{"id":18034,"date":"2023-04-04T21:04:37","date_gmt":"2023-04-04T19:04:37","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=18034"},"modified":"2023-04-07T09:06:30","modified_gmt":"2023-04-07T07:06:30","slug":"lukas-241-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-241-12\/","title":{"rendered":"Lukas 24,1-12"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Ostersonntag |09.04.2023 | Lk 24,1-12 | Ulrich Nembach |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.<\/em> Mit diesem alten, auf das Lukasevangelium (Kap. 24, V. 34) zur\u00fcckgehenden Gru\u00df begr\u00fc\u00dfe ich Sie an diesem Ostermorgen. Christen in aller Welt tun das seit vielen Jahrhunderten, aufgerichtet aus der Niedergeschlagenheit des Karfreitags, jubelnd, staunend, verwundert, getr\u00f6stet, getrost, froh und festlich gestimmt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist viele Jahre her, dass ich, noch Student, mit einer Gruppe anderer Studenten \u00fcber Ostern nach Mallorca gefahren bin. Wir haben Ferien gemacht. Wir erkundeten die Insel.\u00a0 Wir unternahmen Vieles.\u00a0 Sehensw\u00fcrdigkeiten wurden\u00a0 besichtigt. Am Ostersonntag sind wir zum Gottesdienst in die Kirche gegangen. Es war ein eindrucksvoller Gottesdienst, ich erinnere mich bis heute an ihn. In tiefer Ehrfurcht feierte die Gemeinde die Auferstehung Jesu von den Toten. Da kamen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen. Das ist Ostern.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">2.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hier und heute tun wir uns mit dem Gedenken der Auferstehung eher schwer. Die Auferstehung l\u00e4sst sich nicht erkl\u00e4ren. Sie widerspricht unserer Erfahrung. Das macht uns ratlos. Wie gel\u00e4hmt stehen wir da \u2013 eine Situation wie vor 2000 Jahren. H\u00f6ren wir den lukanischen Bericht vom fr\u00fchen Morgen des Ostersonntags:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><sup>1<\/sup><\/em><em>Aber am ersten Tag der Woche sehr fr\u00fch kamen sie zum Grab und trugen bei sich die wohlriechenden \u00d6le, die sie bereitet hatten. <sup>2<\/sup>Sie fanden aber den Stein weggew\u00e4lzt von dem Grab <sup>3<\/sup>und gingen hinein und fanden den Leib des Herrn Jesus nicht.<br \/>\n<sup>4<\/sup>Und als sie dar\u00fcber ratlos waren, siehe, da traten zu ihnen zwei M\u00e4nner in gl\u00e4nzenden Kleidern. <sup>5<\/sup>Sie aber erschraken und neigten ihr Angesicht zur Erde. Da sprachen die zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? <sup>6<\/sup>Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Gedenkt daran, wie er euch gesagt hat, als er noch in Galil\u00e4a war <sup>7<\/sup>und sprach: Der Menschensohn muss \u00fcberantwortet werden in die H\u00e4nde der S\u00fcnder und gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen.<br \/>\n<sup>8<\/sup>Und sie gedachten an seine Worte. <sup>9<\/sup>Und sie gingen wieder weg vom Grab und verk\u00fcndigten das alles den Elf und allen andern J\u00fcngern. <sup>10<\/sup>Es waren aber Maria Magdalena und Johanna und Maria, des Jakobus Mutter, und die anderen Frauen mit ihnen; die sagten das den Aposteln.<sup>11<\/sup>Und es erschienen ihnen diese Worte, als w\u00e4r\u2019s Geschw\u00e4tz, und sie glaubten ihnen nicht. <sup>12<\/sup>Petrus aber stand auf und lief zum Grab und b\u00fcckte sich hinein und sah nur die Leinent\u00fccher und ging davon und wunderte sich \u00fcber das, was geschehen war. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Szenerie kommt uns eigenartig bekannt vor. Sie entspricht derjenigen der Weihnachtsgeschichte. Dort spielen Hirten eine gro\u00dfe Rolle, hier sind es drei Frauen. Sie werden beim Namen genannt. Maria Magdalena, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus, sind gekommen, um den Leichnam Jesu zu salben. Sie hatten wohlriechende \u00d6le hergestellt. Mit ihnen wollen sie Jesus, wie es Brauch war, die letzte Ehre erweisen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber nichts ist so, wie sie es erwartet hatten. Das Grab ist offen, der Stein ist weggew\u00e4lzt, der K\u00f6rper des Toten nicht da. Und wie in der Weihnachtsgeschichte unversehens ein Engel auftritt und die Hirten ins Bild setzt (\u201eEuch ist heute der Heiland geboren&#8230;\u201c), sind es an dieser Stelle zwei Himmelsboten, die, das Geschehen bezeugend, die Situation erhellen: \u201e<em>Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.\u201c<\/em> Das kommt eigentlich nicht \u00fcberraschend: Die Frauen sollen, sie d\u00fcrfen, sie k\u00f6nnen sich an Jesu Worte erinnern.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und sie erinnern sich. Sie wenden sich unverz\u00fcglich ab vom Grab und berichten den J\u00fcngern, was sie geh\u00f6rt und gesehen haben. Die aber, die Apostel, halten es f\u00fcr leeres Gerede, nichts denn \u201aWeibergeschw\u00e4tz\u2018 \u2013 \u201eund sie glaubten ihnen nicht.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nur Petrus ist sich nicht so sicher. Er steht auf. Auch er geht zum Grab, sieht hinein, sieht nichts als die Leinent\u00fccher, nicht mehr und nicht weniger als die Frauen. Da geht er wieder weg vom Grab und wundert sich \u00fcber das augenscheinlich Geschehene. Auch die Weihnachtsbotschaft rief zun\u00e4chst nur Staunen (Lk 2, 18) hervor.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Petrus wundert sich. Das kann doch nicht sein! Er versteht die Welt nicht mehr. Oder? Vielleicht ist es das: Er, f\u00fcr den Jesus selbst gebeten hat, dass sein Glaube nicht aufh\u00f6re (Lk 22, 32), dieser Petrus, der Jesus am Karfreitag noch vehement verleugnet hatte, beginnt zu glauben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">3.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Verstehen wir das? Verstehen wir die Welt? Wir freuen uns \u00fcber die Osterferien. Nicht wenige verreisen, wie auch ich das vor Jahren gern getan habe. 2023 werden vermutlich noch mehr Menschen unterwegs sein als sonst; endlich sind die Beschr\u00e4nkungen wegen der Pandemie vorbei, Ostern ist eine gute Gelegenheit wegzufahren. Schaffen wir uns Raum f\u00fcr die \u00f6sterliche Botschaft? Nehmen wir noch ihr Gewicht wahr und ihre Wucht? Die Kirchen bewahren und verk\u00fcndigen sie. Christ ist erstanden! Man kann es gar nicht oft genug h\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">4.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein letzter Gedanke zum Schluss! In unseren Gottesdiensten bekennen wir unseren Glauben, den Glauben an Gott, an Christus, an den Heiligen Geist. Konzentriert und bedachtsam sprechen wir das Credo, vielleicht rezitieren wir es auch blo\u00df in allsonnt\u00e4glicher Routine. Am Ende jedoch bezeugen wir gemeinsam: Wir erwarten die Auferstehung der Toten und das ewige Leben<em>\u00a0\u2013\u00a0<\/em>\u201edas Leben der kommenden Welt\u201c, wie es im \u00e4lteren Glaubensbekenntnis hei\u00dft.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So denken wir weit \u00fcber unsere Friedh\u00f6fe hinaus. Tag f\u00fcr Tag reiht sich auf ihnen ein Grab an das andere. Auf den Schlachtfeldern der Erde sterben Zivilisten und Soldaten zu Hunderten. Sie werden sinnlos get\u00f6tet, wie nun schon seit 14 Monaten in der Ukraine. Um sie alle trauern wir, leiden mit ihren Angeh\u00f6rigen mit, ihre Trauer geht uns nahe. Und ebenso halten wir fest an der Hoffnung auf \u201eeinen neuen Himmel und eine neue Erde\u201c (Jes. 65,17). Wir trauen Gottes Verhei\u00dfung. Ja, wir sind ihrer gewiss, heute gewisser denn je: Es ist Ostern!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Prof. Dr. Dr. Ulrich Nembach, G\u00f6ttingen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ostersonntag |09.04.2023 | Lk 24,1-12 | Ulrich Nembach | Liebe Gemeinde! Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. Mit diesem alten, auf das Lukasevangelium (Kap. 24, V. 34) zur\u00fcckgehenden Gru\u00df begr\u00fc\u00dfe ich Sie an diesem Ostermorgen. 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