{"id":18283,"date":"2023-06-06T08:34:06","date_gmt":"2023-06-06T06:34:06","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=18283"},"modified":"2023-06-06T09:07:57","modified_gmt":"2023-06-06T07:07:57","slug":"1-johannes-416bff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-johannes-416bff\/","title":{"rendered":"1. Johannes 4,16bff."},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Gottes Plakat der Liebe: Jesus Christus | 1. Sonntag nach Trinitatis | 11.06. 2023 | 1. Johannes 4, 16b ff | Berthold W. Haerter |<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-18286\" src=\"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/image-120x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"120\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/image-120x300.jpeg 120w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/image-409x1024.jpeg 409w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/image-5x12.jpeg 5w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/image.jpeg 511w\" sizes=\"auto, (max-width: 120px) 100vw, 120px\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde<\/p>\n<ol>\n<li>Ein banaler Satz<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abGott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.\u00bb 1. Johannes 4, 16b<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist zun\u00e4chst ein eher banaler Satz.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er klingt f\u00fcr mich beim ersten Hinh\u00f6ren, nach einer Selbstverst\u00e4ndlichkeit, wie:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abDer Z\u00fcrichsee ist blau.\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist eine eher oberfl\u00e4chliche Aussage, wie:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abUnser Dorf ist bei Sonnenschein besonders sch\u00f6n.\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Welches Dorf ist bei Sonnenschein nicht besonders sch\u00f6n?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist logisch.<br \/>\nDas ist banal.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ok, Gott ist Liebe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und wer geliebt wird, also wer in der Liebe bleibt, bei dem ist Gott.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das nehmen auch Agnostiker, selbst Atheisten von uns l\u00e4chelnd entgegen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das hinterfragt nichts und niemanden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Als H\u00f6render w\u00fcrde ich jemanden der mir sagt:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abGott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.\u00bb fragen:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abOk, aber bitte, werden Sie doch etwas konkreter!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was meinen Sie genau?\u00bb<\/p>\n<ol>\n<li>Das Umfeld des Satzes<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der 1. Johannesbrief, indem dieser Satz steht, ist konkreter.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Schreibenden betonen:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es gibt einen Grund, ja eine Quelle der Liebe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist Gott.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und Gottes Liebe zeigt sich konkret in Jesus Christus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Klaas Huizing formuliert das in seinem neuesten Buch \u00abLebenslehre\u00bb mit Bezug auf den Philosophen Hermann Schmitz so:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abIm Menschen Jesus nimmt die Liebe, (so die Pointe,) eine hochkonkrete Gestalt an, die \u00abvon da ab unverkennbar ausstrahlend als diese selbige im Wechsel der Menschen und Situationen herausgesp\u00fcrt werden kann.\u00bb (Klaas Huizing: Lebenslehre, Eine Theologie f\u00fcr das 21. Jahrhundert, G\u00fctersloh 2022, 66)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist ein philosophischer Theologensatz oder theologischer Philosophensatz.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Machen wir ihn doch noch etwas konkreter und schauen wir uns dazu das Bild an.<\/p>\n<ol>\n<li>Gottes Plakat der Liebe: Jesus Christus<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sicherlich haben Sie es auf ihrem Ablauf erkannt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist ein Ausschnitt aus dem Glasfenster \u00abGlaube\u00bb, dass sich hier, im mittleren Chorfenster unserer Kirche befindet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">K\u00fcnstler versuchen seit fast 2000 Jahren Jesus und seine Botschaft in Bildern darzustellen.<br \/>\nSo auch Bruno Bischofsberger 1982 in dem Jesus, den sie nun genauer und n\u00e4her vor sich sehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich m\u00f6chte Sie konkret fragen und komme deshalb etwas n\u00e4her:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was sehen Sie?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(einen Mann, mit Bart, gelben Mantel, Farbe wie die Sonne, im Glasfenster wirklich sonnendurchflutet, ernstes Gesicht, konzentriert, offen, sehend, h\u00f6rend, unverkennbar Jesus \u2013 Kreuz scheint hindurch, H\u00e4nde anschauende, offen, nahe, aber nicht aufdringlich)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir erkennen unverkennbar Jesus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir erinnern uns, was er den Leuten erz\u00e4hlt hat, was er gepredigt und wie er gelebt hat.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir erinnern uns an seinen Weg ans Kreuz und die leuchtende Farbe erinnert an sein Auferweckt-Werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und jede und jeder von uns w\u00fcrde wohl unterschreiben, wenn ich sage:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus ist ein gelungenes und ausstrahlendes Bild f\u00fcr den Begriff Liebe. (Nach Huizing, Ebenda 65)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In Jesus hat die Liebe konkret Gestalt angenommen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Betrachten seines Lebens k\u00f6nnen wir dieser Liebe nachsp\u00fcren und sie wirkt bis in unser Leben hinein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diesen philosphisch-theologischen Satz aus dem Buch haben wir jetzt verstanden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus = Liebe.<\/p>\n<ol>\n<li>Der Satz des 1. Johannesbriefes konkret<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich meine daher, dass man f\u00fcr den Satz mit der Liebe aus dem 1. Johannesbrief, so wie er auf ihrem Ablauf steht, dass man da \u00abLiebe\u00bb durch \u00abJesus\u00bb ersetzen kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dann hiesse:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abGott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.\u00bb 1. Johannes 4, 16b<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jetzt:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abGott ist Jesus, und wer in Jesus bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und auf einmal wird aus einem banalen Satz, eine Aussage, die mich hinterfragt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auf einmal wird Liebe konkret und fragt mich:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wer ist Jesus Christus f\u00fcr Dich?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Menschensohn, der Gottes Gesandte?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der, dessen Lebensentwurf Liebe ist?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein gelungenes Leben der Liebe?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus ist der, der uns eine Eigenschaft Gottes sichtbar und verstehbar macht:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gottes Liebe zu den Menschen und Tieren, zu allen Leben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus wirbt f\u00fcr Gott.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus ist Gottes Plakat oder auch Gottes Website.<br \/>\nNach Klaas Huizing ist \u00abJesus Christus zu einem \u00abPlakat der christlichen Liebe geworden.\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er lebte eine opferbereite und dem\u00fctige Offenheit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Seine Zuwendung galt allen hilfsbed\u00fcrftigen Menschen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und Jesus war immer bereit, dem Liebe zu geben der sie w\u00fcnschte. (Huizing, Ebenda, 68)<\/p>\n<ol>\n<li>Die Folgen<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diesen Jesus Christus als Plakat der Liebe Gottes anzuerkennen, das hat Folgen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der 1. Johannesbrief benennt zwei.<\/p>\n<ol>\n<li>Keine Angst und Furcht vor der Zukunft<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich bin geliebt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Immer und \u00fcberall, egal was ich mache, was mir zust\u00f6sst, ob ich Mist baue oder gut Gemeintes von mir, von anderen missbraucht wird.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch wenn Menschen mich f\u00fcr irgend etwas verachten oder ich am Ende bin und nicht mehr weiter weiss:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich bin von Gott geliebt!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus hat so starke Ausstrahlungskraft, so dass seine Liebe \u00fcber 2000 Jahre hinweg mir dies deutlich macht, und auch mich heute noch diese Gottesliebe sp\u00fcren, erfahren und f\u00fchlen l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Besch\u00e4ftigen mit seinem Reden, Handeln, Leben, Sterben und Auferstehen, bemerke ich sie und \u00abbegreife\u00bb:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es gibt keinen Moment in Jesu Leben, das nicht Liebe ausstrahlt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Als mein Bruder liebt Jesu auch mich als seine Schwester und seinen Bruder.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es gibt keinen Moment in meinem Leben, indem ich nicht von Gott geliebt werde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Warum, so fragen die Schreibenden im 1. Johannesbrief zurecht,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">warum habt ihr Angst und Furcht im Leben, oder vor dem Danach?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wer sich f\u00fcrchtet hat Angst vor einer Strafe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber Gott straft nicht, weil wir durch Jesus begriffen haben: Gott liebt mich.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist ein Verstandesakt aber auch eine Erfahrung, ein \u00abbegreifen\u00bb, dass man nicht immer im Leben sich selbst, verst\u00e4ndlich machen kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich habe in dieser Woche eine fast 100-j\u00e4hrige Frau in einem Seniorenheim besucht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Stetig baut sie Monat f\u00fcr Monat ab, k\u00f6rperlich und zwischenzeitlich auch geistig.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Inzwischen liegt sie meistens nur noch im Bett und schl\u00e4ft viel.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abIch habe immer weniger Vertrauen.\u00bb sagte sie pl\u00f6tzlich zu mir.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abWem vertrauen Sie nicht, den Menschen oder Gott?\u00bb fragte ich die, immer aktive und aus dem Glauben lebende Frau.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nach einem Moment Stille antwortete sie:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abZu beiden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abIch kann und mag nicht mehr.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das alles hat hier doch keinen Sinn mehr.<br \/>\nWarum erh\u00e4lt man mich am Leben?\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich verstehe die Frau und konnte keine Antwort geben.<br \/>\nDann aber sagte sie:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abKomm, bete bitte mit mir.<br \/>\nDas tut mir gut.<br \/>\nDas hilft mir jetzt.\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist Ihnen wohl allen bewusst: Wir sind nicht Jesus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir haben gute, gl\u00e4ubige, fromme Zeiten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und wir haben Momente und Zeiten, in denen wir von Gottes &#8211; und Menschenliebe nichts mehr sp\u00fcren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gut, wenn es dann andere gibt, denen ich mich \u00f6ffnen kann, die mir beistehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Menschen, die mir Gottes Liebe nahebringen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dietrich Bonhoeffer hat dieses Wissen um Gottes Liebe und die gleichzeitige innere Verzweiflung in dem \u00abGebet f\u00fcr Gefangene\u00bb, im November 1943 im Tegler Gef\u00e4ngnis so beschrieben:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abIn mir ist es finster, aber bei dir ist Licht<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">ich bin einsam, aber du verl\u00e4sst mich nicht<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">ich bin kleinm\u00fctig, aber bei dir ist die Hilfe<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">ich bin unruhig, aber bei dir ist Frieden<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">in mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist die Geduld<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">ich verstehe deine Wege nicht, aber du weisst den rechten Weg f\u00fcr mich.\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung, Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft mit Anmerkungen und Kommentaren, Taschenbuchausgabe 2008, 204f)<\/p>\n<ol>\n<li>Geschwisterliebe<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aus dem Wissen \u00abich bin geliebt\u00bb schlussfolgert der 1. Johannesbrief als Zweites:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und dieses Gebot haben wir von ihm: dass, wer Gott liebt, auch seinen Bruder\/ seine Schwester liebe<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wer sich von Gott geliebt weiss, pflegt Geschwisterliebe.Wie schwierig das ist, weiss jede\/jeder die\/der selbst Geschwister hat.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber auch in einer Gemeinde, in der wir als Schwestern und Br\u00fcder bezeichnet werden, ist das nicht immer einfach.<br \/>\nSchauen Sie sich mal um.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Denken Sie manchmal nicht auch: Mit dem will ich aber nicht mehr zu tun haben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese da ist einfach unm\u00f6glich, bloss nicht zu nahekommen, sonst muss ich mit ihr noch lange reden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Geschwisterliebe ist eine rechte Herausforderung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So ist die Liebe Gottes in unserem Leben eben auch immer wieder eine Herausforderung f\u00fcr uns.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir sollen uns ihr stellen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es versuchen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Denn Gott stellt sich dieser ja auch immer, jeden Tag, mit mir, neu.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe ist das, was Jesus im Gleichnis vom \u00abverlorenen Sohn\u00bb erz\u00e4hlt:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dennoch die Arme \u00f6ffnen und ausdr\u00fccken: Ich bin f\u00fcr Dich da, wenn Du mich brauchst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unser Jesusbild dr\u00fcckt das f\u00fcr mich aus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus, als Gottes Plakat der Liebe zu uns und Werbung, auch zu lieben,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">dies ist eine Werbung gegen den Trend.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Huizing in seiner Lebenslehre sagt;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abDie St\u00e4rke des Christentums ist es, der Liebe einen Ernst gegeben zu haben, gegen unser \u00abironisches Zeitalter und die grassierende Haltung der Coolness, die sich gegen (affektive) Betroffenheit unempfindlich zeigt.\u00bb (Huizing, Ebenda 65)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wer Christ sein will, so w\u00fcrde es der 1. Johannesbrief sagen, ist immer noch ersch\u00fcttert, dass ukrainische Gefl\u00fcchtete seit \u00fcber einem Jahr, wie in einem Warteraum ausharren m\u00fcssen, und nicht wissen: Kann ich heim oder soll ich mich hier einrichten?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wer Christ sein will, ist immer noch ersch\u00fcttert, wenn nach \u00fcber einem Jahr Putin-Krieg in der Ukraine, ein Soldat, eine Soldatin sinnlos stirbt, ob Russe oder Ukrainerin.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wer Christ sein will, kann bei Not nicht wegschauen, auch nicht im eigenen Dorf und auch nicht beim Klima &#8211; gegen alle plakative Angstmacherei.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er oder sie versucht das zu praktizieren, was Jesus lebte. Liebe<\/p>\n<ol>\n<li>Schlussgedanken<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Schauen Sie doch nochmals das Bild an.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus ernstes, aber offenes Gesicht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sein K\u00f6rper, der G\u00f6ttliches sichtbar macht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und seine offenen H\u00e4nde, sein uns Entgegenkommen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da wird Gottes Einladung sichtbar: Kommt zu mir.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da steckt aber auch Gottes Erwartung drin: Macht es ebenso.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Denn: Gott ist Jesus Christus: Und Jesus Christus ist Gottes Liebe zu uns.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese Liebe beschreibt auf ihre Weise auch Edith Piaf in Hymne \u00e0 l&#8217;amour. (Diese Hymne an die Lieber werden wir nun h\u00f6ren.)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">AMEN<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eingangsgebet:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unser Gott,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">was ist nicht schon alles \u00fcber die Liebe gesagt, geschrieben und gesungen worden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Manchmal wirkt alles etwas flach.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Oft geht es an uns vorbei und erreicht uns nicht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und dann sollst du Liebe sein<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und auch da haben wir unsere Fragen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du bist mehr als Liebe,<br \/>\nDu bist auch Licht, Ewigkeit und Freude.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00d6ffne uns heute besonders f\u00fcr das Eine,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Deine Liebe zu uns.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">AMEN<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcrbitte und Unser Vater<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unser Gott,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus macht Deine Liebe zu uns offenbar.<br \/>\nEs ist gut, dies wieder mal zu h\u00f6ren,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">gerade wenn wir Fragen und Zweifel haben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unser Gott,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir sollen andere Lieben,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">uns als Christen untereinander<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und Jesus zeigt uns: Wir sollen weit dar\u00fcber hinaus lieben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da f\u00fchlen wir uns manchmal ziemlich \u00fcberfordert.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mach uns mit Deinem Geist Mut, es zu wagen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und darauf zu vertrauen, dass Du uns wieder st\u00e4rkst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unser Gott,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Angst und Furcht vor dem Ende wie mitten Im Leben,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">das kennen wir.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mit Dir in und bei uns, brauchen wir keine Angst haben,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">schon gar nicht vor irgendwelchen Strafen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lass uns Deine Liebe in unserem Leben immer wieder entdecken.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lass uns h\u00f6ren, wenn andere uns Deine Liebe erkl\u00e4ren und verst\u00e4ndlich machen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unser Gott,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">andere lieben, heisst auch f\u00fcr andere beten: \u2026.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liedvorschl\u00e4ge:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So jemand spricht ich liebe Gott, RG 798<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Weit wie das Meer ist Gottes grosse Liebe, RG 700<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du bist der Weg, auf dem wir schreiten, RG 281<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir wolln uns gerne wagen, RG 811<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Berthold W. Haerter<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Geb. 1963<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pfarrer der Z\u00fcrcher Landeskirche seit 1993<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In Oberrieden am Z\u00fcrichsee<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gottes Plakat der Liebe: Jesus Christus | 1. Sonntag nach Trinitatis | 11.06. 2023 | 1. Johannes 4, 16b ff | Berthold W. Haerter | Liebe Gemeinde Ein banaler Satz \u00abGott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.\u00bb 1. 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