{"id":18068,"date":"2023-04-18T16:03:26","date_gmt":"2023-04-18T14:03:26","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=18068"},"modified":"2023-04-18T22:35:21","modified_gmt":"2023-04-18T20:35:21","slug":"1-petrus-5-1-4-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-petrus-5-1-4-4\/","title":{"rendered":"1. Petrus 5, 1-4"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">\u201eCheffragen\u201c | Miserikordias Domini | 23. 4. 2023 | 1. Petr 5, 1-4 | D\u00f6rte Gebhard |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Gnade sei mit Euch und Friede von Gott, unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Amen. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Als ein Konflikt im Gange war, piekte er den rechten Zeigefinger in die Luft, senkrecht nach oben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Weil es Probleme gab und er sich sogar ein wenig aufregte, zeigte er in die H\u00f6he und sprach dazu mit grosser Ruhe und Bestimmtheit:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eMein Chef &#8230; ist da oben, &#8230; alles andere &#8230; relativiert sich von selbst.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Worum es damals, vor knapp 40 Jahren, ging, weiss ich schon lange nicht<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">mehr. Es ist ein gutes Zeichen geistigen Ausmistens, wenn man sich nicht an alles \u00dcble erinnern kann. Vielleicht habe ich aber auch noch gar nicht verstanden, worum es ging.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber diesen Satz habe ich mir eingepr\u00e4gt und mitgenommen, aufbewahrt in meinem Oberst\u00fcbchen bei den gebrauchsfertigen Weisheiten:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eMein Chef &#8230; ist da oben, &#8230; alles andere &#8230; relativiert sich von selbst.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese kurze Geste und diese wenigen Worte sind mir geblieben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber wer tat und sprach so?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pastor Matthias Ortmann, seinerzeit Pfarrer in Mestlin, redete so.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich hoffe, er tut es immer noch. Unterdessen ist er l\u00e4ngst pensioniert und anderswo daheim. Matthias Ortmann war Pfarrer in einem kleinen Dorf bei Parchim in Mecklenburg zu jener Zeit, als ich in die Junge Gemeinde ging und wahrscheinlich dort einem seiner sechs Kinder begegnet war.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(Vielleicht war auch die grosse Familie manchmal ein Grund, diesen Pieks in die Weite des Himmels zu machen, wer weiss.)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eMein Chef &#8230; ist da oben, &#8230; alles andere &#8230; relativiert sich von selbst.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Etwas ausf\u00fchrlicher wird diese Einsicht im 1. Petrusbrief verhandelt, wo es im 5. Kapitel darum geht, das Gemeindeleben der ersten Christen und dann auch schon der zweiten und dritten Generation einzurichten. Man machte sie allm\u00e4hlich darauf gefasst, dass der Glaube l\u00e4nger gebraucht werden k\u00f6nnte als urspr\u00fcnglich erwartet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die ersten waren schon gestorben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die zweiten wurden langsam alt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die dritten waren auch keine Kinder mehr.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Darum heisst es im kleinen, ersten Petrusbrief kurz vor Schluss, bei den letzten Ermahnungen:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong><em>Leiten und Dienen in der Gemeinde<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong><em>5 <\/em><\/strong><em><sup>1 <\/sup><\/em><em>Ich bin ein Gemeinde\u00e4ltester und ein Zeuge f\u00fcr die Leiden von Christus. Deshalb habe ich auch Anteil an der Herrlichkeit, die bald offenbar werden wird. Nun ermahne ich die Gemeinde\u00e4ltesten\u00a0unter euch: <sup>2 <\/sup>Leitet die euch anvertraute Gemeinde Gottes wie ein Hirte seine Herde! Achtet auf sie. Tut dies nicht aus Zwang, sondern freiwillig. Denn so gef\u00e4llt es Gott. Handelt dabei nicht aus h\u00e4sslicher Gewinnsucht, sondern tut das bereitwillig. <sup>3 <\/sup>Spielt euch in eurer Gemeinde nicht als Herrscher auf, sondern seid Vorbilder f\u00fcr die Herde. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><sup>4 <\/sup><\/em><em>Wenn dann der oberste Hirte\u00a0erscheint, werdet ihr den Siegeskranz empfangen, dessen Herrlichkeit unverg\u00e4nglich ist. (\u00dcbersetzung: Basisbibel)<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es riecht nach Schafstall! Etwas streng, aber noch ertr\u00e4glich.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Herde der Christinnen und Christen war zur Zeit des 1. Petrusbriefes noch \u00fcberschaubar.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ihr Mist stank noch nicht zum Himmel.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie waren noch nicht besonders m\u00e4chtig und taten noch nichts Grosses oder gar Gewaltiges.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>I\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hirt und Herde<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die anvertraute Gemeinde ist wie eine Schafherde und braucht einen Hirten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie hat keinen Chef n\u00f6tig, der durch lange B\u00fcroflure schreitet und schreit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Schafst\u00e4lle waren und sind ebenerdig. Sie haben keine oberen Etagen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Gemeinde hat keinen Herrscher n\u00f6tig, der einsame Entscheidungen f\u00e4llt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber einen Hirten, der die Herde nicht alleinl\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Gemeinde hat schon gar nicht einen Diktator n\u00f6tig, der auf die Versuchung der Macht hereingefallen ist und macht, was er will, weil er vergessen hat, was er sollte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus Christus wird dabei auch als Hirte, als oberster Hirte, also als Hirte der Hirten vorgestellt (V. 4).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eMein Chef ist da oben &#8230;\u201c, aber<\/p>\n<ul>\n<li>nicht als Regent mit grossem Einfluss,<\/li>\n<li>nicht als Herrscher mit weitreichender Macht,<\/li>\n<li>nicht als Diktator mit brutaler Gewalt,<\/li>\n<li>sondern als Hirte, der sein Leben mit den Schafen verbringt.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das hat Konsequenzen f\u00fcr alle irdischen \u201eChefsachen\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hirten sind demselben Wind und Wetter ausgesetzt wie ihre Herden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unsere demokratischen Machtverh\u00e4ltnisse z.B. passen gut zur Idee von Hirt und Herde. Die Gew\u00e4hlten leben unter denselben klimatischen Bedingungen wie die W\u00e4hler. Auch dann, wenn es ihnen nicht bewusst ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im 1. Petrusbrief wird nicht gesagt, dass es keine Chefinnen mehr geben d\u00fcrfte. Im Gegenteil.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein Hirte wird gebraucht. Es muss einer da sein, der weiss, wo es langgeht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber jeder dieser Hirten, und sei er noch so klein, zeichnet sich dadurch aus, dass er Rechenschaft ablegen muss.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Allerdings geht es nicht um die Rechenschaft \u00fcber die Zahlen, von diesem oder jenem, was war oder nicht, was gelang oder missriet, was wurde und wo jemand versagte, sondern um die Rechenschaft von der Hoffnung, die man hegt (1. Petr 3, 15).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im 3. Kapitel des 1. Petrusbriefes heisst es:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Seid stets bereit, Rede und Antwort zu stehen, wenn jemand von euch Rechenschaft fordert \u00fcber die Hoffnung, die in euch ist.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das hat Konsequenzen f\u00fcr mein Verst\u00e4ndnis von Rechenschaft.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich \u00fcberlege mir, ob ich jemals nach meinen Hoffnungen gefragt wurde, als ich Rechenschaft ablegen musste?! Ob es nicht immer darum ging, was ich tat und liess und wollte und vergeigte und hatte und verlor und vornahm und aufgab und schaffte und vergass &#8230;?!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Alles Leiten und Dienen soll<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>II\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 freiwillig und bereitwillig<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8230; geschehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das wird an zweiter Stelle gesagt, aber es wird doppelt betont.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>&#8230; nicht aus Zwang, sondern freiwillig<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>&#8230; nicht aus h\u00e4sslicher Gewinnsucht, sondern &#8230; bereitwillig<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Als h\u00e4tte dieser Gemeinde\u00e4lteste schon geahnt, was sp\u00e4ter kam.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie der ganze Mist einmal zum Himmel stinken w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn die Kirche dann erst einmal m\u00e4chtiger und gr\u00f6sser und gewaltiger geworden sein w\u00fcrde &#8230;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn man Rechenschaft von seinen Hoffnungen ablegt, dann wohl von den Bef\u00fcrchtungen gleich mit, wie von selbst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es riecht immer noch nach Schafstall, aber unterdessen weniger streng.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In Richtung Freiwilligkeit sind wir einen grossen Schritt weiter.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>&#8230; nicht aus Zwang: <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man <em>muss<\/em> am Sonntag nicht in den Gottesdienst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man <em>muss<\/em> nicht Kirchenmitglied sein, um sonntags in den Gottesdienst zu gehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man <em>muss<\/em> sich nicht sehen lassen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man <em>muss<\/em> nichts.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber man kann umso mehr.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Noch nie waren in der Kirche so viele Menschen freiwillig und bereitwillig da und machten mit wie heutzutage.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Fr\u00fcher kontrollierten sogenannte \u201eUmg\u00e4nger\u201c am Sonntagmorgen, ob ausser den W\u00f6chnerinnen, ihren Neugeborenen und gebrechlichen Greisen alle Einwohnerinnen und Einwohner vollz\u00e4hlig unter der Kanzel versammelt waren. Gem\u00e4ss der Chorgerichtssatzung von 1743 f\u00fcr das Berner Untertanengebiet, zu gebrauchen f\u00fcr Stadt und Land, ging es in Sch\u00f6ftland und Umgebung jedenfalls nicht um <em>freiwilliges<\/em> Erscheinen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vers\u00e4umte jemand den Gottesdienst an Sonn- und Feiertagen, wurde er zuerst \u201ein Freundlichkeit und Liebe erinneret\u201c (S. 74), bei mehrmaligen Vorkommnissen aber bald einmal mit einer empfindlichen Geldstrafe belegt. Einer aus Holziken, der w\u00e4hrend des Gottesdienstes daheim Apfelsaft produzierte, \u201eweil es ihn so nach Most gluschtete\u201c, kam bei diesem ersten Verstoss noch mit einer Verwarnung davon.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Strafen wurden im Wiederholungsfall aber bald finanziell schmerzhafter und h\u00e4rter. Man ging von vorherein von wiederholten Verfehlungen aus; jeweils bis zu f\u00fcnf Taten wurden hintereinander gereiht samt den dazugeh\u00f6rigen Bussen und Strafen. Im schlimmsten Fall endete es mit Landesverweis oder gar der Todesstrafe, je nach Vergehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich schaue mit grosser Dankbarkeit auf den Wandel der Zeiten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Etwas hat sich aber nicht ver\u00e4ndert: Nach wie vor werden Vorbilder gebraucht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>III\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vorbilder statt Herrscher<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Spielt euch in eurer Gemeinde nicht als Herrscher auf, sondern seid Vorbilder f\u00fcr die Herde, <\/em>heisst es am Schluss des 1. Petrusbriefes.<em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hirte kann werden, wer als Vorbild taugt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wer bei sich selbst ausmisten kann, ehe es beginnt, faul zu riechen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sich aufspielende Herrscher erkennt man am leichtesten daran, dass man sie nicht nachahmen kann. Denn sie k\u00f6nnen nicht wollen, dass alle herrschen wie sie.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wo k\u00e4men sie dann hin?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auf den Misthaufen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vorbilder verhalten sich so, dass es jede und jeder so machen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wo kommen wir dann hin?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auf die gr\u00fcne Weide, ans frische Wasser und nachts in den sicheren Stall.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Guten Hirten kann man nachlaufen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kinder lernen ganz am Anfang und am meisten vom Nachmachen ihrer unmittelbaren Vorbilder. Grimassen und Gesten machen sie nach, plappern nach, was grosse Leute sagen, spielen nach, was sie bei den Erwachsenen ernsthaft sehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mag sein, \u201eVorbild\u201c ist ein zu grosses Wort f\u00fcr einen kleinen Schafstall.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bei wem haben Sie abgeguckt, wie man schwimmt?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie man sich \u00fcber Wasser h\u00e4lt?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Schafe k\u00f6nnen schwimmen, aber nur kurz und im Notfall, bis sich ihr Fell vollsaugt und sie zu schwer werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wer hat sie hellh\u00f6rig gemacht f\u00fcr die Kl\u00e4nge der Musik?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bei wem haben Sie gelernt, anderen zuzuh\u00f6ren?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Schafe k\u00f6nnen jedenfalls die Stimme des Hirten erkennen (vgl. Joh 10, 4-5).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wer hat Ihnen Lesen und Schreiben beigebracht und wie man sich benimmt?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn ich so frage, dann wird es pl\u00f6tzlich sehr eng hier in der Kirche. Dann f\u00fcllt sie sich eventuell mit alten Lehrern, wohl auch mit Sonntagsschullehrerinnen, mit geduldigen Grosseltern, mit Paten und Eltern, Geschwistern, Freunden, Kollegen, vielleicht auch mit Roman- und Filmfiguren, wer weiss. Die Kirche f\u00fcllt sich auch gewiss mit Hirtinnen und Hirten, mit Vorbildern, die das von sich selbst niemals behauptet h\u00e4tten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber sie riechen alle gut!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Von meinem Vorbild habe ich erz\u00e4hlt, von jenem Pastor Ortmann, der einst sagte:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eMein Chef &#8230; ist da oben, &#8230; alles andere &#8230; relativiert sich von selbst.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Alles andere relativiert sich.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das bedeutet keineswegs, dass es vollkommen unwichtig w\u00fcrde oder ich mich nicht mehr darum k\u00fcmmern m\u00fcsste.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eRelativieren\u201c bedeutet, etwas in eine Beziehung setzen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Erkennen, dass die Weide einen Zaun hat, aber trotzdem Platz f\u00fcr alle da ist, dass der Mist stinkt, aber das gr\u00fcne Gras dadurch immer wieder gedeiht,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">dass das frische Wasser nicht mir allein geh\u00f6rt, sondern allen &#8230;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Alles andere relativiert sich.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das gilt auch f\u00fcr mich selbst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Denn manchmal bin ich ein grosses Schaf.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kein Mensch kann immer Hirte sein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In solchen Moment kommt es darauf an, nicht sein zu wollen wie Gott \u2013 die erste und gr\u00f6sste Versuchung \u2013, sondern den rechten Zeigefinger in die Luft zu pieken, senkrecht nach oben, und sich mit grosser Ruhe und Bestimmtheit zu erinnern:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eMein Chef ist da oben &#8230;\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Etwas poetischer wird diese Einsicht im Psalm 23 vorgestellt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So beten wir gemeinsam \u2013 im RG bei der Nr. 113 \u2013<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Herr ist mein Hirte,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">mir wird nichts mangeln.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er\u00a0weidet mich auf einer gr\u00fcnen Aue<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und f\u00fchret mich zum frischen Wasser.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er erquicket meine Seele.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er f\u00fchret mich auf rechter Stra\u00dfe um seines Namens willen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">f\u00fcrchte ich kein Ungl\u00fcck;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">denn du bist bei mir,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">dein Stecken und Stab tr\u00f6sten mich.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du bereitest vor mir einen Tisch<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">im Angesicht meiner Feinde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du salbest mein Haupt mit \u00d6l<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und\u00a0schenkest mir voll ein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und\u00a0ich werde bleiben im Hause des\u00a0Herrn\u00a0immerdar.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Und der Friede Gottes, der h\u00f6her ist als unsere Vernunft, der st\u00e4rke und bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em> Amen. <\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Predigt am Sonntag Miserikordias Domini, am 23. 4. 2023, in der Reformierten Kirche Sch\u00f6ftland \u00fcber 1. Petr 5, 1-4 \u201eCheffragen\u201c<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Pfarrerin PD Dr. D\u00f6rte Gebhard<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Mail: doerte.gebhard@web.de<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eCheffragen\u201c | Miserikordias Domini | 23. 4. 2023 | 1. Petr 5, 1-4 | D\u00f6rte Gebhard | Gnade sei mit Euch und Friede von Gott, unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Amen. Liebe Gemeinde Als ein Konflikt im Gange war, piekte er den rechten Zeigefinger in die Luft, senkrecht nach oben. 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