{"id":18180,"date":"2023-05-16T16:49:11","date_gmt":"2023-05-16T14:49:11","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=18180"},"modified":"2023-05-16T16:49:11","modified_gmt":"2023-05-16T14:49:11","slug":"1-samuel-31-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-samuel-31-10\/","title":{"rendered":"1.Samuel 3,1-10"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eWorte Gottes\u201c sind selten (kostbar), Visionen gibt es kaum | Exaudi | 21.05.2023 | 1. Sam 3,1\u201310 | Thomas Bautz |<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eDer junge Samuel versah den Dienst JHWHs unter der Aufsicht Elis. In jenen Tagen waren Worte JHWHs selten; Visionen waren nicht h\u00e4ufig\u201c (1 Sam 3,1).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eSamuel wuchs heran und JHWH war mit ihm und lie\u00df keines von all seinen Worten unerf\u00fcllt. Ganz Israel (\u2026) erkannte, dass Samuel als Prophet JHWHs beglaubigt war\u201c\u00a0 (1 Sam 3,19\u201320); das bedeutet, er wurde vertrauensvoll und vertrauensw\u00fcrdig ins Amt eines Propheten eingesetzt; das hebr. Verb \u05d0\u05de\u05df, \u05e0\u05b6\u05d0\u05b1\u05de\u05b8\u05a3\u05df weist auf Wahrheit, Treue (\u05d0\u05de\u05ea, \u05d0\u05b1\u05de\u05b6\u05ea) hin.<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In den Samuelb\u00fcchern dominieren drei ber\u00fchmte Einzelgestalten: Samuel, Saul und David, deren spannungsreiche Beziehungen zueinander von einem umgreifenden Thema bestimmt werden: die \u201eEntstehung des K\u00f6nigtums\u201c. Dabei sind ganz unterschiedliche \u00dcberlieferungen verkn\u00fcpft, wodurch \u201eein sehr widerspr\u00fcchliches <em>Bild vom Anfang des K\u00f6nigtums<\/em> entsteht.\u201c Die Salbung Sauls zum k\u00fcnftigen Herrscher durch Samuel und Sauls Anerkennung als Retter aus Feindesnot und seine \u00f6ffentliche Erhebung zum K\u00f6nig mit JHWHs Einverst\u00e4ndnis \u2013 eine durchweg positive Bewertung des K\u00f6nigtums.<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Andere dazugeh\u00f6rige Texte (z.B. 1 Sam 8 u. 12)<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> verurteilen scharf das Verlangen nach einem K\u00f6nig als Untreue, Treuebruch gegen\u00fcber JHWH. Liest man die n\u00e4heren Umst\u00e4nde nach und erf\u00e4hrt, welche Folgen dieser ungleiche \u201eTausch\u201c f\u00fcr das Volk hat, was die Bestimmungen im \u201e<em>K\u00f6nigsrecht<\/em>\u201c offenbaren (1 Sam 8,11\u201317; die Vorgeschichte dazu: 8,5\u201310), neigt man zu dem Urteil, dass sich in der Geschichte der V\u00f6lker bis heute nichts ge\u00e4ndert hat: Viele V\u00f6lker leiden unter ihren Diktatoren, die mit einer reichen, korrupten Minderheit und Milit\u00e4rs ihr Land, das eigentlich allen Bewohnern geh\u00f6rt, unterjochen, ausbeuten und Menschenrechte missachten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese V\u00f6lker haben gar keine Wahl, auch keine rechtm\u00e4\u00dfigen Wahl<em>en<\/em>. Das Samuelbuch erz\u00e4hlt von der vorstaatlichen Zeit Israels, in der Richter die einzige \u00fcbergeordnete Instanz darstellen. \u00a0Samuel ist Richter, bis er Saul zum K\u00f6nig salbt und sein Amt niederlegt.<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Im hohen Alter muss Samuel dem Volk Israel aber sagen:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eAn jenem Tag [wenn das <em>Gesetz<\/em> in Kraft tritt] werdet ihr wegen des K\u00f6nigs, den ihr euch erw\u00e4hlt habt, um Hilfe schreien, aber der Herr wird euch an jenem Tag nicht antworten\u201c (1 Sam 8,18).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie bleiben stur: \u201eEin K\u00f6nig soll \u00fcber uns herrschen!\u201c Unverhohlen gibt man auch den Grund an:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch wir wollen wie alle anderen V\u00f6lker sein. Unser K\u00f6nig soll uns Recht sprechen, er soll vor uns herziehen und <em>soll unsere Kriege f\u00fchren<\/em>\u201c (8,19b.20). JHWH gew\u00e4hrt ihnen schlie\u00dflich den Wunsch.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nur Mose werden in der hebr\u00e4ischen Bibel noch so viele Funktionen zugeschrieben wie Samuel: angehender Priester, Prophet, \u201ekleiner\u201c Richter oder Begr\u00fcnder des K\u00f6nigtums<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> im Alten Israel. Samuels Berufung als Prophet ist historisch am glaubw\u00fcrdigsten belegt. Die Art, wie er als junger Mann \u2013 in der Ausbildung beim alten, blinden Priester Eli \u2013 berufen wird, ist insofern einzigartig, weil sie im wahrsten Sinne des Wortes in der Stille erfolgt, unspektakul\u00e4r. Anders, als es die gro\u00dfen Schriftpropheten Jahrhunderte sp\u00e4ter von ihren Berufungen berichten:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Samuel schl\u00e4ft im Tempel und JHWH ruft ihn; dieser geht zu Eli und meint: Du hast mich gerufen; Eli verneint. Der Vorgang wiederholt sich; erst beim dritten Mal versteht der betagte Priester und begreift, dass Samuel das Wort JHWHs geh\u00f6rt hat und instruiert ihn:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn er dich nochmals ruft, dann antworte: \u201eRede, Herr, dein Diener h\u00f6rt!\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da kommt JHWH und ruft wie bei den vorherigen Malen, und Samuel antwortet: \u201eRede, dein Diener h\u00f6rt\u201c (1 Sam 3,8\u20139).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die erzeugte Klimax ist ein beliebtes Mittel der Erz\u00e4hlkunst, es l\u00e4sst den Kontakt zwischen JHWH und Samuel evident erscheinen; ein weiteres Missverst\u00e4ndnis zu konstruieren, w\u00e4re unn\u00f6tig.<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Da ist aber noch ein weiteres Detail, das von uns heutigen Bibellesern leicht \u00fcbersehen werden kann (3,2\u20133):<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eEines Tages geschah es: Eli schlief auf seinem Platz; seine Augen waren schwach geworden und er konnte nicht mehr sehen. Die Lampe Gottes war noch nicht erloschen und Samuel schlief im Tempel JHWHs, wo der (heilige) Schrein Gottes stand.\u201c Im Heiligtum zu Silo brannte \u201edas ewige Licht\u201c Gottes (Elohim), eine Leuchte (\u05e0\u05e8, \u05e0\u05b5\u05e8), die (nach Ex 27,20\u201321) von morgens bis abends brennen soll, wie es seit der Aufstellung des Offenbarungszeltes und seiner sakralen Nutzung Tradition geworden ist.<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Schrein<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> JHWHs ist gewisserma\u00dfen ein mobiles Heiligtum, ein Pendant zum Tempel in Silo oder anderen Heiligt\u00fcmern,<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> bis man sich konzentriert auf das Zentralheiligtum in Jerusalem (erbaut, zerst\u00f6rt, wieder aufgebaut, erneut zerst\u00f6rt), von dem heute nur noch die Westmauer (nicht: \u201eKlagemauer\u201c) erhalten ist.<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Ich finde es jedes Mal sehr ergreifend, wenn ich auf Videos im Internet wahrnehme, wie Menschen jeden Alters und unterschiedlicher Berufe (Rabbiner, Soldaten, Polizisten, Lehrer, Sch\u00fcler \u2013 viele Leute aus der Gesellschaft) an der Westmauer beten, innehalten; einige stecken auf Zettel geschriebene Bitten, W\u00fcnsche o.\u00e4. in die Ritzen der Mauer.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Wunsch nach Pr\u00e4senz des Heiligen (Israels) muss nicht nur symbolisch sein, will nicht nur im Geiste imaginiert werden \u2013 religi\u00f6se und philosophische \u201eGottesvorstellungen\u201c gibt es zuhauf \u2013, Menschen m\u00f6chten, dass ihnen ihre Gottheit und was sie repr\u00e4sentiert sp\u00fcrbar gegenw\u00e4rtig ist. Das Bed\u00fcrfnis ist geblieben, in der Immanenz mit dem Transzendenten auf Tuchf\u00fchlung\u00a0 zu sein. Da mag es nahtlose \u00dcberg\u00e4nge geben, aber man h\u00fcte sich vor Grenz\u00fcberschreitungen: damals wie heute! Das Numinose, das Mysterium, das G\u00f6ttliche, das \u00dcberirdische \u2013 wie auch immer wir geneigt sind, es eher stammelnd zu benennen: Es oder Er oder Sie l\u00e4sst oder lassen sich nicht von uns endlichen, begrenzten Sterblichen vereinnahmen oder instrumentalisieren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich finde es nahezu genial, dass und wie im Ersten Samuelbuch erz\u00e4hlt wird, wie das Volk denkt, es k\u00f6nne mit dem heiligen Schrein \u2013 durch die geglaubte Gegenwart JHWHs \u2013 einen Krieg gegen ihre Feinde, die Philister, gewinnen. Ihre Gegner haben bereits den Sieg davongetragen, h\u00f6ren dann aber von der drohenden Pr\u00e4senz des Gottes Israels, von dem sie wussten, dass er das Volk aus der Sklaverei in \u00c4gypten befreit hatte und f\u00fcrchten sich nun angesichts des Schreins. Aber sie gewinnen wieder an Selbstvertrauen, siegen und entf\u00fchren den Schrein JHWHs: unm\u00f6glich f\u00fcr damalige Leser! Aber dieser wenn auch nur vor\u00fcbergehende Verlust des heiligen Schreins bleibt bis heute lehrreich, und es braucht Propheten wie Samuel, um solches zu vermitteln.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Samuel wird \u00fcberwiegend als prophetische Pers\u00f6nlichkeit dargestellt; er ist ma\u00dfgeblich an der Einf\u00fchrung des K\u00f6nigtums oder Errichtung der K\u00f6nigsherrschaft beteiligt. Zwar hat es faktisch nie eine <em>Theo<\/em>kratie (Gottesherrschaft) gegeben, aber der ausdr\u00fcckliche Wunsch des Volkes nach einem Regenten ist ein Begehren, das anfangs und auch sp\u00e4ter durchaus kritisch betrachtet wird. Propheten haben immer wieder einzelne K\u00f6nige Israels in Schranken weisen m\u00fcssen:<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Massive sozialpolitische Defizite, Vernachl\u00e4ssigung kultischer, religi\u00f6ser Gebr\u00e4uche und au\u00dfenpolitisch gravierende Fehlentscheidungen \u2013 gegen den jeweiligen Rat der Propheten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Interessant ist die Begr\u00fcndung f\u00fcr das dreimalige Missverst\u00e4ndnis, das zun\u00e4chst die <em>Berufung<\/em> <em>Samuels<\/em> erschwert, weil er die Stimme oder das Wort JHWHs nicht vernimmt: \u201eSamuel kannte JHWH noch nicht und das Wort JHWHswar ihm noch nicht offenbart worden\u201c (1 Sam 3,7).<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Obwohl er im Tempel dient und in den Aufgaben eines Priesters unterwiesen wird, hat er bisher weder ein Wissen von JHWH, noch ist ihm Wort JHWHs offenbart worden. Tempeldienst und Priestertum sind offenbar nicht zwangsl\u00e4ufig oder implizit mit Fr\u00f6mmigkeit oder Religiosit\u00e4t verkn\u00fcpft, denn ein Frommer wei\u00df sich mit \u201eseinem Gott\u201c (mit JHWH) verbunden und vermag \u201eWort Gottes\u201c zu vernehmen. Der Erz\u00e4hlung nach ist es der Beharrlichkeit JHWHs zu verdanken, dass Samuel endlich h\u00f6rt, nachdem der alte Priester die Situation begriffen hat und ihn anwies, wie er dem Ruf JHWHs Folge leisten soll.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Samuel hat <em>mehr als eine<\/em> <em>Berufsausbildung<\/em> durchlaufen, bis er mit dem Amt eines Propheten betraut wird, und er wird nicht irgendein <em>Prophet<\/em>, sondern ein Prophet <em>f\u00fcr JHWH<\/em> (1 Sam 3,20). Der Erz\u00e4hler sagt fast lapidar, beil\u00e4ufig: \u201eSamuel wuchs heran, und JHWH war bei ihm\u201c (3,19a). Normalerweise reift ein Mensch zur Berufung heran, sie verl\u00e4uft in Prozessen, Lebensphasen. Dazu geh\u00f6ren bestimmte Ereignisse und Begegnungen; das wird meist nicht detailliert oder ausf\u00fchrlich erz\u00e4hlt, aber noch genug, damit der Leser oder H\u00f6rer einer Berufungsgeschichte hinreichende Vorstellungen entwickelt. Im Falle Samuels erregt schon die Einleitung meine Aufmerksamkeit:<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eIn jenen Tagen waren Worte JHWHs selten; Visionen waren nicht h\u00e4ufig\u201c (1 Sam 3,1b).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es l\u00e4sst mich aufhorchen: Es ist nichts Allt\u00e4gliches, nichts Selbstverst\u00e4ndliches, Normales, dass JHWH (\u201eGott\u201c, ein Gott, eine Gottheit) spricht, sein Wort vernehmen l\u00e4sst. Obschon G\u00f6tter im Alten Orient, in Israel und in der Antike \u201esprechen\u201c; sogar Statuen \u201ereden\u201c!<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Und der Heilige Israels, JHWH, ist stets gegenw\u00e4rtig in oder mit \u201eseinem Wort\u201c. Man k\u00f6nnte die Geschichte Israels schreiben als eine dauerhafte Aussprache JHWHs mit seinem Volk: Da gibt es Anrede, Zuspruch, Anspruch. Dann entwickeln sich Dialoge: Zwiesprache, Dank-, Bitt- und Klagegebet \u2013 individuell und kollektiv.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was f\u00fcr unsere moderne Gesellschaft normalerweise ziemlich ungew\u00f6hnlich ist, bereitet den Erz\u00e4hlern der hebr\u00e4ischen Bibel grunds\u00e4tzlich keinerlei Probleme: JHWH spricht zu Menschen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber in jenen Tagen (so der Erz\u00e4hler) ist JHWH eher schweigsam und erscheint selten in Visionen in Israel. So werden \u201eWorte JHWHs\u201c noch kostbarer.<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> Sp\u00e4ter wird \u201eWort Gottes\u201c zur Institution; die Propheten bekr\u00e4ftigen ihre Berufung: \u201eDa erging (geschah) das Wort JHWHs an mich \u2026\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gestatten Sie bitte ein Gedankenexperiment: Woher, wei\u00df ich, dass \u201eGott\u201c (JHWH) zu mir spricht? Du wirst ihn \u201eh\u00f6ren\u201c, wenn Er dich ruft. Du wirst es merken, vernehmen, wahrnehmen, wenn er mit dir redet. Du wirst es wissen, wenn der Ewige, gelobt sei Sein Name, dich anspricht. Forsche in den Schriften, lies die Tora, studiere die heiligen \u00dcberlieferungen und die Auslegungen der Theologen. J\u00fcdisch oder christlich \u2013 eine m\u00fchsame, aber erkenntnisreiche Suchbewegung nach dem, was gemeinhin vereinfachend, formelhaft \u201eWort(e) Gottes\u201c genannt wird. Aber was von Samuel und sp\u00e4teren Propheten erz\u00e4hlt wird, ist noch etwas (ganz) anderes: Das ist pers\u00f6nliche Ansprache \u2013 direkt, unvermittelt, original (im O-Ton), ohne Lekt\u00fcre; die Stimme JHWHs hat sie jedes Mal \u201ekalt erwischt\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da wir im Grunde nur menschliche Kommunikation(smittel) kennen, k\u00e4men (bei mir) Zweifel an der Glaubw\u00fcrdigkeit auf, wenn mir heute jemand sagte, Gott habe zu ihm oder ihr gesprochen.<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Aber mit Berufungsgeschichten der hebr\u00e4ischen Bibel habe ich keine Probleme der Akzeptanz: eine andere Zeit, andere Kultur, andere Religiosit\u00e4t, andere Wahrnehmungen. Au\u00dferdem wurde und wird nicht jeder Mensch ins Prophetenamt berufen; ergo muss auch nicht jeder die Affinit\u00e4t aufweisen, f\u00fcr eine g\u00f6ttliche Stimme ansprechbar zu sein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es gibt noch andere Berufungen; Martin Luther hat eine <em>Berufsethik<\/em> vertreten, worin er Beruf und Berufung stark miteinander verbunden hat. Heute herrscht eher Jobdenken: Hauptsache, \u201edie Kohle\u201c stimmt. Das allm\u00e4hliche Aussterben des <em>Berufsethos<\/em> hat fatale Folgen mit sich gebracht: dort, wo Berufsaus\u00fcbung Arbeit mit Menschen, Dienst am Menschen bedeutet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine glaubw\u00fcrdige Best\u00e4tigung f\u00fcr eine wahre, echte Berufung (zum Propheten, ins Pfarramt oder einfach in einen jeglichen Beruf) best\u00fcnde f\u00fcr mich im \u201eErtrag\u201c ihres Dienstes, wie es Rabbi Jesus einmal formuliert: \u201eAn ihren Fr\u00fcchten werdet ihr sie erkennen\u201c (Mt 7,15\u201323: 20).<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es gibt g\u00f6ttliche Berufungserlebnisse (sogar bis heute, in bestimmten christlichen Kreisen), bei denen sich die Empf\u00e4nger auf Stimmen oder Visionen berufen. Eine Audiovision, h\u00f6rende und gleichzeitig sehende Wahrnehmung, hat Weltgeschichte geschrieben:<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die ber\u00fchmte Audiovision des r\u00f6mischen Kaisers Konstantin d. Gr. vor der siegreichen Schlacht gegen den Kontrahenten Maxentius (um 313 u.Z.); im Wolkengebilde eine Kreuzesgestalt wahrnehmend, \u201eh\u00f6rt\u201c er eine \u201eStimme\u201c: \u201eIn hoc signo vinces\u201c, fortan l\u00e4sst er das Labarum mit dem Kreuzsymbol f\u00fcr sein Heer als <em>vexillum<\/em>, als Schutzfahne und Siegeszeichen, ausstatten.<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ob Konstantin d. Gr. religionspolitische Haltung pro Christentum eine innere religi\u00f6se \u00dcberzeugung impliziert, wird noch immer sehr kontrovers diskutiert.<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Wir halten den verbreiteten Begriff der \u201eKonstantinischen Wende\u201c f\u00fcr unangemessen. Dadurch wird u.a. verschleiert, dass noch lange Zeit ein kultureller und religi\u00f6ser Austausch von paganer und christlicher Weltgestaltung stattfindet.<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> Das Christentum hat sich erst allm\u00e4hlich mit seinem Monotheismus gegen eine multikulturell und polytheistisch ausgerichtete Gesellschaft behauptet; \u00dcberg\u00e4nge lassen sich kunsthistorisch noch nachvollziehen. Griechische und r\u00f6mische Kunst wurden usurpiert, \u00fcberfremdet oder eliminiert.<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man muss wachsam sein und differenzieren, wenn sich (wer auch immer) jemand auf g\u00f6ttliche Eingebungen, sei es durch \u201eWort(e) Gottes\u201c, sei es durch Visionen, beruft und meint, dadurch berufen zu sein! Diese \u201eAudiovision\u201c ist kulturell und religi\u00f6s m.E. katastrophal.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das mag ketzerisch klingen. Aber bereits in der hebr\u00e4ischen Bibel gibt es einige Beispiele daf\u00fcr, wie die geschilderte Problematik von gewissen Propheten reichlich ausgenutzt wurde und nur scheinbar im Namen JHWHs, n\u00e4mlich als L\u00fcgen- oder Pseudopropheten auftraten. Man konnte sie auch nicht zuverl\u00e4ssig dadurch entlarven, dass sich ihre Prophezeiungen als falsch erwiesen, zumal Propheten keineswegs nur Zuk\u00fcnftiges vorhersagen. Ihre Aufgabe besteht grunds\u00e4tzlich darin, im Auftrag JHWHs zu verk\u00fcnden, auch f\u00fcr die Gegenwart.\u00a0 Bis heute ist es m.W. nicht gelungen, <em>eindeutige<\/em> Kriterien zu benennen, die Propheten (JHWHs) und Pseudopropheten zu unterscheiden verm\u00f6gen.<a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Als wichtiges Unterscheidungsmerkmal l\u00e4sst sich aber immerhin erkennen, dass L\u00fcgenpropheten gern herrschenden Regenten nach dem Wort reden. Sie tragen vor, was der Politik am besten in den Kram passt. Sie beschwichtigen, wo es um handfeste innenpolitische Krisen oder drohende au\u00dfenpolitische Konflikte geht. Da hat sich m.E. bis heute in Variation nicht viel ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Doch gibt es immer wieder \u201eBerufene\u201c, Einzelne oder Gruppen, die mit Elan, zun\u00e4chst hilfreichen Ideen lautstark auftreten, dann aber entgleisen, indem sie rechtliche und moralische Grenzen \u00fcberschreiten. Allerdings sind die Probleme heutiger Gesellschaften komplexer geworden und die Vielzahl heterogener \u201eWeltverbesserer\u201c bunter und gr\u00f6\u00dfer. Aber man kann die ganze Welt nicht verbessern; das vermag niemand \u2013 keine Regierung, kein Land, kein Volk.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber wir sollten auch nicht in Abrede stellen, dass unsere Zeit mehr denn je Propheten, Mahner braucht, die Politik und Gesellschaft ernstnehmen muss; rechtzeitig, bevor die Initiativen und todernsten Anliegen und Motive durch Frustrationen und Resignationen erstickt werden. Seien wir doch froh, dass sich besonders unsere Jugend engagiert: f\u00fcr konsequentere Umweltpolitik, f\u00fcr wirksamere Ma\u00dfnahmen gegen den Klimawandel, f\u00fcr eine gerechtere Fl\u00fcchtlingspolitik. Die jungen Menschen werden bald mit schier unl\u00f6sbaren Krisen und Problemen konfrontiert. Wenn wir ihre Motivation l\u00e4hmen, m\u00fcssen nachfolgende Generationen ums \u00dcberleben k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was die Jugend antreibt, sind Horrorszenarien aus einer bedrohlich sich nahenden Zukunft, sicher aber auch Visionen einer besseren, harmonischen Welt \u2013 kein Paradies, aber wenigstens das Bem\u00fchen seitens der Spezies, die sich immer wieder als Zerst\u00f6rer erweist, vernichtend alles Leben aus Gleichg\u00fcltigkeit, Gier, Profitsucht und unermesslicher Egozentrik: der Mensch als Ma\u00df aller Dinge \u2013 im schlechtesten Sinne! Keine Religion hat diesem im Grunde \u00e4u\u00dferst dummen Wesen (als Gattung) Einhalt gebieten oder gar \u00e4ndern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch die zust\u00e4ndigen Wissenschaften sind sehr eingeschr\u00e4nkt, sind abh\u00e4ngig von Subventionen aus Wirtschaft und Politik. Doch Wissenschaftler engagieren sich gerade heute wie die Jugend, sie warnen und versuchen, uns aufzuwecken aus dem Schlaf der Sicherheit. Warnungen liegen schon Jahrzehnte zur\u00fcck; daraus erkennt man, wie schwerf\u00e4llig man in Politik und Gesellschaft (!) darauf reagiert. H\u00e4tten wir \u2013 nicht nur durch Satteliten \u2013 einen optimalen \u00dcberblick \u00fcber das Geschehen auf unserer Erde: Wir w\u00fcrden vermutlich den Kopf sch\u00fctteln oder verzweifeln oder gar wahnsinnig werden, weil wir dieses Durcheinander von Gut und B\u00f6se, von Solidarit\u00e4t und Hass, von Frieden und Krieg, von Erhaltung und Zerst\u00f6rung nicht ertragen k\u00f6nnten. Es sei denn, wir w\u00e4ren selbst schon zuvor der Gleichg\u00fcltigkeit oder dem Irrsinn verfallen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die alten V\u00f6lker wussten und einige begnadete Geister erkennen es noch heute: Menschen bed\u00fcrfen einer Ansprache; als Angesprochene werden sie vielleicht anspruchsvoll, begegnen den Anspr\u00fcchen ihrer Umwelt. Jemanden oder bei jemandem eine bestimmte Sache anzusprechen, darf aber nicht nur als ethische Forderung oder als moralischer Appell ankommen. Es bedarf des Zuspruchs; der scheint mir bei uns oftmals zu kurz zu kommen. Warum nicht einem Mitarbeiter Mut zusprechen: Sie schaffen das! Einem Jugendlichen sagen: Du kannst das! Auch das Loben vermisse ich in Kirche und Gesellschaft. Warum nicht einer Mutter sagen: Ich merke, ihr Kind ist mit Ihnen gl\u00fccklich! Einer Presbyterin sagen: Ich sch\u00e4tze ihr Engagement, ohne Sie bliebe vieles liegen! Was n\u00fctzt es, Gott Loblieder zu singen und dabei Menschen das Lob vorzuenthalten!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Manchmal bedarf es der Aussprache, die heute auch zu wenig genutzt wird, weil man Konflikte scheut, selbst angreifbar ist oder andere nicht verletzen m\u00f6chte. Aber nur Mut! Wir lernen uns dabei noch besser kennen und eventuell auch sch\u00e4tzen. Nicht in dem Sinne: \u201eSie werden mich noch kennenlernen!\u201c Man darf im Miteinander am Arbeitsplatz oder in der Gemeinde witzig, humorvoll sein; das lockert die (mitunter verkrampfte) Stimmung; Lachen befreit und \u00f6ffnet. Zugespitzt sage ich: Bevor wir \u00fcber \u201eGott\u201c reden, d\u00fcrfen wir ehrlich, offen <em>miteinander<\/em> reden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pfarrer Thomas Bautz<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bonn<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">E-Mail: <a href=\"mailto:bautzprivat@gmx.de\">bautzprivat@gmx.de<\/a>; <a href=\"mailto:th-bautz@t-online.de\">th-bautz@t-online.de<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> \u05e0\u05b6\u05d0\u05b1\u05de\u05b8\u05a3\u05df \u05e9\u05c1\u05b0\u05de\u05d5\u05bc\u05d0\u05b5\u0594\u05dc \u05dc\u05b0\u05e0\u05b8\u05d1\u05b4\u0596\u05d9\u05d0 \u05dc\u05b7\u05d9\u05d4\u05d5\u05b8\u05bd\u05d4 (BHS online, Deutsche Bibelgesellschaft, z.St.).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Rolf Rendtorff: Das Alte Testament (1983): (III) (2) Die Fr\u00fcheren Propheten (2.3) Die Samuelb\u00fccher, 180\u2013181; dort auch im Folgenden (Rendtorff, 181).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> S. TRE 30 (1999), Art. <em>Samuel<\/em> (Peter Mommer), 1\u20135: (2.) Die Texte, 1\u20133.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Lexikon der biblischen Personen. Mit ihrem Fortleben in Judentum, Christentum, Islam, Dichtung, Musik und Kunst (1989), Art. <em>Samuel<\/em> (Martin Bocian), 462\u2013463: 462.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Cf. Peter Mommer: Samuel (2006), wibilex, 1\u20132; Rainer Kessler: Samuel. Priester und Richter, K\u00f6nigsmacher und Prophet, Biblische Gestalten 18 (2007). Die \u00c4mtervielfalt bei Samuel ist historisch schwer zu erkunden; s. Siegfried Herrmann: Geschichte Israels in alttestamentlicher Zeit (<sup>2<\/sup>1980): (II.) (1.) Das K\u00f6nigtum Sauls, 169\u2013184: 176 (A. 17); Lexikon der biblischen Personen (1989), Art. <em>Samuel<\/em> (Bocian), 462; TRE 30 (1999), Art. <em>Samuel<\/em> (Peter Mommer), 1\u20135: 1; die Bedeutung des Namens ist unklar.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Andr\u00e9 W\u00e9nin: Samuel et l\u2019instauration de la monarchie (1 S 1\u201312). Une recherche litt\u00e9raire sur le personnage, EHS Reihe XXIII. Theologie 342 (1988): 1. Teil: La mont\u00e9e du jeune Samuel (c. 1\u20137): (II.) Samuel, consacr\u00e9 qui re\u00e7oit la parole (c. 1\u20133): (\u00a7 3) 2. Darstellung: l\u2019appel\u00e9 de YHWH (2,21b\u20133,21): (B.) L\u2019appel de Samuel: analyse narrative, S. 64\u201371: 65\u201370.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> S. Shimon Bar-Efrat: Das Erste Buch Samuel. Ein narratologisch-philologischer Kommentar, BWANT 176. NF 16 (2007): Auslegung (S. 61\u2013379): Offenbarung (3,1\u20134,1a), S. 95\u2013103: 97\u201398. Hinweis auf den Verlust der Lade, der \u00a0Pr\u00e4senz JHWHs, im Krieg gegen die Philister (1 Sam 4), Bar-Efrat: op.cit. (2007): Tag der Heimsuchung (4,1b\u201322), S. 104\u2013115; zur Beschreibung und Funktion der Lade (Bundeslade), S. 108.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Cf. Bar-Efrat: Das Erste Buch Samuel (2007), 97. Das \u201eewige Licht\u201c ist auch im Katholizismus ein Symbol.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Kessler: Samuel (2007): (A.) Einf\u00fchrung (1.) Samuels Lebensbild, 11\u201321: 15 (A. 3). Meist wird das Wort <em>Lade<\/em> in \u00dcbersetzungen verwendet, in deutschen Synagogen aber erinnert man an die hebr\u00e4ische Herkunft. Der Schrein verweist auf die Funktionen: \u201eKasten zur Aufbewahrung der beiden Bundestafeln und Symbol der Anwesenheit Gottes zu sein.\u201c Bar-Efrat: op.cit. (2007), 108; s. \u05d0\u05b2\u05e8\u05d5\u05b9\u05df \u05d4\u05b7\u05d1\u05bc\u05b0\u05e8\u05b4\u05d9\u05ea \u2013 Siegfried Kreuzer: Lade JHWHs \/ Bundeslade (2007), wibilex, 1\u201310.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Cf. Kreuzer: Lade JHWHs \/ Bundeslade (2007), 2.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Die Stadt Jerusalem selbst ist Zentrum j\u00fcdischer Identit\u00e4t; TRE 16 (1987), Art. <em>Jerusalem<\/em> I. Altes Testament (Peter Welten), 590\u2013609: (4.) Anmerkungen zur Religions- und Theologiegeschichte, 600\u2013601.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Rendtorff: Das Alte Testament (1983): (II) (6) Die Prophetie, 118\u2013131: 119 (ff).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> \u05d5\u05bc\u05e9\u05c1\u05b0\u05de\u05d5\u05bc\u05d0\u05b5\u0595\u05dc \u05d8\u05b6\u0596\u05e8\u05b6\u05dd \u05d9\u05b8\u05d3\u05b7\u05a3\u05e2 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05d9\u05b0\u05d4\u05d5\u05b8\u0591\u05d4 \u05d5\u05b0\u05d8\u05b6\u059b\u05e8\u05b6\u05dd \u05d9\u05b4\u05d2\u05bc\u05b8\u05dc\u05b6\u05a5\u05d4 \u05d0\u05b5\u05dc\u05b8\u0596\u05d9\u05d5 \u05d3\u05bc\u05b0\u05d1\u05b7\u05e8\u05be\u05d9\u05b0\u05d4\u05d5\u05b8\u05bd\u05d4 \u2013 humorvoll gesagt: eine \u201eGala-Vorstellung\u201c wird Samuel zuteil, denn \u201egal\u00e1h\u201c (\u05d2\u05dc\u05d4) bedeutet \u201eoffenbaren\u201c (die Herkunft von \u201eG\u00e1la\u201c ist freilich unklar.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> HWRh 1 (1992), Art. <em>Attentum parare, facere<\/em> (Burkhard Wessel), 1161\u20131163; der Beginn eines m\u00fcndlichen oder literarischen Textes soll mit der Einleitung (Pro\u00f6mium; Exordium) unbedingt die Aufmerksamkeit des Zuh\u00f6rers oder Lesers wecken. Cf. Heinrich Lausberg: Handbuch der literarischen Rhetorik (<sup>2<\/sup>1973), \u00a7\u00a7 263\u2013288: \u00a7\u00a7 266\u2013279. Wirksame und stilvolle Rhetorik gibt es nicht erst bei Cicero oder Quintilian, sondern schon bei Aristoteles, aber ebenso sicher bereits im Alten Orient und in der hebr\u00e4ischen Bibel zu entdecken!<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Anja Wolkenhauer: Sprechende Statuen: Eine antike Denkfigur und ihre multimediale Aktualisierung im fr\u00fchneuzeitlichen Rom, in: Album Alumnorum, FS f\u00fcr Walther Ludwig, hg.v. L. Braun (2014), 101\u2013127.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> \u05d9\u05e7\u05e8 bedeutet zwar \u201eselten\u201c, aber (auch) im Sinne von \u201ekostbar\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> In manchen christlichen Kreisen wird Kindern und Jugendlichen suggeriert, sie m\u00fcssten stets danach fragen, was \u201eGottes Wille\u201c f\u00fcr ihr Leben sei; Berufswahl, Partnerwahl w\u00e4ren danach auszurichten. Die Betroffenen werden dabei allerdings von Eltern, Gemeindeleitern, \u00c4ltesten (Presbytern) und Schriftkundigen \u201eberaten\u201c \u2026<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Das Bildwort vom Baum darf nicht w\u00f6rtlich genommen werden; denn je nach Baumart tragen manche Jahr f\u00fcr Jahr, andere aber nur unregelm\u00e4\u00dfig ihre Fr\u00fcchte. Hans Weder: Die \u201eRede der Reden\u201c. Eine Auslegung der Bergpredigt heute (<sup>2<\/sup>1987): Die verlogenen Propheten, 237\u2013245.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Cf. Veni, vidi, vici: Gefl\u00fcgelte Worte aus dem Griechischen und Lateinischen. Ausgew. u. erl\u00e4utert v. Klaus Bartels (<sup>9<\/sup>1992), Art. Hoc signo vinces, 88f; bei Kirchenvater Eusebios: \u201eIn diesem (Zeichen) siege!\u201c Nikolaus Staubach: <em>In hoc signo vinces<\/em>. Wundererkl\u00e4rung und Wunderkritik im vormodernen Wissensdiskurs, in: FMSt 43 (2009), 1\u201352: (I.) Konstantinische Wenden, 1\u20135; (II.) Kreuzerscheinung und Kreuzverehrung, 5\u201319.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Die Durchf\u00fchrung ist nicht praktikabel, der \u201eEvent\u201c legendarisch; Rolf Bergmeier: Kaiser Konstantin und die wilden Jahre des Christentums. Die Legende vom ersten christlichen Kaiser (2010): Konstantin I. (14) Vor der Schlacht an der Milvischen Br\u00fccke (14.2) Tr\u00e4ume, Visionen und Symbole vor der gro\u00dfen Schlacht, 109\u2013131; (14.3) Eine bizarre n\u00e4chtliche Malerei, 137\u2013141.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Bergmeier: Kaiser Konstantin und die wilden Jahre des Christentums (2010). Ich habe andernorts die verschiedenen Forschungsergebnisse skizziert.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Jeremy M. Schott: Christianity, Empire, and the Making of Religion in Late Antiquity (2008); Klaus M. Girardet: Die Konstantinische Wende. Voraussetzungen und geistige Grundlagen der Religionspolitik Konstantins des Gro\u00dfen (2006). Ich habe andernorts die unterschiedlichen Forschungsergebnisse skizziert.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> S. Rolf Bergmeier: Schatten \u00fcber Europa. Der Untergang der antiken Kultur (2012).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E39F1735-A55B-4AE8-A9E5-E2715DA72188#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Zu Pseudopropheten \u2013 Rendtdorff nennt sie \u201efalsche Propheten\u201c: op.cit. (1983), 216; s. Anja Klein: Prophetie, falsche (2015), wibilex.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWorte Gottes\u201c sind selten (kostbar), Visionen gibt es kaum | Exaudi | 21.05.2023 | 1. Sam 3,1\u201310 | Thomas Bautz | Liebe Gemeinde! \u201eDer junge Samuel versah den Dienst JHWHs unter der Aufsicht Elis. 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