{"id":18120,"date":"2023-05-03T06:30:24","date_gmt":"2023-05-03T04:30:24","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=18120"},"modified":"2023-05-03T08:31:41","modified_gmt":"2023-05-03T06:31:41","slug":"johannes-165-15-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-165-15-3\/","title":{"rendered":"Johannes 16,5-15"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Kantate | 07.05.2023 | Johannes 16,5-15 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Laura Lundager Jensen |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Jesu Schwanengesang<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Stunden werden so kurz.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nichts bleibt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lasst es euch gut gehen, wenn ich weg bin.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich w\u00fcnsche euch Lieder und Liebe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hinter mir sind missbrauchte Tage.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vor mir etwas, was ich nicht wei\u00df.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ihr, die zur\u00fcckbleiben werdet,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich w\u00fcnsche euch Lieder und Liebe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich reise ohne Begleitung<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und ohne Bitterkeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lasst es euch gut gehen, wenn ich weg bin.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich w\u00fcnsche euch Lieder und Liebe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">So lautet der Schwanengesang von Svante, den der d\u00e4nische Dichter Benny Andersen dem schwedischen Vagabunden in den Mund legte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein Abschied vom Leben \u2013 ein einsamer Abschied ins Ungewisse. Aber auch ein Abschied ohne Bitterkeit und mit guten W\u00fcnschen f\u00fcr die, die noch immer da sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">W\u00fcnsche nach Liedern und Liebe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich habe nachgeschlagen im Kommentar zu dem Liederbuch der d\u00e4nischen Heimvolkshochschulen, und da wird empfohlen, dass man das Lied nicht z\u00f6gerlich und in sich gekehrt singen soll. Es soll sich stetig nach vorn bewegen \u2013 das Tempo soll den Ernst hervorheben, so dass wir die konkrete und n\u00fcchterne Botschaft wahrnehmen: Dass der Tod existiert und dass wir vor ihm keine Angst haben sollen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Still und ruhig, so dass selbst der mit kurzen Beinen folgen kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sich die Zeit nehmen und merken, dass das Leben zwar stets seinem Ende entgegengeht, aber unterwegs sind da Freude und Sinn und Lieder und Liebe, auch f\u00fcr Hinterbliebene.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und all das erfassen wir nur, wenn wir uns die Zeit daf\u00fcr geben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nat\u00fcrlich wurde das Lied bei der Beerdigung von Benny Andersen gesungen \u2013 und auch wenn er wohl nicht besonders gl\u00e4ubig war, betonte der Pastor in seiner Predigt das zweifellos Christliche an dem Schwanengesang \u2013 denn \u201ediese Worte h\u00e4tten genauso gut von Jesus gesagt worden sein \u2013 aber nun war es also Benny Andersen, der sie gesagt hat\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es war nicht Jesus, der dieses Gedicht geschrieben hat \u2013 sein Schwanengesang ist das St\u00fcck aus dem Johannesevangelium, das wir eben geh\u00f6rt haben, aber es ist dem Sinn nach verwandt. Die Abschiedsrede an die J\u00fcnger am Gr\u00fcndonnerstag.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er wei\u00df, er muss fort, wei\u00df, dass das n\u00f6tig ist. Aber er l\u00e4sst sie nicht zur\u00fcck mit leeren H\u00e4nden. Er schickt ihnen den Tr\u00f6ster \u2013 den heiligen Geist \u2013 den Geist der Liebe \u2013 er schickt ihnen Lieder und Liebe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hier am vierten Sonntag nach Ostern kehren wir zur\u00fcck nach Gr\u00fcndonnerstag zur letzten Rede Jesu an seine J\u00fcnger \u2013 die letzten und vielleicht sch\u00f6nsten T\u00f6ne vor den Worten am Kreuz am Karfreitag. Und der Abschied ist einsam \u2013 er muss allein fort, ohne Begleitung, aber das Sch\u00f6ne und Wichtige ist, dass die, die er hinterl\u00e4sst, nicht allein zur\u00fcck bleiben, sondern in einer Gemeinschaft, die jetzt eine neue Begleitung \u2013 vereint im Band der Liebe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eben deshalb hat man dieses Evangelium den Schwanengesang Jesu genannt. Denn das, was zwar schmerzlich ist \u2013 so ist das mit Schwanenges\u00e4ngen, ist auch das, was sich in Sch\u00f6nheit entfaltet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Abschied wird ein neuer Beginn.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und eben dort \u2013 in diesem Beginn vereint sich der dreieinige Gott.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Sch\u00f6nheit des Schwanengesanges hinterl\u00e4sst die J\u00fcnger in einer neuen Gemeinschaft, verbunden durch den dreieinigen Gott.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott als der \u00dcberwinder \u2013 als der Sohn, der Mensch wurde und mit Menschen lebte und als Mensch litt und starb, um vom Tode aufzustehen und sich mit dem Sch\u00f6pfer zu vereinen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und Gott als der Sch\u00f6pfer und Vater, der sendet und vereint.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und der Herrgott voll und ganz gegenw\u00e4rtig im Tr\u00f6ster \u2013 dem Heiligen Geist, der uns Worte gibt zu reden, zu verstehen, Worte zu teilen und zu schweigen, Worte zu singen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine Gemeinschaft fest verbunden in den Worten des Glaubensbekenntnisses \u2013 von Gott dem Sch\u00f6pfer, Gott als dem \u00dcberwinder des Todes du Gott als der neuen Gegenwart.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vater, Sohn und Heiliger Geist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und damit wird das Evangelium zum Wort des Glaubens, zum Bekenntnis des Glaubens.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber ja hier eher formuliert in einem Lobgesang statt einem Bekenntnis \u2013 vereint in einer Geschichte von dem, was Gott mit der Welt will, vereint im Dank f\u00fcr das Handeln Gottes in und an der Welt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vereint in Dankbarkeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Evangelium ist in jeder Hinsicht ein Abschiedslied \u2013 voll von Schmerz und Einsamkeit wie bei den Worten am Kreuz bis zum \u00c4u\u00dfersten gehen, dass er den Weg f\u00fcr uns geht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zugleich ist das ein Danklied f\u00fcr den neuen Anfang. Ein Danklied und ein Lobgesang f\u00fcr den dreieinigen Gott.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein Lobgesang von der Erz\u00e4hlung Gottes, dass er mit dem gang der Welt verbunden war und ist und bleibt, ver\u00e4nderlich mit der Ver\u00e4nderlichkeit der Welt, ausgeliefert wie die Welt, verletzlich wie ihre Verletzlichkeit und m\u00e4chtig in seinem ewigen Sein dort, wo wir sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und die Empfehlung ist, dass dieses Loblied in einem \u201estetigen und ruhigen Tempo gesungen wurden soll, so dass der Ernst betont wird\u201c, nicht aber z\u00f6gerlich oder in sich gekehrt &#8211; damit wir Menschen auch folgen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Folgen und verstehen, dass wir in die von Gott geschaffene Welt gestellt sind, wo K\u00e4mpfe rasen zwischen Gut und B\u00f6se und Leben und Tod und S\u00fcnde und Vergebung. Und eben diese Welt hat einen gn\u00e4digen Richter.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Verstehen, dass wir uns in der Folge des Heiligen Geistes Zeit nehmen k\u00f6nnen, den Weg des Lebens zu gehen, wo es zwar missbrauchte Tage gibt, die aber f\u00fcr Gott keine F\u00fclle haben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Denn durch das Kommen des Heiligen Geisteswird der Welt eine neue Gerechtigkeit geschenkt. Eine Gerechtigkeit, die Ungerechtigkeiten und selbstgemachte Gerechtigkeit verurteilt \u2013 den Eigensinn und Egotrip der Menschen verurteilt, die Kleinlichkeit und Engherzigkeit und alle Oberfl\u00e4chlichkeit der Menschen ablehnt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Um dann von uns zu verlangen, in dem Jetzt zu sein, das uns Gott in jedem Augenblick im Namen der Liebe schenkt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Alles andere ist gerichtet, denn Gott hat sein Volk besucht, die Barmherzigkeit best\u00e4tigt und die Selbstgen\u00fcgsamkeit und Lebensfeindschaft verworfen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In der Kraft des heiligen Geistes wird das Vertrauen in die Verhei\u00dfung geschenkt, dass Hoffnung und Glaube sich in lebenskr\u00e4ftigen und dankbaren Mut in dem herzen verwandeln, das nun nicht mehr aus Stein ist \u2013 wie es in der alttestamentliche Lesung aus Hesekiel 36,26-28 hei\u00dft &#8211; sondern in Fleisch und einen neuen Geist in unserem Inneren verwandelt ist. Die Abschiedsrede ist ernst, es geht um Leben und Tod, erkannt werden und wiedererkannt werden vom Leben, aber die Freude besteht darin, dass wir da nicht alleingelassen werden, dass wir nie alleingelassen werden. Der Heilige Geist, der Geist von Pfingsten ist in uns. Und statt unbeweglicher, angstvoller Steinherzen wird wieder ein schlagender Rhythmus eingeblasen mit all den Liedern, die wir gemeinsam singen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das heutige Evangelium ist der Schwanengesang unseres Herrn von einem Abschied zu einem neuen Beginn.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mit diesem Gesang bleiben wir zur\u00fcck im Namen des dreieinigen Gottes \u2013 und diese Liebe umf\u00e4ngt uns, so dass wir jeden Morgen als neue Gesch\u00f6pfe in die Welt treten k\u00f6nnen \u2013 im Gras, den Tropfen, dem Fr\u00fchling, der Welt, in Gott, auch diesen Morgen, den er gerade geschaffen hat. Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Pastorin Laura Lundager Jensen<\/strong><br \/>\n<strong>Langetoften 1, Osted<\/strong><br \/>\n<strong>DK-4320 Lejre<\/strong><br \/>\n<strong>E-mail: luje(at)kp.dk\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kantate | 07.05.2023 | Johannes 16,5-15 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Laura Lundager Jensen | Jesu Schwanengesang Die Stunden werden so kurz. Nichts bleibt. Lasst es euch gut gehen, wenn ich weg bin. Ich w\u00fcnsche euch Lieder und Liebe. Hinter mir sind missbrauchte Tage. Vor mir etwas, was ich nicht wei\u00df. 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