{"id":18001,"date":"2023-04-04T21:02:53","date_gmt":"2023-04-04T19:02:53","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=18001"},"modified":"2023-04-04T22:26:58","modified_gmt":"2023-04-04T20:26:58","slug":"1-korinther-151-11-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-korinther-151-11-3\/","title":{"rendered":"1. Korinther 15,1-11"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400;\">Evangelisch auf gutem Grund | Ostersonntag | 09.04.2023 | 1. Kor 15,1-11 | Peter Schuchardt |<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Gnade unsere Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! Amen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Schwestern und Br\u00fcder,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Immer wieder finde ich Werbeslogans faszinierend. Da wird in wenigen Worten ganz Pr\u00e4gnantes ausgesagt. Diese Werbeslogans haben oft die Eigenschaft, dass sie sich fest in meinem Kopf eingraben. Und manchmal denke ich: Wieso sind wir als Kirche nicht darauf gekommen!? Das Deutsche Rote Kreuz warb vor einigen Jahren mal mit dem Slogan: \u201eMein Blut f\u00fcr dich!\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/7C2C38F6-3D33-41C6-92A8-DFA9F5A362E2#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Und ich dachte immer, wenn ich die Plakate sah: Das ist doch eine super Zusammenfassung f\u00fcr das Abendmahl.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Doch auch bei uns in der Kirche gibt es solche Slogans. Nicht immer sind sie gelungen, aber das gilt ja auch f\u00fcr andere Werbespr\u00fcche. \u201eEvangelisch aus gutem Grund\u201c &#8211; so hei\u00dft das Motto einer unserer Landeskirchen in Deutschland. So ein Motto soll ja in kurzen knappen Worten zusammenfassen, was diese Landeskirche ausmacht. <em>Evangelisch aus gutem Grund<\/em>, das meint: Es gibt gute Gr\u00fcnde, warum wir evangelisch sind. Der Pastor, der sich diesen Slogan ausgedacht hat, erz\u00e4hlte, es gab auch noch andere Vorschl\u00e4ge als Motto, etwa \u201eEvangelisch \u2013 tierisch gut!\u201c oder \u201eEvangelisch. Basta!\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/7C2C38F6-3D33-41C6-92A8-DFA9F5A362E2#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Diese Vorschl\u00e4ge haben sie dann aber nicht genommen. Ob wir Evangelischen wirklich so <em>tierisch gut<\/em> sind, oder ab das nicht etwas nach Hundefutterwerbung klingt, sei dahingestellt. Und bei \u201eBasta!\u201c muss ich immer an einen unserer ehemaligen Kanzler denken, der mit diesem Wort Diskussionen abrupt zu beenden pflegte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es gab noch einen weiteren Vorschlag bei der Mottosuche: \u201eEvangelisch <strong>auf <\/strong>gutem Grund!\u201c Der wurde nicht genommen. Wie schade, denke ich, denn da steckt so viel drin. Den find eich besser als \u201eEvangelisch <em>aus<\/em> gutem Grund\u201c. Denn da denke ich: Aha, ich kann also die Gr\u00fcnde abw\u00e4gen, mit meinem Kopf, mit meinem Verstand, kann sagen, das gef\u00e4llt mir nicht an den Protestanten, aber das andere schon. Ich habe genug gute Gr\u00fcnde gefunden, habe sie verglichen mit anderen christlichen Kirchen, vielleicht auch mit anderen Religionen, und bleibe oder werde also evangelisch. Das klingt nach eigener, wohl\u00fcberlegter Entscheidung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bei \u201eEvangelisch <strong>auf<\/strong> gutem Grund!\u201c, da steht etwas ganz anderes im Mittelpunkt. Da geht es um den Grund, das Fundament, auf dem ich stehe, auf dem ich lebe, auf dem ich manchmal versage, auf dem ich sein darf. Ich denke, dieses Motto w\u00e4re <u>noch<\/u> evangelischer gewesen. Denn es stellt <em>den<\/em> in den Mittelpunkt, der der Grund, die Mitte und das Ziel unseres Glaubens ist: Jesus Christus. F\u00fcr den Apostel Paulus ist das der Grund seines Glaubens und seines Tuns. Er schreibt einmal: <em>Niemand kann ein anderes Fundament legen als das, das schon gelegt ist. Und das ist Jesus Christus.<\/em> (1 Kor 3,11 Basisbibel).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Um diesen guten Grund unseres Glaubens geht es heute. Denn wir feiern das Osterfest. Der Herr ist auferstanden \u2013 er ist wahrhaftig auferstanden! Gott hat mit der Auferstehung Jesu den Tod besiegt. Das ist das Fundament unseres Glaubens. W\u00e4re Jesus nicht auferstanden, wir w\u00fcssten \u00fcberhaupt nichts von ihm. Er w\u00e4re einer der vielen Prediger gewesen, die es zu seiner Zeit in Israel gegeben hat und die heute v\u00f6llig vergessen sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich wei\u00df: Viele Menschen haben heute Schwierigkeiten mit der Auferstehung. Sie sehen in Jesus mehr den guten Menschen, der anderen geholfen hat, der die N\u00e4chstenliebe predigte und dem wir als gutem Vorbild nachfolgen sollten, mit vielen guten Taten. Das alles ist richtig, und doch geh\u00f6rt zum Glauben an Jesus Christus noch viel Grundlegenderes dazu.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Darum geht es auch in dem heutigen Predigttext. Er steht im 1. Brief des Paulus an die Gemeinde in Korinth im 15. Kapitel: <em><sup>1<\/sup><\/em><em>Br\u00fcder und Schwestern, ich will euch auf die Gute Nachricht hinweisen, die ich euch verk\u00fcndet habe. Ihr habt sie ja angenommen, und ihr steht fest auf diesem Grund.<sup>2<\/sup>Ihr werdet gerettet, wenn ihr daran festhaltet. Bewahrt den Wortlaut, den ich euch verk\u00fcndet habe. Wenn ihr das nicht tut, w\u00e4rt ihr vergeblich zum Glauben gekommen.<sup>3<\/sup>Was ich euch weitergegeben habe, habe ich selbst als \u00dcberlieferung empfangen. Grundlegend ist: Christus ist f\u00fcr unsere S\u00fcnden gestorben, wie es in der Heiligen Schrift steht.<sup>4<\/sup>Er wurde begraben und am dritten Tag auferweckt, wie es in der Heiligen Schrift steht.<sup>5<\/sup>Er hat sich Kephas gezeigt, danach auch den Zw\u00f6lf.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><sup>6<\/sup><\/em><em>Sp\u00e4ter zeigte er sich \u00fcber f\u00fcnfhundert Br\u00fcdern und Schwestern auf einmal. Die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind aber gestorben.<sup>7<\/sup>Danach hat er sich Jakobus gezeigt, schlie\u00dflich allen Aposteln.<sup>8<\/sup>Ganz zuletzt hat er sich auch mir gezeigt \u2013 also gleichsam einem Missratenen.<sup>9<\/sup>Ich bin n\u00e4mlich der unw\u00fcrdigste unter den Aposteln. Ich verdiene es nicht, Apostel genannt zu werden. Denn ich habe die Gemeinde Gottes verfolgt.<sup>10<\/sup>Aber durch die Gnade Gottes bin ich, was ich bin. Und seine Gnade, die er mir erwiesen hat, blieb nicht ohne Wirkung. Im Gegenteil: Ich habe mehr f\u00fcr die Gute Nachricht gearbeitet als alle anderen Apostel. Aber das habe nicht ich getan, sondern die Gnade Gottes, die mit mir ist.<sup>11<\/sup>Gleichg\u00fcltig, ob ich es sage oder die anderen Apostel: Das ist unsere Verk\u00fcndigung und der Glaube, den ihr angenommen habt. (1 Kor 15,1-11 BasisBibel)<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Schwestern und Br\u00fcder, es ist gut, dass wir heute gemeinsam \u00fcber diesen Text nachdenken sollen. Denn es geht hier wirklich um Grundlegendes, um die Grundlage unseres Glaubens. Paulus schreibt diese Zeilen, weil er \u00c4rger in Korinth hat. Er hat diese Gemeinde gegr\u00fcndet, so wie viele weitere. Aber nun kommen andere Prediger in die Gemeinde, die erz\u00e4hlen: <em>Das, was Paulus euch sagt, das ist nicht richtig. Und er ist auch gar kein richtiger Apostel. Ihr wisst doch, der hat die Gemeinde verfolgt, ja er ist sogar schuld am Tod von vielen Christen! Also h\u00f6rt nicht auf ihn, h\u00f6rt lieber auf uns!<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Paulus h\u00f6rt von der angespannten Situation in Korinth.<a href=\"applewebdata:\/\/7C2C38F6-3D33-41C6-92A8-DFA9F5A362E2#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Er kennt die Vorw\u00fcrfe, die andere ihm machen. Und nun schreibt er seinen Korinthern, worum es eigentlich geht. Es geht doch nicht darum, wer der richtige Apostel ist, wer besser predigen kann, wer mehr Gemeindeglieder getauft hat. Nein, es geht um das <u>Fundament des Glaubens<\/u>. Und darum erinnert Paulus zu Beginn noch einmal daran, was er der Gemeinden vor Jahren gesagt hat. <em>Christus ist f\u00fcr unsere S\u00fcnden gestorben, wie es in der Heiligen Schrift steht. Er wurde begraben und am dritten Tag auferweckt, wie es in der Heiligen Schrift steht. Er hat sich Kephas gezeigt, danach auch den Zw\u00f6lf. <\/em>Das ist ein Glaubensbekenntnis, liebe Schwestern und Br\u00fcder, und es ist das \u00e4lteste, das wir in der Bibel finden<a href=\"applewebdata:\/\/7C2C38F6-3D33-41C6-92A8-DFA9F5A362E2#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>. Ein Bekenntnis fasst in kurzen knappen Worten das zusammen, worin unser Glaube besteht. Zum Glauben geh\u00f6rt noch mehr, und jeder legt sicher auch seine eigenen Schwerpunkte, was ihm oder ihr wichtig ist. Doch so ein Bekenntnis fasst das allerwichtigste zusammen. Darum lernen unsere Konfirmanden nat\u00fcrlich gerne (!) immer noch das Glaubensbekenntnis auswendig. So \u00e4hnlich wurde es damals auch schon gemacht. Dieses \u00e4lteste Glaubensbekenntnis ist ein Osterbekenntnis. Denn es erz\u00e4hlt den Korinthern und uns, worum sich unser Glaube dreht. Christus ist f\u00fcr unsere S\u00fcnden gestorben. Er wurde begraben und am 3. Tage auferweckt. Er hat sich Kephas, das ist der aram\u00e4ische Name f\u00fcr Petrus, gezeigt, dann den Zw\u00f6lf. Mit den Zw\u00f6lf sind die 12 Apostel gemeint, die J\u00fcnger Jesu, die er aus den Menschen, die ihm nachfolgten, besonders ausgew\u00e4hlt hat. Das kennen die Korinther, denn das hatte Paulus ihn ja immer wieder gesagt. \u00a0Aber Paulus sieht: Es ist wichtig, euch noch einmal daran zu erinnern. Denn diese neuen Apostel und Prediger stellen nicht nur die Autorit\u00e4t des Paulus in Frage, nein, sie sagen auch: Das, was Paulus euch gesagt hat, das ist gar nicht so wichtig und entscheidend. Einige Verse nach unserem Predigttext (Verse 12-19) wird klar: Die halten die Auferstehung f\u00fcr nicht so wichtig. Darum geht Paulus noch einmal ganz an den Anfang zur\u00fcck. Erinnert euch an das, was ich euch damals gesagt habe! Denn das ist der Kern, das Zentrum, darum dreht sich alles, daran h\u00e4ngt alles, unser Leben, unserer Verk\u00fcndigung, diese Gemeinde. Das ist unser Fundament, der Grund, auf dem wir leben und glauben. <em>Christus ist f\u00fcr unsere S\u00fcnden gestorben. Gott hat ihn am 3. Tage auferweckt. Und nun herrscht er als wahrer K\u00f6nig mit seiner Liebe und Gnade \u00fcber diese Welt.<\/em> Das, liebe Schwestern und Br\u00fcder, wird schon deutlich an den Menschen, denen der Auferstandenen dann erscheint. Denn das sind alles <u>S\u00fcnder<\/u>, Menschen, die nicht auf Gottes Wort vertraut haben. Kephas\/Petrus hat Jesus in der Nacht verraten. Die \u00fcbrigen J\u00fcnger sind weggelaufen aus Angst. Allein die Frauen sind bei Jesus unter dem Kreuz geblieben (Mk 15,40) und haben ihn dann auch als erste gesehen (Mk16, 1-8). Das haben wir vorhin der Lesung aus dem Markusevangelium ja geh\u00f6rt. Ich denke, dass darum keine Frauen in dieser Reihe auftauchen. Denn es geht ja um die Macht, die die S\u00fcnde, die Gottesferne \u00fcberwindet. Und da sind die M\u00e4nner um Jesus leider die besten Beispiele. Aber: Trotzdem d\u00fcrfen sie Christus, den Auferstandenen, nach den Frauen dann auch sehen. Denn Jesus ist diesen Menschen erschienen. Die haben also nicht durch Nachdenken und \u00dcberlegen, aus eigener Kraft und aus sich heraus einen Weg aus der Trauer und der Verzweiflung des Karfreitags gefunden. Nein, Jesus zeigt sich ihnen. Sie d\u00fcrfen ihn sehen. Sie d\u00fcrfen erfahren: Jesus lebt. Er lebt anders als wir hier auf dieser Erde. Er lebt in der Verbundenheit mit dem himmlischen Vater. Aber er zeigt sich <u>uns<\/u>, die wir so versagt haben. Wir d\u00fcrfen ihn sehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sehen, liebe Schwestern und Br\u00fcder, meint hier viel mehr als das blo\u00dfe Erfassen mit den Augen. Es geht hier um das <u>Sehen mit dem Herzen<\/u>. Wir sehen unseren Partner, unsere Kinder, unsere Freunde, ja auch mit anderen Augen, mit <em>Herzens<\/em>augen an. Weil sie uns so unendlich viel bedeuten. Weil wir in Liebe mit ihnen verbunden sind. Und nun kn\u00fcpft Jesu mit seiner Auferstehung wieder das Band seiner Liebe zu den Menschen, die ihn verraten und allein gelassen haben. Sie d\u00fcrfen ihn sehen. Weil er sie trotz allem liebt. Weil er sie auch in aller Schuld und in allem Versagen liebt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Paulus f\u00fchrt dann dies alte Bekenntnis weiter. Er erz\u00e4hlt: Christus ist dann Jakobus erschienen. Das ist einer der leiblichen Br\u00fcder Jesu. Der hatte Jesus anfangs f\u00fcr verr\u00fcckt erkl\u00e4rt (Mk 3,21.31-35). Erst nach der Auferstehung wird auch er ein Anh\u00e4nger Jesu. Und auch die Apostel d\u00fcrfen ihn sehen, die ihn verlassen und allein gelassen haben (Mk 14,50). Zu denen macht Jesus sich auf. Denen zeigt er sich . Und damit zeigt er ihnen die Kraft der Liebe, die die S\u00fcnden vergibt. Ein neues Leben ist m\u00f6glich, sogar f\u00fcr diese Versager. Zum Schluss stellt Paulus sich selber in diese Reihe der Versager. Er nennt sich einen \u201eMissratenen\u201c, (im Griechischen steht hier das schlimme Wort \u201eMissgeburt\u201c). So hatten ihn die anderen Superapostel beschimpft, und Paulus sagt: <em>Ja, die haben Recht. Eigentlich verdiene ich es nicht, ein Apostel genannt zu werden. Denn ich habe ja die Gemeinde Gottes verfolgt. Blut klebt an meinen H\u00e4nden, die Schuld lastet auf mir. Aber das alles hat Christus nicht gehindert, sich auch mir zu zeigen und mich zu seinem Apostel, zum Verk\u00fcnder der Guten Nachricht zu machen<\/em>. Paulus zeigt hier: Er hat die Kraft der Vergebung und der grenzenlosen Liebe Gottes am eigenen Leibe, im eigenen Leben gesp\u00fcrt. Und darum ist ihm diese Gute Nachricht Gottes so wichtig. Sogar sein verkehrtes, verwirktes Leben konnte Christus ver\u00e4ndern. Er hat doch Gottes Gnade wirklich er-lebt. Und er wei\u00df: Das, was er geschafft hat, hat er nur durch die Gnade Gottes geschafft. Das ist der Grund, auf dem er lebt und das Evangelium verk\u00fcndet. Paulus ist wirklich <em>evangelisch auf gutem Grund<\/em>.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zu diesem Grund geh\u00f6rt auch die gro\u00dfe Glaubensgeschichte Gottes mit seinen Menschen und dem Volk Israel. In diese Geschichte ist Paulus hineingewoben. Darum verweist er immer wieder auf die Schrift. Christus ist gestorben und von Gott auferweckt worden, <em>wie es in der Heiligen Schrift steht<\/em>. Die Schrift hat den ersten J\u00fcngern und Paulus das, was mit Jesus geschah, erhellt und erkl\u00e4rt. Denn das, was das passierte, \u00fcbersteigt doch unsere Erfahrungen, unser Denken, unser Erleben. Schon das, was Jesus auf seinem irdischen Weg tut, verstehen die J\u00fcngern erst, als sie es mit Erz\u00e4hlungen und Worten der Bibel verbinden. Und erst recht die Auferstehung! Denn sie ist ja das, was unser Denken und unsere Erfahrung v\u00f6llig \u00fcbersteigt! Ich h\u00f6re oft bei Gespr\u00e4chen, dass Menschen mir sagen: Mein Konfirmationsspruch, der hat mir oft geholfen. Er war mir ein guter Wegbegleiter in dunklen Tagen. So kann ein Bibelwort unser Leben erhellen und den Sinn aufleuchten lassen. So erhellt die Schrift auch das, was mit Jesus geschehen ist. Das alles ist nicht sinn-los, sondern gerade das Gegenteil: es ist sinn-voll, denn es ist liebe-voll. In der Auferstehung Jesu zeigt sich, wie sehr Gott uns, seine Menschen liebt. nicht einmal der Tod kann diese Liebe aufhalten (R\u00f6 8, 31-39), und auch nicht S\u00fcnde und Schuld. Sie kann jeden Menschen von Grund auf ver\u00e4ndern. Darum kann Paulus dem\u00fctig sagen: Gottes Gnade hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin, und daf\u00fcr bin ich dankbar. Er hat erkannt: Unser Leben wird nicht gehalten und getragen von uns selber, von dem, was wir k\u00f6nnen, was wir leisten, was wir geschafft haben. Nicht durch mich selber, nein, durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Wir sind in allem gehalten und getragen von Christus, und der ist st\u00e4rker als alle Todesm\u00e4chte, st\u00e4rker auch als alle unsere Taten und Untaten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das, liebe Schwestern und Br\u00fcder, ist der Boden, der Grund, das Fundament, auf dem wir gehen, leben, trauern, hoffen. Das ist die Gute Nachricht, das <em>Evangelium<\/em>. So gesehen sind alle Christen, egal welcher Kirche sie angeh\u00f6ren, <em>evangelisch auf gutem Grund<\/em>. Denn alle Christen leben von diesem Evangelium.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Paulus erinnert seine Korinther an die Gute Nachricht, das Evangelium, das er ihnen immer wieder verk\u00fcndigt und gesagt hat. Heute darf ich euch wieder dieses Evangelium sagen. Denn mit jedem Gottesdienst, den wir feiern, reihen wir uns ein in die Reihe der Zeugen, die von der Auferstehung Jesu erz\u00e4hlen. Jeder Sonntag, den wir feiern, ist ein Osterfest. Jeden Sonntag feiern wir: Wir leben von der Auferstehung. Unser ganzes Leben ist von Christus gehalten und getragen. Wir alle sind <em>evangelisch auf gutem Grund<\/em>. Heute, am Ostersonntag, gilt das nat\u00fcrlich ganz besonders.Ich w\u00fcnsche euch allen frohe und gesegnete Ostern!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liedvorschl\u00e4ge:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">EG 99 Christ ist erstanden<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">EG 100 Wir wollen alle fr\u00f6hlich sein<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">EG 107 Wir danken dir, Herr Jesu Christ<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">EG 116 Er ist erstanden, Halleluja!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">EG 118 Der Herr ist auferstanden (Kanon)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">EG 346 Such, wer da will, ein ander Ziel<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">EG 354 Ich habe nun den Grund gefunden, bes. 1-3+7<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcrbittgebet<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auferstandener Jesus Christus, du Gott voller Gnade,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">du machst mit deiner Auferstehung alle Dunkelheiten hell.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dein Licht strahlt in unser Leben und in die Welt hinein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">An diesem lichterf\u00fcllten Festtag bitten wir dich:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00d6ffne unsere Augen f\u00fcr dieses Licht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es erz\u00e4hlt uns von deiner Liebe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vertreibe mit deinem Licht alle Angst, alle Sorge, alle Trauer<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">aus unseren Herzen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00d6ffne unsere Augen f\u00fcr die unter uns,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">deren Leben von Finsternis bedroht ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir bitten dich f\u00fcr alle,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">die krank sind, einsam und verzweifelt,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">die in der Sucht gefangen sind,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">die keinen Sinn mehr in ihrem Leben sehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Leuchte ihnen mit deinem Osterlicht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lass dein Licht der Hoffnung strahlen f\u00fcr die Menschen in der Ukraine<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und in den L\u00e4ndern,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">in denen auch Krieg herrscht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lass es strahlen f\u00fcr alle, die verfolgt werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir denken besonders an die Christen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">die ihren Glauben nicht frei leben d\u00fcrfen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Leuchte f\u00fcr unsere Kinder und Jugendlichen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lass sie sp\u00fcren, dass sie in allem bei dir geborgen sind,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">mit all ihren Fragen und ihren Tr\u00e4umen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Schenke ihnen Freude am Leben<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Beh\u00fcte sie auf ihrem Weg ins Leben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir bitten dich f\u00fcr uns selber.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lass es hell werden in unserem Leben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lass uns immer wieder deine grenzenlose Gnade sp\u00fcren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So k\u00f6nnen wir getr\u00f6stet unseren Weg gehen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und fr\u00f6hlich dieses Osterfest feiern.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dir, dem auferstandenen Herrn \u00fcber Leben und Tod,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">sei Dank und Ehre in Ewigkeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pastor Peter Schuchardt<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bredstedt<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">E-Mail: <a href=\"mailto:peter.schuchardt@kirche-nf.de\">peter.schuchardt@kirche-nf.de<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Peter Schuchardt, geb. 1966, Pastor der Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), seit 1998 Pastor an der St. Nikolai Kirche in Bredstedt\/Nordfriesland (75%), seit 2001 zus\u00e4tzlich Klinikseelsorger an der DIAKO NF\/Riddorf (25%).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/7C2C38F6-3D33-41C6-92A8-DFA9F5A362E2#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> https:\/\/www.zeichenverkehr.de\/deutsches-rotes-kreuz-blutspendekampagne.html<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/7C2C38F6-3D33-41C6-92A8-DFA9F5A362E2#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> https:\/\/www.evangelisch.de\/inhalte\/173936\/21-08-2020\/kommunikationskampagne-evangelisch-aus-gutem-grund-feiert-25-jaehriges-bestehen<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/7C2C38F6-3D33-41C6-92A8-DFA9F5A362E2#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. Gottfried Voigt, Das heilige Volk, Homiletische Auslegung der Predigttexte. Neue Folge: Reihe II, G\u00f6ttingen 1979, S. 207<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/7C2C38F6-3D33-41C6-92A8-DFA9F5A362E2#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Vgl. Ulrich Wilckens, Theologie des Neuen Testaments Band 2 Teilband 1 2. Auflage Neukirchen-Vluyn 2014, S. 230-233<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Evangelisch auf gutem Grund | Ostersonntag | 09.04.2023 | 1. Kor 15,1-11 | Peter Schuchardt | Die Gnade unsere Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! Amen Liebe Schwestern und Br\u00fcder, Immer wieder finde ich Werbeslogans faszinierend. Da wird in wenigen Worten ganz Pr\u00e4gnantes ausgesagt. 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