenkult).<a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Die Reichen k\u00f6nnen sich aufwendige Grabkammern leisten; davon zeugen bis heute die Pyramiden in \u00c4gypten. Zun\u00e4chst werden Leichname der Pharaonen mumifiziert, ihnen wird G\u00f6ttlichkeit und ewiges Leben attestiert, davon zeugen auch die \u00fcblichen Grabbeigaben.<a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Sp\u00e4ter steht die Mumifizierung allen \u00c4gyptern, faktisch aber eher den Wohlhabenden offen.<a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> In Israel herrscht zun\u00e4chst die Auffassung von einer strikten Trennung von JHWH, dem Gott des Lebens, und den Toten. Das Totenreich liegt als Ort der Gottesferne au\u00dferhalb des Machtbereichs Gottes, und die Toten loben JHWH nicht.<a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Grenze zwischen JHWH und den Toten wird in nachexilischer Zeit \u00fcberschritten. Ps 49 und Ps 30 fragen nach der Gerechtigkeit Gottes angesichts von Leiden und Bedr\u00e4ngnis und bekennen sich zur Hoffnung auf eine Gottesgemeinschaft des Frommen auch jenseits der physischen Todesgrenze:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>\u201eGott aber wird mein Leben loskaufen, aus der Gewalt des Totenreichs nimmt er mich auf\u201c<\/em> (Ps 49,16).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>\u201eJHWH, du hast mich heraufgeholt aus dem Totenreich, zum Leben mich zur\u00fcckgerufen von denen, die zur Grube fuhren\u201c<\/em> (Ps 30,4).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn mitunter metaphorischer Sprachgebrauch vorliegt, haben betende Menschen dennoch eine Realit\u00e4t vor Augen, sonst w\u00fcrden sie nicht auf diese Sprache zur\u00fcckgreifen. Allerdings durchleiden Menschen bis heute verheerende Lebensbedingungen, grauenhafte Zust\u00e4nde, die provozieren, dass man sie in einer Sprache des Todes zu beschreiben versucht, die Totenreich und H\u00f6lle so benennt, wie es z.B. Ps 88 zum Ausdruck bringt (in Ausz\u00fcgen; Z\u00fcrcher Bibel, 2007):<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>\u201eMein Gebet gelange zu dir. Denn ich bin mit Leiden ges\u00e4ttigt, und mein Leben ist dem Totenreich nahe. Ich z\u00e4hle zu denen, die zur Grube hinabsteigen, ich bin wie ein kraftloser Mann, ausgesto\u00dfen unter die Toten, Erschlagenen gleich, die im Grabe liegen, deren du nicht mehr gedenkst. Du hast mich hinunter in die Grube gebracht, in Finsternis und Tiefe. Eingeschlossen bin ich, komme nicht hinaus. Ich rufe zu dir allezeit. Tust du an den Toten Wunder, stehen Schatten auf, dich zu preisen? Wird deine G\u00fcte im Grab verk\u00fcndet, deine Treue im Abgrund? Werden deine Wunder in Finsternis kund und deine Gerechtigkeit im Land des Vergessens? Ich aber schreie zu dir, JHWH \u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Menschen geraten bis heute in Situationen, in denen sie sich zeitweise oder gar dauerhaft f\u00fchlen, als w\u00e4ren sie lebendig tot, als w\u00fcrde ihr K\u00f6rper verfaulen oder ihre Gebeine vermodern; als w\u00fcrde ihnen noch der letzte Tropfen Wasser entzogen, ihren Leib verdorren lassen. Einzig ihr Gehirn funktioniert bis zum leidigen, aber auch l\u00e4ngst herbeigesehnten Ende und fragt: Ist das Leben nur eitel Wahn?! Wen w\u00fcrde es wundern, wenn bei diesen gepeinigten Menschen nicht die Sehnsucht nach Ausgleich, nach ausgleichender Gerechtigkeit wach wird und sie darauf hoffen, aus dem Staub aufgeweckt zu werden, ohne freilich Gedanken dar\u00fcber zu verschwenden, wie eine Auferstehung aussehen mag.<a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Neben der Frage, gibt es ein Leben nach dem Tod, ist doch eine andere weitaus wichtiger, n\u00e4mlich: Gibt es ein Leben <em>vor<\/em> dem Tode, in dem Sinne, nicht nur biologisch zu existieren und nicht nur im Sinne eines st\u00e4ndigen Kampfes ums \u00dcberleben. Grausige Beispiele f\u00fcr Sterben und Tod mitten im Leben oder f\u00fcr ein gewaltsam extrem verk\u00fcrztes Leben finden sich leider Gottes (!) zu allen Zeiten und weltweit, kulminierend in der Fabrikation der Leichen in deutschen Vernichtungslagern:<a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein SS-Lagerf\u00fchrer begr\u00fc\u00dft die neu Angekommenen: \u201eIch warne euch, ihr seid hier nicht in einem Sanatorium, sondern in einem deutschen Konzentrationslager, aus dem es <em>keinen anderen Ausgang<\/em> gibt, <em>als durch den Schornstein<\/em>. [\u2026] Wenn Juden im Transport sind, dann haben sie kein Recht, l\u00e4nger als zwei Wochen zu leben.\u201c In Dachau begann die Begr\u00fc\u00dfung mit den Worten: \u201eHier sind Lebende, die aber schon tot sind\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Auschwitz-\u00dcberlebende David Ol\u00e8re hat die unvorstellbaren Geschehnisse und Gr\u00e4ueltaten im KZ als K\u00fcnstler in Bildern ausgedr\u00fcckt, die der grausamen Wirklichkeit erschreckend nahekommen, z.B. <em>Der einzige Ausgang<\/em> (1945): Ol\u00e8re best\u00e4tigt, was Nelly Sachs dichtet; seine Darstellung, ganz in dunklen und hellen wei\u00dfgrauen T\u00f6nen, zeigt vor einem g\u00e4nzlich schwarzen Hintergrund eine riesige Menschenwolke, die aus dem dunkelgrauen Schornstein eines Krematoriums quillt.<a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie durch eine Kongenialit\u00e4t der Geister (Friedrich Schleiermacher) dichtet Nelly Sachs:<a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eO die Schornsteine \/\/ Auf den sinnreich erdachten Wohnungen des Todes, \/ Als Israels Leib zog aufgel\u00f6st in Rauch \/ Durch die Luft \u2013 [\u2026] \/\/ O die Schornsteine! \/ Freiheitswege f\u00fcr Jeremias und Hiobs Staub \u2013 \/ Wer erdachte euch und baute Stein auf Stein \/ Den Weg f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge aus Rauch? \/\/ O die Wohnungen des Todes, \/ Einladend hergerichtet [\u2026] \/ O ihr Finger, \/ Die Eingangsschwelle legend \/ Wie ein Messer zwischen Leben und Tod \u2013 \/\/ O ihr Schornsteine, \/ O ihr Finger, \/ Und Israels Leib im Rauch durch die Luft!\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Doch steht kleingedruckt \u00fcber dem Gedicht \u201etrotzig\u201c ein Zitat aus dem Buch Hiob (19,26):<a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> \u201eUnd nachdem meine Haut zerschunden wurde, werde ich Gott schauen ohne mein Fleisch.\u201c Zuvor hei\u00dft es bei Hiob (Hi 19,25): \u201eIch aber wei\u00df: Mein Anwalt lebt, und zuletzt wird er sich \u00fcber dem Staub erheben.\u201c Der \u00fcber alle Ma\u00dfen gequ\u00e4lte, sich vor Schmerzen kr\u00fcmmende Protagonist Hiob, der in der gleichnamigen komplexen Erz\u00e4hlung erleiden muss, wie sein Leib allm\u00e4hlich zugrunde geht, schreit seine an Gewissheit grenzende Hoffnung heraus: Ich werde Gott schauen ohne mein Fleisch!\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Damit \u00fcberschreitet Hiob eine traditionelle Grenze: Die Anthropologie der hebr\u00e4ischen Bibel kennt keine Trennung von K\u00f6rper und Seele, Leib und Geist, es ist daher \u201eunzweifelhaft, da\u00df die K\u00f6rper auferstehen. Leben ohne K\u00f6rperlichkeit ist nach dem AT unm\u00f6glich.\u201c Die Auferstehung wird deshalb \u201enicht irgendeine \u201aVerkl\u00e4rung des Geistes\u2018 sein.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> Doch wie auch immer Auferstehung gedacht wird, die Vehemenz der Auferstehungshoffnung basiert auf dem Glauben an den lebendigen Gott, der Herr ist \u00fcber Leben und Tod, dessen Macht den letzten Feind des Menschen, den Tod, vernichtet, und der \u201edie begl\u00fcckende Gemeinschaft mit Jahwe\u201c wiederherstellt.<a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gewisserma\u00dfen sind wir mit etwaigen Vorstellungen von Auferstehung oder Auferweckung der Toten inzwischen nicht viel weiter gekommen. Dennoch werden Menschen wie Schriftsteller und Filmemacher \u2013 keine unseri\u00f6sen Phantasten oder Vision\u00e4re, auch keine Nahtoderfahrungen<a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> \u2013 angetrieben vom zutiefst menschlichen Drang, Licht in die unbekannte, uns verschlossene Welt zu bringen, um mit bescheidenen, unzureichenden Mitteln \u201ehinter den Horizont\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> zu blicken. Unserer Sehnsucht, unseren W\u00fcnschen entgegenkommend. Paradoxerweise ist es nur mit Phantasie und Fiktion m\u00f6glich, sich ein Leben nach dem Tod auszumalen, wie es aber gleicherma\u00dfen kaum m\u00f6glich ist, sich vorzustellen, dass nach diesem Leben nichts mehr zu erwarten ist, dass alles vorbei sein soll.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man kann auch nichts mitnehmen: \u201eDas letzte Hemd hat keine Taschen!\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> Aber man m\u00f6chte gern etwas festhalten: \u201cYou must leave now \/ Take what you need you think will last \/ But whatever you wish to keep \/ You better grab it fast \/\/ Strike another match, go start anew \/ And it&#8217;s all over now, baby blue\u201d (Bob Dylan, 1965). Es muss einen Neuanfang geben! Und dazu muss man loslassen: \u201eYou cannot take all luggage with you on all journeys\u201d (C.S. Lewis: The Great Divorce).<a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Schon im Leben m\u00f6chten wir gern liebgewordene Dinge festhalten; wenn wir Kinder haben, kann es uns schwer fallen, sie loszulassen, ihnen ihr eigenes, neues Leben zu g\u00f6nnen. Ein Neuanfang ist nicht leicht, obwohl er sich im Nachhinein oft als Erleichterung erweist. Zum schwierigen Teil des Lebens geh\u00f6rt f\u00fcr viele Menschen der Prozess des Alterns; jeder Mensch wird ihn unterschiedlich erleben oder besser: durchleben. Wenn es gelingt, die Vorz\u00fcge des Alters zu erkennen, mag diese Phase sehr sch\u00f6n werden; man kann Lebenserfahrungen weitergeben: Schl\u00fcsse, Erkenntnisse aus gescheiterten Pl\u00e4nen oder Vorhaben; man muss nicht mehr verheimlichen, was uns misslungen ist. Aber nat\u00fcrlich sollte man vor allem davon schw\u00e4rmen, was wertvoll war und vielleicht noch geblieben ist. Man mag \u00fcber Begegnungen berichten, die das eigene Leben bereicherten; Menschen, von denen wir lernten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der schwierigste Teil des Lebens d\u00fcrfte f\u00fcr die meisten Menschen in unserem Kulturkreis das Sterben sein. Ich meine nicht nur das leidvolle Sterben, sondern das Sterben schlechthin als unbestechliches Ende unserer physischen Existenz, die Z\u00e4sur angesichts des Todes, der unhintergehbar bleibt, selbst f\u00fcr Menschen, die an (ihre) Auferstehung glauben. F\u00fcr sensible und religi\u00f6se Menschen \u00e4u\u00dfert sich der Blick ins Angesicht des Todes in einer Regung ihres Gewissens. Sie fragen \u2013 vielleicht erstmalig \u2013, ob der Himmel auf sie wartet oder etwa die H\u00f6lle. In der Phantasiegeschichte von C.S. Lewis kommt es auf die Haltung und Perspektive des Menschen an, was man festhalten will, was man akzeptiert:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eWenn wir darauf bestehen, die H\u00f6lle [Irdisches] zu behalten, werden wir den Himmel nicht sehen; wenn wir den Himmel annehmen, werden wir nicht in der Lage sein, auch nur die kleinsten und intimsten Erinnerungen an die H\u00f6lle zu bewahren.\u201c Lewis bezeichnet das irdische Leben bildhaft (metaphorisch) als \u201eH\u00f6lle\u201c, weil er sie bildhaft mit dem \u201eHimmel\u201c vergleicht. Er erz\u00e4hlt in seiner Phantasiegeschichte, wie viele Menschen Irdisches zun\u00e4chst nicht loslassen (k\u00f6nnen, wollen).<a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich muss zugeben, dass ich verdammt sch\u00f6n am Leben h\u00e4nge und ich nicht wei\u00df, wie ich es schaffen werde, es eines Tages loslassen zu m\u00fcssen, ob unter Schmerzen oder friedevoll; ich habe Angst davor, vertraute und geliebte Menschen zur\u00fccklassen zu m\u00fcssen. Ja, ich \u00e4ngste mich auch vor dem Tod. Das finde ich aber nicht schlimm. Denken Sie bitte nicht, diese Empfindungen, Bedenken, Zweifel w\u00e4ren in meinem Beruf tabu. Oft denke ich daran, dass zu viele Menschen nicht <em>die<\/em> H\u00f6lle, aber ihre eigene <em>H\u00f6lle im Leben<\/em> durchleiden. M\u00f6ge man Sie doch aus ihrem Inferno hinausf\u00fchren, wann immer es einigen beherzten Mitmenschen m\u00f6glich ist, wenn schon kein Gott ihnen hilft!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir Menschen k\u00f6nnen keinen <em>Himmel auf Erden<\/em> erschaffen; die Folgen des Klimawandels werden wir kaum wirksam aufhalten, weil sich zu viele Erdbewohner der \u201eH\u00f6lle\u201c in vielerlei Gestalt verschrieben haben: Kapitalismus, Wachstumswahn, Materialismus und vor allem Egozentrik und Gleichg\u00fcltigkeit. Wird sich deshalb wieder eine Auferstehungshoffnung durchsetzen? Die Vision des Apokalyptikers (ApkJoh 21,1a.b): <em>Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen<\/em> bleibt bestehen. Dann wird es sicher auch eine Auferstehung geben!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pfarrer Thomas Bautz<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(\u201eim Unruhestand\u201c)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bonn<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><a href=\"mailto:th-bautz@t-online.de\">th-bautz@t-online.de<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><a href=\"mailto:bautzprivat@gmx.de\">bautzprivat@gmx.de<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Weiterf\u00fchrende Literatur<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Christoph Barth: Die Errettung vom Tode. Leben und Tod in den Klage- und Dankliedern des AT, neu hg.v. Bernd Janowski (1997).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bernd Janowski: Beitr\u00e4ge zur Theologie des AT. Band 3: Der Gott des Lebens (2003).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Franz Zeilinger: Der biblische Auferstehungsglaube. Religionsgeschichtliche Entstehung, heilsgeschichtliche Entfaltung (2008).<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.uibk.ac.at\/theol\/leseraum\/bibel\/jes26.html\">https:\/\/www.uibk.ac.at\/theol\/leseraum\/bibel\/jes26.html<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.bible.com\/de\/bible\/73\/ISA.26.19.HFA\">https:\/\/www.bible.com\/de\/bible\/73\/ISA.26.19.HFA<\/a>; Goswin N.M. Habets: Die gro\u00dfe Jesaja-Apokalypse (Jes 24\u201327). Ein Beitrag zur Theologie des Alten Testaments (1974): (I) Jes 26,7\u201319 (S. 126\u2013149): V. 19 (S. 146\u2013149).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.uibk.ac.at\/theol\/leseraum\/bibel\/jes26.html\">https:\/\/www.uibk.ac.at\/theol\/leseraum\/bibel\/jes26.html<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Pr\u00e4gnant (Daniel 12,2): \u201eVon denen, die im Land des Staubes schlafen, werden viele erwachen, die einen zum ewigen Leben, die anderen zur Schmach, zu ewigem Abscheu\u201c (cf. Z\u00fcrcher Bibel, 2007). Es gibt Parallelen zu Jes 26,19; jedoch wird in Dan 12,2f die Auferstehung f\u00fcr zwei Gruppen erhofft: die eine wird zum ewigen Leben, die andere zur Schmach erwachen. Wie das doppelte Los der Auferstandenen aussieht, steht nicht beschrieben; cf. Habets: Die gro\u00dfe Jesaja-Apokalypse (Jes 24\u201327), 264\u2013266; TRE 4 (1979), Art. <em>Auferstehung<\/em> I. Auferstehung der Toten I\/2. Judentum (G\u00fcnter Stemberger), 443\u2013450: (1.) Voraussetzungen im Alten Testament, 443\u2013444.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Bei Kohelet (Pred 9,5) gilt allen Menschen ohne Unterschied: \u201eDenn die Lebenden wissen, dass sie sterben werden, die Toten aber wissen nichts; sie haben auch keinen Lohn mehr, denn ihr Andenken ist vergessen.\u201c Cf. Hiob 14,10.12 \u2013 in Bildreden wie Hosea 6,1\u20133 und Visionen wie Ezechiel 37,1\u201314 geht es um Wiederbelebung und Wiederherstellung des Volkes Israel, nicht aber um Auferstehung wie in Jes 26,19; cf. Habets: Die gro\u00dfe Jesaja-Apokalypse (Jes 24\u201327), 260\u2013261.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> TRE 4 (1979), Art. Auferstehung III. Praktisch-theologisch (Friedrich Wintzer), 529\u2013547: (7.) Auferstehungs-glaube zwischen Zuversicht und Anfechtung, 543\u2013545: 543f.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Cf. Kathrin Liess: Auferstehung (AT), wibilex (2005): (1.) Die Scheol als Ort des Lebens nach dem Tode, S. 1.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> S. Hartmut B\u00f6hme: Fetischismus und Kultur. Eine andere Theorie der Moderne (3. Aufl. 2012): (8.) Ordnung der Dinge (106\u2013136): (8.5) Entdifferenzierung (8.5.1) Letzte Dinge, 121\u2013124: 121ff.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Cf. Othmar Keel: die Welt der altorientalischen Bildsymbolik und das Alte Testament. Am Beispiel der Psalmen (3. Aufl. 1980): (II.) M\u00e4chte der Vernichtung (1.) Bereiche des Todes (53\u201368): (a.) Das Grab, 54\u201360: 57\u201359. Der komplizierte Prozess der Mumifizierung dauert mehr als zwei Monate (57\u201358).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> S. Peter Riede: Jenseitsvorstellungen (AT), wibilex (2014).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Paulus verwendet in Beschreibungsversuchen verschiedene Analogiebildungen: 1 Kor 15,35\u201344.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> D. Weso\u0142owska: W\u00f6rter aus der H\u00f6lle. Die <em>\u201eLagerszpracha\u201c<\/em> der H\u00e4ftlinge von Auschwitz (1998): (II.) \u2026 Hatte es doch Methode (153\u2013238): Die destruktive Funktion der Sprache, 231\u2013238: 232 (kursiv; Th.B.).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Ausst.-Kat. David Ol\u00e8re: 1902\u20131985<em>. <\/em><em>A painter in the Sonderkommando at Auschwitz. <\/em><em>Un peintre au Sonder-kommando \u00e0 Auschwitz<\/em> (= <em>L\u2019Oeil du T\u00e9moin \/ The Eyes of a Witness<\/em>). The Beate Klarsfeld Foundation, hg.v. Serge Klarsfeld, New York (1989), 58\u201359: <em>\u201eQue sont-ils devenus? <\/em><em>Dites-moi, M. Ol\u00e8re, avez-vous vu l\u00e0-bas mon p\u00e8re, ma m\u00e8re? <\/em><em>Que sont-ils devenus, mes parents?\u201c<\/em> (1945), (What happened to them? Tell me, Mr. David Ol\u00e8re, did you see my father or my mother there? What happened to my parents?), 39 x 27 cm, Ol\u00e8re Family (Privatbesitz); Vergessen oder vergeben. Bilder aus der Todeszone. Texte von Alexandre Oler. Bilder von David Ol\u00e8re (2004, 2. Aufl. 2012), S. 40\u201341; Original: Un g\u00e9nocide en h\u00e9ritage (1998).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> In den Wohnungen des Todes. Dein Leib im Rauch durch die Luft: O die Schornsteine auf den sinnreich erdachten Wohnungen des Todes, in: Nelly Sachs: Fahrt ins Staublose. Gedichte (1961; 1988), 5\u201368: 8.0<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Beide Verse nach der Z\u00fcrcher Bibel, 2007.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Habets: Die gro\u00dfe Jesaja-Apokalypse (Jes 24\u201327), 264\u2013266<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Habets: Die gro\u00dfe Jesaja-Apokalypse (Jes 24\u201327), 261\u2013262 u. 267.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nahtoderfahrung\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nahtoderfahrung<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Cf. den zu Unrecht kontrovers diskutierten Film <em>What Dreams May Come<\/em> (1998); dt. <em>Hinter dem Horizont<\/em>; <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/What_Dreams_May_Come\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/What_Dreams_May_Come<\/a>; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hinter_dem_Horizont\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hinter_dem_Horizont<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> H. B\u00f6hme: Fetischismus und Kultur (2012), 121: \u201eWir sterben, Dinge nicht. \u201eDer Tod hat keine Taschen.\u201c Aber: \u201eTote sollen auch als Tote reich an Dingen sein\u201c \u2013 zum Fortbestand ihrer Identit\u00e4t (Totenkult).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Clive Stapels Lewis (1898\u20131963): The Great Divorce (1945); C.S. Lewis, Literaturwissenschaftler, Schriftsteller, \u00a0anglikanischer Laientheologe; <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/C._S._Lewis\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/C._S._Lewis<\/a>. Er war befreundet mit John Ronald Reuel Tolkien (J.R.R. Tolkien, 1892\u20131973), Schriftsteller, Philologe, Linguist: <em>The Lord of the Rings<\/em> (1954\/55); dt. <em>Der Herr der Ringe<\/em> (1969\/70); der Roman gilt als grundlegendes Werk f\u00fcr die moderne Fantasy-Literatur.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/B034C9B1-186C-49E3-9864-E08776BD9C22#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> C.S. Lewis: The Great Divorce (1945): Preface (dort auch erstes Zitat); als pdf-Datei (ebook) abrufbar (2014): <a href=\"https:\/\/www.fadedpage.com\/showbook.php?pid=20140726\">https:\/\/www.fadedpage.com\/showbook.php?pid=20140726<\/a>; dt. <em>Die gro\u00dfe Scheidung oder Zwischen Himmel und H\u00f6lle<\/em> (1955; 1989). Lewis besteht darauf, dass seine Erz\u00e4hlung Fiktion ist, auf Phantasien beruht!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unbestechlichkeit des Todes und Auferstehungshoffnung | Osternacht | 09.04.2023 | Jesaja 26,(9\u201311).14.19 | Thomas Bautz | Meine Seele sehnt sich nach dir in der Nacht, \/ auch mein Geist ist voll Sehnsucht nach dir. Denn dein Gericht ist ein Licht f\u00fcr die Welt, \/ die Bewohner der Erde lernen deine Gerechtigkeit kennen. Aber der Frevler [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":17966,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22,1,2,157,853,114,1099,349,703,109,209],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-17965","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-jesaja","category-aktuelle","category-at","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-kapitel-26-chapter-26-jesaja","category-kasus","category-osternacht","category-predigten","category-thomas-bautz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17965","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17965"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17965\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17967,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17965\/revisions\/17967"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17966"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17965"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17965"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17965"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=17965"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=17965"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=17965"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=17965"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}