{"id":18729,"date":"2023-08-15T12:03:52","date_gmt":"2023-08-15T10:03:52","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=18729"},"modified":"2023-08-15T12:18:11","modified_gmt":"2023-08-15T10:18:11","slug":"lukas-736-50-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-736-50-7\/","title":{"rendered":"Lukas 7,36-50"},"content":{"rendered":"<h3>11.Sonntag nach Trinitatis | 20.08.23 | Lk 7, 36-50 | Elisabeth Tobaben |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Merkw\u00fcrdig \u00a0ineinander geschachtelte Begegnungsgsgeschichten haben wir hier;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein bisschen wie bei den japanischen Holzp\u00fcppchen, die man in der Mitte aufschrauben kann, und dann kommt\u00a0 wieder und wieder eine gleiche, nur etwas kleinere\u00a0 Puppe\u00a0 zu Tage, bis hin zu einer ganz winzig kleinen Puppe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In der Luther-Bibel ist die Geschichte \u00fcberschrieben: \u201eJesu Salbung durch die gro\u00dfe S\u00fcnderin.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Titel bezieht sich auf die Rahmenerz\u00e4hlung, auf die Gechichte, in der eigentlich die Salbung mit teurem, duftendem \u00d6l im Mittelpunkt steht-<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein Akt gr\u00f6\u00dfter Wertsch\u00e4tzung, K\u00f6nige werden gesalbt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein Zeichen der Liebe und der Dankbarkeit, vermutlich hat die Frau lange gespart, um das teure \u00d6l kaufen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber sie wird von vornherein abqualifiziert: S\u00fcnderin.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Obwohl\u00a0 genau genommen dasteht:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">sie galt als \u2026 Also: Die Leute hielten sie f\u00fcr \u2026<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und das ist ein gro\u00dfer Unterschied.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie selbst bleibt in der ganzen Geschichte merkw\u00fcrdig sprachlos, niemand richtet das Wort an sie.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die \u00dcberzeugung der anderen ist wieder einmal wichtiger und steht fest: was kann denn eine S\u00fcnderin schon Gutes und Sinnvolles sagen oder tut!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">S\u00fcnderin &#8211; das klingt in unseren Ohren ja ganz schnell furchtbar moralisch, dabei wird in der Geschichte noch nicht einmal erw\u00e4hnt, was man ihr vorwirft .<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und in der Auslegungsgeschichte ist \u201eS\u00fcnderin\u201c ganz schnell gleichgesetzt worden mit \u201eHure\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was auch sonst k\u00f6nnte eine Frau &#8230; so schnell geht das.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine Geschichte ohne Worte, eine Geschichte voller Gef\u00fchle, voller Tr\u00e4nen und D\u00fcfte, voller liebevoller, z\u00e4rtlicher Ber\u00fchrung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nun ist die Geschichte von der Begegnung zwischen Jesus und der unbekannten Frau verschachtelt mit einer zweiten,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">der Geschichte der Begegnung zwischen Jesus und Simon., dem Pharis\u00e4er.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wortreich, voller Erkl\u00e4rungen, rabbinischer Beispielerz\u00e4hlungen, theologischer Erl\u00e4uterung ist diese andere Geschichte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie spielt sich ab zwischen Jesus und einem ebenb\u00fcrtigen Gespr\u00e4chspartner, Simon, dem frommen Pharis\u00e4er.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein paar Zaung\u00e4ste gibt es auch noch, Teilnehmer am Essen in Simons Haus;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie wundern sich, geben dem Geschehen einen mysteri\u00f6sen Rahme.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese zweite Begegnung nimmt viel mehr Raum ein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein Streitgespr\u00e4ch l\u00e4sst sich ja auch viel leichter erz\u00e4hlen als eine kurze, wortlose Begegnung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man kann es\u00a0 analysieren, danach zu fragen, was die beiden Kontrahenten eigentlich wollen, wer recht hat, wo sich vielleicht einer irren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man kann so sch\u00f6n neutral bleiben, zumal wenn die Auseinandersetzung nun einen wissenschaftlichen Anstrich bekommt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die gef\u00fchlsbetonte Geschichte mit der namenlosen Frau scheint mir viel schwieriger zu deuten als das rabbinische Wortgefecht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mag sein, dass es sich um eine bis heute typische Zuschreibung handelt:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">M\u00e4nner streiten und setzen sich auseinander, Frauen weinen und sind gef\u00fchlvoll.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0Aber die Geschichte\u00a0 l\u00f6st auch bei Simon und seinen G\u00e4sten viele Gef\u00fchle aus!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pharis\u00e4er haben in unserem christlichen Denken keinen besonders guten Ruf,\u00a0 ganz anders als zur Zeit Jesu, als sie zu einer besonders. Eifrigen theologischen Richtung geh\u00f6rten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch der Pharis\u00e4er Simon, der immerhin im Gegensatz zu der anonymen Frau, im Laufe der Geschichte einen Namen bekommt, kommt\u00a0 nicht so gut weg.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eigentlich schade, denn er macht sich ja offenbar wirklich viele\u00a0 kluge Gedanken und nimmt die Frage nach der Begr\u00fcndung des Prophetseins unheimlich ernst!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich k\u00f6nnte mir vorstellen, dass\u00a0 es ihn traurig gemacht hat, dass Jesus ihm Vorw\u00fcrfe macht!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vielleicht hatte er gro\u00dfe Hoffnungen auf das Essen mit Jesus gesetzt, sich darauf gefreut, von ihm Neues, Interessantes zu h\u00f6ren, mit ihm zu diskutieren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber nun &#8211; wenn der noch nicht mal merkt, was f\u00fcr eine ihn da anfasst?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er verunreinigt sich doch selbst, so sind die Gesetze nun mal&#8230; es ist, als w\u00fcrde er sich anstecken, wenn er sich von \u201eso einer\u201c \u00a0ber\u00fchren l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich finde es beeindruckend, dass\u00a0 Simon sich trotzdem noch einl\u00e4sst auf Jesus und seine Beispielgeschichte!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er h\u00e4tte die beiden ja auch gleich rauswerfen k\u00f6nnen, die in seinen Augen so zweifelhafte Frau, die so unversch\u00e4mt frech in die orientalische M\u00e4nnerwelt einbricht, und den anst\u00f6\u00dfigen Propheten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Genau das tut er nicht, sondern er fragt und riskiert, ungew\u00f6hnliche Antworten zu bekommen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus macht es ihm nicht ganz leicht, er mutet ihm schon einiges zu.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Weiterkommen in der eigenen Entwicklung, auch in der religi\u00f6sen, das kann ganz sch\u00f6n anstrengend sein, von daher geh\u00f6rt Simon meine spontane Sympathie!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und ich w\u00fcnschte ihm so sehr, dass er es nicht bereute, dass er den Rabbi Jesus zum Essen eingeladen hat, dass er nicht hinterher einfach zur Tagesordnung \u00fcberginge und sagte: \u2018o.k., das wars, viel zu provokativ, der bringt mich nun wirklich blo\u00df auf die Palme, aber nicht weiter.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich w\u00fcnschte ihm, dass er es wagen k\u00f6nnte, einen vorsichtigen Schritt nach vorn zu tun, und\u00a0 vielleicht zu sagen: \u2018Ich wei\u00df noch gar nicht so recht&#8230; aber es k\u00f6nnte ja sein,\u00a0 dass was dran ist, dass das, was dieser Jesus sagt, doch was\u00a0 in Gang setzt\u2026\u2019<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und dann eine dritte Begegnungsgeschichte, diese Beispielgeschichte, die Jesus erz\u00e4hlt, die Geschichte von den beiden Schuldnern, denen unterschiedlich viel erlassen wird.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich kann mir nicht helfen, wirklich \u00fcberzeugend finde ich sie nicht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es leuchtet mir soweit ein, dass jemand, der oder die eine riesig gro\u00dfe Summe nicht zur\u00fcckbezahlen muss, vor Erleichterung und Begeisterung platzen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pl\u00f6tzlich keine Schulden mehr, wenn man vorher dauernd Angst hatte, drin unterzugehen, nie wieder \u2018auf einen gr\u00fcnen Zweig\u2019 zu kommen &#8211; das muss man sich mal vorstellen!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da w\u00fcrde ich auch alles M\u00f6gliche tun, um diesem freundlichen Menschen, der so gro\u00dfz\u00fcgig war, mit F\u00fcrsorge zu \u00fcbersch\u00fctten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dass das auch abh\u00e4ngig machen kann, steht auf einem andern Blatt &#8211; aber hier nicht zur Debatte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber auch das, was f\u00fcr jemand anders nur eine Kleinigkeit ist und nicht der Rede wert, kann f\u00fcr den andern doch unendlich viel sein und eine genauso gro\u00dfe Freude ausl\u00f6sen, wenn die Last pl\u00f6tzlich weg ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hier kommt es auf den Vergleichspunkt an zu der andern Szene, der wortlosen, der Begegnung zwischen Jesus und der Frau.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Offensichtlich liegtmdas Ereignis, was sie so umgekrempelt hat,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">in der Vergangenheit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Irgend etwas muss sie so getroffen haben, dass sie hingeht, ganz viel Geld ausgibt, ein kostbares Parf\u00fcm\u00f6l kauft &#8230;ja, und den Rest kennen wir ja schon.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was mag das gewesen sein, was sie so derma\u00dfen beeindruckt und ver\u00e4ndert haben k\u00f6nnte, erfahren wir leider nicht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich finde, naheliegend w\u00e4re eine fr\u00fchere Begegnung mit Jesus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vielleicht hat sie ihm zugeh\u00f6rt, miterlebt, wie er auf Menschen zuging, heilte an Leib und Seele, aber auch Leute provozierte, die sich in g\u00e4ngigen religi\u00f6sen Strukturen festgefahren hatten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die namenlose Frau wei\u00df jetzt: ich kann ganz neu anfangen, meine Vergangenheit kann mich nicht mehr einholen, jedenfalls nicht so, dass sie mir mein heutiges Leben und meine Zukunft zerschl\u00e4gt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich lebe wieder.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und Jesus stellt in aller Deutlichkeit einfach fest:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eDein Glaube <strong>hat<\/strong> dir geholfen&#8230;\u201c , das <strong>ist<\/strong> so.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hilfreicher, heilender, lebendig machender Glaube, das ist es doch, wovon viele auch heute tr\u00e4umen, trotz so mancher Widerst\u00e4nde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und wo suchen sie nicht \u00fcberall danach, manchmal den unm\u00f6glichsten Stellen!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hilfreicher, heilender, lebendig machender Glaube &#8211; manchmal entdeckt man ihn tats\u00e4chlich an \u00fcberraschenden Orten, da, wo man damit \u00fcberhaupt nicht damit gerechnet h\u00e4tte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber dazu ist es n\u00f6tig, den ersten Schreck zu \u00fcberwinden &#8211; so wie die versammelte Tafel &#8211; Gesellschaft in Simons Haus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das, was die Frau tut, ist ja sowas v\u00f6llig Unvorhersehbares, was Provozierendes, und\u00a0 es\u00a0erschreckt einen irgendwie, ist vielleicht sogar ein bisschen peinlich.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie hat sich Ausdrucksm\u00f6glichkeiten und Kontaktm\u00f6glichkeiten gew\u00e4hlt, die auch in unserer Kirche eigentlich nicht wirklich vorgesehen sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es f\u00e4ngt schon\u00a0 ganz\u00a0 vorne an:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie kommt herein! Als Frau in eine orientalische M\u00e4nnergesellschaft.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das durfte sie nicht! M\u00f6glicherweise hat schon allein darin \u00a0ihr zweifelhafter Ruf \u00a0\u00a0\u00a0seine Wurzeln.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn eine so etwas tut, mitten zwischen die tafelnden M\u00e4nner spaziert, dann kann sie keine anst\u00e4ndige Frau sein, dachten die Kerle \u2013 damals \u2026<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und dann weint sie auch noch!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Warum ist eigentlich keiner da, der sie tr\u00f6stet?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">All die klugen S\u00e4tze fallen mir ein, die viele von uns schon als Kinder gesagt kriegten: \u201eIst doch nicht so schlimm\u201c,\u00a0 oder: \u201eDas wird schon wieder\u201c, oder sogar: \u201eNun stell dich man nicht so an!\u201c\u00a0 \u201eHeul nicht!\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese Frau hat eine umwerfende Erfahrung gemacht, sie will zeigen, wie bewegt sie ist, sie kommt herein, sie salbt und weint.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie versucht ihre Tr\u00e4nen auch nicht mehr zu verstecken.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es kommt wieder etwas in Fluss.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lebenskr\u00e4fte werden geweckt, und so sind diese Tr\u00e4nen ein Zeichen von Lebendigkeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vielleicht hat sie \u00fcberhaupt erst wieder Kontakt gefunden zu ihrem Gef\u00fchl.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie kommt herein, sie salbt und weint.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir haben uns daran gew\u00f6hnt, die namenlose Frau als eine anzusehen, die ordentlich was auf dem Gewissen haben muss. Und folgerichtig deuten wir ihre Tr\u00e4nen als Tr\u00e4nen der Reue.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber k\u00f6nnte es nicht auch ganz anders sein?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Salb\u00f6l ist Zeichen gro\u00dfer Liebe und Begeisterung, der Gesalbte bekommt eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Bedeutung. K\u00f6nige werden gesalbt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und dann fasst sie Jesus auch noch an!!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ber\u00fchrung &#8211; ein weiteres Tabu-Thema. Selbst bei Segenshandlungen kann man oft sehen, dass die H\u00e4nde der Segnenden weit \u00fcber den K\u00f6pfen schweben&#8230;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vielleicht hat dieses Anfassen der Frau und ihre K\u00fcsse dazu gef\u00fchrt, dass Ausleger ganz schnell\u00a0 abf\u00e4lligst sagten: Da sieht mans ja, sie war eine Nutte.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es hat ganz lange gebraucht, bis Auslegrinnen auf die Idee kamen, mal zu fragen: Selbst wenn sie als Prostituierte gearbeitet haben sollte, wie kam sie denn dann dazu? Hatte das vielleicht Gr\u00fcnde? Ging es ihr wirtschaftlich vielleicht so schlecht, dass ihr kaum was anderes \u00fcbrig blieb, um ihre Kinder zu ern\u00e4hren?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und siehe da: sie fanden heraus, dass auch dann schon eine Frau als Hure beschimpft wurde, wenn ihr Mann sie versto\u00dfen hatte -das ging ganz leicht- und sie einen neuen Freund fand.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Urteil \u00fcber Menschen wie sie kann also durchaus auch Taktik gewesen sein, Ablenkungsman\u00f6ver vom eigenen Fehlverhalten!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In dem, was die Frau tut, steckt zudem eine ganz tiefe Symbolik.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie w\u00e4scht Jesus die F\u00fc\u00dfe -sogar noch mit ihren Tr\u00e4nen, salbt ihn wie einen K\u00f6nig.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie spielt pl\u00f6tzlich die Rolle der Gastgeberin, \u00fcbernimmt dabei sogar noch Sklavenarbeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber wichtig ist: Sie nimmt Jesus bei sich auf.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie wei\u00df und sie sp\u00fcrt: Er nimmt mich ernst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er verachtet mich nicht, und deswegen brauche ich mich\u00a0 auch selbst nicht mehr zu verachten, wie man es mir so lange eingeredet hat!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich bin etwas wert in den Augen Gottes.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und das kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die wiedergefundene (oder ganz neu entdeckte) Selbstachtung ganz viel bewegt und einen Menschen total ver\u00e4ndern kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die namenlose Frau flie\u00dft f\u00f6rmlich \u00fcber, sie tut etwas eigentlich v\u00f6llig \u00dcberfl\u00fcssiges.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und Jesus wendet sich ihr zu,\u00a0 traut ihr das neue Leben zu und wei\u00df: \u201eDein Glaube hat dir geholfen.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vorschlag zum Ablauf:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Musik zum Eingang<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Votum \u2013 Begr\u00fc\u00dfung<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lied: EG 302, 1-2 und 7-8 Du, meine Seele, singe<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Psalm 145 vorgetragen von mindestens 2 verschiedenen Stimmen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">einschlie\u00dfl. durch V. 15-16 (fehlen im Lektionar) inForm von FT (Freit\u00f6ne) 16<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kyrie EG 178.2<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gloria FT 69 Ehre. Lob und Preis<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kollektengebet<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kanon zum Wochenspruch<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Epistel Epheser 2<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lied: EG 299 Aus tiefer Not<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Evangelium: Lukas 18<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Credo: FT 132 Ich glaube an Gott, den Herrn der Welt<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Predigt<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lied: HuT (Hohes und Tiefes) 103 Ich glaube fest, dass alles anders wird<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcrbitten<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vater unser<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Segen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lied: EG421 Verleih uns Frieden<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-18733\" src=\"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/11.-n.-Tr-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/11.-n.-Tr-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/11.-n.-Tr-724x1024.jpg 724w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/11.-n.-Tr-768x1087.jpg 768w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/11.-n.-Tr-8x12.jpg 8w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/11.-n.-Tr.jpg 1060w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>11.Sonntag nach Trinitatis | 20.08.23 | Lk 7, 36-50 | Elisabeth Tobaben | Liebe Gemeinde! Merkw\u00fcrdig \u00a0ineinander geschachtelte Begegnungsgsgeschichten haben wir hier; Ein bisschen wie bei den japanischen Holzp\u00fcppchen, die man in der Mitte aufschrauben kann, und dann kommt\u00a0 wieder und wieder eine gleiche, nur etwas kleinere\u00a0 Puppe\u00a0 zu Tage, bis hin zu einer ganz [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":18724,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[38,480,1,157,853,114,847,484,349,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-18729","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-lukas","category-11-so-n-trinitatis","category-aktuelle","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-elisabeth-tobaben","category-kapitel-07-chapter-07-lukas","category-kasus","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18729","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18729"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18729\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18734,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18729\/revisions\/18734"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18724"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18729"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18729"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18729"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=18729"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=18729"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=18729"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=18729"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}