{"id":19348,"date":"2024-01-03T20:03:38","date_gmt":"2024-01-03T19:03:38","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=19348"},"modified":"2024-01-03T20:03:38","modified_gmt":"2024-01-03T19:03:38","slug":"1-korinther-126-31-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-korinther-126-31-2\/","title":{"rendered":"1. Korinther 1,26-31"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Ein Antwortbrief an Paulus | 1. Sonntag nach Epiphanias | 07.01.24 | 1. Kor 1, 26-31 | D\u00f6rte Gebhard |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Amen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00dcber die Feiertage ist bei uns ziemlich viel Post eingetroffen. Auch selbstgebackene Kekse, Honig und B\u00fccher waren im Milchk\u00e4stli zu finden, aber der Briefkasten war immer besonders gut gef\u00fcllt. Ausnahmsweise erreichten uns nicht nur Rechnungen und Spendenaufrufe, Krankenkasseneinzahlungsscheine und weiteres Amtliches, sondern auch sch\u00f6ne lange Briefe von Leuten, von denen wir nicht so oft etwas h\u00f6ren oder lesen. Nat\u00fcrlich diesmal auch Genesungsw\u00fcnsche und Gr\u00fcsse zum Fest, jede Menge Segensworte zum neuen Jahr und viele Fragen, wie es geht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die P\u00e4ckli aus Deutschland kamen wie meistens erst nach dem Jahreswechsel. Da dauert immer alles etwas. Aber p\u00fcnktlich vor dem heutigen Sonntag traf ein besonderer Brief ein, der unterdessen ohne Briefmarke immer wieder verschickt wird. Er ist urspr\u00fcnglich, vor allerlei Weiterleitungen und Nachsendeauftr\u00e4gen, an die Korinther adressiert gewesen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Von den alten Bewohnerinnen und Bewohnern der griechischen Hafenstadt, an die der Brief eigentlich gerichtet war, leben heute noch ihre \u00e4usserst zahlreichen Nachfahren im Glauben, unterdessen verteilt \u00fcber die ganze Welt. Wir realisierten schnell, dass wir dazugeh\u00f6ren, also haben wir den Brief gleich gelesen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Damals in Korinth hat man die Briefe sonntags laut vorgetragen, weil nicht alle lesen und schreiben konnten. Heute und hierzulande ist es zum Gl\u00fcck anders. Aber wer bekommt nicht gern interessante Post vorgelesen, zumal, wenn sie f\u00fcr alle zugleich bestimmt ist?!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Paulus schreibt nach Korinth, gleich am Anfang:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><sup>26 <\/sup><\/em><em>Schaut doch auf eure Berufung, liebe Br\u00fcder und Schwestern: Da sind in den Augen der Welt nicht viele Weise, nicht viele M\u00e4chtige, nicht viele Vornehme.\u00a0<sup>27 <\/sup>Im Gegenteil: Das T\u00f6richte dieser Welt hat Gott erw\u00e4hlt, um die Weisen zu besch\u00e4men, und das Schwache dieser Welt hat Gott erw\u00e4hlt, um das Starke zu besch\u00e4men,\u00a0<sup>28 <\/sup>und das Geringe dieser Welt und das Verachtete hat Gott erw\u00e4hlt, das, was nichts gilt, um zunichte zu machen, was etwas gilt,\u00a0<sup>29 <\/sup>damit kein Mensch sich r\u00fchme vor Gott.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><sup>30 <\/sup><\/em><em>Er hat es aber gef\u00fcgt, dass ihr in Christus Jesus seid, der unsere Weisheit wurde, dank Gott, unsere Gerechtigkeit und Heiligung und Erl\u00f6sung.\u00a0<sup>31 <\/sup>So soll gelten, wie geschrieben steht:\u00a0Wer sich r\u00fchmt, der r\u00fchme sich des<\/em> <em>Herrn. (Z\u00fcrcher Bibel, 1. Kor 1, 26-31)<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das reicht f\u00fcr heute! Paulus soll gleich jetzt eine Antwort bekommen. Daf\u00fcr braucht es etwas Zeit. Schreiben w\u00fcrde ich:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sehr geehrter Herr Apostel aus Tarsus<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir haben Ihren Brief erhalten, mit Interesse darin gelesen und danken daf\u00fcr. Gern gehen wir bei der Antwort auf einen Abschnitt im Kapitel 1, genauer auf die Verse 26-31, ein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In der Schweiz legt man viel Wert auf H\u00f6flichkeit und Freundlichkeit. Man sch\u00e4tzt es, wenn sich jemand auszudr\u00fccken weiss, wenn jemand Missst\u00e4nde diskret und keinesfalls verletzend zur Sprache bringt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du aber, alter Apostel, pflegst \u2013 mit Verlaub \u2013 einen ziemlich konfrontativen, direkten Stil, den hier niemand gew\u00f6hnt ist. Wir m\u00f6chten doch sehr bitten!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du schreibst da ohne Umschweife: <em>Da sind in den Augen der Welt nicht viele Weise, nicht viele M\u00e4chtige, nicht viele Vornehme.\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die meisten Christen sind also in Deinen Augen dumm, ohne Einfluss und ohne Manieren?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Meinst Du dabei etwa die Gemeinde, die Du selbst aufgebaut hast? Meinst Du jene, die Du nachher, am Schluss des Briefes, pers\u00f6nlich und herzlich gr\u00fcsst, samt Spendenaufruf und Ratschl\u00e4gen wie: <em>Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe?!<\/em> (1. Kor 16, 14)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">H\u00f6r mal, weisst Du eigentlich, wen Du vor Dir hast?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Entschuldige, jetzt habe ich mich schon Deinem Tonfall angepasst. So schnell kann das gehen!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Uns Sch\u00f6ftlerinnen und Sch\u00f6ftler kannst Du allerdings noch nicht kennen oder gar beurteilen. Wir pflegen das Christentum hier erst seit 650 nach Christus. Aber immerhin schon seit dem 7. Jahrhundert werden hier, sehr weit entfernt von Korinth, Deine Briefe in einer kleinen Kirche laut vorgelesen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du beh\u00e4ltst durch die Zeiten Recht: Weltweit ber\u00fchmte Leute, Nobelpreistr\u00e4ger und Influencer mit Millionen Followern hat Sch\u00f6ftland noch nicht hervorgebracht, aber das muss laut Deinen Worten gerade nicht sein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du forderst dazu auf, dass wir <em>auf unsere Berufung schauen<\/em> sollen. Das machen wir!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir sind genau wie Du berufen, von Jesus Christus weiterzuerz\u00e4hlen, von seinem Leben, seinem Sterben und von seiner Auferweckung. Die Begabungen unter uns Schwestern und Br\u00fcdern sind dabei sehr unterschiedlich verteilt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die einen singen gern die vertrauten Lieder von fr\u00fcher, die anderen lieben den allerletzten Schrei auf englisch.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die einen kochen immer zuerst Kaffee und machen Teewasser heiss, der andere steigt auf eine gef\u00e4hrlich hohe Leiter, um die Tauftropfen mit den Namen unserer T\u00e4uflinge aufzuh\u00e4ngen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die einen treffen sich jede Woche zum Beten in kleinen Gruppen f\u00fcr die ganze Gemeinde, die anderen beten daheim, im stillen K\u00e4mmerlein, nat\u00fcrlich auch f\u00fcr alle, die auf F\u00fcrbitten angewiesen sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die einen sind immer vor Ort und packen an, wo sie nur k\u00f6nnen, die anderen spenden, ohne es an die grosse Glocke zu h\u00e4ngen, sogar f\u00fcr jene Menschen in Not, die sie gar nicht kennen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die einen unterrichten die Kinder, die anderen pilgern durch die Gegend.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die einen reden, die anderen leihen jemandem ihr Ohr, h\u00f6ren genau hin.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die einen tun dies, die anderen haben Zeit, um etwas werden zu lassen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">All das geschieht zum Wohle der ganzen Gemeinde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Keiner kann alles, aber niemand soll sich mit seinen Begabungen verstecken.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das machst Du, Paulus, auch nicht!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du behauptest dann, dass Gott das T\u00f6richte, das Schwache und das Geringe erw\u00e4hlt hat. Da schluckten wir eben, beim Zuh\u00f6ren, zweimal leer.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das m\u00fcssen wir uns zuerst gesagt sein lassen: Gott hat uns erw\u00e4hlt, nicht wir selbst. Zweitens gilt: Dabei hat er uns nicht erw\u00e4hlt, weil wir so grossartig w\u00e4ren oder weil wir uns so sehr angestrengt haben &#8230;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ehrlicherweise kr\u00e4nkt das unsere Eitelkeit und unseren Stolz, aber es geht nicht nach dem Massstab unserer Einbildungen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist sehr gut so.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nur deshalb haben T\u00f6richte und Verachtete eine Chance \u2013 weil Gott sie ihnen schenkt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Kriterien der Welt sind v\u00f6llig andere; <em>in den Augen der Welt<\/em> ist St\u00e4rke gefragt: Belastbarkeit und ein \u00fcberzeugendes Auftreten. Da werden Vielseitigkeit, Flexibilit\u00e4t, Fachkenntnisse, jugendlicher Elan und am besten gleichzeitig noch viele Jahre Berufserfahrung verlangt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn man einen Moment dar\u00fcber nachdenkt, ob diese Behauptung \u00fcberhaupt stimmen kann, dass Gott gerade nicht die St\u00e4rksten aussucht und ausw\u00e4hlt, kommen durchaus ein paar Beispiele zusammen! Wenn man zwei Augenblicke dar\u00fcber nachsinnt, merkt man, dass es mehr als genug Beispiele gibt, in denen T\u00f6richte, Schwache, Geringe auserw\u00e4hlt waren, an Gottes grossen Verheissungen mitzuwirken. In Geschichte und Gegenwart.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In der Kirchengeschichte dagegen ist viel \u00fcber Herrscher aller Art zu erfahren, die sehr viel gr\u00f6sser von sich dachten, sich f\u00fcr bedeutender und entscheidender, st\u00e4rker und besser hielten als sie eigentlich waren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber es kommt wohl nicht nur mir so vor, als lerne man aus der Geschichte vor allem, dass man bislang noch nicht wirklich etwas aus der Geschichte gelernt hat.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber wer geh\u00f6rt denn zu den grossen Toren, die erw\u00e4hlt sind?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wer nun auf Namen und Adressen hofft, muss gr\u00fcndlich entt\u00e4uscht werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du, Paulus, stellst niemanden bloss.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du schreibst zwar ziemlich schroff, aber an diesem heiklen Punkt nennst Du keine Namen. Das ist sehr klug von Dir. Denn wir h\u00e4tten Deine Post nie bekommen, wenn einer der Korinther sie \u2013 mit wildem Temperament \u2013 gleich nach dem ersten Lesen wutentbrannt ins Feuer geworfen h\u00e4tten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lieber Paulus<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Niemand soll sich r\u00fchmen <em>vor Gott<\/em>, denn dazu gibt es keinen Anlass.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber wir r\u00fchmen doch manche vor anderen Menschen so sehr, dass sie eben dadurch be-r\u00fchmt werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich denke, wir alle haben be-r\u00fchmte Vorbilder im Leben und im Glauben, an denen wir uns orientieren. Selbstverst\u00e4ndlich sind sie so verschieden wie unsere Begabungen, aber auf ein paar k\u00f6nnten wir uns wohl einigen: Dietrich Bonhoeffer, Martin Luther King, Mutter Teresa, Franz von Assisi &#8230; und Du geh\u00f6rst auch dazu, Paulus! Aber hast Du es gemerkt? Ich sieze Dich trotzdem schon seit drei Seiten nicht mehr. Du bist zwar extrem ber\u00fchmt, aber zugleich einer wie ich! Mit St\u00e4rken und Schw\u00e4chen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nun sind doch zwei Namen genannt!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du schreibst selbst von Deinem Versagen &#8230; weiter hinten in Deinem Brief: <em>Zuallerletzt aber ist {Christus} auch mir erschienen, mir, der Missgeburt. <\/em><em><sup>9 <\/sup><\/em><em>Ich bin n\u00e4mlich der geringste unter den Aposteln, der es nicht wert ist, Apostel genannt zu werden, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe.<sup>10 <\/sup>Durch Gottes Gnade aber bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben; nein, mehr als sie alle habe ich gearbeitet, doch nicht ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir ist (1. Kor 15, 8-10)<\/em>Das Gott uns erw\u00e4hlt und nicht wir selbst, das haben wir jetzt wirklich kapiert! Glaub uns: Wir bilden uns auf unsere Entscheidungen schon viel weniger ein als noch vor Deiner Post.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber noch etwas Anderes hast Du, Paulus, am eigenen Leibe erlebt: Wenn jemand besonders be-r\u00fchmt bei den Menschen ist, dann kommen nat\u00fcrlich auch alle seine Fehler und alles Scheitern gross heraus. Dass Du zuerst ein Christenverfolger warst, haben die Leute, die Dich kannten, nicht so schnell vergessen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da muss ich Dir noch kurz vor Schluss von einem Z\u00fcrcher Reformator schreiben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Heinrich Bullinger, der zu Unrecht bei den meisten Menschen weniger bekannte Nachfolger von Huldrych Zwingli am Z\u00fcrcher Grossm\u00fcnster im 16. Jahrhundert, hat die Tatsache der grossen Fehler bei grossen Leuten auf den Punkt gebracht, als Luther starb.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bullinger, musst Du wissen, hat genau wie Du, sehr gern und sehr viele Briefe geschrieben. Nat\u00fcrlich hatte er vom Tod Luthers geh\u00f6rt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Denn Luther war weitherum ber\u00fchmt, aber Bullinger dennoch in vielen Dingen ganz anderer Ansicht als der Wittenberger Reformator, der \u00fcbrigens zeit seines Lebens nie in der Schweiz gewesen ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Heinrich Bullinger schrieb in einem seiner zahllosen Briefe, in diesem Fall an Johannes Haller: \u201eIst Luther gestorben, so w\u00fcnsche ich, dass er gl\u00fccklich gestorben sei; denn es ist an ihm vieles, was die Besten mit Recht bewundern und loben. Selbst die grossen M\u00e4nner der Kirche in der alten Zeit hatten ihre Fehler und ebenso Luther, nach g\u00f6ttlicher Vorsehung, damit man auch ihn nicht zum Gotte macht.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/63427008-ED2E-4024-B1BB-F1335E9BF8D9#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott w\u00e4hlt sich also laut Bullinger seine Leute aus und gibt grossen Menschen mit vielen Gaben grosse Fehler, damit niemand sie mit Gott verwechselt, damit niemand sie anbetet, damit niemand sie \u00abzum Gotte macht\u00bb.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nun sollten wir gleich beim Orgelzwischenspiel die Liste aller unserer pers\u00f6nlichen, grossen Vorbilder im Leben und Glauben im Geiste durchgehen und \u00fcberlegen, wo genau ihre Begabungen, aber auch, wo ihre Fehler lagen. Denn mit Schwung dem T\u00f6richten nacheifern und sich extra in Ohnmacht fallen lassen \u2013 das soll niemand! Davon ist nicht die Rede.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dabei merken wir dann, dass auch die gr\u00f6ssten Vorbilder Menschen waren und sind wie Du und ich. Bei Luther ist das unterdessen sehr gr\u00fcndlich erforscht. Du, Paulus, hast Deinen sp\u00e4teren Experten gewissermassen die Arbeit erspart, Du hast gleich selbst geschrieben, was Dein gr\u00f6sster Fehler im Leben war \u2013 die Christen zu verfolgen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lieber Paulus<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du hast uns in Sch\u00f6ftland zwar nicht pers\u00f6nlich kennengelernt, aber Du weisst, wie gern wir jemanden r\u00fchmen und damit be-r\u00fchmt machen. Auch f\u00fcr dieses menschliche Bed\u00fcrfnis hast Du einen Rat. Christus sollen wir ber\u00fchmt machen!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus Christus war weise, aber nicht m\u00e4chtig und schon gar nicht vornehm.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Er wurde von der Welt verachtet \u2013 und ihn hatte Gott erw\u00e4hlt.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nun ist unser Brief richtig lang geworden. Papier ist heute viel billiger als zu Deinen Zeiten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du hast unsere Vorstellungen von stark und schwach, gering und gross, m\u00e4chtig und ohnm\u00e4chtig mit wenigen Zeilen auf den Kopf gestellt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So freuen wir uns, ein anderes Mal mehr von Dir zu lesen und gr\u00fcssen Dich herzlich.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Der Friede Gottes, der h\u00f6her ist als unsere Vernunft, der st\u00e4rke und bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, Amen.<\/em><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/63427008-ED2E-4024-B1BB-F1335E9BF8D9#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> H. Bullinger an J. Haller, 12. 3. 1546, in: 2017. Nach Gottes Wort reformiert. Magazin zum Reformationsjubil\u00e4um, S. 51.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Antwortbrief an Paulus | 1. Sonntag nach Epiphanias | 07.01.24 | 1. Kor 1, 26-31 | D\u00f6rte Gebhard | Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Amen. Liebe Gemeinde \u00dcber die Feiertage ist bei uns ziemlich viel Post eingetroffen. 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