{"id":18880,"date":"2023-09-26T16:35:16","date_gmt":"2023-09-26T14:35:16","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=18880"},"modified":"2023-09-26T17:14:31","modified_gmt":"2023-09-26T15:14:31","slug":"genesis-820-2298-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/genesis-820-2298-17\/","title":{"rendered":"Genesis 8,20-22;9,8-17"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400;\">In der Schule des Regenbogens | Erntedank | 1. Mose 8,20-22; 9, 8-17\u00a0 | 17., 18. oder 19. Sonntag nach Trinitatis \u00a0(1.10. \/ 8. 10. \/ 15.10. 2023) | Jochen Riepe |<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 I<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201aWann gibt es denn einen Regenbogen\u2018, fragt die Pastorin am Erntedanktag, und die Kinder rufen: \u201aWenn es regnet und die Sonne scheint\u2026\u2018 \u00a0&#8211; \u201aund wie viele Farben hat er?\u2018 \u00a0\u201aSieben\u2026\u2018 schallt\u2019s aus den Reihen. Was f\u00fcr ein Schauspiel! Halte es fest, ehe es zerrinnt!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201a<em>Das ist das Zeichen des Bundes\u2018, <\/em>spricht Gott<em>, \u201aden ich geschlossen habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig<\/em>\u2018 (9,12).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 II<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was f\u00fcr ein Schauspiel! Alle Welt liebt es und gibt dieser Liebe auf T\u00fcchern, Armbinden, T-Shirts und Fahnen, sogar vor \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden, \u00a0Ausdruck. Man verehrt es \u2013 wie der Dichter sagt-\u00a0 als \u201aZeugnis einer bessern Welt\u2018*, in der die Unterschiede zusammenklingen zu einem harmonischen, lichtvollen Gesamtbild. Schwule und Lesben nahmen einst \u00a0das biblische Symbol zum Erkennungszeichen und unterstrichen ihre politische Forderung nach Anerkennung und Gleichberechtigung. Seitdem ist es zum Leuchtzeichen all derer geworden, die gegen die \u201aHerrschaft des Einen\u2018, einer Klasse, einer Rasse, eines Geschlechts, einer Farbe die &#8211; Vielfalt beschw\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201aIn meiner Klasse sind Kinder aus zw\u00f6lf Nationen\u2018, sagt die Grundschullehrerin aus dem Ruhrgebiet und z\u00e4hlt dann stolz und vollst\u00e4ndig \u00a0die Reihe der L\u00e4nder auf, aus denen die Kleinen stammen. Manche Schulen nennen sich inzwischen \u201aRegenbogenschule\u2018, um zu signalisieren: Hier wird Diversit\u00e4t und Weltoffenheit gelebt \u2026<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 III<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ja, halte es fest, ehe es zerrinnt! Wissen denn die, die dieses Symbol lieben, es tragen und mit ihm flaggen, woher es kommt? Wir kennen die fremd-vertraute Geschichte von Noahs Arche, der Vernichtung der Sch\u00f6pfung durch die von Gott verh\u00e4ngte Flut, von Neubeginn und schlie\u00dflich der Verhei\u00dfung des \u201aGottes der zweiten Sch\u00f6pfung\u2018, \u201a<em>hinfort nicht mehr die Erde verfluchen<\/em>\u2018(8,21) zu wollen. Weniger bekannt ist der Hinter- oder Untergrund der Erz\u00e4hlung: Gott selbst hat sich entwaffnet und seinen Kriegsbogen als Friedenszeichen an den Himmel geh\u00e4ngt. Der Regenbogen soll <em>ihm<\/em>Erinnerung sein, da\u00df er diese Bundeszusage nicht mehr vergi\u00dft, ja, wie ein Ausleger zuspitzt, da\u00df er sich nicht selbst vergi\u00dft**: \u201a<em>Darum soll mein Bogen in den Wolken sein<\/em>, <em>da\u00df ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund<\/em>\u2026\u2018 (9,16).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Als heutiger Leser mu\u00df man an dieser Stelle zun\u00e4chst einmal schlucken: Was ist das f\u00fcr ein unheimlicher Gott, der sich selbst vergessen kann? Und was passiert, wenn wir sein \u201aDenk-mal!\u2018 als Symbol einer \u201abessern Welt\u2018 in eigene Regie nehmen und damit Politik machen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 IV<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber der biblische Text ern\u00fcchtert uns noch einmal: Was die Zukunft der zweiten Sch\u00f6pfung betrifft, so ist der Gott der Noahgeschichte eher skeptisch und seine Meinung \u00fcber uns Menschen f\u00e4llt \u00a0kritisch und verst\u00f6rend aus: <em>\u201a\u2026denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist b\u00f6se von Jugend auf an<\/em>\u2018 (8,21). Was f\u00fcr ein Urteil des Sch\u00f6pfers \u00fcber sein Gesch\u00f6pf! Auch jetzt, da alles noch einmal, zum zweiten Mal, von vorne beginnen darf, ist der H\u00f6chste keineswegs optimistisch. Nein, mit der Sintflut ist keine endg\u00fcltige Reinigung des Menschen vom B\u00f6sen gelungen. Ein resignierter Gott spricht zu sich selbst:\u00a0 \u201aSo ist der Mensch nun einmal und damit mu\u00df ich leben. Ich will ihn (er-) tragen\u2018.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Welt, unsere \u201asch\u00f6ne neue Welt\u2018, \u00a0tr\u00e4gt soz. in sich einen Ri\u00df. Das Paradies ist endg\u00fcltig verloren und gezeichnet mit dem Kreuz der Gewalt. Nach Gottes Meinung ist viel gewonnen, wenn diese Erbschaft Kains gez\u00e4hmt oder eingeschr\u00e4nkt w\u00fcrde. Das zentrale Gebot der sog. \u201anoachitischen Gesetzgebung\u2018 lautet darum: \u201a<em>Wer Menschenblut vergie\u00dft <\/em>(ich f\u00fcge hinzu: auch das seelische Blut!)<em>, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden<\/em>\u2018(9,6). Frieden im Zeichen des Regenbogens kann nur in der gegenseitigen Verpflichtung\u00a0 der Bundespartner auf elementare Regeln gew\u00e4hrleistet sein, die Leben erm\u00f6glichen, \u201aobwohl sich die Verh\u00e4ltnisse auf der Welt keineswegs zum Besseren, geschweige denn zum Guten gewandelt haben\u2018***.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 V<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mancher mag jetzt denken: Warum diese R\u00fcckbindung unserer lichten, leichten himmlischen Br\u00fccke an diese archaische Geschichte? Eben noch tr\u00e4umten wir von einem friedlichen Zusammensein, nun bekommt die bunte Welt eine graue T\u00f6nung. Wird nicht so aus einem Hoffnungszeichen \u201abunter Trug, leerer Schein\u2018*?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die biblische Erz\u00e4hlung will keine Verkl\u00e4rung unserer Welt. Der Bogen des Bundes gilt der realen Welt und soll unseren Blick darauf schulen, ohne sie schwarz zu malen. \u00a0Es ist etwas anderes, ob ich auf den Menschen \u00a0im Status paradiesischer Unschuld oder auf den Menschen, auf dich und mich, als denjenigen sehe, dessen \u201a<em>Dichten und Trachten<\/em>\u2018, ja, \u201a<em>b\u00f6se<\/em>\u2018 ist- und das \u201a<em>von Jugend an<\/em>\u2018. Ja, es ist manchmal zum Verzweifeln, wie \u201a<em>das Gute, das ich will<\/em>\u2018 (Rm7, 19), in den Sog meiner Selbstsucht, von Selbstdarstellungsbed\u00fcrfnissen und Eigensinn ger\u00e4t, und das\u00a0Beabsichtigte oder Propagierte ins Gegenteil umschl\u00e4gt. Auch \u201arainbow warriors\u2018 k\u00f6nnen irren oder t\u00e4uschen und in die Irre f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diversit\u00e4t, Buntheit, Zusammenleben der Kulturen \u2013 das ist f\u00fcr manche ein utopisches, wenn nicht gef\u00e4hrliches Programm. Ich verstehe es eher als unausweichliche Herausforderung, aber die besorgte, biblisch ern\u00fcchterte Frage bleibt auch dann: Was ist, wenn der \u201ab\u00f6se Mensch\u2018 in Versuchung kommt und die Farben des Regenbogens in seine H\u00e4nde nimmt? Macht- und Besitzanspr\u00fcche der einen Farbe werden dann selbstherrlich gegen die andere durchgesetzt. Aus dem Friedenszeichen Gottes wird ein menschlicher Kriegsbogen. Im Alltag, in der Schulkasse, \u00a0auf dem Schulhof, kommt es zu Dominanzanspr\u00fcchen und mitunter bewaffneten Rivalit\u00e4ten. Die einen wollen dem Unterricht folgen und st\u00f6ren die anderen, aus Langeweile oder weil sie wenig verstehen. Eltern untergraben die Autorit\u00e4t einer Erzieherin, weil sie eine Frau ist\u2026<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 VI<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unser \u00a0Gespr\u00e4ch mit der Lehrerin aus dem Ruhrgebiet ging ja weiter. So stolz sie die Namen der Herkunftsl\u00e4nder \u2013 zw\u00f6lf an der Zahl- aufz\u00e4hlte, so realistisch und beherzt benannte sie ihre Sorgen: Alle Kinder haben ein Recht auf Bildung, aber wie kann man in einer heterogenen, uneinheitlichen Klasse dieses Recht gew\u00e4hrleisten? Mit welchen F\u00e4higkeiten werden sie die Grundschule verlassen? Werden sie einigerma\u00dfen lesen und schreiben k\u00f6nnen? ****<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die P\u00e4dagogin nannte ein Beispiel. Im dritten Schuljahr sollen keine Diktate mehr geschrieben werden. Es ist sogar verboten. Wir h\u00e4tten fr\u00fcher gejubelt, denn wenn es hie\u00df: \u201aHefte zum Diktat!\u2018, wurde mir jedenfalls mulmig. Die Kinder heute bekommen einen Text, den sie abschreiben sollen. Diese Leistung wird bewertet, und es verwundert oder verwundert nicht, da\u00df manche Sch\u00fcler auch bei dieser Methode nur ungen\u00fcgende Ergebnisse mit vielen Fehlern zeigen. Die Vorgabe, die es leichter machen soll, zeigt auf ihre Weise noch einmal die sehr diversen Ausgangsbedingungen und F\u00e4higkeiten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Alle zw\u00f6lf Nationen in einer Klasse\u2026 Integration, Inklusion nennen wir dies, aber Lehrer und Eltern \u00a0klagen: \u201aDie einen Sch\u00fcler werden unterfordert, die anderen \u00fcberfordert, wir werden keinem gerecht\u2018. Eben dies m\u00fc\u00dfte kollegial, schulisch und politisch offen benannt werden. W\u00e4re f\u00fcr manche Kinder vorschulischer Sprachunterricht sinnvoll? \u00a0Die Forderung nach kleineren Klassen und eine individuelle F\u00f6rderung \u00a0der Schwachen kommt dazu. Sonst wird die Regenbogenschule in eine Nacht geh\u00fcllt, in der alle Katzen grau sind, und \u201akeiner mehr etwas lernt\u2018, wie eine Mutter ratlos feststellte. Ja, wir m\u00fcssen Unterschiede zusammenzuf\u00fchren, wir m\u00fcssen aber auch lernen, sie zu akzeptieren und dies didaktisch umzusetzen. Auch das ist eine Herausforderung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 VII<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was f\u00fcr ein Schauspiel \u2013 dieser Regenbogen, ja, halte ihn fest, ehe er zerrinnt: Verhei\u00dfung einer \u201abessern Welt\u2018? Oder \u201abunter Trug und leerer Schein\u2018? Die biblische Geschichte, sie erinnert uns daran, da\u00df der sch\u00f6ne Himmelsbogen uns nicht geh\u00f6rt. Wir d\u00fcrfen ihn soz. vorsichtig, selbstkritisch und unter Vorbehalt einsetzen und sollten uns h\u00fcten, ihn zur Ideologie, zum Kampfesbogen oder gar zu einer Art Ge\u00dflerhut zu machen, den man gr\u00fc\u00dfen oder vor dem man niederknien soll. Ob es tats\u00e4chlich gut ist oder nur gutgemeint, vor \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden neben den hoheitlichen Flaggen auch die bunte Fahne zu hissen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gottes Skepsis im Hinblick auf den Menschen kann uns ebenso zu Skepsis anleiten, im Hinblick auf unser eigenes \u201a<em>Trachten<\/em>\u2018, im Hinblick auf das \u201a<em>Dichten<\/em>\u2018 anderer. Wir m\u00fcssen darum aus dem Schauspiel kein Trauerspiel machen. Der Himmelsbogen kommt und geht und kommt wieder. Aber die Gebote, die Gott Noah gibt, bleiben &#8211; und allen anderen voran, das Verbot, <em>\u201aMenschenblut zu vergie\u00dfen\u2018, \u201adenn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde gemacht.<\/em>\u2018 Verhei\u00dfung und Bundesgebot geh\u00f6ren unbedingt zusammen, und Gottes Zusage, sich nicht noch einmal zu vergessen und seine Sch\u00f6pfung \u201a<em>auf ewig<\/em>\u2018 zu erhalten, und des Menschen Zusage, sich nicht zu vergessen und den anderen an Leib oder Seele nicht zu verletzen, entsprechen sich. In der Gnade Gottes liegt auch sein Gebot.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 VIII<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sieben Farben hat der Regenbogen, Kinder aus zw\u00f6lf Nationen sitzen in einer Klasse\u2026 \u00a0Unterschiede beleben, man kann aber auch an ihnen scheitern. \u201aDer Regenbogen wird schnell zum bunten Kitsch\u2018, sagte die Lehrerin schlie\u00dflich, \u201af\u00fcr mich zeigt er eine, ehrlich gesagt: oft alltagsgraue Aufgabe\u2018.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Gott der zweiten Sch\u00f6pfung, der Gott Israels, der Vater Jesu Christi, gebe ihr und allen, die seinen Bund halten, die Kraft dazu.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">________________________________________________<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lieder: Ich singe dir mit Herz und Mund (eg 324); Sei Lob und Ehr dem h\u00f6chsten Gut (eg 326,3); Himmel, Erde, Luft und Meer (eg 504) ; Ein bunter Regenbogen ist \u00fcber\u2019s Land gezogen (R. Krenzer\/ P. Janssens)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">*J. W. v. Goethe, Regen und Regenbogen. Gedicht (Drei Palinodien Nr.3) **J. Ebach, Bibelarbeit \u00fcber 1. Mose 9,8-17 (\u00d6KT M\u00fcnchen 2010. PDF), S. 12 ***R. Feldmeier, H. Spieckermann, Der Gott der Lebendigen. Eine biblische Gotteslehre, 2011,\u00a0 S. 275 ****S. Wiesinger, Kulturkampf im Klassenzimmer, 2018; \u00a0<a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article245369384\/Iglu-Studie-Jeder-vierte-Viertklaessler-kann-nicht-richtig-lesen.html\">www.welt.de\/politik\/deutschland\/article245369384\/Iglu-Studie-Jeder-vierte-Viertklaessler-kann-nicht-richtig-lesen.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Schule des Regenbogens | Erntedank | 1. Mose 8,20-22; 9, 8-17\u00a0 | 17., 18. oder 19. Sonntag nach Trinitatis \u00a0(1.10. \/ 8. 10. \/ 15.10. 2023) | Jochen Riepe | \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 I \u201aWann gibt es denn einen Regenbogen\u2018, fragt die Pastorin am Erntedanktag, und die Kinder rufen: \u201aWenn es regnet und die Sonne [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":18872,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,538,539,540,1,2,157,853,114,560,170,963,1052,349,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-18880","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-genesis","category-17-so-n-trinitatis","category-18-so-n-trinitatis","category-19-so-n-trinitatis","category-aktuelle","category-at","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-erntedank","category-jochen-riepe","category-kapitel-08-chapter-08-genesis","category-kapitel-09-chapter-09-genesis","category-kasus","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18880","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18880"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18880\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18881,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18880\/revisions\/18881"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18872"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18880"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18880"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18880"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=18880"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=18880"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=18880"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=18880"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}