{"id":19060,"date":"2023-11-09T16:28:08","date_gmt":"2023-11-09T15:28:08","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=19060"},"modified":"2023-11-09T16:28:08","modified_gmt":"2023-11-09T15:28:08","slug":"roemer-818-25-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/roemer-818-25-3\/","title":{"rendered":"R\u00f6mer 8,18-25"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">\u201eVom Seufzen zum Aufatmen\u201c | 23. Sonntag nach Trinitatis | 12.11.2023 | R\u00f6m 8,18-25 | Manfred Mielke |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir haben uns privat eine K\u00fchltasche gekauft, eine elektrische, f\u00fcr l\u00e4ngere Autofahrten. Darin bleibt Kaltes l\u00e4nger kalt und Warmes l\u00e4nger warm, je nach Schalterstellung. Falsch geschaltet gab es beim ersten Mal \u201eKaltes-Mineralwasser-in-Lauwarm\u201c, was nicht wirklich erfrischte. Ja, Pannen passieren, sie geh\u00f6ren zum Alltag. Eil-Pakete kommen zu sp\u00e4t, der Schutzschild gegen Raketen erweist sich als l\u00f6cherig, ein Strom-Ausfall legt den Computer lahm. Dazu sagt ein makabres Sprichwort: \u201eZum Pech kommt oft noch Ungl\u00fcck hinzu!\u201c Dabei ist das normale Leben an sich schon ein erstaunliches Geschenk. Vieles im Alltag funktioniert reibungslos. Wir f\u00fchlen uns dann wie auf einer Wohlf\u00fchl-Oase, um die rundherum das Tohu-wa-Bohu tobt. Gegen die Unordnung im Kinderzimmer erfand jemand eine \u201eSocken-Suchmaschine\u201c und gegen den Satelliten-Schrott wird demn\u00e4chst ein galaktischer Staubsauger erfunden. Im Kleinen wie im Gro\u00dfen ist das Chaos sowohl der Urzustand wie der Dauerzustand. Kein Wunder, sagt Paulus: \u201eDie ganze Sch\u00f6pfung seufzt und \u00e4ngstigt sich bis zu diesem Augenblick. Die Leiden der Zeit lasten schwer auf uns und bringen jeden zum Seufzen.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese S\u00e4tze des Paulus stehen in einem Absatz des R\u00f6merbriefs, der sich so liest: \u201eDenn ich bin \u00fcberzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegen\u00fcber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. Denn das \u00e4ngstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden. Die Sch\u00f6pfung ist ja unterworfen der Verg\u00e4nglichkeit \u2013 ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat \u2013, doch auf Hoffnung; denn auch die Sch\u00f6pfung wird frei werden von der Knechtschaft der Verg\u00e4nglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Sch\u00f6pfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich \u00e4ngstet. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir den Geist als Erstlingsgabe haben, seufzen in uns selbst und sehnen uns nach der Kindschaft, der Erl\u00f6sung unseres Leibes. Denn wir sind zwar gerettet, doch auf Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man sieht, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man auf das hoffen, was man sieht? Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir darauf in Geduld.\u201c (<a href=\"http:\/\/www.die-bibel.de\/bibeltext\/R%C3%B6m+8%2C18-25\/\">R\u00f6merbrief 8,18-25<\/a>)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Paulus sieht die Angst in beiden Dimensionen. All-umfassend \u00e4ngstigt sich der Globus, und mittendrin \u00e4ngstigt sich der einzelne Mensch. Das h\u00e4lt sich durch seit Urzeiten &#8211; bis zu diesem Augenblick. So sieht es Paulus f\u00fcr seine Zeit, so sp\u00fcren wir es auch f\u00fcr uns. Aber Paulus wei\u00df, dass Gott auf das \u00e4ngstliche Ausharren und das beharrliche Seufzen mit Initiativen reagiert. Wir befinden uns demnach in einer \u201eKnechtschaft\u201c, Gottes Ziel ist unsere Befreiung.\u00a0 Unser Seufzen ist schon ein Schritt darauf zu, beim Seufzen verlassen wir vor-\u201esichtig\u201c unseren \u201estillen Jammer\u201c. Was passiert eigentlich beim Seufzen? &#8211; Seufzen ist ein demonstratives Ausatmen, ger\u00e4uschvoll, aber sprachlos, dabei um Mitleid werbend. Es hat sich lange in uns angesammelt. Nun versuchen wir, Druck abzulassen und der Sehnsucht neuen Platz zu geben. \u201eWir seufzen in uns selbst und sehnen uns nach einer neuen Kindschaft, der Erl\u00f6sung unseres Leibes!\u201c Seufzen ist jedes Mal eine kleine Werbeveranstaltung &#8211; um Mitgef\u00fchl, um Begleitung, um Ermutigung; um etwas Neues, das wir noch nicht beschreiben k\u00f6nnen. So wirbt die Sch\u00f6pfung mit ihrem Seufzen um die Befreiung aus ihrer Verg\u00e4nglichkeit. Wir Menschen werben \u00e4hnlich um die Erl\u00f6sung aus der Fremdbestimmung. F\u00fcr beide steht viel auf dem Spiel, denn die Sch\u00f6pfung wird zerst\u00f6rt \u201edurch den, der sie unterworfen hat\u201c. Bei Paulus ist es der Satan, in dessen Wirkungs-Nachfolge wir stehen. Wir dagegen leiden daran, dass wir die Erstlingsgabe verspielt haben, gemeint ist damit unsere Geburtlichkeit, unser Mut zur Glaubens-Nachfolge und unsre Berufung, mit Christus aufzuerstehen. Das sind gro\u00dfe Worte, deren Leuchtkraft uns aber aufhelfen in unserer Verzagtheit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Doch dann &#8211; wie im Bild der K\u00fchl- und Warmhalte-Tasche &#8211; legt Paulus einen kleinen Schalter um, den vom Seufzen zum Aufatmen. Er schreibt: \u201eDenn wir sind zwar gerettet, doch auf Hoffnung. Und wenn wir\u2018s noch nicht sehen, so warten wir darauf in Geduld.\u201c Zur Rettung f\u00fcgt er also an: \u201eDoch! Schon!\u201c Und zur Hoffnung f\u00fcgt er hinzu: \u201eNoch! Wartend!\u201c So schaltet er um von Vergangenheit auf Zukunft, vom kummervollen Ausharren auf das sehnliche Erwarten. Daf\u00fcr destilliert er aus unserer Ersch\u00f6pfung das Seufzen heraus und l\u00e4sst daf\u00fcr in uns einen frischen Odem von Gott her einflie\u00dfen. Im Ausseufzen und Einatmen sp\u00fcren wir im guten Sinne es psycho-somatisch, dass wir Gesch\u00f6pfe Gottes sind. Wir wurden als Baby von unserer Mutter abgenabelt und dabei als Gesch\u00f6pfe aus dem Tohu-wa-Bohu herausgeholt. Oder mit den Worten des Paulus: \u201eWir wurden zur Herrlichkeit erhoben!\u201c Gott hat uns nicht in der Erbfolge der Sklaverei eingekettet gelassen, sondern uns in die Souver\u00e4nit\u00e4t der Kinder Gottes hinein entbunden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die alte Ausgangssituation, als des Paulus\u2018 Schalter noch auf \u201eSeufzen\u201c stand, beschreibt er so: \u201eDie Leiden der Zeit lasten schwer auf uns und bringen jeden zum Seufzen.\u201c Paulus hat vermutlich tief geseufzt in Gef\u00e4ngniszellen, in Seenot, bei Auspeitschungen. Er galt als Verr\u00e4ter oder Aufwiegler, manchmal als beides. Die Legende besagt, er sei bei Neros Christenverfolgung durchs Schwert gestorben. Doch schon ein Jahrzehnt vorher, als er den R\u00f6merbrief schrieb, kam der staatlich organisierte Terror auf, der V\u00f6lker unterwarf, Christen verfolgte und millionenfaches Seufzen bewirkte. Leider h\u00f6rte das nicht auf. Heute treibt uns der Terror um, der im Namen der Religionen herum-vagabundiert und schlachtet und ausr\u00e4uchert und erniedrigt und foltert.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich \u00fcbernahm in meinem Soziologiestudium das Referat: \u201eJuden-Pogrome vor dem Holocaust\u201c und war aufgew\u00fchlt, als ich die Kette der Ereignisse als Tabelle zusammenstellte. Und im Geschichtsunterricht listete unsere Lehrer die Toten des Deutsch-Franz\u00f6sischen Krieges auf. Die Zahlen pr\u00e4gen mich bis heute, kam ich doch in Frankreich zur Welt und lebe seit langem in Deutschland. Jede von uns und jeder von uns hat in der Familiengeschichte viele Tr\u00e4nen und Seufzer zu finden, aber auch den Trost neuer Anf\u00e4nge.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Paulus kannte den Umschaltmoment Gottes in der eigenen Biografie und in der V\u00f6lkergeschichte, den der Prophet Micha lange zuvor so beschrieb: \u201eIn den letzten Tagen aber werden die V\u00f6lker herzulaufen, indem sie sagen: \u201aLasst uns hinaufgehen zum Tempel Jahwes, damit er uns lehre seine Wege!\u2018 Dann werden viele Heiden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spie\u00dfe zu Sicheln machen. Sie werden fortan nicht mehr lernen, Krieg zu f\u00fchren. Ein jeder wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen, und niemand wird sie schrecken!\u201c (vgl: Micha 4) In der Antike gab es dagegen Mythen, die den drohenden Einsturz des Himmels als G\u00f6tterstrafe vorhersahen. In der Zeitenwende des Paulus bek\u00e4mpften die C\u00e4saren die Barbaren, denn die w\u00fcrden ja den heimischen Wohlstand verschlingen. Heute scheint sich f\u00fcr \u201edie ganze Sch\u00f6pfung\u201c die Warnung zu erf\u00fcllen: \u201eDer Tod ist der S\u00fcnde Sold!\u201c Und dennoch ist aus der Perspektive der Hoffnung der drohende Kollaps ein Durchgang. Das Evangelium setzt ja nicht auf eine Wiederbelebung danach oder auf ein hektisches \u201eWeiter-so\u201c, sondern auf einen organischen Neuanfang. Von daher sehnen wir uns nach dieser \u201eneuen Kindschaft\u201c, nach der korporativen Abl\u00f6sung vom Todestrieb, nach dem Auftakt der Ewigkeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Daf\u00fcr nimmt Paulus das Bild einer Baby-Geburt, genauer die Phase davor, die pr\u00e4natale Phase, und prophezeit: \u201cDie Sch\u00f6pfung wird frei werden von der Knechtschaft der Verg\u00e4nglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes!\u201c Die Welt liegt demnach in einem Geburtsschmerz, in Wehen hin auf das Reich Gottes. Depressionen und Erl\u00f6sung sind dabei unaufl\u00f6slich miteinander verkn\u00fcpft. In einer Brosch\u00fcre f\u00fcr werdende Eltern werden die Signale eines Neugeborenen so gedeutet: \u201eDurch G\u00e4hnen, Seufzen und Quengeln signalisiert das Kleinkind, dass es m\u00fcde ist.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bevor uns Erwachsenen das Quengeln weiter erm\u00fcdet, ist einmal Durchschlafen bestimmt eine gute L\u00f6sung. Mit unserm Morgeng\u00e4hnen und Durchatmen b\u00fcndeln wir dann unsre Sehnsucht neu. Wir legen den Schalter um im Vertrauen, dass Gott auch gr\u00f6\u00dfere Hebel bedienen wird. Wir lassen uns st\u00e4rker von seiner Ewigkeit faszinieren und bekommen eine zweite Luft f\u00fcr den Weg hin zu neuen Himmeln und einer neuen Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. Das Evangelium nimmt unsere Weltuntergangs-Stimmung ernst, bindet sie aber ein in die Verhei\u00dfungen Gottes. Sie holen uns aus der Lauheit heraus in ein neues Gleichgewicht. Als Gerettete leben wir im \u201eDoch, schon!\u201c und als Hoffende sind wir \u201enoch wartend\u201c. Diese Ambivalenz \u00f6ffnet uns zu einer Hilfsbereitschaft hin zu denen, die stumm und hoffnungslos gemacht wurden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dass Gott mit uns, seinen Gesch\u00f6pfen, seufzt und neue Luft holt, sagt er selber: \u201eSehr lange habe ich geschwiegen. Aber jetzt kann ich nicht mehr an mich halten. Nun schreie ich auf wie eine Frau in den Wehen, ich keuche und schnappe nach Luft.\u201c Das ist Gottes Beitrag zu unserer neuen Lebensf\u00e4higkeit. Amen (Jesaja 42,14; nach: \u201eHoffnung f\u00fcr alle\u201c)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vorschlag Lieder:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In jenen letzten Tagen wird\u2019s geschehn (Melodie: Wir haben Gottes Spuren festgestellt; in: Singt von Hoffnung 72)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Atme in uns, heiliger Geist<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">I\u2019m gonna lay down my sword and shield<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><a name=\"_Toc148546485\"><\/a>An dunklen, kalten Tagen (Text: Claus Clausen; Melodie: Christoph Georgii; evtl nach EG 521: \u201eO Welt, ich muss dich lassen\u201d in: Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder 107)<\/p>\n<ol>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><em> An dunklen, kalten Tagen beschleicht uns banges Fragen: <\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Was wird wohl morgen sein? Gott kommt und schafft die Wende, <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>macht Angst und Furcht ein Ende und l\u00e4sst uns Menschen nicht allein.<\/em><\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li style=\"font-weight: 400;\"><em> Voll Sorgen sind die Zeiten, voll Krieg, Gewalt und Streiten, <\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>wer wei\u00df, was kommen mag? Gott kommt, verscheucht die Schatten, <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>die uns ge\u00e4ngstigt hatten. Sein Licht geht auf zum neuen Tag. <\/em><\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li style=\"font-weight: 400;\"><em> Getrieben und in Eile fliehn wir der Langeweile<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>in atemloser Hast; Gott kommt mit seinem Segen<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>uns auf dem Weg entgegen, schenkt ruhelosen Seelen Rast. <\/em><\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li style=\"font-weight: 400;\"><em> Was wir zutiefst ersehnen, dass Menschen sich vers\u00f6hnen, <\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>scheint unerreichbar fern. Gott kommt, will Frieden schenken, <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>die Welt zum Guten lenken, und dann bricht an das Reich des Herrn. <\/em><\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li style=\"font-weight: 400;\"><em> Wenn nun die Kerzen gl\u00e4nzen: auf unsren Tannenkr\u00e4nzen<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>so leuchtend, hell und sch\u00f6n. Gott kommt auf diese Erde,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>dass wahrer Friede werde, der nie mehr wird zu Ende gehn. <\/em><\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li style=\"font-weight: 400;\"><em> Ein Kind wird uns gegeben, als Hoffnung f\u00fcr das Leben:<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>In ihm bricht Zukunft an. Gott kommt, f\u00fcr uns geboren,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>er gibt uns nicht verloren. Was Gott tut, das ist wohlgetan. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vorschlag F\u00fcrbitte:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>[Die kursiven Zeilen spricht eine andere Person]<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott, so vieles ist zerbrochen. Die Tr\u00e4ume der Menschen in Israel und im Gaza-Streifen. Immer wieder ist er da, der Krieg. Immer wieder K\u00e4mpfer, die sterben; Alte, die es nicht fassen k\u00f6nnen; Kinder, die ihre Eltern vermissen. Wir f\u00fchlen uns ohnm\u00e4chtig, wenn wir davon h\u00f6ren, wenn wir die Bilder sehen.<br \/>\nDu, Gott, bist nicht ohnm\u00e4chtig. Du bist nicht ohne Macht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>H\u00e4user bauen, Wunden verbinden, Seelen heilen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott, so vieles ist zerbrochen. Das Mitgef\u00fchl mit denen, die in Lagern ausharren, jetzt im Winter, ohne Heizung. So schnell \u00fcbersehen und \u00fcberh\u00f6ren wir<br \/>\ndie Hilferufe aus wackligen Booten, aus K\u00fchllastern und an Grenzz\u00e4unen. Du siehst und h\u00f6rst. Du \u00fcberh\u00f6rst und \u00fcbersiehst nichts, Gott.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Leben retten, Hilfe organisieren, Mauern und Z\u00e4une einrei\u00dfen. In der Welt und in unseren K\u00f6pfen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott, so vieles ist zerbrochen. Der Anstand und wie wir miteinander umgehen. Mit unserer Geschichte, mit unserer Demokratie. Es gibt Beschimpfungen,<br \/>\nunbedachte Worte, die in unbedachte Taten f\u00fchren. Viele vergessen, was einmal war, hier in unserem Land. Du fluchst nicht, du segnest. Gott, dein Wort verwandelt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Hetze eind\u00e4mmen, mutmachende Worte zusprechen, der Hoffnung eine Stimme verleihen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott, so vieles ist zerbrochen. Das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Natur, die Umwelt, das Klima, die Welt in der wir leben. Hitzige Diskussionen, Verlust\u00e4ngste und Demonstrationen. Du, Gott, hast sie geschaffen: unsere Welt. Du schaffst neues Leben \u2013 jeden Tag.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Demut lernen, achtsam leben, den Dank nicht vergessen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott, so vieles ist zerbrochen. Nicht zuletzt der Glaube in deine Kraft, dass du etwas \u00e4nderst. Dass du uns h\u00f6rst, dass wir auf dich vertrauen k\u00f6nnen. Aber du zeigst sie, jeden Tag aufs Neue: deine Macht. Du l\u00e4sst uns nicht alleine. Du begleitest uns.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Hoffnung, die st\u00e4rker ist als alle Zweifel. Vertrauen, das st\u00e4rker ist als all unsere Angst. Liebe zu uns, die niemals endet.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(Vorschlag des \u201eZentrum Verk\u00fcndigung\u201c der Evgl. Kirche Hessen-Nassau; zum drittletzten Sonntag nach Trinitatis 12.11.2023)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Manfred Mielke, Pfarrer der EKiR im Ruhestand, geb 1953, verheiratet, 2 S\u00f6hne. Sozialisation im Ruhrgebiet und in Freikirchen. Studium in Wuppertal und Bonn (auch Soziologie). Mitarbeit bei Christival und Kirchentagen. Partnerschaftsprojekte in Ungarn (1988- 2011) und Ruanda (2001-2019). Musiker und Arrangeur.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eVom Seufzen zum Aufatmen\u201c | 23. 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