{"id":19323,"date":"2023-11-30T10:09:23","date_gmt":"2023-11-30T09:09:23","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=19323"},"modified":"2023-12-30T14:15:34","modified_gmt":"2023-12-30T13:15:34","slug":"apostelgeschichte-26","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/apostelgeschichte-26\/","title":{"rendered":"Apostelgeschichte 26"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Nachfolge | 21.11.2023 | Apg\u00a026 | Thomas Schlag |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">in der alphabetischen Logik eines theologischen W\u00f6rterbuchs kommt der Begriff \u00abNachfolge\u00bb etwa in der Mitte zu stehen. In einem der umfangreichsten und bedeutendsten Lexika, der sogenannten RGG, und hier in vierter Auflage, findet sich nat\u00fcrlich auch ein Artikel \u00abNachfolge\u00bb bzw. genauer \u00abNachfolge Christi\u00bb. Dieser ist zwischen den Artikeln \u00abNachbarschaft\u00bb und \u00abNachhaltigkeit\u00bb positioniert, was ja irgendwie charmant ist. \u00abNachfolge\u00bb ist also mindestens lexikalisch ziemlich mittendrin im Ganzen theologischer Kernbegriffe \u2013 und zugleich lebensweltlich gerahmt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was allerdings den aktiven Wortgebrauch, also gleichsam das allt\u00e4gliche christliche Schatzb\u00fcchlein angeht, scheint \u00abNachfolge\u00bb aus der Mitte hinweg l\u00e4ngst an den Rand gedr\u00e4ngt und aus dem Blick geraten zu sein. Wer wollte noch wagen, den Begriff leichtfertig im Mund zu f\u00fchren \u2013 da f\u00e4llt es offenbar leichter, angesichts des aktuellen Klimawandels von \u00abNachhaltigkeit\u00bb zu sprechen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn heute von \u00abNachfolge\u00bb die Rede ist, so lagern sich dabei im allgemeinen Bewusstsein eher politisch-mediale Begriffe an: So ist dann etwa bildlich von der \u00dcbergabe des Amtszepters, oder weniger k\u00f6niglich und mehr sportlich von der Weitergabe des Staffelstabes die Rede. Realistisch und pragmatisch gesehen k\u00fcndigt sich, wenn es um Nachfolge geht, ein demokratisches Prozedere an, um Amts\u00fcbergabe und Machtwechsel geordnet zu strukturieren und zu inszenieren. Die regulatorische Schrittabfolge geht von A nach B und ist mehr oder weniger klar, absehbar und so auch verl\u00e4sslich.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nicht selten f\u00fchrt der \u00abNachfolge\u00bb-Begriff aber auch den Schatten eines Vorg\u00e4ngertums, manchmal auch eines Vorg\u00e4ngerirrtums mit sich. Das mag man aktuell der gestrigen R\u00fccktrittserkl\u00e4rung der EKD-Ratsvorsitzenden Annette Kurschus ablesen, f\u00fcr die nun ebenfalls eine Nachfolge gesucht wird und man nun also auf den notwendigen Neuanfang hofft.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nun hat, liebe Synodenmitglieder, dieses Thema heute auch f\u00fcr unsere Zusammenkunft einen festen Sitz im Leben: Also: \u00abTheologisches W\u00f6rterbuch\u00bb \u2013 \u00abchristliches Schatzb\u00fcchlein\u00bb &#8211; \u00abAmts\u00fcbergabe und Machtwechsel\u00bb: Steht die theologische Rede von Nachfolge in der Mitte, oder ist sie l\u00e4ngst an den Rand gedr\u00e4ngt. K\u00fcndigt sich im Begriff ganz pragmatisch-realistisch vor allem ein demokratisches Prozedere an oder ein substantieller Neuanfang?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie soll man sich als aufmerksamer Christenmensch Nachfolge \u00fcberhaupt vorstellen? Und ist das nicht alles viel zu hoch, geradezu nach den Sternen gegriffen \u2013 noch zumal dann, wenn eben das anfangs genannte W\u00f6rterbuch gleich sogar die \u00abNachfolge Christi\u00bb aufruft?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich versuche es mit einem Bild bzw. mit einer Vielzahl von Bildern.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nachfolge stelle ich mir so vor, dass man sich unter einer grossen gl\u00e4sernen Kuppel befindet. Es ist insofern nicht einfach nur eine \u00abnette Illustration\u00bb, wenn Sie nun in den Fusszeilen des Liturgieblattes verschiedene solcher gl\u00e4sernen Kuppeln entdecken k\u00f6nnen:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist tats\u00e4chlich ein buntes Ensemble unterschiedlichster Herkunft und architektonischer \u00dcberlegungen: Es finden sich in gegebener Reihenfolge kirchliche Kuppeln des Petersdoms in Rom, der wenigstens etwas Licht durchl\u00e4sst, einer katholischen Kirche in W\u00fcrzburg, der Synagoge in Graz und einer Moschee in Hannover sowie einer orthodoxen Kirche in Russland. Desweiteren die Kuppel des Reichstags in Berlin sowie des Zukunftslabors Biosphere 2 in der W\u00fcste Arizonas. Eine kleine Nebenbemerkung: das dritte Bild von rechts l\u00e4sst sich nicht geografisch zuordnen, weil es komplett durch K\u00fcnstliche Intelligenz konstruiert wurde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch dieses Gotteshaus St. Jakob, in dem wir uns heute befinden, weist sich durch eine Kuppelarchitektur aus \u2013 wenn auch leider mit geschlossenem Blick gen Himmel. Kuppelbauten sind, so hat es einmal ein Architekturhistoriker formuliert, sind Meisterwerke, weil sie bei aller Schwere der Steine und Konstruktion zu schweben scheinen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich nehme nochmals den bereits gesagten Satz auf: Nachfolge bedeutet f\u00fcr mich, sich unter einer grossen gl\u00e4sernen Kuppel zu befinden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie kann das verstanden werden?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die architektonische Idee der Kuppel und erst recht ihrer gl\u00e4sernen Variante ist sozusagen erhabene Multiperspektivit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wer unter der Kuppel steht, hat unterschiedlichste Optionen, von dort aus weiterzuschauen und weiterzugehen. Denn der eigene Blick kann sich sogleich in unterschiedliche Richtungen ausrichten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er kann nach oben gehen, aber auch auf den Grund und Boden nach unten. Er kann sich im 360 Grad-Sinn nach vorne, nach hinten, auf die linke Seite und auf die rechte Seite drehen. Sobald man sich dreht oder wendet, richtet sich auch die Perspektive neu aus. Und m\u00f6glicherweise stellt man fest, dass man eben nicht alleine, sondern gemeinsam, sozusagen nachbarschaftlich gemeinsam unter der Kuppel steht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die gl\u00e4serne Kuppel lebt davon, dass man eben sowohl Licht von oben und aussen empf\u00e4ngt als auch selbst in das Helle hineinzublicken vermag. Durch das transparente Glas hindurch wird der Blick ins Weite m\u00f6glich \u2013 und doch zugleich bleibt man in einem klar umgrenzten Raum.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So mag man es sich auch mit der Nachfolge vorstellen: Das ist nicht einfach ein einliniger Weg, auf dem man von A nach B wandert. Das ist nicht einfach eine klare Schrittabfolge, in der alles mehr oder weniger schon von Anfang an klar feststeht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Erfahrung, in der Nachfolge zu stehen, er\u00f6ffnet den eigenen Blick in alle nur denkbaren Richtungen. Sobald man sich dreht oder wendet, richtet sich auch die Perspektive neu aus. Nachfolge lebt davon, dass man eben sowohl Licht von oben und aussen empf\u00e4ngt als auch selbst in das Helle hineinzublicken vermag.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zugleich weiss man, dass der Blick in den Himmel hinaus auf Dauer Nackenstarre verursacht \u2013 und f\u00fcr Glaskuppeln gilt, dass sich hier eine Hitze entwickeln kann, die auf Dauer nicht auszuhalten ist. Hinsichtlich der \u00abNachbarschaft\u00bb wirft ein geschlossener Raum wie die Biosphere 2 ohnehin die Frage auf, wie lange man es mit Menschen in einem solchen geschlossenen Raum aushalten kann und wann eigentlich der Sauerstoff nicht mehr f\u00fcr alle reicht und man im wahrsten Sinn des Wortes das Weite suchen muss.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und nun also auch noch die christliche Rede von der Nachfolge Christi, die, wie schon erw\u00e4hnt, fast zu sehr nach den Sternen zu greifen scheint: Ist das vorstellbar? Kann man Nachfolge wieder in die Mitte des christlichen Schatzb\u00fcchleins stellen? Lassen Sie mich darauf eingehen, indem ich diese bildhafte Nachfolge mit einem h\u00f6chst dramatischen biblischen Text sozusagen verkuppeln will.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">H\u00f6ren Sie selbst \u2026<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Kurzes Orgelzwischenspiel<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">H\u00f6ren Sie nun selbst, was der Apostel Paulus in seiner Erinnerung in der Apostelgeschichte berichtet:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Ich freilich meinte selbst einmal, ich m\u00fcsse den Namen des Jesus von Nazaret mit allen Mitteln bek\u00e4mpfen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Das habe ich in Jerusalem auch getan: Viele von den Heiligen liess ich, ausgestattet mit der Vollmacht der Hohen Priester, in Gef\u00e4ngnisse einsperren, und wenn sie hingerichtet werden sollten, stimmte ich daf\u00fcr.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>In allen Synagogen n\u00f6tigte ich sie, oftmals unter Anwendung von Folter, Gott zu l\u00e4stern, ja in masslosem W\u00fcten verfolgte ich sie sogar \u00fcber Jerusalem hinaus in andere St\u00e4dte.<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Als ich in solcher Absicht mit Vollmacht und Erlaubnis der Hohen Priester nach Damaskus reiste, sah ich unterwegs, mein K\u00f6nig, mitten am Tag ein Licht, das mich und meine Begleiter vom Himmel her umstrahlte, heller als das Leuchten der Sonne. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>\u00a0<\/em><em>Wir st\u00fcrzten alle zu Boden, und ich h\u00f6rte eine Stimme, die auf Hebr\u00e4isch zu mir sagte: Saul, Saul, was verfolgst du mich? Es wird dich hart ankommen, gegen den Stachel auszuschlagen. Ich sagte: Wer bist du, Herr? Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>\u00a0<\/em><em>Aber nun steh auf und stell dich auf deine F\u00fcsse! Denn ich bin dir erschienen, um dich zu erw\u00e4hlen zum Diener und zum Zeugen f\u00fcr mich, so wie du mich jetzt gesehen hast und wie ich dir k\u00fcnftig erscheinen werde.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>\u00a0<\/em><em>Darum, K\u00f6nig Agrippa, war ich der himmlischen Erscheinung nicht ungehorsam, sondern ich verk\u00fcndigte zuerst den Leuten in Damaskus, dann in ganz Jud\u00e4a und unter den Heiden, es gelte umzukehren, sich Gott zuzuwenden und zu tun, was der Umkehr entspricht.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Da mir nun bis auf den heutigen Tag Hilfe von Gott zuteil geworden ist, stehe ich hier und lege Zeugnis ab vor Gross und Klein, indem ich nichts anderes sage, als was nach den Worten der Propheten und des Mose geschehen musste:<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>dass n\u00e4mlich der Gesalbte leiden muss und dass er als Erster von den Toten auferstehen und dem Volk und allen V\u00f6lkern das Licht verk\u00fcndigen wird.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Kurzes Orgelzwischenspiel<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Paulus beschreibt in dieser dramatischen Szene nicht mehr und nicht weniger als seine Erfahrung, seine ganz pers\u00f6nliche Nachfolge Christi. Man mag sich dieses so genannte Damaskuserlebnis wie unter einer gl\u00e4sernen Kuppel, unter dem ge\u00f6ffneten Himmel vorstellen: Das vermeintlich zielsichere Voranschreiten hin zur weiteren Verfolgung wird auf einmal unterbrochen. Mitten auf der Wanderung von A nach B beginnt ein Licht zu strahlen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dann der Sturz zu Boden und das H\u00f6ren des Wortes. Der existenzielle Dialog: <em>Saul, Saul, was verfolgst du mich? Es wird dich hart ankommen, gegen den Stachel auszuschlagen. Ich sagte: Wer bist du, Herr? Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dann die Aufforderung: <em>Stell dich wieder auf die F\u00fcsse.<\/em> Also den Blick neu auszurichten, sich umzublicken, seinen eigenen weiteren Weg in die Nachfolge zu suchen. Und f\u00fcr diesen Weg wird Paulus eben das entscheidende Wort mitgegeben:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Denn ich bin dir erschienen, um dich zu erw\u00e4hlen zum Diener und zum Zeugen f\u00fcr mich, so wie du mich jetzt gesehen hast und wie ich dir k\u00fcnftig erscheinen werde.<\/em> Dieser Vers ist \u00fcbrigens, wie es der Zufall will, der neutestamentliche Lehrtext der heutigen Losungen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Damaskus ist eine dramatische Einzelerfahrung \u2013 und es ist nat\u00fcrlich eine exzeptionelle Form der Bekehrung eines einzelnen Menschen und Apostels. Und doch stelle ich mir so vor, was \u00abNachfolge Christi\u00bb inmitten des eigenen Lebens bedeuten und was sie ausstrahlen kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Zentrum ist dann nicht mehr der verengte Blick nur auf den n\u00e4chsten politischen Schritt. Der Kuppelblick verengt nicht, sondern weitet den Blick auf 360 Grad.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir benutzen den Nachfolgebegriff ja wie gesagt h\u00e4ufig h\u00f6chst profan und fast einlinig in die Richtung, dass eben ein Neuer, oder eine Neue dem Alten folgt \u2013 Nachfolge wird dann prim\u00e4r unter dem Motto der Machtf\u00f6rmigkeit beraten, bestimmt und beschlossen \u2013 und sogleich ger\u00e4t das Licht der Kuppel aus dem Auge und man richtet sich auf die Helligkeit der projizierten Abstimmungsresultate aus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nachfolge ist eben nicht in erster Linie eine pragmatisch-realistische Schrittabfolge des Machtwechsels. Das bedeutet, sich auch als Kirche unter der Kuppel eine weite Perspektive zu bewahren, nicht nur handfeste Wahlgr\u00fcnde zu suchen und hoffentlich zu finden, sondern auch aufzuschauen, die perspektivische Weite von Jesu Auftrag in den Blick zu nehmen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es geht um nicht weniger und nicht mehr als darum, den Gesalbten und seine Auferstehung zu verk\u00fcndigen. Das ist es, worauf es heute entscheidend ankommt, wo und wann immer wir ganz irdisch die eigenen n\u00e4chsten Nachfolgeschritte gehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So l\u00e4sst sich dieses Erlebnis des Paulus mit unserer eigenen Existenz verkoppeln oder ich sage lieber \u00abverkuppeln\u00bb.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Macht ist eben f\u00fcr Christenmenschen nicht in erster Linie ein horizontales Abschreiten von Machtoptionen und Machtr\u00e4umen, sondern ein vertikal ausgerichtetes Hinblicken dorthin, woher das Licht kommt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Um Zeuge und Diener, Zeugin und Dienerin werden zu k\u00f6nnen, muss ich manchmal hart wie Paulus auf dem Boden aufprallen. Und Nachfolge heisst dann eben nicht, sich selbst wieder ganz von allein aufrichten zu k\u00f6nnen, sondern aufgerichtet und neu ausgerichtet zu werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dies bedeutet dann auch, so weiterzugehen, dass man alles Wesentliche vor Augen bekommt: den gestirnten Himmel \u00fcber mir und den Boden unter den eigenen F\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese Nachfolgekunst unter der Kuppel des sichtbaren Himmels besteht f\u00fcr uns alle darin, die Welt in den Blick zu nehmen, und gerade nicht in der eigenen Biosphere zu verbleiben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nehmen wir dieses Bild der Nachfolge, der gl\u00e4sernen Kuppel mit in den heutigen Synodentag: Nachfolge als Kunst, die Dinge in die Mitte zu stellen, auf die es wirklich ankommt. Wie es einmal in einem sch\u00f6nen Beitrag die Z\u00fcrcher Theologin Sabrina M\u00fcller formuliert hat: \u00abNachfolge ist freiheitliche und lebensf\u00f6rdernde theologische Praxis.\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Darum geht es: Im Rundumblick den Sinn und Geist offenzuhalten f\u00fcr andere und neue Perspektiven. Das christliche Schatzb\u00fcchlein mit dem Artikel \u00abN=Nachfolge\u00bb immer wiederaufzuschlagen und zu pflegen. Damit wir offen werden f\u00fcr das, was uns auf den ersten Blick als unm\u00f6glich oder undenkbar erscheint.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ja, Nachfolge Christi hat es mit bleibender Aufmerksamkeit und Achtsamkeit f\u00fcr diejenigen zu tun, die gemeinsam mit uns unter der gl\u00e4sernen Kuppel den offenen Himmel suchen und schauen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Prof. Dr. Thomas Schlag, Theologische Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Z\u00fcrich<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Diese Predigt wurde im Rahmen des Gottesdienstes zur ordentlichen Versammlung der Z\u00fcrcher Kirchensynode am 21. November 2023 in der St.-Jakobs-Kirche, Z\u00fcrich gehalten. Wichtigster Tagesordnungspunkt war die Wahl des Kirchenratspr\u00e4sidiums sowie des Amts der Kirchenratspr\u00e4sidentin. Thomas Schlag ist Delegierter der Theologischen Fakult\u00e4t in der Kirchensynode. <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachfolge | 21.11.2023 | Apg\u00a026 | Thomas Schlag | Liebe Gemeinde, in der alphabetischen Logik eines theologischen W\u00f6rterbuchs kommt der Begriff \u00abNachfolge\u00bb etwa in der Mitte zu stehen. In einem der umfangreichsten und bedeutendsten Lexika, der sogenannten RGG, und hier in vierter Auflage, findet sich nat\u00fcrlich auch ein Artikel \u00abNachfolge\u00bb bzw. genauer \u00abNachfolge Christi\u00bb. Dieser [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":19324,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[40,157,120,853,114,1481,3,109,940,642],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-19323","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-apostelgeschichte","category-beitragende","category-bes_gelegenheiten","category-bibel","category-deut","category-kapitel-26-chapter-26-apostelgeschichte","category-nt","category-predigten","category-sermon-on-a-special-occasion","category-thomas-schlag"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19323","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19323"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19323\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19325,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19323\/revisions\/19325"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/19324"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19323"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19323"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19323"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=19323"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=19323"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=19323"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=19323"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}