{"id":19286,"date":"2023-12-25T19:17:14","date_gmt":"2023-12-25T18:17:14","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=19286"},"modified":"2023-12-25T19:17:14","modified_gmt":"2023-12-25T18:17:14","slug":"kohelet-31-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/kohelet-31-15\/","title":{"rendered":"Kohelet 3,1\u201315"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Wem die Stunde schl\u00e4gt \u2013 Es ist kurz vor zw\u00f6lf! | Altjahrsabend | Koh 3,1\u201315 | Thomas Bautz |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn ein Mensch verliebt ist \u2013 dem gilt: Dem Gl\u00fccklichen schl\u00e4gt keine Stunde:<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eOh! goldne Zeit \/ Der Reise, wo uns jede neue Sonne \/ Vereinigte, die sp\u00e4te Nacht nur trennte! \/ Da rann kein Sand, und keine Glocke schlug. \/ Es schien die Zeit dem \u00dcberseligen \/ In ihrem ew\u2019gen Laufe stillzustehen. \/ Oh! der ist aus dem Himmel schon gefallen, \/ Der an der Stunden Wechsel denken mu\u00df! \/ Dem Gl\u00fccklichen schl\u00e4gt keine Stunde.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es gibt noch andere Gl\u00fccksmomente: Wenn wir eine Pr\u00fcfung bestehen; erstmalig eine Anstellung finden; wom\u00f6glich gleich zu Beginn im Beruf aufgehen; eine Familie ein Kind erwartet und die Mutter nach der Geburt den S\u00e4ugling \u00fcbergl\u00fccklich in den Armen h\u00e4lt. O lie\u00dfen sich solche Momente f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit festhalten! \u2013 Es gibt aber Zeiten, vor denen wir \u2013 auf Dauer \u2013 zur\u00fcckschrecken, unsere Vorstellungskraft malt d\u00fcstere Farben, die Sinne lassen das Vorausliegende als zu schwer erscheinen:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eWarte nicht auf eine sp\u00e4tere, gelegenere Zeit, denn du bist nicht sicher, dass du sie haben wirst. Die Zeit entschwindet dir unbemerkt. Mancher hat sich noch Hoffnung auf ein l\u00e4ngeres Leben gemacht, da kam der Tod. Darum vers\u00e4umt, wer klug ist, keine Zeit und gibt die gegenw\u00e4rtige Stunde, die ihm geh\u00f6rt, nicht unben\u00fctzt weg f\u00fcr eine andere, die doch nicht sein eigen ist.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> (Katharina von Siena)<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ca. 600 Jahre sp\u00e4ter (1973) produziert die Rockband Pink Floyd den vielsagenden Songtext <em>Time<\/em>, integriert im Album <em>Dark Side of the Moon<\/em>:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ticking away the moments that make up a dull day<br \/>\nFritter and waste the hours in an offhand way<br \/>\nKicking around on a piece of ground in your hometown<br \/>\nWaiting for someone or something to show you the way<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Tired of lying in the sunshine, staying home to watch the rain<br \/>\nYou are young and life is long, and there is time to kill today<br \/>\nAnd then one day you find ten years have got behind you<br \/>\nNo one told you when to run, you missed the starting gun<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">And you run, and you run to catch up with the sun but it&#8217;s sinking<br \/>\nRacing around to come up behind you again<br \/>\nThe sun is the same in a relative way but you&#8217;re older<br \/>\nShorter of breath and one day closer to death<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Every year is getting shorter, never seem to find the time<br \/>\nPlans that either come to naught or half a page of scribbled lines<br \/>\nHanging on in quiet desperation is the English way<br \/>\nThe time is gone, the song is over, thought I&#8217;d something more to say<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Home, home again<br \/>\nI like to be here when I can<br \/>\nAnd when I come home cold and tired<br \/>\nIt&#8217;s good to warm my bones beside the fire<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Far away across the field<br \/>\nThe tolling of the iron bell<br \/>\nCalls the faithful to their knees<br \/>\nTo hear the softly spoken magic spells<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Roger Waters aus der Rockgruppe Pink Floyd entwickelt sich zum haupts\u00e4chlichen Songwriter und Bandleader; seine Texte aus den Jahren 1973 bis 1983 setzen sich oft kritisch mit sozialen, politischen Themen auseinander. Das Problem der Zeit, des Zeitempfindens und des Umgangs mit der Zeit ist inzwischen aktueller denn je: \u00a0\u201eEs ist h\u00f6chste Zeit!\u201c \u2013 \u201eLasst uns keine Zeit vergeuden; es ist kurz vor zw\u00f6lf!\u201c \u2013 Weltklimarat (2023): \u201eKurz vor zw\u00f6lf war gestern\u201c:<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>Weltuntergangsszenarien gab es schon seit Menschengedenken, doch d\u00fcrfte die Not noch niemals in dem Ausma\u00df vorangeschritten sein, wie es unsere Zeit erlebt und noch viel aggressiver und folgenreicher in Erscheinung treten wird.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zu verschiedenen Zeiten (!) haben Menschen als Individuen und im Kollektiv ein unterschiedliches Zeitgef\u00fchl entwickelt. Wir sehen, dass schon Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung (Kohelet<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>)<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Besch\u00e4ftigung mit dem Ph\u00e4nomen Zeit und der Einstellung zu ihr brisant war. Kohelet pr\u00e4sentiert Reflexionen zur Bedeutung von Zeit und Stunde in poetischer Form als Lehrgedicht<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> mit vierzehn Gegensatzpaaren. Das erste Paar: Geburt und Tod markiert die Grenzen der menschlichen Existenz, was bedeutet: Wir haben unser Leben nicht in der Hand.<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Wir k\u00f6nnen die eigene Geburt nicht beschlie\u00dfen; wir sterben eines nat\u00fcrlichen Todes oder an einer unheilbaren Krankheit oder werden gewaltsam aus dem Leben gerissen (Unfall, T\u00f6tung, Mord).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese Sichtweise vereinfacht zun\u00e4chst die unterschiedlichen Erfahrungen mit der Zeit. Menschen, die gewaltsam aus dem Leben gerissen werden, haben, erleben gar keine Zeit zu sterben. Der Tod bricht abrupt \u00fcber sie herein; oft vergeht nur eine Sekunde: Keine Zeit des Abschieds! Nur noch sterben! Umgekehrt haben viele Sterbende, die k\u00f6rperlich und seelisch leiden, das Empfinden, dass ihre Zeit qu\u00e4lend lange dauert. Ein demokratischer Staat ma\u00dft sich an, dar\u00fcber juristisch und praktisch zu befinden, ob und wie und durch wen ihr Leben, sprich: ihr Leiden, ihr Sterben verk\u00fcrzt werden darf. Zu viel Zeit wird f\u00fcr medizinische und rechtliche Spitzfindigkeiten verschwendet. Es sollte Sterbenden selbst und Menschen ihres Vertrauens \u00fcberlassen bleiben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dann gibt es den leichtsinnigen Umgang mit der Zeit. Die einen hetzen durchs Leben, opfern ihr Leben f\u00fcr ihre Karriere und mehr Wohlstand, manche \u00fcberfordern sich: Exitus mit Anfang drei\u00dfig, \u00a0Lebensende mancher Manager; welch eine Verschwendung an Begabung und Kompetenz! Auf der anderen Seite gibt es Menschen, nicht nur Jugendliche, die genau diesen \u201eLebensstil\u201c verfolgen, wie <em>Pink Floyd<\/em> es zum Ausdruck bringt oder entlarvt, sicher nicht anklagend, aber doch selbstkritisch f\u00fcr eine bestimmte Lebenshaltung gemeint.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der turbokapitalistische Stil der Wohlstandsgesellschaft hat auf Grund seiner Einseitigkeit keineswegs nur Gl\u00fcck, Wohlergehen, Lebenssinn oder besser: h\u00e4ufig MEHR SCHEIN ALS SEIN hervorgebracht; er produziert \u00a0\u2013 durchaus im Sinne der MACHBARKEIT \u2013 zu viel des Guten. Bereits Jugendliche werden so verw\u00f6hnt (engl. spoiled: verw\u00f6hnt; <em>verdorben<\/em>), dass sie durch einseitige materielle Orientierung abdriften in Langeweile, die Zeit totschlagen und anf\u00e4llig werden, ihr trostloses Dasein mit Drogen zu ersticken, sofern ihnen nicht verst\u00e4rkt auch geistige und ethische Werte\u00a0 vermittelt werden. Manche lassen sich dann auch anwerben von ideologischen, z.T. gewaltt\u00e4tigen Gruppen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist unerl\u00e4sslich, dass wir uns in der Familie ZEIT F\u00dcREINANDER nehmen, gerade weil heute doch die Gefahr besteht, dass sich jeder in sich selbst zur\u00fcckzieht. Nat\u00fcrlich tun Eltern gut daran, ihren Kindern die Phase der Abnabelung zu erm\u00f6glichen, auch wenn es Erwachsenen schwer f\u00e4llt, den (pubertierenden) Jugendlichen die ZEIT der SELBSTFINDUNG konsequent zu g\u00f6nnen. Umgekehrt sollte eine Atmosph\u00e4re des gegenseitigen Vertrauens vorauszusetzen sein. KEINE ZEIT zu haben, meint mitunter, dass mir etwas oder gar jemand l\u00e4stig ist; dann <em>will<\/em> ich keine Zeit haben. Ich poche auf mein Recht auf Freizeit und Freiheit, Befreiung von beruflichen oder privaten Pflichten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Keine Zeit zu haben f\u00fcr einen Menschen in Not, bedeutet Lieblosigkeit, es sei denn, ich f\u00fchle mich ohnm\u00e4chtig oder inkompetent. Dann hole ich eben Hilfe. Im Pflegeberuf ist das ZEITEMPFINDEN geradezu PARADOX: Das Personal leidet st\u00e4ndig real darunter, keine oder zu wenig Zeit zu haben f\u00fcr die alten und betagten Menschen, w\u00e4hrend diese unter einem Zuviel an Zeit leiden. Wer schon Jahre zuvor allein lebte, hat es schwer, im Pflegeheim Anschluss zu finden. Angebote des Sozialdienstes sind sch\u00f6n und gut, ersetzen aber nicht das pers\u00f6nliche Gespr\u00e4ch. Geistlicher, seelsorglicher Dienst b\u00f6te hier ungeahnte Chancen; er muss aber unaufdringlich und auf Augenh\u00f6he erfolgen; die Zeit, die darauf verwendet wird, darf nicht standardisiert werden. Sie sollte individuell angepasst werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das unterschiedliche Zeitempfinden erleben wir auch im Alltag. Wird uns \u2013 etwa beim Warten \u2013 viel Geduld abverlangt, wird uns die Zeit zu lang. Sind wir in einem interessanten Gespr\u00e4ch oder erleben etwas Begl\u00fcckendes, Frohstimmendes oder Erbauliches, kommt uns die Zeit viel zu kurz vor. Zeit wird subjektiv unterschiedlich empfunden und bietet verschiedene Aspekte. Es ist aber h\u00f6chste Zeit f\u00fcr kreative, effektive Forschung, Umsetzung rettender Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Menschheit: CARPE DIEM \u2013 nicht: Nach uns die Sintflut, hei\u00dft die Devise!<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Offenbar muss die Zeit selbst entscheiden, ob sich der Mensch besinnt (<em>Only Time<\/em>): \u201eWho can say where the road goes? Where the day flows? Only time [\u2026].\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Die Zeit allein wei\u00df, wohin uns der Weg f\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kohelets weisheitliche Poesie verk\u00fcndet ganz eigene Perspektiven zum Thema <em>Zeit<\/em>. Er bietet kein Zeitmanagement im heutigen Sinn, aber er kann uns erinnern an notwendige Differenzierungen und gibt der Lebenszeit einen (vor)bestimmten Rahmen wie schon zu Beginn (Koh 3,1) deutlich wird:<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eF\u00fcr alles gibt es eine Stunde, und Zeit gibt es f\u00fcr jedes Vorhaben unter dem Himmel.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00ab\u00a0Il y a un moment pour tout et un temps pour chaque chose sous le ciel.\u00a0\u00bb<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201cEverything has an occasion, and every matter beneath heaven a time.\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201cEverything has its moment and every event its time under the heavens.\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eF\u00fcr alles gibt es eine Frist, und es gibt eine bestimmte Stunde f\u00fcr jedes Gesch\u00e4ft unter der Sonne.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eF\u00fcr alles gibt es eine Stunde und eine Zeit f\u00fcr jede Angelegenheit unter dem Himmel.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Alles im Leben eines Menschen hat seine Zeit und Stunde; f\u00fcr jedes Vorhaben, jede Angelegenheit gibt es einen Zeitpunkt. Ein g\u00fcnstiger Augenblick beschert uns frohe Stunden; ein trauriger Anlass bereitet uns eine Zeit des Kummers. Kohelet f\u00fchrt je zwei antithetische Paare bestimmter Ereignisse an, so dass sie scheinbar nicht gleichzeitig auftreten (k\u00f6nnen) und \u201eder Mensch keine M\u00f6glichkeit hat, diese Ordnung zu durchbrechen.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Doch lassen sich diese als Dichotomien angeordneten Ereignisse und T\u00e4tigkeiten nicht nur als strikte Gegens\u00e4tze auffassen. Au\u00dferdem bezeugt besagte Ordnung nicht zwingend, dass Kohelet die Lebenszeit des Menschen einem Determinismus<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a>unterwirft.<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> Eher sieht er sich darin getr\u00f6stet, dass das Leben \u201evon Gott her bestimmt\u201c ist, w\u00e4hrend der Mensch unf\u00e4hig ist, sein Leben vollst\u00e4ndig zu \u00fcberblicken (Koh 3,11.14\u201315).<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Nur eins ist sicher: Dem Menschen wird vieles aufgeb\u00fcrdet; das Leben ist Arbeit und M\u00fch (3,10).<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es sind aufrichtige Gedanken, die Kohelet zur Sprache bringt; er verschlie\u00dft nicht die Augen vor der Wirklichkeit des Lebens. Es sind aber nicht nur die extremen Gegens\u00e4tze, die f\u00fcr viele Menschen eine Plage darstellen; vielmehr sind es eben diese Dichotomien, die Kohelet in seiner Weisheit beleuchtet. Die Dinge, die er anspricht, geh\u00f6ren teils zum Alltag. Sie sind nur nicht so gedr\u00e4ngt, geschehen nicht in solch enger Abfolge, wie Kohelet in rhetorischer Pr\u00e4gnanz vor Augen f\u00fchrt. Wenn wir nur ein paar Geschehnisse herausgreifen, verstehen wir, was er meint.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pflanzen und Ausrei\u00dfen kennt jeder G\u00e4rtner; wobei das Ausrei\u00dfen nicht nur das \u201eUnkraut\u201c betreffen muss. Abbruch und Aufbau sind aus der Baubranche bekannt. Zeit f\u00fcr Z\u00e4rtlichkeit ist leider meist begrenzt, wenn Soldaten f\u00fcr ihr Land ihr Leben einsetzen, vor\u00fcbergehend oder auf unbestimmte Zeit fern von der Familie. Manchmal muss man lange suchen, wenn man etwas verloren hat, aber man bewahrt gern gewisse Dinge auf, bis man sich wieder von ihnen trennt. Alte Kleidungsst\u00fccke oder Stoffreste lassen sich noch gut verwerten, indem man sie zerrei\u00dft und Teile so zusammenn\u00e4ht, dass sie Neues ergeben. Es gibt Zeiten und Situationen, in denen man gut beraten ist zu schweigen. Bei anderen Gelegenheiten ist es angebracht, ziemt es sich, zu reden und den Mund um der Wahrheit oder der Gerechtigkeit willen aufzumachen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wo Liebe erlebt wird, besteht auch immer die M\u00f6glichkeit, dass sie in Hass umschl\u00e4gt, denn es sind zwei immens starke Gef\u00fchlswelten. Liebende haben meist viel miteinander aufgebaut, haben nicht nur Emotionen beiderseits, sondern auch f\u00fcr eine gemeinsame Zukunft finanziell investiert. Im Falle einer Trennung, meist begleitet von negativen Empfindungen, wird vieles zerst\u00f6rt, geht viel kaputt; Familien mit Kindern werden auseinandergerissen. Um das Sorgerecht wird gestritten, h\u00e4ufig von einem Partner unterlaufen, zeitliche Regelungen behindert. Wer liebt, kann auch hassen. In\u00a0 sozialen Beziehungen, die zerbrechen und wo oftmals keine Partei Frieden findet, spiegelt sich auf kleinstem Terrain, was sich potenziert auf der Ebene der L\u00e4nder und V\u00f6lker abspielt als schier endlose Affinit\u00e4t zur sinnlosen Gewalt durch Eroberungskriege, B\u00fcrgerkriege, Terroranschl\u00e4ge einerseits und den zwangsl\u00e4ufig unerm\u00fcdlichen, oft vergeblich erscheinenden Friedensbem\u00fchungen andererseits.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dem weisen Philosophen, dem noch eine tiefgehende Gottesfurcht zu Eigen ist, erscheinen manche Gegens\u00e4tze dann doch als unaufl\u00f6sliche Widerspr\u00fcche. Er fragt sich: Ist es die Zeitgebundenheit des Menschen, dass ihn sein Handeln keinen dauerhaften Fortschritt erkennen und die Geschichte ziellos erleben l\u00e4sst? Gibt es eine g\u00f6ttliche unab\u00e4nderliche Weltordnung, die aber unbegreiflich erscheint? W\u00e4re das nicht doch ein Determinismus, der Menschen hilflos macht, sie in Angst und Ungewissheit versetzt?<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> Oder gibt es wom\u00f6glich eine, wenn auch undurchschaubare, g\u00f6ttliche Verantwortung?<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Grunde ist es Luxus, dar\u00fcber nachzudenken, wenn unser Leben eine recht gro\u00dfe Zeitspanne misst, im Unterschied zu Menschen in Kriegs- oder Seuchengebieten, deren Existenzdauer auf ein extremes Minimum schrumpft, von Augenblicken des Entsetzens, Schreckens und furchtbaren \u00c4ngsten gepr\u00e4gt. Und doch sp\u00fcren Menschen in den satten, friedvollen, relativ konfliktfreien L\u00e4ndern, dass ihr Leben endlich und zeitlich ist. Sie verteidigen ihr Leben, setzen sich zur Wehr gegen den Verlust, wenn die Zeit ihnen wertvolle Erfahrungen, sch\u00f6ne Erlebnisse oder gar geliebte Menschen entrissen hat. Nicht nur \u00e4ltere Menschen, auch j\u00fcngere wissen um das zeitliche Vergehen, den Schmerz um den Verlust. Dazu geh\u00f6rt auch das Bewusstsein, dass die Uhr st\u00e4ndig tickt; viele Menschen in der schnelllebigen Gesellschaft stehen permanent unter Zeitdruck und versuchen diesen zu kompensieren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Sport werden dank elektronischer Messungen Leistungen auf hundertstel Sekunden gemessen; die Zeitintervalle unter den ersten drei Athleten sind \u2013 gef\u00fchlt \u2013 oft \u00e4u\u00dferst gering. Hier h\u00f6rt doch der Sport als Wettkampf und die Freude daran auf, oder nicht?! Was n\u00e4mlich nicht gemessen wird, sind unz\u00e4hlige, harte Trainingsstunden, immense Geduld, Entbehrungen, keine Zeit f\u00fcr die Familie, Verzicht auf vieles, das mindestens so viel Freude bereiten w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der j\u00fcdische Philosoph Emmanuel L\u00e9vinas sieht Zeit nicht nur als Ticken der Uhren, als Ausdruck der Endlichkeit, sondern h\u00e4lt die \u201eLosl\u00f6sung des Menschen aus der Verhaftung an die Zeit und an die Geschichte, die \u00dcberwindung der Tragik des Subjekts\u201c f\u00fcr m\u00f6glich. Der \u201eZeitlichkeit des Seins\u201c setzt er als Erwartung \u201eden Sieg \u00fcber den Tod von einer neuen, einer anderen Zeit\u201c entgegen. Er wendet sich vom traditionellen \u201eGegensatz von Zeit und Ewigkeit\u201c ab, zugunsten des Gegensatzes \u201eeiner Zeit des Sterbens\u201c \u201eund einer Zeit der Erneuerung, der Wiedergeburt, der Transzendenz\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich komme nicht umhin, an Salvador Dal\u00eds (1904\u20131989) wiederholt verwendetes Sujet der Zeit zu erinnern, an sein Gem\u00e4lde <em>Die Best\u00e4ndigkeit der Erinnerung<\/em> (1931), <em>Die zerrinnende Zeit <\/em>oder<em> Die weichen Uhren<\/em>.<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a> Die lappigen, flie\u00dfenden Uhren sind wohl ein Symbol f\u00fcr die Relativit\u00e4t von Raum und Zeit, eine surrealistische Meditation. Eine orangene Taschenuhr ist mit Ameisen bedeckt; auch sie gelten als regelm\u00e4\u00dfig verwendetes Motiv, bei Dal\u00ed Symbol f\u00fcr Tod und Verfall, sowie die Angst vor dem Zeitverlauf symbolisierend. Aufgel\u00f6st sind Vorstellungen von absoluter kosmischer Ordnung; unbegreiflich, undurchschaubar f\u00fcr uns, selbst wenn es sie g\u00e4be, wie Kohelet sagt. Doch eben weil wir die Zeit als relativ erfahren, weil wir nicht exakt absehen konnten, was geschah, nicht genau wissen k\u00f6nnen, was kommen wird \u2013 weil wir die Vergangenheit, geschweige denn die Zukunft nur bedingt verstehen oder komplett zutreffend begreifen k\u00f6nnen, ist es desto wichtiger, die Gegenwart zu leben: CARPE DIEM! Nach der Zeitenwende predigt der Weisheitslehrer Rabbi Jesus: Sorgt euch nicht um das Morgen, das seine eigenen Sorgen haben wird. Es reicht, dass jeder Tag seine eigene Plage hat\u201c (cf. Mt 6,34).<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eIch sah die Arbeit (und M\u00fche), die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen (und abm\u00fchen)\u201c (Koh 3,10).<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a> \u201eEs gibt nichts Gutes in ihrer Verf\u00fcgungsgewalt, au\u00dfer sich zu freuen und sich\u2019s gut sein zu lassen, solange man lebt\u201c (3,12).<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a> Also doch angesichts des Geschehens in Zeit und Geschichte sich entspannt zur\u00fccklehnen \u2013 nach dem Motto: (ein) Gott wird\u2019s schon f\u00fcgen? Nein, der Skeptiker, Weise und Zweifler, Kohelet, entl\u00e4sst uns nicht aus der Verantwortung, ermutigt aber auch, denn es stimmt, dass Zeit und Geschichte<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a> D\u00fcsteres <em>und<\/em> Lichtvolles hervorbringen. Und so etwas wie Weltschmerz oder k\u00fcnstliches Mitleiden, Weltuntergangsstimmung helfen niemandem. Sie w\u00fcrden uns nur l\u00e4hmen. Nein, es gilt frohgemut und realistisch das neue Jahr zu begehen. Wir sind wohl alle darauf gespannt, was nun das Jahr 2024 bringen wird. Sicher h\u00e4ngt es vom Menschen selbst ab, vom Einzelnen, von Familien, Gruppen und Institutionen in der Gesellschaft, von Parteien, von Staaten. M\u00f6gen B\u00fcndnisse wie EU und NATO noch konsequenter handeln gegen Diktaturen, Gewaltherrschaft und gef\u00e4hrliche Ideologien. Wir wissen, dass demokratische Werte in den Augen von Autokraten nichts wert sind und Menschenrechte verachtet werden! Daher gilt es auch hier: CARPE DIEM!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eSch\u00f6pft die vorhandenen M\u00f6glichkeiten der Zeit aus, denn die Tage sind b\u00f6se!\u201c (Eph 5,16).<a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pfarrer Thomas Bautz<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(\u201eim Unruhestand\u201c)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bonn<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><a href=\"mailto:th-bautz@t-online.de\">th-bautz@t-online.de<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><a href=\"mailto:bautzprivat@gmx.de\">bautzprivat@gmx.de<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Friedrich Schiller: &#8222;Wallenstein-Trilogie&#8220;. 1. Teil \u2013 Die Piccolomini, 3. Aufzug, 3. Auftritt (Gr\u00e4fin Terzky und Max Piccolomini): Der frisch verliebte Max im Gespr\u00e4ch mit der Tante; oh, wer k\u00f6nnte diese Zeit festhalten!<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Verglichen mit den Schwierigkeiten, die Forscher bis heute beim angemessenen \u00dcbersetzen der einleitenden Worte in Koh 3 haben, trifft eine ber\u00fchmte Mystikerin und Intellektuelle der Renaissancezeit m\u00fchelos den Sinn.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> 1347\u20131380; viell. aus: Katharina \u00a0von Siena und ihre Theologie. Eine Bl\u00fctenlese, hg.v. Werner Schmid (2020), oder: Katharina \u00a0von Siena, Der Dialog. Ein Gespr\u00e4ch mit Gott \u00fcber seine Vorsehung GA (2017), hg.v. W. Schmid.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/weltklimarat-klimawandel-erderwaermung-ipcc-100.html\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/weltklimarat-klimawandel-erderwaermung-ipcc-100.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Kohelet bedeutet wohl Versammlungsleiter, Versammlungsredner; TRE 19 (1990), Art. Koheletbuch (Diethelm Michel), 345\u2013356: Name und Verfasserschaft, 345\u2013346. Die Bezeichnung \u201ePrediger\u201c ist untauglich.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Die zeitliche Einordnung und Datierung des Buches Kohelet bereitet der Forschung Probleme; Aarre Lauha: Kohelet, BK AT 19 (1978, <sup>3<\/sup>2011): Verfasser, Zeit, Ort, 1\u20134;\u00a0 Diethelm Michel: Qohelet, EdF 258 (1988): (9.) Abfassungszeit und Abfassungsort, 112\u2013115; TRE 19 (1990), Art. Koheletbuch (Michel), 352: Zeit und Ort der Abfassung des Buches Kohelet; Antoon Schoors: Ecclesiastes (2013): Author, Date and Language, 2\u20137; Mette Bundvad: Time in the Book of Ecclesiastes (2015): The Question of Date, 5\u20139; Stuart Weeks: A Critical and Exegetical Commentary on Ecclesiastes (2020): The Date and Context of Ecclesiastes, 55\u201378.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Cf. Markus Witte: Prediger \/ Predigerbuch (2006), wibilex, pdf, S. 5: Die Form des Predigerbuchs.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Cf. Schoors: Ecclesiastes (2013): Essentials and Perspectives, 228\u2013229: 229.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Carpe_diem\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Carpe_diem<\/a>; Horaz: SW. Lateinisch-deutsch (2006): Carmina\/ Oden 1,11; S. 30f.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Enya (1961): Only Time (2000), zur musikalischen Untermalung der TV-\u00dcbertragung anl\u00e4sslich der Anschl\u00e4ge vom 09. Sept. 2001 verwendet; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Enya\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Enya<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> \u00dcbersetzungen und \u00dcberschriften zu Koh 3,1\u201315 differieren; wir treffen eine Auswahl.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> \u201eZeit und Stunde\u201c, Z\u00fcrcher Bibel (2007), z.St.; die Jerusalemer Bibel (1979) \u00fcbersetzt fast gleich, liest aber das gesamte Kapitel unter dem Aspekt des Todes und w\u00e4hlt daher die \u00dcberschrift \u201eDer Tod\u201c (cf. Koh 3,19\u201321).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> \u201eLes temps et la dur\u00e9e\u201c, TOB (1986), z.St.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> \u201eThe Work of God and Humans\u201c, Weeks (2020), 482 (ff).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> \u201eA Time to Live and a Time to Die\u201d (3,1\u20138), Bundvad (2015), 90ff. Der Autor begr\u00fcndet seine \u00dcbersetzungen aus dem Hebr\u00e4ischen (A. 16 u. 17).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> \u201eQohelets Version der weisheitlichen Lehre von der \u201erechten Zeit\u201c (3,1\u20139), Michel (1988), 135ff.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> \u201eGefangen in der Zeit\u201c, Lauha (1978, <sup>3<\/sup>2011), 61ff. Wir entscheiden uns f\u00fcr diese Version.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Lauha (1978, <sup>3<\/sup>2011), 64.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Die Quantentheorie hat den Determinismus der klassischen Physik verabschiedet; Helmut Fink\/ Meinard Kuhlmann (Hg.): Unbestimmt und relativ? Das Weltbild der modernen Physik (2023): Einleitung: Wechsel-wirkungen zwischen Physik und Philosophie (Helmut Fink), 1\u201314. Nach der speziellen Relativit\u00e4tstheorie verstreicht die Zeit f\u00fcr Beobachter in relativer Bewegung unterschiedlich; die allgemeine Relativit\u00e4tstheorie sagt uns, dass die Zeit f\u00fcr Beobachter in verschiedenen H\u00f6hen in einem Gravitationsfeld verschieden vergeht; cf. Stephen Hawking\/ Leonard Mlodinow: Die k\u00fcrzeste Geschichte der Zeit (2005): Gekr\u00fcmmter Raum, 48\u201360: 58\u201360; Stephen Hawking: Die neue illustrierte kurze Geschichte der Zeit (2023): Raum und Zeit, 39\u201365; Carl Friedrich von Weizs\u00e4cker: Zeit und Wissen (1992): Die Zeit in der Physik, 278\u2013295.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Cf. Bundvad (2015): Determinism in 3,2\u20138?, S. 95\u201399.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Cf. Michel (1988), 137; Minsu Oh: Sprachliche Gestaltung und Semantik. Untersuchungen zu den biblischen B\u00fcchern Proverbien und Kohelet, Kieler Theologische Reihe 13 (2014): Koh 3,9\u201315, S. 225\u2013245; Gerhard von Rad: Weisheit in Israel (<sup>2<\/sup>1982), 297.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Cf. Weeks (2020), 482: \u201cI have seen the work God has given to humans at.\u201d Roland Meynet: Qoh\u00e9let, Rhetorica Biblica et Semitica 31 (2021): L\u2019homme est-il fait pour l\u2019\u00e9ternit\u00e9?: \u00ab\u00a0Je vois l\u2019occupation que donne Dieu aux fils d\u2019Adam pour s\u2019occuper en elle\u00a0\u00bb (101).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Cf. Koh 3,14.15ab; Lauha (<sup>3<\/sup>2011), 70; gr\u00fcndlich diskutiert bei Schoors: Ecclesiastes (2013), 270\u2013279; Weeks (2020), 523\u2013530; grammatische, genaue Analyse: Minsu Oh (2014): Koh 3,9\u201315, S. 225\u2013245: 226\u2013228; 236\u2013245.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Cf. Bundvad (2015): The Divine Responsibility, 106\u2013109; sein Kommentar weist in die Richtung einer Lehre von der ewigen Wiederkehr des Gleichen.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Wolfgang N. Krewani: Emmanuel L\u00e9vinas. Denker des Anderen (1992), 102\u2013103. Stephan Strasser: Jenseits von Sein und Zeit. Eine Einf\u00fchrung in Emmanuel L\u00e9vinas\u2018 Philosophie (1978): Jenseits der Zeit (II.) Zeitigung und Zeitlichkeit (\u00a7 42) Zeitigung als stets erneutes Beginnen, 169\u2013172. L\u00e9vinas m\u00fcsste im Kontext seiner Ethik und Philosophie des Anderen gelesen werden, was hier nicht zu leisten ist; s. aber L\u00e9vinas: Die Zeit und der Andere (Le temps et l\u2019autre, 1946\/47, vier Vorlesungen), dt. hg.v. Ludwig Wenzler (2003).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> https:\/\/www.singulart.com\/de\/blog\/2019\/09\/19\/die-bestaendigkeit-der-erinnerung-und-salvador-dalis-beitrag-zum-surrealismus\/.\u00d6l\/Lw. (26,3 x 36,5 cm), New York, Museum of Modern Art. Bildrecht: VG Bild-Kunst.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Cf. Hans Weder: Die \u201eRede der Reden\u201c. Eine Auslegung der Bergpredigt heute (<sup>2<\/sup>1987): Vom Sorgen, 205\u2013223. Dabei geht es nicht ums \u201eSorgen f\u00fcr\u201c (sich selbst, f\u00fcr die Familie), nicht um Selbstversorgung, sondern um das \u00e4ngstliche sich Sorgen machen und darum, sich nur um sich selbst, um die eigenen Belange zu k\u00fcmmern.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Lutherbibel 2017; Michel (1988), 137.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Michel (1988), 137; cf. Lauha (<sup>3<\/sup>2011): \u201eIch erkannte, da\u00df es kein anderes Gl\u00fcck unter ihnen gibt, als fr\u00f6hlich zu sein und sich im Leben wohl sein zu lassen\u201c (S. 62). Ich sehe V. 12 als \u201eorthodoxe\u201c Einf\u00fcgung, nicht V. 13.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Zum Verh\u00e4ltnis von Zeit und Geschichte, s. Aleida Assmann: Ist die Zeit aus den Fugen? (2013).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C92C7157-82A2-453F-A564-7D2DE8F8FFB6#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> Rudolf Schnackenburg: Der Brief an die Epheser, EKK X (1982), 237 u. 240 (A. 587).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wem die Stunde schl\u00e4gt \u2013 Es ist kurz vor zw\u00f6lf! | Altjahrsabend | Koh 3,1\u201315 | Thomas Bautz | Liebe Gemeinde! Wenn ein Mensch verliebt ist \u2013 dem gilt: Dem Gl\u00fccklichen schl\u00e4gt keine Stunde:[1] \u201eOh! goldne Zeit \/ Der Reise, wo uns jede neue Sonne \/ Vereinigte, die sp\u00e4te Nacht nur trennte! \/ Da rann [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":19287,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20,1,2,549,157,853,114,1479,349,109,209],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-19286","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-prediger","category-aktuelle","category-at","category-altjahresabend","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-kapitel-03-chapter-03-prediger","category-kasus","category-predigten","category-thomas-bautz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19286","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19286"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19286\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19288,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19286\/revisions\/19288"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/19287"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19286"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19286"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19286"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=19286"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=19286"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=19286"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=19286"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}