{"id":18058,"date":"2023-04-12T08:08:26","date_gmt":"2023-04-12T06:08:26","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=18058"},"modified":"2023-04-12T13:54:02","modified_gmt":"2023-04-12T11:54:02","slug":"genesis-3223-32-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/genesis-3223-32-4\/","title":{"rendered":"Genesis 32,23-32"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Die nach\u00f6sterliche Sicht | \u00a01. Mose 32,23-32 | Quasimodogeniti | 16. 04.2023 |\u00a0Gerlinde Wnuck |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">sonntags h\u00f6re ich manchmal die Zwischent\u00f6ne im DLF. Vor ein paar Wochen wache ich mitten in der Nacht auf und schalte in die Wiederholungssendung ein. Die Schriftstellerin Felicitas Hoppe ist da im Gespr\u00e4ch mit der Moderatorin \u00fcber ihr sog. Hoppe-Buch, darin hat sie ihre eigene Biographie aus der Sicht als sie 6 Jahre alt war geschrieben. Und weil das eigentlich ein Unding ist, als erwachsene Frau sein Leben aus der Sicht eines Kindes zu schreiben, das seine ganze Zukunft noch vor sich hat, befragt die Moderatorin die Schriftstellerin, ob sich da die kleine Felicitas ihr Leben im Buch erfindet bzw. erfinden muss. Anders gefragt: Was ist daran die echte Hoppe?, will die Moderatorin wissen. Felicitas Hoppe antwortet f\u00fcr mich \u00fcberraschend. Sie erz\u00e4hlt, dass sie in einem katholischen Elternhaus aufgewachsen ist, durch ihre Mutter habe sie den gro\u00dfen Erz\u00e4hlschatz der Bibel kennenlernen k\u00f6nnen. Und aus ihrer Sicht h\u00e4tte die Mutter auch jetzt auf die Frage, ob das Hoppe-Buch denn wirklich eine Biographie genannt werden k\u00f6nne, geantwortet: \u201eSagen wir, das ist die nach\u00f6sterliche Sicht.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die nach\u00f6sterliche Sicht! Will sagen, da scheint was Wesentliches aus meinem Leben durch. Wird sichtbar und sp\u00fcrbar, was mir in diesem Leben geschehen ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde, in jener Nacht bei den Zwischent\u00f6nen im DLF habe ich den Faden f\u00fcr meine Predigtidee aufgenommen. Ich m\u00f6chte mit Ihnen nachdenken \u00fcber die Frage, was bedeutet eigentlich \u201edie nach\u00f6sterliche Sicht auf das eigene Leben\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Taste ich mich da langsam heran, gibt mir heute der 1. Sonntag nach Ostern einen Hinweis. Der \u201eWei\u00dfe Sonntag\u201c, wie er auch hei\u00dft. Wir sind an den Festtagen noch ganz nah dran. Der \u201eWei\u00dfe Sonntag\u201c hat einmal die nach\u00f6sterliche Festwoche abgeschlossen. Am 8. Tag nach Ostern feiern Kinder noch heute in katholischer Tradition oft wei\u00df gekleidet ihre Erstkommunion. In der fr\u00fchen Kirche legten die in der Osternacht getauften Erwachsenen an diesem 8. Tag nach Ostern ihre wei\u00dfen Taufkleider ab. Eine Woche lang \u00fcbten sie sich in die neu gewonnene, nach\u00f6sterliche Sicht auf ihr Leben ein. An jedem Tag in dieser Woche nach Ostern wurde Gottesdienst gefeiert und sie erinnerten sich daran, dass sie mit Jesus in die Nacht seines Todes hineingetauft waren, um in seinem Licht zu leben. Daher tr\u00e4gt der Abschluss-Sonntag dieser Festoktav den Namen der \u201eWei\u00dfe Sonntag\u201c. Wei\u00df ist die Farbe des Lichts. Da sind wir ganz nah dran an dem Gl\u00fch- und Brennpunkt des christlichen Glaubensgrundes!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jeder Tag soll ein \u201esch\u00f6ner Ostertag\u201c sein. Jeden Morgen erklingt der \u00f6sterliche Weckruf: \u201eIhr Menschen kommt ins Helle!\u201c (EG 117,1). Wo immer eine herkommen mag, aus Trauer, aus M\u00fcdigkeit, aus Antriebsschw\u00e4che, aus Lustlosigkeit &#8211; Ostern spiegelt etwas von dem Gef\u00fchl wieder: Wow. Ein neuer Tag &#8211; ich f\u00fchl mich wie neu geboren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Viele Osterlieder beschreiben den Gl\u00fchpunkt des Glaubens wie die Erfahrung einer Morgend\u00e4mmerung, wo das Licht des neues Tages wie ein zarter Hauch von Rosa-rot am Himmel ersteht und das Morgengrauen mit leichten Federstrichen andeutet: \u201eWenn ich des Nachts oft lieg in Not \/ verschlossen, gleich als w\u00e4r ich tot, \/ \u00a0l\u00e4sst du mir fr\u00fch die Gnadensonn \/ aufgehn: nach Trauern Freud und Wonn. \/ Halleluja.\u201c (EG 111,2)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ja. Nach\u00f6sterlich ist eine Sicht &#8211; wo immer Menschen ein Dunkel durchschreiten m\u00fcssen, bis sich ihnen ihr Leben von neuem erhellt. Oft sind es Krisen, aus denen Menschen ver\u00e4ndert hervorgehen. Man k\u00f6nnte auch sagen: Sie strahlen eine Tiefe aus, die sie \u2013 um ein altes Wort zu nehmen \u2013 \u201eglaubw\u00fcrdig\u201c macht, heute sprechen wir dann: eine Person ist authentisch und meinen, dass ihre Weise zu leben und sich zu \u00e4u\u00dfern auch ahnen und durchscheinen l\u00e4sst, dass sie sich auf ihrem Weg auch Erfahrungen des Dunklen stellen musste.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Tasten wir uns weiter vor. Der Wei\u00dfe Sonntag gibt uns einen ersten wichtigen Hinweis. Sind es aber nicht zwei Jahrtausende, die uns von dem realen Geschehen damals &#8211; dort trennen! Das erweitert die nach\u00f6sterliche Perspektive erheblich. Lessing sprach vom sog. garstigen Graben und machte in diesem Bild eine Not anschaulich, dass das, was im ersten Fr\u00fchling des noch jungen christlichen Glaubens so lebendig war, nun durch den wachsenden Abstand in unserem Empfinden blasser und blasser wird.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der garstige Graben ist eine breite Furt mit gef\u00e4hrlichen Wasserschnellen, die einen weit von dem Ursprung der ersten Botschafterinnen des Osterglaubens fortrei\u00dfen k\u00f6nnen: In St\u00fcrmen von Zweifeln, vor allem durch Irritationen aufgrund einer wenig \u00fcberzeugenden und in weiten Teilen dunklen Christentumsgeschichte, salopp gesagt: \u201eJesus verk\u00fcndete das Reich Gottes \u2013 gekommen ist die Kirche\u201c \u2013 und mit ihr die unheilige Verkrautung mit gewaltvollen politischen Machtstrukturen, wenn wir an die Zeit der Kreuzz\u00fcge im Mittelalter denken, die Glaubenskriege nach der Reformation. Oder wir sehen zur Zeit im Fernsehen die zahlreichen Dokumentationen und Filme \u00fcber die Zeit des Nationalsozialismus und darin verwickelt das verh\u00e4ngnisvolle Mitl\u00e4ufertum eines gro\u00dfen Teils der Kirche, auch da, wo sie schwieg, ein Mitl\u00e4ufertum, das sich unbegreiflicherweise gegenw\u00e4rtig in der russisch-orthodoxen Kirche, dem Patriachat Cyrills an Putins Seite wieder findet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie werden mir zugeben: Diese andere reale, einen atemlos machende nach\u00f6sterliche Sicht beschwert durchaus den Glauben! Und es gibt einen guten Grund auch heute noch mit den Frauen der ersten Stunde zu fragen: Wer rollt uns den schweren Brocken der zweitausendj\u00e4hrigen Geschichte von des Grabes T\u00fcr?! Denn wenn es nur diese dunkle Seite g\u00e4be und nicht auch die Lichtpunkte der vielen Menschen und Namen und Bewegungen, die wir bis heute erz\u00e4hlen und erinnern, Namen wie Anne Frank, Sophie und Hans Scholl, Martin Luther King, Nelson Mandela, Janusz Korczak, Simone Weil und viele andere &#8230; Menschen, die f\u00fcr den Glauben an Jesus gl\u00fchten und ihr Leben riskierten \u2013 w\u00e4ren wir heute im Jahr 2023 nach Ostern nicht hier bzw. wir glaubten umsonst \u2013<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Doch niemand ist umsonst, d. h. grundlos hier. Wir alle haben einen Faden in unserem Leben aufgenommen, mal fester, mal lockerer sehen wir uns an der Seite der ersten Vork\u00e4mpferinnen der Jesusbewegung, sehen uns im inneren Gespr\u00e4ch, z. B. mit Thomas, ihn treiben Zweifel um, bis er den Finger in die Wunde legen darf. Oder wir denken an Petrus beim Hahnenschrei. Wir begegnen den verweinten Augen der Maria, die glaubt den G\u00e4rtner im Garten zu sehen und erst im Nachhinein als Jesus sie beim Namen ruft, wei\u00df sie: Er ist es, er lebt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch wir kennen solch tiefe Trauer, die in Freude umschlagen kann. Wir kennen nagenden Zweifel, der den Glauben doch allererst sch\u00e4rft. Wir teilen die Erfahrung in manchen Zeiten und Lebenswenden, dass wir uns fragen, wer bringt uns die schweren Brocken der eigenen Lebensgeschichte von des Grabes T\u00fcr weg? Im Nachhinein wird der Blick frei. Wie die Frauen am Ostermorgen \u2013 mit der ersten Morgend\u00e4mmerung als ihnen die Sonne aufgeht, erkennen sie \u201eer, den wir lieben d\u00fcrfen \u2013 tr\u00e4gt unser Kreuz ins Leben\u201c (nach EG117,2)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn wir taufen, zeichnen wir mit dem Wasser der Taufe ein Kreuz auf die Stirn. So sind wir gesegnet durch das Kreuz. Ins Licht des Lebens gestellt. Jeden Tag neu ins Licht gerufen. Und selbst, wenn die Taufe 50 Jahre, oder 70 oder 90 Jahre zur\u00fcckliegt &#8211; auch am Ende des Lebens bleibe ich gesegnet durch das Kreuz.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dieses Segenszeichen ist wie ein Wasserzeichen auf einem wertvollen Papier. Ein Wasserzeichen ist eigentlich unsichtbar. Ins Licht gehalten scheint es durch.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nach\u00f6sterlich gesehen scheint das Kreuz in allem durch, was Menschen \u00fcberhaupt durchmachen m\u00fcssen auf allen L\u00e4ngen- und Breitengraden dieser Erde, die sich kreuzen. So wird das Kreuz zum Wasserzeichen der ganzen Sch\u00f6pfung. Wir kennen doch nicht nur eigenes Leid! Um wie viel mehr wird uns heutzutage durch die Medien anderer V\u00f6lker Leid, das so viel gr\u00f6\u00dfer ist, manchmal zum Verzweifeln vor Augen gebracht. Durch unser Mitgef\u00fchl sind wir mit den Lebensf\u00e4den so vieler verwoben, die unsichtbar die Breiten- und L\u00e4ngengrade unserer Erde kreuzen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich denke an Dascha, eine junge Polin. 22 Jahre. Sie studierte bis vor einem Jahr Jura, doch die Not im Nachbarland der Ukraine lie\u00df sie nicht los, sie nahm ein Urlaubssemester, anstatt Anw\u00e4ltin zu werden, lie\u00df Dascha sich zur Sanit\u00e4terin ausbilden, seitdem ist sie fast pausenlos f\u00fcr eine Hilfsorganisation in Lwiw unterwegs. In Hilfskonvois holt sie mit ihrem Onkel alte Menschen, Kranke und Verletzte aus der Ukraine nach Polen. \u00dcber 220 000 km haben sie hinter sich gelegt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dascha sagt, wenn du hier bist und wirklich siehst, was passiert &#8230; alte Frauen, die ohne Strom und Wasser in ihren H\u00e4usern \u00fcberleben m\u00fcssen, Kinder, die kaum mehr aus Luftschutzkellern herauskommen und die dort erfahren m\u00fcssen, dass ihre V\u00e4ter dort an der Front gestorben sind&#8230; dann ist es nicht einfach m\u00f6glich zum normalen Leben zur\u00fcckzukehren, in eine Disco zu gehen, mit Freunden auszugehen oder sich einen Film im Kino anzusehen. &#8230; ich hab kein normales Leben mehr, kaum bin ich in Polen zuhause, treibt es mich zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist die Ambivalenz der Erfahrung des Helfens \u2013 es bek\u00fcmmert unendlich und setzt doch frei. Nicht anders erleben es Menschen bei uns in der Asylarbeit, im Engagement um mehr Klimagerechtigkeit, in der Nachbarschaftshilfe. Jeder Einsatz in der Pflege kostet Zeit und auch viel seelische Kraft \u2013 und setzt doch auch Licht frei.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hat Dascha sich echt so ihr Leben vorgestellt?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dascha wei\u00df, dass ihre Vorfahren im 2. Weltkrieg zuhause Juden vor den Nazis versteckt haben. Sie kennt die Sicht ihrer Familie auf das Leben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eSagen wir, das ist die nach\u00f6sterliche Sicht.\u201c Ein bleibender Weckruf aus dem Dunkel ins Licht zu kommen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich m\u00f6chte Sie einladen, den Faden etwas aufzunehmen. Jede und jeder f\u00fcr sich. Dazu erklingt jetzt etwas Musik von der Orgel.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Musikalische Improvisation <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine Frau zeigte mir bei einem Besuch ein Bild von Marc Chagall. Manche werden es kennen: Es zeigt eine Szene aus der Erz\u00e4hlung \u201aJakobs Kampf am Jabbok\u2019. Wir haben sie in der Lesung geh\u00f6rt. \u201eEs ist eins meiner Lieblingsbilder\u201c, sagt die Frau. Und sie erz\u00e4hlte mir:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Viele Jahre ihres Lebens wunderte sie sich \u00fcber eine \u00fcbergro\u00dfe Narbe, die sich von ihrer unteren Wirbels\u00e4ule \u00fcber ihre rechte H\u00fcfte zog. Sie hatte daf\u00fcr keine Erkl\u00e4rung. Und da sie im 2. Weltkrieg in eine kinderreiche Familie hineingeboren war, verga\u00df sie auch dieses geheimnisvolle Zeichen an ihrem Leib. Jahre sp\u00e4ter erhellte sich, was mit ihr geschehen war. Sie sagt: \u201eFestgewachsen an der Uteruswand meiner Mutter und mit der Nabelschnur um den Hals k\u00e4mpfte ich um mein Leben\u00a0\u2013 ein Kampf auf Leben und Tod. Schlie\u00dflich rei\u00dft die Verbindung, rettet uns beiden das Leben. Durch den Kampf und den Abriss entstand eine blutende Verletzung an meiner H\u00fcfte, deren Narbe noch heute sichtbar ist. \u201eViel sp\u00e4ter erschloss sich mir\u201c, erz\u00e4hlte die Frau, \u201edass diese lebensbedrohliche, verletzende Erfahrung das kostbarste Geschenk meines Lebens enth\u00e4lt.\u201c Sie sagt: \u201eDas ist bis heute pr\u00e4gend f\u00fcr mich: die reale Erfahrung des G\u00f6ttlichen.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine ber\u00fchrende Erfahrung. Da nimmt Jahre sp\u00e4ter eine den Faden aus ihrer fr\u00fchesten Biographie auf und erkennt in der Erz\u00e4hlung von Jakobs Kampf am Jabbok, in seinem Ringen \u00a0auf Leben und Tod und seiner Segnung, was ihr konkret vorgeburtlich geschehen war.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Spannungsreich ist Jakobs Geschichte. Spannungsreich in der Ambivalenz der Erfahrungen. Wie ein Nachtgesicht erschien Jakob die gef\u00e4hrliche Gestalt am Fluss, ein Albtraum das Dunkel solcher Erfahrungen. Und dennoch! Jakob nannte die St\u00e4tte Pniel: Gottesgesicht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese Ambivalenz der Erfahrung, die manchmal Menschen machen, dass dort, wo sie sich einem Dunkel stellen mussten, ein Leuchten zur\u00fcckbleibt \u2013 ein Segen, eine Dankbarkeit \u2013<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jochen Klepper verdichtete diese Erfahrung in diesen Worten: \u201eGott will im Dunkel wohnen und hat es doch erhellt.\u201c (EG 16,5)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sagen wir, das ist die nach\u00f6sterliche Sicht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">H\u00f6ren wir den Text aus dem 1. Buch Mose, Kap. 32, Verse 23-33 \u2013 in einer Nacherz\u00e4hlung (erz\u00e4hlt nach Martin Buber):<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In jener Nacht machte er sich auf, er nahm seine zwei Weiber, seine zwei M\u00e4gde und seine elf Kinder und fuhr \u00fcber die Furt des Jabbok, er nahm sie, f\u00fchrte sie \u00fcber den Fluss und fuhr her\u00fcber, was sein war. Jaakob blieb allein zur\u00fcck. \u2013<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da rang einer mit ihm, bis das Morgengrauen aufzog.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Als jener sah, dass er Jaakob nicht \u00fcbermochte, r\u00fchrte er an seine H\u00fcftpfanne, und Jakobs H\u00fcftpfanne verrenkte sich, wie er mit ihm rang. Dann sprach jener: Entlasse mich, denn das Morgengrauen ist aufgezogen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jaakob aber sprach: Ich entlasse dich nicht, du habest mich denn gesegnet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da sprach jener zu ihm: Was ist dein Name?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und er sprach: Jaakob.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da sprach jener: Nicht Jaakob werde f\u00fcrder dein Name gesprochen, sondern Ji\u00dfsrael, Fechter Gottes, denn du fichtst mit Gottheit und mit Menschheit und \u00fcbermagst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da fragte Jaakob, er sprach: Vermelde doch deinen Namen!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jener aber sprach: Warum denn fragst du nach meinem Namen!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und er segnete ihn dort.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jaakob rief den Namen des Ortes: Pniel, Gottesantlitz, denn: Ich habe Gott gesehn, Antlitz zu Antlitz, und meine Seele ist errettet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Sonne strahlte ihm auf, als er an Pniel vor\u00fcber war, aber er hinkte an seiner H\u00fcfte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Friede Gottes&#8230;\u00a0\u00a0 Amen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Quellen:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zwischent\u00f6ne mit Felicitas Hoppe vom 19.03.2023, https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/zwischentoene-mit-felicitas-hoppe-vom-19-03-2023-musik-gekuerzt-dlf-e543c45f-100.html<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bis an die Grenzen der Ersch\u00f6pfung \u2013 22j\u00e4hrige Polin als Helferin in der Ukraine, https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/bis-an-die-grenzen-der-erschoepfung-22jaehrige-polin-als-helferin-in-der-ukraine-dlf-d71be54c-100.html<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die f\u00fcnf B\u00fccher der Weisung, verdeutscht von Martin Buber gemeinsam mit Franz Rosenzweig, Deutsche Bibelgesellschaft, 1976, 10. Auflage, Bd. 1, 95.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">auch: https:\/\/bibel.github.io\/BuberRosenzweig\/ot\/1.Mo_32.html<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die nach\u00f6sterliche Sicht | \u00a01. Mose 32,23-32 | Quasimodogeniti | 16. 04.2023 |\u00a0Gerlinde Wnuck | Liebe Gemeinde, sonntags h\u00f6re ich manchmal die Zwischent\u00f6ne im DLF. Vor ein paar Wochen wache ich mitten in der Nacht auf und schalte in die Wiederholungssendung ein. 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