{"id":18643,"date":"2023-07-24T14:22:42","date_gmt":"2023-07-24T12:22:42","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=18643"},"modified":"2023-07-25T14:31:30","modified_gmt":"2023-07-25T12:31:30","slug":"matthaeus-513","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-513\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 5,13"},"content":{"rendered":"<h3>8. So. n. Trinitatis | 30.7.2023 | Mt 5,13 | Hansj\u00f6rg Biener |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus Christus spricht:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eIhr seid das Salz der Erde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist zu nichts mehr n\u00fctze, als dass man es wegsch\u00fcttet und l\u00e4sst es von den Leuten zertreten.\u201c (Mt 5,13)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So weit so klar! Doch nicht f\u00fcr jeden. Deshalb zun\u00e4chst eine kleine K\u00fcchenkunde&#8230;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Etwas antike K\u00fcchenkunde<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jeder von uns, der ein bisschen etwas von Kochen versteht, muss beim ersten H\u00f6ren Einw\u00e4nde gegen das verwendete Bild haben. Salz kann doch nicht schlecht werden! Ich habe bei der Predigtvorbereitung ein paar B\u00fccher gew\u00e4lzt und eine Menge gelernt: \u00dcber Salzgewinnung und Salzhandel, \u00fcber den Schaden und Nutzen von Salz, \u00fcber die religi\u00f6se Bedeutung von Salz allgemein und spezielle Vorstellungen \u00fcber das Salz im Volksglauben. Salz galt als Gabe der G\u00f6tter und verschiedentlich warf man Salz als Opfergabe ins Feuer. Leider bin ich in den popul\u00e4rwissenschaftlichen B\u00fcchern nicht bis nach Israel-Pal\u00e4stina gekommen, geschweige denn in die Jesus-Zeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich bin aber auf einem anderen Weg f\u00fcndig geworden, beim r\u00f6mischen Gelehrten Plinius. Das ist der Plinius, der bei dem ber\u00fchmten Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 ums Leben kam. Wie eine ganze Stadt! Pompeji k\u00f6nnte vielen von Ihnen ein Begriff sein, auch wenn Sie diese arch\u00e4ologische Fundst\u00e4tte nie besucht haben. Plinius hat eine vielb\u00e4ndige Naturgeschichte geschrieben, in der er das Wissen seiner Zeit zusammenfasst. Er lobt das Salz, Zitat, \u201eda es die E\u00dflust anreizt und alle Speisen so schmackhaft macht, da\u00df man es auch aus zahllosen &lt;anderen&gt; Gew\u00fcrzen herausschmeckt; [&#8230;] Daher gibt es, beim Herkules, ohne Salz kein menschenw\u00fcrdiges Leben. [&#8230;]\u00a0 Auch bei den Alten stand &lt;das Salz&gt; in gro\u00dfem Ansehen, wie aus dem Namen \u201aSalzstra\u00dfe\u2018 (Via Salaria) hervorgeht, weil man auf ihr das Salz zu den Sabinern zu bringen pflegte. [&#8230;] und aus einem Sprichwort geht hervor, da\u00df sie Salz mit Brot a\u00dfen. Vor allem jedoch zeigt sich sein Ansehen bei den Opfern, da keines ohne gesalzenes Schrotmehl verrichtet wird.\u201c [Plinius, Naturkunde, S. 61] So weit das Lob, das wir leicht nachvollziehen k\u00f6nnen und das die popul\u00e4rwissenschaftlichen B\u00fccher best\u00e4tigt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn man weiterliest, wird man allerdings skeptisch. Da beschreibt Plinius Salz verschiedener Herkunft, seine Farbigkeit und Konsistenz und seine N\u00fctzlichkeit f\u00fcr verschiedene Krankheiten. Im wissenschaftlichen Kommentar zum Text wird gelegentlich darauf hingewiesen, dass es sich wohl <u>nicht<\/u> um Kochsalz in unserem Sinn handelt bzw. Kochsalz da nur einen Teil ausmacht. [Plinius, Naturkunde, S. 114, 117] Bei Salz in der Antike d\u00fcrfen wir also nicht an das hochreine wei\u00dfe Salz aus dem Supermarkt denken. Antikes Salz hatte zahlreiche Beistoffe, so wie wir aus Gesundheitsgr\u00fcnden jodiertes Salz nehmen sollten [https:\/\/bvlk.de\/news\/wenn-salz-dann-jodsalz.html]. Laut Plinius kann Salz sogar \u201erosten\u201c, was chemisch nicht m\u00f6glich ist. Andererseits wissen wir, dass Salz Rost z. B. an Autos oder in Betonkirchen f\u00f6rdert. Es sind also die in der Antike unvermeidlichen Beistoffe, die \u00fcber die Genie\u00dfbarkeit\/N\u00fctzlichkeit von Salz entscheiden. In diesem Sinn kann Salz tats\u00e4chlich unbrauchbar werden. Darum irrt Jesus nicht. Im Gegenteil: Er nimmt die Lebenserfahrung seiner Zeit auf, um sich verst\u00e4ndlich zu machen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich fasse unseren Ausflug in die Salzgeschichte so zusammen: Wir Heutigen gehen f\u00fcr Salz in den Supermarkt und k\u00f6nnen vertrauen, dass wir f\u00fcr wenig Geld viel Qualit\u00e4t bekommen. [500 g Bad Reichenhaller Markensalz f\u00fcr * Eurocent und als Jodsalz f\u00fcr * Eurocent. Ich habe das am Freitag noch schnell im Supermarkt meines Vertrauens recherchiert.] F\u00fcr die Auslegung wissen wir aber nun, dass der Begriff von Salz in der Antike nicht ganz mit unserem Natriumchlorid-Kochsalz identisch ist. Es war ein wertvolles Gut, aber auf jeden Fall nicht so hochrein wie unseres. In der Antike kann Salz deshalb tats\u00e4chlich unbrauchbar werden. Damit kann ich den Exkurs f\u00fcr kundige K\u00f6che und K\u00f6chinnen beenden und mich der Auslegung zuwenden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Vom Wert des Salzes und vom Wert von \u201eSalzmenschen\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Salz an sich ist kein Lebensmittel, doch es macht Speisen genie\u00dfbar bzw. manche Lebensmittel auch haltbar. Au\u00dferdem ist es wichtig f\u00fcr den Wasser- und Elektrolythaushalt des K\u00f6rpers und das Gleichgewicht des Blutes. Unser K\u00f6rper braucht t\u00e4glich etwa 5 g Kochsalz. Bei uns bekommt er heute meist mehr. Darum h\u00e4ngen manche Zivilisationskrankheiten mit einem \u00dcberfluss an Salz zusammen. So wird ja bei Bluthochdruck geraten, den Salzkonsum deutlich zu reduzieren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Salz ist f\u00fcr uns in Europa leicht zug\u00e4nglich. Aber das war nicht immer so und ist es bis heute in vielen L\u00e4ndern nicht. Weil Salz in vielen Kulturen Inbegriff des Unentbehrlichen und Wertvollen ist, konnte Jesus das Salz zum Beispiel f\u00fcr das Leben und seine Deutung nehmen. In der Bergpredigt h\u00f6ren wir \u00fcber \u201euns\u201c, die wir auf Jesu Stimme h\u00f6ren wollen:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eIhr seid das Salz der Erde.\u201c (Mt 5,13)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Christen und Christinnen als Salz in der Suppe einer Gesellschaft. Gehen wir dem Bild ein wenig nach.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Salz macht Speisen genie\u00dfbar. Christen, so Jesu Wort, k\u00f6nnten daf\u00fcr sorgen, dass ein Arbeitsplatz, eine Klasse, eine Nachbarschaft genie\u00dfbar werden, dass das, was dort geredet und getan wird, bek\u00f6mmlich ist f\u00fcr alle. Allein dadurch, dass sie da sind. So wie Salz salzt, weil es da ist und nicht, weil es sich anstrengt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zweitens: Salz ist lebensnotwendig f\u00fcr die Gesundheit. Die Anwesenheit von Christinnen in einer Gesellschaft, so die Verhei\u00dfung Christi, kann daf\u00fcr sorgen, dass der Stoffwechsel einer Gesellschaft funktioniert. Sie k\u00f6nnten z. B. daf\u00fcr sorgen, dass es zwischen den verschiedenen Schichten und Interessensgruppen einer Gesellschaft einen Austausch und Ausgleich gibt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und drittens: Salz hat auch rettende bzw. heilende Kraft. Eine zehnprozentige Kochsalzl\u00f6sung dient als allererste Hilfe nach gro\u00dfen Blutverlusten, um das Blutvolumen kurzfristig wieder aufzuf\u00fcllen. Kochsalzquellen werden zum Kuren aufgesucht, weil sie schleiml\u00f6send wirken und Husten lindern. &#8211; Und in der Tat: Wie viele Dinge w\u00e4ren zu heilen in unserer Welt, wie viel Schleim verhindert Segen. Und wo eine Gesellschaft blutarm wird, k\u00f6nnen Christen und Christinnen eine erste Hilfe sein, bis dem ganzen K\u00f6rper geholfen wird.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Christen sind Salz der Erde und W\u00fcrze einer Gesellschaft oder k\u00f6nnten es sein. Man k\u00f6nnte da an Eigenschaften aus den Seligpreisungen denken, die in der Bergpredigt unserem Predigttext direkt vorausgehen. Bescheidenheit und Geduld aus Glauben, Sanftmut und G\u00fctekraft, Sehnsucht nach pers\u00f6nlicher Redlichkeit und gesellschaftlicher Gerechtigkeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Von verlorener Salzkraft <\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesu Aussage \u00fcber den Wert der Gl\u00e4ubigen hat allerdings noch einen l\u00e4ngeren Nachsatz:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eIhr seid das Salz der Erde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist zu nichts mehr n\u00fctze, als dass man es wegsch\u00fcttet und l\u00e4sst es von den Leuten zertreten.\u201c (Mt 5,13)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Offensichtlich ist Jesu Wort aktuell mehr eine Challenge [Herausforderung] als eine Feststellung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Manchmal denke ich mir: Dass die Welt so ist, wie sie ist, mit Kindersch\u00e4ndern und Korruption, mit Verzweiflungstaten von Erwachsenen und mit minderj\u00e4hrigen Intensivt\u00e4tern, h\u00e4ngt vielleicht auch mit der kollektiven Zur\u00fcckhaltung der Gl\u00e4ubigen zusammen, die nicht f\u00fcr das eintreten, was ihnen wichtig und heilig ist. Und wenn Christen den Werteverfall und die Verkommenheit dieser Welt beklagen, sollten sie sich auch fragen: Was habe ich eigentlich zu[r Besserung] dieser Welt beigetragen? Habe ich meine Stimme erhoben gegen dieses oder jenes Programm im Fernsehen oder gegen diese oder jene Formulierung in den Neuen Medien, gegen den Nackt-Kalender in der Werkhalle oder anz\u00fcgliche Bemerkungen im B\u00fcro, extremistische \u00c4u\u00dferungen im Bekanntenkreis und Intrigen in der Nachbarschaft? Und wenn das Gebot der N\u00e4chstenliebe und der Gottesliebe schon gleich wichtig sind: Habe ich Dinge, die mich traurig gemacht haben oder ber\u00fchrt oder verletzt haben, auch vor meinen Gott gebracht? So wie Salz mit Speisen in Ber\u00fchrung kommen muss, um seine Kraft zu entfalten, m\u00fcssen sich Glaube und Welt ber\u00fchren, damit der christliche Glaube seine Salzkraft entfalten kann. Andernfalls wirkt er irgendwann unn\u00fctz, ein Glaube zum Wegwerfen wie ein W\u00fcrzmittel, das nicht mehr w\u00fcrzt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und wenn Jesus vom Zertreten spricht, dann kann man den Zorn sp\u00fcren, dass etwas Wertvolles so verkommen ist, dass es zu nichts mehr taugt. Zorn und Entt\u00e4uschung, dass \u201edie Kirchen\u201c verkommen, kenne ich auch. Das f\u00fcr mich religi\u00f6s bedr\u00e4ngendste Thema in dieser Hinsicht sind die Sexualskandale in den Kirchen. Dabei ist es keineswegs so, dass es Me Too nur in der Kirche gab. Es ist keineswegs so, dass nicht z. B. auch in westdeutschen Sportvereinen und -verb\u00e4nden oder im DDR-Sport zugegriffen, weggesehen und vertuscht wurde. An den Hochschulen f\u00e4ngt die Debatte \u00fcber die Ausnutzung von Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnissen erst an. Und vertuschten Missbrauch gab es nicht nur in kirchlichen Internaten, sondern auch in Internaten, die ein ausdr\u00fccklich anderes Konzept vortrugen. [https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Odenwaldschule] Die \u00d6ffentlichkeit regt sich meines Erachtens aber nicht grundlos besonders \u00fcber Verfehlungen in den Kirchen auf. Mit ihr sp\u00fcre ich: Die Kirchen sollten ihre Lebensn\u00e4he nicht dadurch beweisen, dass alles, was es in der Welt gibt, auch bei ihnen vorkommt. Es ist umgekehrt: Ihre Lebensdienlichkeit sollte darin bestehen, dass es vieles, was es in der Welt gibt, bei ihnen so eben <u>nicht<\/u> vorkommt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nach dieser kleinen Wutrede zur\u00fcck zu gem\u00e4\u00dfigterem Ton. Zum Schlussabschnitt:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Vom Salzen und Versalzen<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mag sein, dass andere Menschen \u201emehr Pfeffer\u201c haben und manche \u201eeinfach nur s\u00fc\u00df\u201c sind. Da muss man als Christ oder Christin nicht neidisch sein, wenn man sich an Jesu Salz-Wort erinnert. Salz ist kein Modegew\u00fcrz, das man nehmen kann oder auch nicht. [Modegew\u00fcrz &#8211; dieses Wort gibt es tats\u00e4chlich. Es war fr\u00fcher ein Name von Piment.] Salz dagegen ist lebensnotwendig. Das lebensnotwendige Salz der Erde sind die Christen, oder k\u00f6nnten sie sein. Die Welt braucht Menschen, die sich nicht verstecken, sondern sichtbar und gemeinschaftlich f\u00fcr ihre \u00dcberzeugungen einstehen. F\u00fcr \u201eFrieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Sch\u00f6pfung\u201c, f\u00fcr \u201eLebensrechte\u201c f\u00fcr gro\u00dfe und kleine. Ich nehme hier bewusst zwei Beispiele, die verschiedenen Spektren in den Kirchen zugeordnet werden. Die politischen Visionen eher den \u201eProgressiven\u201c, die Themen Lebensschutz statt Abtreibung und assistiertem Suizid eher den \u201eKonservativen\u201c. Ich kann nachvollziehen, dass die jeweilige Betroffenheit auch zur Bitterkeit binnenkirchlicher Auseinandersetzungen beitr\u00e4gt. Tats\u00e4chlich ist die Herausforderung aber noch bitterer. Ich formuliere sie als Frage: Was ist schwerer? Sich an Klimaprotesten zu beteiligen oder grunds\u00e4tzlich mit der Familie z. B. auf Fernreisen zu verzichten? Und f\u00fcr die Lebenssch\u00fctzer: Was ist schwerer? Sich an Kampagnen gegen Arztpraxen zu beteiligen oder ein Kind anzunehmen oder einen einsamen Senior bis an sein Ende zu begleiten? Wer die jeweils zweite Antwort lebt, hat keine Energie f\u00fcr binnenkirchliche Bitterkeiten zwischen \u201eLinks\u201c und \u201eRechts\u201c. Er braucht seine Kraft f\u00fcr die \u00fcbernommene Verantwortung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Welt braucht Salzmenschen, die erkennen lassen, wof\u00fcr sie stehen. Das mag uns Mut machen, zu pers\u00f6nlichen \u00dcberzeugungen und Handeln aus unserem Glauben zu stehen. Allerdings, das soll nicht verschwiegen werden: Salz ist eine kleine Zutat mit gro\u00dfer Wirkung. Darum ist Salzen eine Kunst. Man kann ja Speisen auch versalzen. Dann muss man die Suppe entweder wegsch\u00fctten oder ausl\u00f6ffeln, auch wenn sie nicht schmeckt. So wird manchmal auch die Salzkraft des Christlichen zu sehr eingesetzt. Es ist nicht unbedingt falsch, was da in ethischer oder religi\u00f6ser Hinsicht gesagt wird, aber die Dosis stimmt nicht. F\u00fcr Speisen mit Salzkruste mag das \u00dcberma\u00df angehen, f\u00fcr eine Kraftsuppe des Lebens taugt es nicht so sehr. Dann entzieht mangelnder Takt dem Salz seinen Sinn. Hier hilft nur das Rezept aller guten K\u00f6che: \u00dcben. Manchmal ist es zu viel, aber oft kann man ruhig noch etwas nachsalzen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus Christus spricht: \u201eIhr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr n\u00fctze, als dass man es wegsch\u00fcttet und l\u00e4sst es von den Leuten zertreten.\u201c (Mt 5,13) Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Dr. Hansj\u00f6rg Biener<\/strong> (*1961) ist Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und als Religionslehrer an N\u00fcrnberger Gymnasien t\u00e4tig. Au\u00dferdem ist er au\u00dferplanm\u00e4\u00dfiger Professor f\u00fcr Religionsp\u00e4dagogik und Didaktik des evangelischen Religionsunterrichts an der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg. (Hansjoerg.Biener (at) fau.de)<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Berger, Jean-Fran\u00e7ois: Die Geschichte vom Salz, Frankfurt\/New York: Campus, 1989, S. 147-157 Die Mythen vom Salz.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">K\u00f6nig, Roderich (Hg.): Plinius Secundus, Gaius: Naturkunde. Lateinisch-deutsch. Buch 31: Medizin und Pharmakologie: Heilmittel aus dem Wasser, M\u00fcnchen: Artemis und Winkler, 1994 (Sammlung Tusculum)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Luz, Ulrich: Das Evangelium nach Matth\u00e4us (Mt 1-7), Z\u00fcrich: Benziger Verlag\/Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verlag, 1985 (Evangelisch-katholischer Kommentar zum Neuen Testament, Bd. I\/1)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bemerkenswert S. 221: \u201eUnklar ist, wie der Evangelist a) die Metapher \u201aSalz\u2018 und b) das Gleichnis vom \u201aDumm-Werden\u2018 des Salzes verstanden hat.\u201c Nach dem Abweis verschiedener Deutungen aus der Wirkungsgeschichte, dann S. 223: \u201eDas Gewicht des Logions liegt auf der Drohung. \u201aHinausgeworfen werden\u2018 und \u201azertreten werden\u2018 wecken Assoziationen an Gerichtsterminologie. Was gefordert wird, ist durch die Metapher \u201aSalz der Erde\u2018 erst indirekt angesprochen. Salz ist nicht Salz f\u00fcr sich, sondern W\u00fcrze f\u00fcr Speise. So sind die J\u00fcnger nicht f\u00fcr sich, sondern f\u00fcr die Erde da. Was Matth\u00e4us genau meint, wird er in V16 sagen, der auch unseren Vers zusammenfa\u00dft.\u201c<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Liedhinweis<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nicht in den Duktus dieser Predigt passend, doch wom\u00f6glich \u201egut zu wissen\u201c:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Martin Pepper: Salzmensch (Wertsch\u00e4tzungslied)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><iframe loading=\"lazy\" title=\"Martin Pepper | Salzmensch | Wertsch\u00e4tzungslied | Lyric Video\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/IkzBUCfB6ac?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>8. So. n. 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