{"id":18388,"date":"2023-06-27T14:20:45","date_gmt":"2023-06-27T12:20:45","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=18388"},"modified":"2023-06-29T14:27:53","modified_gmt":"2023-06-29T12:27:53","slug":"1-petrus-38-17-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-petrus-38-17-2\/","title":{"rendered":"1.Petrus 3,8-17"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Nur Mut! |\u00a04. So. n. Trinitatis |\u00a02.7.2023\u00a0| 1.Petrus 3,8-17 | Udo Schmitt\u00a0|<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eIch geh aus und du bleibst da, sprach zum Konrad die Mama.<br \/>\nSei h\u00fcbsch ordentlich und fromm. Bis nach Haus ich wieder komm&#8216;.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist eine Szene, wie aus einer alten Geschichte, die Mutter verl\u00e4sst das Haus und ermahnt die Kinder. Ob im M\u00e4rchen von den sieben Gei\u00dflein oder im Trickfilm \u201eFindet Nemo\u201c, es ist eine Szene, die wir schon oft geh\u00f6rt und gesehen haben, die viele von uns wohl auch schon selbst erlebt haben, ob als ermahntes Kind oder als Sorgenvolle und Erziehungsberechtigte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein bisschen geht es wohl auch dem Autor des 1. Petrusbriefes so, wenn er hier der Gemeinde der Christinnen und Christen eine F\u00fclle gut gemeinter Mahnungen und Ermahnungen ins Stammbuch schreibt. Doch h\u00f6ren wir mal rein:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Schliesslich: Seid alle eines Sinnes, voller Mitgef\u00fchl, liebt einander, \u00fcbt Barmherzigkeit, seid dem\u00fctig! Vergeltet nicht B\u00f6ses mit B\u00f6sem, nicht \u00fcble Nachrede mit \u00fcbler Nachrede.\u00a0 Im Gegenteil: Segnet, denn ihr seid dazu berufen, Segen zu erben. Denn wer das Leben lieben will und gute Tage sehen m\u00f6chte, der halte seine Zunge im Zaum, fern vom B\u00f6sen, und seine Lippen, dass sie nichts Heimt\u00fcckisches sagen. Er gehe aber dem B\u00f6sen aus dem Weg und tue Gutes, er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sind gerichtet auf die Gerechten und seine Ohren ihrer Bitte zugewandt; das Antlitz des Herrn aber steht gegen die, die B\u00f6ses tun.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Und wer wird euch etwas antun, wenn sich euer Eifer auf das Gute richtet? Doch auch wenn ihr um der Gerechtigkeit willen leiden m\u00fcsst &#8211; selig seid ihr. Den Schrecken, den sie verbreiten, f\u00fcrchtet nicht, und lasst euch nicht irremachen! Den Herrn aber, Christus, haltet heilig in euren Herzen. Seid stets bereit, Rede und Antwort zu stehen, wenn jemand von euch Rechenschaft fordert \u00fcber die Hoffnung, die in euch ist. Tut es jedoch mit Sanftmut und Ehrfurcht, mit einem guten Gewissen, damit die, die euren guten Lebenswandel in Christus schlechtmachen, besch\u00e4mt werden, wenn sie euch in Verruf bringen. Denn es ist besser, Gutes zu tun und &#8211; wenn es der Wille Gottes ist &#8211; zu leiden, als Schlechtes zu tun und zu leiden.<\/em> (1.Petrus 3,8-17 Z\u00fcrcher Bibel)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Soweit der Predigttext.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So ganz sicher scheint er sich ja nicht zu sein. Der Briefschreiber. Petrus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wer wird euch etwas antun? fragt er an einer Stelle. Es soll aufmunternd klingen. Und doch klingt es auch ein wenig bang. Er f\u00fcrchtet um seine christlichen Schwestern und Br\u00fcder wie eine Mutter um ihre Kinder. \u00dcble Nachrede f\u00fcrchtet er, dass man sie schlecht macht, in Verruf bringt, B\u00f6ses \u00fcber sie sagt und sie dann daf\u00fcr zur Rechenschaft zieht. Das alles f\u00fcrchtet er. Und doch sagt er: F\u00fcrchtet euch nicht. Und f\u00fcrchtet nicht den Schrecken, den sie verbreiten. Bange machen gilt nicht. Wenn ihr Gutes tut, steht ihr gut da. Wenn ihr ruhig bleibt, friedlich, sanft, dann besch\u00e4mt ihr die, die vor Wut sch\u00e4umen und die Gift spucken. Nur Mut! Wenn man euch auffordert, dann steht Rede und Antwort von der Hoffnung, die in euch ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Hoffnung, die in euch ist. Das ist der Grund, warum sie verleumdet werden. Sie machen nicht mit bei dem Kult, dem alle folgen, bei dem Rummel und Gewimmel auf den Stra\u00dfen und in den Tempeln. Sie halten sich fern. Und das st\u00f6rt die anderen. Macht sie misstrauisch. Und sie stellen Fragen. Wieso machen die nicht mit?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die ersten Christinnen und Christen standen im Abseits. Sie spielten nicht mit. Und das machte sie verd\u00e4chtig und angreifbar. Sie glaubten nicht mehr an die vielen G\u00f6tter, nicht an Mars, Venus, Jupiter und Saturn, glauben aber an den einen, den sie Christus nennen. Und auch wenn sie immer wieder betonten, dass sie \u2013 ja, doch! \u2013 gute Staatsb\u00fcrger sein wollten, so verweigerten sie doch dem geliebten F\u00fchrer, dem g\u00f6ttlichen Kaiser, dessen Bilder in allen St\u00e4dten standen, die gebotene Ehrerbietung und feierten auch nicht mit an seinem Geburtstag. Ja, wo kommen wir denn da hin!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Hoffnung, die in euch ist. Ist, dass diese Welt nicht alles ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da kommt noch was. Da kommt noch mehr. Viel mehr als ihr euch jetzt \u00fcberhaupt vorstellen k\u00f6nnt. SEIN Reich, SEINE Gerechtigkeit, SEINE Ewigkeit. An der wir jetzt schon Anteil haben in Jesus Christus. Er ist uns vorausgegangen. Vorbild im Leiden, im Sterben und Auferstehen. Auf ihn sind wir getauft, von ihm sind wir beschenkt mit Geist und Gaben. In ihm haben wir schon jetzt Anteil an seinem Reich, seiner Gerechtigkeit und seiner Ewigkeit. Die viel weiter geht als alle Reiche dieser Welt. Er ist m\u00e4chtiger als alle M\u00e4chtigen, gr\u00f6\u00dfer als alle Gro\u00dfen, gerechter als alle Richter, weiser als alle Wissenschaftler, denn er kann das Leben geben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcrchtet euch nicht. Und f\u00fcrchtet nicht den Schrecken, den sie verbreiten. Bange machen gilt nicht. Wenn ihr Gutes tut, steht ihr gut da. Wenn ihr ruhig bleibt, friedlich, sanft, dann besch\u00e4mt ihr die, die euch Angst machen wollen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es gab sie damals. Es gibt sie auch heute noch. Immer wieder. Und zu allen Zeiten. Die, die gern Druck aus\u00fcben. Angst machen. Herrschen wollen. Recht behalten wollen. Wer nicht kuscht. Wer sich nicht beeindrucken l\u00e4sst, den machen sie madig. L\u00e4cherlich. Was denn, du glaubst noch? Gehst noch in die Kirche? Langweilig. Was willst du denn da? Glaubst du etwa noch an all das Zeug, das sie da erz\u00e4hlen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nur Mut! Wenn man euch auffordert, dann steht Rede und Antwort von der Hoffnung, die in euch ist. Dann bleibt stehen und sagt: Ja. Ich glaube. Ich glaube, dass da noch etwas ist. Dass da mehr ist, als unsere Augen sehen. Dass da mehr ist, als immer nur fressen und gefressen werden \u2013 das Recht des St\u00e4rkeren und was ihr so \u201egerecht\u201c und \u201erichtig\u201c und \u201enormal\u201c nennt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Hoffnung, die in euch ist. Ist, dass Jesus der St\u00e4rkere ist und dass er das letzte Wort behalten wird. Er der spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben. Von dieser Hoffnung kommen wir her, auf diese Hoffnung leben wir hin, in dieser Hoffnung finden wir Frieden. Den Frieden, der h\u00f6her ist als alle Vernunft.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Liedvorschl\u00e4ge<\/strong>:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Auf und macht die Herzen weit (EG 454)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Verzage nicht, du H\u00e4uflein klein (EG 249)<br \/>\nHerr, gib uns Mut zum H\u00f6ren (EG 605)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Jesu, geh voran (EG 391)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Meine Hoffnung und meine Freude (HuE 99)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Udo Schmitt, geb. 1968, Pfarrer der Evangelischen Kirche im Rheinland, von 2005-2017 am Niederrhein, seit 2017 im Bergischen Land.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Dorfstr. 19 \u2013 42489 W\u00fclfrath (D\u00fcssel)<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>udo.schmitt@ekir.de<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nur Mut! |\u00a04. 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