{"id":1931,"date":"2020-02-22T11:06:33","date_gmt":"2020-02-22T10:06:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/static\/wp\/?p=1931"},"modified":"2020-02-22T11:10:25","modified_gmt":"2020-02-22T10:10:25","slug":"mit-der-kelle-dem-moertel-und-den-ziegeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/mit-der-kelle-dem-moertel-und-den-ziegeln\/","title":{"rendered":"Mit der Kelle, dem M\u00f6rtel&#8230;"},"content":{"rendered":"<h3>Mit der Kelle, dem M\u00f6rtel und den Ziegeln | Predigt zu <b><span lang=\"DE\">Matth\u00e4us 7, 15-27 | <span lang=\"ES-AR\">Estela Andersen | aus dem Spanischen \u00fcbersetzt von Michael Nachtrab |<\/span><\/span><\/b><\/h3>\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern:<\/p>\n<p><em>Gnade sei mit euch und Friede von Gott, dem der da ist, dem der da war und dem, der da kommen wird.<\/em><\/p>\n<p>Ich hatte mir nie viele Gedanken dar\u00fcber gemacht, was es bedeutet, ein Haus zu bauen, bis meine Tochter einen Baumeister heiratete. Bis zu diesem Moment habe ich nur darauf geachtet, ob ein Haus sch\u00f6n, komfortabel und funktionell erscheint, aber er hat mich gelehrt, dass das, was wir von einem Haus sehen, nur ein Teil ist, dass es sehr wichtig ist, dass ein Geb\u00e4ude ein gutes Fundament hat. An Orten wie der Provinz Entre R\u00edos, in der wir leben, wo der Boden sehr por\u00f6s ist und stark dazu neigt, sich je nach Feuchtigkeit zusammenzuziehen oder auszudehnen, passiert es oft, dass Risse und Spalten am Haus entstehen, wenn kein richtiges Fundament gemacht wird.<\/p>\n<p>Eine gute Grundlage zu schaffen, erfordert Zeit, Arbeit und wirtschaftliche Ressourcen. Man k\u00f6nnte sagen, dass f\u00fcr das Fundament der gleiche Geldbetrag ben\u00f6tigt wird wie f\u00fcr das Haus selbst. Das Problem ist, dass es sich um ein Werk handelt, das man nicht auf den ersten Blick sieht, dass wir nicht sehen k\u00f6nnen, ob das Haus gut fundiert ist oder nicht, erst der Lauf der Zeit macht es deutlich, dann aber ist jede Hilfe schon zu sp\u00e4t, keine L\u00f6sung tr\u00e4gt und keine Reparatur ist m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Wenn es um die Auswahl der Materialien geht, mit denen wir unser Haus bauen werden, geschieht etwas \u00c4hnliches. Auf den ersten Blick ist es sehr wahrscheinlich, dass diejenigen von uns, die nicht im Gesch\u00e4ft sind, den Unterschied nicht sehen, aber die Realit\u00e4t ist, dass wir, wenn wir edle Materialien von guter Qualit\u00e4t verwenden, ein Haus haben werden, das im Laufe der Zeit sich gut h\u00e4lt. Das Problem ist, dass wir, wenn wir es nicht wissen, get\u00e4uscht werden k\u00f6nnen und man uns sehr sch\u00f6ne Materialien verkauft, aber von schlechter Qualit\u00e4t, was dazu f\u00fchrt, dass wir nach kurzer Zeit mit Problemen \u00fcberrascht werden: entweder in Bezug auf den Putz, die T\u00fcr- und Fensterrahmen oder die Kacheln.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen ein Haus mit einem guten Fundament und hochwertigen Materialien bauen, aber wenn wir es nicht richtig instand halten, wird es mit der Zeit immer noch verfallen, selbst wenn wir es streichen, damit es sch\u00f6n aussieht. Wenn wir die Einrichtungen nicht generell reparieren, geht auch das, was nicht sichtbar ist, langsam kaputt. Und wenn Ameisen oder andere Insektenarten eindringen, sofort bek\u00e4mpfen, damit wir nicht die b\u00f6se \u00dcberraschung erleben, dass pl\u00f6tzlich der komplette Boden untergraben worden ist oder die Motten das Holz zerfressen haben.<\/p>\n<p>Ja, es gibt viele Dinge, die man beim Bau und bei der Instandhaltung eines Hauses beachten muss, wenn man es \u00fcber viele Jahre hinweg in gutem Zustand halten will.<\/p>\n<p>Der Text, den wir heute teilen, spricht \u00fcber den Bau eines Hauses und den Ort, den wir f\u00fcr den Bau w\u00e4hlen. Es ist eines der klassischen Gleichnisse, die wir in der Kleinen Bibelschule lehren: Wo bauen wir unser Haus, auf dem Sand oder auf dem Felsen?<\/p>\n<p>In dieser bekannten Geschichte warnt uns Jesus vor den Betr\u00fcgereien, unter denen wir leiden k\u00f6nnen, vor den falschen Propheten, die uns einen Trug-Glauben \u201everkaufen&#8220;, der zwar attraktiv erscheint, uns aber auf andere Wege als seinen eigenen f\u00fchrt; und er ber\u00e4t uns, wie wir die wahren von den falschen Propheten unterscheiden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Und wie machen wir das? Was einen wahren Propheten von einem falschen unterscheidet, ist die Art und Weise, wie er sich verh\u00e4lt, die Koh\u00e4renz zwischen Worten und Taten. Wer also das Evangelium predigt und es praktiziert, wird jemand sein, dem wir vertrauen k\u00f6nnen, w\u00e4hrend derjenige, der es nicht praktiziert, das ist, was Jesus selbst \u201eeinen Wolf im Schafspelz&#8220; nennt.<\/p>\n<p>Nun, der Punkt ist, dass es nicht so einfach ist, dies zu erkennen, wenn wir keine Kenntnis des Wortes, keine gute Unterweisung im Glauben haben. Dann wird die Analogie zwischen dem auf einem guten Fundament gebauten Haus und einem auf dem Glauben an Christus errichteten Leben sinnvoll: Nur durch eine gute Kenntnis ist es m\u00f6glich, dass unsere Konstruktion St\u00fcrmen und Unwettern standh\u00e4lt.<\/p>\n<p>So wie wir uns darum k\u00fcmmern und uns darum sorgen, dass unsere S\u00f6hne und T\u00f6chter eine gute, abwechslungsreiche und n\u00e4hrstoffreiche Ern\u00e4hrung, eine gute Schulbildung sowie die Entwicklung ihres vollen Potentials durch au\u00dferschulische Aktivit\u00e4ten (Sport, Kunst, Sprachen usw.) und Freizeit erhalten, m\u00fcssen wir als Christen gemeinsam mit ihnen eine gute Grundlage f\u00fcr ihren Glauben aufbauen, nicht nur durch eine biblische Unterweisung, sondern durch unsere Lebensweise, indem wir ihre Spiritualit\u00e4t vom ersten Moment an von unserer aus st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Als V\u00e4ter und M\u00fctter liegt es an uns, die Grundlage des Glaubens unserer S\u00f6hne und T\u00f6chter zu schaffen, so wie es unsere V\u00e4ter und M\u00fctter mit uns getan haben. Nicht als Obstruktion, sondern als interaktive Arbeit, bei der sie aktiv mitwirken, denn es geht um ihr eigenes Leben und ihre geistliche Ausbildung, die in unserer Verantwortung liegt. Der Analogie eines Geb\u00e4udes folgend, wird es Momente des Grabens, des Abst\u00fctzens, des Bauens und des Aush\u00e4rtens geben, so dass alles, was man erh\u00e4lt, geregelt wird. Es gibt keine Fristen, und es ist auch kein Wettlauf, denn jeder Mensch hat seine Zeiten, seine Prozesse; es ist sehr wichtig, sie nicht zu fordern, zu \u00fcberst\u00fcrzen oder sich ihnen aufzudr\u00e4ngen; aber gleichzeitig darf man die Aufgabe der (Nach)Hilfe nicht au\u00dfer Acht lassen, sie zu leiten, damit sie schlie\u00dflich nicht verwirrt und von den \u201efalschen Propheten&#8220; eingefangen werden.<\/p>\n<p>Sobald das Fundament des Hauses fertig ist, d.h. der Beginn der Reise im Glauben, beginnt der Bau des Hauses selbst. Das ist der Moment, in dem der Mensch beginnt, selbst zu entscheiden, wie er sein Haus haben m\u00f6chte und wie weit er glaubt, es bauen zu k\u00f6nnen; damit meine ich, bloss nicht etwas anzufangen, was nicht zu Ende gef\u00fchrt werden kann. Die Empfehlung lautet also: Besser etwas Kleines, aber fertig, mit einem dichten Dach, damit die St\u00fcrme vorbeiziehen und es nicht beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>Jede Person baut ihr Haus entsprechend ihren Bed\u00fcrfnissen und wie viel sie bereit ist auszugeben; welche Materialien sie verwenden m\u00f6chte: Qualit\u00e4t, Farbe, Stil und Design. Jede Person entscheidet, inwieweit sie sich dem Glauben, der mit ihren Eltern begann und der nicht derselbe sein wird wie der ihre, verpflichten will und so sein wird, wie sie will und kann. Es ist auch klar, dass die Verantwortung, aber auch die Freude und die Fr\u00fcchte eines Lebens im Glauben umso gr\u00f6\u00dfer sind, je gr\u00f6\u00dfer die Verpflichtung ist, die eingegangen wird.<\/p>\n<p>Das Interessante ist, dass wie im Leben so auch im Glauben, so wie es in einem Haus geschieht, die Arbeit nie beendet wird, denn wenn der Bau erst einmal abgeschlossen ist, m\u00fcssen wir das nun erhalten, damit es nicht zu Grunde geht. Je fr\u00fcher wir mit dieser Aufgabe beginnen, desto geringer ist das Risiko, dass der Bau Schaden tr\u00e4gt. Wenn wir mit der Analogie des Hauses und unseres Glaubenslebens fortfahren: als Babys werden wir getauft, dann gehen wir in die Kleine Bibelschule, dann machen wir mit der Katechese und der Konfirmation weiter. An diesem Punkt nehmen wir unseren Glauben als Erwachsene unabh\u00e4ngig von unseren Eltern an, aber wir machen nie einen Abschluss als Christen. Die Konfirmation ist das fertige Haus. Aber danach m\u00fcssen wir einige Wartungsarbeiten durchf\u00fchren, um es in gutem Zustand zu halten. Wir k\u00f6nnen es renovieren, erg\u00e4nzen, aber wir d\u00fcrfen nie aufh\u00f6ren, die Instandhaltung zu machen, die nach der Analogie nichts anderes ist als unsere t\u00e4glichen Gebete in der Einsamkeit oder mit unserer Familie, das Lesen der Bibel in unseren H\u00e4usern, die Teilnahme an den Gottesdiensten, verschiedene kirchliche Aktivit\u00e4ten und alles, was unseren Glauben n\u00e4hrt und uns erlaubt, das Wort Gottes zu h\u00f6ren und es in unserem t\u00e4glichen Leben umzusetzen.<\/p>\n<p>Aber da sind die Ameisen, die Motten und andere Wanzen, die sich an der Konstruktion vergreifen. In unserer Analogie w\u00e4ren das jene Menschen, die versuchen, uns zu verwirren oder uns von unserem Glaubensleben zu distanzieren, entweder als \u201efalsche Propheten&#8220;, die ein Evangelium fern von Christus predigen, oder indem sie die Existenz Gottes oder die Macht Jesu in Frage stellen und uns von unserem Leben im Glauben distanzieren. Genau wie beim Haus ist es wichtig, dass wir sie so schnell wie m\u00f6glich von uns entfernen, bevor sie uns untergraben und unseren Geist auffressen.<\/p>\n<p>Wie wir sehen, geht es nicht nur darum, unser Haus auf dem Felsen zu bauen, sondern es ist ein langer Prozess, der in unserem Haus beginnt, wo wir das Evangelium zusammen mit unserer Muttermilch empfangen, bis wir an der Reihe sind, die Rolle der Entsendeten zu erf\u00fcllen, indem wir unsere eigene Entscheidung treffen, Jesus in unser Leben aufzunehmen, damit er uns hilft, es im Glauben aufzubauen und so seine Worte in die Tat umzusetzen.<\/p>\n<p><em>Lieber Jesus, wir wissen, dass das Leben im Glauben ein Prozess ist, in dem wir viele Situationen und Phasen durchlaufen. So wie ein Haus nicht von heute auf morgen gebaut werden kann, brauchen auch wir Zeit, M\u00fche, gute Entscheidungen und gute Ratschl\u00e4ge. Hilf uns und begleite Sie uns, damit uns nichts daran hindert, Dir zuzuh\u00f6ren und Dir zu folgen. Lass uns in allem, was wir tun, ein Spiegelbild von Dir sein, damit die Menschen dic durch uns kennen lernen. M\u00f6gen sie solide Geb\u00e4ude sehen, gut gebaut und gepflegt, mit viel Platz, um die Liebe, die von Dir kommt, zu empfangen und Dir zu dienen. Darum bitten wir Dich, der Du zusammen mit Gott dem Vater\/Mutter und dem Heiligen Geist in alle Ewigkeit regierst. Amen.<\/em><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Pfrin. Estela Andersen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gral. Alvear (Entre Rios) \u2013 Argentinien<\/strong><\/p>\n<p><strong>dannevirke63@gmail.com<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Kelle, dem M\u00f6rtel und den Ziegeln | Predigt zu Matth\u00e4us 7, 15-27 | Estela Andersen | aus dem Spanischen \u00fcbersetzt von Michael Nachtrab | Liebe Br\u00fcder und Schwestern: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, dem der da ist, dem der da war und dem, der da kommen wird. Ich hatte mir [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1776,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[36,1,186,157,114,159,153,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-1931","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-matthaeus","category-aktuelle","category-aus-dem-spanischen","category-beitragende","category-deut","category-estela-andersen","category-kapitel-7-chapter-7","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1931","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1931"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1931\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1934,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1931\/revisions\/1934"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1776"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1931"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1931"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1931"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=1931"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=1931"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=1931"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=1931"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}