{"id":18465,"date":"2023-07-18T07:20:04","date_gmt":"2023-07-18T05:20:04","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=18465"},"modified":"2023-07-18T09:21:49","modified_gmt":"2023-07-18T07:21:49","slug":"lukas-191-10-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-191-10-2\/","title":{"rendered":"Lukas 19,1-10"},"content":{"rendered":"<h3>7. So. n. Trinitatis | 23. Juli 2023 | Lk 19,1-10 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Elof Westergaard |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Zach\u00e4us ist ein kleiner Mann, er ist auf einen Maulbeerbaum geklettert, um Jesus \u00fcberhaupt sehen zu k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Jesus ist in die Stadt gekommen, und als er am Maulbeerbaum vorbeikommt, blickt er nach oben, sieht wie der Kopf von Zach\u00e4us zwischen den Bl\u00e4ttern hindurchscheint, und Jesus sagt zu ihm: \u201eSteig eilend herunter, denn ich muss heute in deinem Haus einkehren\u201c. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Die Freude von Zach\u00e4us ist doppelt: Eine Freude dar\u00fcber, gesehen und entdeckt zu werden. Eine Freude dar\u00fcber, dass Jesus in seinem Haus einkehren will. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: center;\">*<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Von au\u00dfen und von ferne betrachtet ist die Erz\u00e4hlung von diesem Geschehen wirklich etwas, was Mut und Hoffnung weckt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus kehrt ein bei einem Mann, Zach\u00e4us. Das ist ein Mann, der leicht in der Menge verschwindet, und er ist ein Mann, der wegen seines Berufs sogar sehr schlecht angesehen und wenig akzeptiert ist in der Stadt. Das heutige Evangelium ist somit eine Erz\u00e4hlung, die jedem von uns Mut machen will. Ein Besuch, trotz all unserer M\u00e4ngel, ist nicht ausgeschlossen. Wie allein wir uns auch f\u00fchlen m\u00f6gen, Gott sieht uns, und die Hoffnung ist deshalb nicht vergebens.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: center;\">*<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lasst mich einen Sprung machen in Raum und Zeit. Der isl\u00e4ndische Autor Hallgr\u00edmur Helgas\u00f8n erz\u00e4hlt in seinem sch\u00f6nen und starken Roman <em>60 Kilo Sonnenschein<a href=\"applewebdata:\/\/0D33E684-07CE-4EE5-B069-7C871410D75A#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><strong>[1]<\/strong><\/a> <\/em>von einer Reihe von Menschenschicksalen, von der harten isl\u00e4ndischen Gesellschaft um das Jahr 1900 und der Entwicklung, die sich damals vollzog.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein kleines Ereignis in dem gro\u00dfen Roman ist, dass die lokale Kirche eines Tages vom Wind weggeweht wird. Sie verschwindet drau\u00dfen im Meer, und es gelingt nicht, sie zu retten. Nun vergeht eine Zeit, wo man keine Kirche hat.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Geschichten sind im Umlauf, und der Autor schreibt:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Ja, was war da eigentlich im Gange? Das Leben auf der Halbinsel begann zu bl\u00fchen in dem Augenblick, als die Kirche verschwand. Der Pfarrer wurde Komponist \u2026 und Nyvoll hatte aufgeh\u00f6rt zu saufen!<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Leben geht also so gesehen ganz gut ohne eine Kirche, ja. So hei\u00dft es bei einigen, es ist so gesehen nur besser geworden, als die Kirche verschwand.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine neue Kirche wurde jedoch zum Gl\u00fcck gebaut und 19 Monate sp\u00e4ter eingeweiht, und bei dieser Einweihung sollten sowohl eine Taufe, eine Konfirmation und eine Trauung stattfinden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Abgesehen von der Bedeutung dieser Amtshandlungen, so scheint das ganz Besondere darin zu bestehen, dass hier in der neuen Kirche wie in der alten alle, Reiche und Arme, schlecht und gut Angesehene zusammenkommen k\u00f6nnen. Die Kirche ist das Haus, wo sich alle versammeln k\u00f6nnen. Hier sind alle eingeladen, und man sieht sie hier zusammen, die gleich hinausgehen in ihr verschiedenes Leben. Hier in der Kirche ist die Gemeinschaft inkludierend und gr\u00f6\u00dfer als die Gemeinschaft, die die Menschen meist bilden in ihren eigenen Kreisen. Das ist es, was die Kirche und der Gottesdienst k\u00f6nnen \u2013 Gemeinschaft \u00fcber alle Grenzen schaffen, und dies ganz gleich ob da viele oder wenige kommen. Hier werden wir daran erinnert, dass uns mehr eint als uns trennt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das wird auch Zach\u00e4us deutlich an diesem Tag, als Jesus vorbeikommt. Das Gesicht, das Zach\u00e4us zwischen den Bl\u00e4ttern des Baumes sah und sich selbst bei ihm einlud. Darin ist auch Hoffnung f\u00fcr uns. Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Bischof Elof Westergaard<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Ribe &#8211; D\u00e4nemark<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Email: eve(at)km.dk<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/0D33E684-07CE-4EE5-B069-7C871410D75A#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> 2018, deutsch Stuttgart 2020-<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>7. So. n. Trinitatis | 23. 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