{"id":19213,"date":"2023-12-20T12:00:57","date_gmt":"2023-12-20T11:00:57","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=19213"},"modified":"2023-12-20T09:26:14","modified_gmt":"2023-12-20T08:26:14","slug":"lukas-21-20-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-21-20-5\/","title":{"rendered":"Lukas 2,1-20"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Christnacht | 24.12.23 | Lk 2,1-20 | Hansj\u00f6rg Biener |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Viele au\u00dfergew\u00f6hnliche Erscheinungen begleiten den Geburtstag Jesu, dem bis heute so viele Weihnachtsfeiern folgten. Sterne, Engel, Hirten vom Feld und Weise aus dem Morgenland. Von ihnen berichten die Evangelien, &#8211; sofern sie \u00fcberhaupt von der Geburt Jesu berichten. Im Lauf der Geschichte sind viele weitere Begleiter dazugekommen: Ochs und Esel beispielsweise (vgl. Jesaja 1,3), Adventsfeiern und Christkindlesm\u00e4rkte und \u201ehimmlische Geschenkideen\u201c in der Werbung. Lassen wir die Rauschgoldengel der Weihnachtsm\u00e4rkte und der Werbung beiseite. Stellen wir uns zu den Menschen, die sich in jener ersten Weihnachtsnacht am neuen Licht der Welt zu w\u00e4rmen suchten. Und da finden wir in der Weihnachtsgeschichte des Lukas ein Elternpaar und die Hirten, zu denen Engel geschickt wurden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Lukas 2,1-20 Jesu Geburt<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">1 Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt gesch\u00e4tzt w\u00fcrde. 2 Und diese Sch\u00e4tzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. 3 Und jedermann ging, dass er sich sch\u00e4tzen lie\u00dfe, ein jeglicher in seine Stadt. 4 Da machte sich auf auch Josef aus Galil\u00e4a, aus der Stadt Nazareth, in das jud\u00e4ische Land zur Stadt Davids, die da hei\u00dft Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war, 5 auf dass er sich sch\u00e4tzen lie\u00dfe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. 6 Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie geb\u00e4ren sollte. 7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den H\u00fcrden, die h\u00fcteten des Nachts ihre Herde. 9 Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie f\u00fcrchteten sich sehr. 10 Und der Engel sprach zu ihnen: F\u00fcrchtet euch nicht! Siehe, ich verk\u00fcndige euch gro\u00dfe Freude, die allem Volk widerfahren wird; 11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. 12 Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. 13 Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: 14 Ehre sei Gott in der H\u00f6he und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. 15 Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. 16 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. 17 Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. 18 Und alle, vor die es kam, wunderten sich \u00fcber die Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. 19 Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. 20 Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott f\u00fcr alles, was sie geh\u00f6rt und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Auf Nachtschicht bei den Herden<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Hirten an jenem ersten Weihnachtsabend waren M\u00e4nner im Berufsalltag, auf Nachtschicht bei den Herden. Ganz gewiss waren sie emotional nicht vorbereitet auf die Begegnung mit dem G\u00f6ttlichen. Ihr Leben ist Arbeit. Hirte sein, das hei\u00dft in den Tagen und N\u00e4chten des ersten Weihnachtsfestes wie an so vielen anderen Wind und Wetter und westasiatische K\u00e4lte und elektro-lose Dunkelheit der Nacht. Und es hei\u00dft auch, sich im Fall des Falles mit R\u00e4ubern und Raubtieren schlagen. Der Beruf ist hart. Aber: Die Arbeit muss getan werden. Andernfalls gibt es nichts zu essen. Wahrscheinlich haben die Hirten sich ein Feuer gemacht, um die Raubtiere zur\u00fcckzuweisen und die Dunkelheiten der Nacht, die sie \u00fcberfallen. Gewiss h\u00fcllen sie sich in der K\u00e4lte tief in ihre M\u00e4ntel und Decken. Und genauso hat sich ihre Seele tief ins Innere zur\u00fcckgezogen. So k\u00f6nnen wir jedenfalls vermuten. Diese M\u00e4nner stehen nicht im Rampenlicht des Weltinteresses. Niemand interessiert sich f\u00fcr sie. Im Gegenteil: Man nennt sie unzuverl\u00e4ssige Mietlinge, die, wenn\u2019s hart auf hart kommt, die Herde im Stich lassen (in Johannes 10,12 sogar in Jesu Mund gelegt). Mit einem Mal stehen sie doch im Rampenlicht &#8211; einer Lichterscheinung. Diesen M\u00e4nnern wird die Botschaft gebracht: \u201eEuch ist heute der Heiland geboren!\u201c, eine gute Nachricht f\u00fcr alle, die sie sich gefallen lassen. Was auch immer \u201eder Heiland\u201c ist und zu bieten hat. Die Hirten lassen sich die gute Nachricht gefallen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Auf dem Weg zu einem neuen Leben<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eAls die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Betlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist.\u201c Der Lebensweg hat ihre Gesichter gegerbt und die H\u00e4nde schwielig gemacht. Nach au\u00dfen wirken sie hart und rau, und bei den St\u00e4dtern genie\u00dfen sie keinen guten Ruf. Doch der Kern dieser M\u00e4nner ist immer noch anders. Unter den Krusten ihres Lebens finden sich Seelen, die einen Heiland f\u00fcr ihr Leben haben wollen, was immer ihr Heiland auch ist. Das ist ihnen angeboten worden, und so machen die Hirten sich auf. Im richtigen Augenblick siegt die Neugier \u00fcber die Abstumpfung des Alltags. Und sie tun, was man Hirten damals gerne vorwarf: Sie lassen ihre Herde zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eUnd sie kamen eilend und fanden [&#8230;] Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.\u201c Viel gibt es also nicht zu erleben, au\u00dfer der Erf\u00fcllung einer kleinen Verhei\u00dfung. \u201eIhr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.\u201c Ein Kind &#8211; ein Neuanfang des Lebens. Die Haut ist geknautscht von der Geburt, aber noch nicht gegerbt, und das Herz ist noch nicht geh\u00e4rtet vom Leben. F\u00fcr einen Moment werden die Hirten aus dem Berufsalltag herausgerissen: Aus der K\u00e4lte der Nacht in die W\u00e4rme eines Stalls, weg vom Lagerfeuerlicht hin zum Licht eines neuen Lebens. Es ist nur ein Zeichen, dass auch das mit dem Heiland der Welt stimmen soll, mehr nicht. Doch die Hirten r\u00fchrt es an. Wenn ich aus diesem Moment eine gute Nachricht f\u00fcr die Hirten ziehen wollte, dann w\u00e4re es diese: \u201eDu musst nicht st\u00e4ndig um dein Leben k\u00e4mpfen \u2013 das Leben kommt auch zu dir.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Zwischen Anr\u00fchrung und Skepsis<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dass sie das Kind anbeteten, stammt aus unseren Weihnachtsgeschichten, steht aber nicht in der Bibel. Trotzdem werden die Hirten and\u00e4chtig ber\u00fchrt gewesen sein, denn die Weihnachtsgeschichte des Lukas geht ja so weiter, dass sie von diesem besonderen Moment weitererz\u00e4hlen. \u201eDa sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr die Hirten ist klar, dass sie Zeugen eines wichtigen Augenblicks geworden sind. Zugegeben: Die Hirten werden durch au\u00dfergew\u00f6hnliche Ereignisse aufmerksam gemacht. Wir kennen das nicht. Fr\u00fchere Theologen h\u00e4tten dazu gesagt: Als es das Neue Testament noch nicht gab, waren au\u00dfergew\u00f6hnliche Botschafter f\u00fcr au\u00dfergew\u00f6hnliche Botschaften n\u00f6tig. Heute jedoch finden wir alles, was zum Glauben an Jesus n\u00f6tig ist, in der Bibel. Und au\u00dferdem: Aufmerksamkeit hei\u00dft noch nicht verstehen. Die Hirten h\u00e4tten sich in der Macht ihrer geheimnisvollen Erfahrungen verlieren k\u00f6nnen, fasziniert von unheimlichen Geschichten. Und Beobachter k\u00f6nnten sagen: \u201eDas habt Ihr Euch doch nur zusammengesponnen in dunklen N\u00e4chten beim Starren ins Feuer.\u201c Und so h\u00f6ren das \u201edie anderen\u201c dann auch mit Verwunderung und Skepsis: \u201eUnd alle, vor die es kam, wunderten sich \u00fcber das, was ihnen die Hirten gesagt hatten.\u201c Hirten, die in dem Kind der Krippe den Heiland der Welt entdecken, oder Skeptiker, denen sich nichts enth\u00fcllt. Das sind zwei Erfahrungen, die sich seit jenem ersten Weihnachtstag unz\u00e4hlige Male wiederholt haben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Etwas zum Mitnehmen<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eEuch ist heute der Heiland geboren\u201c &#8211; und das mit einem Kind in Windeln gewickelt in einem Stall. Was das hei\u00dft, kann am ersten Weihnachtsabend noch nicht in der ganzen Bedeutung erfasst werden. Es entfaltet sich erst im Lebensweg dieses Kindes von der Krippe zum Kreuz und bis zur Auferstehung. Es wird noch 30 Jahre dauern, bis das Kind an die \u00d6ffentlichkeit tritt. Krippe, Stall und Stroh sind die Begleiterscheinungen seiner Geburt, Vorzeichen eines Lebens, das von Anfang an Not und Bedrohung kennt, das die dunklen Seiten des Lebens nicht verdr\u00e4ngt, aber auch das Leben feiern kann, &#8211; und das in Einsamkeit endet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Heiland kommt, aber nicht mit Macht, sondern eingewickelt in Windeln, damit jeder einen Zugang zu ihm haben kann. Ganz im Sinn der Weihnachtsgeschichte geht das Christuskind seinen Weg mit den \u00dcbersehenen dieser Welt. Es spricht die Sprache der einfachen Leute, die ihren Lebensunterhalt mit eigenen H\u00e4nden verdienen und denen manches Recht vorenthalten wird. So soll jeder Zugang zu ihm haben k\u00f6nnen. Doch auch die Seelen der Reichen \u00fcbersieht er nicht. Reich m\u00f6gen sie sein, doch seelisch verarmt. Etwas, was Jesus an den Reichen seiner Zeit sieht, und Menschen aus anderen L\u00e4ndern an uns. Raue Schalen knackt Jesus nicht wie eine Nuss, sondern er wartet darauf, dass sie sich von selbst \u00f6ffnen. Auf diese Weise wird er zum heimlichen Herrn der Armen und zum Heiland der Verlorenen, derjenigen die in dieser Welt verloren sind oder sich verloren vorkommen, seien sie nun arm oder reich. Nur so kommt unter der Weihnachtsgeschichte eine Leben verhei\u00dfende Botschaft zum Vorschein: Da ist einer geboren worden, der der K\u00e4lte der Welt und der Herzen die Herrschaft streitig macht, nicht mit gro\u00dfen Worten und mit Gewalt, sondern mit Leben spendender W\u00e4rme.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich habe bisher vermieden, zu erkl\u00e4ren, was der Heiland ist. Das hat zun\u00e4chst damit zu tun, dass sich die volle Mission Jesu erst mit dem vollen Leben enth\u00fcllt und f\u00fcr die Menschen des Neuen Testaments auch nicht ohne Kreuz und Auferstehung zu haben ist. Klassisch ist der Heiland, der uns von unserer Schuld erl\u00f6st: S\u00fcndenvergebung, das war das erste, was die Christenheit nach der Auferstehung Jesu dem Kreuzestod Jesu abringen konnte. Die Deutung als Opfer war naheliegend\u00a0 und allgemein \u00a0verst\u00e4ndlich, weil in der Antike Opfer an alle m\u00f6glichen G\u00f6tter selbstverst\u00e4ndlich waren. Zudem gab es in der hebr\u00e4ischen Bibel Stellen, die es erlaubten, Jesus als das vollg\u00fcltige, letzte Opfer zu verstehen. Allen voran das Gottesknechtslied in Jesaja 53, aus dem ich nur zwei Verse zitiere: \u201eWir [&#8230;] hielten ihn f\u00fcr den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert w\u00e4re. 5\u00a0Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer S\u00fcnde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden h\u00e4tten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.\u201c (Jesaja 53,4-5) Wenn wir heutigen damit weniger anfangen k\u00f6nnen, dann hat das mit einem geringeren S\u00fcndenbewusstsein zu tun, aber auch mit der Wirkungsgeschichte Jesu. Nach Jesus hat es im Christentum keine religi\u00f6sen Opfer mehr gegeben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich kenne Menschen, die auch heute wissen, wie sehr sie moralisch-ethisch hinter dem zur\u00fcckgeblieben sind, was sein sollte. Sie halten sich fest daran, dass dank Jesu Opfer nichts mehr zwischen ihnen und Gott stehen muss, und sie finden am Felsen von Golgatha einen neuen festen Grund f\u00fcr ein besseres Leben. Andere brauchen vielleicht mehr den Heiland der Einsamkeit. Auch hier gibt es noch eine traditionelle Sprache daf\u00fcr: Lass mich ein in Dein Herz und du wirst Deine Einsamkeit \u00fcberwinden, denn ich f\u00fchre dich zu Schwestern und Br\u00fcdern und Eltern und Kindern in meiner Gemeinde. Und dritte brauchen vielleicht einen Heiland der Vision, der ihrem Leben Ziel und Anleitung gibt. Suche zuerst das Reich Gottes. Mit Tugenden wie sie in der Bergpredigt seliggepriesen werden. Dann wird Dir alles N\u00f6tige zufallen. Ich k\u00f6nnte versuchen, das fortzusetzen. Ich will aber noch eine Gruppe nicht \u00fcbersehen: die Suchenden. Vielleicht muss der Moment auch erst noch kommen, dass einem Augen und Herz aufgehen, wer \u201edein personal Jesus\u201c ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich komme noch einmal auf die Hirten zur\u00fcck, und fasse die Weihnachtserz\u00e4hlung zusammen. Wer m\u00fchselig und beladen ist, der findet bei Jesus Ruhe. So wie die Hirten sich aufmachten, einen Blick auf das Baby warfen und damit etwas fanden, was sie f\u00fcr sich brauchten. Die Hirten, so wird erz\u00e4hlt, \u201epriesen und lobten Gott f\u00fcr alles, was sie geh\u00f6rt und gesehen hatten.\u201c Ein Kind in einer Krippe in irgendeinem Stall, so weit das \u00c4u\u00dfere, doch mit den Herzen hatten sie besser gesehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">falls die Predigt am folgenden Tag im Gottesdienst in einer\/einem anderen Gemeinde\/-teil verwendet werden soll<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unser Heilszeichen ist nicht der Chor der Engel, auch nicht ein Besuch an der Krippe. Das waren die Heilszeichen f\u00fcr die Hirten an jenem ersten Weihnachtstag. Uns ruft kein Chor der Engel, sondern Gottes Stimme in unserem Leben. Mancher mag sein pers\u00f6nliches Heilszeichen schon kennen: eine Lebenserfahrung, die ihn zum Glauben bewegte, ein Bibelwort, das ihm Einsicht schenkte, vielleicht auch ein Wunder, das sein Vertrauen auf Gott begr\u00fcndete. Andere werden vielleicht noch wie die Hirten in den Tagen des Alltags ausharren, nichts ahnend von der gro\u00dfen Gottesbegegnung, die ihnen einmal das Heil gewiss macht. Auch ihnen wird Gott begegnen. Als allgemeines Zeichen sind der Christenheit die Sakramente anvertraut, pers\u00f6nlich die Liebe und Gemeinschaft Christi zusprechend und zum pers\u00f6nlichen Glauben einladend. Die sichtbare Speisung im Abendmahl steht als Zeichen f\u00fcr die gro\u00dfe Feier, in die wir eines Tages eintreten werden. Und die Gemeinschaft unter Christus ist die Verhei\u00dfung der Heilung f\u00fcr unsere Seelen von all dem, was uns Beschwerden macht. F\u00fcr den einen Vergebung der S\u00fcnden, f\u00fcr den anderen die Eingliederung in eine Gemeinschaft, f\u00fcr den dritten ein Zeichen, dass nicht immer er allein f\u00fcr sich sorgen muss. Unter dieser Zusage, \u201eauch dir ist der Heiland geboren\u201c, lasst uns jetzt das Abendmahl feiern.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dr. Hansj\u00f6rg Biener (*1961) ist Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und als Religionslehrer an N\u00fcrnberger Gymnasien t\u00e4tig. Au\u00dferdem ist er au\u00dferplanm\u00e4\u00dfiger Professor f\u00fcr Religionsp\u00e4dagogik und Didaktik des evangelischen Religionsunterrichts an der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg. (Hansjoerg.Biener (at) fau.de)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christnacht | 24.12.23 | Lk 2,1-20 | Hansj\u00f6rg Biener | Viele au\u00dfergew\u00f6hnliche Erscheinungen begleiten den Geburtstag Jesu, dem bis heute so viele Weihnachtsfeiern folgten. Sterne, Engel, Hirten vom Feld und Weise aus dem Morgenland. Von ihnen berichten die Evangelien, &#8211; sofern sie \u00fcberhaupt von der Geburt Jesu berichten. 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