{"id":18691,"date":"2023-08-08T09:41:04","date_gmt":"2023-08-08T07:41:04","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=18691"},"modified":"2023-08-08T09:41:04","modified_gmt":"2023-08-08T07:41:04","slug":"deuteronomium-45-20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/deuteronomium-45-20\/","title":{"rendered":"Deuteronomium 4,5-20"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">WortGott | Israelsonntag, 10. Sonntag nach Trinitatis | 13.08.2023 | Dtn 4,5\u201320 | Christoph Kock |<\/h3>\n<ol>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><strong> Famous last words<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was bleibt? Mose fasst es zusammen. Bald wird er sterben und das Volk wird ohne ihn das Ziel erreichen. Bald wird er nicht mehr da sein und sie werden im verhei\u00dfenen Land leben. Die Frage ist nur, wie. Ohne seine Leitung, seinen Rat, seinen Draht zu Gott. Mose nimmt Abschied und spricht dar\u00fcber, was ihm am Herzen liegt. Worauf es ihm ankommt. Was er Gottes Volk mit auf den Weg gibt. So entsteht ein ganzes biblisches Buch. Das 5.Buch Mose. An dessen Ende ist Mose tot. Vorher redet er. Zu den Menschen, die mit Gott verbunden und so zum Volk Israel geworden sind. Mose erinnert, ermahnt, ermutigt. Fasst zusammen, was bleiben. Und wir h\u00f6ren zu. Im 5. Buch Mose im 4. Kapitel.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>5 Ich habe euch die Gesetze und Bestimmungen gelehrt,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>wie es mir der HERR, mein Gott, befohlen hat.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Handelt danach in dem Land, in das ihr kommt!<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Ihr sollt es in Besitz nehmen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>6 Befolgt die Gebote und handelt danach!<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Denn darin liegen eure Weisheit und euer Verstand,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>was den anderen V\u00f6lker auffallen wird.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Sie werden von allen diesen Gesetzen h\u00f6ren<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>und dann \u00fcber euch sagen:<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>\u00bbWie weise und vern\u00fcnftig ist doch dieses gro\u00dfe Volk!\u00ab<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>7 Urteilt selbst:<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Welches Volk ist ein so gro\u00dfes Volk und hat G\u00f6tter,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>die ihm so nahe sind wie uns der HERR, unser Gott?<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Wir beten zu ihm und er h\u00f6rt uns.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>8 Welches andere gro\u00dfe Volk hat Gesetze und Bestimmungen,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>die so gerecht sind wie unsere?<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Nur wir haben diese ganze Weisung,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>die ich euch heute verk\u00fcnde.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>II. Weise und vern\u00fcnftig<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott ist Israel nahe in den Geboten. In der Tora, den f\u00fcnf B\u00fcchern Mose. Die j\u00fcdische Tradition z\u00e4hlt darin 613 Gebote. Dazu geh\u00f6ren die Zehn Gebote und noch 603 andere. Gott hat sie gegeben, damit sie befolgt werden. Sie sorgen daf\u00fcr, dass Israel Israel bleibt. Sie sind weise und vern\u00fcnftig, haben Ausstrahlungskraft \u00fcber Israel hinaus. \u201eDie anderen V\u00f6lker werden euch f\u00fcr die Gebote bewundern\u201c, sagt Mose.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde, in Deutschland gibt es \u00fcber 1700 Jahre j\u00fcdisches Leben. Wovon Mose tr\u00e4umt, kann man in diesem Zeitraum lange suchen. \u00dcber weite Strecken ist diese Geschichte von Feindschaft und Ausgrenzung gepr\u00e4gt. Christen und Christinnen haben gelernt, die Tora zu verachten \u2013 obwohl sie doch Teil ihrer eigenen Bibel ist. Bewunderung \u2013 Fehlanzeige.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und doch gibt es daf\u00fcr allen Anlass. Ein Beispiel vom Anfang unseres Grundgesetzes: \u201eDie W\u00fcrde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu sch\u00fctzen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.\u201c Art 1 (1).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wo kommt dieser Gedanke her? In der Geschichte politischer Ideen war man davon \u00fcberzeugt, er sei dem antiken Griechenland oder dem Christentum zu verdanken. Das sei, meint Micha Brumlik, zumindest erg\u00e4nzungsbed\u00fcrftig. Er macht geltend, dass j\u00fcdische Gelehrte schon im 2. Jahrhundert \u201edas Prinzip der W\u00fcrde des Menschen einschlie\u00dflich des Prinzips seiner Individualit\u00e4t gekannt und aktiv propagiert [haben], und das zu einer Zeit, als das den V\u00e4tern der Kirche noch keine Erw\u00e4hnung wert war. So lesen wir etwa in der Mischna Sanhedrin aus dem zweiten Jahrhundert: \u00bbUnd zu bezeugen die Gr\u00f6\u00dfe des Heiligen, gelobt sei er, dass ein Mensch so viele M\u00fcnzen mit einem Stempel pr\u00e4gt, und alle gleichen sie einander, aber der K\u00f6nig aller K\u00f6nige, gelobt sei er, pr\u00e4gt jeden Menschen mit dem Stempel des ersten Menschen und nicht einer gleicht dem anderen &#8230;\u00ab (IV, 5).\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/448B6E32-0977-4490-B45B-1146FEBD42EB#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Gott schafft den Menschen \u2013 als einmaliges Wesen. Daraus speist sich seine W\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein f\u00fcr unsere Demokratie zentraler Begriff auch entstanden durch j\u00fcdische Auslegung der Gebote Gottes? Anlass genug, mit den Augen des Moses auf die Tora und ihre Auslegung zu schauen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>III. Sich erinnern und dar\u00fcber reden<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>9 Pass auf, Israel, und achte gut auf dein Leben!<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Vergiss die Ereignisse ja nicht,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>die du mit eigenen Augen gesehen hast!<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Behalte sie ganz fest in deinem Herzen<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>dein ganzes Leben lang!<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Erz\u00e4hl deinen Kindern und deinen Enkeln davon!<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>10 Vergiss nicht den Tag,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>an dem du vor dem HERRN, deinem Gott, gestanden hast.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Damals, am Horeb, gab er mir den Auftrag:<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>\u00bbHol mir das Volk zusammen!<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Sie sollen h\u00f6ren, was ich selbst ihnen sagen will.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>So lernen sie,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>mir jeden Tag mit Ehrfurcht zu begegnen,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>so lange sie auf der Erde leben.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Das sollen sie auch ihren Kindern beibringen.\u00ab<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mose kommt es darauf an, dass sich die Israeliten und Israelitinnen erinnern. An den Auszug aus der Sklaverei. An den Bund, den Gott mit ihnen geschlossen hat. An die Gebote, von Gott gegeben. Erinnere dich und erz\u00e4hle davon. Wenn du diese Erinnerungen verschweigst, endet die Zukunft. Wo du sie an die n\u00e4chsten Generationen weitergibst, f\u00e4ngt sie immer wieder an. Mit jedem Passafest wird sie gefeiert. Verschiedene Generationen sitzen zuhause am Tisch und kommen miteinander ins Gespr\u00e4ch. \u201eWarum ist diese Nacht anders als alle \u00fcbrigen N\u00e4chte?\u201c,<a href=\"applewebdata:\/\/448B6E32-0977-4490-B45B-1146FEBD42EB#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> fragt das j\u00fcngste Kind. In der Antwort wird an den Auszug aus der Sklaverei erinnert, und zwar so, als ob die Feiernden selbst dabei gewesen w\u00e4ren. Von dieser Befreiung muss erz\u00e4hlt werden, damit sie gegenw\u00e4rtig wird.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein Grundmuster f\u00fcr biblisches Erz\u00e4hlen, an dem sich Christinnen und Christen orientieren. An Ostern beginnen viele Gottesdienste mit einem wechselseitigen Gru\u00df: \u201eDer Herr ist auferstanden!\u201c Auf diesen Zuruf antwortet die Gemeinde: \u201eEr ist wahrhaftig auferstanden.\u201c Was so unglaublich ist, muss ausgesprochen, sich gegenseitig gesagt werden, allem berechtigten Zweifel zum Trotz. Wie in den ersten Ostergeschichten. So macht die inszenierte Erinnerung das Evangelium gegenw\u00e4rtig, verbindet \u00fcber Generationen hinweg, er\u00f6ffnet Zukunft.<\/p>\n<ol>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><strong> Die Bibel ist ein H\u00f6rbuch<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>11 Also seid ihr n\u00e4her gekommen,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>bis ihr am Fu\u00df des Berges versammelt wart.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Der Berg stand in Flammen, bis zum Himmel loderten sie.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Ringsum waren Dunkelheit, Wolken und Finsternis.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>12 Da redete der HERR, euer Gott, zu euch,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>mitten aus dem Feuer h\u00f6rtet ihr ihn sprechen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Ihr konntet den Klang seiner Stimme h\u00f6ren,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>aber eine Gestalt habt ihr nicht gesehen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Da war nur diese Stimme.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>13 Er verk\u00fcndete euch seinen Bund,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>den ihr halten sollt \u2013 die Zehn Worte.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Die schrieb er auf zwei Tafeln aus Stein.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>14 Mir befahl der HERR damals,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>euch die Gesetze und Bestimmungen zu lehren.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Die sollt ihr im versprochenen Land halten,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>in das ihr hin\u00fcberzieht, um es in Besitz zu nehmen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mose erinnert an die entscheidende Begegnung mit Gott am Sinai bzw. Horeb, wie der Berg im 5. Buch Mose meistens hei\u00dft. Was es dort zu sehen gab, war beeindruckend. Ein Berg in Flammen mitten in der Finsternis. Aber Gott war nicht zu sehen. Gott war zu h\u00f6ren, der Klang von Gottes Stimme. Das, was Gott gesagt hat. Mose betont:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Da redete der HERR, euer Gott, zu euch,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>mitten aus dem Feuer h\u00f6rtet ihr ihn sprechen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Ihr konntet den Klang seiner Stimme h\u00f6ren,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>aber eine Gestalt habt ihr nicht gesehen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Da war nur diese Stimme.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott bringt sich zu Geh\u00f6r. Gott ist ein WortGott. Gott kommt zur Sprache, nicht vor Augen. Und Glaube kommt aus dem H\u00f6ren. Obwohl der Mensch doch besser sieht als h\u00f6rt, wie viele meinen. Der Mensch sei eben ein Augentier. Jetzt kommt es darauf an, genau hinzuh\u00f6ren. Gott verzichtet darauf, sich in einer Gestalt zu zeigen. Gottes Stimme dagegen kann sich durchaus sehen lassen. In beeindruckenden Begleiterscheinungen. Gott bewahrt damit einen Abstand, l\u00e4sst sich nicht auf ein Bild festlegen. Weil Gott die Freiheit am Herzen liegt. Deshalb ist die Bibel ein H\u00f6rbuch, das Bilder in den K\u00f6pfen der H\u00f6renden entstehen l\u00e4sst, ohne ein Bild vorzugeben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was der Mensch dagegen sieht, will er in H\u00e4nden haben und festhalten. Das zeigt jede Baumarktwerbung. Selber sehen, selber machen, selber haben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>15 Passt gut auf, achtet auf euer Leben!<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Denn ihr habt keine Gestalt gesehen,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>als der HERR, euer Gott, zu euch sprach.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Am Horeb sprach er mitten aus dem Feuer.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>16 Es w\u00e4re verh\u00e4ngnisvoll,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>wenn ihr euch ein Bild von Gott macht:<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Macht euch keine Nachbildung,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>keine m\u00e4nnliche oder weibliche G\u00f6tterfigur!<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>17 Macht euch kein Abbild<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>eines Tieres, das auf der Erde lebt,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>oder eines Vogels, der am Himmel fliegt!<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>18 Macht euch auch kein Abbild eines Kriechtieres<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>oder eines Fisches, der unten im Wasser lebt!<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>19 Lass dich auch sonst nicht verf\u00fchren:<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Du richtest die Augen Richtung Himmel<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>und siehst Sonne, Mond und Sterne?<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Du siehst das ganze Heer des Himmels?<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Dann bete sie nicht an und verehre sie niemals!<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Denn der HERR, dein Gott, hat sie anderen gegeben:<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Andere V\u00f6lker unter dem Himmel m\u00f6gen sie anbeten.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>20 Aber der HERR hat euch genommen<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>und aus \u00c4gypten gef\u00fchrt.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Dieses Land wirkte auf euch wie ein Schmelzofen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>So wurdet ihr Gottes eigenes Volk, sein Eigentum.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Das seid ihr auch heute noch.<\/em><\/p>\n<ol>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><strong> \u201eWenn\u2019s gut werden muss\u201c<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jetzt die Warnung. Vor G\u00f6ttern aus dem Baumarkt. Alle selbst gemacht. Aber gar nicht gut. Der Mensch ist daf\u00fcr anf\u00e4llig. Sich auf ein Bild festzulegen und es zu verg\u00f6ttern. Sich davon abh\u00e4ngig zu machen. Wohin das f\u00fchrt, konnte ich in N\u00fcrnberg w\u00e4hrend des letzten Kirchentages sehen. \u201eHeil\u201c verbunden mit dem Namen eines Menschen, der sich F\u00fchrer nennen lie\u00df. Was von der Kulisse der Reichsparteitage \u00fcbergeblieben ist, l\u00e4sst das Ausma\u00df dieses deutschen Kultes erahnen. Die Geb\u00e4ude sind eine B\u00fcrde f\u00fcr die Stadt. Wohin die Anbetung dieses Gottesbildes gef\u00fchrt hat? An und in einen Abgrund.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Warnung des Moses ist nur zu berechtigt. Finger weg von Gottesbildern. Gott ist weder Mann noch Frau. Gott ist weder cis noch trans. Gott hat keine sexuelle Orientierung. Gott ist weder ein Tier noch ein Gestirn am Himmel. Gott ist eben Gott, bleibt anders als gedacht, legt sich quer. Um der Freiheit willen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der eine, unverf\u00fcgbare Gott. Ein beeindruckendes Geheimnis, das zur Weisheit der Tora geh\u00f6rt und mit Befreiung verbunden ist. Gott hat euch aus der Sklaverei gef\u00fchrt, Menschen, deren Herkunft sich im Dunkeln verliert, ohne Status, ohne Rechte, Repressalien und Willk\u00fcr ausgesetzt. Dahergelaufene Sklavinnen und Sklaven. Gott hat euch befreit und so seid ihr das geworden, was ihr seid: Gottes eigenes Volk, Gottes Eigentum. Mit Ausstrahlung. Das bleibt.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lieder:<\/p>\n<ul>\n<li>EG 295: \u201eWohl denen, die da wandeln\u201c<\/li>\n<li>EG 577: \u201eKommt herbei\u201c<\/li>\n<li>RWL 680: \u201eIm Lande der Knechtschaft\u201c<\/li>\n<li>WortLaute 103: \u201eWer macht uns Hoffnung\u201c (deutscher Text)<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Schuldbekenntnis:<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Einziger Gott,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">du hast dein Volk Israel erw\u00e4hlt,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">damit dein Segen unter die V\u00f6lker komme.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das haben Christen oft verdr\u00e4ngt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie haben Juden verachtet und ausgegrenzt,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">ja sogar verfolgt und ermordet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vor allem in unserem Land,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">auch in unserer Stadt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Seit 1943 gibt es Wesel nur noch j\u00fcdische Gr\u00e4ber.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott, wir klagen dir das Unrecht,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">das hier geschehen ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir klagen dir das Leid,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">das Christen und Christinnen \u00fcber ihre j\u00fcdischen Mitb\u00fcrger gebracht haben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die wenigsten, weil sie an ihrer Verfolgung und Ermordung beteiligt waren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die meisten, weil sie dazu geschwiegen haben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott, wir klagen dir die Geschichte,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">in der wir stehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Herr, erbarme dich.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">weitere Gebete: Silvia Bukowski\/Jochen Denker\/Holger Pyka, Worte finden. Neue Gebet f\u00fcr Gottesdienst und Alltag, Neukirchen-Vluyn 2021, S. 42\u201343.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/448B6E32-0977-4490-B45B-1146FEBD42EB#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Micha Brumlik, Tora und Grundgesetz, in: J\u00fcdische Allgemeine, 10.09.2013: https:\/\/www.juedische-allgemeine.de\/politik\/tora-und-grundgesetz\/<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/448B6E32-0977-4490-B45B-1146FEBD42EB#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Chajm Guski, Die Haggadah, 24.03.2023: https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/die-online-haggadah\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WortGott | Israelsonntag, 10. Sonntag nach Trinitatis | 13.08.2023 | Dtn 4,5\u201320 | Christoph Kock | Famous last words Was bleibt? Mose fasst es zusammen. Bald wird er sterben und das Volk wird ohne ihn das Ziel erreichen. 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