{"id":19108,"date":"2023-11-21T13:35:20","date_gmt":"2023-11-21T12:35:20","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=19108"},"modified":"2023-11-21T13:35:20","modified_gmt":"2023-11-21T12:35:20","slug":"2-petrus-38-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/2-petrus-38-13\/","title":{"rendered":"2. Petrus 3,8-13"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Makrothymia \u2013 eine Christus-T\u00fcr f\u00fcr Jung und Alt | Letzter Sonntag im Kirchenjahr (Ewigkeits-, Totensonntag) | 26.11.23 | 2. Petr 3, 8-13 | Jochen Riepe |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0I<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Erst einmal durchatmen\u2026 aus\u2026 ein\u2026 Nicht wahr, man mu\u00df die Zeit ins Spiel bringen, Langmut ein\u00fcben. \u201aAus dem Jungen kann etwas werden\u2026 das M\u00e4dchen wird sich fangen\u2018. \u201a<em>Der Herr\u2026 hat Geduld mit euch<\/em>\u2018, schreibt der Apostel. <em>\u201aEr will nicht, da\u00df jemand verloren geht<\/em>\u2018. Denn vor Gott \u201a<em>ist ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag\u2018.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0II<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Totensonntag. Gedenken an die Verstorbenen. Manche von uns Trauernden haben in den Alltag zur\u00fcckgefunden und machen wieder Pl\u00e4ne f\u00fcr die Zukunft. Andere sagen: Ich bin auf einem guten Weg. Und dritte schlie\u00dflich klagen: H\u00f6rt das denn niemals auf? Diese L\u00e4hmung. Dieses dumpfe \u201aAuf -der -Stelle -Treten\u2018. \u00a0\u201aIch werde nicht fertig mit dem, was passiert ist. Bin ich \u201atrauer-krank\u2018? Brauche ich gar professionelle Hilfe?\u2018<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich habe die Beklemmung meiner Gro\u00dfmutter nie vergessen k\u00f6nnen. Noch Monate nach dem Tod des Ehemannes blieb er f\u00fcr sie gegenw\u00e4rtig. Sie h\u00f6rte abends auf der Treppe seine Schritte. Sie vernahm seine Stimme. Eine Zeitlang halfen ihr wohl diese \u201aHalluzinationen\u2018, aber auf Dauer verst\u00f6rten sie sie. Kinder und Enkel spielten die Erlebnisse herunter: \u201aDas ist normal und geht wieder vor\u00fcber\u2018. Wir l\u00e4chelten, aber einmal \u00a0schreckte auch uns ihr energischer Ruf auf: \u201aAugust, du machst mir Angst. Willst du denn gar nicht gehen\u2026?\u2018<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 III<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott ist \u201a<em>langm\u00fctig<\/em>\u2018, er hat Geduld mit uns, lesen wir im 2. Petrusbrief. Gott l\u00e4\u00dft dir und mir Zeit, er r\u00e4umt dieser Welt Zeit ein. Das Schreiben des Apostels bekommt \u2013 wie ein Ausleger meint- durch diese Entdeckung einen \u201akreativen Zug\u2018*. Ich bin doch froh, wenn in einer festgefahrenen Situation, wenn in notvoller Panik und Kurzatmigkeit, mich jemand beruhigt und einen \u201aZeit-Raum\u2018 er\u00f6ffnet, der etwas anderes als eine Drohung oder ein Ultimatum ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gerade f\u00fcr uns Alte ist Petrus\u2018 Lehre von Gottes Lang- und Gro\u00dfmut wichtig. Das griechische Wort daf\u00fcr lautet, ja \u201al\u00e4utet\u2018, wunderbar. Es nimmt uns gleichsam in seinen Klang hinein und umschmeichelt die Ohren: <em>Makrothymia<\/em> \u2013 ein weites, ein \u201awartef\u00e4higes\u2018 Gem\u00fct. Ja, wir brauchen viel Verst\u00e4ndnis und sind mitunter gar nicht so klug, wie wir gern w\u00e4ren. Dieses Gef\u00fchl: \u201aMeine Zeit wird knapp, das Ende r\u00fcckt n\u00e4her\u2026 der Druck w\u00e4chst\u2018. Atemlos. \u201aDas will ich noch schaffen. Das mu\u00df noch erledigt werden\u2018. \u201aTo- Do-Listen\u2018 sind angesagt und rufen zum Pflichtprogramm jedes Tages. \u201aSeid vorsichtig\u2018, h\u00e4lt der Apostel uns entgegen. \u201aDu mu\u00dft gar nichts. Du solltest aber jene T\u00fcr in deinem Lebens-Raum offen lassen, durch die der Christus eintreten wird\u2018.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 IV<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201aOh weh!\u2018, werden damals einige Leute gerufen haben, vielleicht besonders j\u00fcngere Christen der zweiten oder dritten Generation: \u201aWie k\u00f6nnt ihr diese Lehre noch glaubw\u00fcrdig vertreten? Eine \u201a<em>ausgekl\u00fcgelte Fabel<\/em>\u2018(1,16), Fiktion, ist das doch: Er, der Christus, k\u00e4me wieder, und unser Leben sollte nach vorn offen sein, ja, eine Art T\u00fcr haben, durch die er kommen, zur\u00fcckkommen wird?\u2018 \u201a<em>Wo bleibt die Verhei\u00dfung seines Kommens<\/em> (3,4) denn?\u2018 Hat sich die Welt ge\u00e4ndert, seitdem er bei uns war? Ist irgendetwas besser geworden? Es ist alles so, wie es immer war \u201a<em>von Anfang der Sch\u00f6pfung\u2018 <\/em>an<em>.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das klingt sp\u00f6ttisch, aber gerade wenn junge Leute spotten, sp\u00fcren wir Alten mehr als Spott, und Petrus hat es wohl auch geahnt: Entt\u00e4uschung. Ein Leiden an der Welt, wie sie ist. Die Sehnsucht nach Gerechtigkeit und nach dem Ende der Gewalt. Die Ungeduld, endlich etwas zu bewirken und zu ver\u00e4ndern. Und wir wissen von uns selbst: Dieses Leiden endet in ohnm\u00e4chtiger Wut, ja, \u00a0neuer Gewalt oder schl\u00e4gt in Resignation und Unterwerfung um. Die Frage l\u00e4\u00dft sich ja nicht abtun: Wenn der Christus tats\u00e4chlich\u00a0 wiederkommt, m\u00fc\u00dfte es nicht untr\u00fcgliche Zeichen daf\u00fcr geben? Jetzt. Heute. \u201a<em>Ein neuer Himmel\u2026 eine neue Erde<\/em>\u2018- uns w\u00fcrde schon <em>etwas<\/em> \u201aNeues unter der Sonne\u2018 reichen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 V<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man mu\u00df die Zeit ins Spiel bringen, den \u201akreativen Zug\u2018 des Petrusbriefes nutzen, die Gef\u00fchle der Alten und den Spott der Jungen soz. eintauchen, ja, \u201ahinein-taufen\u2018 in Gottes \u201a<em>Langmut<\/em>\u2018, und sie damit w\u00fcrdigen, aber auch begrenzen. \u201aWarte nur, daraus kann doch etwas werden\u2026 der Junge wird sich machen\u2026 das M\u00e4dchen wird sich fangen\u2018. Jeder Lebenslauf steht in dem Luftzug, der durch die Christus-T\u00fcr hineinkommt, und keiner soll \u201a<em>verloren gehen<\/em>\u2018, \u201a<em>bis der Herr<\/em> <em>kommt<\/em>\u2018( 1. Kor. 4,5).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist das herzlich-dringliche Anliegen des Apostels, ja, er spricht von einem \u201a<em>Testament<\/em>\u2018, denn er selbst mu\u00df \u201a<em>seine<\/em><em>H\u00fctte<\/em>\u2018(1,14) bald verlassen, und fleht die Gemeinde an, die Botschaft im Ged\u00e4chtnis zu behalten. Als wolle er diesem Anliegen besonderen Nachdruck verleihen, gebraucht er gewaltige, verst\u00f6rende \u00a0Bilder, die die Befristung der Weltzeit unterstreichen. Wenn das Neue kommt, wird das Alte untergehen: \u201a\u2026 <em>die Elemente werden vor Hitze schmelzen und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden ihr Urteil finden\u2018. <\/em>Was in der Trauer jeder pers\u00f6nlich erlebt, wird hier \u00a0\u00a0kosmisch ausgeweitet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gottes Langmut ist nicht endlos oder unendlich; dann w\u00fcrde sie ins Leere laufen und w\u00e4re nichts anderes als Gleichg\u00fcltigkeit. Kreativ\u00a0 kann sie nur dort wirken, wo \u00a0eine Grenze gesetzt ist und mit ihr ein Raum des Lernens, der Verantwortung, der Handlungsf\u00e4higkeit entsteht: \u2018Ich kann etwas tun\u2018. \u201aDein Lebens-Zeit-Raum\u2018. Warten, Erwarten, Blicken auf die Christus-T\u00fcr \u2013 so wird die Langmut Gottes nicht zur Langeweile, sondern zum Ansporn f\u00fcr ein \u201a<em>frommes Leben<\/em>\u2018: Jeden Tag die Sonne neu! \u201a<em>Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder<\/em> <em>das tun<\/em>\u2018 (Jak 4,15).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 VI<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201aH\u00f6rt das denn niemals auf? Bin ich \u201a<em>verloren<\/em>\u2018?\u2018 fragen Trauernde und d\u00fcrfen doch diese Erfahrung vom Stillstand in Gottes Langmut eintauchen und verwandeln lassen. Es ist ein langwieriger Lernproze\u00df, \u201akomplizierte Trauer\u2018 nennen die Fachleute es**, und es kann sein, da\u00df ich es nicht allein schaffe, sondern Hilfe brauche. Vielleicht kann ich dann mit der Zeit, mit Geduld und Konsequenz, mit den Tr\u00e4nen des Schmerzes und der Freude es annehmen und bejahen: \u201aJa, so wie fr\u00fcher wird es nicht mehr. Aber ich kann das, was ich empfangen habe, in meinen Lebens-Raum mitnehmen und mit ihm in die Zukunft gehen\u2018. Wir Prediger sagen das oft: \u201aAus dem Schmerz kann Dank werden\u2018, und nehmen in wohlmeinenden Worten kurzatmig vorweg, was wirklich Zeit, Gespr\u00e4che, Nachdenken braucht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Meine Gro\u00dfmutter machte dieses ihr Trauerlernen, ihre Bereitschaft, den Verstorbenen loszulassen und sich zu verabschieden, \u00a0ihrer ratlosen Familie eindr\u00fccklich vor: Eines Morgens berichtete sie, sie habe dem n\u00e4chtlich wieder erschienenen Ehemann offen und ehrlich \u00a0gesagt: \u201aAugust,\u00a0 du geh\u00f6rst zu meinem Leben. Ich bitte dich nun aber, zu gehen. Da ist die T\u00fcr. Ich besuche dich auf dem Friedhof, und im Himmel sehen wir uns wieder\u2018. Gewi\u00df, das war nicht das Ende der Trauer, aber es war das Ende einer l\u00e4hmenden, unsicheren Zeit, die die alte Frau daran hinderte, doch noch einmal ihren Weg unter Gottes Sonne zu suchen. Auch solch ein Schnitt, ein energischer Ruf zur eigenen Seele, kann zur Trauerarbeit in der Langmut Gottes geh\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 VII<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und die jungen Leute? \u00a0Ihr Leiden, ihr Trotz, ihr Spott \u00fcber eine verschlossene Zukunft? Wie kann ein \u201alangm\u00fctiges\u2018 Gespr\u00e4ch zwischen den Generationen denn aussehen? \u00a0Wir Alten sollten ihnen mit Petrus \u201a<em>in heiligem Wandel\u2018 <\/em>ein Vorbild sein- nicht nur an der Fu\u00dfg\u00e4ngerampel<em>. <\/em>Ausatmen. Einatmen: Man kann an dieser Welt wahrhaftig leiden, aber man mu\u00df nicht an ihr zerbrechen oder sich mit Drogen bet\u00e4uben. Mag sie \u201aalt\u2018 sein, so bleibt sie doch Gottes Sch\u00f6pfung. \u00a0\u2018Abschiedliche Existenz\u2018 ( V. Kast) ist eine \u201aerwartungsvolle\u2018*** Existenz. Konkret: Sie wartet auf Gott, sie \u201awartet\u2018, pflegt, sein Werk und pflanzt \u201aheute noch\u2018 einen Baum. Sie kann nehmen und annehmen, sogar genie\u00dfen. Sie kann lassen und \u00fcbt sich in Gelassenheit, in klangvoller, l\u00e4chelnd-sch\u00fctzender <em>Makrothymia<\/em>.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es gibt unter uns Alten eine unw\u00fcrdige Hektik und Unduldsamkeit, eine Angst zu kurz zu kommen, ein \u201aPlatzkampf\u2018, der in jedem Gedr\u00e4nge deutlich wird. Als wenn am Buffet oder an der Supermarktkasse das J\u00fcngste Gericht tagte&#8230; Wie gut darum, wenn uns im Seniorenkreis\u00a0 jugendliche G\u00e4ste dieses spiegeln, und umgekehrt: Wie gut, wenn wir von unserer \u00a0inneren Unruhe, auch von Scham und Stress erz\u00e4hlen, die uns in \u00f6ffentlichen Situationen \u00fcberfallen k\u00f6nnen. Woher sollen die Jungen \u00a0denn wissen, wie es ist, pl\u00f6tzlich ohne den Menschen zu sein, der uns immer bei der Hand hielt; wie es ist, wenn sich Ehepaare von Witwen oder Witwern zur\u00fcckziehen; wie es ist, wenn der Leib schw\u00e4cher wird, die H\u00e4nde zittern und die Augen kaum erkennen, was auf dem Kassenbon steht?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0VIII<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Langmut Gottes. Ein Lebens-, ein Zeitraum in dieser alten Welt \u2013 in der Hoffnung\u00a0 des Neuwerdens aller Dinge. Ein Tag wie tausend Jahre. Tausend Jahre wie ein Tag. Man mu\u00df Gottes Zeit ins Spiel bringen\u2026 \u201adie allerbeste Zeit\u2018.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u201a<em>Den Abend lang w\u00e4hret das Weinen, des Morgens ist Freude<\/em>\u2018 (Ps 30,6). Wo heute eine Sackgasse ist, kann morgen eine T\u00fcr sein. Wom\u00f6glich gar, er, der Christus, tritt ein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(Gebet nach der Predigt:)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>\u00a0Lieber Vater im Himmel, sei du bei uns in unserer Trauer um unsere Lieben<\/em>. <em>Mache unsere Herzen<\/em> <em>weit<\/em>. <em>Sieh uns an<\/em>: <em>unsere \u00c4ngste, unser Gr\u00fcbeln, unsere Tr\u00e4nen. St\u00e4rke die Hoffnung, einen neuen Weg zu finden. Gib einen Sinn f\u00fcr das, was f\u00fcr uns an der Zeit ist. Und la\u00df uns teilhaben an deiner Langmut, deiner Geduld, deinem Lebensatem.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liedvorschl\u00e4ge: \u00a0Lasset uns mit Jesus ziehen (eg 384)\/ Wer wei\u00df, wie nahe mir mein Ende (eg 530 ) \/ Wie ein Fest nach langer Trauer (J. Werth, J. Nitsch) \/ Wir strecken uns nach dir (eg 664)<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">*R. Popa, Parusieverz\u00f6gerung und Generationenkonflikt im 2. Petrusbrief, in: ders., Generationen im fr\u00fchen Christentum, 2022, S. 112 **M. M\u00fcller et al., Handbuch Trauerbegleitung, 2017, S. 92ff (R. Rosner, Komplizierte Trauer) ***U. H.J. K\u00f6rtner, Die letzten Dinge, 2014, S. 264ff: \u201aErwartungsvoll leben\u2018; s. das Heft \u201aMiteinander der Generationen\u2018, Einblicke, I\/ 2008 <a href=\"https:\/\/www.ekkw.de\/blick-in-die-kirche\/download\/blick_108.pdf\">https:\/\/www.ekkw.de\/blick-in-die-kirche\/download\/blick_108.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Makrothymia \u2013 eine Christus-T\u00fcr f\u00fcr Jung und Alt | Letzter Sonntag im Kirchenjahr (Ewigkeits-, Totensonntag) | 26.11.23 | 2. Petr 3, 8-13 | Jochen Riepe | \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0I Erst einmal durchatmen\u2026 aus\u2026 ein\u2026 Nicht wahr, man mu\u00df die Zeit ins Spiel bringen, Langmut ein\u00fcben. \u201aAus dem Jungen kann etwas werden\u2026 das M\u00e4dchen wird sich fangen\u2018. 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