{"id":18878,"date":"2023-09-26T16:35:30","date_gmt":"2023-09-26T14:35:30","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=18878"},"modified":"2023-09-26T16:59:36","modified_gmt":"2023-09-26T14:59:36","slug":"lukas-1216-21-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-1216-21-2\/","title":{"rendered":"Lukas 12,16-21"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Volle Scheunen und reich bei Gott | Erntedankfest | 01.10.23 | Lk 12, 16-21 | Ralf Reuter |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Reich bei Gott und volle Scheunen \u2013 Erntedank ist ein Fest des Herzens mit der Ernte dieses Sommers. Vor dem Altar die eingesammelten Gaben, wir feiern mit Kindern und Senioren, h\u00e4ufigen und seltenen G\u00e4sten in den Kirchen oder auf H\u00f6fen. Selbst St\u00e4dter entdecken ja das G\u00e4rtnern in Hochbeeten oder auf Balkonen, k\u00fchlen so die hei\u00dfer werdende Luft, und bringen ihre Fr\u00fcchte mit. ein sch\u00f6nes Fest.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Reiche Kornbauer allerdings ist erst einmal eine harte Geschichte. Sie f\u00fchrt mitten in die Landwirtschaft, in das S\u00e4en und Ernten, und spricht gleichzeitig von der Seele und der Besinnung des Herzens. Hier ist Glaube und Wirtschaft zusammen gedacht, es geht um Gott und Geld, um Kirche und H\u00f6fe. Da hatte sein Feld gut getragen und er \u00fcberlegt, was nun zu tun sei.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Schon oft gab es mit dieser Geschichte an Erntedank \u00c4rger. Was haben sich Kirche und Landwirtschaft gestritten! Wie wurde gegen das Bauen von Scheunen angepredigt! Als ob etwas gegen eine sinnvolle Erweiterung des Betriebes zu sagen w\u00e4re, oder gegen einen vorsorgenden Vorrat. Hat nicht dadurch Josef in \u00c4gypten seine Familie gerettet? Lernen wir nicht gerade neue Energie zu speichern f\u00fcr kalte Tage? Stehen nicht die Landwirtsfamilien vor gro\u00dfen Transformationen in die Zukunft?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und umgekehrt: Wie ist die Kirche immer wieder links liegengelassen worden, also ob der Glaube nichts wert sei. Nat\u00fcrlich muss in der Ernte durchgearbeitet werden, aber jeden Sonntag, auch an Erntedank? Wie kannst du voll und ganz Mensch sein, wenn du die Besinnung nicht mehr vorsiehst, fragt Bernhard von Clairvaux. Man muss nicht gleich ins Kloster gehen, obwohl, so zwei, drei Tage k\u00f6nnen heilsam sein. Danken lernen, geistliche Vorr\u00e4te anlegen, was sind die Kirchen anderes als Scheunen des Glaubens in gottarmer Zeit?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ja, Erntedank, innehalten, die Ernte des Sommers anschauen, singen, beten, loben den Herrn, so wunderbar dies ist, so erschreckend ehrlich hinterfragt uns diese Geschichte: \u00a0Der Kornbauer \u201edachte bei sich selbst und \u2026 sprach: Das will ich tun: ich will die Scheunen abbrechen und gr\u00f6\u00dfere bauen und will darin sammeln all mein Korn und meine G\u00fcter und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen gro\u00dfen Vorrat f\u00fcr viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut. Aber Gott sprach zu ihm: \u201eDu Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Und wem wird dann geh\u00f6ren, was du bereitet hast?\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da sitzen wir heute auf unserem sch\u00f6nen Fest und haben einen Burnout, einen Abbruch an Leben! Noch lassen sich Etliche in Gottes gro\u00dfes Sch\u00f6pfungshandeln einbinden, in ein lebendiges Schaffen und Tun, in ein st\u00e4ndiges S\u00e4en und Ernten. Doch ohne Wachsen und Gedeihen verwelken die Kr\u00e4fte, schwinden die M\u00f6glichkeiten, wird es einsam um uns. Wie k\u00f6nnte es da so etwas wie Ruhe geben? Wir, die \u00c4lteren, werden einst, auch heute schon, gefragt von den Nachkommenden, habt ihr euch auch f\u00fcr uns eingesetzt, eure Zeit sinnvoll genutzt?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Reiche Kornbauer, eine erschreckende Geschichte, die Jesus da bei Lukas erz\u00e4hlt. Sie macht uns tats\u00e4chlich Angst vor der Ruhe und dem Nichtstun. Da hilft alles Sch\u00e4tze sammeln nichts, wenn man sie nur f\u00fcr sich einbunkert, das \u201eist nicht reich bei Gott.\u201c Mit dem R\u00fcckzug auf uns selber kegeln wir uns aus dem Leben heraus. So h\u00e4ngen wir nicht mehr am Weinstock Christi, es versiegen die lebendigen Kr\u00e4fte des Himmels. Wir bringen uns nicht mehr ein, arbeiten nicht mehr mit an der Zukunft dieser Erde, unseres Dorfes oder Stadtteils.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Doch Vorsicht! Von welchen Scheunen ist die Rede? In die Scheune der Kirche einlagern und konservieren, damit nur selber feiern, das kann es auch nicht sein. Wir werden zu Narren, wenn wir nur einsammeln und damit nicht zu den Menschen gehen. Wie damals der Herr \u00fcber Land ging und vom Reichen Kornbauern erz\u00e4hlte. Es gilt doch das lebendige Feuer des Glaubens weiterzutragen, hinein in die Sinnfragen, in die Gestaltung von Zukunft. Sind wir nicht inzwischen selber zum Bodenpersonal Gottes geworden? Also bringen wir uns mit anderen ein in das Leben, in Stadt und Land.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die gleiche Anfrage trifft auch alles wirtschaftliche Handeln. Nur f\u00fcr sich selber sorgen?\u00a0 Ich habe solche Menschen kennengelernt. Bis 50 wie verr\u00fcckt arbeiten und dann vom angesparten Geld sorgenfrei leben! Ein Boot kaufen und die restlichen Jahre zu zweit \u00fcber die Meere fahren. Solche Gedanken haben nicht nur Manager. Selbst Rentner, die sich im scheinbaren Paradies des Ruhestandes sonnen, \u00fcberall nur urlauben und die angesammelten Ressourcen verpulvern. Das gilt auch f\u00fcr Betriebe und Unternehmen, die nicht normal Steuern zahlen, sich nicht in der Region engagieren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Innerlich verk\u00fcmmern und \u00e4u\u00dferlich verkommen, so l\u00e4uft das nicht mit der Zukunft. Gottes Wort meint etwas anderes. Reich sein an Kraft und Einsatz, an Mut und Ausdauer, wo Gott mit uns seine Furche zieht. Nat\u00fcrlich in den Kirchen dieser Zeit, trotz aller Abbr\u00fcchen und Schwierigkeiten, und ebenso auf den H\u00f6fen und Betrieben, in allen Anfeindungen und Herausforderungen. Da lasst uns auf der aktiven Seite des Lebens stehen! Nicht auf der Seite des R\u00fcckzugs, der Resignation, gar des Schlechtredens und der Ausgrenzung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Also, Herzblut ist gefragt, reich bei Gott, damit das Herz voll werde wie eine Scheune, aus der wir austeilen k\u00f6nnen. Erntedank feiern, damit ein echtes Sorgen um unsere Betriebe, um ein sinnvolles Arbeiten, um ausreichenden Verdienst m\u00f6glich wird. Wo Kirchen wie H\u00f6fe zu Treffpunkten des Lebens werden. Erz\u00e4hlen, singen, beten wir, richten Fahrdienste f\u00fcr \u00c4ltere ein, betreuen Kinder, helfen in der Nachbarschaft, was immer uns wichtig ist. Immer eingebunden in die Fragen der Zukunft, der Ver\u00e4nderung des Klimas, den Tieren und Pflanzen, die zu uns geh\u00f6ren wie Kinder und Familien, Alleinstehende und \u00c4ltere, Einheimische und Fremde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Alles beginnt mit dem Dank, dem Feiern der Ernte, den Gaben aus den vielf\u00e4ltigen G\u00e4rten und Feldern des Lebens. Hier l\u00e4uft das Herz voll wie eine Scheune, wird reich an Glauben und Liebe. Hier bekommen wir Mut und einen langen Atem, bleiben aktiv in jedem Alter. Lebendige Kirchen sind wie gute Unternehmen und H\u00f6fe immer auch Werke des Heiligen Geistes, mit denen Gott uns und seine Sch\u00f6pfung lebendig erh\u00e4lt und in die Zukunft f\u00fchrt. Volle Scheuen und reich bei Gott, wir geh\u00f6ren zusammen, nicht nur an Erntedank.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pastor Ralf Reuter<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">G\u00f6ttingen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">E-Mail: <a href=\"mailto:Ralf.Reuter@evlka.de\">Ralf.Reuter@evlka.de<\/a>;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Predigt sch\u00f6pft aus meinen Erfahrungen in der Begleitung von Wirtschaftsunternehmen wie von landwirtschaftlichen H\u00f6fen, und ist f\u00fcr eine Stadtgemeinde und eine Landgemeinde bestimmt, letztere feiert Erntedank auf einem Hof.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ralf Reuter, Pastor der Ev.-luth. Weststadt-Kirchengemeinde G\u00f6ttingen, mit Vakanz in Elliehausen \/ Esebeck und Holtensen und zus\u00e4tzlich t\u00e4tig in der Durchf\u00fchrung von Retraiten und Klausuren f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte der Wirtschaft im Kloster Loccum<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Volle Scheunen und reich bei Gott | Erntedankfest | 01.10.23 | Lk 12, 16-21 | Ralf Reuter | Reich bei Gott und volle Scheunen \u2013 Erntedank ist ein Fest des Herzens mit der Ernte dieses Sommers. 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