{"id":18396,"date":"2023-07-05T09:45:56","date_gmt":"2023-07-05T07:45:56","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=18396"},"modified":"2023-07-05T09:45:56","modified_gmt":"2023-07-05T07:45:56","slug":"johannes-135-51-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-135-51-5\/","title":{"rendered":"Johannes 1,35-51"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Nazareth? Von der Skepsis zum Glauben | 5. So. n. Trinitatis | 09.07.2023 | Jo 1,35-51 | Berthold W. Haerter |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<ol>\n<li>In Nazareth war nie viel los<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abIn Nazareth war nie viel los,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">doch heute ist der Trubel gross.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man reckt die H\u00e4lse, steht auf Zehen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nur um den Mann aus Rom zu sehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der unterdessen blickt gelassen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Rings um sich auf die Menschenmassen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und ruft dann laut: \u00abSeid doch mal leiser,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">ich habe ein Gebot vom Kaiser!\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">So beginnt eine Nachdichtung der Weihnachtsgeschichte. (Johannes Berthold: In Nazareth war nie viel los, Berlin\/Ost 1988, p 6)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Dichter beschreibt, was die Bibel \u00fcber Nazareth best\u00e4tigt:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nazareth ist ein Dorf im Nirgendwo, in welchem Maria und Joseph leben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">An keiner Handelsstrasse gelegen, lebten zurzeit Jesu hier ein paar Bauern- und Handwerkerfamilien, einfache Leute, von deren Leben Jesus sp\u00e4ter, in seinen Gleichnissen, erz\u00e4hlen wird.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nazareth ist genauso weit von der Hauptstadt Jerusalem entfernt, wie Oberrieden von Bundes &#8211; Bern.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn man in Bern unseren Ort erw\u00e4hnt, werden die meisten wohl nachfragen:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abWie bitte, Oberrieden, wo ist das?\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kaum einer wird sich an die 250-j\u00e4hrige Geschichte unseres Dorfes erinnern, wie wir es gerade tun.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gut kann ich mir vorstellen, dass auch dort jemand sagt. Was soll aus diesem Nest schon Spannendes kommen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und auch die Schweizer Fussballlegenden, die am Donnerstag hier gespielt haben, werden unseren Ort wohl erst gegoogelt haben, um ihn zu finden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Johannesevangelium teilt uns in seinen Texten indirekt und direkt viel mehr mit, als man zun\u00e4chst meint.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Umso mehr man Bibelkunde, historische &#8211; wie Religionswissenschaften studiert, umso spannender wird es.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich kann heute nur auf Weniges eingehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sicherlich erg\u00e4be dieser Text mehrere Predigten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Als Logiker f\u00fchle ich mich mit Natanael verbunden, und ich besch\u00e4ftige mich gern mit Fakten und Orten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Von diesen Orten werden hier einige genannt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Johannes legt offenbar Wert darauf.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Genau deshalb haben wir ihnen eine Landkarte abgedruckt, die Israel mit den Orten zeigt, die zurzeit Jesu wichtig waren bzw. wurden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Schauen wir einmal auf diese Landkarte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie sehen Israel am Mittelmeer gelegen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie sehen unten, am Kartenrand, das Tote Meer.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Am oberen Rand des Toten Meeres links, also westlich, ist die Hauptstadt Jerusalem.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn Sie auf gerader Linie von Jerusalem Richtung Norden gehen, oberhalb der Grenze zu Galil\u00e4a, steht der Name Nazareth.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr uns hat es heute Bedeutung, damals war es ein verschlafenes Nest.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Rechts davon sehen die den See Genezareth, hier mit \u00abGalil\u00e4isches Meer\u00bb bezeichnet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Rechts oberhalb des Sees ist das Fischerdorf Bethsaida.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Von da stammen die J\u00fcnger Johannes (sie bezeichnet man den einen, nicht namentlich genannten J\u00fcnger), Andreas und sein wankelm\u00fctiger Bruder Simon, den Jesus aber als Petrus, \u00abFels,\u00bb in Bezug auf die neue Glaubensgemeinschaft bezeichnet. (\u00dcber diese Erkl\u00e4rung kann man streiten, aber ich verstehe das im Kontext so.)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch der erw\u00e4hnte Philippus ist wohl, wie alle anderen, ein junger Fischerssohn im Alter von Jesus selbst, also so um die 30, unruhig und gerade in Glaubensfragen auf der Suche und deshalb auf Reisen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus befindet sich zurzeit n\u00e4mlich wo anders.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie m\u00fcssen den Jordan vom See Genezareth bis fast zur\u00fcck zum Toten Meer fahren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Rechts, die Ortsangabe ist nur eine Ungef\u00e4hre, liegt kurz vor dem Toten Meer am Jordan, das Bethanien, von dem gesagt wird: \u00abder auf der anderen Seite des Jordan\u00a0liegt. Dort taufte Johannes.\u00bb (Johannes 1, 28)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hier irgendwo in der N\u00e4he befindet sich Jesus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er begegnet dem T\u00e4ufer, l\u00e4sst sich taufen und zwei Johannessch\u00fcler schliessen sich ihm an.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nach einem Tag bei Jesus sind sie \u00fcberzeugt:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u2018Das ist der Mann, den wir suchen. \u2019<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Erst sind sie fasziniert und finden, Jesus ist ein cooler Religionslehrer.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dann begreifen sie, wie auch immer:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist der Messias, der von Gott zu uns Gesandte, den Johannes der T\u00e4ufer angek\u00fcndet hat.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er zeigt uns Gott, so, wie er wirklich ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dieser Messias, mit Namen Jesus, der wird unsere Rettung sein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie \u00fcberzeugen auch Simon und Philippus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus will nun mit seinen neuen Freunden zur\u00fcck in seine Heimat Galil\u00e4a ziehen, also hoch in den Norden, zur\u00fcck an den See Genezareth, von wo sp\u00e4ter die meisten Geschichten von Jesus erz\u00e4hlt werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das alles sehen wir auf der Karte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<ol start=\"2\">\n<li>Natanael<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Begeistert, vielleicht auch etwas fanatisch, sucht Philippus seinen alten Bekannten Natanael auf.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er sch\u00e4tzt ihn offensichtlich, auch weil er ein Gelehrter ist, der eben unter dem Feigenbaum studiert und sich religionsgeschichtlich sehr gut auskennt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Natanael hat die Schriften des Alten Testaments gelesen, wie wohl kaum jemand unter uns.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er kennt nicht nur die Stories von David und Saul, sondern auch die Propheten Jesaja, Jeremia, Micha usw..<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Als Philippus Natanael trifft, sprudelt es ihm heraus:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00bbWir haben den gefunden, von dem Mose\u00a0im Gesetz\u00a0geschrieben hat und den die Propheten\u00a0angek\u00fcndigt haben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist Jesus, der Sohn Josefs.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er kommt aus Nazaret.\u00ab<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie gesagt, Natanael \u00fcbersetzt \u00abGott gibt\u00bb, ist ein kluger und offensichtlich auch bedachter, ruhiger und n\u00fcchterner Mensch.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der gibt seinen Verstand nicht einfach an der Theke ab, auch in Sachen Religion nicht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nach der Devise \u00abKeep cool\u00bb stoppt er den \u00fcberschw\u00e4nglichen Philippus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Skeptisch und ziemlich sp\u00f6ttisch meint er:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00bbKann aus Nazaret etwas Gutes kommen?\u00ab<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und in dieser Frage schwingt ganz viel mit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Erstens: Dieses Kaff? Da wo nur ein paar Bauern und Handwerkerfamilien leben.<br \/>\nWie soll sich da ein so kluger und intelligenter Mensch, wie ein F\u00fchrer unseres Volkes und unserer Religion, wie es ein Messias w\u00e4re, wie kann der sich da, weit weg von der Hauptstadt, \u00fcberhaupt entwickeln.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da klingt aber auch viel Wissen mit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da ist eine indirekte Frage an Philippus mit drin:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u2018Philippus, was hast Du eigentlich in den Schriften gelesen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Weisst Du nicht, dass der Messias ein Nachkomme Davids sein muss.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und der Heimatort der Daviden ist Betlehem, nahe von Jerusalem, in Jud\u00e4a gelegen und nicht dieses \u00d6rtchen Nazareth in Galil\u00e4a.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Also ausgeschlossen, Jesus kann nicht dieser Messias sein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und wer ist schon sein Vater Josef?<br \/>\nEin Zimmermann!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<ol start=\"3\">\n<li>Einladung<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Interessante ist, dass Philippus den Skeptiker Natanael jetzt nicht mit Argumenten zudeckt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er erkl\u00e4rt ihm nicht, dass das alles stimmt, Jesus zwar in Nazareth aufgewachsen ist, aber in Betlehem geboren wurde, wie es das Lukasevangelium betont.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch erkl\u00e4rt er nicht Jesu Stammbaum, wie es das Matth\u00e4usevangelium versucht \u2013 und eigentlich scheitert.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Phippus bleibt seinerseits cool und meint: \u00bbKomm und sieh selbst!\u00ab<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Philippus hat eine \u00dcberzeugung und strahlt sie aus.<br \/>\nEr weiss, mit Argumentationen wird er bei Natanael den K\u00fcrzeren ziehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber er weiss: Einladen kann ich ihn, zu Jesus und in seine junge Gemeinde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und das \u00fcberzeugt seinen Freund Natanael.<br \/>\nDieser wird in der Begegnung mit Jesus \u00fcberzeugt werden.<br \/>\nHier, in dieser Situation ist kein Druck, kein Streit, \u00fcbrigens auch keine Strassenmission, denn die beiden kennen sich.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nur dieses sagt Philippus: \u00bbKomm und sieh selbst!\u00ab<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<ol start=\"4\">\n<li>Und wir?<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und jetzt sind wir gefragt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir stammen nicht vom See Genezareth, sondern leben am Z\u00fcrichsee.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir sind nicht um die 30 Jahre und beweglich, umherziehend sondern doch meistens etwas \u00e4lter, bodenst\u00e4ndig aber hoffentlich etwas suchend.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir sind gut im Geist, schnell im Denken und auch wahrlich nicht schlecht im Geistlichen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Glauben ist uns wichtig.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Viele von uns sind n\u00fcchtern denkend, wir sind ja alle Kinder der Nachaufkl\u00e4rung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich behaupte aber, eine Frage stellt der Text an uns alle, ob wir uns mehr mit dem vom Glauben begeisterten Philippus oder mit dem skeptisch, ruhig \u00fcberlegenden Natanael identifizieren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Frage lautet: Wie geben wir unsere christliche Einstellung an andere weiter?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Trauen wir uns einzuladen und zu sagen: \u00bbKomm und sieh selbst!\u00ab<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Oder machen wir es eher so, wie ich letzthin gegen\u00fcber einem den Glauben klar Ablehnenden gemacht habe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Als Studierter k\u00f6nne er nicht glauben, meinte er beim Mittagstisch.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich habe angefangen zu argumentieren und bin j\u00e4mmerlich gescheitert.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Meine Erkenntnis ist, auch im Zusammenhang mit dem heutigen Bibeltext, beim Glauben kann man nicht immer argumentieren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man muss ihn leben und ausstrahlen und\u2026 \u00fcberzeugt dazu einladen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abTrau Dich\u00bb heisst eine Messe f\u00fcr Brautleute.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abTrau Dich\u00bb ist aber auch eine Aufforderung an uns Glaubende:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Trau Dich, andere einzuladen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was aus dieser Einladung wird, das m\u00fcssen wir Gott \u00fcberlassen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Genauso, wie wir es gesungen haben: \u00abWer nur den lieben Gott l\u00e4sst walten, \u2026.\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<ol start=\"5\">\n<li>Vorbilder<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zwei Menschen haben mir letzte Woche vom Gottvertrauen und deshalb von zum Glauben einladenden Personen erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Einmal war ich im alten Schulhaus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Uns wurde aus den Erinnerungen der Schulmeisterfamilie Staub, aus dem 18. und 19. Jahrhundert, vorgetragen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">1839 hatte man in unserem Kanton eine liberale und konservative starke politische Richtung, die sich bek\u00e4mpften.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Konservativen konnten offensichtlich wie Donald Trump die Leute mobilisieren und instrumentalisieren, mit dem Argument der Verteidigung des wahren Glaubens. (Straussenhandel 1839)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In unserem Dorf machte nur die Lehrerfamilie Staub und vis-\u00e0-vis die Pfarrersfamilie Gessner nicht mit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie wurde dahin gehend bedroht, dass man das Schulhaus verbarrikadieren musste, und \u00ab\u2026 einer der sonst ruhigsten M\u00e4nner seinen Stutzer lud und erkl\u00e4rte, ehe er nach Z\u00fcrich mitginge, m\u00fcsste erst der Pfarrer erschossen sein.\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lehrer- und Pfarrersfamilien vertrauten Gott.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie versuchten ruhig zu bleiben \u2013 und \u00fcberlebten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein Vorbild bis heute und eine Einladung zum Gottvertrauen, nach der Devise:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abWer nur den lieben Gott l\u00e4sst walten, den wird er wunderbar erhalten\u2026 \u00ab.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie aber dieses \u00bbKomm und sieh selbst!\u00ab ausstrahlt und \u00fcberzeugen kann, das hat mir eine Mutter letzte Woche erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie hat ihre Kindheit in der DDR verbracht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kirche und Glauben, das kannte sie nicht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine in der Klasse, erinnert sie sich, die ging zur Kirche.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber sie hatte eine Grossmutter.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese war freundlich, ruhig, offen, wohltuend.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abWarum bist Du immer so ruhig und zuversichtlich?\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das fragte das Kind die Grossmutter.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abWeisst Du\u00bb, meinte die Grossmutter.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abIch habe Gott. Der schaut zu mir, der hilft mir.\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das hat Fr\u00fcchte getragen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die junge Frau hat sich Jahre sp\u00e4ter taufen lassen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vor wenigen Wochen ist sie in die Kirche eingetreten und wir haben ihr Kind getauft.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<ol start=\"6\">\n<li>Wir zum Zweiten<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Beide Geschichten sind eine Einladung an uns.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine Einladung Glauben fr\u00f6hlich, begeisternd und \u00fcberzeugt zu leben, wie Jesus und seine Freunde es taten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Beide Geschichten machen uns Mut das \u00f6fter zu sagen, was Philippus sagt:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00bbKomm und sieh selbst!\u00ab<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dabei d\u00fcrfen wir auf das vertrauen, was wir nun h\u00f6ren werden:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abSing, bet und geh auf Gottes Wegen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">verricht das Deine nur getreu<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und trau des Himmels reiche Segen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">so wird er bei dir werden neu.\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">AMEN<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Berthold W. Haerter<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Oberrieden am Z\u00fcrichsee<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Berthold.haerter@bluewin.ch<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Geb. 1963, Pfarrer der Ev.-Ref. Kirche Z\u00fcrich seit 1993<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">T\u00e4tig in der Agglomerationsgemeinde seit 2005<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Predigtreihe: Biblische Orte<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bibelstellen zitiert nach der Basis-Bibel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nazareth? Von der Skepsis zum Glauben | 5. So. n. Trinitatis | 09.07.2023 | Jo 1,35-51 | Berthold W. Haerter | Liebe Gemeinde In Nazareth war nie viel los \u00abIn Nazareth war nie viel los, doch heute ist der Trubel gross. 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