{"id":18237,"date":"2023-05-31T10:38:38","date_gmt":"2023-05-31T08:38:38","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=18237"},"modified":"2023-06-02T11:14:48","modified_gmt":"2023-06-02T09:14:48","slug":"jesaja-61-89-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jesaja-61-89-13\/","title":{"rendered":"Jesaja 6,1-8(9-13)"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Dreifaches Erleben Gottes | Trinitatis | 04.06.2023 | Jesaja 6,1-8(9-13)<a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_edn1\" name=\"_ednref1\">[i]<\/a> | Rainer Stahl |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eDie Gnade unseres Herrn Jesus Christus,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">die Liebe Gottes<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">sei mit Euch allen!\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Leserin, lieber Leser!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Schwestern und Br\u00fcder!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">42 Jahre ist es nun her: Damals hatte ich im Prozess des Zweiten Examens in meiner Landeskirche, damals der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Th\u00fcringen, meine Pr\u00fcfungspredigt zu erarbeiten und zu halten \u2013 zum Festtag \u201eTrinitatis\u201c \/ \u201eDreieinigkeit\u201c \u00fcber Jesaja 6,1-13! Nat\u00fcrlich kann ich die damalige Predigt nicht wiederholen, waren doch damals die aktuellen Bez\u00fcge ganz andere als diejenigen, die sich heute aufdr\u00e4ngen. Aber eines ist gleich: der alte Bibeltext, der in seinem Kern auf ein Erlebnis des historischen Jesaja im Jahr 734 vor Christus zur\u00fcckgeht, aber von den \u00dcberlieferern weiter erg\u00e4nzt worden war. Schauen wir zuerst auf den Bibeltext, im Wesentlichen in der \u00dcbersetzung, die ich mir damals erarbeitet hatte:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201e(1) Im Todesjahr des K\u00f6nigs Usija<a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_edn2\" name=\"_ednref2\">[ii]<\/a> [= \u201eMeine St\u00e4rke ist JHWH \/ der Herr\u201c] sah ich den Herrn<a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_edn3\" name=\"_ednref3\">[iii]<\/a> auf einem hohen Thron sitzen, und seine Gewands\u00e4ume<a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_edn4\" name=\"_ednref4\">[iv]<\/a> f\u00fcllten den Tempel. (2) Seraphen standen \u00fcber ihm, sechs Fl\u00fcgel, sechs Fl\u00fcgel<a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_edn5\" name=\"_ednref5\">[v]<\/a> hatte jeder. Mit zweien bedeckte er sein Gesicht, mit zweien bedeckte er seine F\u00fc\u00dfe<a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_edn6\" name=\"_ednref6\">[vi]<\/a> und mit zweien flog er. (3) Und einer rief zum anderen:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00bbHeilig, heilig, heilig ist JHWH Zebaoth \/ der Herr Zebaoth.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die F\u00fclle der ganzen Erde ist seine Herrlichkeit.\u00ab<a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_edn7\" name=\"_ednref7\">[vii]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(4) Und es schwankten die Zapfen der Schwellen von der Stimme des Rufers, und das Haus \/ der Tempel war voll Rauch. (5) Da sagte ich:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eWeh mir, denn ich werde vernichtet;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">denn ein Mensch von unreinen Lippen bin ich,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und inmitten eines Volkes von unreinen Lippen lebe ich;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">denn den K\u00f6nig<a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_edn8\" name=\"_ednref8\">[viii]<\/a>, JHWH Zebaoth \/ den Herrn Zebaoth, haben meine Augen gesehen!\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(6) Und es flog zu mir einer der Seraphen, und in seiner Hand war ein Gl\u00fchstein \u2013 mit einer Zange genommen vom Altar. (7) Und er ber\u00fchrte meinen Mund und sprach:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eSiehe, dieser hat deine Lippen ber\u00fchrt,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und gewichen ist deine Schuld, und deine S\u00fcnde ist ges\u00fchnt\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(8) Und ich h\u00f6rte die Stimme des Herrn<a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_edn9\" name=\"_ednref9\">[ix]<\/a>, der sagte:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00bbWen soll ich schicken, und wer geht f\u00fcr uns?\u00ab<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da antwortete ich: \u00bbHier bin ich, schicke mich!\u00ab<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(9) Und er sagte: \u00bbGeh und rede zu diesem Volk!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie sollen h\u00f6ren und nicht verstehen;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">sie sollen sehen und nichts erkennen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(10) Mache f\u00fchllos das Herz dieses Volkes<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und seine Ohren schwer und seine Augen verklebt,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">dass es nicht sieht mit seinen Augen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und mit seinen Ohren nicht h\u00f6rt<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und mit<a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_edn10\" name=\"_ednref10\">[x]<\/a> seinem Herzen nicht versteht,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">dass es umkehre und es geheilt werde.<a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_edn11\" name=\"_ednref11\">[xi]<\/a>\u00ab<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(11) Ich fragte: \u00bbBis wann, Herr?\u00ab<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und er antwortete: \u00bbBis verw\u00fcstet sind die St\u00e4dte, ohne Bewohner,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und die H\u00e4user ohne Menschen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und das Land als \u00d6de geblieben ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(12) Und JHWH \/ der Herr die Menschen weit entfernt hat,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und gro\u00df geworden ist die Verlassenheit inmitten des Landes.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(13) Und wenn noch ein Zehntel in ihr ist, soll es wiederum zur W\u00fcste werden,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">wie die Eiche und die Terebinthe, von denen beim F\u00e4llen ein Wurzelstock bleibt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein heiliger Same ist sein Wurzelstock.\u00ab\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gewiss \u00fcber Jahrhunderte wurde an diesem Text gearbeitet. Die alttestamentliche Wissenschaft h\u00e4lt den letzten Satz in Vers 13 f\u00fcr so sehr als hinzugef\u00fcgt, dass der Herausgeber des Jesaja-Buches in der Biblia Hebraica Stuttgartensia, D. Winton Thomas, einfach empfiehlt, ihn zu streichen.<a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_edn12\" name=\"_ednref12\">[xii]<\/a> Aber m\u00fcsste nicht gerade hier das Schwergewicht liegen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich kann mir vorstellen, dass unsere j\u00fcdischen Freunde gerade auf diesen Satz das Gewicht legen: Nach den Verbrechen der Scho\u2019ah, des Holocaust, war und ist es f\u00fcr unsere j\u00fcdischen Freunde wichtig, einen Beitrag dabei zu leisten, dass die Gemeinschaft wieder w\u00e4chst, wieder zunimmt, wieder Zukunft hat. Wenn ich mich recht erinnere, war ich einmal in meinem Leben am 18. April, dem Jom hasch-Scho\u2019ah, dem Tag des Holocaust, in Israel. Nie vergesse ich das Heulen der Sirenen und den Stillstand jeden Verkehrs und das Stille-Stehen aller \u00fcber die Dauer von zwei Minuten! Schon einmal hatte ich einen Auszug aus dem Vortrag des Generalstaatsanwalts des Staates Colorado in den USA, Philip J. Weiser, zum 7. April 2021 in einer Meditation zitieren k\u00f6nnen.<a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_edn13\" name=\"_ednref13\">[xiii]<\/a> Staatsanwalt Weiser hatte damals seine Mutter in Erinnerung gerufen, die wenige Tage nach ihrer Geburt im Konzentrationslager in Leipzig-Sch\u00f6nefeld, einem Au\u00dfenlager des Konzentrationslagers Buchenwald, befreit werden konnte:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eDer Holocaust-Erinnerungstag stellt ein bedeutsames Ged\u00e4chtnis f\u00fcr meine Familie dar. Das deshalb, weil meine Mutter am Freitag, dem 13. April 1945, geboren worden war \u2013 in einem Konzentrationslager der Nazis. Sie war wenige Tage sp\u00e4ter zusammen mit meinen Gro\u00dfeltern durch die amerikanischen Truppen befreit worden \u2013 und dadurch zu einer der j\u00fcngsten \u00dcberlebenden des Holocaust gemacht worden. In meiner Familie pr\u00e4gte der Holocaust meine Erziehung, fanden doch meine Gro\u00dfeltern und meine Mutter Zuflucht in den Vereinigten Staaten von Amerika.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_edn14\" name=\"_ednref14\">[xiv]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Von daher k\u00f6nnten wir die eigentliche Aussage dieser Vision vorsichtig befragen: Ist sie f\u00fcr uns \u00fcberhaupt hilfreich? \u2013 Gott gesehen wie einen Gro\u00dfk\u00f6nig des 8. Jahrhunderts vor Christus auf einem Thron?! Wie der damals herrschende K\u00f6nig \u00fcber das Reich Assur: Tiglat-Pileser III.?! Umgeben von einem Hofstaat dienstbarer Geister?! Ein scheinbares Erdbeben unter dem Tempel in Jerusalem verursachend?! Mit dem Auftrag, die Menschen damals in die Irre zu f\u00fchren?! Mit der Zerst\u00f6rung jedes Lebens und der Verwandlung des Landes in eine W\u00fcste?!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was sollen wir mit diesen Zukunftsbildern anfangen? Aber: Sind das denn Zukunftsbilder? Geschieht das nicht in vielen Landstrichen unserer Erde schon heute? Werden nicht auch wir langsam Opfer der Entwicklungen der Klimakrise: \u00dcberschwemmungen! Trockenheit und Wassermangel! Hitzeperioden! Wie ich diese Fakten nebeneinanderschreibe, wird mir erneut bewusst, wie hochgef\u00e4hrlich unsere Zeit ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein Unterschied zu damals ist aber gravierend: Wir reden von Folgen unserer menschlichen Eingriffe in die Natur. Konnten sich dies die Denker Israels und Judas, auch Jesaja, so vorstellen? Ihm werden diese Ver\u00e4nderungen als Taten Gottes offenbar. Als Taten Gottes, der damit auf menschliches Fehlverhalten reagiert, es als S\u00fcnde aufdeckt. Ganz eindr\u00fccklich ist mir die Formulierung in Vers 5b:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201e\u2026 denn ein Mensch von unreinen Lippen bin ich,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und inmitten eines Volkes von unreinen Lippen lebe ich;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">denn den K\u00f6nig, JHWH Zebaoth \/ den Herrn Zebaoth, haben meine Augen gesehen!\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber auch an anderen Stellen im Alten Testament gibt es Aussagen, die die Spannung zwischen den Folgen menschlichen Fehlverhaltens und den Wirkungen des Zorns Gottes durchhalten \u2013 wie in Hosea 4,1b-3: \u201eJa, einen Prozess f\u00fchrt JHWH \/ der Herr mit den Bewohnern des Landes,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">denn keine Standfestigkeit und keine G\u00fcte und keine Gotteserkenntnis ist im Land.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">[Vielmehr] brechen Meineid und L\u00fcge und Mord und Diebstahl und Ehebruch im Land<a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_edn15\" name=\"_ednref15\">[xv]<\/a> ein,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">d.h. Blutschuld reiht sich an Blutschuld.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Deshalb trocknet die Erde aus<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und verschmachten alle, die auf ihr wohnen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">selbst die Tiere des Feldes und die V\u00f6gel des Himmels sogar die Fische des Meeres<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">werden hinweggerafft\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_edn16\" name=\"_ednref16\">[xvi]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Darin liegt doch eine L\u00f6sung: Wahrhaftigkeit, Mut im Benennen der Fehler, Bereitschaft zur \u00c4nderung des Lebens! Das kann nur bei jeder einzelnen Person, jeder einzelnen Familie, im engen Freundeskreis beginnen! Werden wir bereit zur Umkehr auf den Weg des Lebens! Dazu rufe ich uns auf.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich sehe also zuerst eine wichtige Einsicht: Die Ank\u00fcndigungen, die an die antike Gemeinschaft der Jud\u00e4er gerichtet worden waren, bleiben f\u00fcr uns ganz fern. Dann sehe ich, wie unsere j\u00fcdischen Freunde heute Auftrag und Lebenshoffnung f\u00fcr ihre eigene Gemeinschaft entnehmen, denn sie gestalten mit, dass der \u201eheilige Same\u201c zu einem \u201eWurzelstock\u201c, ja: zu einem beeindruckenden Baum gedeiht. Und f\u00fcr uns Christinnen und Christen hilft unser Glaube an die \u201eDreieinigkeit Gottes\u201c, an die \u201eTrinit\u00e4t\u201c, dass wir das Handeln Gottes auch f\u00fcr uns begreifen k\u00f6nnen:<\/p>\n<ul>\n<li>Wir erkennen den einen Gott als den gro\u00dfen Gegen\u00fcber, der uns geschaffen hat und uns auf die Folgen unserer Handlungen hinweist.<\/li>\n<li>Wir erkennen den einen Gott als Jesus Christus, der den Menschen seiner Zeit gro\u00dfartige Auswege gewiesen und unter unseren menschlichen Handlungen gelitten hatte, aber zu ewigem Leben best\u00e4tigt wurde, sodass er jeder Generation zeitgleich zur Seite steht!<\/li>\n<li>Wir erkennen den einen Gott als Heiligen Geist, der uns heute bef\u00e4higt, neu anzufangen und Zukunft zu wagen.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eUnd der Friede Gottes,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">der h\u00f6her ist als unsere Vernunft,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">bewahre Eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn!\u201c<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Liedvorschl\u00e4ge:<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">EG 139: \u201eGelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben\u2026\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">EG 165: \u201eGott ist gegenw\u00e4rtig. Lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten\u2026\u201c<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Dr. Rainer Stahl<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Erlangen<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong><a href=\"mailto:rainer.stahl.1@gmx.de\">rainer.stahl.1@gmx.de<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\">[1951 geboren, Studium der Theologie in Jena, Assistent im Alten Testament, 1981 ordiniert, Pfarrer der Ev.-Luth. Kirche in Th\u00fcringen, zwei Jahre lang Einsatz beim Lutherischen Weltbund in Genf, dann Pfarrer in Altenburg, dann Alttestamentler an der Kirchlichen Hochschule in Leipzig, dann Referent des Th\u00fcringer Landesbischofs in Eisenach, von 1998 bis 2016 Dienst als Generalsekret\u00e4r des Martin-Luther-Bundes (des evangelisch-lutherischen Diasporawerks) in Erlangen, seit April 2016 im Ruhestand.]<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_ednref1\" name=\"_edn1\">[i]<\/a> Sehr merkw\u00fcrdig, dass empfohlen wird, vielleicht den Text nur bis V. 8 zu beachten. Zwischen den VV. 8 und 9 besteht aber ein immenser Zusammenhang! Erst ab V. 9 wird die besondere Herausforderung wirklich deutlich! Ich vermute, dass die Eingrenzung auf die VV. 1-8 etwas damit zu tun hat, dass die Auswahl von Jes 6 f\u00fcr das Trinitatisfest urspr\u00fcnglich wegen des dreimaligen \u00abQado\u0161\u00bb \/ \u201eHeilig\u201c erfolgte.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_ednref2\" name=\"_edn2\">[ii]<\/a> Die Datierung dieser Vision ist \u201eals \u00bboffizielles\u00ab Jahresdatum gemeint, dem wie auf Vertragsdokumenten auch eine gewisse Funktion der Beglaubigung zukommt\u201c (E. Jenni: Jesajas Berufung in der neueren Forschung, ThZ 15, 1959, 321-339, Zitat: 329). Die Datierung f\u00fchrt also in das Jahr 734 v.Chr.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_ednref3\" name=\"_edn3\">[iii]<\/a> Hier steht wirklich \u201eHerr\u201c, hebr\u00e4isch: \u00ab\u2019Adonaj\u00bb!<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_ednref4\" name=\"_edn4\">[iv]<\/a> Hier ist nicht von Schleppen die Rede \u2013 gegen die \u201eBasisBibel\u201c von 2021 \u2013, sondern vom unteren Rand des Obergewands \u2013 so schon die Revision der Luther-Bibel von 1903.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_ednref5\" name=\"_edn5\">[v]<\/a> Die Wiederholung unterstreicht die Tatsache der sechs Fl\u00fcgel (O. Keel: Jahwe-Visionen und Siegelkunst. Eine neue Deutung der Majest\u00e4tsschilderungen in Jes 6, Ez 1 und 10 und Sach 4, SBS 84\/85, Stuttgart 1977, S. 112 und Anm. 219 und 220).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_ednref6\" name=\"_edn6\">[vi]<\/a> Im Hebr\u00e4ischen steht der Begriff f\u00fcr \u201eF\u00fc\u00dfe \/ Beine\u201c. Das ist wohl ein Euphemismus. Ich habe gelernt, dass die Geschlechtsteile gemeint seien.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_ednref7\" name=\"_edn7\">[vii]<\/a> Im allgemeinen Verst\u00e4ndnis dominiert die \u00dcbersetzung der Septuaginta: \u201eVoll ist die ganze Erde seiner Herrlichkeit\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_ednref8\" name=\"_edn8\">[viii]<\/a> Hier steht wirklich \u201eder K\u00f6nig\u201c, hebr\u00e4isch: \u00abHam-M\u00e4l\u00e4ch\u00bb.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_ednref9\" name=\"_edn9\">[ix]<\/a> Hier steht wieder \u00ab\u2019Adonaj\u00bb.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_ednref10\" name=\"_edn10\">[x]<\/a> Vgl. die antiken Textzeugen, z.B. die Jesaja-Rolle in Qumran.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_ednref11\" name=\"_edn11\">[xi]<\/a> Diese Aussage wird sehr verschieden verstanden: Einmal wird die Wirkung des \u201edass es nicht\u201c bis hierher gezogen: \u201eund (sie) sich nicht bekehren und genesen\u201c (Lutherbibel, revidiert 2017). Oder die beiden letzten Hinweise werden als Anfang einer positiven Aussage verstanden: \u201eumkehren und Genesung w\u00fcrde ihm!\u201c (B\u00fccher der K\u00fcndung, Verdeutschung von Martin Buber und Franz Rosenzweig, Stuttgart 1992).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_ednref12\" name=\"_edn12\">[xii]<\/a> Ausgewirkt hat sich hier auch, dass bei der \u00dcbersetzung ins Griechische, bei der Erarbeitung der Septuaginta, die Worte \u201eWurzelstock, ein heiliger Same\u201c vielleicht \u00fcbersehen worden waren, sie stehen jedenfalls nicht in der Septuaginta (vgl. Septuaginta Deutsch, Erl\u00e4uterungen und Kommentare II, Psalmen bis Daniel, Stuttgart 2011, S. 2520).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_ednref13\" name=\"_edn13\">[xiii]<\/a> Vgl. meine Meditation zum Text Jesaja 54,7-10 zum Sonntag L\u00e4tare, 19.03.2023, f\u00fcr die Predigtwerkstatt des Lutherkonvents der Evangelischen Kirche im Rheinland.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_ednref14\" name=\"_edn14\">[xiv]<\/a> Hierbei handelt es sich um meine \u00dcbersetzung aus dem Englischen \/ Amerikanischen.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_ednref15\" name=\"_edn15\">[xv]<\/a> Vgl. hierzu die \u00dcbersetzung der Septuaginta. Sie hat zus\u00e4tzlich den Begriff \u201eauf das Land\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/F2C5E53A-2820-4FFA-849F-AE79E01750A4#_ednref16\" name=\"_edn16\">[xvi]<\/a> Hierzu verweise ich auf meinen Aufsatz: \u201eGottesgericht oder Selbstzerst\u00f6rung? Wie ist ein verbindliches Zeugnis \u00f6kumenischer Theologie angesichts der \u00f6kologischen Herausforderung zu begr\u00fcnden? Eine Reflexion an Hand von Hosea 4,1-3\u201c in: Veritas et communicatio. \u00d6kumenische Theologie auf der Suche nach einem verbindlichen Zeugnis, FS Ulrich K\u00fchn, hg. von Heiko Franke, Thomas Krobath, Matthias Petzoldt und Wolfgang Pf\u00fcller, G\u00f6ttingen 1992, S. 321-331.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dreifaches Erleben Gottes | Trinitatis | 04.06.2023 | Jesaja 6,1-8(9-13)[i] | Rainer Stahl | \u201eDie Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen!\u201c Liebe Leserin, lieber Leser! Liebe Schwestern und Br\u00fcder! 42 Jahre ist es nun her: Damals hatte ich im Prozess des Zweiten Examens [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":18265,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22,1,2,157,853,114,937,349,109,313,395],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-18237","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-jesaja","category-aktuelle","category-at","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-kapitel-06-chapter-06-jesaja","category-kasus","category-predigten","category-rainer-stahl","category-trinitatis"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18237","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18237"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18237\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18239,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18237\/revisions\/18239"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18265"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18237"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18237"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18237"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=18237"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=18237"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=18237"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=18237"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}