{"id":18284,"date":"2023-06-06T08:33:01","date_gmt":"2023-06-06T06:33:01","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=18284"},"modified":"2023-06-07T09:50:31","modified_gmt":"2023-06-07T07:50:31","slug":"1-johannes-413-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-johannes-413-21\/","title":{"rendered":"1. Johannes 4,13-21"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">| Liebe ist die Antwort | 1.Sonntag nach Trinitatis | 11. Juni 2023 | 1. Johannes 4,13-21 | Paul Wellauer |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">| Psalmgebet im Wechsel Psalm 34,2-15 | Unter Gottes Schutz | Die Bibel nach Martin Luther, 2017* [1\u00a0Von David, als er sich wahnsinnig stellte vor Abimelech und dieser ihn vertrieb und er wegging.]<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">I 2\u00a0Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">II 3\u00a0Meine Seele soll sich r\u00fchmen des HERRN, dass es die Elenden h\u00f6ren und sich freuen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">I 4\u00a0Preiset mit mir den HERRN und lasst uns miteinander seinen Namen erh\u00f6hen!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">II 5\u00a0Da ich den HERRN suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">I 6\u00a0Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">II 7\u00a0Als einer im Elend rief, h\u00f6rte der HERR und half ihm aus allen seinen N\u00f6ten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">I 8\u00a0Der Engel des HERRN lagert sich um die her, die ihn f\u00fcrchten, und hilft ihnen heraus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">II 9\u00a0Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn trauet!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">I 10\u00a0F\u00fcrchtet den HERRN, ihr seine Heiligen! Denn die ihn f\u00fcrchten, haben keinen Mangel.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">II 11\u00a0Reiche m\u00fcssen darben und hungern; aber die den HERRN suchen, haben keinen Mangel an irgendeinem Gut.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">I 12\u00a0Kommt her, ihr Kinder, h\u00f6ret mir zu! Ich will euch die Furcht des HERRN lehren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">II 13\u00a0Wer ist\u2019s, der Leben begehrt und gerne gute Tage h\u00e4tte?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">I 14\u00a0Beh\u00fcte deine Zunge vor B\u00f6sem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">II 15\u00a0Lass ab vom B\u00f6sen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">I+II AMEN<br \/>\n[16\u00a0Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien. 17\u00a0Das Antlitz des HERRN steht wider alle, die B\u00f6ses tun, dass er ihren Namen ausrotte von der Erde. 18\u00a0Wenn die Gerechten schreien, so h\u00f6rt der HERR und errettet sie aus all ihrer Not. 19\u00a0Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gem\u00fct haben. 20\u00a0Der Gerechte muss viel leiden, aber aus alledem hilft ihm der HERR. 21\u00a0Er bewahrt ihm alle seine Gebeine, dass nicht eines von ihnen zerbrochen wird. 22\u00a0Den Frevler wird das Ungl\u00fcck t\u00f6ten, und die den Gerechten hassen, fallen in Schuld. 23\u00a0Der HERR erl\u00f6st das Leben seiner Knechte, und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld.]<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">| Lesung Altes Testament | Jeremia 33,6-13 | Verheissungen | Die Z\u00fcrcher Bibel, 2007** |<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">6\u00a0Sieh, ich bringe ihr [der Stadt Jerusalem] Genesung und Heilung, und ich werde sie heilen, und reichen Frieden und Treue werde ich ihnen offenbaren. 7\u00a0Und ich wende das Geschick Judas und das Geschick Israels, und ich baue sie auf, es wird sein wie fr\u00fcher. 8\u00a0Und ich werde sie reinigen von all ihrer Schuld, mit der sie sich an mir vers\u00fcndigt haben, und ich werde ihnen all ihre Verschuldungen verzeihen, mit denen sie sich an mir vers\u00fcndigt und durch die sie mit mir gebrochen haben. 9\u00a0Und das wird ein Name der Freude, Ruhm und Ehre sein f\u00fcr mich bei allen Nationen der Erde, die von all dem Guten h\u00f6ren, das ich f\u00fcr sie tue, und sie werden zittern und beben all des Guten und all des Heils wegen, das ich f\u00fcr sie wirke. 10\u00a0So spricht der HERR: An dieser St\u00e4tte, von der ihr sagt: Sie ist verw\u00fcstet, ist ohne Mensch und Tier!, in den St\u00e4dten Judas und in den Gassen Jerusalems, die verw\u00fcstet sind, ohne Menschen und ohne Bewohner und ohne Tiere, 11\u00a0werden wieder Jubelrufe und Freudenschreie vernommen werden, die Stimme des Br\u00e4utigams und die Stimme der Braut, die Stimme derer, die sagen: Dankt dem HERRN der Heerscharen, denn der HERR ist gut, ewig w\u00e4hrt seine Gnade!, derer, die Dankopfer bringen in das Haus des HERRN. Denn ich wende das Geschick des Landes, es wird sein wie fr\u00fcher, spricht der HERR.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">| Lesung Predigttext Neues Testament | 1. Johannes 4,13-21 | Die Z\u00fcrcher Bibel, 2007** |<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">13 Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns: Dass er uns von seinem Geist gegeben hat. 14\u00a0Und wir haben geschaut und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Retter der Welt. 15\u00a0Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er bleibt in Gott. 16\u00a0Und wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und ihr geglaubt. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. 17\u00a0Darin ist die Liebe unter uns zur Vollendung gekommen: Dass wir dem Tag des Gerichts mit Zuversicht entgegensehen sollen, denn wie er, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, 18\u00a0nein, die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht rechnet mit Strafe; wer sich also f\u00fcrchtet, ist in der Liebe nicht zur Vollendung gekommen. 19\u00a0Wir aber lieben, weil er uns zuerst geliebt hat. 20\u00a0Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott, und er hasst seinen Bruder, ist er ein L\u00fcgner. Denn wer seinen Bruder, den er vor Augen hat, nicht liebt, kann nicht Gott lieben, den er nicht vor Augen hat. 21\u00a0Und dieses Gebot haben wir von ihm: dass, wer Gott liebt, auch seinen Bruder liebe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Selig ist jeder Mensch, der Gottes Wort h\u00f6rt, in seinem Herzen bewahrt und danach handelt. Amen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-18288\" src=\"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Wellauer-300x243.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"243\" srcset=\"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Wellauer-300x243.jpg 300w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Wellauer-15x12.jpg 15w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Wellauer.jpg 455w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde, liebe Br\u00fcder und Schwestern durch die Liebe und Gnade Gottes<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wann waren sie \/ wann warst du das letzte Mal bei einer Hochzeitsfeier? Ich m\u00f6chte euch einladen, in Gedanken zu diesem Hochzeitsfest oder einem Hochzeitsgottesdienst zur\u00fcckzukehren. Ich gebe zu: Ich habe einen gewissen Vorteil; bei mir ist es noch keine 24 Stunden her seit der letzten Hochzeit, eine von f\u00fcnf Hochzeiten, die ich in diesem Jahr mitgestalten darf. Der Gottesdienst und das Hochzeitsfest waren wundersch\u00f6n, feierlich, vielf\u00e4ltig, pers\u00f6nlich und liebevoll gestaltet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie sehen eure Erinnerungen aus? Rufen wir uns vor allem den Moment ins Ged\u00e4chtnis, wenn Braut und Br\u00e4utigam einander das Eheversprechen geben, das gegenseitige Ja-Wort vor der Gemeinde und Gott. Manche Paare formulieren ein ausf\u00fchrliches, pers\u00f6nliches Eheversprechen, um ihren Gef\u00fchlen, Gedanken und gemeinsamen Hoffnungen Ausdruck zu geben. Dies ist immer wieder sehr eindr\u00fccklich, ja ergreifend: Sehr pers\u00f6nlich, fr\u00f6hlich, von Herzen, mit Humor und Tiefsinn sprechen sich die beiden Heiratswilligen ihre Treue, Liebe, Unterst\u00fctzung und Wertsch\u00e4tzung zu; f\u00fcr heute, morgen und auf ewig. Die pers\u00f6nlichen Eheversprechen der Brautpaare machen Mal f\u00fcr Mal deutlich, wie ernsthaft und bedeutungsvoll dieser Moment ist. Und der Segenszuspruch und die Traupredigt bringen zum Ausdruck, wie Gott mit seiner unersch\u00f6pflichen Liebe die Grundlage und Perspektive f\u00fcr eine bleibende, erf\u00fcllte Partnerschaft schenkt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch wenn ich als Privatperson und Pfarrer schon an \u00fcber hundert Hochzeiten teilnehmen durfte: Dieser Moment des Eheversprechens ist immer neu ergreifend, l\u00f6st manchmal sogar H\u00fchnerhaut aus und bei einigen auch Freudentr\u00e4nen. Ja, die Liebe ist etwas Wunderbares, Heiliges, Unergr\u00fcndliches, Leben Spendendes, Herausforderndes \u2013 wohl die beste Erfindung, die Gott gemacht hat!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Bibelabschnitt aus dem 1. Johannesbrief, den wir geh\u00f6rt haben, wird Gottes Liebe nicht nur beschrieben, sondern richtiggehend gefeiert, so wie an einer Hochzeit die Liebe des Brautpaares. Allerdings ist die hier beschriebene Liebe nicht f\u00fcr Brautpaare allein bestimmt: Wir alle d\u00fcrfen sie kennenlernen, geniessen und uns von ihr ver\u00e4ndern lassen!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abUnd wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und ihr geglaubt. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.\u00bb (Vers 16)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In der Kirche in Z\u00fcrich-Altstetten****), wo ich vor Bischofszell Pfarrer war, steht der zweite Teil dieses Verses in der Alten Kirche \u00fcber der Kanzel: Ein Zuspruch, der immer neu ermutigt, herausfordert und unseren Glauben auf ein sicheres Fundament stellt. \u00abGott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.\u00bb Unser Gott ist ein Gott der Liebe, ein Gott voll Liebe, ein Gott, der mit keinem Wort besser beschrieben werden kann als mit Liebe. Wer von uns Menschen mit Gott unterwegs sein m\u00f6chte, darf sich immer neu von Gottes Liebe anstecken und erneuern lassen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abUnd wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und ihr geglaubt.\u00bb M\u00f6glicherweise f\u00e4llt es dir \/ ihnen schwer, diesen ersten Teil des Satzes auszusprechen oder mit eigenen Erfahrungen zu f\u00fcllen: Was ist, wenn du gerade eine schwierige Lebensphase zu bew\u00e4ltigen hast, was machst du, wenn deine n\u00e4chsten Mitmenschen dich lieblos, hart und verletzend behandelt haben oder noch behandeln? Umso mehr lohnt es sich f\u00fcr dich \/ sie, auf Entdeckungsreise zu gehen. Ich bin zutiefst \u00fcberzeugt: Die Antwort heisst Liebe, Gottes unermessliche, unersch\u00f6pfliche Liebe!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In Jesus hat sich uns Gott \u00abmenschlich\u00bb, fassbar, in Fleisch und Blut gezeigt. F\u00fcr die heutige Smartphone-Generation auf den Punkt gebracht: Jesus ist \u00abGottes Selfie\u00bb. Wenn du Gott und seine Liebe kennenlernen m\u00f6chtest, betrachte das Leben und Wirken von Jesus. Befragt man zuf\u00e4llige Menschen zur Person von Jesus, ist dies wohl die h\u00e4ufigste Aussage: Jesus hat sich f\u00fcr die Liebe eingesetzt \u2013 f\u00fcr N\u00e4chstenliebe, Liebe zu Gott und zu sich selbst. Jesus war die Liebe in Person, er verschenkte Liebe, Gnade, Wertsch\u00e4tzung. Am Ende verschenkte er sich aus Liebe zu den Menschen selbst. \u00abNiemand hat gr\u00f6ssere Liebe als wer sein Leben einsetzt f\u00fcr seine Freunde.\u00bb (Johannes 15,3)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich bin mir bewusst: Auch dieser Punkt der biblischen Botschaft macht vielen Menschen M\u00fche und bleibt ein Geheimnis und eine Herausforderung. Warum musste Jesus sterben, damit ich glauben und hoffen kann? Weshalb ist dieses Opfer n\u00f6tig, damit ich Vergebung und ewiges Leben erhalte? Es scheint, als w\u00fcrde hier der Satz: \u00abGott ist Liebe\u00bb, nicht passen. Und doch ist auch Tod und Auferstehung ein entscheidender Teil von Gottes Liebesplan f\u00fcr diese Welt und jeden einzelnen von uns.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Johannes f\u00fchrt seine Gedanken \u00fcber die Liebe Gottes mit einem Bekenntnis zu Gottes Rettungsplan in Jesus Christus ein: \u00abDaran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns: Dass er uns von seinem Geist gegeben hat.\u00a0Und wir haben geschaut und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Retter der Welt. Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er bleibt in Gott.\u00bb (Verse 13-15) Gottes Geist ist f\u00fcr Johannes die Best\u00e4tigung, dass Jesu Tod und Auferstehung die Rettung der Welt bewirkt. Wie beim Ja-Wort zur Ehefrau, zum Ehemann bei der Hochzeit ist dieses Bekenntnis eine Entscheidung. Und \u00e4hnlich wie beim Ehegel\u00fcbde erm\u00f6glicht dieses Bekenntnis eine innige Verbundenheit mit Gott: \u00ab\u2026, in dem bleibt Gott und er bleibt in Gott.\u00bb Mit unserem Ja zu Gottes Liebe und Heilsplan haben wir Anteil an Gott selbst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Bibeltext aus dem Alten Testament, die Prophetenworte von Jeremia, sind in eine der schwierigsten Zeiten des Volkes Israel hineingesprochen worden: Der Grossteil des Volkes wurde ins Exil in Babylon weggef\u00fchrt. Der Prophet musste dies im Auftrag Gottes als Gericht f\u00fcr das gottlose Handeln des Volkes Israel und Juda bewerten. Gleichzeitig durfte er im Volk aber auch die Hoffnung wachhalten: Gott ist und bleibt gn\u00e4dig, seinem Volk voller Barmherzigkeit zugewandt. Als Zeichen dieser Hoffnung wird beschrieben, wie in Zukunft in der alten Heimat Hochzeit gefeiert wird. Es \u00abwerden wieder Jubelrufe und Freudenschreie vernommen werden, die Stimme des Br\u00e4utigams und die Stimme der Braut, die Stimme derer, die sagen: Dankt dem HERRN der Heerscharen, denn der HERR ist gut, ewig w\u00e4hrt seine Gnade!\u00bb (Jeremia 33,11)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch der Johannesbrief sieht diesen grossen Bogen von Gottes Heilsplan: \u00abDarin ist die Liebe unter uns zur Vollendung gekommen: Dass wir dem Tag des Gerichts mit Zuversicht entgegensehen sollen, denn wie er, so sind auch wir in dieser Welt.\u00bb (Vers 17a) Wer in der Liebe Gottes und aus seiner Liebe lebt, geh\u00f6rt am Ende zu denen, die sich vor dem Gericht nicht f\u00fcrchten m\u00fcssen. Es gibt kein zweites Babylonisches Exil f\u00fcr Gottes Volk, kein Strafgericht f\u00fcr die Kinder Gottes, keine Pr\u00fcfung, die wir nicht bestehen k\u00f6nnen. Kaum jemand von uns erinnert sich wohl gerne an Pr\u00fcfungen? Da erinnern wir uns viel lieber an eine sch\u00f6ne Hochzeit! Genauso wie auf eine wunderbare Hochzeit d\u00fcrfen wir uns auf die letzte Pr\u00fcfung unseres Lebens freuen, wenn wir uns Gottes Liebe anvertrauen: Dann wird der Tag des Gerichts f\u00fcr uns ein Tag des Jubels und der Freude, eine Hoch-Zeit im wahrsten Sinn des Wortes sein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Etwas will uns allerdings diese Liebe rauben, verbauen, madig machen: Furcht. Furcht verunsichert, Furcht stellt in Frage, Furcht l\u00e4hmt. Wenn die Furcht \u00fcberhandnimmt, wird unser Leben blockiert und verunm\u00f6glicht. Keiner von uns w\u00e4re verheiratet, wenn er sich vor der Heirat ausschliesslich eine lange Liste davon gemacht h\u00e4tte, was es in einer Ehe alles zu bef\u00fcrchten gibt und wenn er nur noch diese Liste betrachtet h\u00e4tte. Da liesse sich wohl schon das eine oder andere aufz\u00e4hlen. \ud83d\ude09<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott sei Lob und Dank ist Gottes Liebe st\u00e4rker als unsere menschliche Furcht: \u00abFurcht ist nicht in der Liebe, nein, die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht rechnet mit Strafe; wer sich also f\u00fcrchtet, ist in der Liebe nicht zur Vollendung gekommen.\u00bb (Verse 17b-18)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Furcht kann uns auch im Glauben l\u00e4hmen und behindern: Die Furcht, mich Gott ganz anzuvertrauen, weil ich bef\u00fcrchte, dass er es nicht wirklich gut mit mir meint, die Furcht, dass er mein Leben einschr\u00e4nken und reglementieren m\u00f6chte, die Furcht, dass er mich verurteilt und besch\u00e4mt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Doch ist Jesus so mit Menschen umgegangen? Wohl nur mit denen, die selbstgerecht, stolz und rechthaberisch waren und dachten, sie br\u00e4uchten Gottes Liebe nicht. Jenen, die vertrauensvoll zu ihm kamen, ist Jesus voller Liebe, Gnade und Annahme begegnet und hat sie geheilt, erl\u00f6st und ihnen ihre Lebensfurcht genommen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Frage, die sich uns stellt: Will ich stolz, selbstgerecht und rechthaberisch sein \u2013 oder mich auf Gottes vollkommene Liebe einlassen, damit diese meine Furcht vertreiben kann? Die Entscheidung liegt bei dir und mir. Ich hoffe sehr, deine Antwort lautet: \u00abIch will die Liebe Gottes annehmen.\u00bb Dann k\u00f6nnen wir mit dem Psalmbeter singen: \u00abDa ich den HERRN suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.\u00bb Psalm 34,5-6<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abWir aber lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.\u00bb (Vers 19) Gottes Liebe geht unserer immer voran: Noch bevor wir geboren wurden, hat Gott uns geliebt, gewollt, mit wunderbaren Eigenschaften vorbereitet und beschenkt. Unsere Liebe ist deshalb keine Leistung und kein \u00abfrommes Werk\u00bb, sondern einfach Reaktion, Dankbarkeit, Antwort auf Gottes Liebe. Wie gesagt: Wenn du den Eindruck hast, Gottes Liebe nicht oder zu wenig zu kennen, mach dich auf Entdeckungsreise! Es lohnt sich; f\u00fcr Zeit und Ewigkeit!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und Gott zeigt uns gleich das \u00dcbungsfeld f\u00fcr unsere Dankbarkeit und Liebes-Antwort: \u00abWenn jemand sagt: Ich liebe Gott, und er hasst seinen Bruder, ist er ein L\u00fcgner. Denn wer seinen Bruder, den er vor Augen hat, nicht liebt, kann nicht Gott lieben, den er nicht vor Augen hat. Und dieses Gebot haben wir von ihm: dass, wer Gott liebt, auch seinen Bruder liebe.\u00bb (Verse 20-21)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ihr wisst ja: Freunde kann man sich aussuchen, Br\u00fcder und Schwestern nicht. Will heissen: Unsere christlichen Br\u00fcder und Schwestern k\u00f6nnen \u00abkomisch\u00bb sein, schwierig oder m\u00fchsam, Gott liebt sie trotzdem und genauso wie uns. Auch wir sind manchmal komisch, schwierig und m\u00fchsam. \ud83d\ude09<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott schenkt uns in der christlichen Gemeinde und in der Welt ein wunderbares \u00dcbungsfeld, seine Liebe zu teilen. Das Geheimnis und Wunder der Liebe ist, dass sie w\u00e4chst, wenn man sie verschwendet. Alles andere schrumpft und schwindet rasch, wenn wir verschwenderisch damit umgehen, die Liebe dagegen vermehrt und \u00abmultipliziert\u00bb sich!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott ist Liebe: Lass dich von Gottes Liebe ber\u00fchren, erneuern, erf\u00fcllen!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott ist Liebe: Er liebt deinen \u00abkomischen\u00bb Mitmenschen genauso wie dich.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott ist Liebe: Gib sein Liebe weiter!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">AMEN<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Fragen und Anregungen zum Weiterdenken und Besprechen; allein, mit Gott und Vertrauenspersonen:<\/p>\n<ol>\n<li style=\"font-weight: 400;\">Hochzeit: Welche Gef\u00fchle wecken in mir Erinnerungen an (m)eine Hochzeit? Ungetr\u00fcbt positive, fr\u00f6hliche oder verletzte und belastete? Wie kann ich Gottes Liebe, Treue, Lebenskraft neu \/ trotzdem entdecken und erleben?<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\">Eheversprechen: Was haben wir uns damals versprochen? Bzw. was m\u00f6chte ich gerne meinem\/r Ehemann\/frau versprechen? Verheiratete: Wie w\u00e4re es, dies wieder einmal zu wiederholen? Ledige und Verheiratete: Gott spricht uns weit mehr an Liebe zu, als ein\/e Ehemann\/frau dies kann. Wie und wo entdecke ich Gottes Liebe in meinem Leben?<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\">\u00abIn Gottes Liebe bleiben\u00bb: Wie gelingt es mir \u00abnicht immer, aber immer \u00f6fter\u00bb, in Gottes Liebe \/ aus Gottes Liebe zu leben?<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\">Furcht: Wo pr\u00e4gt Furcht mein Leben, meinen Glauben? Kann und will ich diese Furcht Gott anvertrauen? Traue ich ihm zu, dass er sie \u00fcberwindet, immer wieder?<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\">Stolz, Selbstgerechtigkeit, Rechthaberei, \u2026: Was hindert mich, Gott meine Furcht einzugestehen und seine Liebe zu empfangen?<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\">Br\u00fcder und Schwestern: Wann und wie geniesse ich die Liebe meiner christlichen Geschwister? Wo habe ich M\u00fche, diese Liebe zu verschenken?<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcrbitte f\u00fcreinander: F\u00fcr welche \u00abBr\u00fcder und Schwestern\u00bb bete ich bewusst und regelm\u00e4ssig?<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>\u00a0&#8212;<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Liedvorschl\u00e4ge***)<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">ERG 662 Ich bete an die Macht der Liebe<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">ERG 700 Weit wie das Meer<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">ERG 724 Sollt ich meinem Gott<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">ERG 793 Herz und Herz vereint zusammen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">ERG 813 Ubi caritas et amor<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">RW 52 Anker in der Zeit<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">RW 65 Gott ist Liebe<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">RW 72 In Christus ist mein ganzer Halt<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">RW 73 Ins Wasser f\u00e4llt ein Stein<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hallelujah, Your love is amazing [Brenton Brown | Brian Doerksen \u00a9 2000 Vineyard Songs (UK\/Eire)]<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">I could sing of your love forever [Martin Smith | \u00a9 1994 Curious? Music UK (Admin. by SCM H\u00e4nssler)]<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">*) ERG = Gesangbuch der Evangelisch-reformierten Kirchen der deutschsprachigen Schweiz, \u00a9 Friedrich Reinhard Verlag Basel, &amp; Theologischer Verlag, Z\u00fcrich 1998<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">RW = R\u00fcckenwind, Lieder f\u00fcr den Gottesdienst, Hrsg. Evang Landeskirche des Kantons Thurgau, Theologischer Verlag, Z\u00fcrich 2017<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">**) Die Bibel nach Martin Luthers \u00dcbersetzung, revidiert 2017, \u00a9 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">***) Die Z\u00fcrcher Bibel, Ausgabe 2007, \u00a9 Friedrich Reinhard Verlag Basel, &amp; Theologischer Verlag, Z\u00fcrich<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">****) <a href=\"https:\/\/raum.reformiert-zuerich.ch\/produkt\/alte-kirche-altstetten\/\">https:\/\/raum.reformiert-zuerich.ch\/produkt\/alte-kirche-altstetten\/<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>\u00a0&#8212;<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pfr. Paul Wellauer, Bischofszell, Schweiz<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">E-Mail: paul.wellauer@internetkirche.ch<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Web: <a href=\"http:\/\/www.internetkirche.ch\/\">www.internetkirche.ch<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.internetkirche.ch\/livestream\">www.internetkirche.ch\/livestream<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Paul Wellauer, geb. 1967, Pfarrer und Mitglied im Kirchenrat der evangelischen Landeskirche des Kantons Thurgau, Schweiz. Seit 2009 in Bischofszell-Hauptwil, 1996-2009 in Z\u00fcrich-Altstetten, davor 1993-1996 Seelsorger und Projektleiter in der Stiftung Sozialwerke Pfr. Ernst Sieber, Z\u00fcrich<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>| Liebe ist die Antwort | 1.Sonntag nach Trinitatis | 11. Juni 2023 | 1. Johannes 4,13-21 | Paul Wellauer | | Psalmgebet im Wechsel Psalm 34,2-15 | Unter Gottes Schutz | Die Bibel nach Martin Luther, 2017* [1\u00a0Von David, als er sich wahnsinnig stellte vor Abimelech und dieser ihn vertrieb und er wegging.] I [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":18276,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[402,56,1,157,114,459,349,3,396,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-18284","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-1-so-n-trinitatis","category-1-johannes","category-aktuelle","category-beitragende","category-deut","category-kapitel-04-chapter-04-1-johannes","category-kasus","category-nt","category-paul-wellauer","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18284","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18284"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18284\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18291,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18284\/revisions\/18291"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18276"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18284"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18284"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18284"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=18284"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=18284"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=18284"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=18284"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}