{"id":18767,"date":"2023-08-22T14:39:49","date_gmt":"2023-08-22T12:39:49","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=18767"},"modified":"2023-08-22T14:39:49","modified_gmt":"2023-08-22T12:39:49","slug":"jesaja-2917-24-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jesaja-2917-24-3\/","title":{"rendered":"Jesaja 29,17-24"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Sch\u00f6ne Aussichten | 27.08.23 | 12. So. n. Trinitatis | Jes 29,17-24 | Eberhard Busch |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ist&#8217;s nicht nur noch ein Weilchen, so wandelt sich der Libanon zum Fruchtgefilde, und das Fruchtgefilde wird zum Wald gerechnet? An jenem Tage werden die Tauben Schriftworte h\u00f6ren und die Augen der Blinden aus Dunkel und Finsternis heraus sehen. Und die Elenden werden aufs neue des Herrn sich freuen und die \u00c4rmsten unter den Menschen \u00fcber den Heiligen Israels jubeln. Denn aus ists mit dem Tyrannen und dahin ist der Sp\u00f6tter, und ausgerottet sind alle, die auf Frevel lauern. &#8230;.Darum spricht also der Herr. der Gott des Hauses Jakobs, der Abraham erl\u00f6st hat: Dann soll Jakob nicht mehr zuschanden werden und sein Angesicht nicht mehr erbleichen. Denn wenn sie sehen, was meine H\u00e4nde unter ihnen getan, so werden sie meinen Namen heilig halten, werden heilig halten den Heiligen Jakobs und den Gott Israels f\u00fcrchten. Und die irrenden Geistes waren, werden Einsicht lernen, und die murrten, werden Belehrung annehmen. (Jes. 29,17-14, \u00fcbers. nach Z\u00fcrcher Bibel)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wer spricht da? Wer sagt da so \u00fcberaus Wundervolles zu seinen Menschen? Es ist \u201eder Gott des Hauses Jakob, der Gott, der Abraham erl\u00f6st hat.\u201c \u00dcbersehen wir nur ja nicht diese Worte inmitten all der verhei\u00dfungsvollen W\u00f6rter! Wenn er, dieser eine Gott, das nicht sagen w\u00fcrde, dann w\u00e4re all das, was da in Aussicht gestellt ist, Augenwischerei, schiere Tr\u00e4umerei, eine Seifenblase, die bald zerplatzt. Aber nun sagt Er das. Nun k\u00f6nnen wir uns an ihn halten. Nun h\u00e4lt er uns. Wir sind in seiner Hand.\u00a0 Und l\u00e4sst uns nicht fallen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eEr ist nicht fern, ist in der Mitten&#8220;, hei\u00dft es bei Paul Gerhardt. \u201eWir haben einen Gott, der da hilft&#8220;, steht in Psalm 68. \u201eIst Gott f\u00fcr uns, wer kann dann gegen uns sein\u201c, sagt der Apostel Paulus. Wir haben das nicht verdient. Wir haben keinen Anspruch darauf. Aber es gilt trotz dem. Und das gilt so, dass wir ohne Angst, voll Zuversicht kleine oder gr\u00f6\u00dfere Schritte tun k\u00f6nnen. Denn das ist wahr nicht erst morgen und \u00fcbermorgen. Es ist wahr schon heute, wie es schon gestern galt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist bereits dem \u201eHaus Jakob\u201c gesagt, gemeint ist damit das ganze von Gott erw\u00e4hlte Volk\u00a0 Es ist zwar durch eigene Schuld h\u00f6chst bedroht (Jes 2,6, Obadja 1,18), aber es ist ihm gleichwohl von Gott zugesagt, es werde\u00a0 ewig bestehen (Lk 1,33). Es ist ja der Gott, der \u201eAbraham erl\u00f6st hat\u201c. Er hat ihn befreit \u2013 auf kuriose Weise, so, dass Abraham dabei nicht gerade nachahmenswert getrickst hat; aber Gott hatte dabei seine Hand derart im Spiel, dass es ging nach dem Spruch: \u201eIhr gedachtet B\u00f6ses zu tun, aber Gott hat es zum Guten gewendet.\u201c (Gen 50,20) So geschah die \u201eErl\u00f6sung&#8220; Abrahams.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und das ist das Fundament, auf dem auch wir bauen d\u00fcrfen. Ein Fundament, das nicht wankt und zerbr\u00f6selt. Das ist das schmale, aber unzerreissbare Seil, an dem alles h\u00e4ngt, auch wenn unsre Augen das nicht sehen. Das ist die Fanfare, die allen Missklang \u00fcbert\u00f6nt, sogar wenn wir sie \u00fcberh\u00f6ren. \u201eDu <em>bist<\/em> der Gott des Heils&#8220;, wird er in den Psalmen angeredet (25,5), und er ist es, selbst wenn wir das nicht glauben. \u201eEr ist erstanden von dem Tod, <em>hat<\/em>\u00a0 \u00fcberwunden alle Not\u201c, selbst wenn wir noch so davon absehen. Aber\u00a0 hoffentlich bekommen wir eines guten Tages den Elan, <em>nicht<\/em> davon abzusehen, sondern darin einzustimmen, und, sei es denn, zu br\u00fcmmeln und zu murmeln.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dazu macht unser Bibelwort uns Hoffnung. Er selbst l\u00e4sst uns hoffen: er, der schon Abraham und Jakob beigestanden ist. Der Glaube an ihn w\u00e4re nicht Glaube, wenn er nicht unl\u00f6slich verkn\u00fcpft ist mit Hoffnung. \u201eDu <em>bist<\/em> der Gott des Heils, auf dich <em>hoffen<\/em> wir,\u201c hei\u00dft es in <em>einem<\/em> Atem in Psalm 25,5. An Gott glauben ist Hoffnung haben, eine, die sich nicht wegreden l\u00e4sst. Gewiss, so manche Hoffnung, die wir haben und die wir uns machen, ist schon entt\u00e4uscht worden. \u201eDie Hoffnung stirbt zuletzt&#8220;, pflegt man zwar zu sagen. Aber wenn sie zuletzt doch stirbt, <em>diese<\/em> Hoffnung stirbt nicht. Eher st\u00fcrzt der Himmel ein, als dass sie zerbricht. Wir erhoffen nicht dies und das. Wir hoffen auf Ihn, den barmherzigen Gott seiner Gesch\u00f6pfe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott gibt Grund zur Hoffnung, Hoffnung, dass er erweist, dass ihm die von ihm geliebte Welt nicht entglitten ist, dass er die Vergessenen nicht vergessen hat, so dass die Verk\u00fcrzten nicht mehr zu lurz kommen und die \u00dcbersehenen nicht mehr \u00fcbersehen werden. Er ist mit ihnen am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.\u00a0 Das ist uns vorderhand verborgen, zugedeckt von all dem, was wir in der Zeitung lesen, zugedeckt von dem, was in den Krankenh\u00e4usern und Notunterk\u00fcnften geseufzt wird. Trotz dem hoffen wir, dass dieses Zugedeckte uns und allen eines guten Tages aufgedeckt wird, nach einem \u201eWeilchen\u201c.\u00a0 \u201eDann werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah, da sieht mein Geist mit Lob und Dank \/ die Schickung im Zusammenhang.\u201c (Gellert)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Denn was kommt da zum Vorschein? Dies, dass denen, die nicht h\u00f6ren wollen, das Ohr dennoch ge\u00f6ffnet wird, so dass sie ge-horchen, und dies, dass die, die blind sind f\u00fcr das Rechte, aus ihrem Dunkel befreit werden. Er verspricht kein Himmelbett und kein Schlaraffenland. Er verhei\u00dft uns mehr und anderes und besseres: dies, dass Elende Boden unter ihren F\u00fc\u00dfen bekommen, so dass sie sich freuen an ihm und \u00c4rmste \u00fcber den Retter Israels jubeln. Und damit sorgt er daf\u00fcr, dass Irrende zum Verstand kommen und dass widerspenstige Maulhelden sich belehren lassen. Damit nimmt er Diktatoren den Wind aus den Segeln, zieht ihnen die Matte unter ihren F\u00fc\u00dfen weg und stopft Sp\u00f6ttern ihr ungewaschenes Maul. Das alles tut er nicht mit Gewalt, er tut\u2019s im Einsatz f\u00fcr Frieden ohne Waffen. Damit beweist er sich als der Eine, von dem Paul Gerhardt singt: \u201eDer aber, der uns ewig liebt, \/ macht gut, was wir verwirren, \/ erfreut, wo wir uns selbst betr\u00fcbt \/ und f\u00fchrt uns, wo wir irren. \/ Und dazu treibt ihn sein Gem\u00fct \/ und die so reine Vaterg\u00fct, in der uns arme S\u00fcnder \/ er tr\u00e4gt als seine Kinder.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auf ihn hoffen wir. Nicht auf etwas, sondern auf dich, Du treuer Gott. Er ist die Hand, die uns h\u00e4lt, nicht eine selbstgebastelte Hoffnung. Wir hoffen nicht aufs Gratewohl. Er h\u00e4lt sich an seine Zusage. Der ist es ja, der es mit uns h\u00e4lt, an unser Seite steht und f\u00fcr uns einsteht. Wenn sonst keiner, dann Er. W\u00e4hrend Menschen starren auf die n\u00e4chste Mondlandung, f\u00fchrt ihn sein Weg in dieTiefe, ja,, in den Abgrund, hin zu denen, die drunten sind. <em>Der<\/em> ist gro\u00df m Kommen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unterdes gibt es f\u00fcr uns etwas zu tun. Der Reformator Calvin spricht von Vorauferstehungen, die dem Kommen des Einen vorangehen und es ank\u00fcndigen. Ich verstehe diesen Ausdruck so: Wenigstens Einige stehen auf und lassen sich nicht verbiegen und nicht verkr\u00fcmmen. Sie haben gelernt, dass \u00fcber dem Morgen das Heute nicht vergessen werden darf. Sonst stolpern wir in ein Loch wie der Hans-Guck-in-die-Luft. \u201eWas du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.\u201c Aber sie vergessen auch \u00fcber dem Heute nicht das Morgen, das noch nicht da ist, aber kommt, so sicher, wie es am n\u00e4chsten Tag wieder hell wird. Es geht ihnen r\u00fcstig um Nachhaltigkeit. Hoffnung hei\u00dft dabei nicht: etwas auf die lange Bank schieben. \u201eMorgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.\u201c Hoffnung hei\u00dft f\u00fcr uns: parat sein zum Zupacken.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Buch der Spr\u00fcche (31,6 ) sind wir eingeladen: \u201eTue deinen Mund auf f\u00fcr die Stummen\u201c. F\u00fcr die Bedrohten, f\u00fcr die Ratlosen und Wehrlosen, f\u00fcr die Ertrinkenden. Es gibt da Einiges zu tun. Kleine Voranmeldungen des Kommenden, kleine Revoluti\u00f6nchen, Ausbesserungen, an diesem und jenem St\u00fcck. Wenn nicht Frieden, so zumindest Waffenstillstand. Wird Gottes Namen noch nicht geheiligt, so bitten wir doch darum: &#8222;Dein Name werde geheiligt.\u201c Es ist l\u00e4ngst nicht alles in Ordnung. Aber wir d\u00fcrfen ruhig ein bisschen mutig sein. Es geht ja darum, den Einen anzuk\u00fcndigen, \u201eder all unser Leid verwandeln wird in Freud&#8220;.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im S\u00fcden der USA erlebte ich, wie Christen \u00c4rmste der Armen regelm\u00e4\u00dfig einluden &#8211;\u00a0 solche, die auf der Stra\u00dfe leben mussten, die bei weitem nicht genug hatten, sich zu kleiden und sich zu n\u00e4hren. Sie bekamen zuerst eine nahrhafte Mahlzeit, die sie aufstellte, und dann versammelten sich alle an einer Mauer. An ihr wurden die Namen derer geschrieben, die letzthin auf der Stra\u00dfe gestorben waren. Man nannte laut ihre Namen und gedachte ihrer im Schweigen. Bis jemand zu singen anfing: \u201cO when the Saints go marching in \/ I want to be in that number.\u201d Das hei\u00dft sinngem\u00e4\u00df: Wenn diese armseligen Tr\u00f6pfe von Gott als Heilige begr\u00fc\u00dft und aufgenommen werden, o da m\u00f6chte mich ihnen anschlie\u00dfen. Da m\u00f6chte ich dabei sein, nicht nur ich, auch Andere, f\u00fcr deren Ern\u00e4hrung ich sorge. Es gibt eine Hoffnung, Gott ist die Hoffnung, die Hoffnung f\u00fcr die Hoffnungslosen. Und vereint mit ihnen ist er die Hoffnung auch f\u00fcr uns. Guter Gott, lass uns bitte dabei sein. Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sch\u00f6ne Aussichten | 27.08.23 | 12. So. n. Trinitatis | Jes 29,17-24 | Eberhard Busch | Ist&#8217;s nicht nur noch ein Weilchen, so wandelt sich der Libanon zum Fruchtgefilde, und das Fruchtgefilde wird zum Wald gerechnet? An jenem Tage werden die Tauben Schriftworte h\u00f6ren und die Augen der Blinden aus Dunkel und Finsternis heraus sehen. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":18756,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[499,22,1,2,157,853,114,322,950,349,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-18767","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-12-so-n-trinitatis","category-jesaja","category-aktuelle","category-at","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-eberhard-busch","category-kapitel-29-chapter-29-jesaja","category-kasus","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18767","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18767"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18767\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18768,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18767\/revisions\/18768"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18756"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18767"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18767"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18767"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=18767"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=18767"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=18767"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=18767"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}